Das Dachzeltauto Aus-und Umbauten

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Leben aus dem Kofferraum

Wir Dachzeltnomaden sind freiheitsliebende Individualisten, die das Abenteuer suchen und dem Alltag entfliehen. Dein ganzes (Urlaubs)-Leben findet mehr um als in deinem Auto statt. Praktisch gesehen lebst du aus deinem Kofferraum heraus – wenn du nicht gerade im Dachzelt schläfst.

Platz ist in der kleinsten Hütte! Die wenigsten Dachzeltmobile sind große Vans, Wohnmobile oder Kastenwagen. Viele Dachzeltnomaden nehmen ihre ganz normalen Alltags-PKWs und bauen diese zu Campingmobilen um. 

Genau da liegt die Herausforderung: Wie baue ich mein Alltagsauto um? Muss ich Handwerker sein? Was gibt es für einfache Möglichkeiten? Was darf ich und was sollte ich besser lassen? Wie halte ich Ordnung und habe gleichzeitig immer alles Griff parat?

Wir zeigen dir wie es geht: Vom ausgeklügelten Baukasten-Kistensystem, bis hin zum aufwändigen Fahrzeugausbau mit Auszügen und Schubfächern, in diesem Artikel erfährst du, alles über die verschiedenen Ausbauvarianten für Kofferraum und Co.

das Foto zeigt Unordnung im Auto
Wenn das Chaos bei dir herrscht, bist du hier genau richtig! Foto: Verrate ich lieber nicht!

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, dann schau dir doch das DZN Live zum Thema Dachzeltauto Aus- & Umbauten an. Hier verschaffen dir Rebecca, Thilo und Stefan einen ersten Überblick über die einzelnen Möglichkeiten, wie dein Fahrzeug zum Dachzeltmobil wird:

Inhaltsverzeichnis

Keep it simple

Im Wesentlichen beschränke ich mich in diesem Artikel auf drei verschiedene Ausbaustufen. Hier geht es nicht um Campervans, Kastenwagen und große Fahrzeuge. Das würde den Rahmen sprengen – Ich beschränke mich maximal auf die “Caddy-Klasse”

  • Einfach: Ausbauten ohne Veränderungen am Fahrzeug
  • Mobil: Ausbauten mit leichten Veränderungen am Fahrzeug
  • Fest: Komplettausbauten für den dauerhaften Verbleib im Fahrzeug

Am Ende kannst du entscheiden, welche Variante für dich am besten passt. Wenn du noch keinerlei Ideen hast, wie dein Ausbau später Aussehen soll, dann bist du hier ebenfalls genau richtig: Dutzende Dachzeltnomaden aus unserer Facebook-Gruppe gewähren dir einen Einblick in ihr Hinterstübchen…. also ihren Kofferraum. Die ganzen Fotos mit Erklärungen findest du im letzten Abschnitt dieses Artikels.

Unsere große Community hat auch maßgeblich zum Inhalt dieses Artikels beigetragen – wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken möchte. Im Rahmen der Themenwoche haben wir eine Umfrage in unserer Facebook-Gruppe gemacht. Hier siehst du das Ergebnis.

So reisen unsere Gruppenmitglieder. Fast die Hälfte bevorzugt einfache Lösungen.

Insgesamt haben über 600 Gruppenmitglieder bei der Umfrage mitgemacht. Das Ergebnis zeigt ganz klar, dass die meisten von uns eine einfache Lösung bevorzugen. Kein Wunder, denn damit erhälst du die maximale Flexibilität und kannst deine Familienkutsche ohne Aufwand in einen Camper transformieren – Die Ikea-Tüte reicht 😉 und die Technik wird in Akkukiste und Co. verstaut.

Die Minimalisten werden in der Umfrage dicht gefolgt von den “Mobilisten” – diese Fraktion hat leichte Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen, um den Ausbau bzw. das Gepäck und die Technik zu verstauen. Rahmenkonstruktionen aus Holz oder Alu tragen Kisten und Boxen. Auszüge befördern die Küchenkiste ins Freie, um dort bequem kochen zu können. Der ganze Ausbau ist aber – wie der Name schon sagt – mobil und ist jeder Zeit rückbaubar.

Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, einen festen Ausbau zu haben. Dieser verbleibt dauerhaft im Auto. Die wenigsten haben also einen festen Ausbau. Warum ist das so? Ganz einfach: Die meisten Dachzeltnomaden nutzen Alltagsfahrzeuge. Ein fester Ausbau setzt prinzipiell ein größeres Fahrzeug voraus. Ganz hoch im Kurs stehen hier die sogenannten Hochdachkombis.

Achtung: Du bist kein Schwertransport

Alles, was du an Gewicht in deine Konstruktion steckst – oder baust – musst du von deinem maximalen Gepäckgewicht abziehen. Also, bevor es am Ende nur noch für Badehose und Flip-Flops reicht, sollte alles was du an Platten, Rahmen und Kisten in dein Fahrzeug einbaust möglichst leicht sein. Dein zulässiges Gesamtgewicht von deinem Fahrzeug solltest du immer im Blick haben. 

Wo finde ich Gewichtsangaben zu meinem Fahrzeug?

In der Zulassungsbescheinigung Teil eins – Fahrzeugschein – findest du unter G das Leergewicht deines Fahrzeugs. Unter F.1 findest du das zulässige Gesamtgewicht. Die Differenz aus F.1 und G ergibt dann deine maximale Zuladung. 

ein foto von einem Fahrzeugschein

Übrigens das Leergewicht ist in deutschen Fahrzeugscheinen immer mit vollem Tank angegeben.

In Österreich wird wird das Leergewicht und auch die maximal zulässige Gesamtmasse ebenfalls mit G und F.1 angegeben. In der Schweiz findest du diese Angaben unter 30, 32 und 33 im Fahrzeugschein. 

ein foto von einem Fahrzeugschein aus der schweiz

Alles Schwere kommt von hinten – Die Ladungssicherung

Bevor es mit dem Ausbau losgeht, muss ich noch ein paar Worte zur Sicherheit loswerden. Alles, was du in deinem Fahrzeug transportierst, muss entsprechend gesichert werden. Du bist als Fahrer verantwortlich für die Ladung. Behandle also deine Ladung so wie dich selbst – klingt komisch, aber schließlich schnallst du dich ja auch an, bevor es losgeht.

