Dachzelt Schlafausrüstung

Auto mit Dachzelt und Schlafausrüstung vor See und Sonnenuntergang
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Das Auto ist gepackt, das Dachzelt fest montiert und schon kann es losgehen in das nächste Dachzelt Abenteuer. Eigentlich ist es doch ganz einfach – zumindest auf den ersten Blick. 

Auf den zweiten Blick fällt aber direkt auf, dass es beim Thema Schlafausrüstung etliche verschiedene Dinge zu beachten gibt. Angefangen von der Wahl der Matratze bis hin zu den praktischsten Gadgets, die man im Dachzelt nicht mehr missen mag. Wenn du schon ein paarmal mit dem Dachzelt unterwegs warst, dann weißt du bestimmt wovon ich spreche. 

Wie man sich bettet so schläft man auch heißt es ja. Das ist doch ein super Argument dafür, dass man sich über die Schlafausrüstung einmal mehr Gedanken machen könnte. Deshalb wollen wir dich heute mitnehmen in das perfekt ausgerüstete Dachzelt Schlafzimmer.

Wenn du also nach Tipps und Tricks zur richtigen Schlafausrüstung in Dachzelt suchst, dann bist du hier genau richtig und erfährst jetzt alles Wichtige zu diesem Thema.

Das Dachzelt 

Für einen erholsamen Schlaf im Dachzelt brauchst du zuallererst das für dich perfekte Dachzelt auf dem Autodach. Das kann ein klassisches Klappdachzelt, ein innovatives Hybriddachzelt oder ein praktisches Hartschalendachzelt sein. Beim Thema Dachzelt ist es wie mit so vielen Dingen im täglichen Alltag, es gibt nicht das eine richtige für Alle, sondern eher für jeden eine individuelle Lösung. 

Hier findest du übrigens alle Vor- und Nachteile von Hartschalendachzelten, Klappdachzelten und Hybriddachzelten.

Eine kleine Anleitung, wie du das beste Dachzelt für dich findest, gibt es hier.

Falls du lieber eine individuelle Dachzelt Beratung wünschst, um ein Dachzelt für dich zu finden, kannst du dich hier von Dachzeltnomaden beraten lassen.

Sieht das nicht gemütlich aus? | Bild: Lars Augustin

Die Matratze

Jetzt hast du also das perfekte Dachzelt für dich gefunden. Prima! Dann geht es direkt weiter mit der richtigen Matratze.

Du fragst dich jetzt vielleicht: bei jedem Dachzelt ist doch bereits eine Matratze dabei. Wieso brauche ich dann eine neue Matratzen? Eine neue Matratze brauchst du natürlich nicht zwingend. Es kann aber durchaus sein, dass du dir Gedanken um ein Upgrade deiner Dachzelt Matratze machen könntest. 

Dabei kommt es auf jeden Fall darauf an, was für ein Dachzelt du hast, welche Matratze da standardmäßig drin ist und auch wie dein individueller Schlafkomfort ist. Prinzipiell ist es aber so, dass jede Dachzelt Matratze zum Schlafen geeignet ist.

Welche Dachzelt Kategorie hat die beste Matratze?

Eigentlich kann man pauschal nicht sagen, dass die Matratze bei der einen Dachzelt Kategorie besser oder schlechter ist als bei der anderen. Das ist eher von Marke zu Marke und von Modell zu Modell unterschiedlich.

Bei Klappdachzelten und Hybriddachzelten muss die Matratze zwar in der Mitte geklappt werden, trotzdem kann sie dicker oder komfortabler sein als bei einer anderen Dachzelt Kategorie, bei der die Matratze einfach plan aufliegt.

Hier kannst du die verschiedenen Dachzelte übrigens miteinander vergleichen.

Es kommt nämlich nicht immer nur auf die Dicke der Matratze an, sondern auch auf die Härte. Deshalb sind die üblichen Angaben zur Dicke der Matratze nicht zu 100% vergleichbar, solange nicht eine weitere Größe angegeben ist, die auch auf den Härtegrad schließen lässt.

Manche Dachzelthersteller geben diesen Wert tatsächlich an. Dieser ist dann in Härtegraden von 1-x oder in Kpa (Kilopascal) angegeben ist. Da diese Werte aber ohnehin nicht bei vielen Dachzeltmarken zu finden sind, macht es in meinen Augen wenig Sinn hier einen Vergleich anstellen zu wollen. Der beste Vergleich ist da immernoch das Probeliegen auf einer Messe, einem DACHZELT EVENT oder bei netten anderen Dachzeltnomaden.  

Außerdem kommt es – wie könnte es anders sein – natürlich auch auf dein individuelles Empfinden an. Du kannst eine Matratze bequem finden, die jemand anderes sau unbequem empfindet. Auch hier hilft vermutlich nur probeliegen und testen. Und das Gute ist: Wenn dir etwas an deiner Matratze nicht passt, dann kannst du ja immer noch Anpassungen vornehmen. Dazu kommen wir jetzt. 

Das sagt Dachzeltnomadin Alica:

Die Matratze im Dachzelt ist echt zu wenig, wir haben eine Kaltschaummatratze in Streifen geschnitten und drunter gelegt: Isolation und Komfort. Sommer wie Winter haben wir zwei Bedsure Sherpa Decken oben drin, im Winter noch Schaffelle und zwei Schlafsäcke.

Bei Klappdachzelten kann es durchaus passieren, dass sich die Matratze im Laufe der Zeit an der Klappstelle nach oben/unten biegt. An dieser Stelle ist es dann meist nicht mehr so bequem zu liegen.

Pimp deine Matratze!

Vor allem für Seitenschläfer kann die ein oder andere Matratze für einen gemütlichen und erholsamen Schlaf im Dachzelt (auf Dauer) einfach zu hart sein. Spätestens wenn du das Gefühl hast, dass dein Hüftknochen oder die Schultern auf dem Dachzeltboden aufliegen, solltest du meiner Meinung nach über eine Anpassung deiner Matratze denken. 

Auch als Rücken- oder Bauchschläfer oder wenn du gerne einfach weicher liegst kann es sein, dass dir die normale Matratze am Anfang nicht ausreichen wird. Du kannst erst einmal testen, ob das nach ein paar Nächten besser wird, oder dir gleich eine Alternative zulegen. 

Das muss natürlich nicht immer gleich eine komplett neue Matratze sein, wobei es da schon die ein oder andere tolle Lösung gibt. Hier findest du z.B. Matratzen auf Maß für dein Dachzelt von Gisatex.

Du kannst auch einfach deine Matratze selbst noch pimpen – und das sogar auf zwei Ebenen: unter deiner Matratze und/oder auf deiner Matratze!

Unterlagen für die Matratze

Im heimischen Bett machen wir es ja auch – unter der Matratze liegt in der Regel ein Lattenrost und auf der Matratze kann man auch häufig noch das ein oder andere Utensil finden. 

Das sagt Dachzeltnomade Ralph zu seiner Ausstattung:

Unter der Matratze ein 3D Mesh und im Sommer eine leichte Steppdecke und im Notfall noch eine Fleecedecke dabei. Im Winter lange Unterwäsche, Schlafsack mit Schaffellen für richtig kalte minus Nächte.

Der “Lattenrost”

Im Dachzelt ist ein herkömmlicher Lattenrost alleine wegen dem Gewicht in den meisten Fällen eher unpraktisch, geht aber im Prinzip auch. 

Hier findest du ein Video über ein Lattenrost für ein Hubdach. 

Vor allem bei PKW’s mit Dachzelt wird es in den meisten aufgrund der Dachlast sinnvoll sein, zu leichteren Varianten zu greifen. 

Von Fanello gibt es Matratzen mit integriertem Lattenrost oder auch zusätzliche Lattenroste für deine bestehende Matratze. Die Höhe liegt hier zwischen 5-10cm. Ob dein Dachzelt inklusive dem Fanello System noch einfach zu verschließen ist, solltest du auf jeden Fall vorher checken – vor allem bei Klappdachzelten. 

Das System “fanello MyLit Modell Fink 10cm” besteht beispielsweise aus 2,5cm Holzlamellen, 2.5cm Latex + 5cm fanopor Schaumstoff.

So ist das Fanello System aufgebaut | Bilde: Fanello

Ein weiterer adäquater Ersatz zu herkömmlichen Lattenrosten bietet die Marke Froli mit den ineinander klickbaren Spannkreuzen an. Diese sind individuell auf die jeweilige Härte einstellbar und ermöglichen dadurch, auch nur bestimmte Liegebereiche zu unterstützen. Das Froli System trägt mit 3,3cm Höhe nicht ganz so dick auf und ist auch leichter als andere Systeme. 

So sieht das Forti System aus. | Bild: Christian Schmidt
Das Abstandsgewirk

Beim Thema Matrtatzenunterlage geht es aber nicht nur um den Schlafkomfort, sondern auch darum eine lästige und gesundheitsschädliche Schimmelbildung zu vermeiden. Beim Schlafen entsteht alleine durch das Atmen und Ausdünsten der Personen im Dachzelt Feuchtigkeit, die sich schnell am Boden und damit an/um die Matratze bilden kann.  

Ein sogenanntes Abstandsgewirk oder auch 3D Mesh (bestehend aus PE Fäden) sorgt dafür, dass unter deiner Matratze genügend Luft zirkulieren kann, ohne dass du dafür aktiv etwas tun musst. Du legst es einfach unter deine Matratze und schon kann einmal entstandene Feuchtigkeit in Ruhe trocknen, ohne dass deine Matratze schimmelt. 

Ein regelmäßiges Lüften und wenden der Matratze ist zwar auch mit Mesh-Unterlage zu empfehlen, du kannst das aber wesentlich beruhigter ein paar Tage vor dir herschieben, als wenn du ohne Matratzenunterlage reist. 

Außerdem bietet die Matratzenunterlage auch noch ein wenig Komfort. Das 3D Mesh ist zwar nicht zu vergleichen mit einem Lattenrost oder Ähnlichem, 1-2 cm mehr oder weniger Auflagefläche macht sich aber durchaus bemerkbar und es wird bequemer.  

Insgesamt solltest du beim Thema Matratzenunterlage aber stets darauf achten, dass du dein Dachzelt auch noch mit der Unterlage gut schließen kannst. Da hilft entweder ausprobieren oder nach Erfahrung in der Dachzeltnomaden Gruppe suchen. Zum Testen kannst du übrigens auch eine dicke Decke unter die Matratze legen und dann prüfen, ob du das Dachzelt noch schließen kannst.

Isolation

Auch eine Isolationsschicht zwischen Matratze und Dachzeltboden kann Sinn machen. Vor allem, wenn du in der kälteren Jahreszeit unterwegs bist, kannst du dich damit vor der Kälte von unten schützen. 

Als Isolation funktioniert bereits eine dünne Styropor Schicht aus dem Baumarkt, oder auch eine Bodenschutzmatte aus PU-Schaum. Diese lassen sich für jede Zeltgröße zuschneiden und mit ihren Puzzle-Rändern sicher verbinden, so dass eine durchgehende Fläche entsteht. Wenn du möchtest, kannst du die Teile auch mit Kleber dauerhaft auf dem Zeltboden fixieren. Eine ähnliche Funktion hast du aber auch schon mit einfachen Alu-Isoliermatten. 

Auflagen für die Matratze 

Es gibt natürlich nicht nur die Möglichkeit das Dachzelt unter der Matratze zu pimpen, sondern auch auf der Matratze kannst du noch einiges für Komfort aber auch für die Funktionalität tun. 

Das Spannbettlaken

Zuallererst kann ich empfehlen auch im Dachzelt ein Spannbettlaken zu nutzen. Schlussendlich ist es nämlich viel einfacher ein Spannbettlaken regelmäßig zu waschen, als alternativ die Matratze zu reinigen. Das ist ja dasselbe Prinzip wie zuhause. Dabei macht es übrigens nichts, wenn das Spannbettlaken etwas größer ist als deine Matratze. Den überschüssigen Stoff kannst du prima unter die Matratze umschlagen.

Aber auch eine weitere Wolldecke aus Baumwolle, Decke aus Merinowolle oder eine Kuscheldecke aus Mikrofaser kann als Auflage super praktisch und zudem auch noch wirklich flauschig sein. Diese kannst du nämlich einfacher ausschütteln oder lüften, als ein Spannbettlaken. Der Nachteil ist, dass du diese Decke meist jeden Tag wieder zurechtrücken musst. 

Die Decke bringt aber im Vergleich zum Spannbettlaken noch einen weiteren Vorteil mit sich: sie wärmt von unten. Wenn du nicht im Schlafsack, sondern mit Zudecken schläfst (dazu später noch mehr), gibt das ein tolle warme Kombination zwischen Körperwärme und Kuscheldecke. Ich mag an kälteren Tagen eine flauschige Fleecedecke super gerne, an wärmeren nutze ich eher Sherpa oder Baumwolle. Weil ich sie wenden kann ist diese Decke als Matratzenauflage mein absoluter Favorit:

Der Matratzenschoner (nicht nur bei Inkontinenz)

Du bist (noch) nicht inkontinent? Super! Trotzdem kann diese Auflage durchaus Gold wert sein. Vor allem mit Kids kann das sinnvoll sein, falls wirklich mal etwas in die Hose geht. Es ist aber auch erstaunlich, wie häufig im Dachzelt eine Trinkflasche umkippt. Mir ist das bestimmt schon zehn mal passiert.

Vor allem an kälteren Tagen ist es dann super, wenn man einfach den Matratzenschoner zum Trocknen herausnehmen kann und nicht die gesamte Matratze trocknen muss. 

Außerdem ist ein Matratzenschoner prima, wenn doch einmal der ein oder andere Tropfen Regen (vor allem im Einstiegsbereich) oder Spritzwasser in dein Dachzelt gelangt ist. Lieber die Unterlage nass, als die Matratze selbst gilt auch hier. 

Schafsfell, Rentierfell oder Merinodecke?

Bist du empfindlich, was Kälte angeht? Wenn du es einmal getestet hast, wirst du spätestens im Herbst ein Schaffell auf der Matratze nicht mehr missen wollten. Das Schaffell hat zwar das kleine Manko, dass du mit den Fusseln leben musst, dafür ist es wirklich sehr kuschelig und vor allem warm von unten. 

Wenn du im Winter unterwegs sein möchtest, dann kann ich ein Schaffell wirklich sehr empfehlen! Ein Rentierfell funktioniert übrigens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser. Wenn du das Rentierfell aus erster Hand haben möchtest, bekommst du das vor allem in den skandinavischen Ländern an jeder Ecke zu kaufen. 

Wem ein echtes Fell auf Dauer zu fusselig wird, der kann auf eine Matratzenauflage aus 100% Merino Schurwolle zurückgreifen. Dieses Unterbett wird einfach auf die Matratze gelegt und ist in verschiedenen Größen zu haben. 

Die extra Portion Komfort auf der Matratze!

Du kannst natürlich nicht nur unter der Matratze für mehr Komfort sorgen, sondern auch auf der Matratze. Ein Topper oder eine zusätzliche Luftmatratze wirken da Wunder!

Der Topper kann eine einfache Isomatte sein oder auch eine Therm-a-Rest-Matratze. Beide Varianten brauchen keine externe Luftzufuhr, sondern müssen einfach nur ausgerollt werden bzw. blasen sich von selbst auf. Beim Zuklappen des Dachzeltes kannst du diese einfachen Matratzenauflagen in den meisten Fällen einfach im Dachzelt lassen, da sie nur 1-2 cm an Platz brauchen und auch geklappt werden können. 

Anders sieht das bei einer klassischen Luftmatratze aus. Diese musst du erst aufpumpen und vor dem Schließen in manchen Fällen auch wieder herausnehmen oder die Luft rauslassen, da sonst das Dachzelt nicht zugeht. Dafür kann die Luftmatratze dir eine wirklich gehörige Portion an Komfort bescheren und du kannst damit gleichzeitig auf dem See oder dem Meer chillen. Vielleicht ist es den Luxus wert?

Das sagt Dachzeltnomade Falko zu seiner Matratze:

Mir ist die Matratze im Dachzelt zu dünn. Ich pumpe mir immer ein Luftbett auf.

Kopfkissen 

Apropos Luxus – wie sieht es eigentlich aus mit einem guten Kopfkissen für das Dachzelt? Viele Dachzeltnomaden nutzen im Dachzelt einfach das Kopfkissen von zuhause. Wieso auch nicht, da ist es ja schon bewährt. 

Besonders praktisch im Dachzelt sind natürlich immer alle Gegenstände, die sich beim Zusammenklappen des Dachzeltes auch komprimieren lassen, so wie dieses Kopfkissen

Praktisch kann im Dachzelt aber auch ein Nackenhörnchen, ein Nackenkissen oder ein ganz flaches Kopfkissen (Füllmenge ist anpassbar) sein . Was auch immer du am liebsten magst, hauptsache du liegst bequem und schläfst gut!

Feuchtigkeit

Ganz egal, ob du mit Bettdecke, mit fünf Bettdecken oder mit Schlafsack schläfst. Egal, ob du alleine unterwegs bist oder mit Familie, im Sommer oder Winter. Das Thema Feuchtigkeit ist beim Campen und Dachzelten immer eine Herausforderung.

Da jede Person im Dachzelt über Nacht einiges an Feuchtigkeit über Haut und Atem abgibt, entsteht im Dachzelt automatisch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Je mehr Personen im Dachzelt schlafen, desto feuchter wird es morgens vermutlich sein bei euch im Dachzelt. 

Es gibt aber durchaus ein paar Tricks, wie du der Feuchtigkeit beim Schlafen im Dachzelt Herr wirst. 

Das sagt Dachzeltnomade Christopher über seine Ausstattung:

Immer so im Dachzelt: Fanello Matraze inkl. integriertem Lattenrost, 2 Schlafsäcke (Carinthia Defense und breiter Decathlon aus Stoff – als Decke umbaubar).

  • Bei 35-25 Grad: nur Bettbezug.
  • Bei 25-15 Grad Decathlon Schlafsack oder Bettdecke von zuhause.
  • Bei 15-10 Grad Schaffelle auf der Matratze, Carinthia Schlafsack bis zum Bauch geschlossen und Decathlon Schlafsack als Decke über den halb offenen Schlafsack

Für die kühle Zeit mit Klamotten 15 min in dem Schlafsack und dann ausziehen und morgens genau anders rum. Im Schlafsack anziehen und noch 15min wach werden. Da braucht man dann auch keine Standheizung.

Die Luft

Das Zauberwort heißt: Luft oder besser noch Luftzirkulation.

Denn wenn erst einmal Feuchtigkeit entstanden ist, trocknet diese auch schnell wieder, solange Luft an diese Stellen kommt. Die Luft kann nämlich Feuchtigkeit aufnehmen und diese abtransportieren. Das bedeutet, dass du weniger Probleme mit Feuchtigkeit im Dachzelt hast, wenn in deinem Dachzelt viel Luft zirkulieren kann. Deshalb ist es schlau im Dachzelt auch nachts mindestens zwei gegenüberliegende Fenster zu öffnen. Dadurch kann die Luft in deinem Dachzelt stets durchziehen und die Feuchtigkeit mit raus nehmen. 

Wenn es draußen auch feucht ist, funktioniert das leider nicht ganz so gut, weil die Luft dann nicht mehr so viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. Ein bisschen klappt es aber noch immer – selbst bei Regen. Wenn du die Möglichkeit hast, dann öffnest du die Fenster am besten oben, dann zieht es nicht im Schlafbereich und du bekommst den Luftzug fast gar nicht mit. 

Matratze & Co

Das Thema Matratze & Co habe ich ja bereits erwähnt. Trotzdem ist es an dieser Stelle noch einmal sinnvoll auch das Thema Feuchtigkeit an der Schlafausrüstung zu erwähnen. 

Einmal entstandene Feuchtigkeit, die nicht abtransportiert wird, setzt sich nämlich automatisch irgendwo fest. Entweder an den Klamotten, im Bettzeug, an der Matratze, unter der Matratze oder auch ganz gerne an allen Metall- und Plastikteilen im Dachzelt. Nicht selten kommt es dadurch vor, dass es morgens von einer Metallbrücke oder einem Plastikdachfenster eben mal ein bisschen runtertropft. Keine Angst – in den meisten Fällen ist dein Dachzelt noch immer dicht – die Feuchtigkeit kommt von innen. 

Deshalb ist es stets wichtig, dass man der Feuchtigkeit nicht nur in der Nacht die Möglichkeit gibt zu entweichen. Auch tagsüber solltest du allem, was über Nacht Feuchtigkeit aufgenommen hat, die Chance geben tagsüber zu trocknen.

Wenn die Sonne scheint, dann kannst du Bettzeug oder Schlafsack einfach für eine kurze Zeit in die Sonne hängen. Wenn es regnet, dann wird das schon schwieriger. Entweder du nimmst das Ganze mit ins Auto und nutzt da die Gelegenheit, der Feuchtigkeit im Stoff eine Möglichkeit zu geben, an die Luft zu entweichen. Wenn du da keinen Platz hast, dann macht es in der Regel auch nichts, wenn du ein-zwei Tage mal kein Bettzeug auslüftest. 

Wenn es jetzt wirklich tagelang regnet, dann würde ich durchaus versuchen das Dachzelt irgendwo überdacht aufzubauen, dass die Feuchtigkeit ein wenig entweichen kann. Wenn dir das Bettzeug/ der Schlafsack zu klamm wird, würde ich auch nicht davor scheuen in einem Waschsalon oder auf einem Campingplatz den Trockner einmal zu bemühen. 

Die Matratze freut sich übrigens darüber ab und zu einmal gewendet zu werden. Wenn du das erwähnte Abstandsgewirk unter der Matratze hast, sollte dann eigentlich nichts passieren in puncto Schimmel & Co. 

Luftentfeuchter

Um der lästigen Feuchtigkeit im Dachzelt den Kampf anzusagen, kannst du zusätzlich noch auf ein besonderes praktisches Gadget zurückgreifen.

Du kannst in dein Dachzelt einen klassischen Luftentfeuchter positionieren. Falls du es ohnehin daheim hast, soll alternativ auch eine Schüssel mit Katzenstreu gut helfen. 

Außerdem hilft es auch im Dachzelt Dinge aufzuhängen, an denen sich die Luftfeuchtigkeit gezielt absetzen kann. Besonders gut geeignet dafür sind Naturfasern. Also: wusstest du bisher nicht, was du mit den kratzigen Socken von Omi machst? Hänge sie doch einfach mal ins Zelt und entfeuchte damit deine Luft. Wenn du möchtest, kannst du übrigens auch hier noch ein wenig Katzenstreu rein machen, dann kann dein Socken-Luftentfeuchter noch mehr Feuchtigkeit aufnehmen. 

Lüfter im Dachzelt

Es gibt bereits Dachzelte, die einen integrierten Lüfter eingebaut haben. Bei James Baroud ist der Lüfter standardmäßig eingebaut und saugt die Luft aus dem Dachzelt raus. Das soll die Kondenswasserbildung vermeiden und sorgt zudem immer für frische Luft im Dachzelt. Das Ganze nahezu geräuschlos und sogar solarbetrieben!

In diesem Video (ab 5:54) erklärt euch Thilo und Dror, wie das mit dem Lüfter bei James Baroud funktioniert.

Theoretisch dürfte es auch möglich sein ein Ventilator in eine Dachzelt fest einzubauen. Bisher habe ich noch niemanden gesehen, der das gemacht hat. Falls du das schon einmal gesehen hast, dann melde dich gerne bei uns! 

Zudecken –  die kuschelige Wärme von oben

Beim Thema Decke oder Schlafsack im Dachzelt scheiden sich die Geister. Die Möglichkeiten sind so verschieden wie die einzelnen Dacheltnomaden selbst. Zunächst solltest du dir deshalb über die einzelnen Vor- und Nachteile der jeweiligen Optionen bewusst sein, bevor du eine Entscheidung fällst, was für dich am besten passt. 

Der Schlafsack 

Ein klassischer Schlafsack zum Campen macht sich natürlich auch im Dachzelt Urlaub super. Der Schlafsack hat viele praktische Vorteile, aber auch den ein oder anderen Nachteil: 

Pro Schlafsack

  • kleines Packmaß
  • du bist auch bei unruhigem Schlaf stets zugedeckt (deshalb eignen sich Schlafsäcke auch besonders bei Kids)
  • Material ist bereits für Outdoor-Einsatz ausgelegt 
  • du kannst den Schlafsack auch für andere Camping-Touren nutzen

Contra Schlafsack

  • gute Schlafsäcke sind meist teuer
  • viele Leute fühle sich im Schlafsack eingesperrt und schlafen schlechter

Grundsätzlich ist zu Schlafsäcken zu sagen, dass nicht der Schlafsack wärmt sondern der Körper die Temperatur im Schlafsack erzeugt. Die Aufgabe des Schlafsackes ist es daher nur die Temperatur zu halten. Deswegen ist es auch sinnvoll im Schlafsack möglichst wenig Kleidung zu tragen. Denn nur so kann die Temperatur vom Körper ideal in die Luft zwischen dir und dem Schlafsack entweichen. So wird es im Schlafsack wohlig warm. Wenn du deine Klamotten für den nächsten Tag übrigens in den Fußraum des Schlafsackes packst, sind diese morgens im Idealfall auch schon leicht angewärmt. 

Aber was ist denn nun der perfekte Schlafsack? Inzwischen gibt es viele verschiedene Schlafsackmodelle. Wie zu Beispiel Mumienschlafsäcke mit Kapuze oder auch Partnerschlafsäcke in denen ihr euch zu zweit einkuscheln könnt. Außerdem gibt es noch aufzippbare Schlafsäcke, welche dadurch auch zu einer Decke umfunktioniert werden können. Da würde ich beim Kauf auf jeden Fall wert legen. Auch für die kleinsten Dachzelter ist etwas dabei, so gibt es beispielsweise extra Kinderschlafsäcke für den Nachwuchs.

Das nutzt Dachzeltnomade Frank als Schlafsack:

Ich habe seit kurzer Zeit als Schlafsack den Deuter Exosphere mit elastischen Nähten und extra weichem Innenfutter. Da ich mich nachts oft drehe bietet er mir genug Bewegungsfreihit und ich schlafe seither wie auf Wolke 7.

Eine besondere Variante stellt der Schlafsack mit Armen und Beinen dar. In diesen Anzug kannst du dich komplett einmummeln und hast dadurch nicht das für viele beengende Schlafsack-Gefühl. 

Das Thema Schlafsack ist sicher eine Wissenschaft für sich. Es existieren unzählige Testberichte und Empfehlungen im Netz. Für eine Dachzeltreise im Sommer kann man meiner Meinung nach durchaus einen Schlafsack von der Stange wählen. Doch auch hier gibt es große Unterschiede. Vor allem aber bei einer Reise in wirklich kalte Regionen, ist der Schlafsack fast eine Lebensversicherung. Deshalb sollte man sich vor einem Kauf gut informieren, damit der eigene Schlafsack auf die persönlichen Bedürfnisse und Reiseziele gut angepasst ist. Hier findest du viele weitere praktische Tipps zu Schlafsäcken. 

Das sagt Dachzeltnomadin Manuela über ihren Schlafsack:

Schlafkomfort deluxe? Seit heuer kann ich da mitreden! Nachdem mich mein Jugendschlafsack, seitdem ich 16 war bis ins Oma-Alter begleitet hat, habe ich mir heuer einen DOPPEL- Schlafsack für mich alleine gegönnt. Sowas kuscheliges und flauschiges und wohliges….. ahhhh, maximale Schlaffreuden!

Die Bettdecke

Alternativ kannst du zum Schlafsack auch mit einer ganz normalen Bettdecke ins Dachzelt steigen. Auch hier gibt es natürlich Vor- und Nachteile, die dabei zu bedenken sind: 

Pro Decke

  • bereits im Haus vorhanden  = keine Extrakosten 
  • Schlafkomfort für Bauchschläfer angenehmer
  • mit Zwiebelsystem ist die Wärme individuell einstellbar

Contra Decke

  • großes Stauvolumen, nimmt viel Platz im Zelt ein
  • Luftzug am Rücken beim Umdrehen
  • Schultern liegen oft frei

Den größten Vorteil einer normalen Bettdecke sehe ich darin, dass man sich super einfach und vor allem schnell auf unterschiedliche Temperaturen einstellen kann. Das funktioniert mit der bewährten Zwiebeltechnik: mehrere Lagen Decke schaffen stets mehr Wärme und die Luftschichten, die zwischen den Decken entstehen, isolieren noch einmal zusätzlich. Im Winter kann es schon einmal vorkommen, dass ich mit vier Lagen Decken übereinander schlafe (Baumwolldecke, Bettdecke, Fleecedecke, offener Schlafsack – in dieser Reihenfolge von unten nach oben). 

Dachzeltnomade Ralph empfiehlt als Bettwäsche:

Im Sommer nutzen wir Fleecedecken mit Bezug. Im Herbst und Frühling haben wir eine Kunstfaser Bettdecke mit Biber Bettwäsche. Diese Biber-Bettwäsche ist aus Baumwolle, die leicht angeraut ist. Dadurch entsteht eine extrem flauschiger Stoff, der aber die positiven Eigenschaften von der Baumwolle behält.

Du denkst dir jetzt vielleicht, dass das ja ganz schön schwer sein muss? Das ist es auch! Das zusätzliche Gewicht auf dem Körper soll aber ja ohnehin gut sein für einen angenehmen und ruhigen Schlaf. Es gibt ja sogar extra schwere Decken, die einen besseren Schlafkomfort versprechen. 

Prinzipiell würde ich aber eher eine normale Bettdecke empfehlen. Wenn diese extra groß ist, dann ist man auch draussen immer super zugedeckt. Außerdem halte ich es draußen für durchaus praktisch, wenn die Bettdecke nicht gerade weiß ist, sondern z.B. blau/schwarz, wie diese hier

Bei der normalen Bettdecke stellt sich direkt die Frage, ob auch ein Bettbezug Sinn macht. Tatsächlich ist es durchaus sinnvoll einen normalen Bettbezug auf die Bettdecke zu beziehen, damit man das Ganze natürlich einfacher waschen und sauber halten kann. Ich persönlich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die Bettdecke ohne Bezug am besten funktioniert und ein Baumwoll-Bettbezug unnötig klamm wird. 

Das sagt Dachzeltnomadin Claudia zu ihrer Ausstattung:

Wir benutzen ganzjährig zwei Daunendecken (Yeti duvet blanket) 2m x 1,40m. Dazu haben wir noch zwei dünne Kuschelfleece-Decken, die wir je nach Temperatur noch obendrauf packen (Frau so ab 10°). Unsere Kopfkissen haben 40×80 cm.

Das alles steckt in Microfaserbettwäsche, in welche ich Schlaufen genäht habe. An der Decke sind Bänder, die dann verknotet werden, damit die Decke nicht verrutschen kann.

So ausgestattet können wir wir bis null Grad schlafen. Wir lassen das alles im Dachzelt und es geht noch problemlos zu. Wenn es kälter ist machen wir das Thermoinlet ins Dachzelt und wenn es richtig kalt ist, kommt die Dieselheizung in der Kiste zum Einsatz

Naturfaser vs. Synthetik

Bei allen Zudecken – egal ob Schlafsack oder Bettdecke – hast du immer die Wahl zwischen Naturfaser oder Synthetikfaser. 

Die Vorteile der Naturfaser sind ganz klar die Atmungsaktivität und die bessere Aufnahme von Feuchtigkeit. In etwa 30% des Eigengewichts können Naturfasern an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass sie sich feucht anfühlen. Das mag ich nicht nur beim Dachzeltstoff selbst, sondern auch beim Stoff der Bettdecke. 

Synthetikstoffe dagegen haben den Vorteil, dass sie schneller trocknen und nicht so schnell schimmeln/ Stockflecken bekommen, wie Stoffe aus Naturfaser. Außerdem sind die Stoffe meist leichter und haben ein kleineres Packmaß als Naturfaserstoffe in vergleichbarer Größe.

Auch hier gilt wieder: was dir persönlich am meisten zusagt, musst du wahrscheinlich austesten. Praktisch finde ich bei Decken immer das Zwiebelprinzip, weil du dich damit schnell an die Außentemperatur anpassen kannst. Hast du nur eine Decke oder einen Schlafsack und die Sonne scheint morgens auf dein Dachzelt, wird es schnell zu warm. Hast du mehrere Decken, um dich warm zu halten, kannst du schnell mal die ein oder andere Decke abwerfen. 

Das sagt Dachzeltnomade Andrew über seine Herausforderung mit Kunstfasern:

Bin erst dabei mich auszurüsten. Aber ich lese gerne mit. Gedanklich habe ich mich aber auf Schurwolle Teppich als Unterlage und Wolldecke in Baumwollbettwäsche mit Daunen Kissen eingestellt. Ich weiß alles einwenig hydroskopisch. Aber Kunstfaser lädt mich negativ auf. Dann knistert’s bei mir in der Nacht und ich kann nicht schlafen.

Was ziehe ich an?

Was ziehe ich an ist die Frage aller Fragen, nicht nur, wenn es um das abendliche Dinner geht. Auch bei der Schlafausrüstung im Dachzelt ist das eine essentielle Frage und muss gut durchdacht sein. 

Auch barfuß kann man im Dachzelt gut schlafen. | Bild: Gerhard Simader

Gar nichts 

Wenn du im Schlafsack schläfst, dann ist das eigentlich ganz einfach. Dann ziehst du am besten nichts an. Dein Kleidung für den nächsten Tag kannst du übrigens in das Fußteil des Schlafsackes packen. Da wird es nicht feucht und ist morgens auch nicht zu kalt. 

Du kannst aber auch leichte Funktionskleidung tragen. Gute Funkionskleidung liegt eng an und erlaubt sowohl der Feuchtigkeit, als auch der Wärme nach außen zu entweichen. Dadurch hast du fast den selben Effekt, wie wenn du nackt im Schlafsack liegst, aber noch zusätzlich einen Vorteil: du musst den Schlafsack nicht ganz so oft waschen, wie wenn du nackt schlafen würdest. Wenn du nackt schlafen magst, kannst du alternativ auch ein praktisches Matratzen-Inlet nutzen. 

Langarm vs. Kurzarm 

Wenn du ohne Schlafsack im Dachzelt schlafen magst, dann musst du dir schon ein bisschen mehr Gedanken um die richtigen Klamotten machen. 

Im Sommer und bei warmen Temperaturen ist das relativ einfach. T-Shirt und Shorts oder einfach in Unterwäsche lautet da die Devise. Wenn es aber nachts schon ein bisschen frischer wird, kann es im Dachzelt schnell ungemütlich werden. 

Dann kann es durchaus sinnvoll sein auf lange Klamotten und/oder Funktionsunterwäsche umzusteigen. Dabei lasse ich am Ende lieber eine Decke weg, als die halbe Nacht damit beschäftigt zu sein, dass alle Körperteile – auch Schultern und Füße – wirklich unter der Decke sind. Ein langärmliges Oberteil mit Zipper aus Merino-Wolle, das auch meine Schultern bedeckt ist dabei für mich Pflicht. Merino-Wolle mag ich besonders gerne, wegen dem angenehmen Tragegefühl, der guten Wärmeleistung und dem Vorteil, dass die Klamotten nicht so schnell müffeln wie Kleidung mit Synthetikanteil. 

In kälteren Nächten kann auch ein klassischer Nierenwärmer sinnvoll sein. Ein einfaches Bandeau Top tut da übrigens auch schon gute Dienste. Oder du steckst einfach dein Oberteil/Shirt in die Hose, wenn es denn lang genug ist. Manchmal sind es ja wirklich die ganz einfachen Dinge, die glücklich machen. 

Nicht nur in kalten Nächten wirst du dich über ein Schlauchtuch oder einen leichten Schal freuen. Wenn du nämlich zwei Fenster zur Belüftung offen hältst, kann es schnell mal ein bisschen ziehen in deinem Dachzelt. Ein geschützter Hals ist dabei wirklich Gold wert! Übrigens gibt es die auch ganz bald bei uns im DZN Shop!

Ähnlich verhält es sich mit einer Mütze oder der Kapuze eines Hoodies. Über den Kopf verliert man nachts ja bekanntlich die meiste Wärme ungenutzt an die Außenluft. Deshalb ist es praktisch auch hier eine Lage Kleidung in Form von Mütze oder Hoodie zu tragen. 

Zu guter Letzt sind da ja auch noch die Füße. An den Füßen trage ich gerne Wollsocken von Oma (wenn sie einmal nicht als Luftentfeuchter im Dachzelt hängen). Du kannst aber auch klassische Wollsocken oder mehrere Lagen Baumwollsocken übereinander tragen. Dann wirds an den Füßen auch wohlig warm. 

Es ist am Ende wie mit allem: probieren geht über studieren. Teste einfach, was dir gut tut und was dich warm hält. Mehrere Lagen sind dabei im Prinzip immer eine gute Idee, wenn du sie auch noch richtig kombinierst, wirst du es im Dachzelt immer kuschelig warm haben. 

