Dachzelt heizen: So kommst du durch den Winter

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Der Dachzeltnomaden Kalender 2021

Es ist soweit! Der Dachzeltnomaden Kalender 2021 ist da!

Aus über 500 eingereichten Bildern habt ihr in der Endabstimmung eure 13 Favoriten ausgewählt, die den DZN Kalender 2021 zu einem ganz besonderen Community-Kalender machen!

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Die Nächte werden länger und die Tage kürzer. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür, oder besser gesagt vor dem Einstieg zu deinem Dachzelt. 

Du fragst dich vielleicht gerade, ob du nun deine Dachzelt Saison beenden sollst, oder wie du es anstellen kannst, dass du deine Lieblings Stellplätze auch im Herbst und Winter genießen kannst.

Wenn du keine Lust zu lesen hast, dann schau dir hier das DZN Live passend zum Thema an:

Und genau um das Genießen geht es in diesem Artikel, denn hier erfährst du, wie du auch bei eisigen Temperaturen nicht frierst. Von der Wärmflasche über die Heizdecke bis zur Standheizung für dein Dachzelt – für jede Frostbeule ist etwas dabei.

Ich gehe auf die verschiedenen Wärmequellen ein und erkläre dir alles ganz übersichtlich. Außerdem gibt es noch die ultimativen Tipps und Tricks gegen die Kälte und ich räume endlich mal alle Fragen und Bedenken zur “China Standheizung “ aus dem Weg.

Viel Spaß also beim nicht mehr Frieren.

Zubehör um nicht zu frieren

Warum frieren wir überhaupt?

Der Rheinländer würde sagen: “Ich hab kalt!”, was übersetzt soviel heißt wie: “Mir ist kalt!”. Doch warum ist das so? Einfach erklärt, funktioniert unsere Haut wie ein großes Thermometer, das ständig die Umgebungstemperatur misst. Wenn dieses Thermometer eine beginnende Unterkühlung bemerkt, dann sendet es eine Information an unser Gehirn. 

Dachzeltnomaden Hartschalenzelt Airtop von Autohome im Schneesturm
Abenteuer pur – Wintercamping

Das Gehirn leitet dann wiederum Maßnahmen gege diese “Bedrohung” ein, indem es die Gefäße unter der Haut verengt. Dadurch geht nicht zu viel Wärme an der Hautoberfläche verloren. Es steht somit mehr warmes Blut im Kreislauf zur Verfügung. Dieses wird dann im Kern des Körpers für die lebenswichtigen Organe verwendet. 

Dazu muss man noch wissen, dass der Mensch als Warmblüter eine Körpertemperatur von 37 Grad Celsius benötigt, damit der Stoffwechsel bestmöglich funktioniert. Bei einer Körpertemperatur von über 37 Grad spricht man von erhöhter Temperatur (Fieber). Liegt die Temperatur unter 37 Grad, beginnt eine Unterkühlung. Beide Zustände können lebensbedrohlich werden. Das Frieren ist also eine frühe Schutzmaßnahme deines Körpers.

Zittern und Gänsehaut

Das Zittern und die Gänsehaut sind sozusagen Level 2 der Maßnahmen gegen die drohende Unterkühlung. Wenn das Frieren, also das Einsparen von Wärme, nicht mehr hilft, dann fängt dein Körper an Wärme zu produzieren. Dies tut er mit Hilfe der Muskeln. Sie fangen an unwillkürlich von Entspannung auf Anspannung umzuschalten. Diesen schnellen Wechsel empfinden wir als Zittern. Die Gänsehaut, also das Aufstellen der Körperhaare, ist auch nichts anderes als eine Anspannung der Muskeln, die wir an unseren Haarwurzeln haben. 

Was in der heutigen Zeit nicht mehr so wichtig erscheint, war in Urzeiten ein wichtiger Überlebenstrick des Körpers. Denn als die Menschen noch über mehr Körperbehaarung verfügten, sorgte das Aufstellen dieser kleinen Härchen für eine isolierende Luftschicht zwischen der Haut und der Umgebungsluft. Da wir heute über kein dickes Fell mehr verfügen, müssen wir uns mit anderen Tricks behelfen. 

Frieren Frauen schneller als Männer?

Es mag sicherlich Ausnahmen geben, aber grundsätzlich ist es wirklich so, dass Frauen schneller frieren als Männer. Das Ganze hat zwei wesentliche Gründe: 

Durch die Verengung der Gefäße unter der Haut, bei einsetzender Kälte, sinkt auch der Blutdruck. Wenn das passiert, kommt im Endeffekt weniger warmes Blut an den Extremitäten an. Da Frauen im Allgemeinen einen niedrigeren Blutdruck als Männer haben, erwischt sie der kältebedingte Abfall des Blutdrucks schneller, was sie schneller frieren lässt. Im Grunde genommen trifft dieses Phänomen auf alle Menschen mit einem niedrigen Blutdruck zu. Dazu können auch Männer gehören, oder auch ältere Menschen.

Ein weiterer Grund ist, dass der weibliche Körper über weniger Muskelgewebe verfügt. Wie du oben schon erfahren hast, produzieren Muskeln beim Zittern Wärme. Vereinfacht gesagt kann man also sagen: Mit mehr Muckis bleibts länger warm.

Willst du wissen, wie das beim ersten Dachzeltnomaden WINTER CAMP mit der Kälte war? Hier findest du einen Artikel über das EVENT:

Warum ist Kälteempfinden so unterschiedlich?

Das ist eigentlich ganz schnell erklärt: Stell dir vor, du lebst in den Tropen und machst Urlaub im herbstlichen Deutschland. Bereits Temperaturen um die 10 Grad Celsius würdest du dann schon als kalt empfinden. Umgekehrt ist es natürlich genauso: Als Gehilfe vom Weihnachtsmann, der ja bekanntlich am Nordpol wohnt, würdest du den Herbst hier in Mitteleuropa als warm empfinden und in deiner Weihnachtsmann-Badehose rumlaufen.