Auch kleine und vermeintlich leichte Gegenstände können sich bei einer Vollbremsung in gefährliche Geschosse verwandeln. Verstaue alles sicher in Taschen, Kisten oder Boxen und fixiere diese mit Gurten oder Bändern.

Spätestens wenn dein Kistenturm die erste Lage überschreitet, solltest du dafür sorgen, dass dein Ordnungssystem ordentlich gesichert ist. Um möglichst flexibel zu bleiben, kannst du kleine Spanngurte einsetzten, und diese im Kofferraum an den Transportösen befestigen. 

ein Foto von einem kleinen spanngurt
Ein einfacher Spanngurt hält deine Ladung an Ort und Stelle

Für kleinere oder einzeln stehende Kisten kannst du auch solche Zurrgurte einsetzen.

ein foto von zurrguten
Zurrgurte reichen für kleine und leichte Kisten in den meisten Fällen aus

Was halten meine Ösen und Befestigungspunkte aus?

Vielleicht hast du schon mal von der Bezeichnung daN gehört. Dieses Kürzel steht für Dekanewton und die Einheit, die auf Spanngurten als sogenannte Bruchlast angegeben wird. Da jeder(Spann-) Gurt auch einen Anschlagpunkt zur Befestigung braucht, wird auch hier die Bruchlast in daN angegeben.

Was bedeutet das für deine Ladungssicherung? Einfach gesagt darfst du an eine Öse mit der Bruchlast von 800 daN eine Last von ungefähr 800kg befestigen (nicht mehr!) Die Angabe findest du auf Gurten und anderen Absicherungsmaterialien auf den Typenschildern und bei Fahrzeugen im Handbuch.

Gewicht einsparen

Auch bei kleinen und minimalistischen Ausbauten empfiehlt es sich, dass du Gewicht einsparst. Jedes weitere Kilo bedeutet unterm Strich einen Mehrverbrauch von Treibstoff und spiegelt sich auch im Fahrkomfort wieder.

Im Prinzip kannst du dir deinen Ausbau wie den menschlichen Körper vorstellen: Das Skelett ist die Rahmenkonstruktion und bildet das Gerüst, das die Kraft aufnimmt und das Gewicht trägt. Die Haut ist vergleichbar mit allen Verkleidungsteilen und Platten, auf den kein Gewicht lastet. Hier lässt sich Gewicht sparen: Wer will schon schwere Haut 😉 Nicht tragende Teile sollten also möglichst dünn sein.

An deinen Holzplatten kannst du zum Beispiel durch gezielte Aussparungen Gewicht sparen. Im Einzelnen scheinst das oftmals nicht viel Einsparung zu sein, aber hier zählt unterm Strich die Summe!

Leichtbau im Van
Gezielte Ausschnitte sparen Gewicht und beeinträchtigen die Stabilität nicht.

Wenn du im späteren Verlauf mit Rahmenkonstruktionen deinen Ausbau machst, kannst du durch geschickte Winkelkonstruktionen auch mit dünnen Rahmen viel Stabilität erreichen und gleichzeitig eine Menge Gewicht einsparen.

Du musst jedoch kein Statiker sein, um deinen Ausbau zu planen. Mein Tipp für dich: Schau dir mal Konstruktionen von Brücken oder Flugzeugen an. Mit diesen Inspirationen kannst du die coolsten Ausbauten basteln und am Ende sogar behaupten, dass dein Ausbau aus der Luftfahrttechnik stammt – das macht am Lagerfeuer eine Menge Eindruck.

Einfache Ausbauten – einfach & schnell

Den schnellsten Einstieg in die Welt des Ausbaus bekommst du, wenn du einfach das nutzt, was schon vorhanden ist. Du kannst Sitze umlegen, Sitzflächen nutzen, Stauräume und Fächer nutzen, wie es dir beliebt. Wenn du genau hinschaust, wirst du feststellen, dass du dein Fahrzeug auch ohne umfangreichen Umbau sehr universell einsetzen kannst.

Warum ein reversibler Umbau?

Nicht Jeder hat Lust sein Fahrzeug dauerhaft zu einem Campingmobil umzubauen. Ganz zu schweigen davon, eventuell sogar Löcher oder Aussparungen in die Karosse zu bohren. Für das Nutzen der gegebenen Bedingungen im Fahrzeug ohne daran irreversible Veränderungen vorzunehmen, kann es mehrere Gründe geben: 

  • Es ist nicht dein Fahrzeug (Firmenwagen etc.)
  • Du möchtest flexibel bleiben und alles schnell wieder rückgängig machen können (Alltagsauto, Familienwagen)
  • Du möchtest dein Fahrzeug (später) im Originalzustand wieder verkaufen
  • Du hast keine Lust zu basteln oder kein Werkzeug
ein foto von einem Camping Kofferraum ausbau
Erinnert ein bisschen an Tetris – Kisten rein und los! So genial einfach kann Ordnung sein | Foto: Tim Kramarczyk

Wenn du also nur ab und zu oder spontan zu deinem Dachzeltabenteuer aufbrichst und dein Auto nicht nur ein reines Campingfahrzeug sein soll, dann brauchst du dir über einen dauerhaften Umbau keine Gedanken zu machen. 

Kisten rein, und los! Die meisten Dachzeltnomaden fangen klein an. Das ist auch das, was ich dir empfehlen würde: Arbeite erstmal mit dem was du hast, oder was vorhanden ist. Optimieren kannst du später immer noch.

Beachte aber: Gerade bei der einfachsten Art des Ausbaus darfst du die Ladungssicherung nicht außer acht lassen. Dafür nutzt du am besten vorhandene Ösen und Halterungen, denn die halten eine Menge Gewicht aus. Diese findest du überall dort, wo zum Beispiel deine Sitze oder Gurte mit der Karosserie verbunden sind. Im Kofferraum  findest du Ösen ganz oft unter dem Teppich, ein wenig versteckt in den Ecken.