Viele weitere spannende Tipps zu den richtigen Klamotten beim Dachzelten im Winter findest du außerdem hier:

Die Kleidung im Dachzelt

Warm ist beim Thema Klamotten und Dachzelten aber nur die halbe Miete. Wirklich frieren tue ich immer nur dann, wenn Klamotten oder die Haut feucht sind. 

Vor allem morgens, wenn es im Dachzelt ohnehin meist etwas feucht ist, kann es durchaus unangenehm sein, wenn sich auch auf deinen Klamotten Feuchtigkeit abgelegt hat. Wer mag schon früh morgens aus dem warmen Bett rauskrabbeln und rein in kalte, feuchte Klamotten? Vermutlich niemand. 

Abhilfe schafft hier ein wasserdichter Packsack, in den du abends deine Klamotten reinpacken kannst, und sie morgens trocken wieder rausholst. Wenn du sie noch ein wenig angewärmt haben magst, dann lege doch kurz vor dem Aufstehen noch einen aktivierten Handwärmer rein. Das ist dann purer Luxus schon am frühen Morgen! 

Du kannst die Klamotten alternativ dazu auch ein paar Minuten vor dem Aufstehen mit unter die Bettdecke nehmen. Das ist nicht ganz so effizient, funktioniert aber auch. 

Wohin mit den Schuhen

Eine weitere Frage, die vermutlich jeden Dachzeltnomaden mindestens einmal beschäftigt hat ist die Frage nach den Schuhen. Vor allem wenn es regnet oder der Boden matschig ist, dann ist es nicht so einfach die Schuhe im Dachzelt ordentlich unterzubringen, ohne dass das ganze Bettzeug dreckig wird. 

Du kannst die Schuhe natürlich auch außerhalb des Dachzeltes lassen. Bei Dachzelten mit Vorzelt ist das ohnehin kein Problem. Alternativ kannst du sie an der Leiter mit den Schnürsenkeln ganz easy zusammenschnüren oder bei Hartschalenzelten zwischen Dachzelt und Autodach einklemmen. Hauptsache du findest ein Plätzchen, dass ein bisschen Überdachung bietet. Diese Überdachung ist nicht nur sinnvoll, wenn es regnet sondern auch wegen der Luftfeuchtigkeit, die sich in deinen Schuhen spätestens am Morgen absetzen könnte. 

Alternativ kannst du deine Schuhe auch mit ins Dachzelt nehmen, wenn du das willst. Du kannst die Schuhe dann in eine Faltschüssel oder in faltbare Boxen verstauen. Somit hast du das Problem Regen und Dreck mit einer Klappe gelöst und die Schuhe sind im Idealfall morgens auch nicht ganz so kalt, wie wenn du sie draussen verstaut hättest. 

Alternativ kannst du dir wie Marcel auch eine fliegende Schuhablage basteln aus einem Plastik-Brett und ein paar Schnüren basteln:

Wer hat schon eine fliegende Schuhablage? | Bild: Marcel Gebelhardt

Nice to have 

Neben den wirklich wichtigen Themen in puncto Schlafausrüstung, wie die Matratze, der Schlafsack, die Decken und die Kleidung gibt es auch noch das ein oder andere Lieblings-Gadget oder einfach praktische Möglichkeiten, das Dachzelt Schlafzimmer noch ein bisschen mehr aufzupeppen. 

Licht 

Zuallererst fällt mir da das Thema Licht ein. Einige Dachzelte haben von Haus aus schon eine Lampe im Dachzelt verbaut, die meistens batteriebetrieben sind. Wenn dein Dachzelt das nicht haben sollte, wirst du vermutlich schnell merken, dass du eine Lampe nachrüsten möchtest, die dir im Dachzelt ein wenig Licht spendet. 

Das kann eine fest installierte Lampe sein, die du irgendwo im Dachzelt hinhängen kannst oder auch eine Lampe, die in der Ecke steht. Es gibt ein breites Spektrum an batteriebetriebenen Lampen, aber auch Lampen, die von Muskelkraft oder Solar gespeist werden. Ich bin sicher, du findest im Handumdrehen eine schöne Lampe für dein Dachzelt. 

Bevor du dir aber eine 0815 Lampe für dein Dachzelt zulegst, denke doch einmal kurz über eine batterie- oder solarbetriebene Lichterkette nach. Diese sind nämlich nicht nur am Weihnachtsbaum schön anzusehen, sondern machen auch im Dachzelt eine ganz besondere Stimmung. Es gibt da ganz abgefahrene Varianten mit bunten Lampions oder die klassische LED Lichterkette. So oder so – denke beim Anbringen daran, dass du die Lichterkette auch mit einklappen magst. 

Lichterketten machen das Ambiente im Dachzelt gleich doppelt gemütlich. | Bild: Timo Feis

Romantisch können im Dachzelt auch batterie- oder solarbetriebene Teelichter sein. Herkömmliche Kerzen, die mit Feuer betrieben werden, sind dagegen wegen der Brandgefahr im Dachzelt Schlafzimmer nicht zu empfehlen. 

Natürlich darf im Dachzelturlaub auch eine Stirnlampe nicht fehlen. Diese kannst du nicht nur auf dem Weg ins Dachzelt Schlafzimmer super gebrauchen, sondern auch wenn du nachts mal raus musst oder einfach nur mal raus sehen willst, wenn du ein Geräusch gehört hast. Dafür kann im Übrigen auch ein solarbetriebender Bewegungsmelder außen am Dachzelt oder am Auto sinnvoll sein. Dann siehst du direkt, wenn sich in der Nacht ein Reh oder eine Familie Wildschweine angeschlichen haben und wenn du selbst im Dunkeln etwas am Auto werkelst hast du direkt Licht. Zusätzlich kann ein Bewegungsmelder ungebetene Gäste abschrecken. Also eine win-win-win-Situation. 

Wärme 

Ein weiteres wichtiges Thema bei der Dachzelt Schlafausrüstung ist das Thema Wärme. Je nachdem zu welcher Jahreszeit du unterwegs sein möchtest reicht dir vielleicht kein normaler Schlafsack oder keine Kleidung mehr, um dich ausreichend warm zu halten. 

Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du dich im Dachzelt auch bei kälteren Temperaturen warm halten kannst. Die beste und günstigste Methode zum Warmhalten im Dachzelt ist vermutlich das kuscheln mit Mensch oder Tier. Wenn du diese Möglichkeit aber gerade nicht hast, musst du dir vielleicht erst einmal anders helfen. 

Das sagt Dachzeltnomadin Monika zu ihrer Ausrüstung:

Also bereite mich gerade auf die ersten kalten Nächte vor. Mesh, Matratze, ein großes Filzfell, guter Schlafsack, Wollhose und Oberteil, Kapuzensweatshirt, Schal und Mütze zzgl. Wärmflasche als Reserve. Friere nicht gerne. Klappt so bis in die Minusgrade und morgens dann kurz für Heizung an.

Meine Lieblingsmethode an kälteren Tagen ist dabei die klassische Wärmflasche. Sie nimmt nicht viel Platz weg, Wasser ist eigentlich immer an Board und auch schnell heiß gemacht. Außerdem schafft die Wärmflasche eine wirklich schöne Wärme, die meist bis zum nächsten Morgen reicht. Und das nicht nur punktuell, da wo es besonders kalt ist am Körper, sondern im gesamten Schlafsack oder unter der ganzen Decke. 

Eine noch geilere Lösung ist der Wärmflaschen Schlauch, den du dir teilweise sogar umbinden kannst. Das könnte schon am Lagerfeuer Gold wert sein! Aber auch im Dachzelt ist es praktisch die Wärme am ganzen Körper entlang leiten zu können. Falls du deine Wärmflasche einmal vergessen hast, kannst du übrigens auch einfach warmes Wasser in eine Trinkflasche aus Plastik füllen und als Bettflasche mit ins Dachzelt nehmen. 

Eine strombetrieben Lösung für mehr Wärme im Dachzelt ist eine 12 Volt Heizdecke, die du dir auf die Matratze legen kannst. Wenn du genug Energie für diese Variante hast, kannst du dich über die flächendeckende wohlige Wärme von unten freuen. Das ist eine ganz wunderbare Wärme, die sich nicht nur gut anfühlt, sondern auch noch absolut geruchs- und geräuschsneutral ist. 

Wenn du lieber die Luft als das Bett wärmen möchtest, dann kannst du über eine Diesel-Luft-Standheizung nachdenken. Diese kannst du entweder fest in deinem Fahrzeug verbauen oder in eine Box setzen. So oder so führst du zum Wärmen den Zuluftschlauch in dein Dachzelt und kannst dich über warme, trockene Luft im Dachzelt freuen. 

Das ist übrigens nicht nur praktisch zum wärmen, sondern auch zum Trocknen von feuchter Bettwäsche oder einem nassen Dachzelt. Bei längeren Trips Im Herbst oder Winter beim Dachzelten also durchaus zu empfehlen. 

Hier erfährst du, wie du dir eine Standheizung in der Box selbst bauen kannst: 

Auch Handwärmer können einen guten Dienst leisten! Diese gibt es übrigens mittlerweile auch schon als batteriebetriebene Handwärmer und wärmen bei Bedarf nicht nur Hände, sondern auch Füße. 

Wenn du kalte Füße hast, dann kann dich auch eine Wärmecreme retten. Diese sind meist eigentlich für Verspannungen am Rücken, aber warum nicht auch auf die Füße schmieren? Du wirst es lieben! Aber Vorsicht, falls du Allergiker bist, solltest du erst einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. 

Verpflegung & Toilette

Das einzige, was für mich an Verpflegung im Dachzelt nicht fehlen darf ist eine Trinkflasche mit Wasser oder Tee. Ich nehme dafür gerne die DZN Trinkflasche, weil sie Getränke genauso warm halten kann, wie kalt.

Was aber oben reingeht, muss irgendwann auch wieder raus. Viele angehende Dachzeltnomaden machen sich mindestens genauso viele Gedanken darüber, wie das denn ist, wenn man nachts mal muss. Im Prinzip ist das gar nicht so schlimm, dann geht man halt schnell und kuschelt sich dann wieder ins Bett. 

Für diejenigen, die keine Lust drauf haben nachts das warme und kuschelige Dachzelt zu verlassen, gibt es auch noch einen Plan B für die nächtliche Toilette. Es gibt für das Dachzelt eine professionelle Pinkelflasche, in die du dein kleines Geschäft verrichten kannst. Diese Pinkelflaschen sind übrigens nicht nur für die Herren der Schöpfung interessant, sonder auch für die Damen. Mit der praktischen Urinella, können auch die Mädels gezielt in eine Pinkelflasche urinieren. Somit muss niemand zwingend raus und das nächtliche Geschäft ist trotzdem kein Problem. 

Bei diesem Ausblick der Milchstraße geht doch jeder nachts freiwillig raus, oder? | Bild: Al So

Selbstverteidigung

Auch das Thema Selbstverteidigung sollte für den Ernstfall nicht außer Acht gelassen werden. Dafür hilft manchmal schon eine einfache Trillerpfeife, die einen Einbrecher oder ein herannahendes Tier durch Lärm abschrecken soll. 

Ein weiteres Hilfsmittel zur Selbstverteidigung kann eine klassische Mag-Lite Taschenlampe darstellen. Diese Lampen sind nicht nur praktisch als Lichtquelle, sondern wirken auch abschreckend, da sie auch als Verteidigungswaffe genutzt werden können.

Weitere praktische Gadgets

Neben den ganzen Klamotten, Schuh-Aufbewahrungskisten und Trinkflaschen gibt es noch weitere praktische Gadgets, die dir deinen Aufenthalt im Dachzelt noch angenehmer machen können. 

Dazu gehören für mich vor allem eine Powerbank und ein Ladekabel fürs Handy. Über Nacht kann das Handy damit in Ruhe Laden und ich kann sicher sein, dass das Handy auch morgens noch an ist, wenn der Wecker mal klingeln muss. Vor allem bei wirklich kalten Temperaturen ist der Akku des Handys nämlich manchmal über Nacht schneller leer als du gucken kannst. 

Praktisch kann bei kälteren Temperaturen auch ein Lippenpflegestift sein. Auch Taschentücher oder Feuchttücher haben sich durchaus bewährt. 

Im Dachzelt liegt bei mir außerdem auch immer ein paar Kopfhörer, falls ich abends noch in Ruhe Musik oder ein Hörbuch hören mag. 

Eine leichte Jacke oder einen DZN Hoodie habe ich noch zusätzlich im Dachzelt liegen, falls ich nachts doch einmal ins Frieren gerate. 

Ein ganz besonderer Geheimtipp noch für alle Langschläfer: sobald die Sonne rauskommt, können viele Dachzeltnomaden nicht mehr in Ruhe weiterschlafen. Abhilfe schafft hier eine einfache Schlafmaske, mit der du den Tag zur Nacht machen kannst. Genauso praktisch können übrigens ordentliche Ohropax sein, wenn die Geräusche von draußen doch einmal zu sehr stören. Wir schlafen ja immerhin in einem Zelt, auch wenn es auf dem Autodach montiert ist – die Geräusche bleiben die selben wie auf dem Boden. 

Fazit

Irgendwie ist im Dachzelt kaum Platz, vor allem nicht, wenn man mit mehreren Personen auf dem Autodach schläft. 

Trotzdem gibt es wirklich viele praktische Gadgets, die zur klassischen Dachzelt Schlafausrüstung gehören. Einige davon konnten wir euch hier vorstellen. 

Wenn du noch nach einer allgemeinen praktischen Packliste suchst, dann schau doch hier mal vorbei:

Die Dachzelt Schlafausrüstung ist dennoch mindestens genauso individuell, wie jeder Dachzeltnomade es ist. Wenn du noch ein furchtbar wichtiges oder unglaublich praktisches Gadget auf Lager hast, dann schreibe es uns doch in die Kommentare! Wir freuen uns über euer Feedback!

Ich bin jetzt auf jeden Fall gut ausgerüstet für meinen erholsamen Schlaf im Dachzelt und würde sagen: gute Nacht!

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Mit Dachzelt alleine reisen als Frau

Frau steht vor Dachzelt Thema alleine reisen als Frau
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Ist es möglich mit Dachzelt ganz alleine als Frau loszuziehen? Welche Vor- und Nachteile gibt es während einer solchen Reise? Wie sieht das mit der Sicherheit aus? Und was ist sonst noch alles zu beachten? 

Diese und noch viele weiteren Fragen werden hier in diesem Artikel beantwortet. Wir nehmen euch dabei mit auf unseren Weg als alleinreisende Frauen kreuz und quer durch die Republik und durch Europa.

Laura ist seit März 2019 mit dem Camper alleine unterwegs, seit Mai 2020 mit dem Dachzelt. Rebecca reist seit November 2017 alleine mit dem Dachzelt quer durch Europa.

Mit diesem Artikel wollen wir die Herausforderungen beim Alleinreisen als Frau beleuchten, die Unterschiede zum Reisen als Mann oder als Gruppe aufzeigen, aber auch die tollen Vorteile mit euch teilen. 

Freut euch auf das geballte Wissen aus über 4 Jahren Dachzelt-Reise-Erfahrung als Frau von uns und ganz vielen anderen tollen Dachzeltnomadinnen.

Wenn ihr lieber schaut als lest, dann guckt euch doch einfach dieses DZN Live an, in dem wir über alle Themen ausführlich gesprochen haben:

Warum du alleine reisen solltest: die Vorteile

Wieso sollte man überhaupt alleine reisen? Macht gemeinsam nicht alles viel mehr Spaß? Wie bei so ziemlich allem im Leben, gibt es auch beim alleine reisen viele Vor- und Nachteile.

Die allermeisten Vor- und Nachteile beim alleine reisen gelten übrigens nicht nur für Frauen, sondern für das Alleinreisen generell. 

Den größten Vorteil sehe ich (Laura) darin, Zeit mit mir selbst zu verbringen und mich selbst kennen zu lernen – Stichwort Persönlichkeitsentwicklung. Alleinsein kann man lernen und es ist eine nützliche Eigenschaft, sobald man sie einmal erworben hat. 

Außerdem kann die Ruhe bei einer Reise alleine auch wunderbar sein, um die eigenen Gedanken in Ruhe zu sortieren. So kannst du gedanklich verschiedene Möglichkeiten durchspielen ohne, dass dir sofort jemand reinredet.

Alleine reisen bedeutet viel Zeit alleine genießen zu können. | Bild: Rebecca Roß

Wenn du alleine unterwegs bist, hast du eine ungeheure Flexibilität. Denn nur du allein entscheidest, wohin du weiter fährst. An jeder Weggabelung darfst du aufs Neue entscheiden welchen Weg du wählst.

Ist das nicht genial?

Wenn du alleine reist, wirst du sicherlich über dich hinauswachsen und hier und dort mal deine Komfortzone verlassen. Doch genau an diesen Erfahrungen wirst du persönlich wachsen.

Aber keine Sorge – nur weil du alleine unterwegs bist, bedeutet es nicht, dass du keine neuen Kontakte knüpfen wirst. Häufig ist sogar das komplette Gegenteil der Fall. Beim alleine reisen knüpfst du meist schneller und einfacher neue Kontakte, als wenn du als Paar oder als Gruppe unterwegs bist.

Das sagt Dachzeltnomadin Mareike Georg über das Alleinreisen als Frau

Ich bin auch alleine unterwegs, naja, wie andere auch, fast alleine…. Mit mir reisen meist 2 Hunde. Ich mache aber auch immer wieder Touren ohne die Beiden. In meinem Job als Lehrerin habe ich dauernd Verantwortung für andere, muss nach einem bestimmtem Plan funktionieren.

Am alleine Reisen genieße ich die Unabhängigkeit und nur für mich verantwortlich zu sein. Und auch wenn mein Panda klein ist, habe ich alles dabei, um jederzeit stehen zu bleiben, wo immer ich möchte.

Egal ob beim Wandern oder Dachzelten – es ist die Einfachheit der Natur, das Nicht-reden-müssen (beim alleine Reisen) und das einfach nur Sein, was mich so begeistert. Und wenn mir doch nach Gesellschaft ist, kommt man gerade über das Dachzelt ganz schnell ins Gespräch mit anderen. Foto von mir und Auto gibts nicht wirklich, dafür mein Lieblingsbild vom Panda mit Dachzelt .

So schön kann das alleine sein aussehen | Bild: Mareike Georg

Diese Punkte sollten dir klar sein: die Nachteile

Natürlich gibt es auch beim Alleinreisen als Frau den ein oder anderen Nachteil.

So kannst du zum Beispiel schöne Momente wie einen wunderschönen Sonnenuntergang oder einen tollen Stellplatz am See nicht direkt mit jemandem teilen.

Auch wenn es mal im Urlaub nicht ganz rund läuft und beispielsweise das Auto Zicken macht, kann alleine reisen zeitweilig anstrengend werden. Denn nun musst du auf schwierige, spontan auftretende Situationen alleine reagieren und selbstständig handeln. Außerdem kannst du dich nicht sofort mit deinem Beifahrer austauschen und versuchen das Problem zu zweit zu lösen. 

Natürlich musst du beim alleine Reisen die gesamte Fahrstrecke deiner Reise alleine fahren, somit bist du langsamer unterwegs als ein Duo, welches sich beim Fahren abwechseln kann.

Wenn du offroad unterwegs sein möchtest, kann es außerdem anstrengend sein, wenn du keinen Beifahrer dabei hast, welcher zwischendurch mal aussteigen und dich einweisen kann.

Ein besonderer Nachteil beim alleine reisen als Frau sind die Themen Sicherheit und Angst. Da kommen wir aber später noch einmal im Detail darauf zurück. 

Eine Reise mit Dachzelt als Alleinreisende Frau kann auch bis ans Nordkapp gehen | Bild: Rebecca Roß

Was macht das alleine reisen als Frau besonders?

Bei den Vor- und Nachteilen in puncto alleine reisen ist ja bereits aufgefallen, dass viele Themen für Männer genauso gelten als für Frauen. Trotzdem gibt es viele Bereiche, die Frauen beim Alleinreisen besonders betreffen. Willst du wissen, welche das sind? Hier gibt es ein paar Ansätze, was das alleine reisen als Frau in unseren Augen besonders macht. 

Zuallererst ist da die Sache mit dem WC. Nun ja, wenn deine Verdauung uneingeschränkt funktioniert, bleibt der Gang zur Toilette auch beim Dachzelten nicht aus. Die Herren der Schöpfung haben dort anatomisch einen großen Vorteil. Denn den kleinen Toilettengang können sie ohne größeren Aufwand erledigen: kurz an einen Busch gestellt und schon ist die Blase erleichtert.

Bei den Damen hingegen muss wohl oder übel komplett blank gezogen werden –  nützt ja nix. Ganz abgesehen von der persönlichen Scham und dem Erregen öffentlichen Ärgernisses beim wild urinieren, besteht vielerorts gerade im hohen Gras auch schnell die Gefahr von Zeckenbefall und anderem Ungeziefer. 

Doch auch dort gibt es inzwischen Abhilfe für Frauen. Wer sich nicht in den Busch hocken möchte, kann auch auf eine sogenannte Urinella zurückgreifen. Dies ist ein Hilfsmittel welches Frauen ermöglicht sich im Stehen zu erleichtern. 

Ein weiteres praktisches Gadget für Frauen unterwegs ist ein Badeponcho. Du kannst dich mit diesem großen Umhang einfach und ungesehen umziehen, ohne dass du dich halbnackt präsentieren musst.

Ein weiterer Punkt ist der Umstand, dass Frauen gesellschaftlich häufig immer noch als das “schwächere Geschlecht” angesehen werden. Körperlich gesehen ist das nicht wirklich abzustreiten, das heißt aber noch lange nicht, dass Frauen auch wirklich schwächer sein müssen. Körperliche Unterlegenheit kann beispielsweise durch Gewitztheit, Vorsicht oder auch Selbstverteidigungstechnik kompensiert werden.

Nichtsdestotrotz tragen einige Menschen in unserer Gesellschaft weiterhin ein “Schubladendenken” in sich und versuchen die Frauen in die altbekannten – unserer Meinung nach inzwischen überholten – Rollenmuster zu sortieren. Doch es liegt an uns, Frauen und junge Mädchen frei und unabhängig zu erziehen und zu behandeln. 

Das Geschlecht hat, unserer Meinung nach keine Auswirkung darauf, ob du alleine reisen kannst oder nicht.  

In der jüngsten Vergangenheit hat sich jedoch im Punkto Emanzipation allerhand getan. Auch über soziale Netzwerke machen immer mehr Frauen auf sich und ihr eigenständiges Handeln und Reisen aufmerksam. Wenn du also alleine reisen möchtest als Frau, dann lass dir einfach nichts anderes einreden und schon kann`s losgehen!

Dabei sollte das Thema Sicherheit aber auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. Schlussendlich ist es als alleinreisende Frau am Ende vermutlich doch gefährlicher als das alleine Reisen als Mann. Auf das Thema Sicherheit und Sicherheitsgefühl kommen wir aber später im Artikel noch einmal zurück. 

Das sagt Dachzeltnomadin Karoline Piegdon über das alleine Reisen als Frau

Ich bin auch fast ausschließlich alleine unterwegs. Ich stehe meistens frei und bin komplett autark. Bisher hab ich ausschließlich positive Erfahrungen gemacht, ich reise aber auch schon ewig immer wieder alleine und bin es gewohnt. Einsam finde ich eine Reise alleine nie, weil ich gut mit mir selber klarkomme. Ich genieße im Gegenteil die Freiheit, spontan entscheiden zu können und mich nicht abstimmen zu müssen. Das Foto war im Juni 2020 in Kroatien.

Karoline hat beim alleine reisen ausschließlich positive Erfahrungen gemacht | Bild: Karoline Piegdon

Das erste Mal allein los…

Nun ist es so weit, du willst das erste Mal alleine los, doch traust dich noch nicht ganz? Dann haben wir ein paar kleine aber feine Ideen, wie du dir das “erste Mal” ein wenig einfacher machen kannst. 

Wie wäre es mit einem spontanen Mädelswochenende? Du könntest für deine erste Tour eine gute Freundin auf einen kurzen Roadtrip mitnehmen. Die erste Tour zu zweit zu meistern ist Gold wert und kann dir genügend Sicherheit geben, schon den zweiten oder dritten Trip alleine zu meistern. 

Wenn du nun also genügend Sicherheit bekommen hast und das erste Mal ganz alleine los willst, dann beginne einfach ganz langsam. Vielleicht zunächst mit einem Tagesausflug alleine, danach dann eine Übernachtung allein und dann steigerst du dich langsam.

Nimm dir die Zeit die du brauchst, manchmal dauert es ein wenig bis es sich gut für dich anfühlt. Mit ein bisschen Übung wird daraus im Verlauf vielleicht sogar schneller als du denkst ein ganzer Urlaub alleine.  

Lass Familie und Freunde wissen wo du dich rumtreibst, zum Beispiel über regelmäßige Updates via Text und Bildnachrichten. Es gibt aber auch Apps (z.B. Polarsteps), mit denen du automatisch oder halbautomatisch deinen Standort regelmäßig teilen kannst.

Somit wissen beide Seiten Bescheid wo du dich genau aufhältst. Das bringt nicht nur dir selbst Sicherheit, sondern auch deinem engsten Umfeld. Häufig sind es nämlich Eltern und enge Freunde, die sich mehr Sorgen machen, als du selbst. 

Alleine den Schnee und das Meer genießen – so lässt es sich leben! | Bild: lebenaufachsen.ch

Hast du keine Angst?

Was alle Alleinreisenden gemeinsam haben, ist wohl ihre Abenteuerlust. Häufig bekommen aber gerade alleinreisende Frauen die Frage gestellt, ob sie nicht Angst haben, wenn sie alleine unterwegs sind. Neben der üblichen Frage, wo man denn auf die Toilette gehen kann, ist das vielleicht sogar die am meisten gestellte Frage an alleinreisende Frauen. 

Dazu ist grundsätzlich zu sagen, dass das Empfinden bei jeder Frau ganz individuell ist und jede Frau auch ihre eigene Komfortzone hat. Die eine macht sich vielleicht in puncto Sicherheit ein bisschen zu wenig Gedanken, während die nächste niemals alleine auf einem Waldparkplatz übernachten würde.

Hier gilt es seine eigene Angst-Wohlfühl-Balance zu finden und ganz genau auszuloten, was sich gut anfühlt und was nicht. Vertraue auf dein Bauchgefühl – es wird dich leiten!

Laura genießt das alleine reisen als Frau in vollen Zügen! Bild: Johanna Soelter

Wenn dir die Stille um dich herum doch einmal zu ruhig wird, dann hör doch einfach eine Folge von deinem Lieblingspodcast (z.B. einen Travel-Podcast von Frauen für Frauen) oder ein paar Lieder aus deiner Lieblingsplaylist. Manchmal fühlt es sich einfach schön an, eine andere Stimme zu hören und die einstige Angst ist wie weggeblasen. 

In den allermeisten Fällen ist die Angst aber nur in deinem Kopf und ziemlich unbegründet. Das angsteinflößende Tier, was du in der Nacht aus der Ferne hörst wird deinen sicheren Schlaf dabei genauso wenig stören, wie das Rascheln im Gebüsch.

Ich (Rebecca) habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass jegliche Angst vor wilden und gefährlichen Tieren oder vor Überfällen in der Nacht einfach nur überzogen war. Ich bin zwar sehr vorsichtig in der Stellplatzwahl und auch beim Reisen an sich, Angst hätte ich aber bisher überall in Europa nicht wirklich haben brauchen. 

Fühlst du dich nicht alleine?

Das Alleinreisen muss bei Weitem nicht einsam sein. Es gibt unzählige Möglichkeiten beim Reisen Kontakte zu knüpfen und keine unangenehme Einsamkeit zu erleben.

Wenn du allerdings deine Ruhe haben und alleine sein möchtest, wirst du dies beim Dachzelten auch finden. Das ist eine tolle Option beim alleine Reisen – du kannst alleine sein, wenn du dich aber einsam fühlst, dann musst du es nicht sein!

Wenn du dafür offen bist, wirst du unterwegs sicherlich schnell neue Kontakte knüpfen und somit neue Leute kennenlernen. Vor allem dann, wenn du alleine unterwegs bist findest du schnell Anschluss – das ist erst einmal überraschend aber durchaus logisch.

Als Pärchen oder in der Gruppe fällst du weniger als Individuum auf. Wenn du alleine im Restaurant sitzt, dann wirst du dagegen schneller einmal Kontakte finden. 

Du kannst dich aber auch durch soziale Netzwerke mit anderen Alleinreisenden vernetzen und austauschen. Inzwischen gibt es sogar eigene Facebook Gruppen für alleinreisende Frauen (z.B. Vanlove Girls), in denen ein reger Austausch unter Mädels herrscht. Dort wirst du sicherlich den ein oder anderen Tipp für deine nächste Reise finden können.

Natürlich hilft auch der Austausch in allen anderen Facebook Gruppen (z.B. der Dachzeltnomaden Facebookgruppe) oder generell die Kommunikation in anderen sozialen Netzwerken, um Einsamkeit vorzubeugen. 

Sollte dich jedoch unerwartet Heimweh auf der Reise überkommen, kann ich (Laura) dir ein paar Tipps mit an die Hand geben, die mir bei akutem Heimweh geholfen haben:

  • Du könntest zum Beispiel eine gute Freundin oder deine Eltern anrufen und von deiner bisherigen Reise erzählen und gleichzeitig hören, was Zuhause alles so passiert ist.
  • Eine schöne Ablenkung findest du auch beim Lesen eines guten Buches oder beim Schauen eines Filmes.
  • Wenn dir die Einsamkeit zu still wird, so kann ich dir den Besuch in einem Museum oder in einem Café empfehlen, dort ist es immer ein wenig wuselig.
  • In größeren Städten wird häufig eine sogenannte free City- Tour angeboten. Diese Tour basiert auf Spenden und ortskundige Locals bringen dir die Stadt mit all ihren Facetten nahe. Auch dort kannst du prima neue Kontakte knüpfen und dich mit anderen Reisenden austauschen.   

Das sagt Dachzeltnomadin Kornelia Tödt über das alleine Reisen als Frau:

Ich bin immer alleine unterwegs. Am Anfang war das komisch. Ich habe das Dachzelt jetzt 3 Jahre und wäge genau ab, wann ich unten im Bus oder oben im Zelt schlafe. Am Liebsten bin ich an ganz einsamen Orten.

Das Foto habe ich im Schwarzwald auf einer Waldlichtung gemacht. Hinter mir war ein Kuhstall und ansonsten war da nur Wald und Wiese. Im Dachzelt zu liegen und zum Sternenhimmel zu gucken ist für mich das Schönste was es gibt. Da vermisse ich keine Gesellschaft.

Kornelia ist am liebsten an ganz einsamen Orten | Bild: Kornelia Tödt

Ist schon einmal etwas Schlimmes passiert?

Eine der großen Ängste beim alleine Reisen als Frau ist die, dass man überfallen oder gar sexuell belästigt/missbraucht wird. Doch ist das wirklich so ein Thema für alleinreisende Frauen? Oder ist auch das nur ein Klischee?

Bisher kam es bei mir (Laura) erst ein einziges Mal vor, dass ich blöd angemacht wurde. Ein älterer Herr parkte mit seinem Auto direkt neben meinem und beobachtete mich ein paar Minuten lang, wie ich auf meinem Beifahrersitz saß und am Laptop arbeitete.

Dann stieg er aus, kam um sein Auto herum und gab mir per Zeichensprache zu verstehen, dass ich die Seitenscheiben ein Stück herunter lassen sollte. Seiner Bitte kam ich nach und öffnete ein paar Zentimeter die Scheibe, jedoch nicht zu weit.

Seine Frage, ob ich seine heimliche Verabredung wäre und was ich die Stunde nehmen würde und ob er mit EC Karte bezahlen könne, wies ich deutlich ab. Danach räumte ich zügig meine Sachen zusammen und fuhr weiter. 

Bei mir (Rebecca) sieht das Ergebnis von drei Jahren Reiseerfahrung ähnlich aus. Ein einziges Mal habe ich ein übergriffiges Verhalten von einem Mann erlebt. In Frankreich am Strand hat mich ein Typ angesprochen, der weder Englisch noch Deutsch konnte und ich kein Französisch. Darum war das Gespräch bald beendet.

Ihm war wohl trotzdem klar, dass ich im Auto lebe und arbeite, weswegen er wohl nach der Dämmerung wieder kam. Er parkte neben meinem Auto und hatte eine Flasche Wein dabei.

Durch meine geschlossene Scheibe hat er mir zu verstehen gegeben, dass ich doch rauskommen soll. War bestimmt nett gemeint, ich habe aber wirklich schnell das Weite gesucht, weil ich das schon aufdringlich und gruselig fand. 

Ein anderes Mal wurde bei mir (Rebecca) ins parkende Auto eingebrochen – das hat aber ja nichts damit zu tun, dass ich als Frau alleine reise. 

Safety first!

Wie ist das eigentlich mit der Sicherheit? Wir hatten ja bereits darüber gesprochen, dass das Thema Sicherheit beim alleine Reisen als Frau einen besonderen Stellenwert einnimmt. Deswegen wollen wir jetzt auch intensiv auf das Thema eingehen, ein paar wichtige Basics besprechen und unsere Erfahrungen zum Thema Sicherheit mit euch teilen. 

Bevor ich (Laura) das erste Mal alleine losgezogen bin, habe ich mir einige “Wenn- Dann” Punkte aufgestellt. Diese waren unter anderem: 

  • Wenn ich an einem Stellplatz ein ungutes Bauchgefühl habe, dann fahre ich weiter. 
  • Wenn ich Heimweh habe, dann rufe ich eine Freundin an und quatsche mit ihr. 
  • Wenn ich mich unwohl fühle, dann drehe ich um und fahre wieder in meine sichere Umgebung.

Das richtige Dachzelt

Auch bei der Wahl meines Zeltes hatte ich (Laura) meine ganz persönlichen Sicherheitsfragen im Kopf. So wollte ich unbedingt zu allen Seiten Fenster haben, um in alle Richtungen blicken zu können. Somit fiel eine Dreieckshartschale für mich bereits aus dem Raster. Eine Übersicht der verschiedenen Dachzelttypen findest du übrigens hier.

Zudem war es mir wichtig das Zelt schnell abbauen zu können, falls ich mich unwohl fühle und weiterfahren möchte. Daher kamen sowohl ein Klappdachzelt als auch eine Hybridvariante für mich nicht in Frage. Ein blickdichter Zeltstoff war mir ebenfalls wichtig, so lässt sich von außen nicht absehen wie viele Personen sich im Zelt aufhalten. +

Wie Lauras Dachzelt Setup aussieht, kannst du dir hier angucken:

Soll ich die Leiter über Nacht stehen lassen oder mit ins Zelt nehmen? Ich persönlich lasse die Leiter über Nacht draußen am Zelt stehen. Bisher hatte ich dadurch noch keine unschöne Begegnungen. Die meisten Leute verstehen, dass dort mein privater Bereich beginnt, in denen sie nicht unbedingt Einblick bekommen.

Bei der Fahrzeughöhe meines Autos von etwas mehr als 2 Metern fühle ich mich zudem sicherer, da ich auf das Geschehen um mich herum von oben blicken kann und die Passanten nicht auf Augenhöhe an meinem Zelt vorbeilaufen.  

Mir (Rebecca) war es bei der Dachzeltauswahl wichtig, rechts und links einen Einstieg zu haben. Falls doch mal jemand von der einen Seite reinkommen mag, kann ich noch immer auf der anderen Seite abhauen. Wenn es im Dachzelt nur einen Eingang gibt und die andere Seite mit einer Hartschale verschlossen ist (z.B. beim Hybriddachzelt), besteht diese Möglichkeit nicht.

Außerdem war es mir ebenfalls wichtig, dass ich keine Leiter am Boden stehen haben muss. Bei einem Klappdachdachzelt kannst du die Leiter nicht mit ins Dachzelt nehmen. Bei einem Hartschalendachzelt geht das und du rollst dem Einbrecher nicht auch noch den roten Teppich aus. 

Unter dem Radar

Um zu verhindern, dass Außenstehende über dein Fahrzeug Rückschlüsse ziehen können wer damit unterwegs ist, ist es wichtig entsprechende Aufkleber vom Auto zu entfernen.

Aufkleber wie beispielsweise „Tussi on Tour“ oder  „Mädel allein unterwegs“ sind in diesem Zusammenhang eher kontraproduktiv. Auch beim Anbringen deines Instagramlabels ist Vorsicht geboten, denn darüber kann jeder Außenstehende mit nur wenigen Klicks ziemlich viele persönliche Informationen von dir abrufen: Nicht nur Informationen über dich und dein Fahrzeug, sondern auch ob du Wertsachen wie zum Beispiel Laptop, Kamera oder eine Drohne dabei hast.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, den rosafarben Plüschlenkradbezug würde ich (Laura) bei einer Solotour als Frau auch zu Hause lassen. Bedenke also bei jeder Verzierung deines Fahrzeuges, was du damit an Fremde aussendest. 