Aber auch dein körperliches Befinden kann, wie oben schon beschrieben, zu einem anderen Kälteempfinden führen. Mit ein paar Fettpölsterchen an der richtigen Stelle bleibt es auch länger warm für dich. 

Dieses Bild zeigt die Aussicht aus einem  Dachzelt auf ein verschneites Tal in den Bergen.
Coole Aussicht im heißen Zelt – einfach großartig!

Zusätzlich gibt es noch die gefühlte Temperatur. Diese unterscheidet sich von der tatsächlich gemessene Temperatur. Hier spielt beispielsweise der Wind eine große Rolle – das kennst du bestimmt auch von besonders windigen Tagen.

Auch die relative Luftfeuchtigkeit spielt beim Temperaturempfinden eine wichtige Rolle. Eine hohe Luftfeuchte im Sommer lässt uns die Hitze oftmals als noch unangenehmer empfinden. 

Was macht Kälte mit unserem Gemüt? 

So wie die Wärme belastend für deinen Körper sein kann (Wärmebelastung), so kann auch die Kälte für eine Belastung des Körpers Sorgen. Hierbei spricht man dann von sogenanntem Kältestress oder thermopsychlogischer Beanspruchung. 

Übersetzt heißt das: Je kälter es ist, umso stressiger wird es für deinen Körper – und wer will schon Stress haben? Schließlich soll deine Dachzelttour doch der Entspannung dienen.

Klare Sache: Du willst also deinem Körper Stress ersparen! Wie du das am besten machst verrate ich dir in den folgenden Abschnitten.

Warme Gedanken – Tipps, Tricks und Mythen

Bevor du zu technischen Hilfsmitteln greifst, versuche es doch erst einmal ganz einfach und mit minimalsten Mitteln. Vielleicht reicht es dir ja, ganz ohne “Fremdenergie” (Feuer, Strom, etc.) ein wenig Wärme in deinen Körper zu bekommen. Logisch: Am besten sorgst du dafür, dass es erst gar nicht kalt wird auf deiner Haut.

Ein paar Tipps und Tricks, aber auch den ein oder anderen Mythos erfährst du hier.

Das Zelt erst kurz vorm Schlafen aufbauen

Du kennst bestimmt diese klamme und unangenehme Kälte. Um diese vor dem Schlafen nicht in dein Zelt zu lassen, empfiehlt es sich, das Zelt erst kurz vor dem Schlafengehen aufzukurbeln. Dadurch kannst du es ein wenig vermeiden, dass sich deine Matratze und deine Schlafutensilien mit Kälte “vollsaugen”.

Das späte Aufbauen hat zwei weitere Vorteile: Zum einen wird dir durch die Bewegung und Anstrengung vom Aufbau wieder warm. Und zum anderen kann sich die Luftfeuchtigkeit, die bei einsetzender Dämmerung höher wird, nicht auf dein Zelt und deine Bettwäsche legen.

Profi-Tipp fürs frei stehen: Ganz nebenbei bleibst du mit einem nicht aufgebauten Dachzelt länger unauffällig an deinem Stellplatz.

Bettzeug und Schlafsack im Auto transportieren

Auch wenn es manche Dachzelte aufgrund ihrer Bauart zulassen, solltest du in der kalten Jahreszeit deine Decken, Kissen und Co. im Auto transportieren. Hier bleibt es einfach länger warm. 

Durch die Heizung, die beim Fahren dein Auto heizt, erwärmen sich auch deine Schlafutensilien, und kommen so vor dem Schlafen schon etwas “vorgeheizt” ins Dachzelt. 

Übrigens bleibt deine Bettwäsche so nicht nur warm, sondern auch trocken und dein Zelt lässt sich zudem noch einfacher schließen.

Gut verpackt – die richtige Kleidung

Wie auch schon am Tag, macht das sogenannte Zwiebelprinzip auch beim Schlafen Sinn. Denn gerade am Anfang ist es oftmals etwas kälter im Schlafsack oder unter der Decke. Später, wenn dein Bett durch deine Körperwärme aufgewärmt ist, kannst du dich dann von ein paar deiner “Zwiebelschalen” trennen. So schaffst du dir ein perfektes Schlafklima. 

Für die großen Frostbeulen unter uns eignet sich Funktionskleidung oder Skiunterwäsche aus Merinowolle am besten.

Mein Tipp: Geh einfach mit deinen Klamotten ins Bett! Na ja, die äußere Schicht solltest du schon ablegen. Aber dein vorgewärmtes T-Shirt, deine Hose oder auch das Halstuch sind die perfekten Bettbegleiter.

Wenn wir unterwegs sind, dann ziehe ich zum “Feierabend” immer die gute alte Trainingshose an. Die behalte ich dann auch im Zelt so lange an, bis es mir zu warm wird.

By the Way: Die Jogginghose gehört für mich übrigens auf jeden Fall in die Top-Ten in der “unbedingt-dabeihaben-Liste”.

Kleidung ans Fußende

Kleidung, die du ausziehst packst du am besten ans Fußende unter die Decke oder in deinen Schlafsack. Dann bleiben die Klamotten angenehm warm, und fühlen sich beim Anziehen am Morgen nicht wie Eiswürfel an.

Alternativ kannst du die Kleidung auch in einen wasserdichten Packsack stecken. Dort bleiben sie auf jeden Fall trocken, wenn du sie trocken reinpackst. Wenn du dann morgens warme Klamotten haben magst, dann leg doch einfach einen kleinen Taschenwärmer in den Packsack und warte noch ein paar Minuten bis zum Aufstehen – du wirst es lieben!

Nasse und feuchte Kleidung ausziehen

Regennasse oder durchgeschwitzte Kleidung solltest du sofort ablegen und gegen trockene Kleidung wechseln. Nasse Kleidung kühlt deine Körper zusätzlich noch viel schneller runter, was unbedingt zu vermeiden ist. 

Du kennst das vielleicht von Personen, die im Eis eingebrochen sind. Hier ist auch die erste Handlung (nach der Rettung) das Ausziehen der Klamotten.

Alkohol wärmt?