Ein Leben aus Tüten, Taschen und Kisten

Jeder fängt mal klein an. Das ist auch die Devise: Bevor du nicht genau weißt, was du brauchst, solltest du nicht über einen aufwändigen Ausbau nachdenken. Ein einfaches Provisorium reicht, um festzustellen, was dir wichtig ist und was du an welcher Stelle im Auto brauchst. 

Die einfachste Art sich eine Ordnung zurecht zu legen ist das Ikeatüten-System. Das eignet sich besonders, wenn du einen kleinen Wagen hast oder einen Kofferraum mit vielen Winkeln und Ecken.

Wenn diese gut gefüllt sind, dann passen sie sich den Konturen deines Kofferraums an und nutzen so auch die kleinste Ecke aus. Natürlich kannst du auch verschiedene Größen und Tragetaschen von anderen Möbelhäusern einsetzen 😉

Dieses Packsystem ist das Einfachste und mega flexibel. Du kannst in der Wohnung deine Taschen packen und sie dann im Kofferraum verstauen. Nach der Reise kannst du dein Auto im Handumdrehen wieder in ein Alltagsfahrzeug verwandeln.

Es muss übrigens nicht immer der Kofferraum sein. Die flexiblen Tragetaschen passen auch perfekt in den Fußraum (bitte nicht beim Fahrer). Auch auf der Rücksitzbank finden sie Ihren Platz. Dort kannst du sie mit den Sicherheitsgurten perfekt sichern.

Mehr Ordnung? Mach´s mit Kisten!

Mit Transportboxen kannst du deinen Ausbau auf eine neue Ebene heben. Sogenannte Euroboxen gibt es in vielen verschiedenen Größen und Ausführungen. Sie lassen sich perfekt stapeln und für vielseitige Zwecke einsetzen.

Stapelsystem mit Euroboxen | Foto: Rebecca Roß

Ob Kleiderschrank, Küche, Geschirrschrank, Badezimmer – Euroboxen können alles im Dachzeltmobil sein. Deiner Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. 

Es gibt sie mit oder ohne Deckel. Die Deckel kannst du übrigens auch prima als Tischersatz für den Schoss oder als Tablett für das Frühstück ans Dachzelt-Bett benutzen.

Noch ein Vorteil von Euroboxen: Sie sind aus Kunststoff oder Aluminium – beide Materialien lassen sich leicht bearbeiten. So kannst du sie nicht nur zum reinen Transport von Kleidung, Lebensmittel usw. einsetzen, sondern auch Löcher zur Ladungssicherung einbauen oder sogar eine Küchen-Kiste daraus bauen. Dazu kommen wir später noch. 

Aber es müssen nicht immer Euroboxen sein. Wie wäre es mit einem System aus stapelbaren Werkzeugkisten?

Werkzeugkisten als Sortiersystem | Foto: Frank Brödner
Tetris mit Schubladencontainern | Foto: Natalie Ewen

Ein weiterer großer Vorteil von Boxen und Kisten ist, dass du sie zu Hause vollpacken und sie dann in dein Fahrzeug laden kannst. Wenn deine gepackten Kisten zu Hause immer vollgepackt auf dich warten, bist du mega flexibel und kannst auch mal spontan in dein Abenteuer starten.

Mehr Struktur? Mach´s mit Regalen

Für eine einfache Lösung müssen es nicht immer Euroboxen sein. Auch mit Kisten und Regalen eines sehr bekannten und großen schwedischen Möbelhauses lassen sich praktische Ordnungssystem basteln. Im Handumdrehen verwandelt sich dein Kofferraum in ein buntes Schubladensystem.

ein Foto vom Kofferraumausbau eines Campers
Mit freundlichen Grüßen aus Schweden – Der Ikea-Ausbau. Foto: Anja Armerding

Mega praktisch, denn hierzu musst du noch nicht einmal handwerklich begabt sein. Die Bauanleitung ist hierbei die einzige Hürde, die du zu meistern hast. Einmal zusammengebaut, kannst du deinen schwedischen Ausbau in deinem Kofferraum platzieren. Nur noch sichern – am besten mit Spanngurten – und los geht´s.

Die fertigen Möbel lassen sich meist auch noch individuell lackieren, sodass du dem Ganzen noch einen persönlichen Touch geben kannst. Auch für leichte Anpassungen, Änderungen oder Ergänzungen brauchst du kein Spezialwerkzeug –  oft reicht die Stichsäge, der Akkuschrauber und eine Handvoll Schrauben.

Noch mehr Platzbedarf? Pack´s auf dein Dach

Wenn du voll flexibel sein möchtest, dann kannst du dir sogar wasserdichte Kisten anschaffen. Diese kannst du dann wahlweise im, oder sogar auf deinem Auto transportieren. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du Platz schaffen willst und Dinge transportieren möchtest, die nicht unbedingt ins Auto gehören.

Wasserdichte Kisten gibt es in allen möglichen Größen  aus Kunststoff und aus Aluminium. 

Ein foto, dass dachbeladung bei einem  T4 zeigt
Je Gößer das Dach, desto mehr Platz hast du für deinen Kram | Foto: Bastian Siebert

Gummistiefel, Feuerholz, Werkzeug und andere sperrige Gegenstände kannst du dir aber nur dann auf dein Dach packen, wenn du mit deiner Dachlast noch nicht an der Grenze bist.

Wie dein Dachzelt ist alles, was du auf deinem Dach transportierst, Ladung. Dementsprechend musst du darauf achten, alles was du auf deinem Dach transportierst ordentlich zu sichern.

Mehr Spaß mit Multifunktionskisten

Wie oben schon erwähnt, kannst du deine Kisten und Kästen ganz einfach auf deine Bedürfnisse anpassen und bearbeiten. Wie wäre es mit einer Küchenkiste, Akkukiste oder Standheizungskiste um. Je nach Bedarf gibt es die entweder fertig zu kaufen oder du konstruierst dir einfach deine eigene mobile Kiste nach deinen Vorstellungen.