Das sagt Dachzeltnomadin Jasmin Lorenz über das alleine reisen als Frau:

14 Monate, 28 Länder, 55.000 km, 6 neue Reifen, ein Querlenkerbruch, eine erneuerte Solarbatterie, heiß gewordene Handbremsen, einige diverse ausgetauschte Sicherungen und Relais, einen Platten, zweimal im Sand festgefahren, einige unmoralische Angebote, nach zwei Einbruchsversuchen…Würde ich es AUF JEDEN FALL EMPFEHLEN! LOS MÄDELS, TRAUT EUCH!

Denn es gibt einem so viel zurück, auch mal allein mit sich unterwegs zu sein… Herausforderungen zu meistern, in Stresssituationen auf die helfenden Hände zu warten… DENN – DIE WERDEN KOMMEN! Festzustellen, dass man bzw. Frau es definitiv auch gern mal allein ausprobieren oder schaffen kann.

Glaubt mir, euch werden die unglaublich, wunderbaren Momente unvergesslich sein. Neue Menschen und Kulturen, neue Geschichten und Erinnerungen. Und wie in meinem Fall, vielleicht auch mal ein neuer Begleiter (ein Hund).

Es warten Abenteuer auf Euch! Egal ob in Deutschland oder auf der arabischen Halbinsel: Ihr müsst nur den Schlüssel umdrehen und auf Euch vertrauen! 

Jasmin rät allen Alleinreisenden Frauen: Los Mädels, traut euch! | Bild: Jasmin Lorenz

Das sollte unbedingt mit

Was hingegen nützlich sein kann, ist eine Männerjacke oder einen Männerpullover auf dem Beifahrersitz zu platzieren. So wird der Anschein erweckt, als wärst du mit einem Mann unterwegs. Da geht es primär nicht einmal darum, dass ein Mann dabei ist, sondern einfach nur um eine zweite Person.

Außerdem kannst du einen Wassernapf für einen Hund aufstellen, obwohl du gar keinen Hund dabei hast. Oder du bringst Aufkleber eines großen Hundes an dein Auto an, um die Platzierung des Wassernapfes nochmals zu unterstreichen. Beides kann von außen betrachtet „abschreckend“ wirken. Genauso funktioniert auch eine Hundeleine an deiner Leiter oder irgendwo am Dachzelt. Am Besten sollte beides benutzt aussehen. 

Der Notschlafplatz

Mir (Laura) war es persönlich wichtig, noch einen Notschlafplatz im Auto zu haben, falls ich mich irgendwo unwohl fühle und das Dachzelt nicht aufbauen möchte.

Dazu habe ich in meinem Fahrzeug eine ausziehbare Liegefläche eingebaut. Tagsüber kann ich diese zum „Sofa“ umbauen und dort sitzen, ein Buch lesen oder kochen. Zur Nacht kann die Liegefläche dann noch verbreitert werden, sodass ich dort die ein oder andere Nacht schlafen kann.

Die Gesamtlänge meines Notschlafplatzes beträgt zwar nur 1,50 m doch obwohl ich etwa 1,65 m groß bin kann ich dort bequem liegen. Dieser Notschlafplatz bietet mir auch die Möglichkeit ungesehen mitten in der City zu übernachten, so habe ich zum Beispiel eine Nacht in Berlin Mitte verbracht, als ich partout keinen anderen Platz zum Dachzelten fand.

Außerdem habe ich die Scheiben im hinteren Teil des Fahrzeuges mit 90%iger Folie getönt, so kann niemand von außen in mein Auto blicken. Das ist auch Gold wert!

Allzeit bereit

Für mich (Laura) ist wichtig fahrtüchtig zu bleiben, wenn ich alleine unterwegs bin. Ich verzichte lieber auf das wohlverdiente Feierabendbier, habe dadurch aber die Möglichkeit, im worst case nachts jederzeit den Schlafplatz verlassen zu können.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist es auch, das eigene Fahrzeug sowie das Dachzelt sehr gut zu kennen. Zur Not kann ich mein komplettes Setup im Stockdunklen abbauen, falls ich mich zu unwohl fühle, um eine Taschenlampe zu benutzen. 

Genauso wichtig ist es auch sich abfahrbereit beim Wildcampen zu halten. Es kann durchaus sinnvoll sein, dass man immer in der Richtung parkt, in der man im Notfall auch abhauen kann. Auch aus diesem Grund hat ein Hartschalendachzelt für mich (Rebecca) mehr Sinn gemacht als ein Klappdachzelt oder Hybriddachzelt. Mit dem Hartschalendachzelt kann man im Notfall auch im geöffneten Zustand fahren, bei den anderen Dachzelt Typen klappt das eher weniger bis gar nicht. 

So ist Rebecca unterwegs:

Die Tarnung

Viele alleinreisende Frauen legen sich für den Alltag eine gewisse Tarnung zu. Das kann der Hundenapf vor dem Dachzelt sein, obwohl man keinen Hund hat, oder der Ehering am Finger, obwohl man nicht verheiratet ist. 

Schlau ist auch durchaus nicht jedem auf die Nase zu binden, dass man alleine unterwegs ist. Ganz im Gegenteil ist es manchmal sogar schlauer von dem Partner zu erzählen, der gerade angeln oder einkaufen ist – safety first eben!

Notwehr

Wie würdest du reagieren, falls wirklich einmal eine Notsituation eintreten sollte? Im Idealfall bist du auf die Situation zumindest vorbereitet und hast schon einen Notfallplan im Kopf. Wenn du nämlich das Ganze schon einmal gedanklich durchgespielt hast, dann bist du nicht ganz so überrascht und die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass du besonnen reagieren kannst. 

In erster Linie können wir dir grundlegende Kenntnisse in der Selbstverteidigung wärmstens empfehlen. Das hilft dir nicht nur, wenn du wirklich einmal angegriffen wirst, sondern auch für dein eigenes Sicherheitsgefühl. Sobald du nämlich weißt, wie du dich im Ernstfall verteidigen kannst, fühlst du dich automatisch sicherer. 

Hilfreich sind im worst case außerdem viele verschiedene Hilfsmittel zur Abwehr von Angriffen, angefangen von der Trillerpfeife, mit der man einfach Lärm machen kann, bis hin zu Pfefferspray oder ähnlichen Waffen zur Angriffsabwehr.

Was davon in Deutschland erlaubt ist und vor allem auch in dem Reiseland, in das du unterwegs bist, solltest du vorher stets checken. Pfefferspray beispielsweise darf in Deutschland von jedem erworben und zur Notwehr auch gegen Menschen genutzt werden, obwohl auf dem Spray eindeutig steht, dass es nur gegen Tierabwehr eingesetzt werden darf. In Dänemark und Norwegen ist Pfefferspray hingegen gar nicht erlaubt. 

Das sagt Dachzeltnomadin Alexandra Haas über das alleine Reisen als Frau:

Auch ich bin alleine, mit meinem Auto und Dachzelt, autark unterwegs. Bisher durfte ich ausschließlich positive Erfahrungen sammeln. Ich fahre Campingplätze an, oder stehe auch mal frei, sofern es sich für mich gut anfühlt. Diese Form des Reisens kommt meinem Gefühl von “frei sein” am nächsten. Alleine deshalb, weil ich dann völlig unkompliziert das “wohin, wann und wie” nach meinen Bedürfnissen und nach meinem Tempo festlegen kann.

Ich reise gern von Ort zur Ort und halte mich meist nur eine Nacht an einem Platz auf. Oft ist am Morgen noch unklar, wo ich am Abend lande. Ich fürchte mich nicht.. Ich vertraue! Und ja.. Ich bin alleine. Doch niemals fühle ich mich einsam. 

Alleine verreisen heißt, ich nehme alles sehr intensiv, fokussiert und ungestört wahr. Ich kann Zeit und Raum vergessen, ohne dass jemand “Anstoß” daran nehmen könnte. Meine Familie bestand darauf, dass ich für die Nächte ein Pfefferspray mit hoch ins Zelt nehme.. damit fühlen sie sich wohler… Leider bin ich noch nie so wirklich auf andere DZ Nomaden gestoßen. So ein Austausch unter Frauen wäre bestimmt mal cool!

Das alleine reisen als Frau kann so wunderbar sein. | Bilder: Alexandra Haas

Standort teilen

Wenn die ganze Welt wissen kann, wo genau du dich gerade aufhältst, dann ist es da vermutlich nicht mehr ganz so sicher, oder?

Wie verhält sich das aber mit Social Media Posts? Gerade beim alleine Reisen solltest du dreimal überlegen, ob du deinen Standort mit allen deinen Followern teilst. Sinnvoll ist auf jeden Fall Stories, Posts und auch Kommentare zumindest um 24 Stunden zu verschieben.

Denn wo du gestern dein Nachtlager aufgeschlagen hast, ist dem potentiellen Einbrecher am Ende wirklich egal. 

Der richtige Stellplatz: Campingplatz vs. Frei stehen

Eine wirklich wichtige Frage beim alleine Reisen ist der richtige Stellplatz für dein Nachtlager. Egal für welchen Stellplatz du dich dabei entscheidet, die oberste Regel dabei ist immer, dass du dich wohl fühlen solltest.

Zuerst einmal ist die Frage aller Fragen, ob du lieber auf einem Campingplatz übernachtest, oder frei stehen magst. Viele frischgebackene Alleinreisende entscheiden sich erst einmal für den Campingplatz, weil sie dich dort sicherer fühlen.

Doch ist es wirklich sicherer? Oder ist das frei stehen auf einem Waldparkplatz am Ende die sicherste Variante? So oder so ist es wichtig ein paar Grundregeln zu beachten und immer auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen!

Campingplätze eignen sich super für den Start in das alleine Reisen mit Dachzelt. Für viele Dachzeltnomaden ist das Dachzelten auf einem Campingplatz ideal. Vor Ort gibt es Duschen, WC’s und vor allem: viele andere Menschen. Da muss es doch sicher sein. 

Doch wie schaut es eigentlich auf dem typischen Stellplatz beim frei stehen aus? Ist es da auch sicher, oder eher gefährlich? Ich (Rebecca) denke, dass es durchaus sicher ist, wenn man einige Grundregeln beachtet. Diese sind vor allem: 

  • jeden Tag den Stellplatz wechseln und 
  • tagsüber nicht da aufhalten, wo du nachts auch stehen magst
  • Setup erst kurz vorm schlafen gehen aufbauen
Manchmal kann man sich trotz dem alleine reisen als Frau auch über netten Besuch von anderen Dachzeltnomaden freuen. | Bild: Katja Seidel

Wenn du diese Grundregeln beachtest, dann müsste dich ja erst einmal jemand aktiv verfolgen, um dich zu überfallen oder ähnliches. Wenn du aber erst abends deinen ausgewählten Stellplatz anfährst, dann ist die Wahrscheinlichkeit schon sehr gering, dass du dort als Dachzelter auffällst.

Die größte Gefahr, die ich (Rebecca) beim wild stehen sehe ist, dass du von einem Grundstücksbesitzer oder von Ordnungshütern (nachts) weg geschickt wirst, weil das campieren dort nicht erlaubt ist. Eine Nacht im oder auf dem Auto zu übernachten ist zwar grundsätzlich erlaubt, trotzdem würde ich persönlich nicht diskutieren, wenn jemand dich auffordert einen Platz zu verlassen.

Fazit alleine reisen als Frau

Die Frage war: Alleine reisen als Frau – macht das Sinn? Ist das gefährlich? Kann man das einfach so machen? Worauf sollte man achten? Wir hoffen, dass wir diese Fragen für dich beantworten konnten. 

Für mich (Rebecca) ist das Alleinreisen als Frau überhaupt kein Problem, solange ich mich an die Grundregeln bei der Stellplatzwahl halte. Gepaart mit einem gesunden Bauchgefühl habe ich jetzt in drei Jahren stets einen guten Schlaf und angenehme Tage gehabt. Ich kann jedem – egal ob Frau oder Mann – wärmstens empfehlen, einfach loszuziehen, wenn das Fernweh ruft. Mit ein bisschen Vorsicht und gesundem Menschenverstand ist das auch als alleinreisende Frau super möglich. 

Ich (Laura) kann mich dem nur anschließen, mir ist es wichtig stets zu wissen wo ich mich aufhalten und wie ich meinen Schlafplatz zur Not verlassen könnte. Dazu zählt unter anderem mein Fahrzeug in Fluchtrichtung zu parken und den Fahrersitz freigeräumt zu lassen. Außerdem wähle ich weise, wem ich erzähle, dass ich Vollzeit im Auto unterwegs bin. Gute Freunde und Bekannte wissen zwar Bescheid, doch brauche ich diese Information nicht jedem vorbeilaufendem Spaziergänger “auf die Nase binden”.

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Mit dem Dachzelt nach Norwegen

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Wolltest du schon immer mal mit dem Dachzelt nach Norwegen? Dann geht es dir wie den meisten Dachzeltomaden. Norwegen steht mit Abstand auf Platz 1 auf der Liste der beliebtesten Dachzelt Reiseziele.

Kein Wunder, denn das Land der Trolle und Fjorde hat einiges zu bieten, was das Dachzeltnomdenherz höher schlagen lässt. Eine atemberaubende und abwechslungsreiche Landschaft, offene und freundliche Menschen und unglaublich viel Platz und Weite, die einen die Freiheit im Dachzelt so richtig spüren lässt. 

Wenn du Norwegen als Reiseziel auserkoren hast, lieber gestern als morgen mit deinem Dachzelt losziehen willst, dir aber noch 1000 Fragen auf der Seele brennen, dann bist du hier genau richtig. 

Hier erfährst du alles, was du über deine Dachzelt Reise nach Norwegen wissen musst! Von den Basics wie Anreise, Sprache, Währung und Kosten über Regeln und Gesetze beim Dachzelten bis hin zu Plätzen, die du unbedingt gesehen haben musst. In diesem Artikel bekommst du auch ein paar Tipps und Tricks an die Hand, die deiner Reise nach Norwegen das i-Tüpfelchen aufsetzen können. 

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, so haben wir dir hier den Artikel einmal als DZN Live zusammen gefasst:

Falls dir noch weitere Frage auf dem Herzen liegen oder du aus eigenen Erfahrungen Ergänzungen zu diesem Artikel beisteuern willst, melde dich gerne bei uns!


Warum Norwegen?

Fjorde, Berge und Meer soweit das Auge reicht – mehr muss man eigentlich dazu nicht sagen. Norwegen ist landschaftlich nicht nur atemberaubend, sondern noch dazu auch noch sehr abwechslungsreich. An jeder Ecke kannst du etwas entdecken, hinter jeder Kurve eröffnet sich ein neues Fotomotiv. In Norwegen ist für fast jeden Geschmack etwas dabei.

Das Land ist riesig und erstreckt sich von der Höhe Dänemarks bis weit hinter den Polarkreis. Du kannst bis an den nördlichsten Punkt Europas reisen und atemberaubende Naturschauspiele wie die Polarlichter beobachten.

Lofoten aufgenommen von Hamnoy | Bild: Maik Richter, Diana Schadwinkel

Du kannst Tage und Nächte erleben, die niemals enden, wunderbar angenehme sommerliche Temperaturen genießen aber auch den rauen Winter mit unfassbar vielen Schneemassen.

In Norwegen findest du einzigartige Aussichten auf malerische Fjordlandschaften, die dir den Atem stocken lassen und du bekommst dort wieder ein Gefühl dafür, wie gewaltig und gleichzeitig wunderschön die Natur sein kann.

Wenn du Abenteuer liebst, gerne Freiheit spürst und absolute Ruhe suchst, dann bist du in Norwegen genau richitg. Im Grunde genau das, was man mit einem Dachzelt erleben will, kannst du dort am besten spüren und in vollen Zügen genießen.

Skagsanden Beach | Bild: Maik Richter, Diana Schadwinkel

Egal ob du auf Campingplätzen unterwegs bist oder gerne frei stehst. Du triffst fast überall auf absolute Ruhe, freundliche Menschen und wunderbare Natur.

Norwegen ist das perfekte Dachzelt-Reiseziel, wenn du…

… gerne mitten in der unberührten Natur bist

… Abenteuer suchst

… lange Tage oder Nächte feierst

… gerne weite Strecken fährst

… Ruhe im Urlaub magst

… es lieber kühl als warm magst

… gerne wandern gehst

… auch gut mit rauerem Wetter klarkommst

… atemberaubende Fotomotive suchst

Das sagt Dachzeltnomade Frank über seine Norwegen Reise

Ich war schon 15 x mal da. Davon 13 x mit Auto und Zelt. Norwegen ist immer wieder mega schön. Was Norwegen so besonders macht sind die atemberaubende Landschaft , Gletscher , Fjorde , Berge und Meer auf engstem Raum. Super hilfsbereite Menschen und perfekt in die Natur integrierte Campingplätze oder Stellplätze. Und man kann auch “wild ” übernachten.  

Anreise nach Norwegen – so kommst du hin

Viele Wege führen ans Ziel, doch nur einen kann man fahren! So ist es auch bei der Anreise nach Norwegen. Du hast grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten, wenn du mit deinem eigenen Auto anreisen willst und beide führen über das Wasser: mit der Fähre oder über Brücken.

Mit der Fähre

Der beliebteste Weg für Norwegen Urlauber ist wohl mit der Fähre direkt nach Norwegen überzusetzen. Die meisten Fähren legen von Hirtshals in Dänemark ab, du kannst aber auch direkt von Kiel in die Hauptstadt nach Oslo übersetzen.

Diese Direktfähren gibt es nach Norwegen. | Bild: ferrycenter.ch

Dabei kommt es ganz darauf an, welche Region du in Norwegen bereisen möchtest. Wenn es dich eher in den Norden zieht, bietet es sich an, eine Fähre nach Stavanger oder direkt nach Bergen zu nehmen. Wenn du dein Unwesen lieber in Südnorwegen treiben möchtest, kannst du auch eine kürzere und meist günstigere Fähre nach Kristiansand, Langesund oder Larvik nehmen.

Die kürzeren Fährstrecken sind dabei häufig tagsüber zu buchen. Die längeren Überfahrten finden auch oft über Nacht statt. Du kannst dich bei der Buchung entscheiden, ob du einen normalen Sitz, einen Schlafsitz oder eine Kabine buchen magst. Im Auto darf man während der Fahrt auf keiner Fähre bleiben, im Dachzelt natürlich auch nicht.

Eine Verpflegung an Board ist auf vielen Schiffen durch Restaurants und Bistros gewährleistet, du kannst aber auch dein eigenes Essen und Trinken konsumieren.

Übrigens: für Hunde gelten auf Fähren besondere Bestimmungen. Im Auto bleiben dürfen Hunde auf einigen Fähren übrigens nicht, auf andern wiederum müssen sie im Auto warten. Bitte informiere dich vorher darüber, wenn du mit Hund unterwegs bist.

Insgesamt kannst du bei der Überfahrt in der Hauptsaison mit etwa 100 Euro für das Fahrzeug und einer Person rechnen. Es gibt immer mal wieder Sonderangebote oder auch Reisezeiten (Hochsaison), die besonders teuer sind. Außerdem kommt es auch auf die Fahrzeughöhe, Breite und Länge an. Hier haben wir ein paar Spartipps für dich:

Spartipps Fähre:

  • Fährüberfahrt frühzeitig buchen: wenn du schon ein halbes Jahr vorher buchen kannst, dann mach das ruhig! In der Regel werden die Preise eher teurer als günstiger.
  • Auf der norwegischen Webseite buchen: Übe den Buchungsprozess einmal auf der Webseite mit der “de”-Endung auf deutsch. Wenn du das gemach hast, dann teste es noch eimal auf der Webseite mit der “no”-Endung. Häufig findest du dort die günstigeren Preise.
  • Buche nicht an Hauptreisezeiten: Wenn es dir möglich ist, dann buche eher an einem Wochentag, als am Wochenende. Auf verschiedenen Fährvergleichsportalen (z.B. directferries.de) kannst du einsehen, welche Tage und Reisezeiten günstiger wären.

Es gibt auch die Möglichkeit über Schweden nach Norwegen zu fahren und kleinere Fähren auf dem Weg zu nehmen. Dabei kannst du von Puttgarden nach Rødby oder von Rostock nach Gedser übersetzen. Eine weitere Fähre musst du dann von Helsingør nach Helsingborg nehmen. Diese Fähren fahren regelmäßig und müssen meist nicht im Vorfeld gebucht werden.

Über Brücken

Du willst lieber flexibel ohne vorherige Buchungen unterwegs sein oder vielleicht einfach keine Fähre fahren? Kein Problem! Es gibt auch einen “Landweg”. Dieser führt dich über die bekannte die Storebeltbrücke in Dänemark und die Öresundbrücke, die auf ca. 8 Kilometern Strecke Dänemark und Schweden miteinander verbindet.

Eine Überfahrt über die beiden Brücken kostet einfach etwa 100 Euro und kann teilweise! online gebucht werden. Die Online Buchung ist übrigens günstiger als die Bezahlung vor Ort! Genauere Informationen über die Preise und Buchungen findest du beim ADAC.

Atlantikstrasse | Bild: Maik Richter, Diana Schadwinkel

Brücke oder Fähre?

Insgesamt macht es preislich keinen großen Unterschied. Wichtig ist bei der Überlegung, ob du lieber über die Fähre oder die Brücke nach Norwegen anreisen solltest die Frage, wo du am Ende genau hinwillst. Hier spielt nämlich die insgesamt zurückzulegende Entfernung eine große Rolle.

Nehmen wir an, du startest in Hamburg und magst nach Oslo. Dann fährst du über die Brücke insgesamt 925 km. Wenn du die Fähre nimmst, musst du für das gleiche Ziel mit dem Auto nur 649 km selbst zurücklegen. Hier liegt der Unterschied bei nur ca. 300 km.

Wenn du allerdings von Hamburg nach Bergen fahren möchtest, dann sieht das schon ganz anders aus. Auf dem Landweg fährst du insgesamt 1.575 km, während du bei der Variante mit der Fähre nur 515 km bis nach Hirtshals mit dem Auto selbst zurücklegen musst. Die restliche Zeit kannst du dann in deiner Kabine in Ruhe ausruhen oder auf dem Deck den Sonnenuntergang genießen.

Atlantikstrasse | Bild: Maik Richter, Diana Schadwinkel

Hier wirst du am Ende entscheiden müssen, was dir mehr liegt oder nach welchen Fotomotiven du gerne Ausschau halten möchtest.

Das musst du in Norwegen gesehen haben!

Vermutlich würde ein ganzes Jahr nicht ausreichen, um in Norwegen wirklich alles zu sehen, was sehenswert ist. Trotzdem gibt es ein paar ganz besondere Fleckchen Erde in Norwegen, die wir dir gerne ans Herz legen würden. Auf dem Weg zu diesen besonderen Reisezielen findest du aber ganz sicher noch hunderte andere schöne Plätze zum Verweilen und Staunen – versprochen!

Dabei kommt es natürlich wie immer darauf an, wie lange du Urlaub hast, wie weit du insgesamt reisen magst und wie viel Strecke du pro Tag machen magst. Fangen wir einmal mit den Reisezielen an, die am weitesten von Deutschland weg liegen.

Das sagt Dachzeltnomade Basti über seine Norwegen Reise

“Ich war 2019 mit meinem Bulli und Dachzelt in Norwegen unterwegs. Für mich bedeutete es das größte mir Stellplätze zu suchen, von denen aus mein Blick über gefühlt unendlich weite Hochebenen schweifen konnte. Einer meiner beeindruckendsten Momente war direkt mit Blick auf einen Gletscher! Und ein weiteres persönliches Highlight: wenn man dann noch den Moment dort alleine verbringen kann – unbezahlbar!” – Mehr von Basti: @bullibus.on.tour

Nordnorwegen

Du bist ambitioniert, was lange Entfernungen angeht? Lange Autofahren machen dir nichts aus? Super! Dann setz dich hinter das Steuer und mach dich auf nach Nordnorwegen!

Nordnorwegen | Bild: Wikipedia.org

Nordkapp

Ein Besuch am Nordkapp lohnt sich in meinen Augen auf jeden Fall! Es ist zwar “nur” ein riesig großer Felsvorsprung, von dem aus man auf das weite Meer blicken kann. Das Feeling dabei ist aber etwas ganz besonderes. Du stehst eben am nördlichsten Punkt Europas. Wie oft macht man das im Leben?

Bis zum Globus selbst kann man nur im Winter fahren – zu Fuß kommt man aber immer hin! | Bild: rebeccaontheroof.com

Außerdem ist am Nordkapp auch ein Informationszentrum, in dem du spannende Infos über Norwegen und vor allem das Nordkapp erhältst. Der kurze Doku-Film in dem Infozentrum ist besonders zu empfehlen!

Allerdings solltest du die Entfernung nicht unterschätzen. Selbst wenn du bis nach Bergen mit der Fähre anreist, hast du noch immer 2.222 km Fahrt vor dir. Das sind insgesamt 30 Stunden reine Fahrzeit hin und 30 Stunden zurück. Wenn du mit Auto und Dachzelt an das Nordkapp fahren möchtest, lässt sich diese kleine Bürde aber leider schwer vermeiden.

Ansonsten mach doch den Weg zum Ziel. Auch der Weg zum Nordkapp hat einiges zu bieten.

Auf dem Weg zum Nordkapp: Der Svartisen Gletscher | Bild: Diana-Schadwinkel

Übrigens kannst du sogar am Nordkap selbst auf einem Stellplatz übernachten. Ist das nicht ein schönes Trostpflaster für die lange Anreise? Außerdem kannst du im Sommer hier hautnah miterleben, wie die Sonne am Nordkapp nicht mehr untergeht und im Winter siehst du mit etwas Glück die besten Nordlichter ever!

Lofoten

Du weißt nicht, was die Lofoten sind? Stell dir vor es werden ein paar riesige Berge mit schneebedeckten Gipfeln in den Atlantik gestreut. Dan verbinde diese Inselchen mit Straßen und baue noch ganz viele kleine rote, typisch norwegische Häuser auf das Land. Tadaaa!! Das sind die Lofoten – vereinfacht erklärt.

Lofoten: Das Reiseziel schlechthin in Norwegen | Bild: Diana Schadwinkel

Wenn du ohnehin schon bis an das Nordkapp gekommen bist, dann kannst du auch noch einen kleinen “Abstecher” auf die Lofoten einplanen. An jeder Ecke ein anderer Ausblick auf idyllische Bilderbuchmotive. Diese traumhafte Inseln wirst du lieben!

Vesterålen

Du findest die Lofoten etwas zu touristisch und überlaufen? Dann lohnt es sich für dich bestimmt einen Blick auf die Nachbarinseln zu werfen. Die Vesterålen sind noch viel ursprünglicher und weniger bekannt als die Lofoten. Deshalb aber nicht weniger schön!

Mit ein bisschen Glück findest du auch so wunderbare Stellplätze direkt am Meer. Mit Sandstrand umrahmt von Hügeln und schneebedeckten Bergen im Hintergrund.

Die Vesterålen sind mindestens genau so schön, wie die Lofoten! | Bild: rebeccaontheroof.com

Südnorwegen

Die meisten von uns Dachzeltnomaden werden vermutlich nicht so häufig in den Genuss von mehr als drei Wochen zusammenhängenden Urlaub kommen. Wenn du also “nur” zwei-drei Wochen Urlaub hast, lohnt es sich alleine schon wegen der langen Fahrtzeiten in den Norden, in Südnorwegen zu bleiben. Aber keine Sorge – da gibt es auch genug wunderbare Urlaubsziele für deinen Dachzelt Urlaub.

Südnorwegen | Bild: Wikipedia.org

Kjerag & Kjeragbolten

Hast du Lust auf eine kleine Bergtour am Lysefjord? Dann schnüre dir die Wanderschuhe an, pack genug Proviant (v.a. Wasser!) ein und los gehts auf den Gipfel des Kjerag. Die Wanderung ist 11 km lang und dauert insgesamt 6-10 Stunden, ein bisschen fit solltest du also auf jeden Fall sein für die Tour.

Wer mutig ist, kann sich trauen: Ein Erinnerungsbild auf dem Kjerag | Bild: Sirdal Skisenter

Dafür wirst du aber am Gipfel auch belohnt – und das nicht nur mit einem guten Ausblick! Es bietet sich dir zusätzlich die Möglichkeit ein kleines, aber bekanntes Erinnerungbild vom Kjeragbolten zu schießen, wenn du dich traust. Denn dieser Felsklotz hängt zwischen zwei anderen Felsen quasi in der Luft. Wenn du dich traust, wird dich dieses Erlebnis bestimmt noch lange begleiten.

Preikestolen

Ebenfalls am Lysefjord findest du den bekannten Preikestolen. Der Preikestolen – auf deutsch Felskanzel – ist ein monumentaler Felsvorsprung, der über den Lysefjord hinausragt.

Der Preikestolen – eine windige Angelegenheit | Bild: Julia Nothelfer

Diese Wanderung ist etwas einfacher als die Tour zum Kjerag, aber immer noch ca. 4 Stunden Gehzeit. Inklusive einem knackigen Anstieg von 500 Höhenmetern versteht sich.

Diese Tour zählt zu den beliebtesten Reisezielen Norwegens und ist im Hochsommer sehr gut frequentiert. An besonders beliebten Tagen wandern mehr als 2.000 Wanderer pro Tag auf dieser Tour. Ein sehr frühes Aufstehen kann bei dieser Wanderung also durchaus lohnen, wen man den Preikestolen noch einigermaßen für sich haben möchte.

Im Sommer ist am Preikestolen wirklich viel los – früh aufstehen lohnt sich! | Bild: Diana Wulf

Trolltunga

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei, also haben wir noch eine dritte Wanderung für dich: die Tour zur Trolltunga (deutsch: Trollzunge). Diese Wanderung führt durch alpines Gelände. Dabei sind insgesamt 28 km und 800 Höhenmeter zu überwinden.

Der Blick von der Trolltunga über den Ringedalsvatnet See | Bild: Elle & Nicole Elbers

Diese Tour sollte meiner Meinung nach wirklich nur mit entsprechender Fitness gegangen werden, sonst macht es spätestens beim Abstieg und besonders bei schlechtem Wetter einfach keinen Spaß mehr und wird auch gefährlich.

Wenn du aber fit und erfahren bist, dann wirst du auf dem Hochplateau mit einem sagenhaften Ausblick über den See Ringedalsvatnet und die umliegende Berglandschaft belohnt. Außerdem kannst du sicherlich ein Bild von dir auf der berühmten Trollzunge erhaschen – zumindest wenn du dafür eine Weile in der Schlange stehen magst. Denn auch hier ist ziemlich viel Betrieb.

Tipp: Die “kleine” Trolltunga

Wenn du dich auf dem Weg zur “großen” Trolltunga rechts hälst und an der Klippe entlang gehst, wird dir eine kleine Trollzunge auffallen, die die meisten Touristen auf ihrem Weg zum Hotspot übersehen. Während die einen bei der großen Trolltunga Schlange stehen, kannst du dich nach Herzenslust auf deiner privaten Trolltunga vergnügen und Fotos schießen.

Die kleine Trolltunga unterhalb der touristisch überlaufenen Trollzunge | Bild: vogeladventure.com

Geirangerfjord

Ein ganzes Stück weiter nördlich findest du den bekannten Geirangerfjord. Der Fjord besticht mit seiner unbeschreiblichen Schönheit, aber auch mit einigen senkrecht herabstürzenden Wasserfällen. Das Befahren des Geirangerfjord mit einem schwimmbaren Untersatz ist fast schon Pflicht, wenn man dort ist.

Direkt am Geirangerfjord gibt es übrigens sehr naturnahe Campingplätze. In der Hochsaison solltest du diese allerdings rechtzeitig vorher buchen.

Trollstigen

Wenn du schon einmal in der Gegend bist, dann kannst du mit deinem Dachzelt-Mobil auch noch die Trollstigen (deutsch: Trollleiter) erklimmen. Diese Straße ist eine der schönsten Pässe Norwegens und macht vor allem mit einem verhältnismäßig kleinen, wendigen Dachzelt-Mobil Spaß zu fahren.

Oben angekommen kannst du die abenteuerliche Straße und den Ausblick noch einmal von der Aussichtsplattform aus bewundern.

Einmal die Trollstigen rauf und runter fahren lohnt sich auf jeden Fall! | Bild: vogeladventure.com

Lindesnes Fyr

Lindesnes ist der südlichste Punkt Norwegens und ebenfalls unbedingt einen Besuch Wert bei deiner Dachzeltreise. Der Leuchtturm Lindesnes Fyr ist der älteste Norwegens. Das erste Leuchtfeuer wurde hier 1656 gezündet und das jetzige Gebäude stammt von 1915. 

Lindesnes Fyr – Der südlichste Punkt Norwegens| Bild: Julia Nothelfer

Der Leuchtturm und das Gelände mit Museum kosten zwar 8€ Eintritt, der Ausblick wird aber auf jeden Fall entschädigen! Und wenn du bis zum Abend bleibst, kannst du einen herrlichen Sonnenuntergang über der Südküste Norwegens genießen.

Mit etwas Glück gibt es einen fantastischen Sonnenuntergang am Lindesnes Fyr | Bild: vogeladventure.com

Regeln & Gesetze beim Dachzelten in Norwegen

Andere Länder – andere Sitten. Fragst du dich auch welche besonderen Regeln & Gesetze in Norwegen besonders mit dem Dachzelt für dich relevant sind? Hier findest du die Antworten.

So traumhaft kann es sein: Ein Stellplatz direkt am Ufer des Hurdalsjøen | Bild: vogeladventure.com

Jedermannsrecht

Eine der spannendsten Regelungen in Norwegen für uns Dachzeltnomaden ist wohl das Jedermannsrecht. Diese Regelung besagt im Groben, dass man überall für 1-2 Nächte übernachten darf. Dabei sollte die Natur, die Bewohner und auch andere nicht gestört werden – das ist Grundvoraussetzung. In der Nähe von Wohnhäusern oder geschützter Natur ist dabei ganz besondere Vorsicht und Rücksicht geboten. Außerdem gelten natürlich Verbotsschilder trotz des Jedermannsrecht.

Norwegen ist für uns das perfekte Dachzelt-Reiseziel | Bild: Henning Unnerstall
Norwegen ist für uns das perfekte Dachzelt-Reiseziel | Bild: Henning Unnerstall

In touristischen Regionen wie z.B. rund um den Geirangerfjord oder der Trolltunga ist es nach meiner Erfahrung im Sommer nicht ganz so einfach einen passenden Platz zum frei stehen zu finden. Glücklicherweise ist das Land aber wirklich sehr groß und weitläufig. Ein paar Kilometer weiter fahren lohnt sich also in sehr vielen Fällen und kann den schönsten Platz in der herrlichsten Natur bieten.

Das sagt Dachzeltnomadin Nicole über ihren Dachzelt Urlaub

Ich habe mein Herz schon vor Jahren in Norwegen verloren, aber als ich letztes Jahr fast 4 Wochen dort oben mit dem Dachzelt unterwegs war hat diese Liebe sich in jede einzelne Faser meines Körpers verankert. 

Norwegen an sich hat schon alle Zutaten die es zu eines meiner Lieblings Urlaubsländer macht: sehenswerte Städte, die berühmten Fjorde, Wasserfälle, Berglandschaften und National Parks. Aber der Reise mit dem Dachzelt hat es dieses spezielle etwas zu bieten.  

Denn wer Norwegen mit Dachzelt sagt, der sagt auch relativ einfaches Wildcamping, zugängliche faszinierende und abwechslungsreiche Natur, atembenehmende Schlafzimmer Ausblicke und tolle Bekanntschaften mit Gleichgesinnten. Bergpässe, Fjord Überfahrten, Wälder, Wasserfälle und Wildlife. 

Wunderbare Natur findet sich in Norwegen überall. | Bild: Nicole Wehmeijer

ABER: Das Jedermannsrecht gilt für das Übernachten ohne Aufbauten. Damit ist auch das Übernachten in oder auf einem motorisierten Gefährt nicht Bestandteil dieser Regelung. Auch wenn das freie campen in der Regel geduldet wird, ist das wichtig zu wissen!

Wenn du dich weiter über Regeln und Gesetze informieren willst, schau dir mal den folgenden ausführlichen Artikel über das Wildcampen an.

Angeln

In Norwegen darfst du ganz ohne Angelschein überall im Salzwasser (Meer und Fjorde) angeln. Ist das nicht genial? Im Süßwasser hingegen (Bäche, Flüsse, Seen) brauchst du hingegen eine Genehmigung. Diese bekommt du in Touristeninfos, an Tankstellen, am Kiosk oder auch in Sportläden.

