Dachzelt heizen: So kommst du durch den Winter

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Jeden Tag öffnen wir mit euch zusammen auf unseren Social Media Kanälen ein Türchen im Adventskalender! Voll gepackt mit abgefahren Produkten oder wunderbaren Geschenken, die die Community oder Hersteller und Händler in den Lostopf geworfen haben.

Du kannst sogar Dachzelte(!) gewinnen! Schau mal rein!

 

Die Nächte werden länger und die Tage kürzer. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür, oder besser gesagt vor dem Einstieg zu deinem Dachzelt. 

Du fragst dich vielleicht gerade, ob du nun deine Dachzelt Saison beenden sollst, oder wie du es anstellen kannst, dass du deine Lieblings Stellplätze auch im Herbst und Winter genießen kannst.

Wenn du keine Lust zu lesen hast, dann schau dir hier das DZN Live passend zum Thema an:

Und genau um das Genießen geht es in diesem Artikel, denn hier erfährst du, wie du auch bei eisigen Temperaturen nicht frierst. Von der Wärmflasche über die Heizdecke bis zur Standheizung für dein Dachzelt – für jede Frostbeule ist etwas dabei.

Ich gehe auf die verschiedenen Wärmequellen ein und erkläre dir alles ganz übersichtlich. Außerdem gibt es noch die ultimativen Tipps und Tricks gegen die Kälte und ich räume endlich mal alle Fragen und Bedenken zur “China Standheizung “ aus dem Weg.

Viel Spaß also beim nicht mehr Frieren.

Zubehör um nicht zu frieren

Warum frieren wir überhaupt?

Der Rheinländer würde sagen: “Ich hab kalt!”, was übersetzt soviel heißt wie: “Mir ist kalt!”. Doch warum ist das so? Einfach erklärt, funktioniert unsere Haut wie ein großes Thermometer, das ständig die Umgebungstemperatur misst. Wenn dieses Thermometer eine beginnende Unterkühlung bemerkt, dann sendet es eine Information an unser Gehirn. 

Dachzeltnomaden Hartschalenzelt Airtop von Autohome im Schneesturm
Abenteuer pur – Wintercamping

Das Gehirn leitet dann wiederum Maßnahmen gege diese “Bedrohung” ein, indem es die Gefäße unter der Haut verengt. Dadurch geht nicht zu viel Wärme an der Hautoberfläche verloren. Es steht somit mehr warmes Blut im Kreislauf zur Verfügung. Dieses wird dann im Kern des Körpers für die lebenswichtigen Organe verwendet. 

Dazu muss man noch wissen, dass der Mensch als Warmblüter eine Körpertemperatur von 37 Grad Celsius benötigt, damit der Stoffwechsel bestmöglich funktioniert. Bei einer Körpertemperatur von über 37 Grad spricht man von erhöhter Temperatur (Fieber). Liegt die Temperatur unter 37 Grad, beginnt eine Unterkühlung. Beide Zustände können lebensbedrohlich werden. Das Frieren ist also eine frühe Schutzmaßnahme deines Körpers.

Zittern und Gänsehaut

Das Zittern und die Gänsehaut sind sozusagen Level 2 der Maßnahmen gegen die drohende Unterkühlung. Wenn das Frieren, also das Einsparen von Wärme, nicht mehr hilft, dann fängt dein Körper an Wärme zu produzieren. Dies tut er mit Hilfe der Muskeln. Sie fangen an unwillkürlich von Entspannung auf Anspannung umzuschalten. Diesen schnellen Wechsel empfinden wir als Zittern. Die Gänsehaut, also das Aufstellen der Körperhaare, ist auch nichts anderes als eine Anspannung der Muskeln, die wir an unseren Haarwurzeln haben. 

Was in der heutigen Zeit nicht mehr so wichtig erscheint, war in Urzeiten ein wichtiger Überlebenstrick des Körpers. Denn als die Menschen noch über mehr Körperbehaarung verfügten, sorgte das Aufstellen dieser kleinen Härchen für eine isolierende Luftschicht zwischen der Haut und der Umgebungsluft. Da wir heute über kein dickes Fell mehr verfügen, müssen wir uns mit anderen Tricks behelfen. 

Frieren Frauen schneller als Männer?

Es mag sicherlich Ausnahmen geben, aber grundsätzlich ist es wirklich so, dass Frauen schneller frieren als Männer. Das Ganze hat zwei wesentliche Gründe: 

Durch die Verengung der Gefäße unter der Haut, bei einsetzender Kälte, sinkt auch der Blutdruck. Wenn das passiert, kommt im Endeffekt weniger warmes Blut an den Extremitäten an. Da Frauen im Allgemeinen einen niedrigeren Blutdruck als Männer haben, erwischt sie der kältebedingte Abfall des Blutdrucks schneller, was sie schneller frieren lässt. Im Grunde genommen trifft dieses Phänomen auf alle Menschen mit einem niedrigen Blutdruck zu. Dazu können auch Männer gehören, oder auch ältere Menschen.

Ein weiterer Grund ist, dass der weibliche Körper über weniger Muskelgewebe verfügt. Wie du oben schon erfahren hast, produzieren Muskeln beim Zittern Wärme. Vereinfacht gesagt kann man also sagen: Mit mehr Muckis bleibts länger warm.

Willst du wissen, wie das beim ersten Dachzeltnomaden WINTER CAMP mit der Kälte war? Hier findest du einen Artikel über das EVENT:

Warum ist Kälteempfinden so unterschiedlich?

Das ist eigentlich ganz schnell erklärt: Stell dir vor, du lebst in den Tropen und machst Urlaub im herbstlichen Deutschland. Bereits Temperaturen um die 10 Grad Celsius würdest du dann schon als kalt empfinden. Umgekehrt ist es natürlich genauso: Als Gehilfe vom Weihnachtsmann, der ja bekanntlich am Nordpol wohnt, würdest du den Herbst hier in Mitteleuropa als warm empfinden und in deiner Weihnachtsmann-Badehose rumlaufen.

Aber auch dein körperliches Befinden kann, wie oben schon beschrieben, zu einem anderen Kälteempfinden führen. Mit ein paar Fettpölsterchen an der richtigen Stelle bleibt es auch länger warm für dich. 

Dieses Bild zeigt die Aussicht aus einem  Dachzelt auf ein verschneites Tal in den Bergen.
Coole Aussicht im heißen Zelt – einfach großartig!

Zusätzlich gibt es noch die gefühlte Temperatur. Diese unterscheidet sich von der tatsächlich gemessene Temperatur. Hier spielt beispielsweise der Wind eine große Rolle – das kennst du bestimmt auch von besonders windigen Tagen.

Auch die relative Luftfeuchtigkeit spielt beim Temperaturempfinden eine wichtige Rolle. Eine hohe Luftfeuchte im Sommer lässt uns die Hitze oftmals als noch unangenehmer empfinden. 

Was macht Kälte mit unserem Gemüt? 

So wie die Wärme belastend für deinen Körper sein kann (Wärmebelastung), so kann auch die Kälte für eine Belastung des Körpers Sorgen. Hierbei spricht man dann von sogenanntem Kältestress oder thermopsychlogischer Beanspruchung. 

Übersetzt heißt das: Je kälter es ist, umso stressiger wird es für deinen Körper – und wer will schon Stress haben? Schließlich soll deine Dachzelttour doch der Entspannung dienen.

Klare Sache: Du willst also deinem Körper Stress ersparen! Wie du das am besten machst verrate ich dir in den folgenden Abschnitten.

Warme Gedanken – Tipps, Tricks und Mythen

Bevor du zu technischen Hilfsmitteln greifst, versuche es doch erst einmal ganz einfach und mit minimalsten Mitteln. Vielleicht reicht es dir ja, ganz ohne “Fremdenergie” (Feuer, Strom, etc.) ein wenig Wärme in deinen Körper zu bekommen. Logisch: Am besten sorgst du dafür, dass es erst gar nicht kalt wird auf deiner Haut.

Ein paar Tipps und Tricks, aber auch den ein oder anderen Mythos erfährst du hier.

Das Zelt erst kurz vorm Schlafen aufbauen

Du kennst bestimmt diese klamme und unangenehme Kälte. Um diese vor dem Schlafen nicht in dein Zelt zu lassen, empfiehlt es sich, das Zelt erst kurz vor dem Schlafengehen aufzukurbeln. Dadurch kannst du es ein wenig vermeiden, dass sich deine Matratze und deine Schlafutensilien mit Kälte “vollsaugen”.

Das späte Aufbauen hat zwei weitere Vorteile: Zum einen wird dir durch die Bewegung und Anstrengung vom Aufbau wieder warm. Und zum anderen kann sich die Luftfeuchtigkeit, die bei einsetzender Dämmerung höher wird, nicht auf dein Zelt und deine Bettwäsche legen.

Profi-Tipp fürs frei stehen: Ganz nebenbei bleibst du mit einem nicht aufgebauten Dachzelt länger unauffällig an deinem Stellplatz.

Bettzeug und Schlafsack im Auto transportieren

Auch wenn es manche Dachzelte aufgrund ihrer Bauart zulassen, solltest du in der kalten Jahreszeit deine Decken, Kissen und Co. im Auto transportieren. Hier bleibt es einfach länger warm. 

Durch die Heizung, die beim Fahren dein Auto heizt, erwärmen sich auch deine Schlafutensilien, und kommen so vor dem Schlafen schon etwas “vorgeheizt” ins Dachzelt. 

Übrigens bleibt deine Bettwäsche so nicht nur warm, sondern auch trocken und dein Zelt lässt sich zudem noch einfacher schließen.

Gut verpackt – die richtige Kleidung

Wie auch schon am Tag, macht das sogenannte Zwiebelprinzip auch beim Schlafen Sinn. Denn gerade am Anfang ist es oftmals etwas kälter im Schlafsack oder unter der Decke. Später, wenn dein Bett durch deine Körperwärme aufgewärmt ist, kannst du dich dann von ein paar deiner “Zwiebelschalen” trennen. So schaffst du dir ein perfektes Schlafklima. 

Für die großen Frostbeulen unter uns eignet sich Funktionskleidung oder Skiunterwäsche aus Merinowolle am besten.

Mein Tipp: Geh einfach mit deinen Klamotten ins Bett! Na ja, die äußere Schicht solltest du schon ablegen. Aber dein vorgewärmtes T-Shirt, deine Hose oder auch das Halstuch sind die perfekten Bettbegleiter.

Wenn wir unterwegs sind, dann ziehe ich zum “Feierabend” immer die gute alte Trainingshose an. Die behalte ich dann auch im Zelt so lange an, bis es mir zu warm wird.

By the Way: Die Jogginghose gehört für mich übrigens auf jeden Fall in die Top-Ten in der “unbedingt-dabeihaben-Liste”.

Kleidung ans Fußende

Kleidung, die du ausziehst packst du am besten ans Fußende unter die Decke oder in deinen Schlafsack. Dann bleiben die Klamotten angenehm warm, und fühlen sich beim Anziehen am Morgen nicht wie Eiswürfel an.

Alternativ kannst du die Kleidung auch in einen wasserdichten Packsack stecken. Dort bleiben sie auf jeden Fall trocken, wenn du sie trocken reinpackst. Wenn du dann morgens warme Klamotten haben magst, dann leg doch einfach einen kleinen Taschenwärmer in den Packsack und warte noch ein paar Minuten bis zum Aufstehen – du wirst es lieben!

Nasse und feuchte Kleidung ausziehen

Regennasse oder durchgeschwitzte Kleidung solltest du sofort ablegen und gegen trockene Kleidung wechseln. Nasse Kleidung kühlt deine Körper zusätzlich noch viel schneller runter, was unbedingt zu vermeiden ist. 

Du kennst das vielleicht von Personen, die im Eis eingebrochen sind. Hier ist auch die erste Handlung (nach der Rettung) das Ausziehen der Klamotten.

Alkohol wärmt?

Das Gerücht, dass Alkohol dich aufwärmen kann, hält sich schon seit Ewigkeiten hartnäckig im Kopf der Menschen. Klingt ja auch im ersten Moment sinnhaft, denn schließlich wärmen sich so viele Menschen Jahr für Jahr auf Weihnachtsmärkten mit Glühwein auf. 

Dieses Bild zeigt Frost auf Bierflaschen
Mythos Alkohol – Kann er uns wirklich wärmen?


Doch es gibt eine “ernüchternde” Wahrheit! Sicherlich hast du es schon vermutet – ich mag keinen Glühwein! Aber, was ich ich eigentlich sagen will: Alkohol ist kein gutes Mittel gegen Kälte. Er sorgt zwar für eine Erweiterung deiner Zellen und somit für eine bessere Durchblutung. Die stärkere Durchblutung bringt das Blut allerdings auch schneller an die Hautoberfläche. Die scheinbar gewonnene Wärme wird also schnell über die Haut wieder abgegeben. 

Es bringt also gar nichts, sich vor dem Schlafen zu betrinken, auch wenn es sich erst einmal wärmer anfühlt. Durch Alkoholkonsum sinkt die reale Körpertemperatur tatsächlich. Auch die Tatsache, dass man mitten in der Nacht mit Blasendruck aufwacht ist im Winter nicht so toll. Auch ich musste diese Erfahrung schon machen und habe mein Trinkverhalten angepasst… meistens!

Ein heißer Tee vor dem Schlafen wirkt da schon viel besser gegen die Kälte, die einem in den Knochen sitzt. Am besten wirkt Ingwertee, der eine durchblutungsfördernde Wirkung besitzt. 

Die beliebtesten Heiz-Lösungen der Dachzeltnomaden

Wir haben euch in der Facebook Gruppe gefragt, was eure liebsten Heiz-Lösungen für die kalte Jahreszeit sind. Neben dem klassischen Schlafsack, Decken und warmen Klamotten, waren auch technische Lösungen, wie die Standheizung oder die Heizdecke ganz beliebt. Natürlich habt ihr aber auch besonders schöne Methoden wie Kuscheln als Heiz-Lösungen im Dachzelt genannt.

Hier findet ihr die Umfrage mit allen tollen Antworten.

So heizen sich die Dachzeltnomaden mal so richtig ein!

Dachzelt isolieren

Wenn dir deine körperlichen Maßnahmen noch nicht ausreichend gegen die Kälte helfen, dann zieh dein Dachzelt doch einfach wärmer an. Mit einfachen Mitteln kannst die Kälte schon zu einem großen Teil draußen halten – und die Wärme im Inneren.

Bodenplatte

Die einfachste und gleichzeitig eine sehr effektive Variante ist es, deine Bodenplatte zu isolieren. Lege dazu einfach deinen Zeltboden mit dünnen Styroporplatten aus dem Baumarkt aus. Darauf kommt dann wie gewohnt dein Mesh (falls vorhanden) und die Matratze. 

Achte bei der Dicke des Styropors darauf, dass sich dein Zelt immer noch zuklappen oder einkurbeln lässt. Eine Stärke von einem Zentimeter sollte reichen. Mehr schadet aber auch nicht. Es macht die Platten stabiler, so dass sie beim Reinigen nicht so schnell brechen. Bei Klappdachzelten musst du am Klappscharnier die Styroporplatte teilen.

So schaffst du dir für wenig Geld eine tolle Isolierung, und sorgst dafür, dass sich viel weniger Kälte über die Bodenplatte ins Dachzelt schleichen kann.

Thermohauben

Manche Dachzelthersteller bieten für ihre Dachzelte fertige Thermohauben an. Diese werden dann meistens wie eine Art Umhang um dein Zelt geschlungen oder wie eine Kapuze übergestülpt. 

Durch die zweite Lage entsteht eine weitere Luftschicht als Isolation zwischen Thermohaube und Dachzelt. Dadurch entsteht eine maximale Isolation und es fühlt sich so an, als wenn du in einem Dachzelt schläfst, das in noch einem Zelt aufgebaut ist. Für manch einen kann das sehr gewöhnungsbedürftig sein. Aufgrund dieser extremen Isolation kann es unter Umständen passieren, dass mehr Kondenswasser entsteht. 

Die Isolationshülle kann bei vielen Dachzelten nicht während des Transport am Dachzelt verbleiben. Die Hülle muss also abgenommen werden und verbraucht dann zusätzlichen Platz. Besonders wenn sie nass oder feucht geworden ist, ist das Verstauen etwas aufwändiger und du musst später dafür sorgen, dass sie wieder trocken wird, um Schimmel und Stockflecken zu vermeiden.

Aber für wen oder was eignen sich diese speziellen Hüllen überhaupt? Ganz einfach: Wenn du größtenteils in Regionen mit Dauerfrost unterwegs bist, ist so eine Thermohaube für dich eine gute Möglichkeit zum Isolieren. Wenn du meistens in der warmen Jahreszeit und/oder im Süden unterwegs bist, brauchst du eine Thermohaube vermutlich eher weniger.

Durch die zweite Lage wird dein Dachzelt auch besser gegen Wind und andere extreme Wetterereignisse geschützt. Sie hält Kälte außen und Wärme innen, was sie auch zu einer guten Ergänzung zur Standheizung macht – dazu erfährst du weiter unten mehr.

Der Dachzelttyp

Wenn du gerade noch auf der Suche nach einem passenden Dachzelt bist, dann solltest du dir auch die “Temperaturfrage” stellen. Wie oft wirst du bei Kälte im Dachzelt schlafen?

Ein Hartschalendachzelt isoliert besser als ein Klappdachzelt. Das liegt ganz einfach daran, dass die obere und untere Schale die Kälte gut abschottet und die vorhandene Stofffläche im Vergleich zum Klappdachzelt kleiner ist. Bei einem Klappdachzelt trennt dich oftmals nur eine oder zwei dünne Stoffschichten von der Außenwelt.

Brauchst du Hilfe dabei, welches Dachzelt für dich das Richtige ist? Dann schau doch einmal bei unserer Dachzelt Beratung vorbei:

Bevor es heiß wird – Sicherheit geht vor!

Bis jetzt habe ich dir nur passive Methoden vorgestellt, das heißt wir haben noch keine Wärme erzeugt. Zum Erzeugen von Wärme müssen wir “aktiv” werden. Wir brauchen eine Wärmequelle. Und hier kommt mein Lieblingsthema ins Spiel: Die Sicherheit.

Offenes Feuer, oder andere sauerstoffverdrängende Wärmequellen gehören nicht ins Dachzelt oder Vorzelt – dazu gehören auch Gasstrahler. Ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr und Abgasableitung haben Öfen auch nichts in Fahrzeugen zu suchen. Für solche lebensgefährlichen Experimente wirst du hier keine Tipps bekommen.

Elektrische Heizlüfter und Heizstrahler sind auch im Zelt Tabu. Werden sie zugedeckt oder kippen um, kann es in sekundenschnelle zu einem Brand kommen. Ein synthetischer Zeltstoff kann wie ein Brandbeschleuniger wirken und lässt dir im Brandfall keine Zeit zum entkommen. Dein Zelt wird zur Todesfalle!

Wenn du einen Heizlüfter benutzen willst, dann höchstens zum Trocknen des Zelts. Das kann zum Beispiel vor dem Einlagern oder nach einer langen Tour durch Regen sein. Auf keinen Fall solltest du dich während des Heizens im Zelt aufhalten. Bitte nur unter strenger Aufsicht und ohne Matratze und andere Schlafutensilien, direkt mittig  auf der Bodenplatte. Achte unbedingt auf ausreichenden Abstand zu brennbaren Materialien.

Zur Sicherheit bei der Verwendung von Standheizungen habe ich dir weiter unten noch wichtige Tipps zusammengefasst.

Ein bisschen Luxus – ein warmes Bett

Wie man sich bettet, so liegt man – bestimmt kennst du auch dieses Sprichwort. Beim Schlafen im Dachzelt trifft das noch viel genauer zu. Für uns Dachzeltnomaden bedeutet es übersetzt folgendes: Je besser du dein “Bett” an die äußeren Umstände anpasst, umso besser wirst du schlafen.

Wenn du mehr zum Thema “Schlafausrüstung” wissen möchtest empfehle ich dir den Artikel über die Dachzelt Schlafausrüstung.

Decke vs. Schlafsack

Nicht jeder mag dieses Gefühl wie eine Mumie im Schlafsack zu nächtigen. Zu diesem Personenkreis gehöre ich auch. Ich bevorzuge die normale Decke, denn so kann ich mich im Schlaf frei bewegen. Da ich aber auch grundsätzlich glühe wie ein Brikett und nachts wie eine Wanderdüne durchs Zelt rolle, brauche ich vergleichsweise wenig Decke. 

Andere lieben hingegen dieses “eingepackte” Gefühl im Schlafsack. Gerade wenn man alleine schläft, hat ein Schlafsack mehr Vorteile als eine Decke.

Den Schlafsack habe ich mittlerweile auch für mich entdecken können, wenn die Nächte ab dem Herbst kälter werden. Ich mache den Sack aber nur im Fußbereich zu, um das Problem der kalten Füße zu umgehen. Den restlichen Schlafsack nutze ich dann wie eine Decke.