Diese Multifunktionskisten haben den entscheidenden Vorteil, dass du sie je nach Situation im Auto oder auch an einer beliebigen Stelle im Freien benutzen. Dadurch wird dein Kofferraum-Tetris noch flexibler.

Küchenkisten

Eine zur Küchenbox umgebaute Kiste kannst du zum Beispiel bequem ausladen und in dein Vorzelt oder einfach auf den Boden stellen. Dann brauchst du nicht im Kofferraum kochen, und dampfst dir so nicht dein Auto voll.

eine Heckküche auf einem Auzug
Gibt es fertig oder zum selberbauen – die Küchenbox | Foto: Jörg Strang

In eine Küchenkiste gehört alles, was du zum Kochen brauchst. Je nach Größe kannst du einen Deckel mit Ausschnitt verwenden, in den du dann sogar ein kleines Spülbecken integrieren kannst. Deinen Gaskartuschenkocher kannst du gleich daneben aufbauen. Schon ist deine Dachzelt-Küche fertig.

Natürlich kannst du deine mobile Küche ganz nach deinen Vorlieben zusammenstellen – lass dich dazu einfach von der unten abgebildeten Fotos inspirieren.

Eine Spükiste mit Wasser und Abwasser tank
Eine Küchenbox aus Aluminium | Foto: Michael Schwarz

Akkukiste

Eine weitere Möglichkeit für eine spezielle Kiste ist die Akkukiste. Darin verbirgt sich ein eingebauter Akku, der deine Geräte unterwegs mit Strom versorgt. Ein paar Stecker sorgen für die richtigen Anschlüsse. Aufgeladen wird der Akku entweder über die Lichtmaschine, Landstrom oder Solar. Wie “groß” dein Akku sein muss, kannst du im Akkurechner berechnen.

ein foto von einer transportablen Akkukiste
Power in der Box – Die Akkukiste

Wenn du es schlau anstellt, kannst du sogar eine Akkukiste mobil um dein Auto herum benutzen. Natürlich kannst du sie bei Nichtbenutzung auch wieder zu Hause einlagern und in Ruhe aufladen – so hast du immer genug Saft am Start.

Standheizung in der Box

Gerade in der Übergangszeit oder auch im Winter ist für den ein oder anderen eine Heizung ein unverzichtbares Luxusgut. Verständlich, wenn man bedenkt, dass wir Dachzeltnomaden auch nicht vor Temperaturen von unter -13°Grad zurückschrecken.

In einer Standheizungsbox befindet sich idealerweise eine Standheizung mit allem, was zum Betrieb benötigt wird. Dazu zählt der Kraftstofftank und ein Akku zum Betreiben des Heizgebläses. Praktisch: Die Spannungsversorgung kann auch über eine Akkukiste erfolgen – vorausgesetzt du hast eine an Bord.

Bitte beachte, dass du Standheizungs-Boxen nur im Freien verwenden solltest, zumindest solltest du dafür sorgen, dass die Abgase ungehindert abziehen können. Verwende einen möglichst langen Abgasschlauch und stelle sicher, dass keine Abgase in die Zuluft gelangen können.

Mobile Ausbauten –  herausnehmbar & flexibel

Du merkst, dass das Kistengeschiebe nicht das Richtige für dich ist, oder hast einfach den Bock oder Mut, einige kleine Änderungen an deinem Fahrzeug zu machen?

Wenn du Lust auf ein bisschen mehr Luxus jenseits von Euroboxen hast, dann könntest du über einen herausnehmbaren Ausbau nachdenken. Mehr Ordnung und Struktur, aber alles mit dem Ziel, keine grundlegenen Veränderungen am Fahrzeug vorzunehmen.

Schubladen als heckausbau
Tschüß Kistengeschiebe, hallo Schuladen! | Foto: Alex Thoma

Über einen mobilen Ausbau solltest du nachdenken, wenn folgende Punkte für dich zutreffen:

  • Du möchtest maximalen Platz haben aber dein Auto nicht jederzeit wieder zurückbauen.
  • Du verbringst zu viel Zeit damit, in Tüten zu suchen und Kisten zu stapeln
  • Du verreist regelmäßig und oft mit Dachzelt oder wohnst sogar in deinem Mobil
  • Du schreckst nicht davor zurück, ein paar Schrauben zu lösen

Veränderungen am Fahrzeug – was ist zu beachten?

Was darf ich eigentlich und was darf ich nicht, wenn ich dauerhafte Veränderungen am Fahrzeug vornehme? Im Folgenden gehe ich auf ein paar wichtige Punkte ein, die du beachten solltest, bevor du mit deinem Umbau loslegst.

Alle Elemente, die du in deinem Fahrzeug verbaust, solltest du auch mit der Karosserie verbinden. Dabei können Spanngurte wieder sehr hilfreich sein. Die ein oder andere Schraube ins Blech schadet deinem Wagen auch nicht. Hier können auch wieder die vorhandenen Ösen und Befestigungspunkte nützlich sein. Aber Vorsicht: Bei vielen Fahrzeugen befindet sich der Kraftstofftank unter der Rücksitzbank. 

Dein Ausbaukonzept darf natürlich auf keinen Fall deine Sicht auf die Straße verdecken. Das ist sozusagen deine zweite Spielregel im Ausbauzirkus. Für dich heißt das im Klartext, dass die Beladung auf der Beifahrerseite keinesfalls höher sein darf, als die Unterkante des Seitenfensters. So kannst du auch weiterhin alles gut einsehen und deine Außenspiegel erfüllen weiterhin ihre Funktion. 