Auch für Anfänger geeignet: Thilo bevor er seinen ersten Fisch fing | Bild: vogeladventure.com

Es wäre doch schade, wenn du an einem Fjord stehst, alle um dich rum angeln und du kannst dir keinen frischen Fisch fischen. Wenn du das also möchtest, dann sei besser vorbereitet.

Feuer

Ein Lagerfeuer ist in Norwegen grundsätzlich erlaubt, solange man dabei der Natur nicht schadet. In der Nähe von Wäldern darfst du vom 15. April bis 15. September hingegen nicht anschüren, außerdem oft auch nicht in Naturparks oder Naturschutzgebieten.

Lagerfeuer ist das non plus ultra nach einem schönen Tag in der Natur. Aber ist es überall in Norwegen erlaubt? | Bild: vogeladventure.com

Wildkräuter und Beeren

Im Prinzip darfst du in Norwegen alles zum direkten Verzehr pflücken und konsumieren, was frei zugänglich ist. Einzig bei der Moltebeere gelten vor allem im Norden Einschränkungen. Wenn du auf der Jagd nach dieser leckeren Beere bist, solltest du dich vorher informieren, ob du die Moltebeere dort, wo du bist, pflücken darfst oder nicht.

Auto fahren in Norwegen

Wie ist das eigentlich mit dem Auto fahren in Norwegen? Brauchst du eine Vignette? Musst du dein Fahrzeug anmelden? Und wie ist das eigentlich mit den Straßenverhältnissen?

Wie kommt man zu den schönsten Stellplätzen? | Bild: vogeladventure.com

Routenplanung

Die Entfernungen in Norwegen sind wirklich nicht zu unterschätzen. Das Land ist viel größer als es den Anschein macht und aufgrund der oft fehlenden Autobahnen kommst du bei weitem nicht so schnell voran, wie in Deutschland.

100 Kilometer kannst du in den meisten Fällen nicht in einer Stunde zurücklegen. Je weiter nördlich und abgelegen du unterwegs bist, desto mehr Zeit solltest du für die Routenplanung einkalkulieren. Ich persönlich habe für 100 Kilometer eher 1,5-2 Stunden gerechnet.

Auch die entlegensten Straßen in Norwegen sind im ausgezeichneten Zustand | Bild: vogeladventure.com

Eine Straßenkarte dabei zu haben, ist übrigens nicht immer die schlechteste Idee. Der Handyempfang ist zwar vielerorts ausgezeichnet, in entlegenen Regionen kann es aber durchaus sein, dass keine Navigation mehr funktioniert.

Fähren

Bei einigen Strecken musst du außerdem kleinere Fährüberfahrten einrechnen. Die Überfahrten sind an den viel befahrenen Strecken meist recht regelmäßig. Schwieriger wird es in abgelegenen Gegenden oder spät abends. Da kann es schon einmal vorkommen, dass du an einer Fähre landest und dort vor dem nächsten Morgen nicht weiterkommst. Gut, dass du deinen Schlafplatz dabei hast.

Fähren gibt es in Norwegen zu Hauf. Sich vorher über die Fahrzeiten zu erkundigen macht Sinn | Bild: vogeladventure.com

Die Straßenverhältnisse

Im Süden Norwegens und rund um die größeren Städte sind die Straßenverhältnisse wirklich gut und ganz als üblichen europäischen Standard zu sehen. Je weiter man nach Norden und in weniger besiedeltes Land kommt, desto einfacher werden die Straßen. Meist sind auch die Fernstraßen nur noch einspurig und in manchmal eher mittelmäßigem Zustand.

Dennoch kann man auf allen Autobahnen und Fernstraßen ohne Probleme von A nach B reisen.

Das sagt Dachzeltnomade Marc über seinen Dachzelt Urlaub

Wenn man ein in einem Land sein Möchte, dass eine fast unberührte Natur hat sollte man nach Norwegen fahren. Wenn man dort wandert ist es etwas anderes als hier in Deutschland. Man hat nur ein paar Markierungen aber sonst die pure Natur – keine vorpräparierten Wanderwege oder ähnliches. Man wird auch nicht als Dachzeltnomade komisch angeguckt wenn man wild campt. Die Menschen sind nett und hilfsbereit.

Wenn man die Landstraßen entlang fährt, kann man alle ca. 20 Minuten anhalten und ein perfektes Foto von der Landschaft schießen. Es ist einfach atemberaubend. Ach ja: Norwegen ist auch für Motorradfahrer äußerst empfehlenswert. Wer Kurven mag wird Norwegen lieben!

Maut & Tunnel

In Norwegen wird für alle Straßen und Tunnel Maut erhoben, solange die Bauprojekte noch nicht refinanziert sind. Entweder wird dafür dein Kennzeichen automatisch gescannt (hier kannst du dein Fahrzeug registrieren) und du bekommst die Rechnung nach ein paar Wochen nach Hause gesandt oder du zahlst direkt vor Ort.

Wildunfälle

Aufpassen solltest du vor allem im Sommer und der Dämmerung wegen der Rentiere und der Elche. Schnell ist eines der Tiere übersehen und in dein Dachzelt-Mobil gerannt oder du dagegen geprallt. Das Risiko eines Wildunfalls ist wesentlich höher, als man es sich hierzulande vorstellen kann. Außerdem decken viele KFZ-Versicherungen einen Zusammenprall mit Elchen nicht ab. Also doppelt aufgepasst!

Das sagt Dachzeltnomadin Tanja über ihren Dachzelt Urlaub

Das Beste am Dachzelturlaub in Norwegen war, dass man ohne Probleme überallhin fahren konnte. Die Straßen sind oft sehr eng und mit Auto und Dachzelt kommt man viel besser überall durch, als wenn man ein großes Wohnmobil hat. Außerdem sind die Fährpreise mit einem Auto auch deutlich günstiger als mit großen Mobilen. Sonst ist es einfach schön, wenn man aus dem Dachzelt auf einen Fjord sehen kann.

Währung & Kosten in Norwegen

Wie zahlt man in Norwegen und wie viel zahlt man? Für die Urlaubskasse sind das wichtige Fragen und sollte in der Planung berücksichtigt werden.

Währung

Norwegen ist nicht Teil der EU und hat deswegen eine eigene Währung. In Norwegen zahlst du mit der norwegischen Krone. Der Betrag wird dabei immer auf die nächste ganze Krone auf- bzw. abgerundet. Eine norwegische Krone sind in etwa 10 Euro-Cent.

In Norwegen kannst du fast alles und überall mit Kreditkarte zahlen – selbst das Brötchen beim Bäcker. Auf meinem ersten 3-wöchigen Norwegen Urlaub mit Dachzelt habe ich nur etwa 50 Euro Bargeld gebraucht. Das ist nicht nur praktisch, es wird auch gerne gesehen. Beachten solltest du dabei, dass du häufig den PIN brauchst, diesen also unbedingt mitnehmen!

Ein klein bisschen Bargeld solltest du allerdings trotzdem parat haben – und wenn es nur 10 Kronen für das warme Wasser auf dem Campingplatz sind.

Kosten

Insgesamt gilt Norwegen als wesentlich teurer in den Lebenshaltungskosten, als Deutschland. Deshalb bringen viele in ihren Campingurlaub ganz viele Lebensmittel von zuhause mit. Ich persönlich habe keinen großen Unterschied beim Einkauf gespürt. Die Grundnahrungsmittel sind ähnlich teuer, wie hierzulande.

Lebensmittel in Norwegen sind etwa gleich teuer wie in Deutschland. Ausnahme: Alkohol. | Bild: vogeladventure.com

Teuer wird es allerdings beim Thema Alkohol, Zigaretten und Benzin. Das kann schon wirklich schnell in die Urlaubskasse gehen. Außerdem ist es auch ziemlich teuer auswärts essen zu gehen.

Campingplätze in Norwegen sind meist etwas günstiger, als in Deutschland. Man bezahlt nur die Fahrzeug Kategorie mit der man unterwegs ist, egal wie viele Personen an Bord sind. Warmwasser in den Duschen kostet auch extra, was aber mit 0,50 € für 5 Minuten recht günstig ist.

Sprache

In Norwegen wird grundsätzlich norwegisch gesprochen. Praktisch ist allerdings, dass in Norwegen ein Großteil der Bevölkerung Englisch spricht. Dadurch ist eine Kommunikation mit Norwegern in den meisten Fällen doch recht easy.

Trotzdem empfiehlt es sich die wichtigsten Sätze und Wörter auf norwegisch zu kennen. Alleine schon wegen dem automatischen Sympathiebonus.

Herzlich und gastfreundlich: Eine norwegische Familie, die Thilo zu sich nach Hause einlud. | Bild: vogeladventure.com

Land & Leute in Norwegen

Insgesamt sind die Norweger als freundliches und hilfsbereites Volk bekannt. Ein paar Benimmregeln sollte man allerdings beachten.

Beispielsweise ist es in Norwegen nicht üblich, dass man Smalltalk mit fremden Personen betreibt. Ein Plausch über das Wetter oder über die vielen Mücken gehört also eher ins eigene Dachzelt, als an die Rezeption des Campingplatzes.

Einmal falsch geparkt und schon neue Freunde gemacht: So kann es gehen nach einer Nacht auf einem Privatgrundstück in Norwegen | Bild: vogeladventure.com

Anders verhält sich das wohl, wenn der Norweger selbst Urlaub hat. Dann lässt er sich auch gerne mal auf ein Gespräch über dies und das ein. Dein Gefühl wird dich da bestimmt gut leiten!

Ich habe in Norwegen überall durchweg positive Erfahrungen gemacht. Selbst als ich mich am Sonntag Nachmittag in einem Graben festgefahren habe, hat mir ein Anwohner ohne Murren geholfen und mich wieder aus dem Graben gezogen. Eine kleine Flasche Schnaps als “Bezahlung” kann für solche Missgeschicke übrigens Gold wert sein!

Das sagen die Dachzeltnomaden Angela & Henning über ihren Dachzelt Urlaub

Norwegen ist für uns das perfekte Dachzelt-Reiseziel, weil hinter wirklich jeder Kurve der perfekte Stellplatz mit grandioser Aussicht lauern kann. Die Vielfalt und Weitläufigkeit des Landes sind einfach Atemberaubend, von Fjorden über Sandstrände bis hin zu anspruchsvollen Wanderungen in bergigem Terrain wird einem alles geboten was ‘Mutter Natur’ so hergibt. Und nicht zuletzt die Norweger selbst tragen durch Ihre Offenheit und Hilfsbereitschaft dazu bei das man sich willkommen fühlt und seine Reise richtig genießen kann.

Sonne, Berge, Fjord und tolle Natur – das ist Norwegen. | Bild: Henning Unnerstall

Das musst du mit Hund in Norwegen wissen

Die Besonderheiten mit Hund in Norwegen fangen schon bei der Einreise an. Wenn du mit der Fähre nach Norwegen übersetzt, musst du darauf achten, welche Fährgesellschaft du buchst. Bei den meisten muss der Hund im Fahrzeug verbleiben und man muss das Fährpersonal fragen, ob man zu seinem Hund ins Fahrzeug darf.

Einmal mit den Hunden in Norwegen ist es wunderschön. Vorher gibt es aber einiges zu beachten | Bild: Julia Nothelfer

Bei den längeren Überfahrten gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten den Hund zu transportieren: Entweder darf der Hund mit in die Kabine oder wird in einer Mietbox untergebracht. Diese befinden sich in einem bestimmten Bereich, wo es auch eine Möglichkeit zum Gassi gehen gibt.

Bei der Einreise ist außerdem zu beachten, dass der Hund beim Zoll angemeldet werden muss, sprich du musst dich auf jeden Fall im “roten Bereich” melden. Man zieht eine Nummer, legt am Schalter den Heimtierausweis vor und darf dann weiter reisen, wenn alle Bestimmungen erfüllt sind.

Diese Bestimmungen müssen erfüllt sein:

  • das Tier muss mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung (vor 2011) versehen sein
  • du musst einen EU-Heimtierausweis vorweisen können
  • eine Tollwutimpfung muss vorhanden sein (min. 21 Tage alt bei Erstimpfung)
  • eine durch den Tierarzt bestätigte Bandwurmbehandlung muss vorhanden sein (max. 120-24 Stunden vor Einreise) 
  • alternativ gilt die 28 Tage Regelung, wenn der Hund öfter im Jahr nach Norwegen ein und aus reist (am besten den Tierarzt fragen)

Außerdem herrscht in Norwegen Leinenpflicht und die Pflicht, den Kot des Tieres aufzuräumen.

Eine Einreise mit Dachzelt und Hund ist also in Norwegen nicht unmöglich, aber mit etwas Aufwand verbunden. Wenn du mit Hund auf Reisen bist, wirst du das aber ohnehin schon gewöhnt sein. 

Eine Wanderung mit Hunden in Norwegen: Unbezahlbar | Bild: Julia Nothelfer

Campingplätze für Dachzelte in Norwegen

Besondere Campingplätze für Dachzeltnomaden in Norwegen gibt es nicht. Man ist allerdings auf jedem normalen Campingplatz herzlich willkommen!

Reservieren kann man die Campingplätze in der Regel nicht. Man fährt sie einfach an und fragt, ob noch Platz ist. Bei den meisten ist die Rezeption nicht dauerhaft besetzt, es hängt aber ein Zettel aus, der dir sagt, was bei deiner Anreise zu tun ist und wann jemand da ist, bei wem du dann bezahlen kannst.

Eingefasst in wunderschöne Natur: Campingplätze in Norwegen | Bild: Julia Nothelfer

Das Tolle an norwegischen Campingplätzen ist, du kannst dir deinen Platz frei wählen und dich hinstellen, wie und wo du möchtest. Die Norweger sind da total entspannt.

Und hat man mal keine Lust mehr auf sein Dachzelt, so kann man spontan für wenig Geld eine Hütte auf dem Platz anmieten.

Was ist an Norwegen nicht so geil?

Bist du anfällig für Mücken? Dann könntest du im Sommer in Norwegen leichte bis mittelschwere Schwierigkeiten bekommen. Überall am Wasser und auch im Inland sind die Mücken bis auf den Winter ein großes Problem. Das sollte dich natürlich nicht von diesem herrlichen Reiseziel abhalten, nervig ist es aber schon. Abhilfe verschafft Mückenschutz.

Anstrengend können auf Dauer auch die wirklich großen Entfernungen sein. Bei einem Roadtrip nach Norwegen kann es schnell passieren, dass du das Gefühl hast den ganzen Tag nur im Auto zu sitzen. Gerade mit Kids kann das schnell anstrengend werden. Dafür ist der Ausblick aber meistens schön – immerhin!

Von Dachzeltnomaden für Dachzeltnomaden: Norwegen-Geheimtipps

Der Sommer kann schnell zu Winter werden!

Du fährst im Sommer nach Norwegen und packst dein Dachzelt-Mobil auch entsprechend? Das ist grundsätzlich eine gute Idee, allerdings solltest du bedenken, dass selbst im Sommer die Temperaturen in Norwegen mancherorts bis in den einstelligen Bereich fallen können.

Die Nächte sind zwar im Sommer nicht so lang, dafür aber gerade in höheren Lagen manchmal ziemlich kalt und am Meer häufig windig. Es lohnt sich also auch Klamotten und Decken für kältere Temperaturen an Board zu haben.

Maut-, Tunnel- und Fährkosten sparen

Im Urlaub sollte es zwar in erster Linie nicht zu sehr ums Sparen gehen, wie ist es aber, wenn man durch die richtigen Infos vor dem Urlaub eine Menge Geld sparen kann?

So ist es beispielsweise durch gewisse Mitgliedschaften und Abos möglich, auf Fähren bis beim Fahrpreises zu sparen. Ob sich das für dich lohnt, hängt natürlich von der individuellen Situation ab, aber ein bisschen Recherche in diese Richtung schadet sicher nicht, vor allem, wenn du öfters nach Norwegen reisen möchtest.

Schlafmaske (Tipp von Nicole)

Wer im Sommer nach Norwegen reist, der weiß vermutlich, dass die Nächte sehr kurz und die Tage sehr lang sind. Je nach dem wie dein Schlafverhalten ist, kann eine Schlafmaske für einen erholsamen Schlaf Gold wert sein.

Wenn du also weißt, dass du bei Tageslicht nicht gut schlafen kannst, dann sollte eine Schlafmaske in deiner Packliste nicht fehlen.

Strom marsch! (Tipp von Nicole)

Landstrom gibt es vermutlich auf jedem Campingplatz in Norwegen. Du solltest aber beachten, dass du meistens einen Adapter für den Landstrom brauchst. Normalerweise kannst du den Adapter auch vor Ort mieten. Einen eigenen dabei zu haben, sichert dir aber auf jeden Fall den richtigen Anschluss.

Wenn du dich komplett autark mit Strom versorgen möchtest, oder gar keine Campingplätze anfährst, dann kannst du natürlich dein Fahrzeug und dein Camping Equipment mit Solar Strom oder einer zweiten Batterie versorgen.

Schau doch einfach in unseren anderen Artikeln zum Thema Strom vorbei:

Müll (Tipp von Daniel)

Deinen Müll wieder mitzunehmen und nicht in der Natur zu lassen sollte selbstverständlich sein. Wir verlassen unsere Plätze ja immer sauberer, als wir sie vorgefunden haben!

Müll sammeln, der einem nicht gehört: Wir hinterlassen Plätze sauberer als wir sie vorgefunden haben. | Bild: vogeladventure.com

Doch was machst du, wenn der Fuchs, der Mader oder der Vielfraß den Müll über Nacht überall verteilt? Dann solltest du ihn natürlich auch aufheben. Vermeiden kannst du das aber gut, in dem du deinen Müll über Nacht einfach verschlossen im Auto aufbewahrst, zum Beispiel in einem kleinen Mülleimer. Dann passiert das erst gar nicht.

Einkaufen – gewusst wie (Tipp von Nicole)

Wenn du in Norwegen Lebensmittel einkaufen möchtest, dann empfiehlt es sich durchaus die Supermarkt-Kategorien voneinander unterscheiden zu können. Die Supermärkte Kiwi, Meny und Rema 1000 sind die Discounter. Joker, Coop, Spar und Bunnpris sind hingegen teurer.

Alkohol ist in Norwegen ziemlich teuer. Wer aber trotzdem die Reisevorräte auffüllen muss, sollte das auf jeden Fall vor Samstag Abend machen. Man kann zwar in Norwegen auch sonntags einkaufen gehen, Alkohol gibt es aber ab Samstag Abend bis Montag früh keinen zu kaufen.

Wer eher auf Hochprozentiges, Wein und normales Bier steht, der muss sich nach staatlichen Vinmonopolet Geschäften umschauen, denn nur diese dürfen in Norwegen alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehhalt von über 4,75% verkaufen.

Die beste Reisezeit (Tipp von Nicole)

Die beste Reisezeit nach Norwegen ist vermutlich dann, wenn in Norwegen keine Ferien sind. Diese sind im Sommer von Mitte Juni bis Mitte August, aber auch an Ostern und Anfang Oktober noch einmal.

Abgesehen davon, dass in Norwegen mehr los ist, wenn auch noch alle Einheimischen Urlaub haben, sind auch die Preise während der Urlaubszeit höher als in der Nebensaison. Ein Umschiffen der Hauptsaison ist also durchaus zu empfehlen.

Weitere Blogs und Informationen

Rebeccas Reise zum Nordkapp und zurück

Norberts Skandinavien Rundreise – Der ultimative Roadtrip zum Nordkap und zurück

Fazit: Dachzelt Urlaub in Norwegen

Wer einmal mit Dachzelt in Norwegen war, der wird meistens zum Wiederholungstäter. Das Land ist abenteuerlich, bezaubernd und einfach nur wunderschön.

Außerdem bietet Norwegen genug tolle Sehenswürdigkeiten und Naturspektakel, so dass du deinen Dachzelt Urlaub mindestens zehn mal nach Norwegen planen kannst. Langweilig wird es dir dort sicher so schnell nicht werden.

Übrigens geht Norwegen nicht nur im Sommer zur Mitternachtssonne. Auch im Winter bietet Norwegen atemberaubende Natur und eine Ruhe, die du kaum woanders so gut genießen kannst. Von dem ganz besonderen Schauspiel der Nordlichter, die man aus dem Dachzelt heraus beobachten kann ganz zu schweigen. Natürlich ist es kalt, aber es lohnt sich in meinen Augen absolut!

So schön, kann Norwegen im Winter sein: Mit den Nordlichtern schlafen gehen. | Bild: Diana Schadwinkel
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Dachzelt Regeln & Gesetze

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Sichere dir deine persönliche DACHZELT BERATUNG!

Du träumst von einem Dachzelt aber das riesige Angebot überfordert dich? Du suchst jemanden, der deine individuellen Fragen direkt und persönlich beantwortet? Dann haben wir etwas für dich! Die DACHZELT BERATUNG von Dachzeltnomaden für Dachzeltnomaden! 

Hast du dich auch schon einmal gefragt, welche Regeln & Gesetze du mit deinem Dachzelt besonders beachten musst? 

Wie schnell darf ich mit Dachzelt fahren? Wo darf ich überhaupt übernachten und wie werde ich mit Dachzelt von Campingplätzen, Fähren und Mautstationen eingestuft? Was muss ich insgesamt beachten mit dem Dachzelt auf dem Dach?

Wir haben die wichtigsten Regeln recherchiert und wollen dir all diese Fragen in einem Blog-Artikel beantworten. Brennt dir noch eine Frage auf dem Herzen, die wir hier noch nicht beantwortet haben? Dann schicke uns doch gerne deine Frage per Mail, wir werden diese und die Antwort in den Artikel noch mit aufnehmen. 

Bitte beachte, dass der Inhalt des Artikels auf unseren Recherchen und jahrelangen Erfahrungen basiert und keine rechtskräftige Gültigkeit hat.

Dieser Artikel behandelt die Regeln und Gesetze für Deutschland. Wenn du weitere Informationen über andere Länder haben willst, kannst du direkt nach unten scollen. Dort haben wir einige interessante weiterführende Links für dich gesammelt.

Wichtig: Wir bieten dir hier eine fundiert recherchierte Zusammenfassung aller uns bekannter Regeln und Gesetze, die das Dachzelt tangieren. Wir übernehmen allerdings keine Gewähr. Bitte informiere dich im Zweifel auch noch einmal selber. 

Wenn du lieber schaust als liest, dann kannst du dir die komplette DZN Live Sendung zum Thema “Regeln und Gesetze beim Dachzelten” hier noch einmal anschauen:

Welche Gesetze gelten für das Dachzelt in Deutschland?

Grundsätzlich gibt es keine speziellen Gesetze für das Reisen mit Dachzelt. Da wir aber mit dem Auto und damit auch mit dem Dachzelt unweigerlich am Straßenverkehr teilnehmen, gilt hier vorrangig die Straßenverkehrsordnung. Was die zu beachtenden Gesetze rund um den Dachzelturlaub angeht, müssen wir uns also hauptsächlich an der StVO orientieren.

Wenn du in der StVO ein wenig stöbern magst, dann findest du hier den gesamten Gesetzestext online. 

Die Grundregeln der StVO erinnern dabei stark an allgemeine Werte der Dachzeltnomaden, wie beispielsweise leben und leben lassen, Rücksicht und aufeinander Acht geben. 

Wenn wir diese Grundregeln der StVO also immer und jederzeit beachten, dann sollte einem entspannten Dachzelturlaub (was die zu beachtenden Gesetze angeht) nicht wirklich etwas in die Quere kommen. 

§ 1 Grundregeln 
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Im Laufe dieses Artikels werden wir noch detaillierter auf die Straßenverkehrsordnung eingehen. Sie wird uns bei Themen wie Ladungssicherung, Parken, Schnelligkeit usw. wieder begegnen. Alle zitierten Gesetzestexte stammen aus der StVO, wenn nicht anders angegeben.

Ist ein Dachzelt Ladung?

Was wir mit dem Auto so alles dürfen oder eben auch nicht, das lernen wir meist schon früh in der Fahrschule. Ob wir diese Führerscheinprüfung heute noch immer bestehen würden, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt, aber darum geht es ja auch nicht. 

Das Dachzelt auf dem Auto macht dein Auto per se grundsätzlich erst einmal zu keiner anderen “Kategorie Gefährt”. Was du aber zusätzlich beachten musst ist, dass du jetzt sogenannte Ladung mit dir spazieren fährst. Ein Dachzelt gilt laut StVO nämlich als Ladung.

Damit du mit dieser Ladung im Straßenverkehr nichts falsch machst, findest du hier die wichtigsten Punkte, die du jetzt beachten musst. 

Dachzelt & Ladungssicherung 

Zuerst einmal solltest du dich um die Sicherung deiner Ladung kümmern. Das Dachzelt muss jederzeit so gesichert sein, dass selbst bei einer Vollbremsung oder bei Ausweichmanövern nichts wackelt oder verrutscht. 

§ 22 Ladung
(1) Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.

In der Regel sollten dafür die handelsüblichen Befestigungspunkte des Dachzelts an deinen Dachträgern reichen. Bedenke dabei allerdings, dass hier vor allem während der Fahrt erhebliche Kräfte auf dein Dachzelt und eben auch die Befestigungspunkte wirken. Was also anfangs im Stand bombenfest wirkt, muss es während der Fahrt nicht mehr unbedingt sein. Du solltest also regelmäßig – am besten vor jedem Fahrtantritt – prüfen, ob dein Dachzelt noch richtig gesichert ist.

Nicht vergessen: auch die Dachträger können sich verschieben oder an den Befestigungspunkten lösen. Auch diese sollten demnach regelmäßig gecheckt werden. 

Wie muss das Dachzelt gesichert werden?

Generell sollte das Dachzelt erst einmal ordnungsgemäß montiert werden. In den meisten Fällen wird das Dachzelt mit Konterplatten und Schrauben auf entsprechenden Schienen befestigt. Im Idealfall nutzt du hier selbstsichernde Muttern und checkst regelmäßig, dass die Schrauben fest sitzen. 

Die Dachträger selbst sollten auch in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Sind sie noch gerade oder hängt was durch? Sind die Befestigungspunkte noch da, wo sie hingehören? Macht alles noch einen stabilen Eindruck?

Ein ordentlicher Rütteltest verrät dir, ob noch alles sicher sitzt. Wackel einfach mal so gut du kannst an deinem Dachzelt. Wenn da noch alles passt und nichts rutscht, dann ist das schon die halbe Miete. 

Auch die Reling solltest du in regelmäßigen Abständen checken. Ist diese noch intakt? Wackelt oder klappert was? 

Mach diesen Test auch, wenn du im Dachzelt bist. Schau dir die Reling genau an. Biegt sie sich deutlich durch? Kommen die Befestigungsschrauben des Dachzeltes an dein Autodach? 

Wenn du dir nicht sicher bist, ob alles passt, dann lass lieber einmal zu viel als einmal zu wenig in der Werkstatt oder bei einem Fachmann nachsehen. 

Das Dachzelt kann übrigens auch fest auf den Trägern montiert nach rechts oder links verrutschen. Viele Kreisel und schnelle Kurven machen es möglich. Auch das gehört also regelmäßig gecheckt. 

Sitzt das Dachzelt noch mittig, wie es in den meisten Fällen sitzen soll? Oder ist es schon nach rechts gerutscht? Ein kurz angehaltener Zollstock auf beiden Seiten kann helfen. Wenn dein Dachzelt verrutscht sein sollte, dann unbedingt wieder ausrichten und die Verschraubung prüfen!

Apropos Schrauben – verrostete Schrauben oder Teile (z.B. Konterplatten) gehören natürlich getauscht!

Darf ich auf/neben das Dachzelt noch mehr laden?

Einige Dachzelte bieten die Möglichkeit, zusätzliche Ladung auf dem Dachzelt selbst zu transportieren. Wenn du auf dein Dachzelt noch mehr laden möchtest, musst du auch hier ganz besonders auf die Ladungssicherung achten. 

Wenn du deine Ladung nicht ausreichend gegen Verrutschen oder gar Herabfallen sicherst, kannst du sie unterwegs verlieren. Das kann nicht nur für dich, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. Kein Autofahrer hinter dir freut sich, wenn ihm auf der Autobahn Standheizungskisten, Gepäckstücke oder Kanister entgegen kommen. 

Mit dem richtigen Dachzelt kannst du sogar einen Ersatzreifen transportieren.

Du kannst deine Ladung grundsätzlich fest mit der Karosse oder einem Dachgepäckträger verschrauben und/oder mithilfe von Spanngurten sichern. Im Innenraum ist es auch möglich, Ladung so ineinander zu verkeilen, dass sie auch bei einer Vollbremsung nicht mehr rutschen kann. 

Damit ist sie in der Regel auch ausreichend gesichert. Allerdings solltest du nicht vergessen, dass die Ladung auch im Falle eines Überschlages nicht durch die Gegend fliegen darf.

Neben der Ladungssicherung musst du bei einer zusätzlichen Beladung deines Dachzeltes auch noch andere Punkte beachten: 

  • nicht jedes Dachzelt ist für eine weitere Zuladung geeignet. Im DACHZELT KONFIGURATOR kannst du dir die Dachzelte filtern, die eine Zuladung technisch erlauben.
  • beachte die individuelle Dachlast deines Fahrzeuges
  • du darfst die zulässige Gesamthöhe und -breite deines Fahrzeuges nicht überschreiten. 

Auf diese Punkte wird weiter unten im Artikel genauer eingegangen.

Wie hoch & breit darf das Auto sein?

Im Prinzip ist da ziemlich viel Luft nach oben und zur Seite. Insgesamt gelten aber folgende Normen, was die Breite und die Höhe deines Dachzelt-Mobils angeht: 

§ 22 Ladung
(2) Fahrzeug und Ladung dürfen zusammen nicht breiter als 2,55 m und nicht höher als 4 m sein.

Diese Werte darfst du also mit Auto samt Ladung/Dachzelt nicht überschreiten. Aber ist es dabei erlaubt, dass das Dachzelt breiter ist als das Auto und auch nach vorne/hinten übersteht?

Wie viel Überhang ist erlaubt?

Bei dem Thema Überhang des Dachzeltes wird es schon etwas umfangreicher mit den Vorschriften, aber auch das ist am Ende nicht so kompliziert, wie es aussieht. 

Überhang nach vorne

Deine Ladung darf nach vorne bis zu einer Höhe von 2.50 m nicht über das Fahrzeug hinausragen. Was erst einmal nach einer Einschränkung klingt, ist in der Dachzelt-Realität überhaupt kein Problem.

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Selbst bei einem kleinen Fahrzeug wirst du es eher nicht schaffen, dass dein Dachzelt nach vorne über das Auto übersteht. | Foto: Monique Rossmeier

Ein Dachzelt, das nach vorne über dein Auto hinausragt, wäre ohnehin zu groß oder viel zu weit vorne platziert und so für die Fahrt nicht sicher befestigt. 

§ 22 Ladung
(3) Die Ladung darf bis zu einer Höhe von 2,50 m nicht nach vorn über das Fahrzeug, bei Zügen über das ziehende Fahrzeug hinausragen. Im Übrigen darf der Ladungsüberstand nach vorn bis zu 50 cm über das Fahrzeug, bei Zügen bis zu 50 cm über das ziehende Fahrzeug betragen.
Zu Absatz 3 III. Es ist vor allem verboten, Kanister oder andere Blechbehälter ungesichert auf der Ladefläche zu befördern.

Überhang nach hinten

Am hinteren Teil deines Dachzelt-Mobils sieht das allerdings ganz anders aus. Nach hinten darf deine Ladung bis zu 1,50 m über dein Auto hinausragen. Wenn das Dachzelt allerdings mehr als 1m über deine Rückstrahler hinausragen sollte, dann musst du die Ladung beispielsweise mittels einer Fahne oder eines Schildes kenntlich machen.

Auch hier gilt allerdings: mehr als ein Meter Überhang ist bei einem Dachzelt ohnehin aus rein physikalischer Sicht nicht zu empfehlen. 

Solltest du aber auf deinem Dachzelt oder in deinem Auto lange Gegenstände transportieren, gelten folgende Regeln:

§ 22 Ladung
(4) Nach hinten darf die Ladung bis zu 1,50 m hinausragen, jedoch bei Beförderung über eine Wegstrecke bis zu einer Entfernung von 100 km bis zu 3 m; die außerhalb des Geltungsbereichs dieser Verordnung zurückgelegten Wegstrecken werden nicht berücksichtigt. Fahrzeug oder Zug samt Ladung darf nicht länger als 20,75 m sein. Ragt das äußerste Ende der Ladung mehr als 1 m über die Rückstrahler des Fahrzeugs nach hinten hinaus, so ist es kenntlich zu machen durch
1. mindestens eine hellrote, nicht unter 30 x 30 cm große, durch eine Querstange auseinander gehaltene Fahne,
2. ein gleich großes, hellrotes, quer zur Fahrtrichtung pendelnd aufgehängtes Schild oder
3. einen senkrecht angebrachten zylindrischen Körper gleicher Farbe und Höhe mit einem Durchmesser von mindestens 35 cm.
Diese Sicherungsmittel dürfen nicht höher als 1,50 m über der Fahrbahn angebracht werden. Wenn nötig (§ 17 Absatz 1), ist mindestens eine Leuchte mit rotem Licht an gleicher Stelle anzubringen, außerdem ein roter Rückstrahler nicht höher als 90 cm.
4 IV. Vgl. auch § 32 Abs. 1.

Überhang zur Seite

Zur Seite darf dein Dachzelt insgesamt 40 cm über deine Fahrzeugleuchten (Standlicht) hinausragen, ohne dass du etwas markieren musst. Wenn deine Ladung mehr als 40 cm über die Fahrzeugleuchten hinausragt, dann musst du bei Dunkelheit und Dämmerung Leuchten anbringen. 

Großes Dachzelt auf großem Auto - bis zu den Seitenspiegeln darfst du ohne Probleme! | Bild: Natalie Ewen
Großes Dachzelt auf großem Auto – bis zu den Fahrzeugleuchten darfst du locker ohne Probleme und noch darüber hinaus! | Bild: Natalie Ewen

Auch hier gilt aber wieder einmal: viel Sinn macht es nicht, dass ein Dachzelt mehr als 40 cm auf jeder Seite über das Auto herausragt. Ganz davon abgesehen, dass es eher wie ein Flugzeug aussieht, ist die Gefahr auch groß, dass es sich bei Belastung durchbiegt und Schaden nimmt. 

Vermutlich solltest du in diesem Fall dann eher ein kleineres Dachzelt für dein Fahrzeug wählen. 

§ 22 Ladung
(5) Ragt die Ladung seitlich mehr als 40 cm über die Fahrzeugleuchten, bei Kraftfahrzeugen über den äußeren Rand der Lichtaustrittsflächen der Begrenzungs- oder Schlussleuchten hinaus, so ist sie, wenn nötig (§ 17 Absatz 1), kenntlich zu machen, und zwar seitlich höchstens 40 cm von ihrem Rand und höchstens 1,50 m über der Fahrbahn nach vorn durch eine Leuchte mit weißem, nach hinten durch eine mit rotem Licht. Einzelne Stangen oder Pfähle, waagerecht liegende Platten und andere schlecht erkennbare Gegenstände dürfen seitlich nicht herausragen.

Wie schnell darf man mit Dachzelt fahren?

Mit der Geschwindigkeit ist das so eine Sache. Prinzipiell darfst du mit Ladung genau so schnell fahren, wie ohne. Die meisten Dachzelthersteller geben allerdings Werte zwischen 100 und 130 km/h an. Diese Geschwindigkeitsrichtlinien sind auch von unserer Seite zu empfehlen.

Ganz abgesehen davon, dass die Windgeräusche bei hohen Geschwindigkeiten stark zunehmen und dein Spritverbrauch exponentiell steigt, wirken bei hohen Geschwindigkeiten auch Kräfte, die die Befestigungspunkte des Dachzeltes zusätzlich belasten. Ein frühes Versagen, Verschiebung des Dachzeltes bis hin zum Verlust ist dadurch sehr viel wahrscheinlicher.

Ob man mit dem Dachzelt wirklich schnell fahren sollte? Hauptsache sicher ist die Devise!
Ob man mit dem Dachzelt wirklich schnell fahren sollte? Hauptsache sicher ist die Devise!

Du bist als Fahrer außerdem verpflichtet, dein Fahrzeug so zu führen, dass du nie die sichere Führung verlierst. Du darfst also nie so schnell fahren, dass du mit der Gefahr des Schleuderns deines Fahrzeugs rechnen musst (vgl. BGH VersR 1966, 1156).

Außerdem musst du natürlich auch bei Kurven beachten, dass du durch die Ladung/das Dachzelt auf deinem Dach eventuell Einschränkungen bei Bremsmanövern hast – du musst aber auch hier jederzeit dein Fahrzeug sicher führen können (vgl. BGH NZV 1994, 184). 

