Dachzelt Schlafausrüstung

Sharing is caring! Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Das Auto ist gepackt, das Dachzelt fest montiert und schon kann es losgehen in das nächste Dachzelt Abenteuer. Eigentlich ist es doch ganz einfach – zumindest auf den ersten Blick. 

Auf den zweiten Blick fällt aber direkt auf, dass es beim Thema Schlafausrüstung etliche verschiedene Dinge zu beachten gibt. Angefangen von der Wahl der Matratze bis hin zu den praktischsten Gadgets, die man im Dachzelt nicht mehr missen mag. Wenn du schon ein paarmal mit dem Dachzelt unterwegs warst, dann weißt du bestimmt wovon ich spreche. 

Wie man sich bettet so schläft man auch heißt es ja. Das ist doch ein super Argument dafür, dass man sich über die Schlafausrüstung einmal mehr Gedanken machen könnte. Deshalb wollen wir dich heute mitnehmen in das perfekt ausgerüstete Dachzelt Schlafzimmer.

Wenn du also nach Tipps und Tricks zur richtigen Schlafausrüstung in Dachzelt suchst, dann bist du hier genau richtig und erfährst jetzt alles Wichtige zu diesem Thema.

Das Dachzelt 

Für einen erholsamen Schlaf im Dachzelt brauchst du zuallererst das für dich perfekte Dachzelt auf dem Autodach. Das kann ein klassisches Klappdachzelt, ein innovatives Hybriddachzelt oder ein praktisches Hartschalendachzelt sein. Beim Thema Dachzelt ist es wie mit so vielen Dingen im täglichen Alltag, es gibt nicht das eine richtige für Alle, sondern eher für jeden eine individuelle Lösung. 

Hier findest du übrigens alle Vor- und Nachteile von Hartschalendachzelten, Klappdachzelten und Hybriddachzelten.

Eine kleine Anleitung, wie du das beste Dachzelt für dich findest, gibt es hier.

Falls du lieber eine individuelle Dachzelt Beratung wünschst, um ein Dachzelt für dich zu finden, kannst du dich hier von Dachzeltnomaden beraten lassen.

Sieht das nicht gemütlich aus? | Bild: Lars Augustin

Die Matratze

Jetzt hast du also das perfekte Dachzelt für dich gefunden. Prima! Dann geht es direkt weiter mit der richtigen Matratze.

Du fragst dich jetzt vielleicht: bei jedem Dachzelt ist doch bereits eine Matratze dabei. Wieso brauche ich dann eine neue Matratzen? Eine neue Matratze brauchst du natürlich nicht zwingend. Es kann aber durchaus sein, dass du dir Gedanken um ein Upgrade deiner Dachzelt Matratze machen könntest. 

Dabei kommt es auf jeden Fall darauf an, was für ein Dachzelt du hast, welche Matratze da standardmäßig drin ist und auch wie dein individueller Schlafkomfort ist. Prinzipiell ist es aber so, dass jede Dachzelt Matratze zum Schlafen geeignet ist.

Welche Dachzelt Kategorie hat die beste Matratze?

Eigentlich kann man pauschal nicht sagen, dass die Matratze bei der einen Dachzelt Kategorie besser oder schlechter ist als bei der anderen. Das ist eher von Marke zu Marke und von Modell zu Modell unterschiedlich.

Bei Klappdachzelten und Hybriddachzelten muss die Matratze zwar in der Mitte geklappt werden, trotzdem kann sie dicker oder komfortabler sein als bei einer anderen Dachzelt Kategorie, bei der die Matratze einfach plan aufliegt.

Hier kannst du die verschiedenen Dachzelte übrigens miteinander vergleichen.

Es kommt nämlich nicht immer nur auf die Dicke der Matratze an, sondern auch auf die Härte. Deshalb sind die üblichen Angaben zur Dicke der Matratze nicht zu 100% vergleichbar, solange nicht eine weitere Größe angegeben ist, die auch auf den Härtegrad schließen lässt.

Manche Dachzelthersteller geben diesen Wert tatsächlich an. Dieser ist dann in Härtegraden von 1-x oder in Kpa (Kilopascal) angegeben ist. Da diese Werte aber ohnehin nicht bei vielen Dachzeltmarken zu finden sind, macht es in meinen Augen wenig Sinn hier einen Vergleich anstellen zu wollen. Der beste Vergleich ist da immernoch das Probeliegen auf einer Messe, einem DACHZELT EVENT oder bei netten anderen Dachzeltnomaden.  

Außerdem kommt es – wie könnte es anders sein – natürlich auch auf dein individuelles Empfinden an. Du kannst eine Matratze bequem finden, die jemand anderes sau unbequem empfindet. Auch hier hilft vermutlich nur probeliegen und testen. Und das Gute ist: Wenn dir etwas an deiner Matratze nicht passt, dann kannst du ja immer noch Anpassungen vornehmen. Dazu kommen wir jetzt. 

Das sagt Dachzeltnomadin Alica:

Die Matratze im Dachzelt ist echt zu wenig, wir haben eine Kaltschaummatratze in Streifen geschnitten und drunter gelegt: Isolation und Komfort. Sommer wie Winter haben wir zwei Bedsure Sherpa Decken oben drin, im Winter noch Schaffelle und zwei Schlafsäcke.

Bei Klappdachzelten kann es durchaus passieren, dass sich die Matratze im Laufe der Zeit an der Klappstelle nach oben/unten biegt. An dieser Stelle ist es dann meist nicht mehr so bequem zu liegen.

Pimp deine Matratze!

Vor allem für Seitenschläfer kann die ein oder andere Matratze für einen gemütlichen und erholsamen Schlaf im Dachzelt (auf Dauer) einfach zu hart sein. Spätestens wenn du das Gefühl hast, dass dein Hüftknochen oder die Schultern auf dem Dachzeltboden aufliegen, solltest du meiner Meinung nach über eine Anpassung deiner Matratze denken. 

Auch als Rücken- oder Bauchschläfer oder wenn du gerne einfach weicher liegst kann es sein, dass dir die normale Matratze am Anfang nicht ausreichen wird. Du kannst erst einmal testen, ob das nach ein paar Nächten besser wird, oder dir gleich eine Alternative zulegen. 

Das muss natürlich nicht immer gleich eine komplett neue Matratze sein, wobei es da schon die ein oder andere tolle Lösung gibt. Hier findest du z.B. Matratzen auf Maß für dein Dachzelt von Gisatex.

Du kannst auch einfach deine Matratze selbst noch pimpen – und das sogar auf zwei Ebenen: unter deiner Matratze und/oder auf deiner Matratze!