Ich empfinde einen Deckenschlafsack als eine gute Alternative. Beachte beim Kauf, dass du im Bezug auf die angegeben Temperaturbereiche das Dachzelt nicht mit dem Bodenzelt vergleichen kannst. Im Dachzelt ist es von Natur aus wärmer, gerade wenn du deinen Boden isoliert hast. Du kannst also getrost zu einem etwas dünneren Schlafsack greifen.

Tipp: Starte erstmal mit dem was du hast bzw. der Variante, die dir am vertrautesten ist. Später kannst du immer noch ergänzen und Anschaffungen machen, wenn du weißt was du brauchst. 

Bett vorheizen

Einen warmen “Empfang” kannst du dir mit ein wenig Vorarbeit ganz einfach und unkompliziert bereiten. Dabei ist es nicht das Ziel, dein Dachzelt in eine Sauna zu verwandeln, sondern deinen Schlafsack, Matratze oder Decke ein paar Grad aufzuwärmen.

Wärmflasche

Mit einer Wärmflasche kannst du dich genial, einfach und effektiv über eine kalte Nacht retten. Du kannst sie in allen möglichen Größen und Formen kaufen, oder auch gleich mehrere gleichzeitig einsetzen. 

Wärmflasche fürs Dachzelt
Wärmflasche fürs Dachzelt


Du wirst überrascht sein, wieviel Wärme eine Wärmflasche abgeben und speichern kann. Kurz vor dem Schlafengehen platzierst du sie ganz einfach unter deiner Decke oder in deinem Schlafsack. Wenn du dann später ins Zelt krabbelst, ist dein Schlafgemach schön vorgewärmt und fühlt sich ein bisschen nach “zu Hause” an. Mit ein wenig Glück ist die Wärmflasche sogar bis zum nächsten Morgen warm!

Heizdecke (Strom)

Mit einer elektrischen Heizdecke kannst du, ähnlich wie mit einer Wärmflasche, dein Bett im Dachzelt vorwärmen. Der Vorteil einer 12V Heizdecke ist, dass sie eine große Fläche erwärmen kann. Das sorgt ganz schnell für ein gemütlich warmes Feeling unter der Decke.

Du solltest aber bedenken, dass deine Batterie auch in der Lage sein muss, deine Decke mit Strom zu versorgen. Kurz gesagt: Deine Versorgerbatterie sollte möglichst voll sein. Deine Starterbatterie ist für solche Verbraucher nicht geeignet. Hier besteht die Gefahr, dass am nächsten Morgen dein Auto nicht mehr startet. 

Alles über Elektrotechnik in deinem Auto findest du hier:


Aus diesem Grund solltest du deine elektrische Heizdecke – und alle anderen elektrischen Geräte rund um dein Dachzelt –  immer über eine zweite Batterie versorgen. Mit diesem Rechner kannst du dir deine Batteriekapazität ganz einfach ausrechnen:

Tipp: Lege die Heizdecke direkt auf die Matratze und packe zur besseren Wärmeverteilung eine dünne Steppdecke darüber – so spürst du auch nicht die Kabel in der Decke. Das Ganze kannst du dann noch zusätzlich in ein Spannbetttuch einwickeln. So schläfst du schon maximal komfortabel und zwar mit den einfachsten Mitteln.

Die Steinheizung – Heißer Stein vom Lagerfeuer oder Gaskocher

Um ganz rudimentär Wärme unter deine Decke zu bekommen, kannst du dir auch einfach einen Stein nehmen und diesen erwärmen. Das geht am einfachsten neben dem Lagerfeuer oder zur Not auch auf deinem Kocher. 

Achte darauf, dass es deinem Stein nicht zu heiß wird. Vor allem die Schlafsäcke aus Kunstfaser vertragen nicht allzu viel Hitze. Am besten tastet du dich langsam an deine Wohlfühl-Temperatur heran.

Damit es etwas ansehnlich und bequemer wird, kannst du einen heißen Stein mit einem Handtuch umwickeln, dann kann er auch ruhig mal etwas heißer werden.

Ganz hervorragend für deine Steinheizung eignen sich Schamottsteine aus dem Ofenbau. Oftmals findest du diese Steine in alten Nachtspeicheröfen. Diese Steine sind zwar sehr schwer, speichern aber auch gut die Wärme und geben sie gleichmäßig ab. Du musst ja nicht gleich eine ganze Schubkarrenladung mit auf die Reise nehmen.

Oberklasse – Dachzelt heizen

Landstrom

Unter Landstrom versteht man den Strom, den du am Campingplatz oder Stellplatz beziehen kannst. Es handelt sich hierbei um 230V Wechselstrom, wie du es von zu Hause kennst.

Wie bereits erwähnt, sind Heizlüfter ein Tabu im Dachzelt. Du kannst sie zum Trocknen des leeren Dachzeltes einsetzen, oder sie mit einem sicheren Stand und unter Aufsicht in einem offenen Vorzelt einsetzen. Achte dabei auf genügend Abstand zur Zeltwand und anderen brennbaren Stoffen.

Lautlos, aber noch immer nicht ungefährlich sind sogenannte Heizstrahler. Sie haben keinen Lüfter, sondern strahlen die Wärme nur ab. Sie sind von der Leistung vergleichbar mit Heizlüftern. Sie pusten nicht und wirbeln deswegen keinen Staub auf.

Des Weiteren solltest du berücksichtigen, dass ein herkömmlicher Heizlüfter oder Heizstrahler eine Menge Strom benötigt.

Viele Landstromanschlüsse auf Camping- und Stellplätzen sind für solche energiehungrigen Geräte überhaupt nicht ausgelegt. Die Folge: Ständig fliegt die Sicherung des Verteilerkastens heraus. So macht man sich keine Freunde auf dem Campingplatz, weder beim Betreiber noch bei den Nachbarn.

Als nächtliche Heizung eignen sich Heizlüfter und Heizstrahler nicht.

Die oben bereits angesprochene Heizdecke gibt es auch für die normale Haushaltssteckdose, also für 230V. Das ist eine vernünftige Alternative, wenn es darum geht mit Strom zu heizen. Sie benötigt bei Weitem nicht so viel Strom wie ein Heizlüfter, ist sicher und beansprucht deine Batterie nicht. Eine 230V Heizdecke wird im Allgemeinen auch schneller warm als ihre mit 12V “befeuerten” Kollegen.

Dieses Bild zeigt eine 230V Heizdecke
Wärmstens zu empfehlen – die Heizdecke für 230V Quelle: Amazon.de

Gas

Mit Gas kannst du dein Vorzelt heizen. Prinzipiell trifft hier das Gleiche zu, was auch für die Heizlüfter und Strahler gilt: eine Verwendung im Dachzelt kann tödlich enden.

Aufgrund der offenen Flamme kommt noch hinzu, dass du unbedingt für eine ausreichende Belüftung im Vorzelt sorgen musst. Der Sauerstoff, der bei der Verbrennung verbraucht wird, muss ja irgendwie wieder reinkommen. Auf keinen Fall solltest du eine Gasheizung unbeaufsichtigt lassen oder beim Betrieb einschlafen!

Bei der Verbrennung von Gas entsteht Kondenswasser. Je mehr Leistung deine Flamme hat, umso mehr Kondenswasser wird auch entstehen. Auch deswegen ist eine gute Belüftung unerlässlich.

Du kannst mit deinem Gaskartuschenkocher heizen. Dazu gibt es spezielle Aufsätze für die Kochplatte. Darüber hinaus gibt es auch Heizungen, die mit Gaskartuschen betrieben werden. Das ist ganz praktisch, da du diese ja vielleicht sowieso dabei hast. 

Richtig viel Leistung und Wärme kannst du von dieser Art Heizung nicht erwarten, zumal bei längerem Betrieb die Leistung des Brenners nachlässt.

Mehr Wärme bekommst du mit größeren Heizern, die du an entsprechend große Gasflaschen anschließen musst. Das ist dann aber nur noch was für den Platz unter der Markise oder offene Pavillons. Achte bitte unbedingt auf Abstand und ausreichend Lüftung! Auf keinem Fall solltest du so einen Heizstrahler im Zelt benutzen – mal abgesehen davon, das diese Dinger völlig überdimensioniert sind.

Petroleum

Alternativ zum Gas kannst du auch mit einem (kleinen) Petroleumofen heizen. Das Ganze verhält sich ähnlich zum Gasheizer, unterscheidet sich jedoch vom Brennstoff. Petroleumöfen kannst du meistens mit einer Vielzahl von anderen flüssigen Brennstoffen betreiben.

Dieses Bild zeigt einen Petroleumofen
Ein Heizstrahler für Petroleum | Quelle: Amazon.de

Wenn du also schon mit Petroleum kochst, warum dann nicht auch damit heizen. Natürlich nur unter den oben schon genannten Sicherheitsaspekten.

Der Klassiker – Die Diesel Luft-Standheizung

Wenn du viel Wärme benötigst und diese unkompliziert erzeugen möchtest, dann kommst du um eine Standheizung nicht herum. Was früher nur im festen Einbau zu haben war, gibt es mittlerweile auch schon transportabel in der Box. Für mich persönlich ist die Diesel-Luft-Standheizung die beste und effektivste Möglichkeit, das Zelt zu heizen.

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Quelle: Tigerexped.de

Eine Standheizung benötigt nur Diesel, Strom und natürlich Sauerstoff für die Verbrennung. Es gibt auch Standheizungen, die mit Benzin funktionieren. Da diese aber eher Exoten sind, gehe ich auf diesen Typ hier nicht ein.

Dieses Bild zeigt einen Querschnitt durch eine Luft-Standheizung
Querschnitt einer Diesel-Luft-Standheizung | Quelle: Eberspaecher.com

Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach: Diesel wird durch eine Pumpe durch eine Düse in eine Brennkammer gespritzt. Die Brennkammer wird außen von kalter Luft umströmt. Diese Luft erwärmt sich dabei und strömt dann weiter zum Luftauslass in dein Zelt, Fahrzeug oder wo auch immer du warme Luft benötigst. 

Sicherheitshinweis zu Standheizungen

Abgase von Standheizungen müssen von Zelt- und Fahrzeugeingängen sowie Räumen ferngehalten werden. Verwende hierfür am besten Abgasschläuche, um die Abgase so weit entfernt wie möglich auszustoßen. 

Achte auch unbedingt auf die Windrichtung. Die Frischluftansaugung einer Standheizung muss so weit wie möglich vom Abgasschlauch entfernt sein. Wenn du ein Umluftsystem hast, also die warme Luft aus dem Zelt absaugst, um sie wieder zu erwärmen, sorge für eine Zwangsbelüftung im Dachzelt.

Eine Standheizung wird heiß! Ihr Einbauort sollte deswegen an einer Stelle liegen, wo sie ausreichend gekühlt wird. Auch der Abgasschlauch wird sehr heiß uns sollte nicht an hitzeempfindlichen Stellen (Kunststoffe, Kraftstoffleitungen, etc.) verlegt werden.

Festeinbau – Im Auto

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Einbauvarianten. Zunächst erkläre ich dir den Festeinbau im Fahrzeug. 

Den Begriff Standheizung verbindest du bestimmt mit Campingfahrzeugen (Vans) oder Oberklasse PKWs. Hier sind die Standheizungen fest verbaut und befinden sich entweder unter dem Fahrzeug, im Fahrzeug oder auch im Motorraum.

Es gibt beim Festeinbau eine Besonderheit, denn hier unterscheidet man zwischen Luft- und Wasserstandheizungen. Während bei der Luftstandheizung die Luft erwärmt und ins Fahrzeug geblasen wird, wird bei der Wasserstandheizung das Kühlwasser erwärmt.

Dieses erwärmte Kühlwasser ist dann in der Lage über einen Wärmetauscher den Innenraum über die werksseitig verbaute Lüftung zu beheizen. Außerdem wird der Motor durch das zirkulierende und erwärmte Kühlwasser bereits vorgeheizt. Das sorgt dafür, dass der Wagen auch im tiefsten Winter problemlos anspringt. Darüber hinaus wird durch die Vorwärmung der Kaltstart des Motors vermieden, was einen geringeren Verbrauch (auf den ersten Kilometern) sowie einen geringeren Verschleiß zur Folge hat. Kurz gesagt: Mit einer Wasserstandheizung ist dein Motor schneller auf Betriebstemperatur.

Ich möchte mich hier auf die Luftstandheizung konzentrieren, da diese Variante am besten dafür geeignet ist die warme Luft auch in dein Dachzelt zu transportieren. Wenn du also gerade dabei bist, dein Fahrzeug auszubauen, dann bist du hier an der Stelle genau richtig.

Beim Festeinbau einer Diesel-Luft-Standheizung kannst du den Diesel direkt aus dem Kraftstofftank entnehmen. Dazu gibt es spezielle Tankentnehmer, die bei guten Standheizungs-Sets zum Lieferumfang gehören. Natürlich kannst du auch einen zusätzlichen Tank verwenden, wenn du zum Beispiel einen Benziner fährst.

Den Strom für deine Standheizung nimmst du am besten von deiner Zweitbatterie. Zwar laufen die in PKW werkseitig verbauten Standheizungen meistens über die Starterbatterie, jedoch ist dann in den meisten Fällen die Laufzeit der Heizung begrenzt. Ansonsten würde deine Starterbatterie zu tief entladen werden.

Damit es nicht nur im Fahrzeug, sondern auch im Dachzelt warm wird, legst du deinen Warmluftauslass am besten so, dass du noch einen zusätzlichen Schlauch anschließen kannst. Diesen Schlauch führst du dann durch das Fenster nach außen. Bei VW-Bussen eignen sich hierfür die Schiebefenster hervorragend.

Wie du auf den Fotos erkennen kannst, habe ich für meine Heizung den Schlauch durch einen Einsatz für das Schiebefenster geführt. Von dort aus geht er dann direkt ins Zelt. Den Einsatz kann ich ganz einfach montieren und zum Transport im Zelt belassen.

Ich heize mit 2kW Heizleistung den Innenraum vom Bus und das Dachzelt. Dabei wird es im Dachzelt so warm, dass ich bei -5 Grad halb zugedeckt im T-Shirt schlafen kann. Praktisch ist auch, dass ich unser Dachzelt mit der Heizung auch trocknen kann. Auch das Kondenswasser am Boden verschwindet im Nu, wenn man den Luftschlauch mal 10 Minuten unter die Matratze steckt.

Übrigens: Eine Standheizung macht nicht nur im Winter Sinn. Auch im Sommer ist eine Standheizung ganz praktisch, um Kleidung zu trocknen oder einfach mal die Luft zu entfeuchten. Des Weiteren kann ich mit unserer Standheizung auch Lüften, also kalte Luft unter dem Bus ansaugen und ins Auto pusten. Das ist im Hochsommer wie eine kleine Klimaanlage.

Wenn du also über genug Platz und ein ausreichend großes Auto verfügst, ist für dich der Festeinbau eine tolle Möglichkeit. 

Maximal flexibel – Heiße Luft aus der Kiste

Wenn du maximale Flexibilität willst, oder einfach nicht genug Platz für eine Festeinbau hast, dann ist eine Standheizungsbox genau das Richtige für dich.

Die Funktionsweise ändert sich nicht, jedoch benötigst du etwas mehr Material, um die warme Luft an den Zielort zu bekommen.

Bei langen Wegen zwischen Standheizung und Zielort der warmen Luft kann es passieren, dass es zu einem Hitzestau in deiner Standheizung kommt. In diesem Fall geht die Heizung automatisch aus und muss nach einer Abkühlung erneut gestartet werden.

Dem Hitzestau kannst du vorbeugen, indem du möglichst direkte Wege (kein Winkel) für die strömende Luft verbaust oder der Luft im Fall eines auftretenden Hitzestaus die Möglichkeit gibst, an anderer Stelle wieder auszutreten (z.B. mit einem Y-Stück).

Idealerweise ist in der Box, neben einem Dieseltank, auch noch eine Batterie, die deine Heizung versorgt. So bist du völlig autark und kannst dir jeden Stellplatz im Hinterland zu einem heißen Ort machen. Achte aber unbedingt auf Abstand, denn eine Standheizung wird im Betrieb sehr heiß. Am besten schaffst du eine Art räumliche Trennung zwischen Heizung und Tank (und der restlichen Technik). Eine Trennwand aus Metall, wie auf den Fotos von Kevins Box, ist optimal. Zusätzliche Lüftungsschlitze in der Box sorgen außerdem dafür, das kein Hitzestau entsteht.

Hier findest du ein Anleitung von Dachzeltnomade Thorsten zum Selbstbau seiner Diesel-Heizung:

Die Box kannst du neben deinem Fahrzeug aufstellen, oder bei genug Platz auch auf dem Dach oder einem Heckträger montieren. 

das foto zeigt ein y-stück für warmluftschlauch
Wird’s dir zu heiß? Dann teile deine Hitze mit einem Y-Stück | Foto: Florian Weih

Die warme Luft gelangt über einen Schlauch ins Zelt. Ein zweiter Schlauch saugt die Luft wieder aus dem Zelt und leitet sie erneut durch die Heizung. Hierbei darfst du das Lüften vom Dachzelt nicht vergessen: Saunagefahr! Mit Y-Verteilern kannst du den warmen Luftstrom aufteilen und ein zweites Zelt heizen. 

Achte darauf, dass die Abgase weit genug vom Ansaugbereich und Zelteingang abgeführt werden. 

Wenn du dir eine Standheizung in der Box bauen möchtest, kann ich dir dieses Video “wärmstens” empfehlen.

Fakten – Leistungsbedarf, Strom- und Kraftstoffverbrauch 

Mit einer 2kW Standheizung kommst du auf jeden Fall schon richtig weit. Bedenke, dass mehr Leistung auch einen erhöhten Dieselverbrauch bedeutet. Ein Beispiel: Meine Autotherm 2D (Planar 2D) verbraucht zwischen 0,1 und 0,3 Liter Diesel pro Stunde. Das hängt natürlich von der eingestellten Leistungsstufe ab. Mit 5kW kannst du schon eine ganze Wohnung heizen, und 8kW reichen für ein Haus! So viel Leistung ist ein wenig übertrieben. Solche Heizungen sind in der Regel aufgrund ihrer Leistung viel lauter im Betrieb als ihre schwächeren Kollegen.

In Sachen Stromverbrauch ist eine Standheizung vergleichsweise ein Sparwunder. Lediglich in der Aufheizphase benötigt sie etwas mehr Strom. Das ist aber nur in den ersten Minuten der Fall. Im Regelbetrieb kommt sie mit ca. 10-30 Watt aus – je nach Leistungsstufe des Lüfters.

Beachte, dass eine Standheizung am “liebsten” unter Volllast läuft. So verhindert man eine Verkokung der Düse. Wenn du nicht immer Lust auf Sauna hast, und deine Heizung meistens auf kleinster Stufe läuft, dann lass sie einmal im Monat eine Stunde mit voller Power laufen. Auf diese Art und Weise kann sich die Düse immer etwas freibrennen.

Mein Tipp für dich: Lieber eine 2kW Heizung unter Volllast betreiben, als eine 5kW Heizung nur vor sich hindümpeln lassen.

Hot or not? – Die “Chinaheizung”

Wenn du noch keine Standheizung dein Eigen nennst, aber vielleicht auf der Suche nach einer brauchbaren Heizung bist, dann bist du bestimmt schon über den Begriff der “China Heizung” gestolpert. 

Dieses Bild zeigt ein Standheizungs-Set
Günstig und gut? Hier erfährst du ob´s stimmt | Quelle: Amazon.de

Der Begriff “China Heizung” wird von vielen Menschen als Synonym für eine Heizung mit minderwertiger Qualität benutzt.

Ich finde das sehr abwertend, denn das Produktionsland ist definitiv kein Indikator für Qualität. Im Gegenteil: Die meiste Technik, die du und ich einsetzen kommt aus China. 

Also mein erster Tipp für dich: Vergiss diesen Begriff!

Im Folgenden werde ich dir eine kleine Entscheidungshilfe mit auf den Weg geben. Am Ende wirst du dann für dich entscheiden können, welche Heizung für dich in Frage kommt.

Die erste Frage, die du dir stellen solltest, ist die Frage nach dem Einbauort. Wenn es ein Festeinbau in dein Fahrzeug werden soll, dann muss deine Heizung unbedingt mindestens über eine Prüfkennzeichnung, eine sogenannte CE-Kennzeichnung, verfügen.

Das Foto zeigt das CE-Kennzeichen
So sieht´s aus: Das CE-Kennzeichen

Nur dann darf laut gültigem Gesetz eine Standheizung fest in ein Fahrzeug eingebaut werden. Hier fallen die ersten günstigen Kandidaten schon durchs Raster. Prüfungen und Zulassungen kosten Geld, deswegen sind Standheizungen mit Zulassung meist etwas teurer.