§3 Geschwindigkeit
(1) Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann. Auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten, muss jedoch so langsam gefahren werden, dass mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke gehalten werden kann.
(2) Ohne triftigen Grund dürfen Kraftfahrzeuge nicht so langsam fahren, dass sie den Verkehrsfluss behindern.
(2a) Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

Darf ich mit offenem Dachzelt fahren?

§ 3 Abs. 1 StVO (s.o.) sagt uns eigentlich auch schon alles darüber, ob man auch mit offenem Dachzelt fahren darf. Der Fahrzeugführer muss jederzeit in der Lage sein, das Fahrzeug sicher zu beherrschen. 

Fährst du mit geöffnetem Dachzelt, wirken auf dein Fahrzeug deutlich mehr Windkräfte, als im geschlossenem Zustand auftreten würden. 

Das geöffnete Dachzelt wirkt wie ein Segel und der Winddruck baut einen enormen Druck auf die Befestigungspunkte auf. Ganz davon abgesehen, dass auch das Dachzelt ohnehin irgendwann nachgeben, verbiegen und zerreißen würde. 

Ein Fahren mit geöffnetem Dachzelt ist laut StVO grundsätzlich nicht verboten, solange du die zulässige Höhe deines Fahrzeuges nicht überschreitest. Dabei musst du allerdings gewährleisten, dass du das Fahrzeug in allen erdenklichen Lagen sicher führst. 

Gelingt dir (und deinem Dachträger sowie seiner Verschraubung) das auch bei kräftigem Gegenwind bei geöffnetem Dachzelt? Zu empfehlen ist es sicherlich nicht. 

Ob du mit geöffnetem Dachzelt wirklich fahren solltest? Umparken ja, fahren nein sagt der Hausverstand. Foto: Julius Griffith
Ob du mit geöffnetem Dachzelt wirklich fahren solltest? Umparken ja, fahren nein sagt der Hausverstand. Foto: Julius Griffith

Wie ist das mit der Dachlast?

Das Thema Dachlast beschäftigt wohl jeden Dachzeltnomaden vor dem Kauf eines Dachzeltes. Wie viel darf man auf das Autodach laden? Hält dein Dach das überhaupt aus? Und was passiert, wenn das Autodach überladen ist?

Grundsätzlich kann man sagen, dass jedes Fahrzeug eine individuell zulässige Dachlast hat. Wie hoch die Dachlast deines Fahrzeuges ist, findest du in dieser Datenbank. Die gesamte Ladung – inklusive Dachträger, Dachzelt und allem, was in dem Dachzelt noch so ist – darf diese zulässige Dachlast nicht überschreiten. 

Was allerdings passiert, wenn die Dachlast überschritten wird, ist in der StVO und auch im Bußgeldkatalog bislang nicht geregelt. Das macht auch Sinn, denn die Dachlast ist, im Unterschied zum zulässigen Gesamtgewicht, der Achslast oder der Anhängelast, kein straßenverkehrsrechtlich relevantes Maß. 

Man kann prinzipiell mit einem auf dem Dach stark überladenen Fahrzeug fahren, solange man das zulässige Gesamtgewicht seines Fahrzeugs nicht überschreitet. Letzteres kannst du dem KFZ-Schein deines Fahrzeugs entnehmen.

Zusammengefasst bedeutet das also mehr oder weniger: Die Dachlast sichert nur den Fahrzeughersteller ab, damit keiner an seiner Tür klopfen kann, der sein Auto auf die Seite gelegt hat, weil er 350 kg aufs Dach gezurrt hat und dann etwas passiert ist. 

Doch wie ist das mit meinem Versicherungsschutz? Die Versicherung prüft bei einem Unfall in Verbindung mit Ladung bestimmt die Dachlast. Eine deutlich überschrittene Dachlast könnte im Schadensfall als grobe Fahrlässigkeit eingestuft werden. 

Doch selbst grobe Fahrlässigkeit ist in aller Regel von den KFZ-Haftpflichtversicherungen gedeckt (individuell Versicherungspolicen prüfen!). 

Beispiel aus einer Versicherungspolice der HUK24 KFZ-Haftpflichtversicherung

Aus dem Überschreiten der Dachlast wird deshalb – mit Ausnahme von Vorsatz- und Alkoholfällen (s.o.) – eher kein versicherungsrechtlicher Nachteil entstehen.

Wie es aber in der Praxis am Ende gehandhabt wird, würde ich persönlich nicht austesten wollen. Dann ist es doch sicherer, in jeglicher Hinsicht, wenn man sich einfach an die Vorgaben hält. Mehr zum Thema Dachzelt & Versicherung findest du hier.

Ganz von Geboten und Verboten abgesehen, kann ein überladenes Autodach im Straßenverkehr auch zum Risikofaktor werden. Schließlich ermitteln die Kraftfahrzeughersteller die Dachlast nicht zum Spaß an der Freude, sondern legen z.B. das Fahrwerk und die elektronischen Sicherheitssysteme gerade auf das von ihnen kommunizierte Maß aus. Also lieber an die Vorgaben halten und somit sicher fahren!

Willst du noch mehr wissen über das Thema Dachlast? Hier findest du einen ausführlichen Artikel zu dem Thema Dachzelt & Dachlast.

Darf man das Dachzelt-Mobil umbauen, wie man will?

Natürlich gibt es auch beim Umbau deines Dachzelt-Mobils die ein oder andere Regel zu beachten.

Du solltest dich auf jeden Fall mit dem Thema Ladungssicherung ausreichend beschäftigen. Ein Küchenauszug zum Beispiel wiegt mit Wasser & Co schnell mal einige Kilo und muss bei einer Vollbremsung genauso an seinem Platz bleiben, wie bei einer vielleicht etwas zu schnell genommenen Kurve. 

Du kannst beim Fahrzeugausbau im Innenraum deiner Kreativität freien Lauf lassen. Dabei kannst du schrauben, bohren, kleben und tackern was immer du willst. Du kannst sogar einen oder mehrere Sitze ausbauen. Wenn das nur temporär gedacht ist, dann brauchst du es noch nicht einmal eintragen. Erst wenn du den Sitz dauerhaft ausbauen möchtest, ist eine Änderung in der Zulassungsbescheinigung erforderlich (Quelle: TÜV Nord).

Individuell, Crazy, schlicht, oder bunt. Beim Fahrzeugausbau solltest du ebenfalls auf deine Sicherheit achten.

Teile, die der Fahrsicherheit und Stabilität dienen, solltest du dabei allerdings nicht bearbeiten. Ein Loch im Fahrwerk ist also ein NoGo, für ein Loch in der Karosse hingegen hast du ein Go. 

Achte hierbei aber auch darauf, dass du gebohrte Löcher wieder sinnvoll versiegelst, um im Nachhinein nicht durch Rost weitere Probleme mit dem Fahrzeug zu bekommen.

Natürlich darfst du das zulässige Gesamtgewicht deines Fahrzeuges mit deinem Fahrzeugausbau, allen Insassen, dem Dachzelt und vollem Tank nicht überschreiten. Häufig wird (unter anderem) deshalb leichtes Holz oder andere leichte Materialien verwendet. 

Mehr Inspirationen zum Ausbau von Dachzeltmobilen findest du in diesem Artikel.

Wie schwer darf das Auto werden?

Ein Dachzelt auf dem Dach, ein Innenausbau im Kofferraum, den Wagen vollgeladen mit Kind & Kegel und los geht’s in den Urlaub! Aber hast du dich mit deinem Gefährt schon einmal auf die Waage gestellt? Manch einer wird sich dabei wundern, wie schwer die Karre am Ende doch mit allem drum und dran ist. 

Wie hoch bei deinem Fahrzeug das zulässige Gesamtgewicht und die zulässige Achslasten sind, findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil eins unter G bzw. F.1.

Die Bußgelder sind bei einer Überladung bis 20% noch relativ moderat. Ab einer Überladung von mehr als 20% musst du schon tief in den Geldbeutel greifen und bekommst auch gleich noch einen Punkt in der Verkehrssünderkartei geschenkt.

Wo darf man mit Dachzelt übernachten?

Campingplätze

Natürlich darfst du mit einem Dachzelt auf einem Campingplatz übernachten. Wir kommen später noch darauf zurück, wie du auf einem Campingplatz üblicherweise eingestuft wirst. Campingplätze findest du beispielsweise hier. 

Wohnmobil Stellplätze

Die meisten Wohnmobil-Stellplätze sind bisher ausschließlich für Wohnmobile konzipiert und zugelassen. Das siehst du häufig bereits an der Beschilderung. 

Üblicherweise darfst du mit deinem PKW und auch Wohnmobil dort parken, wo du das Zeichen 314 – weißes „P“ auf blauem Grund – findest. Wenn das Parken-Schild zusätzlich mit dem Zusatzzeichen 1048-10 (Sinnbild für PKW) versehen ist, dann dürfen dort nach § 39 Abs. 7 StVO ausschließlich PKW’s parken und keine Wohnmobile.

 

Wenn allerdings das Zusatzzeichen 1048-17 hängt, dann dürfen dort ausschließlich Wohnmobile parken, PKW und LKW sind auf diesen Parkplätzen ausgeschlossen.

Hier dürfen nur Wohnmobile parken. | Foto: tag24.de

Diese Vorschriften betreffen den öffentlichen Verkehrsraum. Wenn privatwirtschaftliche Wohnmobilplätze auf ihrem Privatgrund diese Beschilderung nutzen, kann die Bedeutung schon wieder anders sein. Hier kann die Hausordnung Vorrang vor der gesetzlichen Regelung, also der StVO, haben. Auf manchen Wohnmobil-Stellplätzen kannst du mit Dachzelt trotzdem nächtigen, auch wenn das Zusatzzeichen “Wohnmobil” hängt. 

Häufig gibt es dann allerdings das Problem, dass auf diesen Stellplätzen eine eigene Toilette an Bord zur Pflicht gehört. Hast du also eine dabei, sollte das klar gehen. Hast du keine, dann darfst du den Stellplatz eventuell nicht nutzen. Die Stellplatzregeln findest du oft schon im Netz oder spätestens an dem Stellplatz selbst. Hier findest du Wohnmobil-Stellplätze. 

Dachzeltnomaden Stellplätze

Eine tolle Alternative sind auch (private) Dachzeltnomaden Stellplätze. In dieser Karte kannst du Stellplätze für Dachzeltnomaden finden und/oder teilen. 

Hier findest du viele tolle Stellplätze für Dachzeltnomaden

 

Hier findest du viele tolle Stellplätze für Dachzeltnomaden

Private Stellplätze

Natürlich kannst du auch auf privaten Stellplätzen übernachten. Das geht bei Freunden genauso gut, wie auf Bauernhöfen oder Restaurant Parkplätzen. Trau dich einfach mal zu fragen, in den meisten Fällen wirst du herzlich empfangen!

Hier siehst du beispielsweise Thilo beim frei stehen auf einer Kuhwiesen in Dornbirn. Das o.k. hat er sich dabei vorher vom Landwirt selbst geholt. Geilster Ausblick ganz ohne Probleme! Foto: | Thilo Vogel

 

Wild campen bzw. frei stehen

“Mit einem Hartschalendachzelt darf man überall übernachten, mit einem Klappdachzelt nicht, da es über das Fahrzeug hinausragt.” Diese Aussage findet man immer wieder im Netz und auch in der Dachzeltnomaden Gruppe. Ob das so richtig ist?

Grundsätzlich gilt laut StVO erst einmal: 

§ 12 Halten und Parken
(2) Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt.

Die Frage ist also, ob das Übernachten in oder auf einem parkenden Auto erlaubt ist. Da wir uns mit dem Fahrzeug auch auf Parkplätzen im Straßenverkehr bewegen (oder parken), müssen wir einen weiteren Blick in die StVO werfen. 

Das Dachzelt-Mobil darf auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden, das Parken wird dabei als Gemeingebrauch gewertet.

§ 7 Abs. 1 Satz 1 Bundesfernstraßengesetz (FStrG)
„Gemeingebrauch“ ist der jedermann gestattete Gebrauch der Straßen im Rahmen der Widmung und der verkehrsbehördlichen Vorschriften zum Verkehr 
Nach § 7 Abs. 1 Satz 3 FStrG (der u. a. für Autobahnrastplätze zum Tragen kommt) und den entsprechenden Vorschriften in den Straßengesetzen der Länder (siehe z. B. Art. 14 Abs. 1 Satz 2 BayStrWG) liegt kein Gemeingebrauch vor, wenn jemand die Straße nicht zum Verkehr, sondern zu anderen Zwecken benutzt.

Wenn das Dachzelt-Mobil also in erster Linie dem Wohnen dient, dann ist es ziemlich schnell kein Gemeingebrauch mehr, sondern eine Sondernutzung. Klingt erst einmal kompliziert, eigentlich ist das aber ganz einfach abzugrenzen: Mit Tisch, Stühlen und ausgepacktem Grill parkst du eindeutig nicht mehr, du wohnst bereits. 

Das Ruhen oder Übernachten in deinem Dachzelt-Mobil im öffentlichen Verkehrsraum auf Reisen, zum Zwecke der Wiederherstellung der körperlichen Fahrtüchtigkeit, kann hingegen erlaubter Gemeingebrauch sein. 

Zu dieser Wiederherstellung der körperlichen Fahrtüchtigkeit ist kein Campingstuhl und auch kein Planschbecken neben dem Fahrzeug von Nöten. Du parkst dort, um dich auszuruhen, damit du dann weiterfahren kannst – nicht mehr und nicht weniger. 

Ein einmaliges Übernachten in deinem Dachzelt-Mobil im öffentlichen Verkehrsraum ist also erst einmal erlaubt. Angeblich ist der Zeitraum dabei auf 10 Stunden beschränkt – diese Zeitangabe kursiert jedenfalls immer wieder im Netz im Zusammenhang mit dieser Thematik. Eine gesetzliche Zeitangabe lässt sich dazu aber nicht finden – insofern kann man diese Zeitangabe in die Kategorie Gerücht einsortieren. 

Das Übernachten in Gestalt eines zulässigen Parkens im Sinne von § 12 StVO ist übrigens nicht zulässig, wenn der Fahrer bei Fahrtunterbrechung noch fahrtüchtig ist und sich erst während des Parkens durch Alkoholkonsum fahruntüchtig macht.

Eine die Weiterfahrt verbietende Fahruntüchtigkeit kann also nur dann als Gemeingebrauch begründet werden, wenn diese selbst unmittelbare Folge der Teilnahme am Straßenverkehr ist, etwa wegen Ermüdung nach Ausschöpfung der gesetzlich vorgeschriebenen oder individuellen Fahrzeiten des Fahrzeugführers.

Mehrfach am selben Parkplatz zu übernachten ist ebenso nicht zulässig: 

Wird der Wohnraum eines Wohnmobils dazu benutzt, um im Zuge einer Fahrt eine Ruhepause einzulegen, so wird damit die vorwiegende Nutzung des Fahrzeugs zu Verkehrszwecken nicht unterbrochen, selbst wenn es sich hierbei um eine Übernachtung handelt. Für eine einmalige Übernachtung im Verlauf einer Fahrt darf daher im öffentlichen Verkehrsraum im Rahmen der Verkehrsvorschriften (d. h. insbesondere unter Beachtung von Halte- bzw. Parkverboten, vgl. § 12 StVO) geparkt werden. Damit einhergehendes campingtypisches Verhalten wie Aufstellen von Tischen oder Stühlen ist allerdings nicht gemeingebräuchlich und daher nicht zulässig. Bei mehrmaligem Übernachten überwiegt hingegen der Wohnzweck, so dass kein Gemeingebrauch mehr vorliegt. (DAR 2013, 315)

Im Übrigen darf das Dachzelt-Mobil auch nicht für verkehrsfremde Zwecke genutzt werden: 

Ein Wohnmobil aufzustellen, um darin der Prostitution nachzugehen, stellt keinen Fall eines zulässigen einmaligen Übernachtens dar. Selbst wenn das Fahrzeug abends an den Standort gebracht und am nächsten Morgen wieder weggefahren wird. Hier geht es nicht mehr um eine Teilnahme am (Straßen-!) Verkehr, sondern um eine verkehrsfremde, gewerbliche Nutzung des öffentlichen Straßenraums, mithin um eine Sondernutzung (DAR 2013, 315)

Anmerkung: Wohmobil ist hier nur als Sinnbild für “Reisemobil”, also auch Dachzelt-Mobil zu sehen. Begrifflich sollte man nicht zu sehr an der Fahrzeugart des Wohnmobils festhalten.

Ein Klappdachzelt braucht natürlich mehr Platz auf einem Parkplatz, als ein Hartschalendachzelt, da es über die Fahrzeugabmaße hinausragt. Man könnte also auf die Idee kommen, dass das Übernachten zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit in dem einen Dachzelttyp erlaubt und in dem anderen verboten sein könnte. 

Fraglich ist also, ob die Beanspruchung einer über die Fahrzeugabmaße hinausgehenden Verkehrsfläche im Rahmen des einmaligen Nächtigens noch Parken oder schon Wohnen, also noch Gemeingebrauch oder schon Sondernutzung ist.

Jedenfalls sind wir der Auffassung, dass das Maß der Beanspruchung von Verkehrs-(Park-)Fläche nicht darüber entscheidet, ob gewohnt (=Sondernutzung) oder geparkt (= Gemeingebrauch) wird. Unstreitig wird es jedoch sein, dass parkt, wer auch mit geöffnetem Klappzelt innerhalb der Parkplatzmarkierungen bleibt.

Werden diese Markierungen jedoch durch Öffnen des Klappdachzeltes überschritten, könnte man vermuten, hier würde es sich bereits um Wohnen handeln und damit um eine Sondernutzung.

Dem steht jedoch entgegen, dass das Überschreiten von Parkmarkierungen in erster Linie einen bußgelbewehrten Parkverstoß darstellt und nicht über das Tun entscheidet (Parken vs. Wohnen). Maßgeblich ist aus unserer Sicht allein, zu welchem Zweck die Fahrzeugausstattung genutzt, also das Dachzelt in Betrieb genommen wird.

Abgesehen davon erachten wir die Problematik als praktisch wenig relevant. Die meisten durch Straßenmarkierung abgegrenzten Parkplätze findet man in Stadtgebieten vor. Die meisten Dachzeltnomaden nutzen eher naturnahe Wander- oder Schotterparkplätze und dort stellt sich die Markierungsfrage nicht, da hier in aller Regel keine Markierungen vorhanden sind, die einzelne Parkflächen voneinander abgrenzen.

So oder so gilt aber beim Frei-Stehen das ungeschriebene Gesetz: wenn sich jemand daran stört, dass du auf öffentlichem Grund übernachtest, dann solltest du im Zweifelsfall immer bereit sein, das Feld zu räumen. Du kennst jetzt zwar die Gesetzeslage, trotzdem befindest du dich beim Frei-Stehen auf relativ dünnem Eis. 

Und wenn du noch mehr Tipps & Tricks zur Stellplatzsuche haben möchtest, dann schau dir diesen DZN Live Zusammenschnitt zum Thema “Wo finde ich Stellplätze” an:

Wo darf man mit Dachzelt-Mobil nicht schlafen?

Auch wenn es viele Möglichkeiten gibt, frei zu stehen und wild zu campen, gibt es mindestens genauso viele Grundregeln, die du dabei beachten solltest. Wenn du dich für das Thema noch mehr interessierst, findest du hier ein ganzes DZN Live zum Wildcamping: 

Privatgrund

Du solltest dich nicht auf Privatgrund stellen, ohne den Besitzer gefragt zu haben. Dazu zählen Wälder genauso, wie Gärten, Felder oder private Parkplätze. 

Wald

Du darfst mit deinem Dachzelt nicht einfach so in den Wald fahren.

Laut § 37 Abs. 4 Landeswaldgesetz (LWaldG) ist das Abstellen von Fahrzeugen oder Anhängern im Wald verboten. Verstöße fallen in die Kompetenz der Forstbehörde und sind in § 64 Abs 1 LwaldG geregelt. Wer also sein Fahrzeug im Wald abstellt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Den Bußgeldkatalog für parken im Wald kannst du hier einsehen. 

Tatsächlich macht das auch Sinn, denn heiße Teile am Fahrzeug (Motor oder Katalysator) können trockenen Boden im Wald schnell in Brand setzen. Das Waldschutzgesetz soll den Wald und seine Flora, Fauna und Tiere darin schützen. 

Wer keine Bußgelder für rechtswidriges Fahren im Wald riskieren möchte, kann sich zuvor über die landeseigenen Waldgesetze informieren. Im Zweifelsfall kannst du auch bei der zuständigen Forstbehörde anrufen und nachfragen. Eine gute Idee ist es auch immer (falls bekannt), den jeweiligen Waldbesitzer um eine Genehmigung zu bitten.

Beim DACHZELT FESTIVAL 2019 haben wir Baumdachzelte gebaut, natürlich mit Genehmigung.

Die sicherste Variante ist deshalb im Wald ausschließlich auf erlaubten Wegen zu fahren und auf Waldparkplätzen zu parken. 

Schutzgebiete

In allen ausgewiesenen Schutzgebieten darf ohne besondere Genehmigung weder gefahren, noch geparkt oder gecampt werden. Dazu zählen unter anderem Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und auch Vogelschutzgebiete. 

Wer gegen diese Gesetze verstößt, stört nicht nur die Natur und ihre Lebewesen, sondern riskiert vor allem im Naturschutzgebiet empfindliche Strafen.

Mithilfe dieser Karte kannst du dir einen Überblick verschaffen, wo sich Schutzgebiete in Deutschland befinden.

Campen verboten

Auf vielen Parkplätzen – vor allem in touristischen Regionen – findest du Schilder, die das Campen/Campieren verbieten. Auch wenn auf diesen Schildern häufig keine Dachzelte abgebildet sind, sagen sie Schilder doch ganz klar auch für dich und dein Dachzelt-Mobil: hier nicht!

Wo Campen verboten steht, sind auch Dachzeltnomaden gemeint
Wo campen verboten steht, sind auch Dachzeltnomaden gemeint! | Bild: tcs.ch

Feuer machen, Grillen und Kochen

Gehört es nicht irgendwie dazu zu einem gemütlichen Dachzelt Abenteuer? Das klassische Lagerfeuer, das Abendessen vom Gasgrill oder einfach nur der Kaffee auf dem Gaskocher. Was ist erlaubt und was bringt eher Ärger?

Was ist ein offenes Feuer?

Ein offenes Feuer ist ein Feuer, bei dem eine Flamme zu sehen ist. Im Prinzip wird jede Flamme außerhalb eines Brennraums als offenes Feuer angesehen. Das ist nicht nur beim Lagerfeuer oder Grill der Fall, sondern auch bei jeder Art von Campingkocher, Benzinkocher, Multifuelkocher, Spirituskocher und Hobo-Ofen. Ja sogar Streichhölzer, Kerzen, Laterne, Fackeln und Teelicht gehören dazu. 

Wo darf ich Feuer machen?

Feuer machen ist außer auf Privatbesitz grundsätzlich überall in Deutschland verboten. Nicht erlaubt ist das Feuer machen in Naturschutzgebieten, Nationalparks, Naturreservaten, auf öffentlichen Plätzen, landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie in Jagdregionen und in Sichtweite von Straßen oder Häusern.

Ausnahmen stellen offiziell ausgewiesene Feuerstellen (z.B. an Grillhütten) dar. Auch hier solltest du allerdings die Waldbrandstufe und aktuelle Meldungen beachten. Für Waldbesitzer, Jäger oder Imker gelten ebenfalls Ausnahmen.

Wenn du Feuer im Wald machen willst, musst du dich an die jeweilige Gemeindeverwaltung bzw. das zuständige Forstamt wenden. Dort stellst du einen Antrag zum Feuer machen. Bei Wäldern, die in Privatbesitz sind musst du dich direkt an den Waldbesitzer wenden.

Auch auf Privatgrund musst du beachten, dass du mindestens 100 Meter zur Waldgrenze hin Abstand hältst und deine Nachbarn nicht belästigt. Dazu zählen Gerüche, Qualm aber auch Lärm.

Ist in dem Gebiet, wo du Feuer machen möchtest eine Waldbrandstufe 3, 4 oder 5 verhängt, dann musst du auch an offiziellen Feuerstellen auf ein Lagerfeuer verzichten. 

Mehr Informationen zum Thema Feuer machen im Wald findest du hier.

Wo darf ich Grillen?

Grillen darfst du im Grunde überall, wo es ausdrücklich erlaubt ist – also auf ausgewiesenen Grillstellen und -plätzen. Überall sonst ist es nicht erlaubt den Grill und die Grillkohle auf öffentlichem Grund auszupacken. Auf Campingplätzen findest du in der Regel offizielle Grillbereiche. 

Auch an ausgewiesenen Grillflächen kann das Grillen ab einer bestimmten Waldbrandstufe (meist ab Stufe 4) untersagt sein. Informiere dich in heißen Sommern am besten vorher, welche Vorschriften an deinem Urlaubsort gelten und welche Waldbrandstufen gerade gilt..  

Ganz besonders prekär ist die Lage hier im Wald. Für das unerlaubte Grillen im Wald drohen empfindliche Bußgelder und du riskierst zusätzlich einen Waldbrand. 

Die unterschiedlichen Regelungen zu offenem Feuer/Grillen der verschiedenen Bundesländer findest du hier. 

Wo darf ich Kochen?

Im Prinzip zählt auch schon ein Gaskocher laut Definition zu offenem Feuer. Der Gaskocher hat ja eine offene Flamme. Deshalb ist das Kochen mit einem Gaskocher prinzipiell auf öffentlichem Raum nicht erlaubt. Auf Campingplätzen darfst du deinen Kocher in der Regel überall nutzen. 

Für die Nutzung im Auto (z.B. mit geöffnetem Kofferraum) gibt es laut unserer Recherchen keine Regeln und Gesetze. Demnach kannst du den Gaskocher dort nutzen. Allerdings solltest du sicherstellen, dass der Kocher ordnungsgemäß verbaut ist, so dass der Gaskocher nicht mit entzündeter Flamme auf den Boden fallen kann und du für ausreichende Belüftung sorgst. 

Weitere Hinweise zum Umgang mit Gaskocher und Kochen im Dachzelt-Mobil findest du im Artikel “Kochen Unterwegs – Campingkocher”

Gebühren für Dachzelt-Mobile

Eine Frage, die immer wieder auftaucht ist, wie viel man mit seinem Dachzelt-Mobil auf Campingplätzen, Fähren, an Mautstellen usw. zahlt. Da man nicht eindeutig als PKW, Wohnmobil oder LKW einsortiert werden kann, ist die Frage durchaus berechtigt. 

Einzelne Anbieter haben sich allerdings schon auf die neuen Campingmobile eingestellt.

Was zahlt man auf dem Campingplatz? 

Die Preise von Campingplatz zu Campingplatz variieren natürlich stark je nach Land, Region und Saison. Am besten schaust du da auf der Webseite des Campingplatzes deiner Wahl, was eine Nacht kostet. Wichtig dafür ist allerdings zu wissen, wie du mit deinem Dachzelt-Mobil eingestuft wirst. 

Tortendiagramm über Einsortierung Dachzelt-Mobile auf Campingplätzen
In den meisten Fällen werden Dachzelt-Mobile auf Wohnmobilen als Wohnmobile, (Boden)Zelt mit Auto oder PKW einsortiert.

Was die Einstufung unserer Dachzelt-Mobile auf Campingplätzen angeht, herrscht nämlich noch lange keine Einigkeit. Eine Umfrage der Dachzeltnomaden Facebook Gruppe mit über 350 Abstimmungen hat gezeigt, dass ein Dachzelt-Mobil in über 70% der Fälle als Wohnmobil oder (Boden)zelt mit Auto eingestuft wird. Knapp 14% der Campingplätze stufen Dachzelt-Mobile als PKW ein, knapp 10% als VW-Bus und ganze 7% als Dachzelt-Mobil.

Was für Maut zahlt man mit dem Dachzelt?

Eines der Vorteile vom Reisen mit Dachzelt ist eindeutig die Flexibilität. Du kommst mit deinem Dachzelt-Mobil schnell und easy an Orte, an die du mit einem Wohnmobil vielleicht nicht so einfach gekommen wärst. 

Gleichzeitig sparst du mit einem Dachzelt-Mobil auch noch an Benzinkosten (meistens) und wirst auch sonst häufig günstiger eingestuft, als mit einem Wohnmobil. 

Ausschlaggebend für die Einstufung bei Mautstellen, Fähren und auch einem Autoreisezug ist meistens die Höhe deines Fahrzeuges. Dabei gilt: je höher du bist, desto teurer wird’s!

Bei Mautstrecken zahlst du meist die Gebühr für einen normalen PKW. Es gibt aber auch Mautstellen, die mittels Lichtschranken-Erkennung deine Fahrzeughöhe checken und du dann je nach tatsächlicher Fahrzeughöhe zahlen darfst. In Griechenland z.B. zahlt man ab 2,20 m Höhe bereits die LKW-Maut. In Italien hingegen kommt es auf die Achsanzahl in Verbindung mit der Höhe an. Dabei ist die magische Grenze in Italien bereits bei 2 m Höhe erreicht. 

Am besten du informierst dich bereits vorher, wie du in den einzelnen Ländern bei Mautstellen eingestuft wirst, dann kommst du nicht in die Verlegenheit, dich aus Versehen in eine falsche Schlange einzureihen. 

Hier findest du eine Übersicht vieler Maut-Bestimmungen im In- und Ausland.

Wie läuft das mit Dachzelt auf der Fähre?

Bei den Fähren ist die Länge und die Höhe wichtig. Die gute Nachricht bei Fähren ist, dass es meist erst ab einer Länge von über 6 Metern richtig teuer wird. Das erreichen vermutlich die wenigsten Dachzelt-Mobile.

Bei der Buchung einer Fähre musst du die zusätzliche Höhe und Länge deiner Ladung angeben. Ich habe mit meiner zusätzlichen Höhe bisher keinen höheren Preis gezahlt, als ich ohne das Dachzelt gezahlt hätte. Allerdings bin ich glücklicherweise auch noch unter der 2m-Grenze. 

Wie das bei höheren Fahrzeugen dann aussieht, ist natürlich sehr individuell. Auf jeden Fall lohnt es sich nicht zu schummeln, denn nicht nur der Preis wird nach der Höhe berechnet, sondern auch, wo du im Bauch des Schiffes einsortiert wirst. Wäre doch super schade, wenn du dann dort nicht reinpassen würdest.

Welche besonderen Regeln & Gesetze gelten im Ausland?

Jedes Land hat seine eigenen Regeln & Gesetze – das gilt auch für den Straßenverkehr in Europa. Es gibt dabei einige Vorschriften, die für den allgemeinen Straßenverkehr wichtig sind zu wissen. Hier findest du eine schöne Übersicht verschiedener allgemeiner Regeln im Ausland.  

Es gibt aber auch einige Regeln & Gesetze, die speziell für Dachzelt-Mobile relevant sind. 

Beispielsweise ist in Italien eine rot/weiße Warntafel Vorschrift bei überstehender Ladung. Steht dein Dachzelt über, dann solltest du das vorher kenntlich machen. 

In Frankreich solltest du nicht unbedingt überladen fahren (in Deutschland natürlich auch nicht). Bereits ab 5% zu hoher Zuladung wird die Weiterfahrt am Kontrollort untersagt und die KFZ-Papiere eingezogen, bis das Gewicht im gesetzlichen Rahmen ist. Bei einer Überschreitung von 20% oder mehr, wird das Fahrzeug vor Ort stillgelegt und ein Strafverfahren (vor Gericht) eingeleitet (Quelle). 

Was im Ausland erlaubt ist, was verboten ist und was für dich relevant ist, solltest du demnach vor deiner Urlaubsreise selbst recherchieren.

Hier findest du zur groben Orientierung eine Übersicht der Bußen und Verkehrsstrafen im Ausland: 

Hier findest du eine Übersicht der Bußgelder im Ausland. 

Hier findest du eine Übersicht der wichtigsten Verkehrsstrafen im Ausland. 

Wichtig sind im Ausland auch die unterschiedlichen Regelungen zum Frei-Campen und -Übernachten. Jedes Land regelt das anders und teilweise gibt es sogar unterschiedliche Gesetze in ein und demselben Land. Auch beim Thema Frei-Stehen solltest du also im Ausland gut informiert sein!

Hier findest du eine Übersicht, wo im Ausland freies Campen und Übernachten erlaubt ist. 

Zusammenfassung

Wir hoffen wir konnten dir einen kleinen Überblick über die Regeln und Gesetze beim Dachzelten geben. Vielleicht hast du den einen oder anderen Hinweis entdeckt, der dich bei der nächsten Frage, ob du etwas darfst oder nicht, weiter bringt. 

 

Die Erfahrung zeigt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Auf der anderen Seite sind uns nur sehr wenige Fälle bekannt, in denen tatsächlich Strafen an Dachzeltnomaden verhängt worden sind. 

Grundsätzlich gilt: Campe mit Vorsicht und Rücksicht, informiere dich vorher gründlich und im Zweifel lass lieber sein, was dich vielleicht in Schwierigkeiten bringen könnte.

Wenn du weitere Fragen hast, auf die du keine Antwort findest: Melde dich bei uns, wir recherchieren sie für dich und nehmen sie gerne in diesen Artikel mit auf.

 

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Dachzelt bei Sonne – das solltest du beachten!

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Komm mit ins DACHZELT DORF!

Du wolltest schon immer einmal im Dachzelt übernachten? Du willst dir selbst ein Dachzelt kaufen und erst einmal mal Probe schlafen? Oder einfach mal verschiedene Dachzelte miteinander vergleichen? Dann hast du jetzt die perfekte Möglichkeit dazu! 

Im DACHZELT DORF kannst du Dachzelte in coolen Locations erleben und ab sofort sogar mieten! 

Kann man eigentlich bei jedem Wetter im Dachzelt übernachten? Wie ist das bei starkem Regen? Wird das im Sommer nicht ultra heiß im Dachzelt? Und schützt das Dachzelt auch bei Gewitter?

Spätestens, nachdem du das erste Mal in ein extremes Wetterphänomen gerätst, wirst du dich mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Oft ist es aber praktisch, wenn du nicht erst dann mit der Recherche anfängst, sondern schon vorher weißt, worauf du dich in etwa einstellen kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du dir alle Tipps und Tricks über die verschiedenen Wetterphänomenen in diesem DZN Live anschauen:

Sonne & Dachzelt

Du fragst dich vielleicht, seit wann zählt das Thema Sonne zu extremen Wetterphänomenen? Das ist eine gute Frage! Tatsächlich kann Sonne und große Hitze aber auch auf Dauer nicht nur sehr anstrengend, sondern auch gefährlich werden.

Es schadet sicher nicht, wenn du dich bereits vor deinem Dachzelt Urlaub damit auseinandersetzt, wie du dich beim Dachzelten vor der Sonne schützen kannst.

Wird es im Dachzelt bei Sonne nicht ultra heiß?

Ob du bei Sonne im Dachzelt schlafen kannst, kommt auf verschiedene Faktoren an und ganz besonders auf das persönliche und individuelle Empfinden. Fakt ist, dass sich ein Dachzelt bei starker Sonneneinstrahlung schnell und stark aufheizen kann – ganz unabhängig von der Farbe und Bauform.

Den Unterschied, ob der Aufenthalt im Dachzelt bei Sonne angenehm ist, macht zum größten Teil die Außentemperatur. Wenn du bei 5 Grad Außentemperatur in der Sonne stehst, dann kann das schon ziemlich geil sein, weil es dann langsam aber sicher warm wird im Dachzelt. Wenn es draussen allerdings 20 Grad oder mehr sind, dann kann es schnell so heiß im Dachzelt werden, dass an schlafen nicht mehr zu denken ist.

Glücklicherweise kann man bei den meisten Dachzelten mindestens zwei gegenüberliegende Fenster öffnen und somit hat man die Chance, auch bei 30 Grad im Dachzelt noch ein wenig weiterzudösen.

Wie das funktioniert? Wärme steigt ja bekanntlich nach oben. Wenn du es schaffst in dem unteren Teil des Dachzeltes, in dem du liegst einen Durchzug zu schaffen, dann kann es dort noch lange angenehm sein im Liegen.

Einige Dachzelte haben auch Zwangslüftungen in Giebelnähe oder können mit Dachfenstern auch nach oben geöffnet werden. Damit schaffst du einen Luftaustausch der wärmeren Luft im oberen Teil deines Dachzeltes mit der meist kälteren Luft außen.

Um ein Aufheizen im Zeltinneren zu vermeiden, nutzen einige Dachzeltmarken außerdem Stoffe mit einer das Sonnenlicht reflektierenden Beschichtung, z.B. Aluminium. Diese sorgt außerdem dafür, dass der Dachzeltstoff blickdichter wird und es im Zeltinneren dunkler ist. Das bietet mehr Privatsphäre und für viele auch einen geruhsameren Schlaf.

