Offroad-Dachzeltanhänger selbstgebaut

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Pierre und seine Familie wollten flexibler werden und für Tagestouren im Urlaub auch mal ihr Dachzelt stehen lassen. Ein Dachzeltanhänger schien die ideale Lösung. Aber nicht irgendein Anhänger: Viel Stauraum, eine Küche, Strom- und Wasserversorgung, Platz für den Hund, Klamotten, Stühle, Tische, Reserverad und offroadtauglich sollte er sein! Weil es auf dem Markt nichts passendes gab, bauten Pierre und seine Frau ihren eigenen Offroad-Dachzeltanhänger.

Hallo Pierre. Schön, dass wir dich hier auf dem DACHZELT FESTIVAL 2019 antreffen. Gerne würden wir etwas über euer Setup erfahren.

Wie seid ihr auf die Idee mit dem Dachzeltanhänger gekommen?

Pierre: Letztes Jahr waren wir mit unserem Dachzelt und dem Auto in Norwegen unterwegs und haben festgestellt, dass wir vor Ort gerne flexibler werden würden. Wir hatten die Idee das Dachzelt stehen zu lassen und uns nur mit dem Auto und den Fahrrädern zu bewegen. 

Pierre liebt es mit seiner Familie und dem Dachzelt neue Abenteuer zu erleben.

Ein Anhängerkonzept schien die ideale Lösung zu sein. Nach dem Urlaub haben meine Frau und ich uns über Anhänger mit Dachzelt informiert. Leider entsprach keines der Angebote unseren Vorstellungen. Der Markt ist noch sehr überschaubar. Es gibt nicht viel Auswahl und wenn doch, dann leider auch entsprechend teuer. 

Daraufhin kam die Idee, einen Dachzeltanhänger komplett selbst zu bauen.

Cooles Projekt! Wie seid ihr weiter vorgegangen? 

Pierre: Erstmal haben wir uns überlegt, wie der Dachzeltanhänger aufgebaut sein soll und was er für Funktionen erfüllen muss. Dabei war uns ganz wichtig, dass er auch geländegängig ist, um ihn auf unseren Offroad-Touren mitnehmen zu können

Er sollte einen großen Böschungswinkel und die selbe Rad-Reifen-Kombination haben, wie bei unserem Auto. Das macht den Reifenwechsel einfacher und im Hinblick auf eine Panne sollte er einen zusätzlichen Platz für ein Ersatzrad haben.

Ein Ersatzreifen ist immer dabei und kann universell auf dem Anhänger oder PKW montiert werden.

Außerdem sollte der Anhänger isoliert sein, um ihn auch als Schlafplatz nutzen zu können. Hauptsächlich für unseren Hund, der sonst im Auto geschlafen hat, weil er etwas verfroren ist.

Wie hast du die Idee umgesetzt?

Pierre: Grundlage ist ein alter einachsiger Anhänger den wir komplett neu aufgebaut haben. Vor dem Kabinenbau wurde der Anhänger sandgestrahlt und gekürzt, um eine ideale Offroad-Basis zu schaffen.

Der Aufbau ist ein Sandwich-System aus Sperrholzplatten und Styropor. Diese Kombination erzeugt die gewünschte Isolierung der Kabine. 

Anschließend haben wir die Konstruktion – ähnlich wie beim Bootsbau – viermal mit GFK überzogen und zum Abschluss den kompletten Anhänger lackiert. 

Im Anhänger ist genügend Platz für Tisch, Stühle und was sonst für die ganze Familie benötigt wird.

Nutzt ihr auch den Innenraum des Anhängers?

Pierre: Grundsätzlich ist es möglich, dass die Kinder oder theoretisch auch ein Erwachsener in dem Anhänger gut schlafen könnte. Wir lieben es aber oben in unserem Dachzelt zu schlafen.

Der Anhänger mit Dachzelt ist für die Kinder wie ein rollendes Spielparadies und bietet reichlich Platz zum spielen.

Den inneren Teil nutzen wir wie gesagt als Schlafplatz für unseren Hund und hauptsächlich als Stauraum. Der Hund bekommt dann noch eine Decke mit reingelegt. Eine Lüftung habe ich für ihn auch eingebaut. 

Über die große vordere Tür kann der Anhänger auch zum transportieren von großen Gegenständen genutzt werden.

Wir haben verschiedene Klappen und Türen eingebaut um alle Ecken des Anhängers nutzen und erreichen zu können. Hier hinten neben unserer Küche haben wir zum Bespiel einen kleinen “Kofferraum”, der durch eine Seitenklappe erreichbar ist, dort lagern wir unsere Stühle und Tische. 

Genügend Stauplatz bieten die zahlreichen Fächer und Schubladen, für allerlei Campingutensilien.

Neben dem Ersatzrad haben wir noch ein weiteres kleines Staufach für Kleinigkeiten. Zusätzlichen Stauraum haben wir auch noch über dem Radkasten geschaffen, welchen man über eine kleine Klappe erreichen kann. Dort lagern wir unser Geschirr und die Töpfe. 