Das Foto zeigt ein Typenschild von einer Standheizung
Quelle: Standheizungen-online.de

Wenn deine Standheizung in eine mobile Box eingebaut werden soll, dann brauchst du nicht zwingend ein Gerät mit Zulassung. Du könntest also in diesem Fall zur günstigsten Variante greifen.

Was du über günstige Standheizungen wissen musst

In der Praxis ist es ratsam, den Lieferumfang mit den Heizungen der gängigen Markenherstellern zu vergleichen. Oftmals wird hier gespart und auf Zubehörteile verzichtet. Abgesehen von allen Einbaumaterialien (Schläuche, Schellen, Schrauben etc.) sollte mindestens ein Abgasschalldämpfer und eine schallgedämpfte Ansaugung für die Verbrennungsluft dabei sein.

Bei den günstigeren Modellen kannst du dich also darauf einstellen, dass du das ein oder andere Zubehörteil noch nachkaufen musst.

Eine Einbauanleitung ist bei den günstigen Angeboten nur in den seltensten Fällen dabei. Wenn du handwerklich geschickt und einigermaßen technisch versiert bist, sollte dich das aber vor keine allzu großen Probleme stellen.

Auch die Bedienbarkeit spielt eine wichtige Rolle. Achte darauf, dass du kein Exemplar kaufst, bei dem das Display nur auf “Mandarin” dargestellt ist. 

Ansonsten möchte ich noch erwähnen, dass es selbst die namhaften (teuren) Hersteller nicht immer so ernst mit der Bedienbarkeit und Qualität nehmen: Für das Einstellen der Planar 2D am Display braucht man einen Doktortitel in Quantenphysik und Fingergymnastik….!

Auch die Lautstärke der billigen Heizungen hält sich im Vergleich zu den teureren Kollegen in etwa auf dem gleichen Niveau. Jedoch solltest du wissen, dass die Lautstärke in erster Linie von der Leistung der Heizung abhängt und natürlich von den Schalldämpfern.

Ich rate dir, in jedem Fall, zu einem Schalldämpfer in der Ansaugung und einem im Abgasstrang. Damit schaffst du dir schon ein Wenig Ruhe – und deinen Nachbarn auch!

Das Foto zeigt einen Schalldämpfer in der Ausströmung
Sorgt für mehr Ruhe – der Schalldämpfer in der Ausströmung | Foto: Florian Weih

Noch weniger Geräuschemission hast du, wenn du zusätzlich einen Schalldämpfer in die Warmluftleitung einbaust. Das setzt aber wiederum mehr Platz voraus. Auch die Dieselpumpe kannst du gegen ein Flüster-Modell auswechseln. Das Klicken der Pumpe kann je nach Einbaulage schon sehr nervig sein. 

Solltest du dir den Einbau oder den Zusammenbau nicht zutrauen, dann frag doch einfach in unserer Facebook-Gruppe um Hilfe, oder schau dich bei der KFZ-Hilfe der Dachzeltnomaden um:

Was ist besser an den “teuren” Standheizungen?

Grundsätzlich ist hier immer eine Zulassung vorhanden. Darüber hinaus sind schon deutliche Unterschiede in der Verarbeitungs- und Fertigungsqualität zu sehen. Teilweise ist die Haptik der Bedienelemente und auch die Qualität des Zubehörs um einiges höher. Aber deswegen funktioniert eine teure Heizung nicht besser. Im Fehlerfall kannst du mit besserem Support rechnen – zumindest deutschsprachig. Auch die Ersatzteilversorgung ist bei Markenherstellern besser.

Klare Kante – das Fazit

Technisch funktionieren teure und günstige Heizungen alle gleich: Sie machen warme Luft! Sogar die Bauform und das Innenleben ist bei den günstigen Heizungen identisch mit den Markenheizungen.

In eine Standheizungs-Kiste, die ich vielleicht drei- bis viermal im Jahr benötige, würde ich mir ohne Bedenken eine günstige Heizung einbauen. Weil ich gerne bastel, besorge ich mir alle fehlenden Teile separat und habe so für kleines Geld ein heißes Zelt.

Beim Festeinbau hingegen, würde ich immer zu einem Markengerät greifen. Erstens wegen der Zulassung und zweitens wegen der Beanspruchung. Denn ein Heizungsgehäuse, dass unter dem Fahrzeug montiert ist (z.B. beim VW Bus), ist ständig Wind und Wetter ausgesetzt – und meiner Vorliebe für Feldwege 😉

Ein sehr informatives Video über das Thema findest du hier: 

Warme Worte zum Schluss


Taste dich an die kalten Temperaturen heran und teste, wann deine Komfortzone endet. Dann kannst du sie mit viel oder wenig Aufwand erweitern. Nach deiner ersten Frostnacht im warmen Dachzelt wird du dir richtig cool vorkommen – aber nicht im Sinne deiner Körpertemperatur. Wer zeltet schon bei Minusgraden? Du! 

Aber denke immer daran: Irgendwann musst du auch wieder aus dem warmen Dachzelt raus – also zieh dich warm an und hab ne geile Zeit!

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Dachzelten mit älteren Kindern

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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Aber gilt das auch für das Dachzelten mit älteren Kids? Oder ist das eher problematisch? Was sollte man alles beachten und was darf auf der Reise auf keinen Fall fehlen?

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, dann kannst du dir hier das DZN Live zum Thema anschauen:

In diesem folgenden Artikel, geht es vordergründig um das Reisen mit Kindern ab sechs Jahren. Viele der genannten Tipps & Tricks lassen sich jedoch auch auf die kleineren Jahrgänge adaptieren. Wir möchten euch zeigen, wie es mit älteren Kindern funktionieren kann, euch einen kleinen Einblick in unsere Welt des Dachzeltens mit Kindern geben und euch zeigen, womit ihr euch das Leben erleichtern könnt.

Vor allem geht es jedoch darum euch Mut zu machen, diesen Schritt mit eurer Familie zu gehen. Egal ob als Familie, alleinerziehend, alleinreisend, im Patchwork oder einer gänzlichen anderen Form, wenn euer Gefühl “JA” sagt, dann tut es und ihr werdet es nicht bereuen. Ihr werdet euch und eure Kinder nochmal ganz neu kennenlernen und ich wünsche euch eine grandiose Zeit dabei. Traut euch – es lohnt sich!

Du bist eher mit Kleinkindern & Baby unterwegs? Dann ist das der richtige Artikel für dich:

Mutter und zwei Kinder lassen die Haare aus dem Dachzelt hängen
Ein Dachzelturlaub ist lustig – ein Dachzelturlaub ist schön! | Bild: Georg Kröschel

Meine Erfahrungen als Dachzeltnomaden-Mama

Ich bin Natalie und seit mittlerweile drei Jahren alleinreisende Dachzeltnomaden-Mama. Bevor ich zum Dachzelt gekommen bin, waren wir zunächst mit einem kleinen Igluzelt unterwegs, was bei längerem Regen doch sehr anstrengend war. Danach kam das andere Extrem, ein 12 – Personen Zelt, genannt “der Palast”.

Als die Kinder dann älter wurden, wollte ich mehr Flexibilität in die Reisen bringen und auch ganze Länderrundreisen angehen. Ein Hotel kam für mich nicht in Frage. Ich begab mich also auf die Suche nach Alternativen, was zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht so einfach war, denn die Dachzeltnomaden und das Informationsangebot der Dachzeltnomaden gab es damals noch nicht. Trotzdem blieb die Option Dachzelt nach tagelanger Recherchearbeit als einzige, sinnvolle Alternative für mich und unsere Bedürfnisse.

Unser erstes Dachzelt Setup: damals noch ein Autocamp Family. | Bild: Natalie Ewen

Die Reise zum Caravan Salon in Düsseldorf hatte ich schon geplant und da kam mir der Gedanke, nach Gleichgesinnten in Facebook zu suchen. Wie der Zufall es wollte, hatte Thilo ein paar Tage zuvor die Dachzeltnomaden Facebookgruppe gegründet, seither bin ich Dachzeltnomadin mit Leib und Seele.

Ich war vom ersten Treffen an bei jedem DACHZELT EVENT dabei. Die Gruppe und die damit verbundenen Menschen, jedoch noch viel wichtiger: meine gesamte Art zu Reisen und die Freizeit mit meinen Kindern zu verbringen, sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. 

Das erste Dachzeltnomadentreffen der Welt mit 180 Dachzeltnomaden. | Bild: Thorsten Kuttig

Erfahrungen explizit im Bereich des Dachzeltens konnten wir in den letzten Jahren sehr viele sammeln, alleine letztes Jahr habe ich bei den verschiedenen Wetterverhältnissen fast 200 Nächte im Dachzelt verbracht, den Großteil davon gemeinsam mit meinen Töchtern Lilly-Marie und Leonie, sowie unserem Tamaskan (eine Art Wolfhund) Anam.

Dies müssen nicht immer längere Reisen sein, manchmal schlagen wir unser Zelt auch einfach neben dem Haus auf oder in der direkten Umgebung in der Natur. Seit meiner Kindheit bin ich ein Campingkind und habe mit meiner Familie den größten Teil der Ferien im Wohnwagen verbracht.

Beruflich arbeite ich als Erzieherin, Erlebnispädagogin und -therapeutin in Luxemburg und habe kürzlich meine eigene kleine Firma in Richtung alternativer Heilmethoden, Naturkosmetik und kleineren, weiteren Teilbereichen, gegründet.

Jetzt aber genug von uns, lasst uns eintauchen in die lustige Welt des Dachzeltens mit Kindern!

Das sind wir: Lilly, Leonie, Anam & ich. | Bild: Natalie Ewen

Vor der Reise

Vor der Reise geht es natürlich erstmal um die Planung: darunter fallen die Planung des Setups, welche Unterlagen sind unerlässlich? Worauf muss ich alles achten und was gibt es zu bedenken? 

Reisepass

Keine Frage – die Reisepässe sollten natürlich immer up to date sein.

Muss ein neuer Reisepass ausgestellt werden, benötigt ihr biometrische Bilder der Kinder. Damit müsst ihr dann zu eurer zuständigen Verbandsgemeinde oder Stadtverwaltung gehen. Hier unterscheidet sich das Verfahren dann regional: manche Behörden stellen den Reisepass direkt aus, bei anderen dauert es bis zu 6 Wochen.

Also am Besten immer frühzeitig daran denken. Für manche Länder reicht es auch einen vorläufigen Pass für die Kids mit euch zu führen. 

Wichtige Unterlagen

Insbesondere bei Kindern ist es anzuraten, den Impfpass mitzunehmen und natürlich auch die Krankenversicherungskarte. 

Beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde/ beglaubigte Erlaubnis

In meinem Fall – als alleinreisende, unverheiratete Mama – kommen dann noch ein paar weitere Sachen hinzu, um an Grenzen innerhalb und auch außerhalb Europas keine Schwierigkeiten zu bekommen. Dasselbe gilt übrigens auch bei Flügen. 

In meinem Fall tragen meine Töchter den Namen ihres Vaters. Aus diesem Grund muss ich grundsätzlich eine beglaubigte Geburtsurkunde, die mich als Mutter ausweist, als auch eine beglaubigte Einverständniserklärung des Vaters mitführen, um zu jeder Zeit beweisen zu können, dass ich rechtmäßig mit den Kindern reisen darf und sorgeberechtigt bin.  

Alleinreisende Mama mit Kindern – geht das?

Die Vorstellung von Erziehung gehen gerade in unserer Zeit sehr stark auseinander. Von sehr überbehütenden Familien bis hin zu denen, die ihre Kinder ganz selbstbestimmt und in Freiheit aufwachsen lassen, gibt es eine sehr große Spannbreite. Oftmals ist genau dieses Thema ein viel diskutiertes – auch im Familien- oder Freundeskreis. Jeder Einzelne vertritt hier seine eigene subjektive Meinung und jeder Einzelne muss für sich selbst entscheiden, was der richtige Weg für sich und für die eigene Familie ist. 

zwei Kinder halten den Turm von Pisa fest
In einem Dachzelt Urlaub mit älteren Kindern lassen sich spannende Reiseziele ansteuern. | Bild: Natalie Ewen

Der “Kampf” mit den Vorurteilen: darf man das?

Die lieben Vorurteile wurden schon teilweise in dem Artikel “mit Dachzelt alleine reisen als Frau” angesprochen. Bei einer Mutter und ihren Kindern/Töchtern teilt sich das Umfeld regelrecht. Es gibt diejenigen, die es mutig, unterstützenswert oder grandios finden und diejenigen, die es eher als problematisch oder sogar verantwortungslos sehen. 

Wir für uns lieben das Abenteuer, lieben das Reisen. Angst haben wir keine. Klar, manchmal ein mulmiges Gefühl, doch dann haben wir ja grundsätzlich die Möglichkeit weiterzufahren. Auf unser Bauchgefühl können wir uns immer verlassen. Ich selbst mache mir eher mehr Gedanken auf einem Campingplatz, als inmitten der Natur. 

Ich glaube, dass meine Kinder so viel Freiheit genießen, wie es möglich ist und sehr davon profitieren so viel von der Welt zu sehen, als auch die Kulturen kennenzulernen. Sie sind viel in der Natur unterwegs, auch hier an unserem Wohnort, mitten auf dem Land.

Verschiedene Erziehungsstile und ihre Auswirkungen

In meiner Kindheit war es normal, den ganzen Tag draussen zu sein, ohne dass die Eltern zu jedem Zeitpunkt wussten, wo genau die Kinder sich aufhielten. Es hat sich niemand darüber Gedanken gemacht, wenn wir stundenlang verschwunden waren und Baumhäuser im Wald gebaut haben.

Das war ganz normal, so lange man zu der ausgemachten Uhrzeit wieder zu Hause war. Diesen Umgang kennen jedoch nicht mehr allzu viele Kinder. Vielleicht auch weil sich das Leben mittlerweile mehr im Haus abspielt als draussen.

Schon in diesem Beispiel zeigt sich wie verschieden Sichtweisen auf Pädagogik beziehungsweise Erziehung sein können. Was ich damit sagen möchte: Ihr selbst fühlt, was richtig ist, was euer Weg ist. Ihr solltet euch aufgrund der Meinung von Anderen nicht von euren Wünschen abbringen lassen. Man findet zu allem Kritiker, als auch Befürworter. Was für euch funktioniert und/oder richtig ist, fühlt und wisst nur ihr allein. 

zwei Kinder stehen im seichten Flussbett
Wasser ist auch für ältere Kids immer eine gute Wahl! | Bild: Natalie Ewen

Tipps und Tricks zum stressfreien Ablauf

Der wichtigste Tipp für mich ist: klare Absprachen treffen und die Kinder mit einbeziehen.

Dazu zählt beispielsweise, sie ihre eigene Kleidung packen lassen und ordentlich einzuräumen. Klar, auch das bringt Risiken mit sich und sorgt unterwegs für manche Überraschung.

Hier kann man entweder die Absprache treffen, nochmal gemeinsam alles durchzuschauen oder aber man lässt es darauf ankommen (vielleicht erstmal nur für ein geplantes Wochenende) und übergibt ein Stück Verantwortung an das Kind (dies bringt auch witzige oder herausfordernde Resultate mit sich – kann ich aus Erfahrung sagen). 

Für mich sind die essentiellsten Tipps außerdem: nicht unter Stress handeln und immer für alles den richtigen Platz zu haben. Außerdem darauf zu achten, dass es nach der Benutzung auch jedes Mal wieder dorthin zurückkommt. Vor allem eben, wenn die Kinder etwas benutzen. 

Zu Anfang unserer Reisen war für mich die Anreise immer stressig und belastend, da ich mir selbst unheimlichen Druck gemacht habe, endlich am Tagesziel anzukommen. Seit ich für mich verinnerlicht habe, dass der Urlaub schon bei der Abreise anfängt, ist dieser Stressfaktor wie weggeblasen und wir können freudig die gemeinsame Zeit genießen und entspannt starten. Der Weg ist das Ziel, nicht das Ziel. Dies wirkt sich auf uns alle äußerst positiv aus. 

Meine Tipps: 

  • Klare Absprachen mit den Kindern treffen
  • Kinder mit einbeziehen
  • Reisestress vermeiden
  • Alles hat seinen Platz
  • Der Weg ist das Ziel

Verhalte ich mich anders als in Begleitung? 

Ich glaube in Begleitung fühlt man sich als Frau generell sicherer oder unantastbarer und ist deshalb weniger vorsichtig, was beispielsweise eine Stellplatzwahl angeht. Außerdem ist man zu zweit eher bereit, ein mulmiges Bauchgefühl zu unterdrücken, was nicht immer nur positiv sein muss.

In Begleitung achtet man durchaus auch mehr auf das Bedürfnis der Gruppe, als auf das individuelle Bedürfnis des Einzelnen. Es ist weniger ein in den Tag hineinfahren und schauen was passiert, sondern eher damit verbunden, zumindest einige, wenige Absprachen zu treffen.

Ist es deshalb schlechter? Nein, auf keinen Fall. Nur eben anders. Würde ich deshalb auf das Alleinreisen verzichten? Auf keinen Fall! Wir lieben zwar Gesellschaft, das soziale Miteinander und Zeit mit Freunden zu verbringen. Wir lieben es jedoch genauso einfach nur WIR zu sein. 

Unterwegs als Familie

Hier gibt es einiges zu entdecken was das Konfliktpotential minimieren kann, aber Vorsicht: es könnte sein, dass ihr dadurch (das werdet ihr ganz sicher) viel näher zusammenwachst und euch und eure Kinder nochmal ganz anders wahrnehmt. 

Die perfekte Aufgabenverteilung unterwegs

Als Familie fallen auch unterwegs viele verschiedene Aufgaben an, die abgeklärt werden sollten, damit der Urlaub stressfrei verlaufen kann. Dies bezieht sich nicht nur auf den Auf- und Abbau des Setups, sondern auch auf die generellen, hauswirtschaftlichen Tätigkeiten.

Wissen die Kinder beispielsweise, wo sie täglich ihre schmutzige Wäsche ablegen oder wie sie das Dachzelt verlassen sollen, damit es gut zusammengepackt werden kann, spart man sich eine Menge Zeit. So kommt mehr Urlaubsfeeling für jeden auf. Wenn jeder ein bisschen mit anpackt, übernimmt jeder seinen eigenen kleinen Part und man hat nicht das Gefühl, ständig allen hinterher räumen zu müssen.

In ähnlicher Form kann man dies mit allen Aufgaben arrangieren. Beispielsweise besteht bei uns die Absprache, dass jeden Tag ein anderer für das Spülen zuständig ist. Das heisst natürlich nicht, dass die Kinder (vor allem altersabhängig) alles alleine machen müssen. Sie wissen aber dann, dass sie mithelfen sollten und es dann ab einem gewissen Alter auch alleine übernehmen können.

Eine meiner Töchter liebt es z.B. zu kochen und macht das schon sehr gut: Klar, stehe ich ihr dann auch zur Seite oder helfe, jedoch kann sie schon sehr vieles alleine und beide übernehmen gerne darüber hinaus kleinere Aufgaben, um mich zu unterstützen. Die beiden sagen mir dann sogar “So Mama, du setzt dich jetzt mal hin und wir kochen”. 

Kinder sind am Dachzelt Mobil und beschäftigen sich
Wenn alles seinen Platz hat, dann lässt es sich mit Dachzelt Mobil einfach reisen. | Bild: Natalie Ewen

Was darf alles mit?

Hierbei kommt es ganz darauf an, wie man im Dachzelt Urlaub unterwegs sein möchte. Dabei können allgemeine Überlegungen helfen, aber auch solche, bei denen ihr euch in bestimmte Situation hineinversetzt : Möchtet ihr eher mit weniger auskommen oder möchtet ihr auf einen gewissen Komfort nicht verzichten? Was darf auf keinen Fall unterwegs passieren? Was würde euch wirklich in die Bredouille bringen, wenn es am Ende fehlt?

Ein Beispiel: leidet von euch schnell jemand unter einer Blasenentzündung, dann solltet ihr die Wärmflasche nicht zu Hause lassen. Braucht ihr morgens Kaffee? Dann solltet ihr euch Gedanken machen, welche Alternative zum Zubereiten hier für euch in Frage kommt. So oder ähnlich solltet ihr eure Vorlieben und Bedürfnisse durchgehen und eure individuelle Packliste wird sich füllen.

Zur Orientierung, was so alles mit könnte, findet ihr hier einen ganzen Artikel zur perfekten Packliste:

Wo soll das alles hin? 

Egal wie groß dein Basisfahrzeug ist – es ist gefühlt immer zu wenig Platz da. 

Hier sollte man dann gut abwägen, was man wirklich benötigt und wenn noch das ein oder andere fehlt, schon beim Kauf bedenken, in welcher Form man es sich anschafft.