Besondere Vorsicht ist bei folgenden Punkten geboten:

  • Schrauben und Muttern: Viele Schrauben im Fahrzeugbau verfügen nicht über metrische Gewinde. Das heißt sie sind nicht 1:1 austauschbar gegen herkömmliche Schrauben. Oftmals sind Schrauben oder Muttern aus Sicherheitsgründen auch nur einmalig verwendbar. Beim erneuten Verschrauben müssten sie durch Originalteile ersetzt werden. Achte beim Wiedereinbau auch auf die Anzugsdrehmomente der Schrauben, und denke immer daran: Nach fest kommt los! Tipp: Für die spätere Verwendung solltest du dir deine Schrauben beschriften.
  • Stecker und Leitungen: Vor allen Arbeiten an der Elektrik bitte immer deine Batterie abklemmen.
    Manchmal ist es nötig, dass du eine Steckverbindung trennst, um an gewisse Stellen zu kommen, oder deinen Sitz ausbauen zu können. Wenn du Komponenten ausbaust, oder entfernst, dann kann es zu Fehlermeldungen kommen. Je nach Fahrzeughersteller kann schon eine umgebaute Leuchte für eine Meldung im Cockpit sorgen.
    Beschrifte dir deine Stecker und Leitungen, damit du später alles wieder zusammenbauen kannst. Ein Foto vom Originalzustand ist auch sehr hilfreich.
  • Garantie vom Fahrzeug: Kein Hersteller sieht es gerne, wenn man an “seinem” Fahrzeug selber Hand anlegt.
    Konkret heißt das, wenn du im Garantiefall mit deinem komplett umgebauten Kombi zur Vertragswerkstatt fährst, wird man dir im Zweifelsfalls zu verstehen geben, dass deine Garantie erloschen ist. Es kommt natürlich immer auf den Fall an und ist sicherlich auch abhängig vom Hersteller.
    Da die Garantie ohnehin nur Neuwagen betrifft, ist dieses Thema nur in den ersten Jahren interessant. Tipp von mir: Sprich mit der Werkstatt über dein Vorhaben und zwar VOR dem Umbau! Im direkten Dialog sind die Meisten mega freundlich und interessiert. Bei meinem Vorhaben wurden mir sogar Stromlaufpläne zur Verfügung gestellt – einfach nett und ehrlich Fragen!
  • Fahrgestellnummern und andere wichtige Nummern solltest du auf keinen Fall mit deinem Ausbau bedecken. Das gibt spätestens dann Ärger, wenn der Zollbeamte im Kosovo nach deiner Nummer sucht 😉
  • Löcher und Bohrungen im Blech müssen unbedingt gegen Korrosion geschützt werden, sonst fängst an zu rosten!

Kreative Köpfe, Kisten und Boxen

Raum schaffen – wer braucht schon Sitze?

Hand aufs Herz: Wie oft nutzt du deine fünf Sitzplätze im Auto wirklich? Oder hast du vielleicht sogar noch mehr Sitze, die du eigentlich nur leer spazieren fährst? Wenn du einen oder mehrere Sitze nicht benötigst, dann nutze den Platz doch lieber als Stauraum.

Klapp sie um!

Sitze umgeklappt und eine Rahmenkonstuktion aus holz zum Campen
Ein typischer Zweisitzer mit viel Stauraum und Schlaffunktion | Foto: Fabian Kremer

Bis jetzt habe ich dir ja nur etwas über die Ausbauten erzählt, die du ganz unkompliziert und ohne Spuren ein- und ausbauen kannst. Wenn du noch mehr Platz benötigst, aber dein Fahrzeug schon voll bis oben hin ist, dann kannst du nicht benötigte Sitze umklappen.

Das Umklappen der Sitze ist der erste Schritt zu mehr Platz. Einfacher geht’s nicht – und das Beste: Die Sitze hast du immer dabei, falls du doch mal ein paar mehr Personen mitnehmen willst. Mit umgeklappten Sitzen entpuppen sich manche Fahrzeuge als wahre Stauraumwunder. 

Du wirst dich wundern, was man alles in einem Renault Twingo transportieren kann – ich spreche da aus Erfahrung. Wenn du gerade auf der Suche nach einem neuen Fahrzeug bist, mach doch einfach mal den “Umklapptest”. Vielleicht stellst du dabei fest, dass dir das Umklappen der Sitze völlig ausreicht. 

Hau sie raus!

Wenn du keine Familie besitzt, dann bist du wie die meisten deutschen Autofahrer eher zu zweit oder alleine unterwegs. Warum nicht gleich auf Sitze verzichten? Der Ausbau der Sitze bringt dir den meisten Platz, ist aber auch mit einem gewissen Aufwand verbunden. 

Hier fehlt was – eine halb ausgebaute Rücksitzbank schafft Platz | Foto: Thilo Vogel

Am einfachsten und effektivsten ist es, wenn du deine Rücksitzbank ausbaust. Dadurch entsteht eine Menge Platz und in den meisten Fällen eine ebene Fläche. Wenn die Fläche nicht eben ist, dann kannst du mit einer entsprechend großen Holzplatte diese Unebenheit ausgleichen und schaffst so gleichzeitig ein gutes Fundament für Kisten und Co.

Auch den Beifahrersitz kannst du ausbauen. Allerdings gibt es hier ein paar Regeln zu beachten, damit dein Ausbau nicht zur Gefahr wird. Der erste, und gleichzeitig wichtigste Punkt sind Airbags. Diese können sich bei entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen auch in den Sitzen befinden. 

Mehr Platz und Beinfreiheit auf dem Rücksitz – hier fehlt der Beifahrersitz | Foto: Dennis Brandt

Ein Ausbau von Sitzen mit Airbag sollte auf jeden Fall nur durch eine  Fachwerkstatt erfolgen! Was für den Ausbau gilt, trifft logischerweise auch auf den Einbau zu. In der Regel müssen Änderungen im Steuergerät des Fahrzeugs vorgenommen werden – ansonsten ist das Airbagsystem fehlerhaft. Das dauerhafte Leuchten der Airbagleuchte im Tacho ist ein Indikator dafür.