Das Gerücht, dass Alkohol dich aufwärmen kann, hält sich schon seit Ewigkeiten hartnäckig im Kopf der Menschen. Klingt ja auch im ersten Moment sinnhaft, denn schließlich wärmen sich so viele Menschen Jahr für Jahr auf Weihnachtsmärkten mit Glühwein auf. 

Dieses Bild zeigt Frost auf Bierflaschen
Mythos Alkohol – Kann er uns wirklich wärmen?


Doch es gibt eine “ernüchternde” Wahrheit! Sicherlich hast du es schon vermutet – ich mag keinen Glühwein! Aber, was ich ich eigentlich sagen will: Alkohol ist kein gutes Mittel gegen Kälte. Er sorgt zwar für eine Erweiterung deiner Zellen und somit für eine bessere Durchblutung. Die stärkere Durchblutung bringt das Blut allerdings auch schneller an die Hautoberfläche. Die scheinbar gewonnene Wärme wird also schnell über die Haut wieder abgegeben. 

Es bringt also gar nichts, sich vor dem Schlafen zu betrinken, auch wenn es sich erst einmal wärmer anfühlt. Durch Alkoholkonsum sinkt die reale Körpertemperatur tatsächlich. Auch die Tatsache, dass man mitten in der Nacht mit Blasendruck aufwacht ist im Winter nicht so toll. Auch ich musste diese Erfahrung schon machen und habe mein Trinkverhalten angepasst… meistens!

Ein heißer Tee vor dem Schlafen wirkt da schon viel besser gegen die Kälte, die einem in den Knochen sitzt. Am besten wirkt Ingwertee, der eine durchblutungsfördernde Wirkung besitzt. 

Die beliebtesten Heiz-Lösungen der Dachzeltnomaden

Wir haben euch in der Facebook Gruppe gefragt, was eure liebsten Heiz-Lösungen für die kalte Jahreszeit sind. Neben dem klassischen Schlafsack, Decken und warmen Klamotten, waren auch technische Lösungen, wie die Standheizung oder die Heizdecke ganz beliebt. Natürlich habt ihr aber auch besonders schöne Methoden wie Kuscheln als Heiz-Lösungen im Dachzelt genannt.

Hier findet ihr die Umfrage mit allen tollen Antworten.

So heizen sich die Dachzeltnomaden mal so richtig ein!

Dachzelt isolieren

Wenn dir deine körperlichen Maßnahmen noch nicht ausreichend gegen die Kälte helfen, dann zieh dein Dachzelt doch einfach wärmer an. Mit einfachen Mitteln kannst die Kälte schon zu einem großen Teil draußen halten – und die Wärme im Inneren.

Bodenplatte

Die einfachste und gleichzeitig eine sehr effektive Variante ist es, deine Bodenplatte zu isolieren. Lege dazu einfach deinen Zeltboden mit dünnen Styroporplatten aus dem Baumarkt aus. Darauf kommt dann wie gewohnt dein Mesh (falls vorhanden) und die Matratze. 

Achte bei der Dicke des Styropors darauf, dass sich dein Zelt immer noch zuklappen oder einkurbeln lässt. Eine Stärke von einem Zentimeter sollte reichen. Mehr schadet aber auch nicht. Es macht die Platten stabiler, so dass sie beim Reinigen nicht so schnell brechen. Bei Klappdachzelten musst du am Klappscharnier die Styroporplatte teilen.

So schaffst du dir für wenig Geld eine tolle Isolierung, und sorgst dafür, dass sich viel weniger Kälte über die Bodenplatte ins Dachzelt schleichen kann.

Thermohauben

Manche Dachzelthersteller bieten für ihre Dachzelte fertige Thermohauben an. Diese werden dann meistens wie eine Art Umhang um dein Zelt geschlungen oder wie eine Kapuze übergestülpt. 

Durch die zweite Lage entsteht eine weitere Luftschicht als Isolation zwischen Thermohaube und Dachzelt. Dadurch entsteht eine maximale Isolation und es fühlt sich so an, als wenn du in einem Dachzelt schläfst, das in noch einem Zelt aufgebaut ist. Für manch einen kann das sehr gewöhnungsbedürftig sein. Aufgrund dieser extremen Isolation kann es unter Umständen passieren, dass mehr Kondenswasser entsteht. 

Die Isolationshülle kann bei vielen Dachzelten nicht während des Transport am Dachzelt verbleiben. Die Hülle muss also abgenommen werden und verbraucht dann zusätzlichen Platz. Besonders wenn sie nass oder feucht geworden ist, ist das Verstauen etwas aufwändiger und du musst später dafür sorgen, dass sie wieder trocken wird, um Schimmel und Stockflecken zu vermeiden.

Aber für wen oder was eignen sich diese speziellen Hüllen überhaupt? Ganz einfach: Wenn du größtenteils in Regionen mit Dauerfrost unterwegs bist, ist so eine Thermohaube für dich eine gute Möglichkeit zum Isolieren. Wenn du meistens in der warmen Jahreszeit und/oder im Süden unterwegs bist, brauchst du eine Thermohaube vermutlich eher weniger.

Durch die zweite Lage wird dein Dachzelt auch besser gegen Wind und andere extreme Wetterereignisse geschützt. Sie hält Kälte außen und Wärme innen, was sie auch zu einer guten Ergänzung zur Standheizung macht – dazu erfährst du weiter unten mehr.

Der Dachzelttyp

Wenn du gerade noch auf der Suche nach einem passenden Dachzelt bist, dann solltest du dir auch die “Temperaturfrage” stellen. Wie oft wirst du bei Kälte im Dachzelt schlafen?

Ein Hartschalendachzelt isoliert besser als ein Klappdachzelt. Das liegt ganz einfach daran, dass die obere und untere Schale die Kälte gut abschottet und die vorhandene Stofffläche im Vergleich zum Klappdachzelt kleiner ist. Bei einem Klappdachzelt trennt dich oftmals nur eine oder zwei dünne Stoffschichten von der Außenwelt.

Brauchst du Hilfe dabei, welches Dachzelt für dich das Richtige ist? Dann schau doch einmal bei unserer Dachzelt Beratung vorbei:

Bevor es heiß wird – Sicherheit geht vor!