Denn gerade das Packmaß ist als Familie noch wichtiger als bei einer Einzelperson. Bei einer Person wird beispielsweise nur ein Stuhl benötigt, während eine Familie gerne mal vier oder mehr Stühle braucht. Und so verhält es sich mit den meisten Utensilien.

Deshalb ist mein Tipp an dieser Stelle: achtet schon beim Kauf darauf und verkleinert euch bei Neuanschaffung eher im Packmaß als euch zu vergrößern. 

Zusätzlich sollte man versuchen, nicht zu große Hohlräume durch das Packen im Auto entstehen zu lassen, sondern möglichst geschickt jede kleine Ecke zu nutzen.

Gerollte Kleidung nimmt zum Beispiel viel weniger Platz in Anspruch als gefaltete. In eine Tasse kann man zum Beispiel noch einen Becher und in diesen ein Gewürz stellen, so dass wirklich jeder kleinste Raum sinnvoll ausgenutzt wird. 

Der Teufel liegt hier im Detail – die Masse ist nicht einerlei. Heißt so viel wie: Bitte haltet bei der ganzen Stapelei, eurer zulässiges Gesamtgewicht im Auge. 

Auto und Dachzelt mit Camping Tisch und Stühlen vor bergigem Hintergrund
“Tisch, Stühle und Campinggeschirr holen wir nur dann heraus, wenn wir es wirklich brauchen.” | Bild: Natalie Ewen

Frei stehen vs. Campingplatz

Ich persönlich fühle mich in der Natur mit den Kindern wohler, als auf Campingplätzen. Hier können sie laufen und entdecken. Ich muss mir außerdem keine Gedanken machen, ob sie jemanden stören könnten.

Auch habe ich festgestellt, dass sie auf dem Campingplatz eher zum gemeinsamen Konsum von elektrischen Geräten eingeladen werden, beispielsweise mit Spielekonsolen zu spielen oder Filme in Wohnwagen oder Aufenthaltsräumen anzuschauen, als gemeinsam mit anderen Kindern zu spielen.

Ich lehne den Konsum dieser Medien zwar nicht völlig ab, bevorzuge es jedoch gerade unterwegs für sie, selbst etwas zu entdecken und neue Sozialkontakte zu schließen.

Trotzdem mögen meine Kinder natürlich auch ab und an genau das oder einen tollen Pool. Deswegen suchen wir zwischendurch natürlich auch mal für die eine oder andere Nacht einen Campingplatz auf.

Sei es auch, um unsere Wäsche zu waschen oder einmal ausgiebig zu duschen. Gerne suchen wir uns dann zwar kleinere, naturnahe Plätze aus, die dann allerdings auf jeden Fall einen Pool haben um diesen maximalen Spaß für die Kinder zu garantieren. 

Was wir alle Drei festgestellt haben, ist, dass wir auch ausserhalb von Campingplätzen viel besser schlafen, da auch die Geräuschkulisse viel geringer ist. 

Kind steht vor See und genießt den Ausblick
Die Natur ist wunderschön und auch die Kinder genießen sie in vollen Zügen! | Bild: Natalie Ewen

Wir lieben es frei zu stehen und dort aufzuwachen, wo wir abends angekommen sind. Dafür verzichten wir in den meisten Fällen darauf unser Camping – Equipment rauszuholen, damit wir nicht als störend empfunden werden.

Wenn wir es zu den Mahlzeiten rausnehmen, dann räumen wir es bevor wir schlafen gehen wieder ein. Diese Fälle sind jedoch eher selten, da wir eher später als früher unsere Nachtplätze anfahren. Meist haben wir dann zuvor schon an einer anderen Stelle gekocht und gemütlich gegessen. 

Was für mich noch als ein großer Pluspunkt für das Freistehen spricht, ist unser Hund. Anam ist ein Tamaskan, eine Art Wolfhund, der viele Menschen fasziniert. Er kommt auf Campingplätzen einfach nicht zu Ruhe, da dort immer Leute vorbeikommen und ihn kennenlernen möchten.

Er liebt Menschen und mag dies auch. Irgendwann ist er jedoch überdreht, wie ein kleines Kind, dass keinen Schlaf findet. Auch finde ich es sehr verwunderlich, wie viele Menschen trotzdem ihre Hunde frei laufen lassen und ich diese dann von meinem Hund entfernen muss, der brav an der Leine liegt.

Auch mag ich es nicht über einen Platz zu gehen und ständig mit meinem Hund angebellt oder angeknurrt zu werden. Für ein oder zwei Nächte ist das ok, länger würde dies jedoch zu Lasten unseres Wohlbefindens gehen. 

So ist jeder verschieden. Auch hier gilt es herauszufinden, was für euch als individuelle Familie funktioniert und womit ihr euch am wohlsten fühlt. 

Unterwegs mit Kindern und Hund/Hunden

Das hört sich erstmal kompliziert an, ist es jedoch gar nicht. Für mich ist es die perfekte Ergänzung und sehr einfach zu lösen, wenn man sich an den verschiedenen Charakteren der Familienmitglieder (und da zähle ich den Hund dazu) orientiert. Meine Töchter lieben ihren Weggefährten von Anfang an und würden ihn am Liebsten überall und immer mitnehmen. 

Dachzelt mit Auto und Hund
Unterwegs mit Kind und Hund, ist das nicht kompliziert? | Bild: Natalie Ewen

Einteilung Platz

Wichtig hierbei ist, wo passt der Hund am Besten hin, wo ist es praktikabel? Wie gerne fährt der Hund Auto? Wie verstehen sich Kinder – und Hund, zieht er sich gerne zurück oder möchte er einfach immer in der Nähe und in Kontakt sein? Dies sind von Hund zu Hund ganz unterschiedliche Kriterien. In unserem Volvo nahm unser Hund Anam zwei Sitzplätze auf der Rückbank in Anspruch und nun nachdem wir unseren RAM haben hat er sein eigenes Reich hinten im Pick-up Ausbau erhalten.

Weitere Inspirationen zum Dachzelten mit Hund findest du hier:

Zeitmanagement

Unser Hund war von Anfang an dabei. Beim ersten Dachzeltnomadentreffen der Welt war er knapp 6 Monate alt. Es kommt sicherlich auf die Gewöhnung des Hundes und auch dem Zusammenspiel mit den Kindern an: alles ist natürlich einfacher, wenn sie zusammen aufwachsen und es von Anfang an normal ist. 

Allerdings sollte man auch die Eigenheiten des Hundes nicht außer Acht lassen, denn auch dieser bringt seine eigenen Bedürfnisse und Charakterzüge mit und nicht für jeden Hund ist es schön ständig unterwegs zu sein.

zwei Mädchen stehen vor Statue und Hund liegt an der Leine davor
Hund Anam ist immer und überall dabei. | Bild: Natalie Ewen

Wir haben das Glück, dass unser Hund es einfach liebt, nur bei uns zu sein und für jedes Abenteuer zu haben ist. So können wir ihn auch überall mit hinnehmen, sei es in der Natur, als auch genauso zu Sightseeing – Touren in Städte, was aufgrund seines Aussehens dann auch gerne mal für Gespräche, die Bitte nach Selfies oder einfach nur für erstaunte Blicke sorgt. 

Da er einfach überall dabei ist, benötigt er keine großen Auslaufrunden über Tag. Wir gehen morgens nach dem Frühstück und abends nach dem Abendessen eine kleinere Runde mit ihm, damit er sein Geschäft erledigen kann, dadurch dass wir meist den ganzen Tag auf den Beinen sind, schläft er dann die restliche Zeit gemütlich am Auto und ist vollkommen ausgelastet. 

Hund liegt brav vor dem Dachzelt Mobil
Anam freut sich immer, wenn er bei seinem Rudel sein kann. | Bild: Natalie Ewen

Das perfekte Setup zum Dachzelten mit Kindern

In Bezug auf das Setup ist guter Rat manchmal teuer. Wie ihr für euch das richtige Setup findet, auf was ihr achten solltet und warum das Ausprobieren so wichtig ist, lernt ihr im nächsten Abschnitt. 

Die Wahl des richtigen Setups 

Dachzelt Setup mit Mama und zwei Kindern, die aus dem Dachzelt rausschauen
Die drei Mädels aus dem Dachzelt. | Bild: Natalie Ewen

Für uns ist mittlerweile wichtig, abends unser Lager schnell aufbauen zu können und morgens auch wieder schnell abfahrbereit zu sein. Deshalb reisen wir inzwischen mit einer Kombination aus großem Hartschalenzelt und einer 270° Markise. Somit haben wir sogar einen trockenen Platz, an dem wir uns im Stand aufhalten können, sind aber trotzdem schnell im Abbau.

Wir lieben dieses größte Maß an Flexibilität und können uns nichts anderes mehr vorstellen.

Eine Klappdachzeltvariante inklusive Vorzelt ist natürlich für Familien von Vorteil, insbesondere wenn sich das Leben/das Reisen für eine längere Zeit an einem Ort abspielen soll.

Generell würde ich mit Kindern eher mehr als weniger Platz empfehlen. 1,40 kann mit Kleinkind schon sehr kuschelig werden. Für zwei Kinder würde ich in jedem Fall eine Variante in 1,80m nehmen. 

Welche Variante individuell für euch genau die Richtige ist, kommt auf eure persönlichen, ganz individuellen Bedürfnisse und die Einsatzgebiete an. Möchtet ihr auf Campingplätzen stehen, nur gelegentlich Weiterreisen oder Ausflüge machen, dann habt ihr in einem Klappzelt mit Vorzelt natürlich wahnsinnig viel Platz und seid für jedes Wetter bestens gewappnet.

Solltet ihr hier Hilfe benötigen, den Wald im Dachzelt – Dschungel nicht mehr sehen, dann ist vielleicht unsere Dachzelt-Beratung genau das Richtige, um euer eigenes Traumzelt zu finden. 

Zwei Mädchen stehen auf einem Stein und springen hoch
So sieht doch wahre Freude aus! | Bild: Natalie Ewen

Tägliches Weiterreisen

Auf das Dachzelt sind wir gekommen, da meine Tochter Lilly unbedingt den Vesuv sehen wollte. Für mich war klar, dass wir dann eine Italien – Rundreise starten werden. Also haben wir nach Alternativen zu unserem riesigen Bodenzelt gesucht. Es sollte genug Platz bieten und trotzdem schnell auf- und abzubauen sein. Es sollte zu jedem Wetter passen und unseren derzeitigen Bedürfnissen entsprechen.

Dieses Dachzelt haben wir in einem Hybriddachzelt gefunden. Für die erste große Reise nach Italien und die zwei folgenden Jahre, war es ein treuer und perfekter Begleiter.

Nun benötigen wir nicht mehr unbedingt ein Vorzelt und Bedürfnisse ändern sich über die Zeit, deshalb haben wir uns nun für eine große Hartschale entschieden, damit wir abends noch schneller aufbauen können. So haben wir tagsüber genug Zeit unsere Urlaubsziele zu erkunden. Wir lieben es einfach den ganzen Tag unterwegs zu sein. Wenn man oft den Standort wechselt und nur vereinzelt mal an einem Ort bleibt, ist eine Hartschalenvariante eine gute Lösung. 

Urlaub auf dem Campingplatz

Wir lieben es an tollen Orten zu stehen und diese zu erkunden, abends einfach irgendwo anzukommen und müde ins Dachzelt zu krabbeln. Das kann auch mal ein Campingplatz sein. Duschen, feste Toiletten, Wäsche waschen, im Pool spielen – all das sollte zwischendurch nicht zu kurz kommen.

Wir persönlich steuern in diesem Fall eher kleine Plätze oder Agrarbetriebe an, die oftmals auf ihrem eigenen Land Stellplätze und kleine Erholungsoasen anbieten (vor allem in den südlichen Ländern). Für andere sind große Campingplätze mit Entertainment der Renner. Wohin man sich hingezogen fühlt, ist eine ganz individuelle Sache, es gibt kein richtig oder falsch, schaut einfach was euch gefällt und probiert es aus. 

Ich würde auch hier einen gemeinsamen Weg suchen, vielleicht haben die Kinder grossartige Ideen, wie sie den Urlaub verbringen möchten oder Anregungen über die man gemeinsam nachdenken kann.

Es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. | Bild: Natalie Ewen

Was tun bei schlechtem Wetter?

Bei Dauerregen ist es natürlich schön, wenn man schnell zusammenpacken und einfach weiterfahren kann – immer der Sonne entgegen.

Sollte man dies einmal nicht machen können oder wollen, ist es von Vorteil, wenn man die Möglichkeit hat trocken zu sitzen, zu kochen oder etwas zu spielen. Hier ist natürlich eine Markise, ein Vorzelt oder ein Tarp ideal.

Ist dies alles nicht vorhanden, kann es auch furchtbar gemütlich sein, sich zusammen ins Dachzelt zu kuscheln, dem Regen zu lauschen, gemeinsam ein Spiel zu spielen, einen Film zu schauen. Oder wie wäre es mit einem spontanen Schwimmbadbesuch? Das letzte Mal ist doch eigentlich schon viel zu lange her, oder? 

Wir finden, dass es nichts gibt, was man im Regen nicht auch machen kann. Wie wäre es gerade dann rauszugehen oder durch den Wasserfall zu laufen, wenn man doch eh schon nass wird? Im Regen die Landschaft erkunden oder gerade die Orte an denen sonst sehr viel los ist, hier wird man jetzt sicherlich ganz wenige Leute antreffen. 

Alternativ könnt ihr natürlich auch in eine Kletter – oder Boulderhalle ausweichen, in ein Museum oder einen Indoorspielplatz, einen Einkaufsbummel starten oder vielleicht mal eine Kirche anschauen. Vielleicht gönnt ihr Euch auch mal ein Essen in einem schönen Restaurant. 

Erwachsene und Kinder sitzen an einem Tisch im Winter zum Frühstück
Die beiden sind bei jedem DACHZELT EVENT mittendrin statt nur dabei. | Bild: Dennis Brandt

Was tun in kalten Nächten? 

Hier gibt es einige Möglichkeiten von der Standheizung bis zur Wärmflasche findet hier alles seinen Platz. Und ja, auch die kalten Nächte sind gemeinsam mit Kindern eine Erfahrung, die ich absolut nicht missen möchte und zumindest meine Kinder scheuen das Dachzelten im Winter nicht und es gäbe für sie keinen erdenklichen Grund damit beispielsweise im Oktober aufzuhören.

Schlafsäcke/Decken

In wirklich kalten Nächten schlafen wir in einem Schlafsack und darauf legen wir unsere normale Bettwäsche mit der wir auch zu Hause in unseren Betten schlafen. Außerdem hat generell jeder von uns seine eigene Wolldecke im Zelt, die immer drin bleibt und uns das ganze Jahr begleitet. 

Kind sitzt in Kuscheldecke eingeholt im Auto
Dick eingepackt kann man bei jedem Wetter unterwegs sein. | Bild: Natalie Ewen

Kleidung 

Wichtig ist für uns persönlich, dass wir auch wärmende Kleidung am Körper haben, andere schlafen ja lieber in weniger Kleidung. Wir schlafen in einem dickeren Schlafanzug, am liebsten Overall, damit in der Nierengegend durch das Hochrutschen des Oberteiles keine Stelle entsteht, die Kälte eindringen lassen könnte. 

Wärmflaschen

Wärmflaschen funktionieren bei uns auch in Nächten deutlich unter -10 °C. Wir handhaben es so, dass wir eine Wärmflasche jeweils in Körpermitte legen und eine Wärmflasche jeweils direkt unten in den Fussraum des Schlafsackes.

Das sind dann bei uns sechs Wärmflaschen, die vorbereitet werden müssen, also sollte man früh anfangen, damit auch die Wärme die Möglichkeit hat, sich schon im Schlafsack zu entfalten und man so bereits in einen kuschelig warmen Schlafsack einsteigt. 

Wichtig ist, dass man immer gut kontrolliert, dass die Verschlüsse wirklich dicht sind, denn hier besteht nicht nur die Gefahr das ganze Equipment unter Wasser zu setzen, sondern auch, sich an auslaufendem Wasser zu verbrühen.

Der “worst case” ist natürlich bei Minustemperaturen Nässe im Schlafbereich zu haben, da man diesen so nicht einfach wieder trocknen kann und sich hier auch gesundheitliche Risiken einschleichen.

Standheizung

Im Fall von Nässe im Zelt hilft auf die Schnelle nur noch die Standheizung. Hierzu müssen die Temperaturen noch nicht einmal unter Null fallen, sondern das kann ebenso auch in milderen Jahreszeiten unerlässlich sein, wenn der Urlaub oder die Reise nicht auf der Kippe stehen soll.

Denn auch eine Woche mit Dauerregen lässt irgendwann die Luftfeuchtigkeit so hoch werden, dass auch in einem absolut dichten Zelt die Schlafsachen oder Kleidung klamm wird.

Dies wirkt sich entscheidend auf das Wohlbefinden aus, denn so wird man nicht mehr richtig warm und trocken. Aus diesem Grund haben wir nun auch eine Standheizungskiste im Gepäck. Wie man so eine Dachzelt-Heizung selbst bauen kann, erfahrt ihr hier.

Mehr zum Thema Wintercamping gibt es hier:

Meine Tipps und Tricks

In den folgenden Abschnitten geht es um ganz spezifische Tricks zum Ordnung halten, nützliche Utensilien und allem weiteren, was einem das Leben unterwegs, ganz einfach mit sehr wenig Aufwand, ein ganzes Stück erleichtert.

Ordnung für die persönlichen Schätze: die Schatzkiste

Meine Kinder hatten bis vor kurzem Holzschatzkisten im Fussraum, die wir selbst schön gestaltet haben. Ob es Holz ist spielt dabei nicht so eine große Rolle, wichtiger ist, dass sie wirklich stabil sind, so dass auch problemlos die Füße darauf abgestellt werden können, ohne dass die Kiste dadurch Schaden nimmt.

Außerdem ist es wichtig dass die ganzen Spielsachen und Schätze selbdst immer wohlbehütet und richtig untergebracht werden können, auch wenn ein Kind mal einschläft oder die Position wechselt und so ausversehen, die Beine auf die Kiste stellt. Deshalb würde ich eine stabile Kiste empfehlen. So herrscht im Fahrzeugraum Ordnung und jedes Kind hat seine eigenen Sachen immer greifbar.

Lilly auf dem ersten Dachzeltnomadentreffen der Welt. | Bild: Lars Wendt

Netze im Personenraum

Auch im Personenraum lässt sich durch den Einsatz von verschiedenen Netzen ein enormer Stauraum, jedoch auch ein großes Maß an Ordnung hinzugewinnen. So gibt es größere Netze, die beispielsweise an den Türen oder Fenstern oder aber auch die, die zwischen den Sitzen angebracht werden können.

Sogar auch am Dachhimmel kann man praktische Netze befestigen. Hier ist deiner Kreativität keine Grenze gesetzt und ihr könnt genau das zusammenstellen, was zu euch und euren Bedürfnissen passt. 

Netze im Zelt

Diese haben sich besonders bewährt, besonders um beispielsweise Handy , einen Schlüssel, ein Tablet oder ähnliches unterzubringen. Jedoch auch die grösseren Netze, die sich beispielsweise in vielen Hartschalenzelten als Standard befinden, eignen sich prima, um dort bereits die Kleidung für den nächsten Tag unterzubringen. Vorsicht aber: auch diese Netze sollten nicht zu schwer belastet werden, da sie ausreißen können.

Netze sind immer praktisch: schnell & einfach ist alles was rumfliegt aus dem Weg. | Bild: Natalie Ewen

Die extra Portion Kleidung

Es ist wichtig, verschiedene Kleidungsstücke für die verschiedenen Wetterlagen einzupacken. Auch nehmen wir grundsätzlich für zwei Tage Unterwäsche und Strümpfe mehr mit, als wir an Anzahl der Tage unterwegs sind, heißt: wir verreisen 10 Tage, packen jedoch für 12 Tage.

Was die Oberbekleidung angeht, nehmen wir grundsätzlich eine zusätzliche Garnitur mit. Unerlässlich sind Regenjacken und Gummistiefel, genau so wie auch eine wärmere Jacke, da es in unseren Gefilden auch im Sommer mal schnell kalt werden kann und ein herunter gekühlter Körper benötigt einfach auch im Zelt mehr Zeit um sich wieder aufzuwärmen, vor allen Dingen ohne Heizung. 

Verschiedene Farben

Schon als Kinder gab es für jeden beim Campen eine eigene Farbe bei den Handtüchern. So hatte jeder sein Kontingent, es kam zu keinen Verwechslungen und keinen Streit. Dies habe ich nach kurzer Zeit auch beim Dachzelten eingeführt. Jeder hat seine eigene Farbe bei den Hand -, Bade – oder Strandtüchern, als auch bei den Wolldecken, die z.B. immer im Dachzelt bleiben. Bei den Zahnbürsten, den Stirnlampen und so weiter und so fort.