Sogar die Kinder haben hier im Innenraum des Dachzeltanhängers ihren eigenen Stauraum in Form von kleinen Schubladen und Staufächern.

Wie habt ihr eure Wasserversorgung und Kühlung organisiert?

Hier im Innenraum haben wir unser kleines Frischwassersystem, das man von außen bedienen kann – ein einfacher Frischwassertank. Der Wasserhahn befindet sich unter dem Anhänger.

Gut erreichbar befindet sich der Wasserkanister versteckt hinter einer Tür im Innenraum des Anhängers.

Ursprünglich hatten wir auch vor, die Kühlbox im Innenraum zu integrieren, haben uns letztendlich aber dagegen entschieden. Für Tagestouren ist es wichtig, dass die Kühlbox mitkommt und wir Verpflegung dabei haben. 

Deswegen haben wir die Kühlbox in einer großen Verpflegungs-Kiste integriert und können so Essen und Getränke ganz einfach im Auto mitnehmen, wenn wir mal einen Tag unterwegs sind. Die Kühlbox wird über kleine Gaskartuschen betrieben und so sind wir, auch was die Stromversorgung begrifft, komplett unabhängig.

Habt ihr auch eine Stromversorgung?

Pierre: Wir haben keinen großen Strombedarf. Bisher haben wir lediglich eine große Powerbank, mit der wir unsere Handys laden und ein paar Lampen betreiben. Es soll noch weitere Elektrik dazu kommen, aber daran arbeite ich noch. So wie wir jetzt ausgestattet sind, können wir ungefähr 3-4 Tage autark sein.

Welche Besonderheiten gibt es noch an diesem Dachzeltanhänger?

Pierre: Der Anhänger hat vorne und hinten noch Kurbelstützen, damit er beim Freistehen ohne Auto nicht anfängt zu Kippen. Außerdem ist damit die Höhe des Anhängers veränderbar. Jetzt gerade ist er von der Höhe her perfekt auf unsere Größe abgestimmt. 

Die Kurbelstützen können einzeln verstellt oder bei Bedarf schnell demontiert werden.

Außerdem haben wir in der Front des Anhängers noch eine große Klappe integriert, die weniger fürs Campen gedacht ist, sondern eher für den Transport. Wenn wir mal lange Gegenstände transportieren müssen, die nicht komplett in den Anhänger passen, können wir die Klappe öffnen und zusätzlichen Platz erzeugen.

Wir haben aber noch weitere Umbaupläne. Der Dachzeltanhänger soll demnächst noch eine neue breitere Achse bekommen, damit die Räder weiter raus stehen. Dadurch erreichen wir mehr Stabilität im Gelände und eine Verringerung der Wandneigung. Das ist wichtig, weil unser Dachzelt aufgrund der Größe so schwer ist und den Schwerpunkt sehr weit nach oben verlagert. 

Die Verbreiterung des Anhängers sorgt für mehr Stabilität und ein besseres Fahrverhalten.

Wie lange hat der Umbau gedauert?

Pierre: Der Umbau des Dachzeltanhängers war mein Winterprojekt. Insgesamt hat der Umbau 4 Monate gedauert und es stehen noch weitere Umbauten an. Die Dauer ergibt sich aber auch aus den Vorarbeiten, wie z.B. das Sandstrahlen und Kürzen des Anhängers.

Wo geht eure nächste Reise hin?

Pierre: Der Besuch beim DACHZELT FESTIVAL 2019 war unser erster Trip mit dem Dachzeltanhänger. Nächstes Jahr wollen wir dann nach Bosnien, Montenegro, Kroatien und Albanien bis fast nach Griechenland runter.

Die erste Tour hat der Anhänger bereits mit Bravour bestanden.

Pierre, wir danken dir für deine Vorstellung und wünschen euch weiterhin viel Spaß auf dem Dachzeltfestival 2019.

Du willst noch mehr Inspirationen?

Wenn du nicht genug vom Dachzelten bekommen kannst, dann zieh dir mal den unser letztes Setup rein:

Black Monster – US Van mit Dachzelt

Jede Woche erscheint ein neues Portrait mit spannenden Dachzelt-Setups hier auf unserem Blog und als Video auf Instagram TV und Youtube! Schaut doch mal wieder vorbei!
 

Und wenn ihr selbst ein spannendes Dachzelt-Setup habt, dann schreibt uns doch einfach und wir verabreden uns bei einem der nächsten Treffen, Camps oder Festivals!

Liebe Grüße vom Dach,
eure Set-Up Hunters.

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About Birte Seipold

Birte ist erst September 2018 mit dem Thema Dachzelt in Berührung gekommen aber seit dem absolut vom Virus gepackt und wann immer es geht, wird im Dachzelt geschlafen. Seit kurzem schreibt sie für die Dachzeltnomaden Blogartikel.
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