Bis jetzt habe ich dir nur passive Methoden vorgestellt, das heißt wir haben noch keine Wärme erzeugt. Zum Erzeugen von Wärme müssen wir “aktiv” werden. Wir brauchen eine Wärmequelle. Und hier kommt mein Lieblingsthema ins Spiel: Die Sicherheit.

Offenes Feuer, oder andere sauerstoffverdrängende Wärmequellen gehören nicht ins Dachzelt oder Vorzelt – dazu gehören auch Gasstrahler. Ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr und Abgasableitung haben Öfen auch nichts in Fahrzeugen zu suchen. Für solche lebensgefährlichen Experimente wirst du hier keine Tipps bekommen.

Elektrische Heizlüfter und Heizstrahler sind auch im Zelt Tabu. Werden sie zugedeckt oder kippen um, kann es in sekundenschnelle zu einem Brand kommen. Ein synthetischer Zeltstoff kann wie ein Brandbeschleuniger wirken und lässt dir im Brandfall keine Zeit zum entkommen. Dein Zelt wird zur Todesfalle!

Wenn du einen Heizlüfter benutzen willst, dann höchstens zum Trocknen des Zelts. Das kann zum Beispiel vor dem Einlagern oder nach einer langen Tour durch Regen sein. Auf keinen Fall solltest du dich während des Heizens im Zelt aufhalten. Bitte nur unter strenger Aufsicht und ohne Matratze und andere Schlafutensilien, direkt mittig  auf der Bodenplatte. Achte unbedingt auf ausreichenden Abstand zu brennbaren Materialien.

Zur Sicherheit bei der Verwendung von Standheizungen habe ich dir weiter unten noch wichtige Tipps zusammengefasst.

Ein bisschen Luxus – ein warmes Bett

Wie man sich bettet, so liegt man – bestimmt kennst du auch dieses Sprichwort. Beim Schlafen im Dachzelt trifft das noch viel genauer zu. Für uns Dachzeltnomaden bedeutet es übersetzt folgendes: Je besser du dein “Bett” an die äußeren Umstände anpasst, umso besser wirst du schlafen.

Wenn du mehr zum Thema “Schlafausrüstung” wissen möchtest empfehle ich dir den Artikel über die Dachzelt Schlafausrüstung.

Decke vs. Schlafsack

Nicht jeder mag dieses Gefühl wie eine Mumie im Schlafsack zu nächtigen. Zu diesem Personenkreis gehöre ich auch. Ich bevorzuge die normale Decke, denn so kann ich mich im Schlaf frei bewegen. Da ich aber auch grundsätzlich glühe wie ein Brikett und nachts wie eine Wanderdüne durchs Zelt rolle, brauche ich vergleichsweise wenig Decke. 

Andere lieben hingegen dieses “eingepackte” Gefühl im Schlafsack. Gerade wenn man alleine schläft, hat ein Schlafsack mehr Vorteile als eine Decke.

Den Schlafsack habe ich mittlerweile auch für mich entdecken können, wenn die Nächte ab dem Herbst kälter werden. Ich mache den Sack aber nur im Fußbereich zu, um das Problem der kalten Füße zu umgehen. Den restlichen Schlafsack nutze ich dann wie eine Decke.

Ich empfinde einen Deckenschlafsack als eine gute Alternative. Beachte beim Kauf, dass du im Bezug auf die angegeben Temperaturbereiche das Dachzelt nicht mit dem Bodenzelt vergleichen kannst. Im Dachzelt ist es von Natur aus wärmer, gerade wenn du deinen Boden isoliert hast. Du kannst also getrost zu einem etwas dünneren Schlafsack greifen.

Tipp: Starte erstmal mit dem was du hast bzw. der Variante, die dir am vertrautesten ist. Später kannst du immer noch ergänzen und Anschaffungen machen, wenn du weißt was du brauchst. 

Bett vorheizen

Einen warmen “Empfang” kannst du dir mit ein wenig Vorarbeit ganz einfach und unkompliziert bereiten. Dabei ist es nicht das Ziel, dein Dachzelt in eine Sauna zu verwandeln, sondern deinen Schlafsack, Matratze oder Decke ein paar Grad aufzuwärmen.

Wärmflasche

Mit einer Wärmflasche kannst du dich genial, einfach und effektiv über eine kalte Nacht retten. Du kannst sie in allen möglichen Größen und Formen kaufen, oder auch gleich mehrere gleichzeitig einsetzen. 

Wärmflasche fürs Dachzelt
Wärmflasche fürs Dachzelt


Du wirst überrascht sein, wieviel Wärme eine Wärmflasche abgeben und speichern kann. Kurz vor dem Schlafengehen platzierst du sie ganz einfach unter deiner Decke oder in deinem Schlafsack. Wenn du dann später ins Zelt krabbelst, ist dein Schlafgemach schön vorgewärmt und fühlt sich ein bisschen nach “zu Hause” an. Mit ein wenig Glück ist die Wärmflasche sogar bis zum nächsten Morgen warm!

Heizdecke (Strom)

Mit einer elektrischen Heizdecke kannst du, ähnlich wie mit einer Wärmflasche, dein Bett im Dachzelt vorwärmen. Der Vorteil einer 12V Heizdecke ist, dass sie eine große Fläche erwärmen kann. Das sorgt ganz schnell für ein gemütlich warmes Feeling unter der Decke.

Du solltest aber bedenken, dass deine Batterie auch in der Lage sein muss, deine Decke mit Strom zu versorgen. Kurz gesagt: Deine Versorgerbatterie sollte möglichst voll sein. Deine Starterbatterie ist für solche Verbraucher nicht geeignet. Hier besteht die Gefahr, dass am nächsten Morgen dein Auto nicht mehr startet. 

Alles über Elektrotechnik in deinem Auto findest du hier:


Aus diesem Grund solltest du deine elektrische Heizdecke – und alle anderen elektrischen Geräte rund um dein Dachzelt –  immer über eine zweite Batterie versorgen. Mit diesem Rechner kannst du dir deine Batteriekapazität ganz einfach ausrechnen:

Tipp: Lege die Heizdecke direkt auf die Matratze und packe zur besseren Wärmeverteilung eine dünne Steppdecke darüber – so spürst du auch nicht die Kabel in der Decke. Das Ganze kannst du dann noch zusätzlich in ein Spannbetttuch einwickeln. So schläfst du schon maximal komfortabel und zwar mit den einfachsten Mitteln.