Im Sommer bei 30 Grad in der Sonne zu parken und im Dachzelt zu schlafen, wird allerdings trotz ausgeklügelter Technik kein Zuckerschlecken. Heiß ist es dann im Dachzelt auf jeden Fall. Ich finde es ist am ehesten mit einer sehr gut durchlüfteten Dachgeschosswohnung zu vergleichen. Es ist heiß, aber du kannst dir oftmals eine kleine angenehme Brise einbauen.

Bild: Sebastian Klein

Ist die Farbe des Dachzeltes entscheidend?

Oft wird behauptet, dass die schwarze Hartschale oder ein dunkler Stoff das Dachzelt megamäßig aufheizt. Das mag sein und würden wir auch so unterschreiben.

Allerdings wage ich zu behaupten, dass auch eine weiße Schale oder ein heller Stoff das Dachzelt aufheizt, wenn es in der Sonne steht. Einen Test haben wir (noch!) nicht gemacht, allerdings vermuten wir, dass wir da von höchstens ein paar Grad Unterschied sprechen. Und jetzt mal ehrlich: macht es einen Unterschied, ob man bei 30 Grad im Dachzelt schwitzt, oder bei 32 Grad? Ich glaube nicht.

Außerdem fallen andere Faktoren, wie die Lüftungsmöglichkeiten in Bezug auf die Temperatur im Innenraum viel stärker ins Gewicht, als die Farbe.

Positiv kann der Effekt einer dunklen Farbe des Dachzeltes allerdings auffallen, wenn das Dachzelt nass ist und vielleicht sogar im zusammengeklappten Zustand trocknen soll. Die dunkle Farbe sorgt für eine schnellere Aufheizung und trocknet das Dachzelt dadurch auch schneller. Auch das ist aber bisher nicht empirisch bewiesen.

Sobald wir den Farbtest gemacht haben, werden wir hier davon berichten.

Geht das Dachzelt von Sonne kaputt?

Von einer normalen Sonneneinstrahlung wird das Dachzelt nicht kaputt gehen. Was aber durchaus möglich ist, ist eine Ermüdung des Materials.

Die Farbe der Hartschale wird mit der Zeit bleichen und auch der Stoff wird seine Farbe ändern. Das ist vor allem bei dunklen Materialien der Fall. Vorsicht ist vor allem geboten bei Polyester-Materialien. Durch hohe Sonneneinstrahlung und ständiges warm-kalt kann das Material derart brüchig werden, dass es schnell einem Schweizer Käse ähnelt.

Das selbe Problem besteht bei Sichtfenstern aus Plastik. Vor allem bei Dachfenstern solltest du das vorher genau überlegen, ob ein zukünftig (vielleicht) brüchiges, tropfendes Dachfenster den Blick in den Nachthimmel wert ist.

Auch Hartschalen können durch starke Sonneneinstrahlung leiden. Sie verlieren nicht nur ihre Farbe, sondern bilden je nach Qualität im Verlaufe der Zeit feine Haarrisse aus. Da diese meistens die Dichtigkeit nicht beeinträchtigen, sind sie nur ein optisches Problem.

Die Dachzeltmaterialien können übrigens auch vor Sonne geschützt werden. Dafür kann man den Stoff und die Box mit UV-Schutz behandeln.

Ist Dachzelten in der Sonne gefährlich?

Grundsätzlich erst einmal nicht. Allerdings kann es wirklich sehr heiß werden in der Sonne. Der Innenraum des Dachzeltes erreicht dabei schnell einmal Temperaturen, die einen Hitzschlag auslösen können. Bei hohen Temperaturen solltest du dich also nicht zu lange in das Dachzelt chillen, ohne für ausreichend Kühlung zu sorgen und an ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu denken.

Wo parkst du am besten bei Sonne?

An heißen Sommertagen ist die Wahl des Stellplatzes auf den ersten Blick nicht so wichtig. Auf den zweiten wirst du aber schnell merken, dass es doch das ein oder andere zu beachten gibt.

Do’s bei der Stellplatzwahl

An heißen Tagen solltest du dir eher einen Schattenplatz suchen. Wenn du im Sommer ein wenig länger schlafen magst, dann suche dir einen Stellplatz, der dir am Morgen noch etwas Schatten wirft.

Falls du mit deinem Auto keinen Schattenplatz erhaschen kannst, dann suche dir wenigstens einen Schattenplatz, an dem du dich außerhalb des Dachzeltes aufhalten kannst.

Wenn du das Glück hast eine Markise dein Eigen zu nennen, hast du deinen Schattenparkplatz immer dabei.

Bild: Rebecca Roß

Kann man Sonne vorhersehen?

Die zu erwartenden Sonnenstunden pro Tag lassen sich mit den gängigsten Wetterapps ganz gut vorhersagen. Wenn also an einem heißen Tag noch 8 Stunden Sonne vorhergesagt sind und das schon ab 6 Uhr morgens, dann würde ich persönlich eher einen Schattenplatz suchen.

Wenn allerdings die nächsten Tage trotz Hitze keine Sonnenstunden vorhergesagt werden, dann ist die Stellplatzwahl im Prinzip egal.

Welches Dachzelt eignet sich bei Sonne?

Im Prinzip gibt es da kein richtig oder falsch und kein bestes Dachzelt bei Sonne.

Einige Dachzeltmarken- und arten, vor allem die aus heißen Gebieten stammenden, sind grundsätzlich eher für die Sonne konzipiert. Das sind vor allem die Klappdachzelte. Sie sorgen durch ihre lockere und luftige Konstruktion für einfachen Luftaustausch und können mit überdachtem Einstieg auch Schatten bieten.

Hartschalenzelte entfalten durch die kompakte und stoffarme Konstruktion ihre vollen Vorteile vor allem an kälteren und regnerischen Tagen.

Insgesamt ist das aber gehupft wie gesprungen. Jedes Dachzelt kann auch bei Sonne eine gute Figur machen. Im Prinzip ist strahlender Sonnenschein ja das einfachste aller Wetterphänomene.

Was ist bei Sonne sonst noch zu beachten?

Die ganz normalen Vorkehrungen bei starker Sonneneinstrahlung wirst du ja ohnehin beachten. Dazu zählen Sonnenschutz für den Kopf & die Haut, sowie ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Das hat aber ja primär erst einmal nichts mit dem Dachzelt zu tun.

Wenn du mit deinem Dachzelt in der Sonne stehst, solltest du allerdings noch beachten, dass alle Teile aus Metall, Plastik und GFK ziemlich heiß werden können. Teste also am besten erst einmal vorsichtig an, bevor du barfuß die Leiter herunter steigen magst.

Zu beachten ist auch noch, dass sich auch dein Auto erheblich aufheizen kann, wenn du in der Sonne stehst. Nicht nur das Auto selbst wird dann heiß, sondern auch noch alles in deinem Auto. Dadurch braucht auch deine Kühlbox schnell einmal mehr Strom, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Das solltest du bei der Berechnung deines Energiebedarfes im Auto unbedingt beachten!

Was mache ich persönlich bei Sonne?

Ich genieße die Sonnentage beim Dachzelten natürlich am liebsten draußen. Trotzdem finde ich es als passionierter Langschläfer und Kälteliebhaber im Sommer nervig, wenn ich schon um 7 Uhr von der Hitze im Dachzelt geweckt werde.

Deshalb versuche ich möglichst so zu parken, dass ich morgens lange Schatten habe und genieße dann die Sonne eher in den Abendstunden.

Gerade an heißen Tagen stehe ich aber am liebsten im Schatten. In die Sonne kann ich auch ohne Auto und Dachzelt ganz gut gehen. Da habe ich es in meinem kleinen Domizil lieber etwas kühler.

Insgesamt ist es bei Sonne im Dachzelt Urlaub aber wirklich angenehm. Wenn du wissen willst, was du bei den Wetterphänomenen Gewitter, Regen und Wind alles beachten solltest, schau dir diese Artikel dazu an.

Titelbild: Sebastian Stöger

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

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Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Dachzelt im Regen – was tun?

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Komm mit ins DACHZELT DORF!

Du wolltest schon immer einmal im Dachzelt übernachten? Du willst dir selbst ein Dachzelt kaufen und erst einmal mal Probe schlafen? Oder einfach mal verschiedene Dachzelte miteinander vergleichen? Dann hast du jetzt die perfekte Möglichkeit dazu! 

Im DACHZELT DORF kannst du Dachzelte in coolen Locations erleben und ab sofort sogar mieten! 

Kann man eigentlich bei Wind im Dachzelt übernachten? Wie ist das bei starkem Regen? Wird das im Sommer nicht ultra heiß im Dachzelt? Und schützt das Dachzelt auch bei Gewitter?

Spätestens nachdem du das erste Mal in ein extremes Wetterphänomen gerätst, wirst du dich mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Oft ist es aber praktisch, wenn du nicht erst dann mit der Recherche anfängst, sondern schon vorher weißt, worauf du dich in etwa einstellen kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du dir alle Tipps und Tricks über die verschiedenen Wetterphänomenen in diesem DZN Live anschauen:

Regen & Dachzelt

Vermutlich wünscht sich das keiner für den Urlaub: es regnet wie aus Eimern und scheint gar nicht mehr aufzuhören. Im Bestfall passiert dir das zwar nicht, du kannst aber durchaus damit rechnen, dass du den ein oder anderen Regentag auf deiner Reise erwischst.

Wie ist das denn nun im Regen überhaupt? Ist das dann im Dachzelt trotzdem trocken? Und worauf musst du achten bei Regen? Gibt es sogar Gefahren? Das alles erfährst du in diesem Artikel!

Kann man bei Regen im Dachzelt schlafen?

Die Antwort ist ganz easy: Ja klar!

Bei Regen passiert dir im Dachzelt erst einmal gar nichts. Ganz anders wie bei den etwas gefährlicheren Vettern Gewitter und Sturm kannst du bei Regen ganz normal in deinem Dachzelt chillen. Das Prasseln des Regens auf dem Dachzelt ist sogar für viele Dachzeltnomaden sehr romantisch und idyllisch.

Im Idealfall genießt du also die Regenstunden einfach im Dachzelt und ärgerst dich nicht über den trüben Tag.

Auch wenn Regen im Dachzelturlaub gar nicht so schlimm ist, ist es durchaus praktisch, wenn du dich schon vorher einmal mit dem Thema Regen beim Dachzelten und dem Thema Feuchtigkeit auseinandergesetzt hast.

Werde ich im Dachzelt nass?

Grundsätzlich lautet die Antwort hier: Nein. Zumindest sollte das nicht passieren. Eigentlich ist jedes Dachzelt wasserdicht und sollte es auch bleiben.

Der Stoff selbst ist grundsätzlich dicht – egal um welches Material es sich handelt. Die Schwachstellen bilden eher alle Nähte, Fliegengitter, Fenster, Reißverschlüsse und Stoffüberlappungen.

Häufig berichten Dachzeltnomaden davon, dass sie in ihrem ersten Urlaub im Dachzelt bei Regen direkt nass geworden sind und wollen das Dachzelt reklamieren. Hier ist es wichtig zu wissen, wo die Feuchtigkeit tatsächlich her kommt.

Nicht selten sammelt sich nämlich auch Kondenswasser im Dachzelt, welches wir selber durch unsere Ausdünstungen oder durch Verdunstung von nassen Klamotten mit ins Dachzelt bringen. Besonders an feuchten Tagen schlägt sich Kondenswasser gerne an metallischen Teilen des Dachzeltes nieder oder sammelt sich an der Decke und tropft im Zweifel auch von dort herunter. Wie viel das ist hängt von deiner Aktivität im Dachzelt und der Anzahl der Personen im Dachzelt ab. Dagegen hilft meist nur lüften, was sich besonders bei Regen etwas schwierig gestaltet. Darauf gehen wir später noch genauer ein.

Wenn du sicher bist, dass es kein Kondenswasser sein kann, könnte es noch an den frischen Nähten liegen: manchmal kann es notwendig sein, das Dachzelt vor dem Gebrauch erst einmal kräftig mit Wasser zu benetzen. Dadurch quellen die (Baumwoll-)Nähte erst richtig auf und werden dann für weitere Regenschauer dicht. Wenn du also Zuhause die Möglichkeit hast, dann nutze ruhig einmal den Wasserschlauch, bevor du auf deine erste Tour gehst.

Ein besonderes Augenmerk solltest du auch auf Fenster und Fliegengitter legen. Diese sind häufig aus einem Material, das nicht so robust ist, wie der restliche Stoff deines Dachzeltes. Gerade bei Dachfenstern kann es vorkommen, dass das Plastik brüchig wird und Wasser eintreten kann.

Eine weitere Schwachstelle, durch die Regenwasser in das Dachzelt dringen kann, sind die Reißverschlüsse. Durch diese kann bei heftigem Regen ebenfalls Wasser ins Dachzelt gelangen. Einige Dachzelte werden deshalb bereits mit wasserdichten Reißverschlüssen geliefert, bei anderen sorgt eine Stoff- oder Plastiklippe für eine entsprechende Abdichtung. Grundsätzlich sollte aber bei einem neuen Dachzelt auch am Reißverschluss kein Regenwasser eindringen. Bei älteren Dachzelten solltest du das im Auge behalten.

Selbst wenn du im Dachzelt nicht nass wirst, solltest du noch bedenken, wie du trocken in das Dachzelt kommst. Vor allem Hartschalenzelte haben selten einen separates Überdach für einen trockenen Einstieg. In ein dreieckiges Hartschalenzelt über den Heckeinstieg zu klettern, ohne eine kleine Sintflut in das Dachzelt zu lassen, grenzt dabei bereits ein wenig an Akrobatik. Klappdachzelte mit integriertem Vorzelt sind da schon angenehmer bei Regen und bieten dir den Komfort eines trockenen Einstieges quasi von Haus aus.

Die Wassersäule: wie viel Regen hält das Dachzelt aus?

Einige Dachzeltmarken geben in ihren Spezifikationen auch die Wassersäule an. Je höher die Wassersäule, desto länger dauert es, bis der Regen durch den Stoff hindurch kommt, wenn er sich in einer Pfütze darauf sammelt. So könnte man es vereinfacht beschreiben. Wichtig ist dabei zu unterscheiden, ob der Stoff nur als wasserabweisend oder wasserfest bezeichnet wird.

Egal wie hoch die Wassersäule dabei ausgezeichnet wird – wir haben bisher noch keinen Dachzeltstoff gesehen, der wirklich undicht war. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle anderen Schwachstellen aufgeben, bevor es ein Stoff schlußendlich schafft, seine Dichtigkeit zu verlieren, ist in unseren Augen sehr viel größer. Außerdem ist es vielleicht gar nicht so ratsam, sich für einen Stoff zu entscheiden, der super dicht ist. Aber dazu kommen wir später noch.

Regen oder Feuchtigkeit – wer ist der Feind?

Du bist dir sicher, dass dein gesamtes Dachzelt dicht ist? Du hast es Zuhause sogar mit dem Wasserschlauch getestet? Dein Dachzelt ist am Morgen aber trotzdem pitschnass und es tropft sogar von der Decke?

Dann hast du vermutlich kein Problem mit der Feuchtigkeit von außerhalb deines Dachzeltes, sondern viel mehr mit der Feuchtigkeit, die in deinem Dachzelt über Nacht entsteht.

Eine Person verliert über Nacht 1-2 Liter an Flüssigkeit über den Atem und über die Haut. Wo soll die ganze Feuchtigkeit denn hin, wenn das Dachzelt von außen und nach außen dicht ist? Gerade bei Regen sind in der Regel alle Fenster und Türen hermetisch abgeriegelt. Dadurch kann die Feuchtigkeit, die im Dachzelt entsteht, nicht entweichen.

Außerdem kommt noch hinzu, dass die Luft um das Dachzelt herum selbst genug Feuchtigkeit enthält. Dadurch kann sie weniger deiner Feuchtigkeit aus dem Dachzelt aufnehmen, als wenn die Luft draußen trocken wäre.

Frau steht vor Auto und hat Tarp über sich gespannt, um im Trockenen zu kochen
Selbst ein kleines Tarp kann bei Regen schon Gold wert sein! | Bild: Julia Nothelfer

Was tun gegen Feuchtigkeit im Dachzelt?

Was kannst du also tun gegen Feuchtigkeit im Dachzelt, wenn es sich nicht um Regen handelt?

Du kannst dafür sorgen, dass in deinem Dachzelt die Luft möglichst gut zirkulieren kann. Auch bei Regen, Wind oder kalten Temperaturen ist es demnach wichtig, dass mindestens ein Fenster, im Idealfall sogar zwei gegenüberliegende Fenster soweit geöffnet sind, dass die entstehende Feuchtigkeit entweichen kann.

Zusätzlich kannst du noch ein Tuch oder einen Socken gefüllt mir Katzenstreu aufhängen, das Feuchtigkeit gut aufnimmt. Morgens das Dachzelt gut durchzulüften hilft übrigens ohnehin. Auch das Aufstellen der Matratze und das Auslüften der Decken und Schlafsäcke trägt seinen Teil dazu bei, dass in der nächsten Nacht wieder Feuchtigkeit aufgenommen werden kann. Denn je trockener alle Elemente deines Dachzeltes sind, desto mehr Feuchtigkeit kann entstehen, ohne dass du aktiv (z.B. durch Tropfen von der Decke) darauf aufmerksam wirst.

Wenn du allerdings deine Decke, dein Kissen und deine Matratze nie lüftest, dann kann in allem recht viel Feuchtigkeit stecken. Wenn deine Matratze bereits feucht ist, kann sie nicht mehr so viel Feuchtigkeit aufnehmen und das Wasser sucht sich andere Stellen, an denen es sich sammeln kann. Oft sind diese Stellen das Gestänge oder ein Dachfenster. Von da aus tropft es dann spätestens am nächsten Morgen unangenehm.

Eine Mesh-Unterlage unter deiner Matratze kann dir übrigens helfen, dass sich auch dort keine Feuchtigkeit bildet, bzw. dass entstandene Feuchtigkeit besser trocknen kann. Diese Mesh-Unterlage sorgt für einen Abstand zwischen Dachzeltboden und Matratze. In diesem Abstand kann Luft zirkulieren und Feuchtigkeit abtransportiert werden.

Hilft eine Thermohaube gegen Feuchtigkeit?

Als Thermohaube wird eine zusätzliche Außenhaut – meist aus Polyester – bezeichnet, die du dem Dachzelt von außen überstülpst. Diese kann dich zusätzlich vor Regen von außen schützen. Doch hilft sie auch gegen Feuchtigkeit im Innenraum?

Durch die Thermohaube entsteht eine Luftschicht zwischen Dachzelt und Thermohaube, die den Innenraum des Dachzeltes zusätzlich isoliert. Dadurch kann produzierte Wärme zwar besser im Dachzelt bleiben, die Feuchtigkeit bleibt aber auch besser drinnen. Gegen Feuchtigkeit hilft eine Thermohaube also eher nicht.

Der beste Zeltstoff bei Regen

Gibt es den besten Dachzeltstoff bei Regen wirklich? Wie so ziemlich alles im Leben ist das auch mit den Dachzeltstoffen so: alle Stoffe haben Vor- und Nachteile.

Reine Baumwollstoffe haben den Vorteil, dass sie immer eine gute Atmungsaktivität haben. Auch im nassen Zustand kommt also noch gut Frischluft rein und gebrauchte Luft kann das Dachzelt verlassen. Dafür hat Baumwolle den klaren Nachteil, dass der Stoff bei Nässe ziemlich schwer wird (er kann viel Feuchtigkeit aufnehmen), nur langsam wieder trocknet und schimmelanfällig ist, wenn er nicht hinreichend getrocknet werden kann.

Die wenigsten Dachzelte haben allerdings reine Baumwollstoffe. Wesentlich gängiger ist die Variante mit einer Baumwoll-Polyester Mischung. Dieser Stoff – meist zusätzlich imprägniert – ist wasserabweisender als Baumwolle und nimmt nicht so viel Feuchtigkeit auf. Gleichzeitig kann er schneller trocknen. Die Gefahr der Schimmelbildung bleibt allerdings bestehen. Die Imprägnierung kann man übrigens bei nachlassender Wirkung erneuern.

Die dritte Variante ist ein reiner Polyesterbezug um dein Dachzelt. Hier hast du kaum mehr Probleme mit Schimmelbildung. Du kannst dein Dachzelt ohne Bedenken nass zuklappen und tagelang ignorieren. Wenn du Glück hast und es warm ist, trocknet es innendrin ohne dass du das Dachzelt wieder aufklappen musst. In der Regel solltest du aber auch beim Polyester-Stoff das Dachzelt spätestens nach ein paar Tagen zum Trocknen und Lüften wieder öffnen. Dieser Vorteil ist gerade in kälteren und feuchteren Regionen Gold wert. Allerdings leidet dafür die Atmungsaktivität erheblich. Der Stoff lässt kaum Luft durch, weder von außen noch von innen. Dadurch bildet sich ebenfalls schnell Kondenswasser im Innenraum – im schlimmsten Fall also Regen von innen.

Wo parkst du am besten bei Regen?

Eine bestimmte Empfehlung gegen das klare Nass von oben bei der Parkplatzwahl haben wir gar nicht. Allerdings gibt es ein paar klare Dont’s, die du bei der Parkplatzwahl beachten kannst.

Dont’s bei der Stellplatzwahl

Diese Tipps solltest du bei deiner Stellplatzwahl beachten.

Vermeide feuchte Untergründe mit schlechtem Wasserabfluss

An den Stellen, an denen bereits Pfützen zu sehen sind, werden es vermutlich noch mehr im Laufe des Regenschauers. Nicht nur der Schlamm an deinen Schuhen und Klamotten wird dich ärgern, sondern auch derselbe an deinem Vorzelt, Leiter usw.

Außerdem solltest du immer bedenken, dass du von jedem Stellplatz auch nach einem langen Dauerregen wieder ohne fremde Hilfe rauskommen solltest. Matschiger Boden ist oft kein Freund einer guten Traktion.

Vermeide Nähe zu Flüssen

Parke nicht zu dicht an Flüssen. Schon leichter Regen kann super schnell zu steigendem Wasserpegel, Sturzfluten und Überschwemmungen führen. Da möchtest du nicht mitten drin stehen.

Vermeide Plätze mit Zufahrten über Brücken

Das selbe gilt für Brücken. Quasi über Nacht kann es passieren, dass eine Brücke eben nicht mehr passierbar ist, weil der Wasserspiegel durch den gefallenen Regen derart angestiegen ist. Wenn du Glück hast kannst du über einen anderen Weg rausfahren oder dann ein paar Tage warten, bis der Pegel sich wieder normalisiert hat. Wenn du Pech hast musst du dich da irgendwie rausholen lassen. Das könnte gefährlich und teuer werden!

So schnell kann es gehen – eine Nacht Regen und schon ist die Brücke nicht mehr befahrbar! Christian hat ganze zweit Tage warten müssen, bis er die Brücke wieder queren konnte.

überschwemmte Brücke im Dachzelt Urlaub
Bild: Christian Cabanski

Kann man Regen vorhersehen?

Klar kann man das! Sogar ziemlich gut heutzutage. Auf allen gängigen Wetterapps findest du ziemlich genaue Regenvorhersagen. Dort wird sogar die voraussichtliche Menge des zu erwartenden Regens in Millimetern angegeben. Ein Millimeter bedeutet dabei, dass 1 Liter Wasser pro Quadratmeter in der Stunde fällt.

Daran kannst du dich orientieren: Von Starkregen spricht man bei 15 bis 25 mm Niederschlag innerhalb einer Stunde oder 20 bis 35 mm innerhalb von sechs Stunden. Über 25 mm in einer Stunde oder 35 mm in sechs Stunden gelten als Unwetterwarnung. Quelle

Wie häufig ist man Regen ausgesetzt?

Dass du deinen gesamten Urlaub im Regen stehst ist ziemlich unwahrscheinlich. Ein paar Regentage sind dir aber statistisch ziemlich sicher!

In Deutschland kannst du mit durchschnittlich 10 Regentagen pro Monat rechnen. In Island sind es 12 Tage, in Norwegen ebenfalls 12 und in Frankreich auch eher 10 Regentage pro Monat, um nur einmal ein paar Beispiele zu nennen. Übersichtliche Klimatabellen findest du dazu bei wetter.de:

Statistik der Regentage in Deutschland
Quelle: Wetter.de

Welches Dachzelt eignet sich bei Regen?

Wie immer hängt solch eine Frage von vielen Faktoren ab und ist deshalb nicht so pauschal beantwortbar.

Insgesamt würden wir aber sagen, dass ein Hartschalenzelt auch bei Regen praktischer ist, denn du kannst es mit relativ wenig Aufwand auf- und zuklappen und hast im Verhältnis zum Klappdachzelt weniger Stofffläche, die grundsätzlich nass werden kann.

Allerdings hat auch ein Klappdachzelt beim Regen klare Vorteile: Du hast meistens mehr Platz im Klappdachzelt, kannst also auch einen Regentag mit der Familie im Dachzelt verbringen. Beim Hartschalenzelt könnte das alleine wegen der fehlenden Sitzhöhe im Dachzelt schwierig werden. Außerdem haben viele Klappdachzelte ein integriertes Vorzelt – das ist Gold wert bei Regen.

Bei längeren Aufenthalten an einem Ort kann ein Klappdachzelt schnell Sinn machen. Bei häufigem Stellplatzwechsel macht ein Hartschalenzelt vermutlich mehr Sinn.

Alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Dachzelttypen findest du hier.

Hält das Vorzelt dicht bei Regen?

Die meisten integrierten Vorzelte sind aus dem selben Stoff, wie das Dachzelt selbst. Bei Regen kannst du also auch von den selben Fähigkeiten ausgehen. Viele separate Vorzelte haben einen hohen Polyesteranteil. Dem Polyester macht Feuchtigkeit wenig aus.

Im Vorzelt ist es auch bei Regen trocknen - zumindest von oben!
Im Vorzelt ist es auch bei Regen trocken – zumindest von Oben | Bild: Julia Nothelfer

Dicht sollten alle Vorzelte sein. Genauso wie beim Dachzelt sind hier eher die Nähte, Reißverschlüsse und Fenster/Türen das Problem. Da kann es durchaus einmal vorkommen, dass du eine Schüssel unterstellen darfst.

Eine größere Herausforderung bei Vorzelten ist der Untergrund. Bei viel Niederschlag kann es passieren, dass das Wasser über den Boden ins Vorzelt läuft und zwar die Klamotten verschont, aber eine Schlammparty auf dem Boden erzeugt. Einziehbare Böden können da helfen, verhindern aber wiederum eine notwendige Luftzirkulation im Vorzelt gegen Feuchtigkeit.

Wird das geschlossene Dachzelt beim Fahren nass?

Klappdachzelte sind mit einer dicken LKW-Plane verschlossen. Währende der Fahrt sollte da kein Regen- oder Spritzwasser eindringen. Viel mehr besteht die Gefahr, dass das Dachzelt beim Öffnen durch die nasse Plane auch nass wird. Bei der Fahrt – oder auch in der SB-Waschanlage – sollte das Dachzelt aber trocken bleiben, wenn keine Nähte oder Reisverschlüsse dem Wasserdruck ausgesetzt sind.

Einige Hartschalendachzelte sind so abgedichtet, dass bei Regen keine Feuchtigkeit eindringen kann. Andere Hartschalendachzelt-Modelle hingegen verzichten auf diese Dichtung zwischen Oberschale und Unterschale. Das hat den Nachteil, dass vor allem Spritzwasser von unten eindringen kann und das Dachzelt an den Seiten nicht vor eindringender Feuchtigkeit schützt. Vorteil von dieser fehlenden Dichtigkeit ist allerdings, dass die Luft besser zirkulieren kann und einmal entstandene Feuchtigkeit – auch sogar bei geschlossenem Dachzelt – besser austreten kann.

Was tun bei Hagel?

Eine ganz spezielle Form des Regens ist der Hagel. Dieser kommt meistens in wärmeren Jahreszeiten vor und geht eigentlich immer mit einem Gewitter daher. Bei Gewitter solltest du dich ohnehin nicht im Dachzelt aufhalten. Wenn dann noch Hagel dazukommt, gehst du vermutlich ohnehin freiwillig ins Auto – es wäre auf jeden Fall ratsam!

Wenn es mal richtig hagelt, dann macht das im Dachzelt auch keinen Spaß mehr! | Bild: Bruno Reinhard

Hagelkörner können unter Umständen zu handtellergroßen, gefährlichen Geschossen werden. Genauso wie Autodächer und Frontscheiben oft darunter leiden, wird es auch dein Dachzelt tun. Um dich auch nicht unnötig in Gefahr zu bringen, solltest du also bei Hagel dein Dachzelt lieber geschlossen lassen.

Was bei Gewitter im Dachzelt alles zu beachten ist, das erfährst du hier.

Was tun bei Dauerregen?

Die wohl pragmatischste Antwort auf diese Frage wäre: weiterfahren.

Da das aber nicht immer das beste Mittel der Wahl und natürlich auch nicht immer möglich ist, brauchen wir einen Plan B bei länger anhaltendem Dauerregen.

Neben all den Freizeitaktivitäten, die man in Räumlichkeiten machen kann (z.B. Museum, Schwimmbad, Sauna, Indoor-Spielplatz usw.) kannst du ebenso gut auch bei Regen eine schöne Zeit im Dachzelt verbringen. Wie wäre es als Single oder Pärchen einfach mal ausgiebig zu chillen? Mal wieder ein Buch lesen, im Internet die Zeit verlieren oder einfach nur den Tag verschlafen? Mit Kids kannst du ebenso viel Zeit im Dachzelt verbringen. Spiele spielen, Lieder singen oder Geschichten vorlesen. Dir wird schon was einfallen!

Hunde und Mann liegen im Dachzelt bei Regen
Auch mit Hunden kann man bei Regen im Dachzelt chillen | Bild: Julia Nothelfer

Außerdem sind wir ja auch alle nicht aus Zucker. Auch bei Regen kann man draussen eine tolle Zeit verbringen. Wann bist du das letzte Mal mit Gummistiefeln in Pfützen rumgesprungen? Die richtige Kleidung macht bei Regen einen Großteil des Spaßes aus! Und dass in jedes Dachzeltmobil wasserdichte Schuhe gehören, wissen wir ja spätestens seit dem DACHZELT CAMP SPECIAAL.

Übrigens ist meist nicht der Regen an sich das Problem, sondern eher die Tatsache, dass nach einer gewissen Zeit im Regen die Luft derart feucht wird, dass auch alles andere Feuchtigkeit zieht: Klamotten, das Auto, Lebensmittel usw..

Es ist in meinen Augen das Unangenehmste an Dauerregen. Dieser Feuchtigkeit kann meiner Erfahrung nach nur eine Heizung im Auto und/oder Dachzelt den Garaus machen. Das empfindet aber ebenfalls jeder anders – ich mag Feuchtigkeit in Klamotten, Auto und Knochen eben nicht gerne.

Was mache ich persönlich bei Regen?

Was mache ich also bei Regen? Wenn ich dem Regen einmal nicht davonfahren will, lege ich meistens dringend nötige Arbeitstage ein. Es wird dann wirklich viel getüftelt, geschrieben und gecallt. Übrigens regnet es bei mir gerade und ich freue mich darüber, endlich diesen schon lang geplanten Beitrag über Regen zu schreiben.

Ein Spaziergang oder eine Wanderung in leichtem bis mittlerem Regen ist bei mir trotzdem immer drin! Ich habe ja den großen Vorteil, dass ich mich und meine Klamotten durch die verbaute Standheizung im Fahrzeug immer wieder trocknen und aufwärmen kann.

Wenn ich den Regentag nicht gerade zum Arbeiten nutze, dann mache ich eben andere Erledigungen. Auto waschen, Klamotten waschen oder mich waschen. Oder alles drei zusammen. Außerdem sind Regentage prädestiniert für ausgiebige Saunagänge. Darauf freue ich mich immer besonders an verregneten Tagen!

Das Wetterphänomen Regen macht mir in der Regel nicht so viel aus. Da empfinde ich Wind als wesentlich anstrengender. Grundsätzlich genieße ich das Dachzelten allerdings bei (fast) jedem Wind und Wetter.

Wenn du wissen willst, wie du bei den Wetterphänomenen Gewitter, Sonne und Wind am besten dachzeltes, schau dir diese Arikel zu den weiteren Wetterpänomenen an.

Titelbild: overtheland.de

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Dachzelt im Sturm – geht das?

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Komm mit ins DACHZELT DORF!

Du wolltest schon immer einmal im Dachzelt übernachten? Du willst dir selbst ein Dachzelt kaufen und erst einmal mal Probe schlafen? Oder einfach mal verschiedene Dachzelte miteinander vergleichen? Dann hast du jetzt die perfekte Möglichkeit dazu! 

Im DACHZELT DORF kannst du Dachzelte in coolen Locations erleben und ab sofort sogar mieten! 

Kann man eigentlich bei Sturm im Dachzelt übernachten? Wie ist das bei starkem Regen? Wird das im Sommer nicht ultra heiß im Dachzelt? Und schützt das Dachzelt auch bei Gewitter?

Spätestens nachdem du das erste Mal in ein extremes Wetterphänomen gerätst, wirst du dich mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Oft ist es aber praktisch, wenn du nicht erst dann mit der Recherche anfängst, sondern schon vorher weißt, worauf du dich in etwa einstellen kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du dir alle Tipps und Tricks über die verschiedenen Wetterphänomenen in diesem DZN Live anschauen:

Sturm & Dachzelt

Einige Dachzeltnomaden denken, dass das anstrengendste Wetterphänomen im Urlaub Regen ist. Allerdings bedenken dabei viele nicht, dass man sich gegen Regen gut schützen kann. Beispielsweise hilft schon gute Kleidung um sich trocken zu halten oder du bleibst einfach den ganzen Tag im Dachzelt und genießt das angenehme Prasseln auf dem Dach. Was hilft aber wirklich gegen Wind? Ist man diesem nicht hilflos ausgeliefert?

Klar gibt es auch Windjacken & Co, außerdem schützt dich natürlich auch das Dachzelt selbst vor Wind. Anhaltende, heftige Windböen können deinen Dachzelturlaub dennoch im Handumdrehen in ein Desaster verwandeln. Schnell ist mal eine Stange gebrochen oder ein Fliegengitter gerissen. Außerdem macht auch das Aufstellen und Einpacken von Dachzelten bei Sturm keinen Spaß.

Kurzum, kräftiger Wind ist in meinen Augen der wahre Feind des Dachzeltnomaden. Da wir uns das Wetter aber nicht immer aussuchen können, müssen wir auch mit diesem Wetterphänomen leben. Wie das am besten geht, welche Gefahren durch Wind beim Dachzelten entstehen und wie du dem Sturm vielleicht doch noch entkommst, das erfährst du in diesem Artikel.

Was ist der Unterschied zwischen Wind, Sturm und Orkan?

Als Wind wird in der Meteorologie eine gerichtete, stärkere Luftbewegung in der Erdatmosphäre bezeichnet – das kann bereits eine laue Brise sein. Ein Sturm dagegen ist ganz genau definiert: ab 74,9 km/h wird ein Wind als Sturm bezeichnet. Ab 117,7 km/h ist der Sturm dann ein Orkan (Quelle: Wikipedia).

Im Prinzip definiert jeder Dachzeltnomade seine Wohlfühlwindstärke selbst. Für den einen sind 50 km/h noch ok, für den anderen wird es schon ab 30 km/h unangenehm. Spätestens bei Sturm können wir euch aber versprechen, dass es unangenehm wird im Dachzelt.

Kann man bei Sturm im Dachzelt schlafen?

Grundsätzlich kann man bei Wind – auch bei starkem Wind oder Sturm im Dachzelt schlafen. Der Wind selbst ist erst einmal nicht gefährlich.

Allerdings wird es bei Wind sehr schnell ungemütlich im Dachzelt. Der Stoff schwingt bereits bei leichtem Wind mehr als melodisch mit und wird bei stärkerem Wind schnell furchtbar laut. Diese lauten, peitschenden Geräusche können dir schnell den Schlaf rauben. Je nach Stoff und Verarbeitung des Dachzeltes kann das auch von Dachzelt zu Dachzelt stark variieren.

Doch auch alle anderen beweglichen Teile am Dachzelt klappern und bewegen sich im Wind: die Reißverschlüsse klimpern, das Gestell des Dachzeltes knarzt, die Verbinder und Schrauben ächzen, ja oder sogar dein Auto spielt bei dem Konzert mit.

Pro-Tipp gegen leichte Klappergeräusche:

Du kannst die Reißverschluss-Zipper mit Wäscheklammern zusammenklammern oder mit Klebeband umwickeln. Dann hörst du das aneinander klimpernde Metall nicht mehr. Alternativ kannst du die Schieber auch mit Schrumpfschläuchen fixieren.

Gegen den trommelartigen Wind, der auf deine Stoffwände peitscht, ist wohl noch kein Gras gewachsen. Dort hilft nur ignorieren oder Watte ins Ohr.