Zuvor gab es immer wieder Zickereien zwischen den Kindern. Jetzt gibt es keine Möglichkeit mehr unbeabsichtigt etwas zu verwechseln und dieses Streitthema ist schon im Vorfeld aus der Welt geschafft. 

Ordnung ist die halbe Miete

Wichtig ist sein eigenes, schlüssiges System zu finden, das gut erklärbar und nachvollziehbar auch für die Kinder ist und ab einem bestimmten Alter, auch von ihnen selbst genutzt werden kann.

Bild von Kisten Ausbau im Kofferraum
Ordnung ist die halbe Miete beim Dachzelten mit Kids. | Bild: Natalie Ewen

Weiss ein Kind beispielsweise, wo seine Schmutzwäsche hinkommt, muss es diese nicht irgendwo liegen lassen. Wenn es weiß, wo das Spiel hingehört, kann es dieses eigenständig ein- und ausräumen.

Hat alles den eigenen, festen Platz, muss man nicht lange suchen. Achtet man darauf, dass jeder die Sachen nach Benutzung wieder auf den richtigen Platz zurücklegt, bleibt mehr Zeit für andere Dinge und man ist weniger mit aufräumen oder hinterherräumen beschäftigt.

Wenn du Ideen suchst, wie du dein Fahrzeug für eure Bedürfnisse am Besten ausbauen kannst, dann schau doch hier einmal vorbei:

Während der Fahrt

Als meine Kinder kleiner waren, haben wir die ganzen Fahrten hindurch gesungen (das machen wir übrigens heute noch gerne). Außerdem konnten sie malen und Bücher anschauen. Wir haben verschiedene Spiele gespielt, z.B. “Ich sehe was, was Du nicht siehst” oder uns Geschichten angehört. Irgendwann bekamen wir einen kleinen portablen DVD Player geschenkt, auf diesem durften sie dann während der Fahrt mal einen Film schauen.

Ihre Sachen hatten sie alle in Organizern und Kuscheltiere etc. in einer Art Schatztruhe vor sich im Fussraum. Dazu haben beide (auch heute noch) ein kleines Kissen und eine Kuscheldecke. 

Seit etwa 2,5 Jahren hat nun jedes Kind sein eigenes Lerntablet mit dem es lesen, Aufgaben erledigen, Spiele spielen oder Filme anschauen kann. Beide haben einen Kopfhörer, so dass sie eigenständig entscheiden können, was sie machen möchten, ohne sich gegenseitig oder mich während der Fahrt zu stören. Die Inhalte und Benutzungsdauer kann ich individuell festlegen. Befestigen können sie diese beide entweder an einer Halterung an der Kopfstütze oder seit ein Kind vorne sitzen kann, an der Sonnenblende. 

Seit 2018 schreiben beide meiner Töchter während der Fahrt ein Reisetagebuch, in das sie ihre Erlebnisse des Vortages verewigen. So haben sie nach der Reise noch eine schöne Erinnerung, auch noch Jahre später, als auch eine weitere Beschäftigung während der Fahrt (und als kleines Plus am Rande schulen sie auch noch ihre Rechtschreibung, Phantasie und sich schriftlich ausdrücken zu können).

Kind und Hund schlafen auf der Rückbank.
Gute Nacht Leonie & Anam. | Bild Natalie Ewen

Beaufsichtigung der Kinder beim Auf- und Abbau

Die ersten Male waren hier gar nicht so einfach. Auf- bzw. Abbauen des Dachzeltes, was ja schließlich schon immer ein wenig mit Stress verbunden ist. Gleichzeitig die Herausforderung, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, die natürlich sehr schnell die Gegend erkunden möchten – vor allem nach einer vielleicht längeren Autofahrt.

Aus diesem Grund habe ich schon recht früh angefangen, meine Töchter in den Auf – und Abbau ganz entsprechend ihrer Möglichkeiten einzubeziehen. Ich verteile Aufgaben, von “bitte halte hier mal diese Aufstellstange fest”, über “baue du doch schon mal den Klapptisch auf” ist hier alles dabei.

Natürlich wachsen die Aufgaben, auch mit dem Alter des Kindes. Wichtig hierbei ist allein, dass sich das Kind mit einbezogen fühlt und die eigene Verantwortung für eine Aufgabe erhält. Dabei solltet ihr die Kids nicht überfordern. Wenn ihr Aufgaben an die Kids verteilt, gibt euch das gleichzeitig die Luft, um den restlichen Dachzelt Auf- bzw. Abbau in Ruhe fertig zu bekommen.

Einige werden jetzt sagen, ja, deine Kinder sind ja älter und können auch schon helfen. Das stimmt, das waren sie jedoch nicht immer. Außerdem sollte man niemals unterschätzen, wie gerne auch kleine Kinder, ihre Eltern unterstützen möchten.

Die verteilte Aufgabe muss in diesem Fall auch nicht grundsätzlich bzw. augenscheinlich Sinn machen – hier wäre z.B. eine Taschenlampe (auch bei Tageslicht) vorstellbar. Das Kind wird gebeten, einen bestimmten Bereich in der Nähe des Erwachsenen auszuleuchten, ist damit schon einbezogen bzw. beschäftigt und wird in seinen Möglichkeiten versuchen, diese wichtige Aufgabe richtig zu erfüllen.

Zusammen spielen macht am meisten Spaß! | Bild: Amelie Sand

Reiseapotheke

Für mich nicht mehr wegzudenken ist die DHU Taschenapotheke, die in kleinem kompaktem Maß, die homöopathische Notfallversorgung für uns und auch für unseren Hund bietet. Damit können wir die gängigsten zu behandelnden Bereiche unterwegs abdecken. 

Als Desinfektion, zur Wundgeneration, aber auch für einfache Dinge, wie beispielsweise Sonnenbrand, nutzen wir ausschließlich eine Intensivsalbe aus Zunderschwamm, der schon seit dem Mittelalter dafür bekannt ist, blutungsstillend und entzündungshemmend zu wirken. Hier ist das Packmaß und auch das große Einsatzgebiet für uns einfach unschlagbar. 

Wichtig finde ich auch etwas gegen Zecken und auch gegen Stechmücken dabei zu haben. Wir greifen hier gerne auf ein selbst hergestelltes Produkt aus ätherischen Ölen zurück (was bei mir auf Wunsch bestellt werden kann) und den Körper, deshalb nicht belastet, da es rein natürlich ist. Es gibt dazu jedoch auch zahlreiche Alternativen auf dem Markt.

Ansonsten findet man in unserem Gepäck noch Pflaster, eine Zeckenzange für den Notfall und eine selbstklebende Bandage, falls einer von uns beispielsweise mal umknickt und die betroffene Stelle gestützt werden muss.

Packliste

Hinzukommend zu der normalen Dachzelt-Packliste müssen für mich ein paar Sachen auf jeden Fall mit an Bord sein.

Ganz vorne die feuchten Waschlappen, individuell einsetzbar für jedes kleine Malheur oder halt eben als Toilettenpapier bzw. Waschlappen für die kleine Wäsche zwischendurch.

Wichtig ist für meine Kinder weiterhin ein kleines Kissen und eine dünne Decke während der Fahrt, die warm hält und kuschelig ist.

Außerdem dürfen ihr Kindertablet mitnehmen, auf das wir vorher Lerninhalte, als auch unterhaltende Inhalte speichern, sodass hier nichts zu kurz kommt.

Wichtig sind für uns außerdem ein paar kleinere Gesellschaftsspiele/Kartenspiele, so dass abends nicht jeder auf sein elektronisches Gerät schaut, sondern wir auch hier gemeinsame und lustige Momente verbringen. 

Badesachen dürfen übrigens in keinem Dachzelt Urlaub mit Kindern fehlen. | Bild: Natalie Ewen

Die Feuerschale

Was wir gerne dabei haben, obwohl wir es nicht unbedingt brauchen, ist eine Feuerschale.

Gemeinsames Sitzen am Feuer finden wir alle toll. Einerseits wärmt es natürlich auch in lauen Sommernächten schön, außerdem können wir daran auch unsere geliebten Marshmallows grillen oder einfach nur in die Flammen schauen. Auch die Kids lieben das und kommen dabei gut zur Ruhe.

Mittlerweile gibt es tolle zusammenfaltbare Schalen, die auch bei wenig Platz noch transportiert werden können und man so unabhängig überall dieses wohlige Gefühl von Feuer genießen kann. 

Reisen in den Ferien und wohin?

Kinder sitzen auf Mauer mit Blick auf eine Burg und ein See
Im Dachzelt Urlaub gibt es immer etwas zu entdecken. | Bild: Natalie Ewen

Wir versuchen zum größten Teil azyklisch zu den typischen Reisezielen zu reisen. Heißt z.B. im Herbst nach Schottland oder Italien, wo man weniger Menschen begegnet. Klar verbringen wir auch unseren Sommerurlaub unterwegs, versuchen hier jedoch eher gegen einen Trend zu gehen.

In die Wahl des Reisezieles beziehe ich auch immer die Kinder mit ein und frage, was sie denn gerne machen würden. Meistens kommen wir immer recht schnell auf einen Nenner. 

Wir reisen natürlich auch in Urlaubshochburgen während der Ferienzeit, wie zum Beisßiel Italien. Auch hier besuchen wir touristische Spots mitten im August, beispielsweise Florenz. Wir entscheiden spontan, ob wir auf die vielen Menschen Lust haben und damit kommen wir gut zurecht. Meist gehen wir erst nachmittags in die Städte, da sind irgendwie weniger Menschen dort, zumindest hatten wir mit dieser Taktik bisher immer recht viel Glück. 

Sprachlich besteht für uns in den meisten Ländern kein Problem, weil ich vier Sprachen fließend spreche. Auch die Kinder sind sprachlich sehr interessiert und haben bereits seit der 1. Klasse Französisch, als auch Englisch.

Natürlich können sie sich noch nicht ohne Hilfe verständigen, wir handhaben es so, dass ich ihnen die Sätze vorsage, wenn sie dies benötigen und sie dann damit beispielsweise selbst bestellen (in Restaurants, Geschäften, etc.). Mittlerweile muss man sagen, dass sie sich relativ gut in Englisch selbst verständigen können und zumindest fast alles verstehen (Sie üben auch ganz fleissig mit meiner irischen Mutter).

Was jedoch auf der ganzen Welt gleich ist, ist die Art und Weise wie Kinder miteinander spielen und so war es bisher nie ein Problem in der Kommunikation, notfalls wird mit Händen und Füßen gesprochen, dabei viel gelacht und viel gelernt. Das ist doch die schönste Art in Kulturen einzutauchen und näher zusammen zu rücken. 

Was sagen die Kinder dazu? 

Porträt von Lilly als Kind
Lilly-Marie ganz in ihrem Element auf einem DACHZELT EVENT. | Bild: Dennis Brandt

Lilly- Marie:

Wir verbringen sehr viel Zeit in der Familie zusammen, viel mehr als zu Hause. Das Wasser, das bei Regen auf das Zelt plätschert wiegt mich in den Schlaf. Ich liebe es draußen zu grillen und kreativ zu sein. 

Bei Gewitter schlafen wir einfach im Auto und können es so ganz nahe beobachten. 

Wenn man etwas zum Ablenken bei schlechtem Wetter dabei hat, verfliegt meistens die Zeit wie im Flug. Bei gutem Wetter verbringen wir die ganze Zeit draussen und spielen z.B. gerne im Wald oder im Wasser.

Wir sehen tolle Sachen. Ich liebe das Dachzelten und möchte nicht damit aufhören. 

Die Dachzeltnomaden sind wie eine große Familie für mich und man hat nie Angst davor allein zu sein. Alle sind füreinander da.

Ich freue mich in jeden Ferien und an jedem freien Wochenende darauf wieder mit dem Dachzelt unterwegs sein zu können. 

Portrait von Leonie als Kind
Leonie in Urlaubsstimmung. | Bild: Frank Hinz

Leonie

Ich finde es toll! Einfach das Dachzelt hochgekurbelt und schon können wir an schönen Orten schlafen. 

Es ist sehr gut, dass wir einfach jederzeit zusammen losfahren können und an schönen Orten abschalten.

Im Dachzeltnomaden-Shop gibt es viele verschiedene coole Sachen, die ich alle toll finde und gerne benutze.

Ich denke mir sehr gerne neue Sachen für das Kinderprogramm bei Camps und Meet-ups aus und liebe es diese Ideen dann auch anzubieten. Ich bin sehr gerne Teil des Teams. 

Mein Fazit zum Dachzelten mit Kindern

Ich habe festgestellt, dass uns das gemeinsame Reisen und der relativ begrenzte Raum auf dem wir uns befinden, die gemeinsamen Erlebnisse, das gemeinsame Schlafen in einem Bett, das gemeinsame kochen und essen, viel mehr zusammenrücken lässt. Unsere Beziehung ist viel vertrauensvoller geworden, auch sprechen wir mehr und intensiver miteinander. Wir haben uns nochmal auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt. 

Meine Töchter übernehmen während der Reise kleine Verantwortlichkeiten, wodurch sie sich wiederum in vielen ihrer Facetten weiterentwickeln können, was ich so in einer anderen Form des Reisens nicht erlebt habe. 

Außerdem finde ich es toll, wie meine Kinder sich gerne in die soziale Gemeinschaft der Dachzeltnomaden einfügen. Sie lieben es zu helfen und Teil des Teams zu sein, was sie in ihrer Persönlichkeit wachsen lässt und ihnen den größtmöglichen Raum bietet sich zu entfalten.

Beide Kinder können durch das Reisen und die Verbundenheit mit der Natur ganz andere Erlebnisse und Entdeckungen machen, als das in diesem Umfang bei einer anderen Reiseform möglich wäre. 

Du bist eher mit Kleinkindern & Baby unterwegs? Dann ist das der richtige Artikel für dich:

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Dachzelten mit Babys und Kleinkindern

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“Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann fahren wir raus mim Dachzelt!” So oder so ähnlich könnte das Lied für alle Mamas und Papas lauten. Doch ist es wirklich so einfach? Kann man mit Babys und Kleinkindern einfach so in den Dachzelt Urlaub fahren? Oder gibt es da riesig große Hürden zu meistern?

Wenn du keine Lust hast den Artikel zu lesen, dann kannst du dir hier das DZN Live zum Thema anschauen:

Dachzeltnomadin Amelie nimmt euch mit auf ihre Dachzelt Reisen mit Kind und erzählt euch, was sie beim Dachzelten mit Babys und Kleinkindern so alles erlebt, aber auch gelernt hat. Nach diesem anschaulichen Artikel seid ihr sicher gewappnet für euer eigenes Dachzeltabenteuer mit Dachzelt und euren Liebsten – egal wie klein!

Ihr seid aus dem Kleinkind- und Babyalter schon raus? Dann haben wir hier den perfekten Beitrag für dich für das Dachzelten mit älteren Kindern:

Meine Erfahrungen als Dachzeltnomaden-Mama

Ich bin Amelie und reise mit meinem Mann Philipp und unseren beiden Kindern Paul (4,5 Jahre) und Leo (3 Jahre) ein paar Wochen im Jahr mit dem Dachzelt. Vor unserer Dachzeltzeit haben wir die Urlaube in Hotels verbracht. Ich konnte mir bis vor 2 Jahren nicht einmal vorstellen, diese Zeit in einem Zelt zu verbringen. Jetzt ist alles anders. 

Mein Mann ist im August 2018 auf Dachzelte gestoßen und hat mich über Wochen bearbeitet es doch einmal zu versuchen – er war erfolgreich. Wir haben dann also unser erstes Klappzelt bestellt und die erste Nacht darin verbracht.

familie mit 2 Kindern und drei Hunden, im Hintergrunf ein Dachzelt mit Auto Ausbau und Markise
Das sind wir: die Familie Sand wie sie leibt und lebt – mit zwei Kids und drei Hunden so oft auf Achse, wie es nur geht! | Bild: Dennis Brandt

Wir waren beide sofort begeistert und haben direkt anfangen uns Gedanken zu machen, wie man zwei Kinder und (zu diesem Zeitpunkt noch) zwei Hunde in einem Auto unterbringt. Bei der Suche nach dem richtigen Setup haben wir dann auch die Facebook Gruppe der DACHZELTNOMADEN gefunden. Wie es der Zufall wollte fand wenige Tage später im Oktober 2018 das DACHZELT CAMP Altmühltal statt. Uns war natürlich sofort klar, dass auch wir dabei sein wollen.

Wir waren von der Atmosphäre, der Hilfsbereitschaft, der Geselligkeit und auch von den verschiedenen Setups sofort begeistert. Seit dem DACHZELT FESTIVAL 2019 sind wir außerdem fester Bestandteil des Teams und freuen uns dabei sein zu dürfen.

Mittlerweile sind wir fast jedes freie Wochenende mit dem Dachzelt unterwegs. Da wir beide einen normalen, ortsgebundenen Job haben, ist es uns leider nur 2-4 Wochen im Jahr möglich, einen ausgedehnten Dachzelt Urlaub zu machen. Diese Zeit nutzen wir dafür umso intensiver. Der perfekte Ausbau unseres Pickups wurde dabei zu unserem Hobby und wir konnten uns in dieser Zeit viele nützliche Gadgets überlegen, die ich euch in diesem Artikel näher erläutern möchte.

Unser PickUp hat mittlerweile einen soliden Ausbau, mit dem wir sehr zufrieden sind. Da uns diese Planung, das Bauen und Schrauben so viel Spaß gemacht hat, basteln wir seit einiger Zeit an unserer 34 Jahre alten Feuerwehr und hauchen ihr neues Leben ein. Wir sind sehr gespannt, wohin uns unsere Rosi alles fahren wird.

Hier findet ihr unser Setup übrigens auch auf dem Kanal der Dachzeltnomaden als Video!

So viel zu uns und unserer Entwicklung zum Thema Urlaub machen. Jetzt möchten wir euch praktische Tipps für eure Reisen mit Babys und Kleinkindern geben und euch so den Einstieg erleichtern.

Vor der Reise

So schön es ist mit dem Dachzelt quasi jederzeit spontan und flexibel losfahren zu können, so wichtig ist es leider trotzdem ein paar Punkte nicht zu vergessen. Was genau das ist, erfahrt ihr hier.

Reisepass

Um den Reisepass für Babys und Kleinkinder beantragen zu können, benötigt es kein biometrisches Foto vom Fotografen. Hier ist es ausreichend, selbst ein Bild zu machen. Der Kopf muss dabei nicht zu 100% senkrecht sein. Der Gesichtsausdruck und die Blickrichtung darf von der Kamera abweichen. Und der Kopf muss nicht zentriert sein. Diese Kriterien zählen für Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr.

Wichtig ist, sich früh genug um den Reisepass zu kümmern, denn der kann schon mal ein paar Wochen auf sich warten lassen.

Wichtige Unterlagen

Neben dem Reisepass müsst ihr selbstverständlich auch immer eure Krankenkassenkarte, euren Führerschein, ggf. Impfpass und für die Hunde die Pässe inkl. aktueller Impfungen dabei haben. Ohne diese Unterlagen könnte es an der Grenze böse Überraschungen geben. 

Sollte eine Schwangerschaft bestehen, bitte unbedingt den Mutterpass mitführen, damit man ihn im Notfall vorlegen kann.

Kind in Natur vor Bergen, neben Ford Ranger mit Dachzelt
Die Kids sind in der Natur mit auffallend wenig zufrieden. | Bild: Amelie Sand

Unterwegs als Familie mit kleinen Kindern und/oder Babys

Mit kleinen Kindern und/oder Babys zu reisen erfordert etwas mehr Planung und Organisation als alleine oder mit Partner unterweges zu sein. Außerdem gibt es ein paar Dinge, die einem das Leben im Dachzelt mit Kindern etwas erleichtern.

Zubehör

Würden wir ohne Kinder reisen, hätten wir vermutlich nicht einmal Stühle und einen Tisch dabei. Mit Kleinkindern lässt sich der Stuhl allerdings nicht immer so leicht durch einen Baumstamm oder einen Stein ersetzen. Außerdem sind uns die gemeinsamen Mahlzeiten als Familie sehr wichtig – auch unterwegs.

Deshalb haben wir Camping Kinderhochstühle und einen stufenlos in der Höhe einstellbaren Campingtisch dabei. Anfangs hatten wir ganz normale Campingstühle für die Kinder im Gepäck, das funktionierte in dem Alter allerdings überhaupt nicht gut. Deshalb sind wir dann auf die Hochstühle umgestiegen. Da sich unser Tisch in der Höhe stufenlos einstellen lässt, können wir die Stühle dann auch mal in der Box lassen und die Kinder auf einen Baumstamm setzen und den Tisch entsprechend anpassen.

Stillen/Flasche unterwegs

Stillen im Dachzelt war für uns zum Glück nie ein Problem. Im Gegenteil. Ich fand es sehr praktisch, dass wir zu dem Zeitpunkt nicht auch noch Wasser für die Flasche benötigt haben.