Unterlagen für die Matratze

Im heimischen Bett machen wir es ja auch – unter der Matratze liegt in der Regel ein Lattenrost und auf der Matratze kann man auch häufig noch das ein oder andere Utensil finden. 

Das sagt Dachzeltnomade Ralph zu seiner Ausstattung:

Unter der Matratze ein 3D Mesh und im Sommer eine leichte Steppdecke und im Notfall noch eine Fleecedecke dabei. Im Winter lange Unterwäsche, Schlafsack mit Schaffellen für richtig kalte minus Nächte.

Der “Lattenrost”

Im Dachzelt ist ein herkömmlicher Lattenrost alleine wegen dem Gewicht in den meisten Fällen eher unpraktisch, geht aber im Prinzip auch. 

Hier findest du ein Video über ein Lattenrost für ein Hubdach. 

Vor allem bei PKW’s mit Dachzelt wird es in den meisten aufgrund der Dachlast sinnvoll sein, zu leichteren Varianten zu greifen. 

Von Fanello gibt es Matratzen mit integriertem Lattenrost oder auch zusätzliche Lattenroste für deine bestehende Matratze. Die Höhe liegt hier zwischen 5-10cm. Ob dein Dachzelt inklusive dem Fanello System noch einfach zu verschließen ist, solltest du auf jeden Fall vorher checken – vor allem bei Klappdachzelten. 

Das System “fanello MyLit Modell Fink 10cm” besteht beispielsweise aus 2,5cm Holzlamellen, 2.5cm Latex + 5cm fanopor Schaumstoff.

So ist das Fanello System aufgebaut | Bilde: Fanello

Ein weiterer adäquater Ersatz zu herkömmlichen Lattenrosten bietet die Marke Froli mit den ineinander klickbaren Spannkreuzen an. Diese sind individuell auf die jeweilige Härte einstellbar und ermöglichen dadurch, auch nur bestimmte Liegebereiche zu unterstützen. Das Froli System trägt mit 3,3cm Höhe nicht ganz so dick auf und ist auch leichter als andere Systeme. 

So sieht das Forti System aus. | Bild: Christian Schmidt
Das Abstandsgewirk

Beim Thema Matrtatzenunterlage geht es aber nicht nur um den Schlafkomfort, sondern auch darum eine lästige und gesundheitsschädliche Schimmelbildung zu vermeiden. Beim Schlafen entsteht alleine durch das Atmen und Ausdünsten der Personen im Dachzelt Feuchtigkeit, die sich schnell am Boden und damit an/um die Matratze bilden kann.  

Ein sogenanntes Abstandsgewirk oder auch 3D Mesh (bestehend aus PE Fäden) sorgt dafür, dass unter deiner Matratze genügend Luft zirkulieren kann, ohne dass du dafür aktiv etwas tun musst. Du legst es einfach unter deine Matratze und schon kann einmal entstandene Feuchtigkeit in Ruhe trocknen, ohne dass deine Matratze schimmelt. 

Ein regelmäßiges Lüften und wenden der Matratze ist zwar auch mit Mesh-Unterlage zu empfehlen, du kannst das aber wesentlich beruhigter ein paar Tage vor dir herschieben, als wenn du ohne Matratzenunterlage reist. 

Außerdem bietet die Matratzenunterlage auch noch ein wenig Komfort. Das 3D Mesh ist zwar nicht zu vergleichen mit einem Lattenrost oder Ähnlichem, 1-2 cm mehr oder weniger Auflagefläche macht sich aber durchaus bemerkbar und es wird bequemer.  

Insgesamt solltest du beim Thema Matratzenunterlage aber stets darauf achten, dass du dein Dachzelt auch noch mit der Unterlage gut schließen kannst. Da hilft entweder ausprobieren oder nach Erfahrung in der Dachzeltnomaden Gruppe suchen. Zum Testen kannst du übrigens auch eine dicke Decke unter die Matratze legen und dann prüfen, ob du das Dachzelt noch schließen kannst.

Isolation

Auch eine Isolationsschicht zwischen Matratze und Dachzeltboden kann Sinn machen. Vor allem, wenn du in der kälteren Jahreszeit unterwegs bist, kannst du dich damit vor der Kälte von unten schützen. 

Als Isolation funktioniert bereits eine dünne Styropor Schicht aus dem Baumarkt, oder auch eine Bodenschutzmatte aus PU-Schaum. Diese lassen sich für jede Zeltgröße zuschneiden und mit ihren Puzzle-Rändern sicher verbinden, so dass eine durchgehende Fläche entsteht. Wenn du möchtest, kannst du die Teile auch mit Kleber dauerhaft auf dem Zeltboden fixieren. Eine ähnliche Funktion hast du aber auch schon mit einfachen Alu-Isoliermatten. 

Auflagen für die Matratze 

Es gibt natürlich nicht nur die Möglichkeit das Dachzelt unter der Matratze zu pimpen, sondern auch auf der Matratze kannst du noch einiges für Komfort aber auch für die Funktionalität tun. 

Das Spannbettlaken

Zuallererst kann ich empfehlen auch im Dachzelt ein Spannbettlaken zu nutzen. Schlussendlich ist es nämlich viel einfacher ein Spannbettlaken regelmäßig zu waschen, als alternativ die Matratze zu reinigen. Das ist ja dasselbe Prinzip wie zuhause. Dabei macht es übrigens nichts, wenn das Spannbettlaken etwas größer ist als deine Matratze. Den überschüssigen Stoff kannst du prima unter die Matratze umschlagen.

Aber auch eine weitere Wolldecke aus Baumwolle, Decke aus Merinowolle oder eine Kuscheldecke aus Mikrofaser kann als Auflage super praktisch und zudem auch noch wirklich flauschig sein. Diese kannst du nämlich einfacher ausschütteln oder lüften, als ein Spannbettlaken. Der Nachteil ist, dass du diese Decke meist jeden Tag wieder zurechtrücken musst. 

Die Decke bringt aber im Vergleich zum Spannbettlaken noch einen weiteren Vorteil mit sich: sie wärmt von unten. Wenn du nicht im Schlafsack, sondern mit Zudecken schläfst (dazu später noch mehr), gibt das ein tolle warme Kombination zwischen Körperwärme und Kuscheldecke. Ich mag an kälteren Tagen eine flauschige Fleecedecke super gerne, an wärmeren nutze ich eher Sherpa oder Baumwolle. Weil ich sie wenden kann ist diese Decke als Matratzenauflage mein absoluter Favorit:

Der Matratzenschoner (nicht nur bei Inkontinenz)

Du bist (noch) nicht inkontinent? Super! Trotzdem kann diese Auflage durchaus Gold wert sein. Vor allem mit Kids kann das sinnvoll sein, falls wirklich mal etwas in die Hose geht. Es ist aber auch erstaunlich, wie häufig im Dachzelt eine Trinkflasche umkippt. Mir ist das bestimmt schon zehn mal passiert.