Ausgebaute Sitze und Bänke solltest du unbedingt an einem trockenen Ort lagern. Im Keller oder in der feuchten Garage können deine Polster einen muffigen Geruch aufnehmen, oder im schlimmsten Fall sogar schimmeln. Dein Lagerort sollte ebenfalls frei von Mäusen und Co. sein. Die kleinen Nager lieben Schaumstoff und knabbern sich gerne durch Polstermöbel.

Ein etwas trauriger Nebeneffekt von ausgebauten Sitzen: Stehen deine Sitze zu Hause kannst du nie jemanden spontan mitnehmen. Du kannst dann zwar lauthals alle Songs im Radio mitsingen, ohne deine Beifahrer zu nerven, aber auf Dauer werden Selbstgespräche und die Top 10 langweilig.

Rücksitze ausgebaut um mehr platz zu haben
Alles raus, was keine Miete zahlt – wer braucht schon Sitze | Foto: Kevin Kahlert

Holz statt Teppich

Wie bereits erwähnt kannst du mit Holzplatten Unebenheiten ausgleichen und gleichzeitig eine solide Grundlage für dein Ausbaukonzept schaffen.

Egal wieviel Aufwand du betreiben möchtest, ein gutes Fundament empfiehlt sich auf jeden Fall. Achte bei der Auswahl des Holzes darauf, dass die Platte ausreichend dick ist, um Schrauben sicher zu halten. Für den Einstieg reicht eine 18mm starke Multiplexplatte vollkommen aus. Siebdruckplatten sind robuster und besser gegen Feuchtigkeit geschützt, aber teurer als OSB-Platten. Diese sind die günstigsten Platten, haben aber auch den Nachteil, dass sie leicht splittern. Sie sind grober verarbeitet und daher auch nicht so optimal, wenn du sie schneiden möchtest.

Ein "Fundament "für den Ausbau aus OSB Platten
Ein “Fundament “für den Ausbau aus OSB Platten | Foto: Kevin Kahlert

Wenn deine Platte in einem Stück zu groß ist, kannst du sie auch in mehrere Teile aufteilen. Diese Teile kannst du dann ganz geschickt mit Klavierscharnieren verbinden. Dein “Holzorigami” kannst du dann zusammenfalten und so auch enge Türöffnungen überwinden.

Nicht nur im Kofferraum kannst du dir mit Holz ein solides Fundament für deine Konstruktionen schaffen, auch der Fußraum des Beifahrers ist ein toller Platz für jede Menge Stauraum. Der Vorteil hierbei ist, dass du auch während der Fahrt immer an deine Sachen rankommst. Eigentlich ein perfekter Platz für eine Kühlbox 😉

Mach´s ganz genau – Maßgenauer Zuschnitt

Wie kannst du einen perfekten Zuschnitt vom Kofferraum- oder Fußraumboden machen? Ganz einfach: Wenn du Glück hast, dann lässt sich der Bodenbelag entfernen. Die Außenkonturen überträgst du dann auf deine Holzplatte und sägst sie dann aus. Fertig!

Eine weitere Möglichkeit ist die Pappschablone. Dafür kannst du zum Beispiel einen Karton verwenden und bastelst dir aus diesem Material ein perfektes Abbild deiner Rundungen (also die Rundungen von deinem Auto). Taste dich immer etwas näher an die Kontur, indem du immer etwas mehr Pappe abschneidest. 

Eine Konturenlehre kann dir dabei eine große Hilfe sein. Je genauer du hier arbeitest, umso besser fügt sich deine Platte später in dein Fahrzeug ein. Das hilft sogar schon dabei, eine gewisse Ladungssicherung zu erreichen. Durch das passgenaue Einklemmen wirkst du dem Verrutschen der Platte schon sehr gut entgegen.

Vielleicht entdeckst du beim Ausbau des Bodenbelages auch noch den ein oder anderen Befestigungspunkt oder Zurrösen. Hier kannst du deine Platte entsprechend bearbeiten, um sie mit der Karosserie zu verbinden.

Läuft wie geschmiert – Schubladen und Auszüge

Wäre es nicht prima, wenn  dir deine Beladung ein Stück weit entgegenkommt? Das Ganze ist natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint – was ich damit wirklich meine sind Auszüge, wie du sie von deinen Schubladen zu Hause kennst.

Ein Kofferraumauszug mit vielen kisten
Auszug Level: Endboss! | Foto: Christine Zimmermann

Auszüge sind nicht nur mega praktisch, sondern erleichtern dir auch die Entnahme deiner Kisten und Boxen. Selbst für schwere Gepäckstücke gibt es die passenden Auszüge. Mit Schwerlastauszügen kannst du gleich deinen ganzen Kofferraumboden ins Freie befördern. So kommst du ganz leicht bis an die hintersten Kisten heran.

Achte bei den Auszügen auf das maximale Gewicht, mit dem du sie belasten darfst. Stell dir vorher die Frage, was willst du ausziehen? Du brauchst keinen Schwerlastauszug, für deine leichte Besteckschublade. Hier reicht ein etwas kleinerer Auszug – diese nehmen nicht so viel Montageplatz in Anspruch.

Willst du hingegen deinen gesamten Kofferraumboden (mit Inhalt) ausziehbar machen, dann musst du zu etwas stärkerem greifen. Hier hilft nur ein Schwerlastauszug – oder besser gesagt zwei davon.

Auszüge

Gerade die Auszüge, die schwere Lasten ins Freie befördern, müssen sehr gut befestigt sein. Je weiter dein Auszug aus deinem Kofferraum gleitet, umso größer wird auch die Hebelwirkung. Bedenke das auf jeden Fall bei deiner Konstruktion!

Achte auf die Hebelwirkung und verteile die Last großflächig
Achte auf die Hebelwirkung und verteile die Last großflächig | Foto: Kevin Kahlert

Verteile die Last auf eine möglichst große Fläche, indem du zum Beispiel deinen Kofferraumboden mit einer Holzplatte auslegst, die wiederum an möglichst vielen Punkten mit der Karosserie verbunden ist. So hängt deine Last nicht nur an einer Schraube.