Die Steinheizung – Heißer Stein vom Lagerfeuer oder Gaskocher

Um ganz rudimentär Wärme unter deine Decke zu bekommen, kannst du dir auch einfach einen Stein nehmen und diesen erwärmen. Das geht am einfachsten neben dem Lagerfeuer oder zur Not auch auf deinem Kocher. 

Achte darauf, dass es deinem Stein nicht zu heiß wird. Vor allem die Schlafsäcke aus Kunstfaser vertragen nicht allzu viel Hitze. Am besten tastet du dich langsam an deine Wohlfühl-Temperatur heran.

Damit es etwas ansehnlich und bequemer wird, kannst du einen heißen Stein mit einem Handtuch umwickeln, dann kann er auch ruhig mal etwas heißer werden.

Ganz hervorragend für deine Steinheizung eignen sich Schamottsteine aus dem Ofenbau. Oftmals findest du diese Steine in alten Nachtspeicheröfen. Diese Steine sind zwar sehr schwer, speichern aber auch gut die Wärme und geben sie gleichmäßig ab. Du musst ja nicht gleich eine ganze Schubkarrenladung mit auf die Reise nehmen.

Oberklasse – Dachzelt heizen

Landstrom

Unter Landstrom versteht man den Strom, den du am Campingplatz oder Stellplatz beziehen kannst. Es handelt sich hierbei um 230V Wechselstrom, wie du es von zu Hause kennst.

Wie bereits erwähnt, sind Heizlüfter ein Tabu im Dachzelt. Du kannst sie zum Trocknen des leeren Dachzeltes einsetzen, oder sie mit einem sicheren Stand und unter Aufsicht in einem offenen Vorzelt einsetzen. Achte dabei auf genügend Abstand zur Zeltwand und anderen brennbaren Stoffen.

Lautlos, aber noch immer nicht ungefährlich sind sogenannte Heizstrahler. Sie haben keinen Lüfter, sondern strahlen die Wärme nur ab. Sie sind von der Leistung vergleichbar mit Heizlüftern. Sie pusten nicht und wirbeln deswegen keinen Staub auf.

Des Weiteren solltest du berücksichtigen, dass ein herkömmlicher Heizlüfter oder Heizstrahler eine Menge Strom benötigt.

Viele Landstromanschlüsse auf Camping- und Stellplätzen sind für solche energiehungrigen Geräte überhaupt nicht ausgelegt. Die Folge: Ständig fliegt die Sicherung des Verteilerkastens heraus. So macht man sich keine Freunde auf dem Campingplatz, weder beim Betreiber noch bei den Nachbarn.

Als nächtliche Heizung eignen sich Heizlüfter und Heizstrahler nicht.

Die oben bereits angesprochene Heizdecke gibt es auch für die normale Haushaltssteckdose, also für 230V. Das ist eine vernünftige Alternative, wenn es darum geht mit Strom zu heizen. Sie benötigt bei Weitem nicht so viel Strom wie ein Heizlüfter, ist sicher und beansprucht deine Batterie nicht. Eine 230V Heizdecke wird im Allgemeinen auch schneller warm als ihre mit 12V “befeuerten” Kollegen.

Dieses Bild zeigt eine 230V Heizdecke
Wärmstens zu empfehlen – die Heizdecke für 230V Quelle: Amazon.de

Gas

Mit Gas kannst du dein Vorzelt heizen. Prinzipiell trifft hier das Gleiche zu, was auch für die Heizlüfter und Strahler gilt: eine Verwendung im Dachzelt kann tödlich enden.

Aufgrund der offenen Flamme kommt noch hinzu, dass du unbedingt für eine ausreichende Belüftung im Vorzelt sorgen musst. Der Sauerstoff, der bei der Verbrennung verbraucht wird, muss ja irgendwie wieder reinkommen. Auf keinen Fall solltest du eine Gasheizung unbeaufsichtigt lassen oder beim Betrieb einschlafen!

Bei der Verbrennung von Gas entsteht Kondenswasser. Je mehr Leistung deine Flamme hat, umso mehr Kondenswasser wird auch entstehen. Auch deswegen ist eine gute Belüftung unerlässlich.

Du kannst mit deinem Gaskartuschenkocher heizen. Dazu gibt es spezielle Aufsätze für die Kochplatte. Darüber hinaus gibt es auch Heizungen, die mit Gaskartuschen betrieben werden. Das ist ganz praktisch, da du diese ja vielleicht sowieso dabei hast. 

Richtig viel Leistung und Wärme kannst du von dieser Art Heizung nicht erwarten, zumal bei längerem Betrieb die Leistung des Brenners nachlässt.

Mehr Wärme bekommst du mit größeren Heizern, die du an entsprechend große Gasflaschen anschließen musst. Das ist dann aber nur noch was für den Platz unter der Markise oder offene Pavillons. Achte bitte unbedingt auf Abstand und ausreichend Lüftung! Auf keinem Fall solltest du so einen Heizstrahler im Zelt benutzen – mal abgesehen davon, das diese Dinger völlig überdimensioniert sind.

Petroleum

Alternativ zum Gas kannst du auch mit einem (kleinen) Petroleumofen heizen. Das Ganze verhält sich ähnlich zum Gasheizer, unterscheidet sich jedoch vom Brennstoff. Petroleumöfen kannst du meistens mit einer Vielzahl von anderen flüssigen Brennstoffen betreiben.

Dieses Bild zeigt einen Petroleumofen
Ein Heizstrahler für Petroleum | Quelle: Amazon.de

Wenn du also schon mit Petroleum kochst, warum dann nicht auch damit heizen. Natürlich nur unter den oben schon genannten Sicherheitsaspekten.