Vor allem an kälteren Tagen ist es dann super, wenn man einfach den Matratzenschoner zum Trocknen herausnehmen kann und nicht die gesamte Matratze trocknen muss. 

Außerdem ist ein Matratzenschoner prima, wenn doch einmal der ein oder andere Tropfen Regen (vor allem im Einstiegsbereich) oder Spritzwasser in dein Dachzelt gelangt ist. Lieber die Unterlage nass, als die Matratze selbst gilt auch hier. 

Schafsfell, Rentierfell oder Merinodecke?

Bist du empfindlich, was Kälte angeht? Wenn du es einmal getestet hast, wirst du spätestens im Herbst ein Schaffell auf der Matratze nicht mehr missen wollten. Das Schaffell hat zwar das kleine Manko, dass du mit den Fusseln leben musst, dafür ist es wirklich sehr kuschelig und vor allem warm von unten. 

Wenn du im Winter unterwegs sein möchtest, dann kann ich ein Schaffell wirklich sehr empfehlen! Ein Rentierfell funktioniert übrigens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser. Wenn du das Rentierfell aus erster Hand haben möchtest, bekommst du das vor allem in den skandinavischen Ländern an jeder Ecke zu kaufen. 

Wem ein echtes Fell auf Dauer zu fusselig wird, der kann auf eine Matratzenauflage aus 100% Merino Schurwolle zurückgreifen. Dieses Unterbett wird einfach auf die Matratze gelegt und ist in verschiedenen Größen zu haben. 

Die extra Portion Komfort auf der Matratze!

Du kannst natürlich nicht nur unter der Matratze für mehr Komfort sorgen, sondern auch auf der Matratze. Ein Topper oder eine zusätzliche Luftmatratze wirken da Wunder!

Der Topper kann eine einfache Isomatte sein oder auch eine Therm-a-Rest-Matratze. Beide Varianten brauchen keine externe Luftzufuhr, sondern müssen einfach nur ausgerollt werden bzw. blasen sich von selbst auf. Beim Zuklappen des Dachzeltes kannst du diese einfachen Matratzenauflagen in den meisten Fällen einfach im Dachzelt lassen, da sie nur 1-2 cm an Platz brauchen und auch geklappt werden können. 

Anders sieht das bei einer klassischen Luftmatratze aus. Diese musst du erst aufpumpen und vor dem Schließen in manchen Fällen auch wieder herausnehmen oder die Luft rauslassen, da sonst das Dachzelt nicht zugeht. Dafür kann die Luftmatratze dir eine wirklich gehörige Portion an Komfort bescheren und du kannst damit gleichzeitig auf dem See oder dem Meer chillen. Vielleicht ist es den Luxus wert?

Das sagt Dachzeltnomade Falko zu seiner Matratze:

Mir ist die Matratze im Dachzelt zu dünn. Ich pumpe mir immer ein Luftbett auf.

Kopfkissen 

Apropos Luxus – wie sieht es eigentlich aus mit einem guten Kopfkissen für das Dachzelt? Viele Dachzeltnomaden nutzen im Dachzelt einfach das Kopfkissen von zuhause. Wieso auch nicht, da ist es ja schon bewährt. 

Besonders praktisch im Dachzelt sind natürlich immer alle Gegenstände, die sich beim Zusammenklappen des Dachzeltes auch komprimieren lassen, so wie dieses Kopfkissen

Praktisch kann im Dachzelt aber auch ein Nackenhörnchen, ein Nackenkissen oder ein ganz flaches Kopfkissen (Füllmenge ist anpassbar) sein . Was auch immer du am liebsten magst, hauptsache du liegst bequem und schläfst gut!

Feuchtigkeit

Ganz egal, ob du mit Bettdecke, mit fünf Bettdecken oder mit Schlafsack schläfst. Egal, ob du alleine unterwegs bist oder mit Familie, im Sommer oder Winter. Das Thema Feuchtigkeit ist beim Campen und Dachzelten immer eine Herausforderung.

Da jede Person im Dachzelt über Nacht einiges an Feuchtigkeit über Haut und Atem abgibt, entsteht im Dachzelt automatisch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Je mehr Personen im Dachzelt schlafen, desto feuchter wird es morgens vermutlich sein bei euch im Dachzelt. 

Es gibt aber durchaus ein paar Tricks, wie du der Feuchtigkeit beim Schlafen im Dachzelt Herr wirst. 

Das sagt Dachzeltnomade Christopher über seine Ausstattung:

Immer so im Dachzelt: Fanello Matraze inkl. integriertem Lattenrost, 2 Schlafsäcke (Carinthia Defense und breiter Decathlon aus Stoff – als Decke umbaubar).

  • Bei 35-25 Grad: nur Bettbezug.
  • Bei 25-15 Grad Decathlon Schlafsack oder Bettdecke von zuhause.
  • Bei 15-10 Grad Schaffelle auf der Matratze, Carinthia Schlafsack bis zum Bauch geschlossen und Decathlon Schlafsack als Decke über den halb offenen Schlafsack

Für die kühle Zeit mit Klamotten 15 min in dem Schlafsack und dann ausziehen und morgens genau anders rum. Im Schlafsack anziehen und noch 15min wach werden. Da braucht man dann auch keine Standheizung.

Die Luft

Das Zauberwort heißt: Luft oder besser noch Luftzirkulation.

Denn wenn erst einmal Feuchtigkeit entstanden ist, trocknet diese auch schnell wieder, solange Luft an diese Stellen kommt. Die Luft kann nämlich Feuchtigkeit aufnehmen und diese abtransportieren. Das bedeutet, dass du weniger Probleme mit Feuchtigkeit im Dachzelt hast, wenn in deinem Dachzelt viel Luft zirkulieren kann. Deshalb ist es schlau im Dachzelt auch nachts mindestens zwei gegenüberliegende Fenster zu öffnen. Dadurch kann die Luft in deinem Dachzelt stets durchziehen und die Feuchtigkeit mit raus nehmen. 

Wenn es draußen auch feucht ist, funktioniert das leider nicht ganz so gut, weil die Luft dann nicht mehr so viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. Ein bisschen klappt es aber noch immer – selbst bei Regen. Wenn du die Möglichkeit hast, dann öffnest du die Fenster am besten oben, dann zieht es nicht im Schlafbereich und du bekommst den Luftzug fast gar nicht mit. 