Selbst wenn du aber den Wind und seine Auswirkungen nicht mehr hören solltest, bleibt dir immer noch die rhythmische Bewegung, die durch den Wind entsteht. Dein Dachzelt verwandelt sich nämlich im Handumdrehen zu einem riesigen Segel. Manch einer mag beim Schlafen im Dachzelt bei Wind schon seekrank geworden sein.

Letztendlich reagiert jeder anders auf die Auswirkungen des Windes auf das Dachzelt. Den einen stört das schwankende Dachzelt bei Wind empfindlich und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Der andere lässt sich von dem Wind langsam aber sicher in den Schlaf wiegen. Vermutlich musst du das selbst ausprobieren, um zu wissen, zu welcher Sorte du dich zählen darfst.

Ab wann ist Wind gefährlich im Dachzelt?

Auch wenn du dich gerne in den Schlaf schaukeln lässt, solltest du trotzdem darauf achten, dass dir der Wind nicht gefährlich wird. Wie gesagt, bietet starker Wind zunächst einmal keinen Anlass zur erhöhten Sorge.

Bei Sturm, orkanartigen Böen oder Orkan solltest du dein Glück allerdings nicht überstrapazieren und die Nacht lieber im Auto oder in einem Haus verbringen. Abgesehen davon, dass bei diesen Windstärken die wenigsten von uns beruhigt schlafen können, ist es dort dann einfach sicherer.

So kann das bei starkem Wind (ca. 90 km/h) im Dachzelt abgehen:

Video: Bastian Dingler

Je nachdem mit welcher Windstärke der Sturm bläst, können Gegenstände herumfliegen, Äste abbrechen oder gar ganze Bäume entwurzelt werden. Ganz davon abgesehen, dass dein Dachzelt den starken Winddruck vielleicht sogar gar nicht aushält. Aber dazu kommen wir später noch.

Je höher dein Setup insgesamt ist, desto größer wird vermutlich dein Wellengang sein. Natürlich hängt das auch noch vom Gewicht des Fahrzeuges, dem Gewicht des Dachzeltes und deinem Gewicht im Dachzelt ab – der Unterschied zwischen einem Hochdachkombi zu einem Kombi (Beispiel) bei gleichem Dachzelt ist aber schon deutlich spürbar.

Übrigens gibt es bei Wind noch einen weiteren Faktor, der nicht zu vernachlässigen ist: häufig kannst du bei Sturm auch mit Gewitter rechnen. Und spätestens da hört der Spaß dann vermutlich auf. Mehr über das Dachzelten bei Gewitter und anderen Wetterphänomenen findest du hier.

Wo parkst du am sichersten bei Sturm?

Wenn du eine windreiche Nacht oder gar einen Sturm erwartest, dann solltest du das bereits bei der Stellplatzwahl beachten.

Dont’s bei der Stellplatzwahl

Alles in allem solltest du bei starkem Sturm am besten gar keinen Stellplatz zum Schlafen suchen, sondern besser eine Möglichkeit, dich irgendwo drinnen aufzuhalten. Im Notfall eben im Auto.

Stelle dich nicht in Wälder oder in die Nähe von Bäumen!

Der Wind selbst macht dir und deinem Dachzelt vermutlich wenig aus. Einen herabfallenden Ast wird dein Dachzelt hingegen nicht aufhalten. Deshalb solltest du bei starkem Wind oder Sturm nicht in der Nähe von Bäumen stehen.

Stelle dich nicht in die Nähe von Felswänden!

Auch Felswände können gefährliche Geschosse beherbergen. Ein Stein auf dem Dachzelt wird dich genauso wenig erfreuen, wie ein Ast.

Stelle dich nicht in die Nähe von maroden Häusern oder Stromleitungen.

Bei Sturm, orkanartigen Böen oder Orkanen passiert es gar nicht mal so selten, dass sich Häuser abdecken oder gerissene Stromleitungen zu gefährlichen Geschossen werden. Vermeide alte Häuser und Ruinen als Schutz zu nutzen.

Do’s bei der Stellplatzwahl

Suche dir bei zu erwartendem Sturm einen Stellplatz, der dich irgendwie schützt. Wenn Felswände, Bäume und einige Häuser tabu sind, bleibt erst einmal wenig übrig. Du musst dich trotzdem nicht alleine auf weite Flur stellen.

Suche Zuflucht in Büschen und Senken!

Suche dir vielleicht eine Stelle, an der viele Büsche stehen. Da kann nicht so viel passieren. Oder du schaust dich nach Senken und kleinen Tälern um, über die der Sturm hinweg fegen kann.

Allerdings kann auch eine Senke tückisch sein, denn Dachzelte sind im Windkanal meist nur durch horizontalen Wind getestet. In einer Senke kann der Wind ebenso von schräg oben kommen, auch wenn du nicht am Rand der Senke stehst. Dein Dachzelt kann dadurch seitlich nach unten gedrückt werden und entweder mit dem Gestänge auf dir landen und/oder sich nachhaltig verbiegen.

Suche Zuflucht auf Camping-Plätzen!

Auf einem Campingplatz kannst du den Betreiber oder andere (Dauer-)Camper fragen, von wo in der Regel der Wind weht. Es gibt sicher überall Fleckchen, an denen der Wind seinen Weg einfacher findet und heftiger weht, als an dem Fleckchen um die Ecke.

Suche Zuflucht unter Brücken

Brücken gehören zu den stabilsten Bauwerken. Sie sind (meist) für die Ewigkeit gebaut. Hier kannst du relativ sicher sein, dass sie auch bei starkem Orkan stehen bleiben.

Suche Zuflucht in der Stadt!

Am Wenigsten passiert dir vermutlich in Städten mit solider Bebauung oder in Industriegebieten. Aber halte auch da Ausschau nach Gegenständen die im Zweifel bei Sturm durch die Gegend fliegen können.

Geb dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche!

Sobald dir klar ist, von wo der Wind weht, kannst du dein Fahrzeug entsprechend ausrichten. Das bedeutet, ähnlich wie in der Schifffahrt, “mit dem Wind” parken. Parke nach Möglichkeit in der Länge gegen den Wind, also Schnauze voran!

Kann man Wind vorhersehen?

Ja – glücklicherweise kann man das! In vielen gängigen Wetter-Apps kannst du schon im voraus erkennen, wie viel Wind du ungefähr zu erwarten hast. Ob es am Ende dann 30 oder 40 km/h sind, machen den Bock vermutlich nicht fett. Ein Unterschied zwischen 30 und 90 km/h wirst du aber deutlich spüren.

Auch beim Deutschen Wetterdienst kannst du dich über Wetterwarnungen informieren.

Neben den Temperaturen, der Gewitterbeobachtung und der Regenwarnung solltest du beim Dachzelten also in Zukunft zumindest ein Auge auf die Windvorhersage haben.

Was tun bei Sturm?

Wenn du schon weißt, dass es in der Region deiner Wahl windig werden soll, kannst du noch die ein oder andere Vorkehrung treffen.

Spanne dein Dachzelt ab!

Du kannst dein Dachzelt zusätzlich abspannen. Die meisten Klappzelte haben im Lieferumfang ein Set von Abspannschnüren und Heringen. Sollte das nicht der Fall sein, kannst du dich damit in jedem Campingbedarf eindecken.

Parke in Windrichtung!

Du kannst auch in die entsprechende Windrichtung parken, wenn du bereits weißt von wo der Wind kommen soll (und wohin er sich eventuell im Laufe der Nacht drehen soll!).

Richte dein Dachzelt aus!

Wenn du eine Dreiecks-Hartschale dein Eigen nennst, kannst du die spitze Seite in den Wind drehen. Bei einem Klappzelt empfiehlt es sich, den Einstieg aus dem Wind zu drehen.

Sichere deine losen Gegenstände!

Außerdem kannst du dafür sorgen, dass um dein Dachzelt herum nicht mehr so viel wegfliegen kann. Campinggeschirr, Stühle usw. werden schnell zu Geschossen oder aber auch zu Gegenständen, die du nicht mehr so schnell einfangen kannst.

Ansonsten heißt es bei Wind meistens – wie auch bei dem ein oder anderen Wetterphänomen auch – aussitzen oder weiterreisen.

Wie viel Wind hält das Dachzelt aus?

Das ist eine gute Frage! Bisher haben wir noch nicht viele Dachzelte gesehen, die durch Wind einen kompletten Totalschaden erlitten haben. Aber auch das ist tatsächlich möglich. Am DACHZELT FESTIVAL 2018 hat ein kleines Stürmchen von der Dauer einer halben Stunde beispielsweise ein komplettes Klappdachzelt zerlegt. Alle anderen Dachzelte blieben heile bzw. hatten wenn dann nur leichte Kratzer.

Manche Hersteller werben damit, dass das Dachzelt selbst Windstärke 8 und mehr standhält. Wie das bei bei 72 km/h dann aussieht, das siehst du hier:

Na? Hast du Lust bei diesem Wind im Dachzelt zu liegen? Wahrscheinlich nicht.

Sobald also eine Sturmwarnung vorliegt, ist ein Übernachten im Dachzelt – oder auch nur das Aufstellen eines Dachzeltes – nicht mehr zu empfehlen. Windstärken, die darunter liegen, können durchaus getestet werden.

Je nach deinem Setup und deinem persönlichen Empfinden, können du und dein Dachzelt einem Sturm durchaus standhalten. Vermutlich gibst du sogar auf, bevor das Dachzelt klein bei gibt. Aber bei starkem Wind und Sturm ist und bleibt es einfach unangenehm im Dachzelt.

Wenn du das Dachzelt im offenen Zustand, starkem Wind oder sogar Sturm/Orkan aussetzt, dann kannst du durchaus mit der ein oder anderen Blessur am Dachzelt rechnen. Eine verbogene Stange hier, ein gerissener Stoff da, eine geplatzte Naht oder ein defekter Reißverschluss. Insgesamt solltest du es nicht darauf ankommen lassen, wenn du die Wahl hast.

Wie häufig ist man starkem Wind ausgesetzt?

Glücklicherweise ist das ähnlich, wie bei Gewitter: es stürmt nicht jeden Tag. Genauer gesagt stürmt es sogar relativ selten.

Eine Statistik des Deutschen Wetterdienstes zeigt das recht deutlich. Vereinfacht gesagt dürfen wir also im Schnitt mit 30 oder weniger Sturmtagen im Jahr rechnen. An diesen 30 Tagen müssen wir ja nicht unbedingt dachzelten.

Statistik Sturmtage in Deutschland zwischen 1969-1998
Mittlere Anzahl der Tage mit Spitzenböen von mindestens Bft 8 für Jahr, Sommer und Winter im Zeitraum 1969 bis 1998. Quelle: DWD.de

Außerdem sind “Sturmtage” auch keine Tage, an denen es den ganzen Tag stürmt. Es können durchaus auch nur Spitzenböen der Stärke 8 oder stärker auftreten. Das heißt noch nicht, dass es die ganze Nacht aus allen Löchern pfeift. Auch das kann dir eine Wettervorhersage ziemlich genau prophezeien.

Welches Dachzelt eignet sich am besten für Sturm?

Grundsätzlich sind Hartschalendachzelte bei Wind weniger anfällig als Klappdachzelte.

Hartschalenzelte haben eine relativ kleine Angrifssfläche, einen meist stark gespannten Stoff und weniger Teile, die außen am Zelt angebracht sind. Dadurch hat der Wind nicht so viele Möglichkeiten Schaden anzurichten. Ein dreieckiges Hartschalenzelt kannst du zudem noch ideal mit der Spitze in den Wind stellen und damit die Angriffsfläche ideal verkleinern.

Ein Klappdachzelt hingegen hat von Natur aus eine recht große Angriffsfläche und flattert im Wind wesentlich mehr als ein Hartschalenzelt. Außerdem hat ein Klappdachzelt außen am Dachzelt häufig Stangen, die im Wind einfach verbiegen können oder sich sogar zu gefährlichen Peitschen entwickeln könnten.

Ein Hybriddachzelt kann je nach Bauart die Vor- und Nachteile von Klappdachzelt und Hartschalenzelten vereinen. Insgesamt kommt das aber stark auf die exakte Bauart an. Alle Vor- und Nachteile der drei genannten Dachzelt-Arten findest du hier.

Zusätzlich zu der Bauart macht auch noch der Stoff einen entscheidenden Unterschied. Je schwerer der Stoff, desto robuster wird er sein. Ein leichter Stoff aus reinem Polyester flattert im Wind wesentlich schneller als ein schwerer Stoff aus reiner Baumwolle. Dafür macht die Baumwolle bei starkem Wind erheblich lautere Schläge als die Polyester-Variante.

Ideal ist für mein Empfinden bei Sturm ein Stoff aus einer Polyester-Baumwolle Mischung.

Hält das Vorzelt einem Sturm stand?

Grundsätzlich gibt es Vorzelte, die auch stärkeren Wind aushalten.

Ob du dein Vorzelt im Wind allerdings aufbauen solltest, würde ich von Situation zu Situation entscheiden. Wenn du die Möglichkeit hast, das Vorzelt sicher im Auto verstaut zu lassen, wäre das zumindest bei starkem Wind vermutlich meist die beste Alternative.

Es gibt allerdings auch Dachzelte, die ein integriertes Vorzelt haben. Dieses solltest du bei Wind entsprechend gut abspannen.

Was solltest du noch beachten?

Ein Sturm kommt selten alleine. Wenn du Pech hast, dann bringt der Sturm noch Regen, Schnee, Hagel, Sand oder Staub mit. Außerdem kann ein Sturm auch von Blitz und Donner begleitet werden. Spätestens dann macht das Ganze ohnehin keinen Spaß mehr – bzw. wird schnell noch gefährlicher, als es ohnehin schon ist.

Hier findest du eine Übersicht über alle Wetterphänomene mit Tipps und Tricks wie du dich dabei am besten verhältst.

Meine Erfahrungen mit Dachzelten im Sturm

Ich persönlich habe schon die ein oder andere Nacht bei mäßigem und auch starkem Wind im Dachzelt verbracht. Schön ist das in der Regel nicht, vor allem weil mich die lauten Geräusche der peitschenden Windböen an meinem Dachzelt schnell nerven.

Außerdem klappert alles. An ruhigen Schlaf ist meist nicht zu denken, weil ich bei dem ganzen Gewackel dauernd das Gefühl habe, dass eine Person an meinem Dachzelt rüttelt.

Mein schlimmstes Erlebnis war eine Nacht bei Windstärke 8-9 an der Ostsee. Das war also schon ein deutlicher Sturm. Ich habe erst versucht, im Dachzelt zu bleiben. Als es sich aber im Verlaufe des Sturms immer wieder von selbst halb zugeklappt hat, habe ich entschieden, die Nacht im Auto zu verbringen, bis der Sturm vorbei ist.

Der Versuch das Dachzelt in dieser Situation noch einigermaßen ordentlich zu verschließen hat übrigens auch keinen Spaß gemacht. Glücklicherweise hat es dabei nicht auch noch geregnet.

Ein anderes Mal war es bereits tagsüber so windig, dass ich beim Sitzen im Auto mit geschlossenem Dachzelt nahezu seekrank geworden bin. Da habe ich mir dann für die Nacht einen weitaus geschützteren und nicht so exponierten Platz gesucht. Die Flexibilität haben wir ja mit Dachzelt glücklicherweise meistens.

Ich persönlich empfinde Wind als das anstrengenste Wetterphänomen beim Dachzelten und versuche dem Ganzen – wenn irgendwie möglich – immer aus dem Weg zu gehen.

Wenn es einmal nicht möglich sein sollte, setze ich mein bestes Lächeln auf und versuche das Beste daraus zu machen – selbst wenn das mal bedeutet auf dem Beifahrersitz zu “schlafen”. Denn wenn ich mich ärgere, geht der Wind auch nicht weg.

An dieser Stelle vielleicht noch der Hinweis: Ein Notschlafplatz im Auto ist nicht nur extremen Wetterbedingungen Gold wert.

Grundsätzlich geht Dachzelten allerdings bei (fast) jedem Wind und Wetter. Weitere Tipps und Tricks, wie du bei den Wetterphänomenen Gewitter, Sonne und Regen am besten dachzeltes, findest du hier.

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

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Gewitter im Dachzelt – ist das gefährlich?

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Komm mit ins DACHZELT DORF!

Du wolltest schon immer einmal im Dachzelt übernachten? Du willst dir selbst ein Dachzelt kaufen und erst einmal mal Probe schlafen? Oder einfach mal verschiedene Dachzelte miteinander vergleichen? Dann hast du jetzt die perfekte Möglichkeit dazu! 

Im DACHZELT DORF kannst du Dachzelte in coolen Locations erleben und ab sofort sogar mieten! 

Kann man eigentlich bei jedem Wetter im Dachzelt übernachten? Wie ist das bei starkem Wind? Wird das im Sommer nicht ultra heiß im Dachzelt? Und schützt das Dachzelt auch bei Gewitter?

Spätestens nachdem du das erste Mal in ein extremes Wetterphänomen gerätst, wirst du dich mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Oft ist es aber praktisch, wenn du nicht erst dann mit der Recherche anfängst, sondern schon vorher weißt, worauf du dich in etwa einstellen kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du dir alle Tipps und Tricks über die verschiedenen Wetterphänomenen in diesem DZN Live anschauen:

Gewitter & Dachzelt

Stell dir vor du wachst nachts in deinem kuscheligen Dachzelt auf einmal von einem lauten Geräusch auf, dass du erst einmal nicht richtig einsortieren kannst. Erst als du den strahlenden Blitz siehst, der den Nachthimmel teilt, erkennst du: es nähert sich ein Gewitter deinem Dachzelt-Stellplatz. Ob das so gut ist?

Das wohl dramatischste und vermutlich auch gefährlichste aller Wetterphänomene bei deinem Dachzelturlaub ist das Gewitter. Gerade im Hochsommer ist die Gewitterhäufigkeit und die Stärke der auftretenden Gewitter besonders hoch. Deshalb solltest du das auch nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Heutzutage lassen sich Gewitter glücklicherweise ziemlich genau vorhersagen. Ein plötzliches und spontanes Gewitter, dass dich aus dem Schlaf reißt, muss also in der Regel auch bei deinem Dachzelturlaub nicht auf der Tagesordnung stehen.

Kannst du das Gewitter nicht einfach im Dachzelt aussitzen? Oder solltest du dich aus der Gewitterregion ganz fernhalten? Woran erkennst du dein Gewitter? Und wie weit ist es eigentlich weg? Diese und noch weitere Fragen schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

Ist man bei Gewitter im Dachzelt sicher?

Grundsätzlich lautet die Antwort erst einmal: NEIN.

Das Dachzelt bildet keinen oder keinen ausreichenden faradayschen Käfig, um dir bei einem Blitzeinschlag Schutz zu bieten. Der Faradaykäfig, wie wir ihn beim Auto kennen, ist eine geschlossene Hülle aus einem elektrischen Leiter. Diese Kriterien wird ein handelsübliches Dachzelt nicht erfüllen können.

Im geschlossenen Auto bist du auch während des Gewitters sicher, im Dachzelt also nicht.

Woran erkennst du ein herannahendes Gewitter?

Ein herannahendes Gewitter erkennt man nicht nur an den dunklen Wolken und dem dröhnenden Donner. Es gibt viele weitere Kleinigkeiten, die dir ein Gewitter vorhersagen:

  • die Temperatur fällt stark ab
  • der Luftdruck sinkt
  • die Vögel hören auf zu zwitschern
  • die Mücken werden aggressiver
  • große (meist dunkle) Wolken türmen sich auf
  • oder einfach durch einen Blick auf den guten alten Wetterbericht

Am Meer oder im flachen Land kann man ein Gewitter schon von weitem herannahen sehen. In den Bergen ist das meist schwieriger und kann schnell einmal eine böse Überraschung innerhalb kürzester Zeit bringen.

Wie weit ist das Gewitter weg?

Wenn du einen Blitz siehst, dann gibt es auch gleichzeitig den Donner. Da aber das Licht schneller bei dir ankommt als der Ton, dauert es je nach Entfernung entsprechend lange, bis der Donner zu hören ist.

Wenn der Abstand zwischen Blitz und Donner eine Sekunde beträgt, dann ist das Gewitter (bzw. dieser Blitz!) 343 Meter von dir entfernt. Wenn 10 Sekunden zwischen Blitz und Donner liegen, dann sind es bereits 3,4 km zwischen dir und dem Blitz.

Mit dieser Formel kannst du ungefähr bestimmen, wie weit das Gewitter weg ist. Allerdings solltest du dabei auch bedenken, dass eine Gewitterwolke zwei Kilometer oder breiter sein kann und sich nicht gerade langsam bewegt. Wenn also der Blitz zwei Kilometer von dir und deinem Dachzelt weg ist, dann kann der nächste schon innerhalb von Sekunden bei dir sein.

Mit dieser Sekundenzählmethode kannst du aber recht gut einschätzen, ob das Gewitter zu dir hin oder von dir weg zieht. Dafür ist die Formel wirklich Gold wert!

Wo zieht das Gewitter hin?

Du kannst nicht nur mit dem Sekunden zählen super bestimmen, wo das Gewitter hinzieht. Auch in aktuellen Satellitenbildern lässt sich das super beobachten. Ich nutze dafür gerne die App von WetterOnline – es gibt aber auch zahlreiche andere Online-Tools.

In dieser App werden Gewitter als farbige Punkte dargestellt. Je größer die Punkte sind, desto größer sind die Gewitterzellen. Du siehst außerdem in der Timeline unten ziemlich genau, wo das Gewitter herkommt, wann es bei dir ist und wo es hinzieht.

Bild von einer Gewitter App zum frühzeitigen Erkennen von herannahenden Gewittern beim Dachzelt Urlaub

Ich bin immer wieder ganz begeistert wie präzise diese Vorhersagen doch sind. Erst letzte Woche hat mir die App das Gewitter auf die Minute vorhergesagt und auch ganz genau, wann ich wieder schlafen gehen kann.

Alleine auf die Technik vertrauen solltest du aber dennoch nicht. Eine Kombination aus der Sekunden-zähl-Taktik und der Satellitenanzeige sollte dich aber schon ganz gut vor unerwarteten Gewittern schützen.

Häufigkeit Gewitter

Im Sommer kannst du schon öfters mal mit einem kleinen Gewitterchen rechnen. In den Monaten Mai bis August sind die Tage am längsten und damit auch die Sonneneinstrahlung am intensivsten. In diesen Monaten ist auch mit den meisten Gewittern zu rechnen.

Ein Gewitter entsteht nämlich vereinfacht gesagt durch aufsteigende, feuchtwarme Luftmassen, die eine Gewitterwolke bilden. Diese Luftmassen treffen in großer Höhe auf kältere Luftmassen – und schon knallt´s!

In Deutschland gibt es je nach Region an 20-35 Tagen im Jahr Gewitter. Hier findest du beim deutschen Wetterdienst genaue Informationen über die Häufigkeit von Gewitttern. Die meisten Gewitter finden im Sommer zwischen Mai und August statt.

grafik der mittleren Anzahl von Gewittertagen pro Monat am Frankfurter Flughafen
Quelle: dwd.de

Übrigens: ein Wärmegewitter dauert in der Regel 0,5 – 1,5 Stunden. Also selbst wenn ein Gewitter ausgerechnet auf dein Wochenende fällt, in dem du mit dem Dachzelt unterwegs sein wolltest, ist noch nicht Hopfen und Malz verloren. Es kommt nämlich sehr selten vor, dass es die ganze Nacht gewittert und das Gewitter dabei gleichzeitig direkt über deinem Dachzelt wütet.

Du kannst demnach auch bei einer Gewitterwarnung mit dem Dachzelt losziehen. Allerdings solltest du super vorsichtig sein: sobald eine Gewitterwolke an deinem Standort sichtbar und/oder das Gewitter hörbar ist, wechsele sicherheitshalber ins Auto und sitze das Gewitter aus. Das grandiose daran: Du kannst das Gewitter live aus der ersten Reihe beobachten!

Mir persönlich ist das in drei Jahren Vollzeit im Dachzelt bisher zwei Mal passiert. In allen anderen Fällen ist das Gewitter dann doch an mir vorbeigezogen und ich konnte relativ ruhig weiterschlafen.

Über Unwetterwarnungen kannst du dich beispielsweise beim deutschen Wetterdienst informieren.

Wo parkst du am sichersten?

Es besteht für deine Region eine Gewitterwarnung? Dann solltest du bei der Parkplatzwahl für dein Dachzelt-Mobil wenn möglich einige Grundregeln beachten.

Dont’s bei der Stellplatzwahl

Regel Nummer 1: Sei nicht der höchste Punkt.

Egal was du machst und wo du dich so aufhältst. Solange du außerhalb deines Autos bist, solltest du auf keinen Fall der höchste Punkt in der Umgebung sein. Der Blitz sucht sich den Weg des geringsten Wiederstandes, um sich zu entladen. Und das möchtest du bzw. dein Dachzelt ganz sicher nicht sein.

Parke also nicht auf offenen Feldern und auf weiter Flur!

Auch ein Parkplatz neben einem einzelnen Baum oder einer kleinen Baumgruppe ist nicht sinnvoll. Gefährlich ist nämlich nicht nur der Blitzeinschlag selbst, sondern auch der sogenannte Potenzialtrichter.

Bei einem Blitzeinschlag entstehen an der Stelle des Einschlages nicht nur sehr hohe punktuelle Spannungen, sondern eine trichterförmige Potentialdifferenz, die nach außen abnimmt. Das bedeutet, dass der Blitzeinschlag selbst sehr gefährlich ist, aber auch der kreisförmige Bereich um den Einschlag kann tödlich sein.

Auch solltest du nicht unbedingt mit deinem Dachzelt im Wald stehen. Denn mit einem Gewitter kommt auch häufig kräftiger Wind einher. Wenn der Blitz dich also verschont, möchtest du sicher nicht Opfer von herabfallenden Ästen oder abknickenden Bäumen werden.

Do’s bei der Stellplatzwahl

Sinnvoll ist es dagegen in der Nähe von einem bebauten Gebiet zu stehen. Wenn dein Stellplatz 100-200 Meter weg vom nächsten Haus ist, dann bist du höchstwahrscheinlich nicht der höchste Punkt und der Blitz schlägt eher in einen Blitzableiter ein als in dein Dachzelt.

Eine Unterführung oder ein kleiner Tunnel können auch prima Plätze zum Gewitter ausharren sein. Dort sollte dir nichts passieren – zumindest nicht durch einen Blitzeinschlag.

Auto mit Dachzelt steht unter einer Unterführung
Noch kein idealer Stellplatz, aber vier Meter weiter links ein guter Anfang für den Notfall!

Unabhängig von der Stellplatzwahl hast du im Auto immer einen sicheren Platz (solange Fenster und Türen geschlossen sind).

Was solltest du noch beachten?

Wenn es gewittert oder ein Gewitter naht, sollest du zusätzlich auf folgende Dinge achten:

Kein Kontakt zu metallischen Gegenständen 

Metall zieht Blitze förmlich an. Du solltest also keine metallischen Gegenstände am Körper tragen, wenn du dich bei Gewitter draußen aufhalten solltest.

Außerdem sollten auch keine metallischen Gegenstände um dein Auto herumstehen oder liegen. Besser ist es diese bereits lange vor dem Gewitter im Auto zu verstauen.

Denke dabei auch unbedingt an deine Leiter vom Dachzelt, wenn diese aus Metall ist!

Gewitter bringt oft Sturm & Hagel mit sich

Ein Gewitter bedeutet häufig auch Sturm und manchmal sogar Hagel. Du solltest also bei einer Gewitterwarnung auch schon darauf achten, dass keine Gegenstände wegfliegen können und im Idealfall dein Fahrzeug irgendwo sicher unterstellen. Dadurch sparst du dir vielleicht den ein oder anderen Hagelschaden.

greller Blitz am Nachthimmel
Red Dunes Camp in Namibia 2016 | Bild: Sasowewi Photography

Was mache ich persönlich bei Gewitter?

Du hast in deinem Dachzelturlaub einen Gewittertag erwischt? Glückwunsch! Ich persönlich feiere es tatsächlich jedes mal extrem, wenn ich ein Gewitter aus nächster Nähe beobachten kann.

Ich will euch jetzt nicht ermutigen absichtlich in ein Gewitter zu fahren. Ein Restrisiko besteht auch, wenn ihr in eurem Auto das Gewitter ausharrt.

Wenn es aber doch passiert und ihr bei eurem Dachzelt-Abenteuer in ein Gewitter geratet: dann genießt die Show! Ich setze mich dann immer in mein Auto, mache mir vorher noch einen Tee oder öffne ein Kaltgetränk und freue mich auf das Schauspiel. Wenn das Gewitter in meiner Nähe ist, verlasse ich das Auto selbstverständlich nicht mehr und warte, bis es dann weit genug weg ist, bevor ich wieder schlafen gehe.

Tipp aus der Praxis

Ich bin bereits seit 2017 Vollzeit unterwegs und kann an einer Hand locker abzählen, wie oft ich nachts schon ins Auto wechseln musste. Die Wahrscheinlichkeit von einem nahen Gewitter überrascht zu werden, ist eher nicht allzu hoch einzuschätzen.

Jetzt weißt du alles über Gewitter in deinem Dachzelturlaub. Aber wie ist das eigentlich mit Schnee, Wind und Sonne? Hier findest du alle Tipps und Tricks für das Dachzelten bei extemen Wetterphänomene noch einmal in der Übersicht!

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Spenden statt feiern – Die DZF Spendenaktion

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Vom 13.-17. Mai 2020 hätte eigentlich das legendärste DACHZELT FESTIVAL ever am Helenesee stattfinden sollen. Leider mussten wir das DZF20 aufgrund von Corona schweren Herzens verschieben.

Trotzdem wollten wir diese Woche nicht einfach so verstreichen lassen. Neben den außergewöhnlichen DACHZELT EVENTS, die wir gemeinsam seit 2017 auf die Beine stellen, ist ein großer Bestandteil der Dachzeltnomaden die Gemeinnützigkeit. 

Das WIR zählt!

Die Dachzeltnomaden sind eine grandiose Gemeinschaft aus vielen tollen und bunt zusammengewürfelten Menschen, die immer wieder zeigen, dass man gemeinsam Großes schaffen kann! 

“Lasst uns was geiles auf die Beine stellen!” haben wir uns gedacht und in einer Spontanaktion die DZF Spendenaktion aus der Taufe gehoben.

So viel Spenden haben wir gesammelt!

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Aktuelle Spendensumme der Dachzeltnomaden

Unglaubliche 15.000 Euro – in Worten fünfzehntausendeuro (!) – sind in nur 4 Tagen der allerersten Dachzeltnomaden Online-Spendenaktion zusammengekommen. Ihr seid einfach der Oberhammer! 

Beinahe im 10-Minuten-Tackt trudelten die Spenden auf unserem Spendenkonto ein und der Betrag wurde von Stunde zu Stunde größer. In regelmäßigen Abständen konnten wir diese Webseite und die DACHZELT FESTIVAL APP mit einem neuen Höchststand aktualisieren.

Mach mit! Spende und gewinne!

Das war das Motto. Jeder konnte mitmachen. Pro 5 Euro Spende konnte man sich die Chance auf einen der tollen Gewinne sichern, die wir auch noch sehr kurzfristig dank einer Handvoll wunderbarer Spender an den Start bringen konnten. Unter anderem gab es sogar zwei Dachzelte zu gewinnen!

Zusätzlich konnten wir aus den DACHZELT FESTIVAL Ticket-Rückerstattungen 1050 Euro, die von Dachzeltnomaden gespendet wurden, in den Spendentopf legen. 

Mach mit!
Du kannst uns jederzeit eine Spende zukommen lassen, die wir bei der nächsten Aktion an ein gemeinütziges Projekt weiterleiten:

Empfänger: Dachzeltnomaden 
DE84110101002971628756
SOBKDEBBXXX

Ein wahnsinniger Endspurt

Im DZN Live am Sonntag Abend wurde es dann richtig spannend. Wir lagen bei ca. 12.000 Euro, als sich in der letzten Stunde die Spendensumme dank einiger Spontanspender auf Youtube und Paypal noch einmal drastisch erhöhte. 

Die Krönung waren zwei anonyme Einzelspender die einmal die Spendensumme um 10% (1300 Euro) auf knapp 14.000 Euro und dann noch einmal auf 15.000 Euro aufrundeten. Was für ein grandioser Erfolg und fantastisches Gemeinschaftserlebnis!

Willst du noch einmal hautnah dabei sein? Hier kannst du das DZN Live, was bestimmt eines der bisher schönsten war, noch einmal anschauen: 

100.000 Euro Marke geknackt

Mit dieser DZF Spendenaktion haben wir es geschafft, die Gesamt-Spendensumme der Dachzeltnomaden in nicht einmal 2 Jahren über die atemberaubende Marke von 100.000 Euro zu heben.

Das ist ein wirklich unglaubliches Ergebnis, von dem wir selbst in unseren kühnsten Träumen nicht erwartet hätten, dass wir es jemals erreichen. 

Es zeigt sich einmal mehr, was alles möglich wird, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht! Was für eine geile Community! Danke euch allen!

Alle Infos zu den Dachzeltnomaden Spendenprojekten, die wir damit seit 2018 unterstützen konnten, findest du hier:

Dachzeltnomaden Spenden

Wohin gehen die 15.000 Euro?

Wie immer haben wir auch dieses Mal gemeinsam entschieden, wen wir mit den Spenden helfen wollen. In unserer Facebook-Gruppe wurden mehrere gemeinnützige Projekte vorgeschlagen, die auf Spenden angewiesen sind und Menschen unterstützen.

Aufgrund der hohen Spendensumme haben wir uns entschlossen, das Geld zu gleichen Teilen auf die ersten 3 Projekte, die das Rennen bei der Abstimmung gemacht haben, aufzuteilen:

4×4 Karpatenhilfe5.000 Euro

Sternenkinder e.V. – 5.000 Euro

Vergiss mich nicht – 5.000 Euro

Hier kannst du mehr über die Projekte und unsere Spendenübergaben erfahren: Dachzeltnomaden Spendenprojekte 2020.

Hilf mit!
Hast du einen Vorschlag für ein gemeinnütziges Projekt, das auf Spendengelder angewiesen ist, Menschen hilft und Unterstützung gebrauchen kann? Dann melde dich bei uns 

Unsere jüngste Spendenübergabe

 

Bei unserer letzten Veranstaltung, dem DACHZELT SILVESTER CAMP, konnten wir der Lebenshilfe in Eggerding eine Freude bereiten.

Hast du Lust mitzumachen?

Hast du Lust, zusammen mit uns gemeinnützige Projekte zu unterstützen? Hast du Ideen, was wir noch alles gemeinsam auf die Beine stellen können? Möchtest du mit Hand anlegen und dich ehrenamtlich engagieren? Vielleicht hast du Lust mit uns ein Spendenprojekt wie das DACHZELT MEETUP auf die Beine zu stellen?

Dann melde dich bei uns! Wir freuen uns auf deine Ideen und Vorschläge! Hier findest du alle Informationen über unsere Spendenaktionen.

Wir freuen uns von dir zu hören! Oder dich vielleicht bald auf einer unserer Veranstaltungen zu sehen!

Gemeinsam sind wir stark!

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Dachzelt Versicherung – das musst du wissen!

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Sichere dir deine persönliche DACHZELT BERATUNG!

Du träumst von einem Dachzelt aber das riesige Angebot überfordert dich? Du suchst jemanden, der deine individuellen Fragen direkt und persönlich beantwortet? Dann haben wir etwas für dich! Die DACHZELT BERATUNG von Dachzeltnomaden für Dachzeltnomaden! 

Das Wichtigste zum Thema Dachzelt Versicherung

Eine Dachzelt Versicherung – das ist wohl das Letzte woran ich bei meinem ersten Ausflug mit dem Dachzelt gedacht habe. Erstaunlich wenig Dachzeltnomaden machen sich anfangs ernsthafte Gedanken um eine Dachzelt Versicherung. Erst mit der Zeit kommt für viele der Gedanke: Was passiert eigentlich bei einem Unfall? Ist mein Dachzelt versichert? Was ist, wenn mir jemand das Dachzelt entwendet

Gucken statt lesen? Schau DZN Live!

Für alle, die lieber gucken statt lesen, hier das DZN Live zum Thema Dachzelt Versicherung. Rebecca & Thilo führen dich durch den Versicherungs-Dschungel und zeigen dir worauf du achten musst.

Du hast dein lang ersehntes Dachzelt endlich auf deinem Autodach und willst jetzt am liebsten sofort in den nächsten Urlaub starten? Vielleicht hast du auch schon deinen 10. Urlaub mit Dachzelt hinter dir? Oder irgendetwas dazwischen? Ganz egal wie lange du dein Dachzelt schon besitzt: Hast du dir schon einmal Gedanken um eine Dachzelt Versicherung gemacht?