Der Klassiker – Die Diesel Luft-Standheizung

Wenn du viel Wärme benötigst und diese unkompliziert erzeugen möchtest, dann kommst du um eine Standheizung nicht herum. Was früher nur im festen Einbau zu haben war, gibt es mittlerweile auch schon transportabel in der Box. Für mich persönlich ist die Diesel-Luft-Standheizung die beste und effektivste Möglichkeit, das Zelt zu heizen.

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Quelle: Tigerexped.de

Eine Standheizung benötigt nur Diesel, Strom und natürlich Sauerstoff für die Verbrennung. Es gibt auch Standheizungen, die mit Benzin funktionieren. Da diese aber eher Exoten sind, gehe ich auf diesen Typ hier nicht ein.

Dieses Bild zeigt einen Querschnitt durch eine Luft-Standheizung
Querschnitt einer Diesel-Luft-Standheizung | Quelle: Eberspaecher.com

Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach: Diesel wird durch eine Pumpe durch eine Düse in eine Brennkammer gespritzt. Die Brennkammer wird außen von kalter Luft umströmt. Diese Luft erwärmt sich dabei und strömt dann weiter zum Luftauslass in dein Zelt, Fahrzeug oder wo auch immer du warme Luft benötigst. 

Sicherheitshinweis zu Standheizungen

Abgase von Standheizungen müssen von Zelt- und Fahrzeugeingängen sowie Räumen ferngehalten werden. Verwende hierfür am besten Abgasschläuche, um die Abgase so weit entfernt wie möglich auszustoßen. 

Achte auch unbedingt auf die Windrichtung. Die Frischluftansaugung einer Standheizung muss so weit wie möglich vom Abgasschlauch entfernt sein. Wenn du ein Umluftsystem hast, also die warme Luft aus dem Zelt absaugst, um sie wieder zu erwärmen, sorge für eine Zwangsbelüftung im Dachzelt.

Eine Standheizung wird heiß! Ihr Einbauort sollte deswegen an einer Stelle liegen, wo sie ausreichend gekühlt wird. Auch der Abgasschlauch wird sehr heiß uns sollte nicht an hitzeempfindlichen Stellen (Kunststoffe, Kraftstoffleitungen, etc.) verlegt werden.

Festeinbau – Im Auto

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Einbauvarianten. Zunächst erkläre ich dir den Festeinbau im Fahrzeug. 

Den Begriff Standheizung verbindest du bestimmt mit Campingfahrzeugen (Vans) oder Oberklasse PKWs. Hier sind die Standheizungen fest verbaut und befinden sich entweder unter dem Fahrzeug, im Fahrzeug oder auch im Motorraum.

Es gibt beim Festeinbau eine Besonderheit, denn hier unterscheidet man zwischen Luft- und Wasserstandheizungen. Während bei der Luftstandheizung die Luft erwärmt und ins Fahrzeug geblasen wird, wird bei der Wasserstandheizung das Kühlwasser erwärmt.

Dieses erwärmte Kühlwasser ist dann in der Lage über einen Wärmetauscher den Innenraum über die werksseitig verbaute Lüftung zu beheizen. Außerdem wird der Motor durch das zirkulierende und erwärmte Kühlwasser bereits vorgeheizt. Das sorgt dafür, dass der Wagen auch im tiefsten Winter problemlos anspringt. Darüber hinaus wird durch die Vorwärmung der Kaltstart des Motors vermieden, was einen geringeren Verbrauch (auf den ersten Kilometern) sowie einen geringeren Verschleiß zur Folge hat. Kurz gesagt: Mit einer Wasserstandheizung ist dein Motor schneller auf Betriebstemperatur.

Ich möchte mich hier auf die Luftstandheizung konzentrieren, da diese Variante am besten dafür geeignet ist die warme Luft auch in dein Dachzelt zu transportieren. Wenn du also gerade dabei bist, dein Fahrzeug auszubauen, dann bist du hier an der Stelle genau richtig.

Beim Festeinbau einer Diesel-Luft-Standheizung kannst du den Diesel direkt aus dem Kraftstofftank entnehmen. Dazu gibt es spezielle Tankentnehmer, die bei guten Standheizungs-Sets zum Lieferumfang gehören. Natürlich kannst du auch einen zusätzlichen Tank verwenden, wenn du zum Beispiel einen Benziner fährst.

Den Strom für deine Standheizung nimmst du am besten von deiner Zweitbatterie. Zwar laufen die in PKW werkseitig verbauten Standheizungen meistens über die Starterbatterie, jedoch ist dann in den meisten Fällen die Laufzeit der Heizung begrenzt. Ansonsten würde deine Starterbatterie zu tief entladen werden.

Damit es nicht nur im Fahrzeug, sondern auch im Dachzelt warm wird, legst du deinen Warmluftauslass am besten so, dass du noch einen zusätzlichen Schlauch anschließen kannst. Diesen Schlauch führst du dann durch das Fenster nach außen. Bei VW-Bussen eignen sich hierfür die Schiebefenster hervorragend.

Wie du auf den Fotos erkennen kannst, habe ich für meine Heizung den Schlauch durch einen Einsatz für das Schiebefenster geführt. Von dort aus geht er dann direkt ins Zelt. Den Einsatz kann ich ganz einfach montieren und zum Transport im Zelt belassen.

Ich heize mit 2kW Heizleistung den Innenraum vom Bus und das Dachzelt. Dabei wird es im Dachzelt so warm, dass ich bei -5 Grad halb zugedeckt im T-Shirt schlafen kann. Praktisch ist auch, dass ich unser Dachzelt mit der Heizung auch trocknen kann. Auch das Kondenswasser am Boden verschwindet im Nu, wenn man den Luftschlauch mal 10 Minuten unter die Matratze steckt.

Übrigens: Eine Standheizung macht nicht nur im Winter Sinn. Auch im Sommer ist eine Standheizung ganz praktisch, um Kleidung zu trocknen oder einfach mal die Luft zu entfeuchten. Des Weiteren kann ich mit unserer Standheizung auch Lüften, also kalte Luft unter dem Bus ansaugen und ins Auto pusten. Das ist im Hochsommer wie eine kleine Klimaanlage.