Matratze & Co

Das Thema Matratze & Co habe ich ja bereits erwähnt. Trotzdem ist es an dieser Stelle noch einmal sinnvoll auch das Thema Feuchtigkeit an der Schlafausrüstung zu erwähnen. 

Einmal entstandene Feuchtigkeit, die nicht abtransportiert wird, setzt sich nämlich automatisch irgendwo fest. Entweder an den Klamotten, im Bettzeug, an der Matratze, unter der Matratze oder auch ganz gerne an allen Metall- und Plastikteilen im Dachzelt. Nicht selten kommt es dadurch vor, dass es morgens von einer Metallbrücke oder einem Plastikdachfenster eben mal ein bisschen runtertropft. Keine Angst – in den meisten Fällen ist dein Dachzelt noch immer dicht – die Feuchtigkeit kommt von innen. 

Deshalb ist es stets wichtig, dass man der Feuchtigkeit nicht nur in der Nacht die Möglichkeit gibt zu entweichen. Auch tagsüber solltest du allem, was über Nacht Feuchtigkeit aufgenommen hat, die Chance geben tagsüber zu trocknen.

Wenn die Sonne scheint, dann kannst du Bettzeug oder Schlafsack einfach für eine kurze Zeit in die Sonne hängen. Wenn es regnet, dann wird das schon schwieriger. Entweder du nimmst das Ganze mit ins Auto und nutzt da die Gelegenheit, der Feuchtigkeit im Stoff eine Möglichkeit zu geben, an die Luft zu entweichen. Wenn du da keinen Platz hast, dann macht es in der Regel auch nichts, wenn du ein-zwei Tage mal kein Bettzeug auslüftest. 

Wenn es jetzt wirklich tagelang regnet, dann würde ich durchaus versuchen das Dachzelt irgendwo überdacht aufzubauen, dass die Feuchtigkeit ein wenig entweichen kann. Wenn dir das Bettzeug/ der Schlafsack zu klamm wird, würde ich auch nicht davor scheuen in einem Waschsalon oder auf einem Campingplatz den Trockner einmal zu bemühen. 

Die Matratze freut sich übrigens darüber ab und zu einmal gewendet zu werden. Wenn du das erwähnte Abstandsgewirk unter der Matratze hast, sollte dann eigentlich nichts passieren in puncto Schimmel & Co. 

Luftentfeuchter

Um der lästigen Feuchtigkeit im Dachzelt den Kampf anzusagen, kannst du zusätzlich noch auf ein besonderes praktisches Gadget zurückgreifen.

Du kannst in dein Dachzelt einen klassischen Luftentfeuchter positionieren. Falls du es ohnehin daheim hast, soll alternativ auch eine Schüssel mit Katzenstreu gut helfen. 

Außerdem hilft es auch im Dachzelt Dinge aufzuhängen, an denen sich die Luftfeuchtigkeit gezielt absetzen kann. Besonders gut geeignet dafür sind Naturfasern. Also: wusstest du bisher nicht, was du mit den kratzigen Socken von Omi machst? Hänge sie doch einfach mal ins Zelt und entfeuchte damit deine Luft. Wenn du möchtest, kannst du übrigens auch hier noch ein wenig Katzenstreu rein machen, dann kann dein Socken-Luftentfeuchter noch mehr Feuchtigkeit aufnehmen. 

Lüfter im Dachzelt

Es gibt bereits Dachzelte, die einen integrierten Lüfter eingebaut haben. Bei James Baroud ist der Lüfter standardmäßig eingebaut und saugt die Luft aus dem Dachzelt raus. Das soll die Kondenswasserbildung vermeiden und sorgt zudem immer für frische Luft im Dachzelt. Das Ganze nahezu geräuschlos und sogar solarbetrieben!

In diesem Video (ab 5:54) erklärt euch Thilo und Dror, wie das mit dem Lüfter bei James Baroud funktioniert.

Theoretisch dürfte es auch möglich sein ein Ventilator in eine Dachzelt fest einzubauen. Bisher habe ich noch niemanden gesehen, der das gemacht hat. Falls du das schon einmal gesehen hast, dann melde dich gerne bei uns! 

Zudecken –  die kuschelige Wärme von oben

Beim Thema Decke oder Schlafsack im Dachzelt scheiden sich die Geister. Die Möglichkeiten sind so verschieden wie die einzelnen Dacheltnomaden selbst. Zunächst solltest du dir deshalb über die einzelnen Vor- und Nachteile der jeweiligen Optionen bewusst sein, bevor du eine Entscheidung fällst, was für dich am besten passt. 

Der Schlafsack 

Ein klassischer Schlafsack zum Campen macht sich natürlich auch im Dachzelt Urlaub super. Der Schlafsack hat viele praktische Vorteile, aber auch den ein oder anderen Nachteil: 

Pro Schlafsack

  • kleines Packmaß
  • du bist auch bei unruhigem Schlaf stets zugedeckt (deshalb eignen sich Schlafsäcke auch besonders bei Kids)
  • Material ist bereits für Outdoor-Einsatz ausgelegt 
  • du kannst den Schlafsack auch für andere Camping-Touren nutzen

Contra Schlafsack

  • gute Schlafsäcke sind meist teuer
  • viele Leute fühle sich im Schlafsack eingesperrt und schlafen schlechter

Grundsätzlich ist zu Schlafsäcken zu sagen, dass nicht der Schlafsack wärmt sondern der Körper die Temperatur im Schlafsack erzeugt. Die Aufgabe des Schlafsackes ist es daher nur die Temperatur zu halten. Deswegen ist es auch sinnvoll im Schlafsack möglichst wenig Kleidung zu tragen. Denn nur so kann die Temperatur vom Körper ideal in die Luft zwischen dir und dem Schlafsack entweichen. So wird es im Schlafsack wohlig warm. Wenn du deine Klamotten für den nächsten Tag übrigens in den Fußraum des Schlafsackes packst, sind diese morgens im Idealfall auch schon leicht angewärmt. 

Aber was ist denn nun der perfekte Schlafsack? Inzwischen gibt es viele verschiedene Schlafsackmodelle. Wie zu Beispiel Mumienschlafsäcke mit Kapuze oder auch Partnerschlafsäcke in denen ihr euch zu zweit einkuscheln könnt. Außerdem gibt es noch aufzippbare Schlafsäcke, welche dadurch auch zu einer Decke umfunktioniert werden können. Da würde ich beim Kauf auf jeden Fall wert legen. Auch für die kleinsten Dachzelter ist etwas dabei, so gibt es beispielsweise extra Kinderschlafsäcke für den Nachwuchs.