In diesem Artikel wollen wir das Thema Dachzelt Versicherung einmal ganz genau beleuchten und dir verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie du dein Dachzelt gut versichern kannst.

Dacia mit Dachzelt
Wie versichert man eingentlich ein Dachzelt?

Wieso eine Dachzelt Versicherung?

Vielleicht hast du dir noch gar keine Gedanken um eine Dachzeltversicherung gemacht. Halten wir uns aber einmal vor Augen, was das Dachzelt gekostet hat und dass der Wert des Dachzeltes in manchen Fällen sogar den Wert des Autos übersteigt. Dann ist der Gedanke das Dachzelt zu versichern gar nicht mehr so abwegig.

Denn was passiert, wenn der Stoff deines Dachzeltes durch einen herabfallenden Ast zerrissen wird? Was passiert, wenn du mit deinem Dachzelt in der Tiefgarage hängen bleibst? Und was passiert, wenn dein Dachzelt vielleicht sogar gestohlen wird?

Wie ist also das Dachzelt auf dem Autodach versichert? Beziehungsweise ist es überhaupt versichert und versicherbar?

Nicht verpassen!

Hast du Interesse an einer spannenden Dachzelt Versicherung? Dann gibt es hier ein besonderes Angebot für dich: Dachzeltnomade Andreas hat eine spannende KFZ-Versicherung für Dachzeltnomaden vorbereitet.

Dachzelte sind darin bis 5.000 Euro versichert und das beste ist: Es gibt 5% garantierten Nachlass auf den Beitrag deiner bestehenden Versicherung – egal bei welcher Versicherung du aktuell versichert bist. Ist das nicht genial?

Hier findest du die Vorteile auf einem Blick:

Deine Meinung ist gefragt!

Wie denkst du über eine Dachzelt Versicherung? Würdest du dein Dachzelt gerne versichern? Wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Noch gibt es keine spezielle Dachzelt Versicherung, aber vielleicht können wir gemeinsam etwas daran ändern! Willst du Infos dazu erhalten? Dann fülle diese Umfrage aus und du bekommst Infos zur Dachzelt Versicherung, sobald wir NEWS für dich haben!

Wie kann das Dachzelt versichert werden: Ladung vs. Fahrzeugausstattung

Um herauszufinden, wie ein Dachzelt versichert sein könnte, müssen wir erst einmal klären, was das Dachzelt im Verhältnis zum Auto überhaupt darstellt.

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt ein Dachzelt als Ladung.

Allerdings sehen das nicht alle Versicherungen so. Bei manchen Versicherungen gelten Dachzelte als Fahrzeugausstattung, da das Dachzelt abnehmbar und nicht fix mit dem Fahrzeug verbunden ist.

Da es hier bisher keine klare Linie zu geben scheint, lohnt es sich, bei deinem Versicherer in den Versicherungsbedingungen nachzusehen und im Zweifel nachzufragen.

Wenn deine Versicherung das Dachzelt als Fahrzeugausstattung betrachtet, dann musst du das Dachzelt zusätzlich versichern, um Versicherungsschutz zu erhalten. Wenn deine Versicherung das Dachzelt als Ladung betrachtet, ist es in der Kasko-Versicherung automatisch mitversichert.

Es gibt allerdings auch Versicherungen, die keine der beiden Optionen anbieten. Ein Dachzelt ist dann bei diesen KFZ-Versicherungen nicht versicherbar.

Viele Autos mit aufgeklappten Dachzelten in einer Reihe.
Alle Dachzelte haben eins gemeinsam: Wenn du es versichern magst, musst du erst einmal auf die Recherche gehen, was deine Versicherung denn dazu sagt.

Wann ist die Ladung mitversichert?

Grundsätzlich gilt bei Autoversicherungen:

  • Eine Haftpflichtversicherung deckt die Schäden bei anderen Fahrzeugen und Geschädigten ab, die du zu verantworten hast.
  • Eine Teilkaskoversicherung deckt zusätzlich Schäden an deinem Fahrzeug, die durch fremde Personen, Wildunfälle, Glasbruchschäden, Schmorschäden, Schäden durch Wetter oder Diebstahl entstehen.
  • Eine Vollkaskoversicherung deckt auch Schäden, die du selbst an deinem Fahrzeug verursacht hast und Vandalismus ab.
Ford Mondeo mir Dachzelt schneebedeckt. Eine Seite des Dachzeltes ist durch die Schneelast eingeknickt.
Bei kräftigem Wind und Wetter kann es schnell mal passieren, dass dein Dachzelt Schaden nimmt.

Bei den meisten Versicherungen ist ein Schaden an der Ladung üblicherweise durch eine Teilkasko- oder die Vollkaskoversicherung abgedeckt.

Wenn deine Versicherung das Dachzelt unter Ladung zählt, solltest du trotzdem noch einmal klären, welche Schäden genau bei der Ladung abgedeckt sind. Ist Diebstahl und Vandalismus auch dabei? Oder nur Sturm- und Wetterschaden?

Beim Versichern des Fahrzeuges muss die Ladung und dessen Wert (in diesem Fall dein Dachzelt) mit angegeben werden. Nur so stellst du sicher, dass voller Versicherungsschutz besteht.

Es gibt allerdings auch Versicherungen, bei denen Ladung grundsätzlich nicht versicherbar ist. Der Continentale Versicherungsbund schreibt dazu offiziell:

Hallo Rebecca,

es ist korrekt, dass Ladung bei uns nicht versicherbar ist.

Es sind nur fest im Fahrzeug eingebaute oder am Fahrzeug angebaute Teile mitversichert bzw. versicherbar. Besonderheiten sind in Abschnitt A.2.1.2 unserer Allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung geregelt – die aktuelle Version 10/2019 habe ich beigefügt.

Ein Dachzelt ist nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden, sondern mit ein paar Handgriffen entfernt und kann unter Umständen auch unabhängig von einer Verbindung mit dem Fahrzeug genutzt werden, daher ist es nicht versicherbar.

Viele Grüße

Ich habe die allgemeinen Bedingungen für KFZ-Versicherungen der Continentale noch einmal studiert. Tatsächlich kommen dort auch keine Dachboxen vor. Wenn du also bei der Continentale Versicherung bist und dein Dachzelt in der KFZ-Versicherung mitversichern möchtest, musst du wohl wechseln.

Die Cosmosdirekt Versicherung schreibt:

Sehr geehrte Damen und Herren ,

was versichern wir:

fest im Fahrzeug eingebautes oder am Fahrzeug angebautes oder im Fahrzeug unter Verschluss verwahrtes Fahrzeugzubehör. Voraussetzung ist, dass es ausschließlich dem Gebrauch des Fahrzeugs dient (z. B. Schonbezüge und Pannenwerkzeug) und nach allgemeiner Verkehrsanschauung nicht als Luxus angesehen wird (z. B. Dachgepäckträger, Heckträger für Fahrräder, Rück-Sonnenschutzjalousie).

Mit den besten Grüßen

Auch die Cosmosdirekt versichert also keine an das Fahrzeug angebaute Teile (also Ladung). Das hat grundsätzlich nichts mit Dachzelten zu tun, sondern viel mehr mit der nicht versicherbaren Ladung an sich.

Bei einer Umfrage in unserer Facebook Gruppe ist uns aufgefallen, dass der ein oder andere Dachzeltnomade von diesen beiden Versicherungen mündlich bestätigt bekommen hat, dass sein Dachzelt versichert ist. Eine schriftliche Bestätigung gab es aber bisher nicht.

In den allgemeinen Geschäftsbedingungen deiner Versicherung kannst du durchaus selbst prüfen, ob Ladung in der Versicherung inbegriffen ist. Das ist auch unbedingt zu empfehlen, um sicher zu gehen.

Auf die richtige Deckungssumme kommt’s an!

Ist dein Dachzelt in deiner KFZ-Versicherung mitversichert? Super! Das ist schon mehr als die halbe Miete. Jetzt ist nur noch die Frage zu klären, wie hoch die Deckungssumme bei deiner Versicherung für Ladung ist.

Üblicherweise sind Deckungssummen von 5.000 Euro zu finden. Damit sind die meisten Dachzelte bereits abgesichert. Manche Versicherungen haben allerdings auch eine Deckungssumme von 10.000 Euro für Ladung. Diese Info solltest du in deiner Police oder bei deinem Versicherungsberater bekommen.

Wenn dir das nicht ausreichen sollte, kannst du bei deiner Versicherung anfragen und dein Dachzelt eventuell als Fahrzeugausstattung zusätzlich versichern.

Apropos Deckungssumme: Die Sache mit der Selbstbeteiligung ist natürlich auch noch so eine Sache. Nehmen wir einmal an du zerstörst mal eben mit dem Dachzelt deine halbe Garage. Wenn du einmal vergisst, dass du ein Dachzelt auf dem Auto hast kann das schnell passieren. Übrigens haben wir hierfür – beziehungsweise dafür, dass dir das nicht mehr passiert – extra tolle Sticker designed: Die Vorsicht-Sticker für dein Dachzelt.

Wenn du es aber trotzdem mal vergessen hast, dass dein Autodach mit Dachzelt höher ist, dann heißt das noch immer nicht, dass es die günstigste Alternative wäre, deine Versicherung in Anspruch zu nehmen.

Erfahrungsberichte von Dachzeltnomaden

Hast du schon einmal einen Dachzelt Unfall gehabt und den Schaden erfolgreich regulieren können? Wir sammeln gerade noch Erfahrungsberichte von erfolgreich regulierten Dachzelt Unfällen.

Wenn du magst, berichte uns gerne darüber!

Erfahrungsbericht Paul – Dachzelt & Tiefgarage

Mal eben nicht aufgepasst und dann ist es zu spät! 😱Unfälle passieren und das jeden Tag, dafür gibt es Versicherungen…

Gepostet von Dachzeltnomaden am Samstag, 9. Mai 2020

Paul ist aktuell Student und schläft währende dem Semester häufig auf der obersten Etage eines Parkhauses der Uni. Leider hat er eines morgens im Prüfungsstress vergessen sein Dachzelt vor der Abfahrt zuzuklappen – und dann ist es passiert:

Das Dachzelt ist an der Decke des Parkhauses angestoßen und komplett vom Dach gesegelt.

Was sagt die Versicherung dazu?

Zuerst hieß es das Dachzelt sei nicht versichert, nach 20x nachfragen aber stellte sich heraus, dass das Dachzelt mitversichert ist. Allerdings behauptete die Versicherung, dass die Schadenssumme des Auto bereits alle Ressourcen der abgedeckten Schadennsuumme beim Totalschaden aufgebraucht hätte. Daher gab es leider kein Geld für’s Dachzelt.

Laut der Police hätte das Dachzelt bei einem Totalschaden auch bezahlt werden müssen – die Versicherung hat das aber anders argumentiert.

Erfahrungsbericht Markus & Julia – Garage vs. Dachzelt

Markus & Julia haben uns geschildert, dass bei ihrem kleinen Unfall die Selbstbeteiligung der Vollkasko am Ende teurer gewesen wäre, als der gesamt zu behebende Schaden an Dachzelt und Garage. Ganz zu schweigen von der drohenden Hochstufung der Schadenfreiheitsklasse.

Die Nutzung der Versicherung lohnt sich also nicht immer – ganz wie auch beim Auto.

Erfahrungsbericht Dirk – Hagelschaden

Hagelschaden am Dachzelt, Dachzelt Versicherung

Dachzeltnomaden Dirk konnte sich über einen Hagelschaden auf seinem Dachzelt “freuen”. Das Dachzelt ist ein FeatherLite von Frontrunner und es ist über die Vollkasko der VGH unter “fest verbundene Anbauten bis 5000 Euro” versichert.

Der Schaden wurde mit dem übrigen Schaden am Fahrzeug abgewickelt, auch wenn die Gutachter und die Versicherungsvertreter laut Dirk erst überrascht waren.

Im Gutachten wurde der Schaden mit ca. 250 Euro bewertet, also etwas weniger als 1/4 des Neuwertes. Dirk hat sich den Schaden auszahlen lassen, da ihn die paar Krater in der Alusandwichplatte einfach nicht stören.

So kann es also gehen! Wenn du einen Hagel- oder Gewitterschaden an deinem Dachzelt hast, dann reiche ihn unbedingt bei der Versicherung ein! Es kann sich durchaus lohnen. Aber Achtung – Selbstbeteiligung beachten!

Wird der Neu- oder Zeitwert des Dachzeltes ersetzt?

In der Regel kommen Kaskoversicherungen für den Zeitwert eines Gegenstandes auf. Die gute Nachricht dabei ist, dass Dachzelte als recht wertstabil gelten.

Selbst bei Totalverlust des Dachzeltes kannst du also in der Regel mit einer Versicherungssumme rechnen, die nicht all zu weit von dem Neuwert des Dachzeltes entfernt sein sollte.

ProTipp: Stell dir vor dein Fahrzeug wird samt Dachzelt geklaut und du kannst nicht nachweisen, dass auf dem Fahrzeug ein Dachzelt montiert war. Das wäre blöd, oder? Stelle also auf jeden Fall sicher, dass du diesen Nachweis erbringen kannst. Das kann ein Kaufbeleg sein, der sich im besten Fall nicht im Auto selbst befinden sollte. Oder ein Foto vom aktuellen Urlaubstripp von deinem Auto samt Dachzelt.

Was ist genau versichert?

Wir haben an die Versicherungen folgende Fragen gesandt und die unterschiedlichsten Aussagen bekommen. Eine allgemein gültige Aussage können wir dir leider nicht zu allen Fragen geben. Auch hier solltest du im Zweifel bei deiner Versicherung nachhaken. Eine ziemlich klare Tendenz zu den verschiedenen Fragen und Antworten ist aber durchaus erkennbar.

  • Ist nur die Box/Schale/Verpackung selbst versichert oder auch der Inhalt des Dachzeltes? (Matratze, Stoff, Wertgegenstände usw.)?
  • Ist ein Dachzelt nur geschlossen oder auch offen versichert?
  • Ist das Dachzelt nur AUF dem Auto versichert?
  • Was passiert bei Totalschaden, wenn der Wert des Dachzeltes den Wert des Autos übersteigt?
  • Sind Schäden (durch das Dachzelt) am eigenen Auto versicherbar?
  • Gelten besondere Bedingungen im Urlaub?
  • Sind Parkhausschäden gedeckt?

Ist nur die “Verpackung” oder auch das “Innenleben” versichert?

Grundsätzlich solltest du davon ausgehen, dass nur das Dachzelt an sich versichert ist und nicht das Innenleben.

Alle (Wert-)gegenstände, die sich in dem Dachzelt befinden, sind nicht in der KFZ-Versicherung abgesichert. Also macht es nicht nur wegen der Versicherung Sinn, die, wenn notwendig, im abgeschlossenen Auto aufzubewahren.

Frau mit Brille liegt im Dachzelt und zeigt auf Weltkarte.
Sind auch die Gegenstände im Dachzelt versichert?

Die VGH Versicherung sagt dazu:

Hallo Rebecca, 

auch geöffnete Dachzelte sind gegen die versicherten Gefahren wie Sturm, Hagel etc. mitversichert. 

PS: Dies gilt jedoch nicht für den im Dachzelt befindlichen Inhalt. Dieser ist weder bei einem geöffneten noch bei einem geschlossenen Dachzelt mitversichert. 

Mit freundlichen Grüßen

Die Nürnberger Versicherung sagt dazu:

Versichert ist nur das fest montierte Dachzelt, nicht aber dessen „Mobiliar“ (Matratze, Lattenrost, Bettgarnitur usw.). Wertgegenstände sind im Rahmen der Fahrzeug-Kaskoversicherung nicht versicherbar.

Wenn dir die Versicherung des Inhaltes deines Dachzeltes wichtig ist, könntest du einmal prüfen, ob die (Wert-)Gegenstände in deinem Dachzelt in einer anderen Versicherung versicherbar sind – z.B. deine Hausratsversicherung.

Die ADAC Versicherung sagt dazu:

Der Inhalt kann über den Baustein “Camperinhaltsschutz” abgesichert werden.

Eine Absicherung des “Innenlebens” ist also möglich, man sollte aber davon ausgehen, dass das nicht automatisch so ist. Bei manchen Versicherungen kann man den Inhalt des Dachzeltes mitversichern. Frag doch einfach einmal nach!

Ist ein Dachzelt nur geschlossen oder auch offen versichert?

Das Dachzelt ist im geschlossenen Zustand als Ladung zu sehen (vgl. § 22 StVO Abs. 1). Da sind wir uns ja bereits einig. Wie ist das aber im geöffneten Zustand?

Die DEVK Versicherung sagt dazu:

Ein mit dem Fahrzeug fest verbundenes Dachzelt ist gegen alle Gefahren versichert, gegen die auch das Fahrzeug selbst versichert ist.

Bei einem geöffneten Zelt insbesondere gegen die Naturgewalten aber auch gegen Diebstahl.

Ebenso in der Vollkasko gegen Vandalismus oder in geschlossenem Zustand während der Fahrt gegen Unfall.

Freundliche Grüße und noch eine gute Woche!

Das Dachzelt ist bei der DEVK Versicherung also auch im geöffneten Zustand versichert, aber nur für äußere Einwirkungen auf das Dachzelt.

Die Nürnberger Versicherung sagt dazu:

Da das fest montierte Autodach-Zelt versichert ist, spielt es m. E. keine Rolle, ob es in ausgeklapptem Zustand geschlossen oder offen ist.

Vorsorglicher Hinweis: Auch das Dachzelt sollte allerdings nicht nur am Fahrzeug befestigt, sondern auch besonders gegen Diebstahl gesichert werden. Auch Gepäckträger werden nicht selten komplett abgeschraubt und z. B. mitsamt transportiertem Sportgerät gestohlen. Alle Befestigungspunkte des Trägersystems müssen daher ein Sicherheitsschloss besitzen. auch auf die Diebstahlsicherung. Diebe warten nur darauf.

Fazit: Sicher ist, dass ein geschlossenes Dachzelt Ladung und damit in der Kasko versichert sein müsste (auch wenn das manche Versicherungen nicht tun). Ob ein Dachzelt durch das Öffnen zur Fahrzeugausstattung wird und damit zusätzlich zu versichern wäre, ist rechtlich noch unklar. Um in diesem Fall Gewissheit zu haben, müsste es diesen Fall in der deutschen Rechtssprechung erst einmal geben.

Fakt ist, dass alle Versicherungen, die wir explizit nach diesem Punkt gefragt haben, das Dachzelt auch im geöffneten Zustand als versichert einstufen.

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Scheinbar ist ein Dachzelt auch im geöffneten Zustand versichert.

Ist das Dachzelt nur AUF dem Auto versichert?

Während dein Dachzelt nicht auf dem Autodach ist, werden es auch nur die wenigsten Autoversicherungen versichern. Bei den meisten Versicherungen ist das Dachzelt wirklich nur dann versichert, solange es fest mit dem Auto verbunden ist – zumindest bei den KFZ-Versicherungen.

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So kann dein Dachzelt in Ruhe in den Winterschlaf gehen | Bild: Natalie Ewen

Vielleicht wirst du es erst einmal nicht glauben, aber in manchen Hausratsversicherungen ist es möglich, dein Dachzelt mit zu versichern. Diese Variante ist für dich besonders in der Zeit wichtig, in der dein Dachzelt bei dir in der Garage oder im Keller überwintert.

Auch während der Lagerung kann deinem Dachzelt einiges passieren: Mäuse finden den Stoff besonders lecker, der Schimmel frisst sich durch das Dachzelt, das Dachzelt fällt um und die Hartschale bricht oder es wird dir vielleicht sogar entwendet. Außerdem können in der Hausratversicherung auch Gefahren wie Feuer oder Leitungswasser mitversichert sein.

Hier gilt ebenfalls: Frag am besten einmal bei deiner Hausratsversicherung nach, ob dein Dachzelt versichert oder versicherbar ist. Dabei solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass du die Deckungssumme richtig wählst.

Es gibt teilweise auch Versicherungen, die das Dachzelt zusätzlich während der Lagerung versichern, wie zum Beispiel die VGH Versicherung:

Sofern das Dachzelt zwar nicht auf dem Dach befestigt ist, aber unter Verschluss verwahrt wird, sehen wir es über A.2.1.2.1 e unserer AKB ebenfalls als mitversichert an. Dazu muss es nicht zwingend im (auf dem) Fahrzeug verschlossen sein. Hier kämen z. B. auch ein verschlossener Geräteraum oder eine verschlossene Garage in Betracht.

Leider agiert die VGH aber nur in Niedersachsen und Bremen.

Was passiert bei Totalschaden?

Wenn dein Dachzelt in der KFZ-Versicherung versichert ist, dann wird dir bei einem Totalschaden des Dachzeltes der Zeitwert ersetzt werden. Gilt das aber auch, wenn der Wert des Dachzeltes im Extremfall sogar den Wert des Fahrzeuges übersteigt?

Die Nürnberger Versicherung sagt dazu:

Das mitversicherte Autodach-Zelt stellt gegebenenfalls eine werterhöhende Investition dar, die bei Ermittlung des Gesamt-Wiederbeschaffungswertes vom Sachverständigen wie andere mitversicherte Fahrzeugteile und Fahrzeugzubehör zu berücksichtigen ist.

Das scheint also schlussendlich der Sachverständige zu entscheiden. Im Grunde spricht aber nichts dagegen und sollte auch in diesem Extremfall abgedeckt sein.

Sind Schäden am eigenen Auto versicherbar?

In der KFZ-Versicherung sind grundsätzlich Unfallschäden und Schäden durch Dritte versichert. Ein selbstverschuldeter Schaden lässt sich grundsätzlich wohl eher nicht versichern.

Ein Schaden, der durch ein Dachzelt am Fahrzeug entsteht, wird vermutlich immer unter die selbstverschuldeten Schäden fallen. Die Chancen, dass solch ein Schaden von der KFZ-Versicherung übernommen werden sind eher gering.

Die Nürnberger Versicherung sagt dazu:

Schäden am Fahrzeug, die ausschließlich aufgrund eines Betriebsvorgangs eintreten, z. B. durch falsches Bedienen oder verrutschende Ladung, sind keine Unfallschäden und daher in der Vollkasko nicht versichert.  

Die liebe Tanja fragte im DZN Live:

“Wenn ich das Dachzelt montieren will und es mir ausrutscht und das Autodach beschädigt, wer zahlt?”

Dieser spezielle Schaden müsste laut Nürnberger Versicherung unter die Vollkaskoversicherung fallen, da es ein selbst verursachter Schaden ist. Der Schaden am Dachzelt selbst ist dabei jedoch nicht versichert.

Allerdings sollte überlegt werden , ob der Schaden es wert ist eine Regulierung über die Versicherung zu tätigen. In den meisten Fällen ist nämlich dann die Selbstbeteiligung fällig und eine Rückstufung wird erfolgen. Somit ergeben sich enorme Kosten.

Gelten besondere Bedingungen im Urlaub?

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Was muss ich im Urlaub bezüglich Dachzelt Versicherung beachten? Bild: Bernhard Sedlmaier

Bei deiner KFZ-Versicherung gelten im Ausland unter Umständen andere Bedingungen, als im Inland.

Alle Regelungen, die das Fahrzeug betreffen, sollten auch für die Ladung gelten. Außer natürlich, es ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen deiner Versicherung anders geregelt.

Was ist, wenn ich mit meinem Dachzelt hängenbleibe?

Grundsätzlich muss deine Vollkasko dir jeden selbstverschuldeten Unfallschaden zahlen – außer du hast grob fahrlässig gehandelt. Bei grober Fahrlässigkeit werden in der Regel 30% der Leistung gekürzt.

Grobe Fahrlässigkeit grenzt sich von der einfachen Fahrlässigkeit dadurch ab, dass jeder Mensch mit klarem Verstand die Gefahr und den möglichen Schadenseintritt hätte erkennen können. das ist beispielsweise der Fall, wenn du bei Sturm einen Blumentopf auf die Fensterbank stellst und dieser dann heruntergeweht wird. Einfache Fahrlässigkeit hingegen ist das bloße Außerachtlassen der erforderlichen Sorgfalt unabhängig davon, ob man den drohenden Schadenseintritt unmittelbar hätte sehen können.

Wie ist das wohl, wenn ich mein Dachzelt auf dem Dach nicht mit in die Fahrzeughöhe mit einkalkuliere und im Parkhaus oder an einer Unterführung hängen bleibe? Falls sich deine Versicherungen in diesem Fall weigern sollte, den Schaden zu bezahlen, weil du selber schuld bist, kannst du vielleicht mit folgenden Zeilen kontern.

Die Rechtsprechung sagt dazu nämlich:

Wird bei Befahren einer Unterführung mit einer Durchfahrtshöhe von 2,10 m das Mitführen von Fahrrädern auf dem Dachgepäckträger vergessen, so ist ein derartiges Augenblicksversagen nicht als grob fahrlässig i. S. von § 61 VVG anzusehen.

Ob ein Fahrrad auf dem Autodach mit einem Dachzelt gleichzusetzen sein dürfte bleibt abzuwarten.

Was ist nicht versicherbar?

Paragraph 22 der StVO besagt, dass der Fahrer für die Sicherung der Ladung zuständig ist und dass die Ladung auch bei Vollbremsung nicht verrutschen darf. Wenn dir also dein Dachzelt wegen mangelnder Ladungssicherung auf der Autobahn vom Autodach fliegt, solltest du eher nicht damit rechnen, die Folgeschäden über die Versicherung abwickeln zu können.

Es sei denn du kannst belegen, dass du für eine ausreichende Ladungssicherung gesorgt hast und dass der Unfall aus Gründen entstanden ist, die du nicht zu verschulden hast.

Ob dann aber deine KFZ-Versicherung für den Schaden aufkommt oder aber der Schadenverursacher (z.B. bei Materialfehler der Sicherungsmuttern) ist dann die nächste Frage.

So etwas nachzuweisen dürfte in der Regel schwierig sein. Wir raten dir deshalb (und wegen der möglichen enormen Gefahren) bei der Ladungssicherung besonders aufzupassen und lieber einmal mehr die Verschraubungen zu checken als einmal zu wenig. Mehr Infos zur Dachzeltmontage findest du in diesem Artikel:

Es gibt allerdings auch Versicherungen, die Ladungsschäden mitversichern. So beispielsweise die Württembergische:

Unfall, Brems-, Betriebs- und Bruchschäden

A.2.3.2 Versichert sind Unfälle des Fahrzeugs. Als Unfall gilt ein unmittelbar von außen plötzlich mit mechanischer Gewalt auf das Fahrzeug einwirkendes Ereignis.
Mitversichert sind Brems-, Betriebs- und Bruchschäden auf Grund eines Brems- oder Betriebsvorgangs oder reine Bruchschäden, Schäden zwischen ziehenden und gezogenem Fahrzeug, Schäden am Fahrzeug durch rutschende Ladung, Verwindungsschäden, Schäden auf Grund Bedienungsfehler sowie Schäden durch Über- oder Unterspannung insbesondere auch beim Aufladen des Akku eines Elektrofahrzeuges, siehe hierzu die „Sondervereinbarung Brems-, Betriebs- und Bruchschäden“.

Brauchst du beim Mieten und Vermieten eine separate Dachzelt Versicherung?

Wie verhält sich das nun, wenn du einem Freund dein Dachzelt ausleihst, oder dir selbst ein Dachzelt für den Sommerurlaub mietest?

Die Nürnberger Versicherung sagt dazu:

Auch ein fremdes fest montiertes Autodach-Zelt ist mitversichert. Zu beachten sind für die Frage des Versicherungsschutzes allerdings die Beitragszuschlagsgrenzen. Übersteigt der Wert die in den AKB genannte Obergrenze, muss das Dachzelt gegen einen vom Versicherer erfragenden Zuschlag mitversichert werden. 

Hier kannst du übrigens Dachzelte mieten:

Wie kannst du dich noch zusätzlich sichern?

Diebstahl

Ein Diebstahl des Dachzeltes ist insgesamt recht unwahrscheinlich. Allerdings gibt es bereits Fälle, bei dem von einem Diebstahl berichtet wurde.

Wenn du dich vor Diebstahl schützen möchtest, kannst du das satt nachträglich über eine Versicherung vorsorglich auch noch mit folgenden Befestigungsmethoden machen: diebstahlsichere Muttern, Ringkopfmuttern mit Vorhängeschloss oder Hexlox Schrauben.

Auch ein Bremsscheibenschloss kann dir bei deiner Dachzelt Diebstahlsicherung behilflich sein:

Dachträger mit Dachzelt und Bremsscheibenschloss
“Ich habe unter dem Zelt einen kleinen Bügel montiert. Daran hänge ich ein Bremsscheibenschloss mit Alarmanlage vom Motorrad. Reagiert sehr empfindlich auf Bewegung. Selbst vorsichtiges Abschrauben würde auslösen. Und es erweckt den Eindruck, dass es am Motorrad auch auf das Einschalten der Zündung anspricht. Muss ich am Anhänger aber noch verifizieren, indem ich darin einen Verbraucher einschalte.” Jan-Hendrik Precht

Darüberhinaus gibt es auch weitere spezielle Diebstahlsicherung verschiedener Marken. Dazu bekommst du hier auf unserem Blog bald mehr Informationen. Wenn du den Artikel nicht verpassen willst, trag dich hier in unseren Newsletter ein.

Pro Tip: Du kannst auch innerhalb deines Dachzeltes einen GPS-Tracker anbringen und so bei einem Diebstahl nachverfolgen, wo dein Dachzelt hin transportiert wird. Bitte verständige dafür aber vorher die Polizei.

Außerdem hast du die Möglichkeit, an deinem Dachzelt auch Sensoren anzubringen, die dich bei Annäherungen von Dritten alarmieren. Wie wäre es mit einem Bewegungsmelder in Kombination mit einem automatisch aufblitzenden Licht? Das würde den Dieb im Idealfall direkt abschrecken. Aber sicher auch dich, wenn du vergisst, es einmal auszuschalten.

Vogeladventure campt in der Stadt mit Dachzelt auf dem Autodach
Hast du schon einmal in der Stadt im Dachzelt übernachtet? Thilo lebt in seinem Dachzelt und hat es mehrfach getan. Bild: Thilo Vogel

Vandalismus

Von Vandalismus ist uns bisher nicht allzu viel zu Ohren gekommen. Wenn du dich davor schützen möchtest, empfehlen wir dir grundsätzlich nicht an zu zwielichtigen Stellen zu parken und das Auto bzw. das Dachzelt nicht zu lange unbewacht zu lassen.

Ein Vorhängeschloss an den Verschlüssen der Hartschale oder dem Reißverschluss des Klappdachzeltes kann dich vor einem ungewollten Öffnen durch Dritte schützen.

Abgesehen von der Frage, wie sicher diese Schlösser wirklich sind, können solche Vorkehrungen einen Einbruch in dein Dachzelt auch erst interessant machen. Wo ein Schloß dran ist, ist auch etwas wertvolles drin, könnte da der Ansporn sein.

Ladungsverlust

Vor Ladungsverlust kannst du dich am besten selbst schützen, indem du deine Ladung regelmäßig kontrollierst. Sind die Muttern noch festgezogen? Ist das Dachzelt noch an der Position, an dem es sein sollte? Sind die Dachträger noch fest mit dem Autodach verbunden? Und wie gut sieht die Dachreling überhaupt aus?

Du allein bist als Fahrzeugführer für die Sicherheit deiner Ladung verantwortlich.

Das sagt die ADAC Versicherung zum Thema Ladungsverlust:

Hallo Liebe Dachzeltnomaden,

vielen Dank für eure Nachricht. Ein fest verbautes Dachzelt ist im Sinn der Teileliste mitversichert (vergleichbar mit einer Dachbox). Dies immer dann, wenn diese über die hierfür vom Hersteller vorgesehenen Schienen/Befestigungspunkte ordnungsgemäß befestigt sind.

Ein Lösen/Herabfallen des Dachzeltes und Beschädigung des Fahrzeugs stellt aber kein versichertes Schadenereignis dar. Gleiches gilt, wenn die Maximalbelastbarkeit der Dachträger überschritten wird und es zu Verwindungen kommt.

Wir hoffen, dass wir euch mit dieser Antwort weiterhelfen konnten.

Freundliche Grüße

Der Dachzelt Versicherung Vergleich

Wir haben viele verschiedene Versicherungen angefragt, ob sie Dachzelte versichern. Nachfolgende findest du eine Übersicht von den Versicherungen, die sich zurückgemeldet haben. Wenn du dein Dachzelt bei einer anderen Versicherung versichert hast, die hier in der Auflistung noch fehlt, dann melde dich gerne bei uns. Wir fragen bei der jeweiligen Versicherung dann gerne offiziell an.

Eine Tabelle der verschiedenen KFZ-Versicherungen, die Dachzelte versichern oder auch nicht. Die Tabelle zeigt die einzelnen Leistungen der verschiedenen Versicherungen.
Alle Angaben wurden von den Versicherern auf Anfrage schriftlich bestätigt. Die Angaben sind ohne Gewähr.

Diese Versicherungen versichern dein Dachzelt:

Hier gehts zur ADAC Versicherung.

Hier gehts zur Allianz Versicherung

Hier gehts zur DEVK Versicherung.

Hier gehts zur Friday Versicherung.

Hier gehts zur Gothaer Versicherung.

Hier gehts zur Nürnberger Versicherung.

Hier gehts zur VGH Versicherung.

Hier gehts zur Württembergische Versicherung.

Alternativen zur KFZ-Versicherungen

Bisher haben wir hauptsächlich über KFZ-Versicherungen gesprochen. Ist dein Dachzelt bei deiner KFZ-Versicherung nicht versichert, ein Versicherungswechsel kommt für dich aber nicht in Frage? Du fragst dich, was du jetzt noch tun kannst, um dein Dachzelt doch zu versichern?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten dein Dachzelt auch unabhängig von der KFZ-Versicherung zu versichern. Du kannst dabei entweder bestehende Versicherungen aufstocken oder neue abschließen.

  • Hausratversicherung: Bei einigen Versicherungen kannst du dein Dachzelt bei der Hausratsversicherung (z.B. Gothaer, CosmosDirekt, Adam Riese uvw.) mit absichern lassen.
  • Fahrzeugausstattung: Weitere Möglichkeiten bestehen darin, dass du das Dachzelt als zusätzliche Fahrzeugausstattung versichert.
  • Transportversicherung: Es ist auch möglich, das Dachzelt in einer Autoinhaltsversicherungen bzw. einer Transportversicherung abzusichern.

Bei allen Versicherung solltest du genau prüfen welche Schadensfälle wirklich abgesichert sind. So kann es bei einer Hausratsversicherung beispielsweise gut sein, dass dein Dachzelt in der Garage versichert ist, aber nicht auf dem Autodach. Bei einer Haftpflichtversicherung kann dein Dachzelt auch unterwegs versichert sein, aber nur wenn es auf dem Campingplatz Schaden nimmt, nicht beim Parken auf der Straße.

Mein Tipp zum Thema Dachzelt und alternative Versicherungsmöglichkeiten wäre also in jedem Fall: Wenn das Dachzelt nicht in der Police oder Leistungsbeschreibung explizit erwähnt wird, dann lass dir am besten schriftlich bestätigen, welche Schadensfälle genau versichert sind.

Checkliste Dachzelt Versicherung

Diese Punkte solltest du bei der Dachzelt Versicherung deiner Wahl unbedingt abklären:

  • Ist dein Dachzelt bei deiner Versicherung überhaupt versicherbar?
  • Wie hoch ist die Deckungssumme?
  • Ist der Inhalt des Dachzeltes auch versichert oder nur die Box?
  • Ist das Dachzelt auch offen versichert?
  • Sind Gegenstände im Dachzelt versichert?
  • Ist das Dachzelt auch während der Lagerung versichert?
  • Was ist nicht versicherbar?

Wenn du all diese Punkte für dich abgearbeitet hast, dürfte deine Dachzelt entsprechend deiner Risikobereitschaft bereits gut abgesichert sein.

Fazit: Dachzelt Versicherung

Bei den meisten KFZ-Versicherungen ist das Dachzelt als Ladung oder Fahrzeugausstattung versichert. Es gibt aber auch große Versicherungen, die Ladung generell nicht mit versichern. Wenn dein Dachzelt in der KFZ-Versicherung nicht versicherbar ist, gibt es alternative Versicherungsmöglichkeiten.

Wenn dein Dachzelt in der Kasko Versicherung deines Fahrzeuges mitversichert ist, dann bist du auf der relativ sicheren Seite. Denn falls dein Dachzelt gestohlen wird, einen Sturmschaden erleidet oder bei einem Wildunfall beschädigt wird, sollte deine KFZ-Versicherung den Schaden in all den Fällen bezahlen, in dem sie für den Schaden auch am Fahrzeug aufkommen würde.

Das klingt doch gut, oder? Hoffen wir aber dennoch, dass du diese Art von Versicherung einfach nie brauchen wirst!

In diesem Sinne wünsche ich: eine gute Reise!

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