Wenn du also über genug Platz und ein ausreichend großes Auto verfügst, ist für dich der Festeinbau eine tolle Möglichkeit. 

Maximal flexibel – Heiße Luft aus der Kiste

Wenn du maximale Flexibilität willst, oder einfach nicht genug Platz für eine Festeinbau hast, dann ist eine Standheizungsbox genau das Richtige für dich.

Die Funktionsweise ändert sich nicht, jedoch benötigst du etwas mehr Material, um die warme Luft an den Zielort zu bekommen.

Bei langen Wegen zwischen Standheizung und Zielort der warmen Luft kann es passieren, dass es zu einem Hitzestau in deiner Standheizung kommt. In diesem Fall geht die Heizung automatisch aus und muss nach einer Abkühlung erneut gestartet werden.

Dem Hitzestau kannst du vorbeugen, indem du möglichst direkte Wege (kein Winkel) für die strömende Luft verbaust oder der Luft im Fall eines auftretenden Hitzestaus die Möglichkeit gibst, an anderer Stelle wieder auszutreten (z.B. mit einem Y-Stück).

Idealerweise ist in der Box, neben einem Dieseltank, auch noch eine Batterie, die deine Heizung versorgt. So bist du völlig autark und kannst dir jeden Stellplatz im Hinterland zu einem heißen Ort machen. Achte aber unbedingt auf Abstand, denn eine Standheizung wird im Betrieb sehr heiß. Am besten schaffst du eine Art räumliche Trennung zwischen Heizung und Tank (und der restlichen Technik). Eine Trennwand aus Metall, wie auf den Fotos von Kevins Box, ist optimal. Zusätzliche Lüftungsschlitze in der Box sorgen außerdem dafür, das kein Hitzestau entsteht.

Hier findest du ein Anleitung von Dachzeltnomade Thorsten zum Selbstbau seiner Diesel-Heizung:

Die Box kannst du neben deinem Fahrzeug aufstellen, oder bei genug Platz auch auf dem Dach oder einem Heckträger montieren. 

das foto zeigt ein y-stück für warmluftschlauch
Wird’s dir zu heiß? Dann teile deine Hitze mit einem Y-Stück | Foto: Florian Weih

Die warme Luft gelangt über einen Schlauch ins Zelt. Ein zweiter Schlauch saugt die Luft wieder aus dem Zelt und leitet sie erneut durch die Heizung. Hierbei darfst du das Lüften vom Dachzelt nicht vergessen: Saunagefahr! Mit Y-Verteilern kannst du den warmen Luftstrom aufteilen und ein zweites Zelt heizen. 

Achte darauf, dass die Abgase weit genug vom Ansaugbereich und Zelteingang abgeführt werden. 

Wenn du dir eine Standheizung in der Box bauen möchtest, kann ich dir dieses Video “wärmstens” empfehlen.

Fakten – Leistungsbedarf, Strom- und Kraftstoffverbrauch 

Mit einer 2kW Standheizung kommst du auf jeden Fall schon richtig weit. Bedenke, dass mehr Leistung auch einen erhöhten Dieselverbrauch bedeutet. Ein Beispiel: Meine Autotherm 2D (Planar 2D) verbraucht zwischen 0,1 und 0,3 Liter Diesel pro Stunde. Das hängt natürlich von der eingestellten Leistungsstufe ab. Mit 5kW kannst du schon eine ganze Wohnung heizen, und 8kW reichen für ein Haus! So viel Leistung ist ein wenig übertrieben. Solche Heizungen sind in der Regel aufgrund ihrer Leistung viel lauter im Betrieb als ihre schwächeren Kollegen.

In Sachen Stromverbrauch ist eine Standheizung vergleichsweise ein Sparwunder. Lediglich in der Aufheizphase benötigt sie etwas mehr Strom. Das ist aber nur in den ersten Minuten der Fall. Im Regelbetrieb kommt sie mit ca. 10-30 Watt aus – je nach Leistungsstufe des Lüfters.

Beachte, dass eine Standheizung am “liebsten” unter Volllast läuft. So verhindert man eine Verkokung der Düse. Wenn du nicht immer Lust auf Sauna hast, und deine Heizung meistens auf kleinster Stufe läuft, dann lass sie einmal im Monat eine Stunde mit voller Power laufen. Auf diese Art und Weise kann sich die Düse immer etwas freibrennen.

Mein Tipp für dich: Lieber eine 2kW Heizung unter Volllast betreiben, als eine 5kW Heizung nur vor sich hindümpeln lassen.

Hot or not? – Die “Chinaheizung”

Wenn du noch keine Standheizung dein Eigen nennst, aber vielleicht auf der Suche nach einer brauchbaren Heizung bist, dann bist du bestimmt schon über den Begriff der “China Heizung” gestolpert. 

Dieses Bild zeigt ein Standheizungs-Set
Günstig und gut? Hier erfährst du ob´s stimmt | Quelle: Amazon.de

Der Begriff “China Heizung” wird von vielen Menschen als Synonym für eine Heizung mit minderwertiger Qualität benutzt.

Ich finde das sehr abwertend, denn das Produktionsland ist definitiv kein Indikator für Qualität. Im Gegenteil: Die meiste Technik, die du und ich einsetzen kommt aus China. 

Also mein erster Tipp für dich: Vergiss diesen Begriff!

Im Folgenden werde ich dir eine kleine Entscheidungshilfe mit auf den Weg geben. Am Ende wirst du dann für dich entscheiden können, welche Heizung für dich in Frage kommt.

Die erste Frage, die du dir stellen solltest, ist die Frage nach dem Einbauort. Wenn es ein Festeinbau in dein Fahrzeug werden soll, dann muss deine Heizung unbedingt mindestens über eine Prüfkennzeichnung, eine sogenannte CE-Kennzeichnung, verfügen.

Das Foto zeigt das CE-Kennzeichen
So sieht´s aus: Das CE-Kennzeichen

Nur dann darf laut gültigem Gesetz eine Standheizung fest in ein Fahrzeug eingebaut werden. Hier fallen die ersten günstigen Kandidaten schon durchs Raster. Prüfungen und Zulassungen kosten Geld, deswegen sind Standheizungen mit Zulassung meist etwas teurer.