Das nutzt Dachzeltnomade Frank als Schlafsack:

Ich habe seit kurzer Zeit als Schlafsack den Deuter Exosphere mit elastischen Nähten und extra weichem Innenfutter. Da ich mich nachts oft drehe bietet er mir genug Bewegungsfreihit und ich schlafe seither wie auf Wolke 7.

Eine besondere Variante stellt der Schlafsack mit Armen und Beinen dar. In diesen Anzug kannst du dich komplett einmummeln und hast dadurch nicht das für viele beengende Schlafsack-Gefühl. 

Das Thema Schlafsack ist sicher eine Wissenschaft für sich. Es existieren unzählige Testberichte und Empfehlungen im Netz. Für eine Dachzeltreise im Sommer kann man meiner Meinung nach durchaus einen Schlafsack von der Stange wählen. Doch auch hier gibt es große Unterschiede. Vor allem aber bei einer Reise in wirklich kalte Regionen, ist der Schlafsack fast eine Lebensversicherung. Deshalb sollte man sich vor einem Kauf gut informieren, damit der eigene Schlafsack auf die persönlichen Bedürfnisse und Reiseziele gut angepasst ist. Hier findest du viele weitere praktische Tipps zu Schlafsäcken. 

Das sagt Dachzeltnomadin Manuela über ihren Schlafsack:

Schlafkomfort deluxe? Seit heuer kann ich da mitreden! Nachdem mich mein Jugendschlafsack, seitdem ich 16 war bis ins Oma-Alter begleitet hat, habe ich mir heuer einen DOPPEL- Schlafsack für mich alleine gegönnt. Sowas kuscheliges und flauschiges und wohliges….. ahhhh, maximale Schlaffreuden!

Die Bettdecke

Alternativ kannst du zum Schlafsack auch mit einer ganz normalen Bettdecke ins Dachzelt steigen. Auch hier gibt es natürlich Vor- und Nachteile, die dabei zu bedenken sind: 

Pro Decke

  • bereits im Haus vorhanden  = keine Extrakosten 
  • Schlafkomfort für Bauchschläfer angenehmer
  • mit Zwiebelsystem ist die Wärme individuell einstellbar

Contra Decke

  • großes Stauvolumen, nimmt viel Platz im Zelt ein
  • Luftzug am Rücken beim Umdrehen
  • Schultern liegen oft frei

Den größten Vorteil einer normalen Bettdecke sehe ich darin, dass man sich super einfach und vor allem schnell auf unterschiedliche Temperaturen einstellen kann. Das funktioniert mit der bewährten Zwiebeltechnik: mehrere Lagen Decke schaffen stets mehr Wärme und die Luftschichten, die zwischen den Decken entstehen, isolieren noch einmal zusätzlich. Im Winter kann es schon einmal vorkommen, dass ich mit vier Lagen Decken übereinander schlafe (Baumwolldecke, Bettdecke, Fleecedecke, offener Schlafsack – in dieser Reihenfolge von unten nach oben). 

Dachzeltnomade Ralph empfiehlt als Bettwäsche:

Im Sommer nutzen wir Fleecedecken mit Bezug. Im Herbst und Frühling haben wir eine Kunstfaser Bettdecke mit Biber Bettwäsche. Diese Biber-Bettwäsche ist aus Baumwolle, die leicht angeraut ist. Dadurch entsteht eine extrem flauschiger Stoff, der aber die positiven Eigenschaften von der Baumwolle behält.

Du denkst dir jetzt vielleicht, dass das ja ganz schön schwer sein muss? Das ist es auch! Das zusätzliche Gewicht auf dem Körper soll aber ja ohnehin gut sein für einen angenehmen und ruhigen Schlaf. Es gibt ja sogar extra schwere Decken, die einen besseren Schlafkomfort versprechen. 

Prinzipiell würde ich aber eher eine normale Bettdecke empfehlen. Wenn diese extra groß ist, dann ist man auch draussen immer super zugedeckt. Außerdem halte ich es draußen für durchaus praktisch, wenn die Bettdecke nicht gerade weiß ist, sondern z.B. blau/schwarz, wie diese hier

Bei der normalen Bettdecke stellt sich direkt die Frage, ob auch ein Bettbezug Sinn macht. Tatsächlich ist es durchaus sinnvoll einen normalen Bettbezug auf die Bettdecke zu beziehen, damit man das Ganze natürlich einfacher waschen und sauber halten kann. Ich persönlich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die Bettdecke ohne Bezug am besten funktioniert und ein Baumwoll-Bettbezug unnötig klamm wird. 

Das sagt Dachzeltnomadin Claudia zu ihrer Ausstattung:

Wir benutzen ganzjährig zwei Daunendecken (Yeti duvet blanket) 2m x 1,40m. Dazu haben wir noch zwei dünne Kuschelfleece-Decken, die wir je nach Temperatur noch obendrauf packen (Frau so ab 10°). Unsere Kopfkissen haben 40×80 cm.

Das alles steckt in Microfaserbettwäsche, in welche ich Schlaufen genäht habe. An der Decke sind Bänder, die dann verknotet werden, damit die Decke nicht verrutschen kann.

So ausgestattet können wir wir bis null Grad schlafen. Wir lassen das alles im Dachzelt und es geht noch problemlos zu. Wenn es kälter ist machen wir das Thermoinlet ins Dachzelt und wenn es richtig kalt ist, kommt die Dieselheizung in der Kiste zum Einsatz

Naturfaser vs. Synthetik

Bei allen Zudecken – egal ob Schlafsack oder Bettdecke – hast du immer die Wahl zwischen Naturfaser oder Synthetikfaser. 

Die Vorteile der Naturfaser sind ganz klar die Atmungsaktivität und die bessere Aufnahme von Feuchtigkeit. In etwa 30% des Eigengewichts können Naturfasern an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass sie sich feucht anfühlen. Das mag ich nicht nur beim Dachzeltstoff selbst, sondern auch beim Stoff der Bettdecke. 

Synthetikstoffe dagegen haben den Vorteil, dass sie schneller trocknen und nicht so schnell schimmeln/ Stockflecken bekommen, wie Stoffe aus Naturfaser. Außerdem sind die Stoffe meist leichter und haben ein kleineres Packmaß als Naturfaserstoffe in vergleichbarer Größe.