Doppelt hält besser – der Auszug im Auszug

Es lassen sich auch verschiedene Auszüge kombinieren. So kannst du deinen Auszug nochmal weiter ausfahren. Das muss nicht immer die gleich Richtung sein. Eine seitlich ausfahrbare Platte ist zum Beispiel mega praktisch für deinen Kocher.

Foto: Tobias Stricker

Kombiniere ganz einfach große, mittlere und kleine Auszüge. So kannst du deinen Ausbau sprichwörtlich entfalten und erhältst praktische Abstellflächen für deine Bierflasche.

Schubladen

Du musst auch kein Handwerksmeister sein, um deinen Ausbau mit Schubladen zu erweitern. Im Grunde genommen sind Schubladen so wie die oben genannten Auszüge. Sie haben lediglich eine Umrandung, damit nichts herausfällt.

Ein Beispiel:

Eine kleine Besteckschublade in deiner (Küchen-) Box schafft dir ein kleines Stück von zu Hause. Für die einfachste Ausführung einer Besteckschublade brauchst du nur ein ausziehbares Brett, auf das du dann einen herkömmlichen Besteckeinsatz schraubst. Zack, fertig – Besteckschublade!

Du magst es eher kleiner und filigraner? Kein Problem: Verkleide den Besteckeinsatz einfach an den Seiten mit passenden Holzplatten. Hier kannst du dünnes Holz verwenden, da die Seiten der Schublade keine Last tragen müssen.

Wie bei allen Ausbauvarianten gibt es hier kein richtig oder falsch. Es gibt nur das, was für dich und deine Bedürfnisse passt. 

Wer hat den Längsten? Die coolsten Auszüge!

Beispiel Kofferraumausbau

Als ich mich an meinen allerersten Ausbau gemacht habe, hatte ich drei wesentliche Ansprüche:

  • Keine baulichen Veränderungen am Fahrzeug
  • Schnell ein und ausgebaut
  • Alles drin

Herausgekommen ein einschiebbares Ordnungssystem, das ich ganz einfach in meinen Kofferraum stellen konnte. Ich musste noch nicht einmal die Sitze umklappen, oder das Gepäcknetz entfernen. 

Einfach einladen und los geht´s – so einfach wurde aus meinem damaligen Kombi ein Camper mit Stauraum, Dachzelt und fünf Sitzen. Für mich der Inbegriff eines praktischen Ausbaus. Die Küche, Stauraum und die zweite Batterie – alles in einer großen Kofferraumkiste, die man ohne Spuren problemlos wieder aus dem Kofferraum entfernen konnte.

Der Werdegang einer Kofferraumkiste

Hier gibt es mehr Infos zum Kofferraumausbau

Für Lesemuffel: Das Video zum Kofferraumausbau

Feste Ausbauten – für immer & ewig

Als Komplettausbauten bezeichne ich in diesem Fall Ausbauten, für die du an deinem Fahrzeug tiefgreifende Umbaumaßnahmen durchführen musst. In den meisten Fällen ist dies mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden.

Für dich und dein Auto heißt es dann: Es gibt kein Weg zurück. Also ist diese Ausbauvariante nur für dich geeignet, wenn du nicht vorhast, dein Fahrzeug wieder im Normalzustand zu verkaufen. 

Eigentlich trifft man im PKW Segment eher seltener auf Komplettausbauten. Bisher war diese Variante vermehrt im Van-Bereich anzutreffen. Klar, denn in einem leeren Kastenwagen hat man jede Menge Platz, um sich auszutoben.

Da der Durchschnitts-Dachzeltnomade aber in den meisten Fällen mit einem PKW unterwegs ist, gehe ich nicht weiter auf Van-Ausbauten ein, sondern bewege mich maximal im “Caddy-Bereich”. In einem sogenannten Hochdachkombi, ist schon jede Menge Platz vorhanden um daraus einen vollwertigen Dachzelt-Camper zu machen.

Was ist ein Komplettausbau

Lass mich dir das Ganze mal an einem Beispiel erklären: Angenommen, du möchtest dein Fahrzeug in Zukunft ausschließlich als Camper benutzen. Dann solltest du dir zunächst mal darüber Gedanken machen, mit wie vielen Personen du reisen möchtest.

Ein fester Ausbau in einem Defende
Ein fester Ausbau in einem Defender | Foto: Geraldine Sterner

Noch eine wichtige Anmerkung am Rande: Ein richtiger Camper muss nicht zwangsläufig ein Van oder etwas noch größeres sein! Auch ein Smart kann zum Camper werden – auch mit einem Komplettausbau. Entscheidend ist, was du draus machst. Aber weiter im Text.

Wenn wir nun davon ausgehen, dass du deine Dachzeltabenteuer mit maximal drei Personen bestreiten möchtest, dann ist ja schon fast klar, was mit den übrigen Sitzplätzen passiert – ganz genau: raus damit! 

Der gewonnene Platz ist nun der Raum für deinen Ausbau. Dieser verbleibt dann später dauerhaft in deinem Fahrzeug. Meistens fungiert diese Art von Ausbau nicht einfach nur als Ordnungs- und Verstaulösung. Sie hält oft noch weitere Kniffe parat, wie zum Beispiel ausgeklügelte Küchenlösungen, Sanitärsysteme (Waschbecken, Spüle, Dusche oder Klo) oder auch eine weitere Schlafmöglichkeit in Form eines Klappbetts.

Wenn du schon dabei bist, kannst du auch überflüssige Verkleidungsteile abbauen. Dort, wo später Möbel stehen, brauchst du keine Verkleidungen – die nehmen ohnehin nur Platz weg. Auch Dämmung lässt sich jetzt, wo dein Auto “nackt” ist prima anbringen. Dämmung, wie zum Beispiel Armaflex oder Alubutyl sind nicht nur zur Wärmeisolierung geeignet. letzteres lässt sich auch prima zur akustischen Dämmung verwenden.

Es ist faszinierend zu sehen, wie viel Möglichkeiten der Raumgestaltung auf einem so begrenzten Raum ihren Platz finden.