Das Foto zeigt ein Typenschild von einer Standheizung
Quelle: Standheizungen-online.de

Wenn deine Standheizung in eine mobile Box eingebaut werden soll, dann brauchst du nicht zwingend ein Gerät mit Zulassung. Du könntest also in diesem Fall zur günstigsten Variante greifen.

Was du über günstige Standheizungen wissen musst

In der Praxis ist es ratsam, den Lieferumfang mit den Heizungen der gängigen Markenherstellern zu vergleichen. Oftmals wird hier gespart und auf Zubehörteile verzichtet. Abgesehen von allen Einbaumaterialien (Schläuche, Schellen, Schrauben etc.) sollte mindestens ein Abgasschalldämpfer und eine schallgedämpfte Ansaugung für die Verbrennungsluft dabei sein.

Bei den günstigeren Modellen kannst du dich also darauf einstellen, dass du das ein oder andere Zubehörteil noch nachkaufen musst.

Eine Einbauanleitung ist bei den günstigen Angeboten nur in den seltensten Fällen dabei. Wenn du handwerklich geschickt und einigermaßen technisch versiert bist, sollte dich das aber vor keine allzu großen Probleme stellen.

Auch die Bedienbarkeit spielt eine wichtige Rolle. Achte darauf, dass du kein Exemplar kaufst, bei dem das Display nur auf “Mandarin” dargestellt ist. 

Ansonsten möchte ich noch erwähnen, dass es selbst die namhaften (teuren) Hersteller nicht immer so ernst mit der Bedienbarkeit und Qualität nehmen: Für das Einstellen der Planar 2D am Display braucht man einen Doktortitel in Quantenphysik und Fingergymnastik….!

Auch die Lautstärke der billigen Heizungen hält sich im Vergleich zu den teureren Kollegen in etwa auf dem gleichen Niveau. Jedoch solltest du wissen, dass die Lautstärke in erster Linie von der Leistung der Heizung abhängt und natürlich von den Schalldämpfern.

Ich rate dir, in jedem Fall, zu einem Schalldämpfer in der Ansaugung und einem im Abgasstrang. Damit schaffst du dir schon ein Wenig Ruhe – und deinen Nachbarn auch!

Das Foto zeigt einen Schalldämpfer in der Ausströmung
Sorgt für mehr Ruhe – der Schalldämpfer in der Ausströmung | Foto: Florian Weih

Noch weniger Geräuschemission hast du, wenn du zusätzlich einen Schalldämpfer in die Warmluftleitung einbaust. Das setzt aber wiederum mehr Platz voraus. Auch die Dieselpumpe kannst du gegen ein Flüster-Modell auswechseln. Das Klicken der Pumpe kann je nach Einbaulage schon sehr nervig sein. 

Solltest du dir den Einbau oder den Zusammenbau nicht zutrauen, dann frag doch einfach in unserer Facebook-Gruppe um Hilfe, oder schau dich bei der KFZ-Hilfe der Dachzeltnomaden um:

Was ist besser an den “teuren” Standheizungen?

Grundsätzlich ist hier immer eine Zulassung vorhanden. Darüber hinaus sind schon deutliche Unterschiede in der Verarbeitungs- und Fertigungsqualität zu sehen. Teilweise ist die Haptik der Bedienelemente und auch die Qualität des Zubehörs um einiges höher. Aber deswegen funktioniert eine teure Heizung nicht besser. Im Fehlerfall kannst du mit besserem Support rechnen – zumindest deutschsprachig. Auch die Ersatzteilversorgung ist bei Markenherstellern besser.

Klare Kante – das Fazit

Technisch funktionieren teure und günstige Heizungen alle gleich: Sie machen warme Luft! Sogar die Bauform und das Innenleben ist bei den günstigen Heizungen identisch mit den Markenheizungen.

In eine Standheizungs-Kiste, die ich vielleicht drei- bis viermal im Jahr benötige, würde ich mir ohne Bedenken eine günstige Heizung einbauen. Weil ich gerne bastel, besorge ich mir alle fehlenden Teile separat und habe so für kleines Geld ein heißes Zelt.

Beim Festeinbau hingegen, würde ich immer zu einem Markengerät greifen. Erstens wegen der Zulassung und zweitens wegen der Beanspruchung. Denn ein Heizungsgehäuse, dass unter dem Fahrzeug montiert ist (z.B. beim VW Bus), ist ständig Wind und Wetter ausgesetzt – und meiner Vorliebe für Feldwege 😉

Ein sehr informatives Video über das Thema findest du hier: 

Warme Worte zum Schluss


Taste dich an die kalten Temperaturen heran und teste, wann deine Komfortzone endet. Dann kannst du sie mit viel oder wenig Aufwand erweitern. Nach deiner ersten Frostnacht im warmen Dachzelt wird du dir richtig cool vorkommen – aber nicht im Sinne deiner Körpertemperatur. Wer zeltet schon bei Minusgraden? Du! 

Aber denke immer daran: Irgendwann musst du auch wieder aus dem warmen Dachzelt raus – also zieh dich warm an und hab ne geile Zeit!

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About Stephan Kaufmann

Stephan Kaufmann ist im Oktober 1981 in Eschweiler im Rheinland geboren und wohnt seit 2009 im hohen Norden – in der Lübecker Bucht. Als staatlich geprüfter Techniker für Elektrotechnik tüftelt er gerne an verschiedenen Projekten herum. Seinen Ausgleich findet er im Leistungssport und in der Fotografie. Er ist sehr naturverbunden und fühlt sich sowohl im Flachland als auch in den Bergen sehr wohl. Im Februar 2018 verbrachte er bei minus 2 Grad seine erste Nacht im Dachzelt und ist seitdem mit dem Virus infiziert. Als Dachzeltnomade bereist er mit seiner Familie und seinem VW Bus ganz Deutschland. Das Abenteuer und die Freiheit stehen für ihn immer im Vordergrund - Pauschalreisen kennt er nicht!
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