Nach der Stillzeit war es dann schon sehr nervig, immer die Flaschen waschen und schrubben zu müssen. Das ist mit weniger Wasser als Zuhause dann doch nicht ganz so einfach. Wir haben daher relativ schnell (mit ca. 1 ¾ Jahren) versucht, die Flasche ausschleichen zu lassen. Da unser Kleinster aber schon immer ein guter Esser war, ging das sehr unkompliziert.

Kind liegt im Dachzelt und trinkt aus Fläschchen
Das Trinken aus der Flasche geht auch im Dachzelt super. | Bild: Amelie Sand

Das Thema mit den Windeln

Als wir mit dem Dachzelten angefangen haben, sind wir mehr und mehr auf die normalen Wegwerfwindeln umgestiegen. Zuhause habe ich gerne Stoffwindeln benutzt, unterwegs war mir das einfach zu aufwendig.

Wir mussten bereits bei unserer ersten Reise feststellen, dass es in einigen Ländern nicht so einfach ist, überall Windeln und Feuchttücher zu bekommen oder sie dann oft extrem teuer sind.

Als wir wieder Zuhause waren, haben wir unseren Ausbau direkt etwas angepasst. Inzwischen haben wir ein sehr großes Fach, in dem wir Windeln für über zwei Wochen unterbringen. Versucht also am besten euren Reisevorrat dafür dabei zu haben.

Alles hat seinen Platz. Sogar die Windeln haben ein extra Fach im Ausbau. | Bild: Amelie Sand

Sicherheitsvorkehrungen im Dachzelt

Im Dachzelt mit Baby und/oder Kleinkind zu schlafen, bedarf natürlich entsprechender Vorsicht. Aus Sicherheitsgründen können wir sagen, dass man den Reisverschluss der Fenster und Einstiege immer ganz oben in einer Ecke verschließen sollte.

So finden die Knirpse die Öffner nicht so schnell bzw. erreichen sie erst gar nicht. Solltet ihr kleine Entdecker mit im Dachzelt haben und das Thema mit dem Reißverschluss ein Problem sein, kann man diese auch mit einem kleinen Karabiner zusammenhängen und so zusätzlich sichern.

Bei Dachzelten, deren Einstieg sich nur seitlich schließen lässt, kann es helfen z.B. eine dünne Holzplatte (z.B. Pappelsperrholz, da besonders leicht – sinnvoll wegen des Transportgewichts und weil die Platte auf das Kind umkippen könnte) seitlich hochkant in den Rand des Dachzeltes zu stecken. So können die Kinder nicht herausfallen. Die Holzplatte kann dann ganz einfach flach im geschlossenen Dachzelt transportiert werden.

Das Stockbett im Dachzelt

Einige Mitglieder unserer Community haben sich ziemlich coole Systeme einfallen lassen. So zum Beispiel ein Stockbett im Dachzelt. Johannes Schirmer hat sich eine ganz besondere Konstruktion aus einem Alu Stecksystem überlegt und in unserer Facebook Gruppe dazu sogar eine Teileliste zum Nachbauen gepostet. Den Beitrag findet ihr hier.

Mit einem Stockbett spart ihr unheimlich an Platz im Dachzelt und jeder hat seinen eigenen Schlafplatz.

Ruckzuck ist ein Hochbett ins Dachzelt gezimmert. | Bild: Johannes Schirmer

Wie kann ich Platz sparen, was kann ich ersetzen?

Es sind schon die kleinen Dinge, die am Ende doch den ein oder anderen wichtigen Stauraum schaffen. Um Platz zu sparen, haben wir für die Jungs beispielsweise keine Badeschuhe dabei sondern nutzen dafür die Sandalen. Beim Duschen greifen wir auf die Mini Babyshampoo Flaschen von DM zurück.

Außerdem verzichten wir unterwegs auf einen Buggy/KiWa und tragen dafür mit der Trage von Fräulein Hübsch (hier empfiehlt sich evtl. auch eine Trageberatung – bei Tragen und Tragetüchern kann man auch viel falsch machen) bzw. mit der Kraxe von Deuter (achtet bitte unbedingt auf Fußstützen für euer Kind). Gerade die Trage von Fräulein Hübsch lässt sich extrem platzsparend transportieren und ist sehr, sehr leicht.

Ein Tragetuch oder eine Kraxe sind unterwegs Gold wert! | Bild: Amelie Sand

Wohin mit den Kids bei Auf- und Abbau des Dachzeltes?

Wir brauchen für den kompletten Aufbau unseres Setups inkl. Markise (und die bauen wir in den seltensten Fällen auf) ca. 6 Minuten. Das bedeutet, wir müssen nur eine ganz kurze Zeit überbrücken, in denen Mama und Papa beschäftigt sind.

Je nachdem wo wir unser Lager aufschlagen, haben die Kinder einfach schon ihr Eimerchen und ihre Schaufel in der Hand und laufen ums Auto herum. Oder sie bleiben noch kurz im Auto sitzen (z.B. wenn wir direkt an einem See/Fluss stehen).

Als unser Jüngster noch nicht laufen konnte bzw. es noch nicht verstand, warum er gerade noch nicht aus dem Auto darf, hat mein Mann das Dachzelt alleine aufgebaut. Auch das ist überhaupt kein Problem.

Frei stehen vs. Campingplatz

Zu 98% stehen wir mit den Kindern frei. Das genießen wir besonders, weil unsere Kinder dann auch abends um 22 Uhr und morgens um 6 Uhr niemanden stören. Auch nachts wacht unser Kleinster oft noch auf und ist doch mal etwas lauter. Außerdem können wir die Plätze immer den Kindern anpassen.

Meistens suchen wir uns ein Gewässer. Sie tragen dann die ganze Zeit Schwimmflügel (natürlich nur wenn es die Temperaturen zulassen) und statten sich mit ihrer Schaufel und ihrem Eimer aus und sind super zufrieden. Außerdem wechseln wir jeden Tag den Platz, wodurch sie ständig neue Orte zum Entdecken haben. Das macht das Ganze wesentlich entspannter und es kommt für die Kinder fast nie Langeweile auf.

Kinder im Wasser mit Schwimmflügeln
Pack die Badehose ein und los! Wo Wasser ist, sind die meisten Kids glücklich! | Bild: Amelie Sand

Unterwegs mit Kindern und Hund/Hunden

Auch im Dachzelt und Minicamper kann man mit Hund(en) UND Kindern reisen. Das funktioniert sogar sehr gut. Wie ihr das zeitlich gut gemanagt bekommt und ihr euren Platz praktisch einteilen könnt, erkläre ich euch hier.

Weitere Informationen zum Dachzelten mit Hund findet ihr in diesem Artikel:

Zeitmanagement

Unterwegs mit Kindern und Hunden hört sich zuallererst mal super stressig an. Und dann haben wir nicht nur einen, sondern sogar drei Hunde dabei. Ist das nicht verrückt? Wir finden: Ganz und gar nicht!

Unser Fazit bisher: mit der richtigen Organisation kann auch das sehr entspannt ablaufen.

Während einer von uns morgens die Kinder im Dachzelt umzieht und fertig macht, geht der andere schon einmal nach unten und kümmert sich um die Hunde: Füttern und ein erster kurzer Spaziergang – was man eben so zu tun hat. In der Regel sind wir damit beide nach ca. 20 Minuten fertig.

Unsere Hunde werden dann erst einmal jeder an einen Autoreifen gebunden – immer mit Abstand. Dann ist der erste Stressfaktor Leinenchaos nämlich schon einmal ausgeschlossen.

Entspannte Hunde – wie geht das?

Für uns der aller wichtigste Punkt beim Thema Dachzelten mit Hund ist definitiv die Erziehung/Gewöhnung. Unsere Hunde sind es gewohnt, ruhig liegen zu bleiben und genießen es einfach dabei zu sein.

Dachzelten mit Kindern und Hund: Eine Herausfordernd, aber mit dem richtigen Management lösbar. | Bild: Amelie Sand

Dabei haben wir mit einem Deutsch Kurzhaar und einem Jack Russel zumindest zwei Rassen dabei, die definitiv ihre Bewegung einfordern und sie auch unterwegs selbstverständlich bekommen. Da wir aber viele Pausen machen, uns die Natur/Städte/Umgebung anschauen und uns daher viel bewegen, sind auch die Hunde zu jeder Tageszeit zufrieden und ausgelastet.

Einteilung des Platzes

Während der Fahrt sitzt unsere Jack Russel Hündin im Fußraum. Dort fühlt sie sich einfach am wohlsten. Der Deutsch Kurzhaar und der Labrador haben auf der Ladefläche im PickUp eine sehr geräumige und gut belüftete, selbstgebaute Box. Von dort aus können sie auf drei Seiten aus vier Fenstern schauen und auch uns sehen.

Das finden wir sehr praktisch um auch auf längeren Fahrten schnell checken zu können, ob alles in Ordnung ist. Durch die erhöhte Position der Hundebox haben sie immer einen tollen Rundumblick und sind dort sehr zufrieden. Der Deutsch Kurzhaar macht sich z.B. abends sogar bemerkbar, wenn er zum schlafen in seine Box möchte.

Die Auswahl des richtigen Setups

Ich glaube, die Setups sind genauso individuell wie jede Familie einzigartig ist. Jeder hat andere Erwartungen an den Urlaub mit Dachzelt, jeder hat andere Vorstellungen. Hier das richtige Setup zu finden, kann eine sehr spannende Zeit sein.

Kinder halten sich an der Hand und blicken auf Stausee
Wenn die Kinder schon die Natur genießen – traumhaft! | Bild: Amelie Sand

Die perfekte Wahl für uns

Wie oben breits angeschnitten, waren wir  lange auf der Suche nach dem richtigen Setup. Angefangen haben wir mit dem Dacia Duster meines Mannes, einem Klappzelt auf dem Auto und einem Anhänger für unser Gepäck. Im Duster alleine hätten wir unmöglich unsere beiden Kinder, unsere (damals) zwei Hunde und unsere gesamte Ausrüstung untergebracht.

Für uns stand schnell fest, dass wir mit dem Dachzelt öfter unterwegs sein wollen – flexibel, schnell, wendig, offroad und kompakter (also ohne Anhänger).  Wir reisen also inzwischen mit einem Ford Ranger und einer 180 x 230 cm großen Hartschale auf dem Hardtop.

Den PickUp haben wir hinten auf der Ladefläche komplett ausgebaut, damit auch das Zusammenpacken und spontane Losfahren problemlos funktioniert. So haben wir nämlich 90% vom Gepäck immer im Auto leicht zugänglich und brauchen in der Regel nur ein paar frische Lebensmittel und wenige Klamotten einpacken. Unser komplettes Setup in einem Video findet ihr hier auf dem Dachzeltnomaden Kanal.

Tägliches Weiterreisen

Da wir fast immer jeden Morgen zusammenpacken und weiterfahren, war das Klappzelt für uns auf Dauer mit zwei kleinen Kindern bzw. Baby keine Lösung. Nach nur neun Monaten haben wir uns dazu entschieden dieses zu verkaufen und uns eine große vier-Personen Hartschale zuzulegen. Der Auf- und Abbau geht viel schneller und erleichtert das tägliche weiterreisen extrem.

Junge hält Dinosaurier in der Hand und freut sich
Das ist Lebensfreude pur auf Reisen! | Bild: Amelie Sand

Urlaub auf dem Campingplatz

Wer lieber mehrere Urlaubstage auf einem Campingplatz verbringt, ist mit einem Klappzelt und Familie trotzdem besser bedient. Die Liegeflächen sind, je nach Dachzelt, deutlich größer und der Schlafkomfort damit noch einmal bedeutend besser. Ein weiterer Vorteil vom Klappzelt ist definitiv auch der Preis. Diese sind schon für deutlich weniger Geld zu haben.

Was tun bei Dauerregen?

Dauerregen.. der worst case mit kleinen Kindern und Dachzelt. Auch diese Zeit kann man so verbringen, dass alle glücklich und zufrieden sind. Das geht meistens sogar viel leichter als gedacht. Man muss es nur schaffen dem Alltag zu entkommen und verstehen, dass einfache Dinge dazu völlig ausreichen.

Ideen zur Beschäftigung

Da wir sowieso jeden Tag woanders stehen und viel Zeit mit Auto fahren verbringen, stört uns der Regen meist nicht so sehr. Allerdings haben wir dieses Jahr aufgerüstet und uns eine 2 x 2,5m Markise gekauft. An dieser können wir Seitenwände befestigen und haben somit zumindest einen trockenen Raum.

Zur Beschäftigung der Kinder haben wir ein oder zwei Tischspiele dabei und natürlich ihr Spielzeug, dass sie sowieso auch im Auto haben. Alternativ sammeln wir Steine, Stöcke, Blätter und stapeln diese oder legen Bilder auf den Tisch. Daran haben die beiden viel Freude.

Spielen mit Naturmaterialien: Kinder haben daran sehr viel Freude. | Bild: Amelie Sand

Sind die Temperaturen nicht so niedrig, dann nutzen wir auch schon einmal Matschhose, Regenjacke und Gummistiefel und springen durch Pfützen oder treten im Matsch. Das machen wir allerdings nur, wenn wir wissen, dass wir die Klamotten dann auch wieder trocken bekommen und die Kinder nicht auskühlen. Denn nichts wäre schlimmer, als frierende Kinder in ein kaltes Dachzelt zu packen.

Schlechtes Wetter nutzen wir allerdings auch gerne für Indoorbeschäftigungen. Gerade beim Reisen mit Dachzelt sorgt das für viel Abwechslung weil wir den gesamten Urlaub im Freien verbringen und bei gutem Wetter nie auf die Idee kommen würden in ein Hallenbad, einen Indoorspielplatz oder ein (kindergerechtes) Museum zu gehen. Bei Regen also einfach mal suchen und fragen, was es in der Umgebung tolles zu entdecken gibt.

Haben wir wirklich genug vom Regen (was auch schon vorkam) und der Wetterbericht gibt auch die nächsten Stunden/Tage keine Entwarnung, ändern wir unsere Route komplett und fahren mehrere Stunden weiter, um wieder die Sonne genießen zu können. Genau das ist ja das tolle am unabhängigen Reisen – wir können jederzeit umplanen und weiterreisen. 

Kinder stehen am Wasser mit selbstgebastelten Angeln
Mit der richtigen Bekleidung kann auch Regen Spaß machen | Bild: Amelie Sand

Was tun in kalten Nächten? 

Wir reisen mit unseren Kindern bis ca. -5°C im Dachzelt. Wie wir das anstellen ohne das jemand friert, ist ganz einfach:

Schlafsäcke/Decken

In kalten Nächten (ab ca. 10 Grad) legen wir auf unser Frottee Spannbettlacken zwei sehr dicke Wolldecken, die die komplette Fläche der Matratze einnehmen. Die sorgen dafür, dass es auch von unten kuschelig warm ist. Zugedeckt wird dann jeder von uns mit einer Sofadecke und darüber unsere dicken Winterbettdecken mit Frotteebezug.

Die Kinder haben – je nach Temperatur – einen Kleinkindschlafsack mit 3,5 tog an. Zur Sicherheit haben wir für jedes Kind einen zweiten Schlafsack, damit auch wirklich keiner frieren muss.

Nicht nur gegen Kälte gut: Der Kleinkindschlafsack mit 3,5 tog. | Bild: Amelie Sand

Bei den Schlafsäcken der Kinder achte ich darauf, dass sich die Ärmel abnehmen lassen. So kann man bei Bedarf die Ärmchen in der Nacht aus- oder einpacken. Denn gerade die Kleinsten lassen ihre Arme ja nicht sehr lange unter der Decke.

Damit unsere Jungs auch über den Kopf nicht auskühlen, tragen sie ab und an auch eine Mütze. Mit dieser Ausstattung haben wir auch schon mit -5° Grad im Dachzelt geschlafen ohne dass jemand gefroren hat oder krank wurde. Es war immer schön mollig warm.

Wir mussten nach dem Wechsel von Klappzelt auf Hartschale allerdings schnell feststellen, dass die Hartschalen nachts viel besser isolieren und es darin deutlich wärmer wird. Das machte bei uns wirklich einen riesigen Unterschied. Alle Vor- und Nachteile von Hartschalenzelten findet ihr hier noch einmal übersichtlich zusammengefast.

Dachzelt mit Wolldecke für Wärme von unten
Mit einer Wolldecke auf der Matratze ist es auch von unten schön warm. | Bild: Amelie Sand

Kleidung 

Unsere Jungs tragen einen normalen, langen Schlafanzug. Mal einteilig, mal zweiteilig. Bei Bedarf dann einen normalen Schlafsack für Kinder. Wir als Erwachsene tragen ebenfalls eine lange Hose und einen Pullover. Allerdings schlafen wir grundsätzlich ohne Socken, weil wir nur so wirklich warme Füße bekommen. Manche Bevorzugen auch die Wollsocken von Omi =)

Wärmflaschen

Eine Wärmflasche haben wir eher selten in Benutzung. Wobei wir mit den Kindern auch nicht bei mehreren Minusgraden im Dachzelt schlafen.

Hinzu kommt, dass die Kinder in dem Alter auch nicht merken, wenn es ihnen wirklich zu warm wird oder die Wärmflasche morgens schon wieder zu kalt ist und sie dadurch frieren. Deshalb ziehen wir unsere Kinder so an, dass wir auf eine Wärmflasche verzichten können.

Im Urlaub schläft immer unsere kleine Jack Russel Hündin Emma mit im Dachzelt. Die nutze ich in der Tat sehr gerne als Bettflasche. Die muss ich nämlich weder extra warm machen noch ist sie in der früh wieder kalt.

Eine Wärmflasche nutzen wir eigentlich nur, wenn wir ohne Kinder (und wenns so kalt ist auch ohne Hunde) unterwegs sind. Dann aber auch sehr gerne.

Standheizung

Wir waren ca. ein Jahr mit Standheizung unterwegs (dann ist sie uns leider kaputt gegangen). Die Standheizung hat uns in der ein oder anderen Nacht schön warm schlafen lassen und man konnte auf die vielen Schichten Decke und Schlafsack für die Kinder verzichten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich kein Kondenswasser bildet. Das macht das Dachzelten mit Kindern dann schon deutlich angenehmer.

Wichtig hierbei: bitte immer einen CO-Melder mit im Dachzelt liegen haben.

Junge lächelt in die Kamera mit Bagger in der Hand
Camouflage ist das neue sauber, die Kids spielen am liebsten draussen und im Dreck. Warum nicht?. | Bild: Amelie Sand

Wichtige Tipps und Tricks

Ich liebe es zu Organisieren und Dinge zu ordnen. Das kommt uns im Minicamper natürlich sehr entgegen. Deshalb ist bei uns wirklich jeder noch so kleine Platz ziemlich gut genutzt.

Wäschekörbe

Im Fußraum der Kinder haben wir jeweils einen Wäschekorb stehen. Der sorgt erstens für mehr Ordnung und zweiten für jede Menge Stauraum.

In einem Wäschekorb haben wir die Jacken, Matschhosen, Schneeanzüge, Mützen, Schal und Handschuhe für die Kinder. So sind sie auch immer griffbereit, trocken und warm.

Im anderen Wäschekorb ist Platz für (dreckiges) Spielzeug wie z.B. Eimer und Schaufel, ein ferngesteuertes Auto (unseres fährt über Stock und Stein und bereitet ihnen stundenlang pure Freude) und ein paar Lieblingsspielzeuge von Zuhause, die sie sich am Tag vor der Abreise selbst raussuchen.

Ich kann mich erinnern, als wir unsere erste Reise mit dem Dachzelt angetreten haben, wie viele Spielsachen wir eingepackt haben. Es wurden nicht einmal ¼ davon gebraucht. Denn sobald sie aus dem Auto steigen, brauchen sie maximal ihren Eimer und ihre Schaufel.

Netze/Staufächer im Fahrzeug

Wir nutzen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ein spezielles Netz. Hier haben wir immer ein paar Windeln und Feuchttücher bereit. Gerade letzteres braucht man bei Kleinkindern ja nicht nur zum Wickeln. Und auch wir als Erwachsene nutzen die ab und zu ganz gerne.

Organizer und Netze helfen beim Ordnung halten im Auto. | Bild: Amelie Sand

Zwischen den Kindersitzen auf der Rücksitzbank haben wir einen Organizer, der verschiedene Fächer und Netze beinhaltet. Hier haben die Kinder ihr Spielzeug griffbereit, das sie gerne während der Fahrt nutzen.

Für die Kinder gibts an den Rückenlehnen jeweils einen Organizer für Taschentücher, Trinkflasche, einen kleinen Regenschirm und Stifte. Die Tablets werden mit speziellen Halterungen an der Nackenstütze befestigt.