Auch hier gilt wieder: was dir persönlich am meisten zusagt, musst du wahrscheinlich austesten. Praktisch finde ich bei Decken immer das Zwiebelprinzip, weil du dich damit schnell an die Außentemperatur anpassen kannst. Hast du nur eine Decke oder einen Schlafsack und die Sonne scheint morgens auf dein Dachzelt, wird es schnell zu warm. Hast du mehrere Decken, um dich warm zu halten, kannst du schnell mal die ein oder andere Decke abwerfen. 

Das sagt Dachzeltnomade Andrew über seine Herausforderung mit Kunstfasern:

Bin erst dabei mich auszurüsten. Aber ich lese gerne mit. Gedanklich habe ich mich aber auf Schurwolle Teppich als Unterlage und Wolldecke in Baumwollbettwäsche mit Daunen Kissen eingestellt. Ich weiß alles einwenig hydroskopisch. Aber Kunstfaser lädt mich negativ auf. Dann knistert’s bei mir in der Nacht und ich kann nicht schlafen.

Was ziehe ich an?

Was ziehe ich an ist die Frage aller Fragen, nicht nur, wenn es um das abendliche Dinner geht. Auch bei der Schlafausrüstung im Dachzelt ist das eine essentielle Frage und muss gut durchdacht sein. 

Auch barfuß kann man im Dachzelt gut schlafen. | Bild: Gerhard Simader

Gar nichts 

Wenn du im Schlafsack schläfst, dann ist das eigentlich ganz einfach. Dann ziehst du am besten nichts an. Dein Kleidung für den nächsten Tag kannst du übrigens in das Fußteil des Schlafsackes packen. Da wird es nicht feucht und ist morgens auch nicht zu kalt. 

Du kannst aber auch leichte Funktionskleidung tragen. Gute Funkionskleidung liegt eng an und erlaubt sowohl der Feuchtigkeit, als auch der Wärme nach außen zu entweichen. Dadurch hast du fast den selben Effekt, wie wenn du nackt im Schlafsack liegst, aber noch zusätzlich einen Vorteil: du musst den Schlafsack nicht ganz so oft waschen, wie wenn du nackt schlafen würdest. Wenn du nackt schlafen magst, kannst du alternativ auch ein praktisches Matratzen-Inlet nutzen. 

Langarm vs. Kurzarm 

Wenn du ohne Schlafsack im Dachzelt schlafen magst, dann musst du dir schon ein bisschen mehr Gedanken um die richtigen Klamotten machen. 

Im Sommer und bei warmen Temperaturen ist das relativ einfach. T-Shirt und Shorts oder einfach in Unterwäsche lautet da die Devise. Wenn es aber nachts schon ein bisschen frischer wird, kann es im Dachzelt schnell ungemütlich werden. 

Dann kann es durchaus sinnvoll sein auf lange Klamotten und/oder Funktionsunterwäsche umzusteigen. Dabei lasse ich am Ende lieber eine Decke weg, als die halbe Nacht damit beschäftigt zu sein, dass alle Körperteile – auch Schultern und Füße – wirklich unter der Decke sind. Ein langärmliges Oberteil mit Zipper aus Merino-Wolle, das auch meine Schultern bedeckt ist dabei für mich Pflicht. Merino-Wolle mag ich besonders gerne, wegen dem angenehmen Tragegefühl, der guten Wärmeleistung und dem Vorteil, dass die Klamotten nicht so schnell müffeln wie Kleidung mit Synthetikanteil. 

In kälteren Nächten kann auch ein klassischer Nierenwärmer sinnvoll sein. Ein einfaches Bandeau Top tut da übrigens auch schon gute Dienste. Oder du steckst einfach dein Oberteil/Shirt in die Hose, wenn es denn lang genug ist. Manchmal sind es ja wirklich die ganz einfachen Dinge, die glücklich machen. 

Nicht nur in kalten Nächten wirst du dich über ein Schlauchtuch oder einen leichten Schal freuen. Wenn du nämlich zwei Fenster zur Belüftung offen hältst, kann es schnell mal ein bisschen ziehen in deinem Dachzelt. Ein geschützter Hals ist dabei wirklich Gold wert! Übrigens gibt es die auch ganz bald bei uns im DZN Shop!

Ähnlich verhält es sich mit einer Mütze oder der Kapuze eines Hoodies. Über den Kopf verliert man nachts ja bekanntlich die meiste Wärme ungenutzt an die Außenluft. Deshalb ist es praktisch auch hier eine Lage Kleidung in Form von Mütze oder Hoodie zu tragen. 

Zu guter Letzt sind da ja auch noch die Füße. An den Füßen trage ich gerne Wollsocken von Oma (wenn sie einmal nicht als Luftentfeuchter im Dachzelt hängen). Du kannst aber auch klassische Wollsocken oder mehrere Lagen Baumwollsocken übereinander tragen. Dann wirds an den Füßen auch wohlig warm. 

Es ist am Ende wie mit allem: probieren geht über studieren. Teste einfach, was dir gut tut und was dich warm hält. Mehrere Lagen sind dabei im Prinzip immer eine gute Idee, wenn du sie auch noch richtig kombinierst, wirst du es im Dachzelt immer kuschelig warm haben. 

Viele weitere spannende Tipps zu den richtigen Klamotten beim Dachzelten im Winter findest du außerdem hier:

Die Kleidung im Dachzelt

Warm ist beim Thema Klamotten und Dachzelten aber nur die halbe Miete. Wirklich frieren tue ich immer nur dann, wenn Klamotten oder die Haut feucht sind. 

Vor allem morgens, wenn es im Dachzelt ohnehin meist etwas feucht ist, kann es durchaus unangenehm sein, wenn sich auch auf deinen Klamotten Feuchtigkeit abgelegt hat. Wer mag schon früh morgens aus dem warmen Bett rauskrabbeln und rein in kalte, feuchte Klamotten? Vermutlich niemand. 

Abhilfe schafft hier ein wasserdichter Packsack, in den du abends deine Klamotten reinpacken kannst, und sie morgens trocken wieder rausholst. Wenn du sie noch ein wenig angewärmt haben magst, dann lege doch kurz vor dem Aufstehen noch einen aktivierten Handwärmer rein. Das ist dann purer Luxus schon am frühen Morgen! 

Du kannst die Klamotten alternativ dazu auch ein paar Minuten vor dem Aufstehen mit unter die Bettdecke nehmen. Das ist nicht ganz so effizient, funktioniert aber auch. 

Wohin mit den Schuhen

Eine weitere Frage, die vermutlich jeden Dachzeltnomaden mindestens einmal beschäftigt hat ist die Frage nach den Schuhen. Vor allem wenn es regnet oder der Boden matschig ist, dann ist es nicht so einfach die Schuhe im Dachzelt ordentlich unterzubringen, ohne dass das ganze Bettzeug dreckig wird. 