Komplettausbauten

Aus alt mach neu – alternative Ausbaukonzepte

Es muss nicht immer alles neu sein. Wenn du ein wenig Nachhaltigkeit in deinem Ausbau haben möchtest, dann greif doch auf Vorhandenes um. Ganz nebenbei erhält deine fahrbare Einzimmer-Wohnung einen ganz besonderen Charme.

Du kannst alte Möbel aus deiner Wohnung nutzen oder dich bei deinen Freunden umsehen, was deiner Meinung nach nicht mehr zu gebrauchen ist 🙂 Manch einer ist dankbar, wenn endlich das alte Gewürzregal aus der Küche verschwindet. Alternativ kannst du dich auch auf Floh- und Trödelmärkten umsehen. Hier gibt es ganz oft wahre Schätze für kleines Geld.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Mit ein bisschen Glück findest du sogar genau passende Möbelteile. Aber in der Regel musst du deine Fundstücke noch ein wenig bearbeiten. Ein Schnitt hier, ein Loch dort – schon passt der kleine Nachtschrank in deinen Kofferraum.

Es muss nicht immer perfekt sein, denn beim Upcycling ist das Ergebnis und die Funktion entscheidend. Wenn ein Möbel partout nicht passen möchte, dann verwende doch einfach nur ein Paar Teile davon. Eine Tür oder eine besonders schöne Frontplatte von einem Schränkchen lassen sich oftmals besonders schön integrieren.

Deine Schubladen und Auszüge kannst du ebenfalls mit alten Griffen tunen. Alte Porzellangriffe aus der Küche, oder aufwändig verzierte Griffe vom alten Wohnzimmerschrank – nimm ruhig verschiedene Griffe, und zaubere dir so einen ganz besonderen Hingucker. 

Weit gereist? Der Perserteppich als Bodenbelag

Hol dir ein Stück Orient ins Auto! Der alte Perserteppich von Oma macht sich prima im Fußraum, oder als stilechter Akzent als Wandverkleidung. Wenn du ihn dafür zerschneiden musst gibt es noch einen Tipp von mir: Erzähle Oma nichts davon!

Zur Individualisierung kannst du deinen Ausbau auch mit Souvenirs von deinen Reisen in ferne Länder schmücken. So begleiten dich tolle Erinnerungen an vergangene Abenteuer auf deinen Reisen. 

Sicherlich hast du bemerkt, dass ich dir im Moment die “Detailarbeit” erkläre und dich für diesen ganzen Vanlife-Kitsch begeistern will! Bevor ich also wieder etwas praktischer werde, noch ein kleiner Tipp: Müll dich nicht mit Deko zu! Egal wie viel Platz du hast, fang nicht an, die allseits bekannten Instagram-Fotos nachzubauen. Irgendwas klappert immer, kippt um oder fällt runter.

Viel praktischer sind die simplen Dinge wie zum Beispiel die Marmeladengläser, die mit ihrem Deckel an die Decke oder das Regalbrett geschraubt sind. Darin lassen sich ganz einfach Kleinteile, Gewürze oder Kaffee aufbewahren.

ein Foto vom innenraum eines campers
Altglas wiederverwertet – Genial! | Foto: Bastian Siebert

Um nun wieder etwas Kitsch ins Spiel zu bringen, kannst du auch eine kleine Lichterkette in so ein Glas legen und einschalten. Damit es besonders romantisch wird, nimmst du am besten ein verziertes Glas – in den Verzierungen bricht sich das Licht schöner.

Nobody is perfect!

Bevor du dich jetzt ans Werkzeug schwingst, noch ein kleiner Motivationsschub: Lass dich nicht entmutigen von Kommentaren oder von Fotos mit perfekten Ausbauten, die du bei Instagram und Co. siehst. Selbst bei denen, die sich Profi nennen, gibt es Ecken und Kanten im Ausbau, in die du besser nicht schaust 😉

Bei deinem Ausbau bist du der Chef! Es muss dir gefallen und für deine Zwecke muss es reichen. Lass dich dich inspirieren, aber nicht bestimmen! Ob Ikea-Tasche, oder High-End Alu Box – Mach deinen Ausbau zum Unikat, fahr los und hab eine geile Zeit!

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About Stephan Kaufmann

Stephan Kaufmann ist im Oktober 1981 in Eschweiler im Rheinland geboren und wohnt seit 2009 im hohen Norden – in der Lübecker Bucht. Als staatlich geprüfter Techniker für Elektrotechnik tüftelt er gerne an verschiedenen Projekten herum. Seinen Ausgleich findet er im Leistungssport und in der Fotografie. Er ist sehr naturverbunden und fühlt sich sowohl im Flachland als auch in den Bergen sehr wohl. Im Februar 2018 verbrachte er bei minus 2 Grad seine erste Nacht im Dachzelt und ist seitdem mit dem Virus infiziert. Als Dachzeltnomade bereist er mit seiner Familie und seinem VW Bus ganz Deutschland. Das Abenteuer und die Freiheit stehen für ihn immer im Vordergrund - Pauschalreisen kennt er nicht!
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3 Antworten auf „Das Dachzeltauto Aus-und Umbauten“

  1. Vielen Dank, lieber Stephan,

    mir machen die vielen Vorschläge und Ideen Mut und ich freue mich sehr, dass es Leute gibt, die mit den Fotos zeigen, was möglich ist.
    Bisher war ich sehr unsicher, hab gedacht aber noch nicht gemacht. Kann aber auch eine Idee beisteuern: Es gibt dicke Baumwoll-Futon-Kissen (gab es u. A. auch bei Aldi), die zum provisorischen Liegen im Auto sehr praktisch sind, ohne Um- u. Einbauten, falls jemand sein Bett (noch)nicht auf dem Dach hat.
    Liebe Grüße von Susanne

    1. Hallo Susanne,
      es freut mich sehr, dass wir dich mit dem Beitrag und den Fotos inspirieren konnten. Vielen Dank für das tolle Feedback und den Tipp mit den Kissen – das ist eine großartige Idee.

      Viele Grüße vom Dach

      Stephan

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