Dachzelt mit Staufach und Lichterketten
Ordnung ist die halbe Miete – die Staufächer im Dachzelt sind wirklich praktisch. | Bild: Amelie Sand

Netze im Dachzelt

Wir haben insgesamt 3 Netze im Dachzelt, die bei uns beim Kauf bereits verbaut waren.

Zwei kleinere Netze, die mit einem Klettverschluss an den Wänden hängen – hier ist immer eine Trinkflasche, Windeln, Feucht- und Taschentücher griffbereit.

Ein weiteres Netz geht über die gesamte Breite und ca. 1/4 der Länge des Dachzeltes. Dort oben befinden sich dann unsere Klamotten. Je nach Temperatur empfiehlt es sich, diese in wasserdichte Säcke zu verstauen, damit sie über Nacht nicht klamm werden.

Kleidung

Tatsächlich haben wir gar nicht viele Klamotten dabei. Hier hilft ein ganz wichtiger Tipp: Für die Kinder lieber dunkle Klamotten einpacken. Wir sind nicht so empfindlich was Flecken auf den Klamotten der Jungs angeht. Wir packen einfach vorwiegend dunkle Klamotten ein, so fällt auch den Mitmenschen nicht direkt auf, dass die Kinder ihre Hose schon den vierten Tag tragen.

In der Regel haben wir für die Jungs je zwei kurze, zwei lange Hosen, sowie drei T-Shirts und drei Langarmshirts dabei. So kommen wir tatsächlich – wenn es keine größeren Matsch- oder Wasserunfälle gibt – 14 Tage zurecht. Und da wir meist dort unterwegs sind, wo keine anderen Menschen sind, stört sich auch niemand daran.

Handtücher/Waschlappen

Handtücher und Waschlappen benötigen eingerollt statt gefaltet viel weniger Platz (übrigens gilt das auch für Klamotten). Wir haben unterwegs lediglich vier Handtücher dabei. Damit kommen wir sehr gut zurecht.

Ordnung ist die halbe Miete

Ordnung ist für mich ein Grundbedürfnis. Ohne Ordnung ist für mich ein stressfreier Urlaub ausgeschlossen. Unser Ausbau ist so geplant, dass die Dinge an ihren dafür vorgesehenen Platz zurückgelegt werden müssen, sonst kriegen wir gar nicht alles unter.

Selbst die Schmutzwäsche hat bei uns ein Fach unter der Hundebox. Das ist übrigens mein Lieblingsgadget im Ausbau. Aus dem Augen aus dem Sinn – es gibt keine bessere Lösung für die schmutzige Wäsche!

Papa sitzt mit Junge auf Dachbox und zeigt in den Himmel
Um noch mehr Stauraum zu schaffen, haben wir unsere Bettwäsche und Campingstühle in Boxen auf dem Dach untergebracht. | Foto: Dennis Brandt

Während der Fahrt

Auch wenn das viele immer nicht glauben können, aber unsere Kinder fahren (mittlerweile – das war bei unserem Jüngsten nicht schon immer so) wirklich gerne Auto und sind meistens sehr zufrieden, wenn sie draußen die Natur beobachten können.

Natürlich gibt es aber auch Tage oder Straßen, da haben sie einfach Langeweile. In dieser Zeit haben sie ihre Kindertablets und schauen dort ihre Filme. Und da beide natürlich unterschiedliche Serien schauen und auch wir gerne mal die Ruhe genießen, habe ich ihnen Kopfhörer in ein selbst genähtes Stirnband eingenäht. Das funktioniert sehr, sehr gut. 

Wie das genau aussieht, könnt ihr hier in unserem Setup Video auf dem Dachzeltnomaden Youtube Kanal sehen.

Außerdem haben sie eine Art Kinderlaptop dabei, der ihnen verschiedene Tiere und die Buchstaben erklärt. Kinderlieder über das Autoradio oder „Ich sehe was, was du nicht siehst“ sind ebenfalls eine sehr willkommene Abwechslung.

Kinderlaptop zum Lernen auf langen Autofahrten. | Bild: Amelie Sand

Für den kleinen Hunger unterwegs naschen unsere beiden gerne mal ein paar Kekse, Backerbsen oder auch Rosinen. Damit sich diese nicht im ganzen Auto verteilen, haben wir immer zwei kleine Tupperdosen griffbereit, in die wir entsprechendes Knabberzeug umfüllen können.

An der Lehne vor ihnen ist ein Organizer befestigt. Dort finden sie ihre auslaufsichere (!) Trinkflasche, eine Box mit Taschentüchern, einen kleinen Regenschirm und ein paar Stifte. Das können sie sich alles selbst nehmen.

Junge steht mit Hund in der Natur und blickt auf Stausee
Draussen zuhause – ist das nicht schön? | Bild: Amelie Sand

Reiseapotheke

Eine Reiseapotheke sollte immer so ausgestattet sein, dass man auch sorglos mit zwei Kleinkindern in den Urlaub aufbrechen kann. Neben diverser alternativen Behandlungsmethoden, zählen für uns aber auch ganz klar normale Medikamente dazu.

Natürlich ist diese Apotheke für Jedermann anders richtig bestückt – eine allgemein perfekte Ausstattung gibt es da vermutlich nicht.

Wir haben 2 – 3 Sachen die wir für unsere Kinder ab und an mal brauchen. Medikamente bei Verstopfung, Fusicutansalbe, Fiebersaft und -zäpfchen sind hier besonders wichtig. Außerdem mit dabei haben wir Allergietabletten und –cortison (für Mama), Vomex, Pflaster, Wunddesinfektion und Nasenspray.

Packliste

Unsere Packliste ist nicht besonders lang. Neben den wenigen Klamotten, ein paar Spielsachen, Reiseapotheke, Handtücher, Waschzeug, Badesachen und sämtliche Dinge rund um die Küche befindet sich darauf nicht mehr viel. Das sind die Dinge, die wir außerdem immer dabei haben:

Wäsche waschen unterwegs

Viele Dachzeltnomaden nutzen verschiedene Fässer auf dem Dach ihres Autos. Dieses Fass wird mit Wasser (und evtl Steinen), Seife und der Dreckwäsche gefüllt und während der Fahrt auf dem Autodach ordentlich durchgeschüttelt. Eine gute Möglichkeit, wenn man gerade keinen Campingplatz oder Waschsalon in der Nähe hat oder sich die Zeit sparen möchte. Gerade mit Kids kann das ein anstrengendes Unterfangen werden.

Tatsächlich wasche ich unsere Wäsche meist im Fluss, ohne Waschmittel natürlich. Meist ist ohnehin nur Erde oder Dreck an den Klamotten, das geht auch ohne Waschmittel gut raus.

Über Nacht aufgehängt, trocknet es dann auch gut und kann am nächsten Morgen schnell wieder eingeräumt werden. Sollte das Wäsche trocknen über Nacht aufgrund von Regen oder Kälte nicht funktionieren, suchen wir uns einen Waschsalon und schmeißen es kurz in den Trockner.

Waschen kann man überall, auch in der Natur! | Bild: Philipp Lindner-Sand

Was das Reisen im Dachzelt mit den Kindern macht

Es ist keine Frage – auch beim Reisen mit Dachzelt und (kleinen) Kindern gibt es stressige und weniger stressige Tage. Unterm Strich können wir aber feststellen, dass diese Art von Urlaub für uns alle so viel stressfreier ist als in einem Hotel. Warum?

Die Kinder stören in der Natur niemanden, wenn sie wie die Indianer schreiend ums Auto rennen. Es stört niemanden, wenn sie gerade nackig sein möchten. Es stört niemanden, wenn sie beim Essen nicht sitzen bleiben. Sie müssen keine Mittagspause und Ruhezeiten einhalten. Wir können essen zu welchen Uhrzeiten uns es auch immer lieb ist. Ich glaube, diese Liste lässt sich sehr lange so weiterführen.

Das Wichtigste für uns an all dem ist jedoch: sie entwickeln ein unglaubliches Bewusstsein und Interesse für die Natur. Wir sind als Eltern beide sehr naturverbunden, haben bereits in unserer Kindheit die Freizeit immer draußen verbracht.

Es macht uns extrem glücklich und stolz, wenn uns unsere beiden Jungs Löcher in den Bauch fragen, warum die Murmeltiere auf den Hinterbeinen vor ihren Löchern stehen. Oder warum große, weiße Hunde zwischen den Schafen laufen. Oder sie wissen wollen, wie man Feuer macht und wir gemeinsam Stöcke sammeln. Oder wieso man die Sterne in den Bergen so viel schöner beobachten kann.

Unsere Kinder sind auf diesen Reisen mit so wenig glücklich. Das macht uns auch glücklich!

Unser Ausblick aus dem Dachzelt im August 2019 in Frankreich. | Bild: Amelie Sand

Ihr seid aus dem Kleinkind- und Babyalter schon raus? Dann haben wir hier den perfekten Beitrag für euch für das Dachzelten mit älteren Kindern:

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Dachzelt mit Hund

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Du möchtest dir ein Dachzelt zulegen und hast aber einen Hund, der mit ins Dachzeltabenteuer soll? Du fragst dich, wie das Dachzelten mit Hund funktioniert und wie du möglichst entspann und gut vorbereitet mit Hund und Dachzelt verreisen kannst?

Schläft mein Hund im Dachzelt? Wenn ja, wie kommt er da hinein? Wo schläft er sonst? Wo bringe ich ihn während der Fahrt unter? Was ist bei Reisen ins Ausland zu beachten und welches sinnvolles Zubehör gibt es für einen gelungenen Dachzelturlaub mit Hund? Antworten auf all dieses Fragen bekommst du in diesem Artikel! 

Was du von diesem Artikel erwarten kannst

Hi, ich bin Julia. Gemeinsam mit meinem Freund Markus bin ich seit 2016 Hundebesitzer eines Magyar Vizsla namens Loki und seit 2019 auch von Nash, unserem zweiten Vizsla. Wir sind beide seit 3 Jahren ehrenamtlich in einer Rettungshundestaffel tätig und nun seit 2 Jahren schon mit Hund und Dachzelt unterwegs. Mein Wissen rund um den Hund habe ich mir zusätzlich bei meiner früheren Aushilfstätigkeit in einer Hundepension und der Teilnahme an Vorlesungen einer Tierakademie angeeignet.

Menschen mit Hunden vor einem Schwedenhaus
Markus, Loki, Nash und ich 2019 in Schweden – unser erster Roadtrip nach Norwegen zu viert mit Dachzelt

Neben einigen Kurztrips und DACHZELT EVENTS, die wir mit unseren beiden Hunden und Dachzelt schon unternommen haben, hat es uns schon mehrfach auf Roadtrips in nordische Länder gezogen. Ehrlich gesagt habe ich mir anfangs gar keine Gedanken gemacht, wie ich das mit Hund im Dachzelt bewerkstellige oder was ich genau für den Hund mitnehmen muss. Wir haben alles aus dem Bauch entschieden. 

Umso interessanter war es für mich, diesen Artikel zu schreiben und mich noch einmal richtig intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich habe versucht, mich in die Situation meiner ersten Dachzeltreisen mit Hund zu versetzen und dir so die wichtigsten Tipps und Tricks mit zu geben.

Doch genug über mich, kommen wir zum eigentlichen Thema. Bevor ich auf das Dachzelten mit Hund eingehe, gibt es zunächst noch ein paar Fakten über Reisen mit Hund: Wohin darf der Hund nicht mit und wie wird der Hund am besten transportiert?

Und nun viel Spaß beim Lesen!

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, dann kannst du dir hier das DZN Live zum Thema anschauen:

Mit meinem Hund in den Urlaub – geht das?

Als erstes klären wir einmal, ob der Hund überhaupt mit in den Urlaub kommen soll. Die meisten werden jetzt sagen, na klar der ist Familie und überall dabei. Aber manchmal gibt es eben Urlaubsziele, die man mit Hund nur schwer oder gar nicht bereisen kann. Deshalb ist diese Frage gar nicht mal so unerheblich und sollte ganz am Anfang der Urlaubsplanung gestellt werden. 

Verbot der Einreise in bestimmte EU Länder

Es geht schon in Europa los, denn in manchen Ländern ist die Einreise für sogenannte Listenhunde verboten. Hat man dann ausgerechnet eine verbotene Rasse zu Hause (meist reicht schon die Mischung mit einer verbotenen Rasse) kann man den lang ersehnten Wunsch dieses eine Ziel zu bereisen schon vergessen. 

Übersichtstabelle Einreise in EU Länder

LandEinreise und Durchreiseverbot fürEinfuhr erlaubt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen
FrankreichPitbull (Stafforshire Terrier, American Staffordshire Terrier), Boerbull (Mastiff), Tosa und RottweilerHunde der Rassen (und nicht Typ) Dobermann, deutsche Dogge und Staffordshire Bull Terrier. Empfohlen wird aber das Tragen eines Maulkorbes und dass die Hunde von einer volljährigen Person an der Leine geführt werden.
KroatienPit Bull Terrier, Staffordshire Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bull Terrier and Miniature Bull Terrier dürfen nur mit FCI-Papieren einreisen. Maulkorb und Leine sind mitzuführen.
NiederlandeDas Verbot der Einfuhr von Hunden des Typs Pitbull-Terrier in die Niederlande ist seit dem 1. Januar 2009 wieder aufgehoben worden. Es gibt heute somit keinerlei Einschränkungen was die Einfuhr bestimmter Hunderassen betrifft.
SchweizDie Einfuhr von Hunden mit kupierten Ohren und Ruten ist verboten. Ausnahme: Hunde von im Ausland wohnhaften Haltern, die für Ferien oder andere Kurzaufenthalte in die Schweiz kommen oder in die Schweiz umziehen
SpanienPit-Bullterrier, Staffordshire-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Rottweiler, Dogo Argentino, Fila Brasiliero, Tosa-Inú und Akita-Inú. Welchen Beschränkungen diese Rassen unterliegen wird von Region zu Region unterschiedlich geregelt.Das geht von Maulkorbpflicht bis zu einem Einreiseverbot in die Region. Da sich diese Regeln auch kurzfristig ändern können, solltest Du das für alle Regionen, durch die Du reist, die Informationen dazu bei der Spanischen Botschaft oder den regionalen Touristeninformationen einholen.
DänemarkDie Haltung, Zucht und Einfuhr von folgenden 13 Hunderassen ist in Dänemark verboten: Pitbull-Terrier, Tosa Inu, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Amerikanische Bulldogge, Boerboel, Kangal, Zentralasiatischer Ovtcharka, Kaukasischer Ovtcharka, Südrussischer Ovtcharka, Tornjak, Sarplaninac. Das Verbot gilt auch für Kreuzungen der betreffenden Hunderassen. Sollte Dein Hund mit einer der Rassen Ähnlichkeit haben, raten wir von der Einreise ab. Bzw. führe unbedingt eine Bestätigung mit Dir, dass Dein Hund nicht einer der Rassen angehörtEs gilt folgende Übergangsregelung für Personen, die Hunde der betreffenden Rassen vor dem 17. März 2010 angeschafft haben: Die Hunde können nach Dänemark mitgebracht werden, aber müssen auf Straßen, Wegen, Fußwegen und Plätzen an einer maximal 2 m langen Leine geführt werden. Der Hund muss auch einen sicher verschlossenen Maulkorb tragen. Es müssen Dokumente, die den Zeitpunkt der Anschaffung bestätigen, mitgeführt werden. Diese Übergangsordnung gilt jedoch nicht für Pitbull-Terrier und Tosa Inu, da diese Rassen bereits vor Inkrafttreten der neuen Regeln verboten waren.
GroßbritannienPitbull Terrier, Japanese Tosa, Dogo Argentino und Fila Brasileiro.
NorwegenPit Bull Terrier, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Tosa, Dogo Argentino, Tschechoslowakischer Wolfhund sowie Mischlinge dieser Rassen und Mischlinge zwischen Hund und Wolf.
UngarnAufgrund des Gesetzes Nr. XXVIII. §24/A gibt es in Ungarn keine „gefährlichen Hunderassen”. Bei der Beurteilung der Gefährlichkeit ist das individuelle Verhalten des Tieres Standard und nicht die Rasse (wie es sein sollte!) Grundsätzlich können daher alle Hunderassen nach Ungarn eingeführt werden.
ZypernAmerican Pitbull-Terrier oder Pitbull-Terrier, Japanese Tosa oder Tosa Inu, Dogo Argentino oder Argentinian Mastiff und Fila Brasileiro oder Brazilian Mastiff.
Quelle: hunde-urlaub.net

Möchte man dann eine Reise nach Übersee machen, so kommt üblicherweise nur der Flieger in Frage. Die meisten Urlaube eigenen sich alleine wegen der Reisedauer schon nicht per Schiff, außerdem sind da Hunde häufig nicht erlaubt. Jedoch gibt es inzwischen einige Kurzkreuzfahrten und sogar eine Transatlantik Kreuzfahrt, die extra für Vierbeiner ausgelegt sind

Beim Flugzeug muss man sich die Frage stellen, ob man den Hund einen 9-24 Stunden Flug im Gepäckraum wirklich zumuten will. Klar er sitzt in der Box und es hat es dort entgegen der allgemeinen Meinung warm und ist normalem Druck ausgesetzt. Aber möchtest du deinen Hund für die Dauer des Fluges wirklich in seinen eigenen Exkrementen liegen lassen? Oder sogar in Kauf nehmen, dass der Hund so lange anhält, bis er wieder aus der Box darf (da die meisten Hunde ihr Lager sauber halten, außer im äußersten Notfall)?

Hundetransportboxen im Gepäckwagen auf einem Rollfeld
Tiertransportboxen in einem Gepäckwagen auf dem Weg zum Flugzeug | Bild: urlaubsheld.de

Beruhigungsmittel sind nicht oder nur in bestimmten Ausmaß erlaubt, da der Hund während des Fluges nicht zugänglich ist und im schlimmsten Fall einen Kreislaufkollaps erleiden kann. Außerdem hat man eine längere Vorbereitungszeit auf eine Flugreise, um den Hund an die Box zu gewöhnen. Die Anschaffungskosten für die Box kommen dazu und je nach Fluggesellschaft nochmal bis zu 300 Euro zusätzlich für das Hundeflugticket.

Die kleineren Rassen von bis zu 8kg haben es da schon leichter. Sie dürfen in der Passagierkabine bei ihren Besitzern in einer kleinen Tasche oder Transportbox verweilen. Aber mal ganz ehrlich, will ich es meinen Mitmenschen und mir antun, dass mein Hund sein Geschäft womöglich in der Kabine verrichtet und es dann stundenlang danach riecht? Oder die ganzen Tierhaarallergiker, die sich dann im kleinsten Raum mit Tierhaaren rum ärgern müssen?

Hund in Transportbox unter dem Sitz in der Passagierkabine im Flugzeug
Ein kleiner Hund liegt gemütlich in seiner Transportkiste, welche unter dem Sitz im Passagierraum des Flugzeug | Bild: urlaubsheld.de

Im Allgemeinen sind natürlich immer die Vorgaben der jeweiligen Fluggesellschaft und die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes zu beachten. Es werden aber meist keine Kampfhunde oder stumpfnasige Rassen (also die mit kurzen Schnauzen) wie z.B. der Mops mitgenommen, da es in Stresssituationen bei diesen Rassen zu erhöhter Kurzatmigkeit kommen kann und das in einer Atemnot enden könnte.

Blinden- und Assistenzhunde sind von den Bestimmungen natürlich ausgenommen und werden von den meisten Fluggesellschaften sogar kostenlos im Passagierraum mitgenommen.

Wohin mit dem Wuff, wenn er nicht mit kann oder darf?

Familie & Freunde

Die kostengünstigste und vermutlich entspannteste Variante ist natürlich die Familie oder Freunde. Hier hat man keine Zusatzkosten, da die wenigsten Familienmitglieder oder Freunde Geld für das Hundesitting verlangen. (Davon gehe ich jetzt einfach mal aus).

In dieser Variante wäre die einzige Problematik die ich sehe: Wollen bzw. können die Familienmitglieder oder die Freunde auf den Hund aufpassen und die Verantwortung übernehmen? Sind vielleicht Allergien oder andere Krankheiten vorhanden?

Das alles muss im Vorfeld abgeklärt werden, dann steht einem entspannten Urlaubsaufenthalt für Mensch und Tier nichts im Wege. Und falls doch etwas passiert, hat jeder Hundebesitzer die Möglichkeit eine Tierhaftpflicht abzuschließen die im Notfall eintritt. Existiert keine Tierhaftpflicht, so ist der Schaden über die Privathaftpflicht der betreuenden Person zu regulieren.

Infobox Hundehaftpflicht

Die Tierhalterhaftpflichtversicherung schützt den Tierhalter im Rahmen der vereinbarten Deckungssummen vor Schadensersatzansprüchen Dritter gegen ihn, die aufgrund seiner Tierhaltung entstehen können. Anspruchsgrundlage gegen den Tierhalter ist vor allem § 833Bürgerliches Gesetzbuch, der besagt, dass ein Tierhalter für Schäden, die sein Tier anrichtet, ohne eigenes Verschulden haftbar gemacht werden kann.