Du kannst die Schuhe natürlich auch außerhalb des Dachzeltes lassen. Bei Dachzelten mit Vorzelt ist das ohnehin kein Problem. Alternativ kannst du sie an der Leiter mit den Schnürsenkeln ganz easy zusammenschnüren oder bei Hartschalenzelten zwischen Dachzelt und Autodach einklemmen. Hauptsache du findest ein Plätzchen, dass ein bisschen Überdachung bietet. Diese Überdachung ist nicht nur sinnvoll, wenn es regnet sondern auch wegen der Luftfeuchtigkeit, die sich in deinen Schuhen spätestens am Morgen absetzen könnte. 

Alternativ kannst du deine Schuhe auch mit ins Dachzelt nehmen, wenn du das willst. Du kannst die Schuhe dann in eine Faltschüssel oder in faltbare Boxen verstauen. Somit hast du das Problem Regen und Dreck mit einer Klappe gelöst und die Schuhe sind im Idealfall morgens auch nicht ganz so kalt, wie wenn du sie draussen verstaut hättest. 

Alternativ kannst du dir wie Marcel auch eine fliegende Schuhablage basteln aus einem Plastik-Brett und ein paar Schnüren basteln:

Wer hat schon eine fliegende Schuhablage? | Bild: Marcel Gebelhardt

Nice to have 

Neben den wirklich wichtigen Themen in puncto Schlafausrüstung, wie die Matratze, der Schlafsack, die Decken und die Kleidung gibt es auch noch das ein oder andere Lieblings-Gadget oder einfach praktische Möglichkeiten, das Dachzelt Schlafzimmer noch ein bisschen mehr aufzupeppen. 

Licht 

Zuallererst fällt mir da das Thema Licht ein. Einige Dachzelte haben von Haus aus schon eine Lampe im Dachzelt verbaut, die meistens batteriebetrieben sind. Wenn dein Dachzelt das nicht haben sollte, wirst du vermutlich schnell merken, dass du eine Lampe nachrüsten möchtest, die dir im Dachzelt ein wenig Licht spendet. 

Das kann eine fest installierte Lampe sein, die du irgendwo im Dachzelt hinhängen kannst oder auch eine Lampe, die in der Ecke steht. Es gibt ein breites Spektrum an batteriebetriebenen Lampen, aber auch Lampen, die von Muskelkraft oder Solar gespeist werden. Ich bin sicher, du findest im Handumdrehen eine schöne Lampe für dein Dachzelt. 

Bevor du dir aber eine 0815 Lampe für dein Dachzelt zulegst, denke doch einmal kurz über eine batterie- oder solarbetriebene Lichterkette nach. Diese sind nämlich nicht nur am Weihnachtsbaum schön anzusehen, sondern machen auch im Dachzelt eine ganz besondere Stimmung. Es gibt da ganz abgefahrene Varianten mit bunten Lampions oder die klassische LED Lichterkette. So oder so – denke beim Anbringen daran, dass du die Lichterkette auch mit einklappen magst. 

Lichterketten machen das Ambiente im Dachzelt gleich doppelt gemütlich. | Bild: Timo Feis

Romantisch können im Dachzelt auch batterie- oder solarbetriebene Teelichter sein. Herkömmliche Kerzen, die mit Feuer betrieben werden, sind dagegen wegen der Brandgefahr im Dachzelt Schlafzimmer nicht zu empfehlen. 

Natürlich darf im Dachzelturlaub auch eine Stirnlampe nicht fehlen. Diese kannst du nicht nur auf dem Weg ins Dachzelt Schlafzimmer super gebrauchen, sondern auch wenn du nachts mal raus musst oder einfach nur mal raus sehen willst, wenn du ein Geräusch gehört hast. Dafür kann im Übrigen auch ein solarbetriebender Bewegungsmelder außen am Dachzelt oder am Auto sinnvoll sein. Dann siehst du direkt, wenn sich in der Nacht ein Reh oder eine Familie Wildschweine angeschlichen haben und wenn du selbst im Dunkeln etwas am Auto werkelst hast du direkt Licht. Zusätzlich kann ein Bewegungsmelder ungebetene Gäste abschrecken. Also eine win-win-win-Situation. 

Wärme 

Ein weiteres wichtiges Thema bei der Dachzelt Schlafausrüstung ist das Thema Wärme. Je nachdem zu welcher Jahreszeit du unterwegs sein möchtest reicht dir vielleicht kein normaler Schlafsack oder keine Kleidung mehr, um dich ausreichend warm zu halten. 

Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du dich im Dachzelt auch bei kälteren Temperaturen warm halten kannst. Die beste und günstigste Methode zum Warmhalten im Dachzelt ist vermutlich das kuscheln mit Mensch oder Tier. Wenn du diese Möglichkeit aber gerade nicht hast, musst du dir vielleicht erst einmal anders helfen. 

Das sagt Dachzeltnomadin Monika zu ihrer Ausrüstung:

Also bereite mich gerade auf die ersten kalten Nächte vor. Mesh, Matratze, ein großes Filzfell, guter Schlafsack, Wollhose und Oberteil, Kapuzensweatshirt, Schal und Mütze zzgl. Wärmflasche als Reserve. Friere nicht gerne. Klappt so bis in die Minusgrade und morgens dann kurz für Heizung an.

Meine Lieblingsmethode an kälteren Tagen ist dabei die klassische Wärmflasche. Sie nimmt nicht viel Platz weg, Wasser ist eigentlich immer an Board und auch schnell heiß gemacht. Außerdem schafft die Wärmflasche eine wirklich schöne Wärme, die meist bis zum nächsten Morgen reicht. Und das nicht nur punktuell, da wo es besonders kalt ist am Körper, sondern im gesamten Schlafsack oder unter der ganzen Decke. 

Eine noch geilere Lösung ist der Wärmflaschen Schlauch, den du dir teilweise sogar umbinden kannst. Das könnte schon am Lagerfeuer Gold wert sein! Aber auch im Dachzelt ist es praktisch die Wärme am ganzen Körper entlang leiten zu können. Falls du deine Wärmflasche einmal vergessen hast, kannst du übrigens auch einfach warmes Wasser in eine Trinkflasche aus Plastik füllen und als Bettflasche mit ins Dachzelt nehmen. 

Eine strombetrieben Lösung für mehr Wärme im Dachzelt ist eine 12 Volt Heizdecke, die du dir auf die Matratze legen kannst. Wenn du genug Energie für diese Variante hast, kannst du dich über die flächendeckende wohlige Wärme von unten freuen. Das ist eine ganz wunderbare Wärme, die sich nicht nur gut anfühlt, sondern auch noch absolut geruchs- und geräuschsneutral ist. 

Wenn du lieber die Luft als das Bett wärmen möchtest, dann kannst du über eine Diesel-Luft-Standheizung nachdenken. Diese kannst du entweder fest in deinem Fahrzeug verbauen oder in eine Box setzen. So oder so führst du zum Wärmen den Zuluftschlauch in dein Dachzelt und kannst dich über warme, trockene Luft im Dachzelt freuen. 

Das ist übrigens nicht nur praktisch zum wärmen, sondern auch zum Trocknen von feuchter Bettwäsche oder einem nassen Dachzelt. Bei längeren Trips Im Herbst oder Winter beim Dachzelten also durchaus zu empfehlen. 

Hier erfährst du, wie du dir eine Standheizung in der Box selbst bauen kannst: 

Auch Handwärmer können einen guten Dienst leisten! Diese gibt es übrigens mittlerweile auch schon als batteriebetriebene Handwärmer und wärmen bei Bedarf nicht nur Hände, sondern auch Füße. 

Wenn du kalte Füße hast, dann kann dich auch eine Wärmecreme retten. Diese sind meist eigentlich für Verspannungen am Rücken, aber warum nicht auch auf die Füße schmieren? Du wirst es lieben! Aber Vorsicht, falls du Allergiker bist, solltest du erst einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. 

Verpflegung & Toilette

Das einzige, was für mich an Verpflegung im Dachzelt nicht fehlen darf ist eine Trinkflasche mit Wasser oder Tee. Ich nehme dafür gerne die DZN Trinkflasche, weil sie Getränke genauso warm halten kann, wie kalt.

Was aber oben reingeht, muss irgendwann auch wieder raus. Viele angehende Dachzeltnomaden machen sich mindestens genauso viele Gedanken darüber, wie das denn ist, wenn man nachts mal muss. Im Prinzip ist das gar nicht so schlimm, dann geht man halt schnell und kuschelt sich dann wieder ins Bett. 

Für diejenigen, die keine Lust drauf haben nachts das warme und kuschelige Dachzelt zu verlassen, gibt es auch noch einen Plan B für die nächtliche Toilette. Es gibt für das Dachzelt eine professionelle Pinkelflasche, in die du dein kleines Geschäft verrichten kannst. Diese Pinkelflaschen sind übrigens nicht nur für die Herren der Schöpfung interessant, sonder auch für die Damen. Mit der praktischen Urinella, können auch die Mädels gezielt in eine Pinkelflasche urinieren. Somit muss niemand zwingend raus und das nächtliche Geschäft ist trotzdem kein Problem. 

Bei diesem Ausblick der Milchstraße geht doch jeder nachts freiwillig raus, oder? | Bild: Al So

Selbstverteidigung

Auch das Thema Selbstverteidigung sollte für den Ernstfall nicht außer Acht gelassen werden. Dafür hilft manchmal schon eine einfache Trillerpfeife, die einen Einbrecher oder ein herannahendes Tier durch Lärm abschrecken soll. 

Ein weiteres Hilfsmittel zur Selbstverteidigung kann eine klassische Mag-Lite Taschenlampe darstellen. Diese Lampen sind nicht nur praktisch als Lichtquelle, sondern wirken auch abschreckend, da sie auch als Verteidigungswaffe genutzt werden können.

Weitere praktische Gadgets

Neben den ganzen Klamotten, Schuh-Aufbewahrungskisten und Trinkflaschen gibt es noch weitere praktische Gadgets, die dir deinen Aufenthalt im Dachzelt noch angenehmer machen können. 

Dazu gehören für mich vor allem eine Powerbank und ein Ladekabel fürs Handy. Über Nacht kann das Handy damit in Ruhe Laden und ich kann sicher sein, dass das Handy auch morgens noch an ist, wenn der Wecker mal klingeln muss. Vor allem bei wirklich kalten Temperaturen ist der Akku des Handys nämlich manchmal über Nacht schneller leer als du gucken kannst. 

Praktisch kann bei kälteren Temperaturen auch ein Lippenpflegestift sein. Auch Taschentücher oder Feuchttücher haben sich durchaus bewährt. 

Im Dachzelt liegt bei mir außerdem auch immer ein paar Kopfhörer, falls ich abends noch in Ruhe Musik oder ein Hörbuch hören mag. 

Eine leichte Jacke oder einen DZN Hoodie habe ich noch zusätzlich im Dachzelt liegen, falls ich nachts doch einmal ins Frieren gerate. 

Ein ganz besonderer Geheimtipp noch für alle Langschläfer: sobald die Sonne rauskommt, können viele Dachzeltnomaden nicht mehr in Ruhe weiterschlafen. Abhilfe schafft hier eine einfache Schlafmaske, mit der du den Tag zur Nacht machen kannst. Genauso praktisch können übrigens ordentliche Ohropax sein, wenn die Geräusche von draußen doch einmal zu sehr stören. Wir schlafen ja immerhin in einem Zelt, auch wenn es auf dem Autodach montiert ist – die Geräusche bleiben die selben wie auf dem Boden. 

Fazit

Irgendwie ist im Dachzelt kaum Platz, vor allem nicht, wenn man mit mehreren Personen auf dem Autodach schläft. 

Trotzdem gibt es wirklich viele praktische Gadgets, die zur klassischen Dachzelt Schlafausrüstung gehören. Einige davon konnten wir euch hier vorstellen. 

Wenn du noch nach einer allgemeinen praktischen Packliste suchst, dann schau doch hier mal vorbei:

Die Dachzelt Schlafausrüstung ist dennoch mindestens genauso individuell, wie jeder Dachzeltnomade es ist. Wenn du noch ein furchtbar wichtiges oder unglaublich praktisches Gadget auf Lager hast, dann schreibe es uns doch in die Kommentare! Wir freuen uns über euer Feedback!

Ich bin jetzt auf jeden Fall gut ausgerüstet für meinen erholsamen Schlaf im Dachzelt und würde sagen: gute Nacht!

Avatar

About Rebecca Roß

Rebecca ist Dachzeltnomadin der ersten Stunde. Sie organisiert gemeinsam mit Thilo das DACHZELT FESTIVAL und ist ebenso Ansprechpartner für alles bei den Dachzeltnomaden. Rebecca ist im September 2017 in ihr Dachzelt auf ihrem Suzuki Vitara gezogen. Sie liebt die Berge und den Schnee. Diese große Reise war alles andere als geplant, es ist einfach so passiert und fühlt sich seitdem gut an.
Sharing is caring! Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*