Die Tierhalterhaftpflichtversicherung ist vor allem für Halter von größeren Tieren (z. B. Hunde oder Pferde) von Bedeutung, da kleinere Haustiere in der Privathaftpflichtversicherung mit eingeschlossen sind. Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung leistet bei
– Personenschäden (z. B. Schmerzensgeld, Behandlungskosten nach einem Biss)
– Sachschäden (z. B. ein Hund zerstört die teuren Schuhe eines Gastes)
– Vermögensschäden als Folge eines Personen- oder Sachschadens.[1]

Wie bei jeder Versicherung gibt es Besonderheiten, auf die der Versicherungsnehmer achten sollte:
– Hundezüchter haben meistens die Möglichkeit, die neugeborenen Welpen für ein Jahr bei ihrer Wurfmutter kostenlos mitzuversichern.
– Das Gesetz sieht eine Mindestversicherungssumme von 1 Mio. Euro im Schadensfall vor
– Fremdhalter sollten ebenfalls mitversichert werden
– Verletzt ein Hund ein Familienmitglied, muss die Hundehaftpflichtversicherung kein Schmerzensgeld bezahlen. Denn rechtlich gesehen haben Familienmitglieder denselben Status wie der eigentliche Halter.[3]
– Versicherungsschutz sollte auch bei ungewollter Deckung greifen
– Optional bieten einige Versicherer die Möglichkeit sich für Hundeschlittenrennen zu versichern.
– Wenn Hunde auf Reisen in Hotels oder anderswo Mietsachen beschädigen, springt die Versicherung ein. Auch generelle Schäden im Ausland können von der Versicherung übernommen werden.
– Die Höhe der Versicherungsbeiträge richtet sich nach der Selbstbeteiligung und der Deckungssumme. Da Tierhalter immer für durch ihre Tiere entstandene Schäden aufkommen müssen,[4] ist vor allem letzteren besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Quelle: Wikipedia

Hundepension

Findest du keinen geeigneten Hundesitter in deinem privaten Umfeld, dann hast du die Option eine Hundepension zu buchen. Hier ist es aber wichtig zu wissen, dass diese in der Ferienzeit meist ausgebucht sind. Außerdem benötigen die Hundepensionen meistens 1-2 Probetage im Vorfeld mit den Hunden, um zu sehen ob der Hund auch verträglich ist bzw. in die Gruppe passt. Denn Einzelbetreuung gibt es bei den meisten Pensionen nicht. Also will auch der Pensionsaufenthalt geplant sein.

Bei den meisten Hundepensionen läuft es so ab, dass man sein eigenes Futter für die Dauer des Aufenthalts mitbringt. Bei anderen Pensionen oder Hundehotels kann man das Futter dazubuchen. Das würde ich aber nur machen, wenn der Hund keinerlei Futterunverträglichkeiten hat und ihm schnelle Futterwechsel keine Probleme bereiten. Sonst hat man schnell Mehrkosten für die Reinigung des Zimmers und des Hundebetts – ihr versteht was ich meine. Es gibt sogar Pensionen in denen man für die Hunde ein Wellness oder Sportprogramm dazu buchen kann.

Es ist natürlich wie bei so vielen Situationen im Leben eine Frage des Geldes, je luxuriöser ihr es für den Hund haben wollt, desto mehr Kosten musst du einplanen.

Erfahrungsgemäß liegt aber ein ganz normaler Pensionsaufenthalt ohne Extras bei 30 Euro pro Tag für einen mittelgroßen Hund. 

Tierheim

Keine Angst! Ich empfehle euch jetzt nicht euren Vierbeiner im Tierheim abzugeben, wenn ihr in den Urlaub wollt! Viele Tierheime bieten aber eine Urlaubsbetreuung für Hunde, Katzen, Reptilien und sonstige Kleinttiere an. Schau einfach mal auf der Homepage deines örtlichen Tierheims nach, die Betreuung ist dort günstiger und wird von ausgebildeten Tierpflegern übernommen.

Jetzt haben wir einen Überblick darüber, wie ich den Hund zuhause gut unterbringen kann, wenn ich ihn nicht mit in den Urlaub nehmen will oder kann. Kommen wir nun zu der mir persönlich viel lieberen Option (ja ich bin ein absoluter Hundenarr): Hundi kommt mit ins Dachzeltabenteuer!

Hund während der Fahrt

Jede Reise beginnt mit der Anfahrt und bei den meisten Dachzeltnomaden stellt sich dann die Frage, wohin mit dem Hund oder den Hunden? Denn das Dachzeltauto ist proppenvoll mit dem Ausbau wie Küchenkiste, Akkukiste und Schränken, den zusätzlichen Dingen wie Lebensmittel, Gepäck, Personen und alles was man für das Dachzelt braucht. Stopfe ich den Hund irgendwo dazwischen? Soll er einfach im Fußraum mit fahren? Ist im Kofferraum noch Platz?

In diesem Abschnitt erkläre ich dir, welche Möglichkeiten du hast, deine Vierbeiner vernünftig zu transportieren und auch welche rechtlichen Grundlagen es dazu gibt. In der Gesetzgebung ist der Hund zwar keine Sache, wird jedoch als solche gehandelt. 

“Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.” §90a BGB Tiere (Quelle: dejure.org)

Während des Transports ist der Hund Ladung und muss nach §22 StVO als solche so gesichert werden, dass im Falle eines Unfalls der Hund nicht durch das Fahrzeug fliegen kann und nach §23 StVO während der Fahrt den Fahrer nicht ablenken kann.

Ein ungesicherter Hund im Fahrerraum kann schnell zu einem gefährlichen Geschoss werden und nicht nur selbst bei einem Unfall verunglücken, sondern im schlimmsten Fall auch noch die Menschen im Fahrzeug tödlich verletzten.

Hundebox

Eine Hundebox ist sicherlich die kosten- und platz intensivste Variante des Hundetransports. Hat man mehrere Hunde, so benötigt man eine ausreichend große Box für alle oder mehrere Boxen, die im Fahrzeug untergebracht werden wollen.

Für die richtigen Maße der Hundebox geht man von der Größe des Hundes aus. Er soll in der Box aufrecht stehen und sich im Idealfall darin umdrehen können. Außerdem muss man auf die Länge, die Höhe und die Breite der Box achten. 

Dann ist da noch die Frage, möchte man eine Box aus Alu, Stoff oder aus Plastik. Alle haben dabei ihre Vor- und Nachteile.

Faltbare Hundebox aus Stoff

Faltbare Hundeboxen aus Stoff sind zwar leicht, werden gerne in der Wohnung oder im Haus als Schlafplatz genutzt und bei Nichtgebrauch platzsparend zusammengelegt. Diese sind jedoch nur für kleine oder mittelgroße Hunde geeignet. 

Außerdem haben sie den Nachteil, dass Welpenzähne oder ein sehr nagefreudiger Hund diese Boxen schnell zerstört. Passiert ein Malheur, also dass der Hund ausversehen reinmacht, so lassen sich diese Stoffboxen nur sehr schlecht reinigen.

Eine faltbare Stoffbox bekommst du schon ab 25 Euro, je nach Größe des Hundes.

Faltbare Hundebox aus Stoff
Bild: amazon.de

Hundebox aus Plastik

Transportboxen aus Plastik werden gerne auf Flugreisen genutzt und sind wohl die gängigste Variante der Transportboxen für Hund und auch die Katze. Sie sind leicht, stabil, gut zu transportieren und gut zu reinigen. Es gibt ein breit gefächertes Angebot auf dem Markt, sodass man schon für wenig Geld fündig wird. Im Fahrzeug hat diese Art von Transportbox den Nachteil, dass sie durch ihr geringes Gewicht sehr gut gesichert werden muss und im Falle eines Unfalls ist sie leider nicht so stabil, wie eine Hundebox aus Alu oder Metall.

Für eine Hundebox aus Plastik musst du schon etwas mehr zahlen. Ab 50€ erhälst du sogar eine Variante mit Gitterschiebetür! 

Hundebox aus Plastik
Bild: amazon.de

Hundebox aus Alu

Die teuerste, schwerste und unflexibelste Variante an Hundebox ist die Alu Hundebox. Jedoch ist diese Variante auch die Sicherste. In den Crash Tests ist sie die einzige Transportmöglichkeit, die den Hund im Falle eines Unfalls richtig absichern kann. Viele Alu Boxen haben sogar einen Notausstieg, falls der Kofferraum auf Grund eines Auffahrunfalls nicht mehr geöffnet werden kann. Durch diesen Notausstieg kann man vom Fahrerraum aus an die Hundebox kommen und den Hund befreien. 

Die Box sollte von allen Seiten offen sein, damit der Hund nicht das Gefühl hat eingesperrt zu sein. Die Alubox sieht nicht nur sehr hochwertig aus, sie hat auch den höchsten Wiederverkaufswert. Es gibt sie in Standardmaßen oder sogar maßgeschneidert.

Die teuerste, aber auch sicherste Variante der Hundeboxen geht ab 50€ in der kleinsten Größe los. Jedoch sind wir hier schnell im 100 – 1.000€ Bereich, je nach Größe und Ausstattung.

Im Internet findet man viele Tipps und Tricks rund um die richtige Hundebox.

Rücksitzbank

Wenn der beste Freund des Menschen auf der Rücksitzbank transportiert werden soll, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im vorherigen Abschnitt habe ich dir ja schon verschiedene Transportboxen vorgestellt, die natürlich auch auf dem Rücksitz ihren Platz finden können. Vorausgesetzt sie passen von der Größe drauf.

Hundeautobetten

Relativ neu auf dem Markt, sind sogenannte Hundeautobetten. Diese können je nach Platzangebot im Fahrzeug auf dem Rücksitz oder im Kofferraum montiert werden. Sie werden mit Hilfe von Isofix Punkten im Fahrzeug fixiert und haben meist ein integriertes Gurtsystem, mit dem der Hund am Sicherheitsgeschirr befestigt wird und so vor dem Herausspringen bzw. Herausfallen gesichert wird. 

Die Hundeautobetten sind bequem und leicht zu reinigen, da sie mit wasserabweisendem Material bezogen sind, jedoch hat diese Transportvariante auch einen sehr hohen Anschaffungspreis, welcher für gute Betten mit Isofix Befestigung bei 250€ losgeht. 

Hundeautobett für die Rücksitzbank
Bild: Dogstyler

Rücksitzdecken

Die günstigste Variante, um seinen Hund auf dem Rücksitz zu transportieren, sind sogenannte Rücksitzdecken oder Autoschondecken. Sie werden im Bereich der Rücksitzbank fixiert und schonen zum einen den Innenbereich, verhindern aber auch ein Durchschlüpfen des Hundes zwischen den Sitzen. Auch hier sollte der Hund zusätzlich über einen Sicherungsgurt mit -geschirr gesichert werden.

Die Decken sind die günstigste Variante in meiner Übersicht, du bekommst sie bei den meisten Discountern für unter 20€ im Angebot. Jedoch solltest du noch in ein gutes Sicherheitsgeschirr mit Brustverstärkung und in einen Gurtadapter investieren. Normale Hundegeschirre und Halsbänder können bei einer Vollbremsung schwere Verletzungen und Schnitte am Hund verursachen, deswegen ein spezielles Sicherheitsgeschirr. Es gibt sie im Set ab 30€.

Fußraum & Beifahrersitz

Fußraum

Der Fußraum im Auto auf der Beifahrerseite ist nur bedingt geeignet. Viele Hundehalter denken, das ist ein kleiner Raum, da kann ich den Hund gut begrenzen. Jedoch ist hier das Problem, der Hund kann im Falle eines Unfalls durch auslösende Airbags, das Metall der Sitzschienen oder durch gebrochenes Plastik lebensbedrohlich verletzt werden.

Soll der Hund im Fußraum auf der Beifahrerseite oder im Bereich der Rücksitzbank transportiert werden, so ist hier eine Transportbox aus vorher genannten gründen empfehlenswert.

Beifahrersitz

Auf dem Beifahrersitz sollten nur kleine, ruhige Hunde mit Sicherheitsgurt und -geschirr transportiert werden. Hier ist ein Hundeautobett oder eine Transportbox von Vorteil. Denn größere oder unruhige Hunde können durch ihre Bewegungen ungewollt an Schalthebel oder Lenkrad kommen und lenken den Fahrer zusätzlich vom Verkehr ab.

Nutzt du deinen Beifahrersitz sowieso nicht? Dann ist vielleicht die Variante von Dennis perfekt für dich. Dennis hat seinen Beifahrersitz ausgebaut und ein orthopädisches Hundekissen mit Sicherheitsgurt und -geschirr für Dachzeltnomadenhund Sam eingerichtet. Wie er das genau umgesetzt hat, siehst du in diesem Video!

Kofferraum

Im Kofferraum hast du mehrere Möglichkeiten deinen Hund unterzubringen: Du kannst einen eigenen Ausbau machen, eine Transportbox/ ein Hundeautobett nutzen oder ein Hundetrenngitter System installieren. 

Die gängigsten Varianten in der Kombifahrzeug Klasse sind hier das Hundetrenngitter oder eine Hundebox aus Alu.

Hundetrenngitter und Netze

Als günstige und platzsparende Alternative haben sich Hundetrenngitter oder Hundetrennnetze bewährt, da manche Hunde nicht gerne in einer Transportbox mitfahren oder einfach nicht gern eingesperrt sind. 

Ein Hundetrenngitter bekommst du schon ab 20€, willst du ein passgenaues welches  von deinem Fahrzeughersteller ist, musst du eher mit 150€ rechnen.

Hat man einen Van, einen Pickup oder einen Hochdachkombi, so wird der Hund hier meist individuell transportiert. Meistens in einer Box oder in einem eigenen Ausbau, sieh selbst!

Dachzeltnomaden Ausbauvarianten

Wir wären nicht Dachzeltnomaden, wenn wir nicht ständig optimieren und Umbauen würden. Das gilt natürlich auch für die Unterbringung unserer Vierbeiner. Hier findest du verschiedenste Ausbauvarianten von Dachzeltnomaden, die mit Hund verreisen:

Wo hält der Hund sich tagsüber auf

Jetzt bist du am Ziel deiner Reise angekommen, doch was machst du mit dem Hund während des Aufenthalts? Nimmst du ihn überall mit? Lässt du ihn frei laufen? Geht das überhaupt so einfach?

Diese Fragen klären wir in diesem Abschnitt. Zuerst müssen wir aber noch unterscheiden, welche Art von Urlaubsaufenthalt du machst. Bist du auf einem DACHZELT EVENT, machst du Urlaub auf einem Campingplatz oder machst du einen Roadtrip mit wilden, abgelegenen Stellplätzen? In jeder Situation gibt es verschiedene Möglichkeiten, Do’s und Dont’s für den Aufenthalt deines Hundes.

Frau steht mit zwei Hunden an einem Fluss und hat ein Dachzeltnomaden Hoodie an
Beim Gassi gehen am DACHZELT MEETUP Nordhessen | Bild: Julia Nothelfer

Events

Wenn wir mit unseren zwei Hunden auf ein DACHZELT EVENT fahren, ist es meist der gleiche Ablauf: Je nachdem wie lange die Fahrt ist, machen wir kurz vor der Ankunft eine kleine Pipi-Pause, bei denen die Jungs nochmal ein bisschen Auslauf haben und toben können. Denn sobald wir auf dem Event Gelände sind, wird erst einmal unser Lager aufgebaut, also Dachzelt, Tisch und Stühle. In dieser Zeit bleiben die Hunde in ihrer Box im Auto und je nach Temperatur bei offener oder geschlossener Kofferraumtür. 

Da wir erfahrungsgemäß eine ganze Weile mit dem Aufbau beschäftigt sind, kann da gut eine Stunde ins Land gehen – man kommt ja schnell ins Quatschen mit anderen Dachzeltnomaden.

Wenn wir fertig sind und die erste Runde übers Gelände gedreht haben, dürfen die Hunde zu uns raus. Wir haben sie bei uns am Platz nicht an der Leine, achten aber immer darauf, dass sie nur bei uns am Platz bleiben. Sie haben dann auch ihre Liegekissen draußen und wissen, dass sie dorthin gehören.

Kommt dann beispielsweise ein unangeleinter Hund, so haben wir sie trotzdem in unserem Wirkungsbereich und können uns der Situation entsprechend verhalten. Im besten Fall ein kleines Spiel mit dem anderen Hund bei uns am Platz, im schlechtesten Fall kommen sie ins Auto. Denn es ist bei Hunden wie bei Menschen, sie können auch nicht jeden gleich gut riechen.

Dachzelte im Hintergrund und eine Frau mit zwei Hunden sitzt an einem Tisch und beobachtet etwas
Kontaktaufnahme mit der Nachbarshündin am DACHZELT CAMP SPECIAAL | Bild: Julia Nothelfer

Direkt am eigenen Auto dürfen die Hunde bei DACHZELT EVENTS gerne ohne Leine sein. Sobald die Hunde diesen Bereich aber verlassen, gilt Leinenpflicht!

Bewegen wir uns über das Gelände oder sind wir nicht am Platz, kommen sie in ihre Box im Auto. Wir haben unsere Alu Transportbox nach Maß anfertigen lassen und in diese passen unsere zwei mittelgroßen Hunde ohne Probleme rein. Auch ist es ihr Rückzugsort, wenn es ihnen tagsüber zu trubelig wird. Unsere Rasse, der Magyar Vizsla, ein ungarischer Vorstehhund neigt eher zum Überdrehen, wenn viele Menschen um sie herum sind und deswegen ist die Box ihr Ruhepol, in dem sie schlafen und chillen können. 

Beigebracht haben wir ihnen das von Anfang an. Durch unser Ehrenamt in der Rettungshundestaffel sind sie es gewöhnt, mehrere Stunden in ihrer Box zu verbringen. Sie haben dort ihre Decken und natürlich immer frisches Trinkwasser zur Verfügung.

Nehmen wir die Hunde mit auf das Gelände oder verlassen wir das Gelände mit ihnen um eine Runde Gassi zu gehen, sind beide an der Leine.

Andere Dachzeltnomaden mit Hunden haben mir das gleiche bestätigt. Auf Events bleiben ihre Hunde an der Leine und wenn sie alleine sind, dann im Fahrzeug, bzw. in der Transportbox im Vorzelt. Manche lassen sie mit einem speziellen Erdanker oder am Fahrzeug fixiert an der Leine vor dem Fahrzeug oder im Vorzelt liegen. Das kommt natürlich immer darauf an, wie man als Hundehalter den Hund erzieht, bzw. wie man es handhaben möchte.

Man sollte dabei aber immer bedenken, dass auf den Events auch mal ein Hund ohne Leine herumläuft oder auch die Kinder über das Gelände toben. Ist der Hund also nicht verträglich oder ängstlich, sollte man ihn nicht alleine angeleint vor dem Fahrzeug lassen. So kann man gefährlichen oder ungewollten Begegnungen am besten aus dem Weg gehen. Selbst der wohlerzogene Hund kann in einer falschen Situation zum Opfer oder Täter werden – und das wollen wir ja alle nicht.

Campingplatz

Auf Campingplätzen stehen wir meist so, dass wir genügend Abstand zum nächsten Nachbar haben. Ist dies nicht möglich, handhaben wir es wie auf den DACHZELT EVENTS. Es gibt inzwischen sogar Campingplätze mit extra für Hunde eingezäunte Parzellen oder auch extra Hundebereiche, in denen dann nur Hundebesitzer untergebracht werden.

In Deutschland und dem Rest der EU kosten die Hunde meist einen Aufpreis zwischen 3 und 7 Euro auf dem Campingplatz. Wenn man einen wirklich guten und hundefreundlichen Platz erwischt hat, so beinhaltet dieser einen Hundestrand oder am Badestrand sind Hunde erlaubt. Es gibt sogar Campingplätze mit einer extra Hundespielwiese und einer Hundedusche.

An den meisten hundefreundlichen Campingplätzen gibt es auch im oder am Campingplatz Hundestationen zum Entsorgen der Kotbeutel und um seinen Vorrat an eben solcher wieder aufzufüllen. 

VW Caddy mit Dachzelt, davor sitzt eine Frau mit zwei Hunden an einem Tisch. Man sieht sie nur von hinten. Es liegen zwei Solar Panele daneben.
Auf diesem Campingplatz ging es recht eng zu, deswegen waren die Hunde hier angeleint | Bild: Julia Nothelfer

Ich habe die Erfahrung in Norwegen gemacht, dass Hunde dort immer inklusive auf den Campingplätzen waren. Jedoch sucht man in Norwegen und Schweden vergebens nach Hundestationen. Also entweder genügend Hundekotbeutel von daheim mit nehmen oder im Supermarkt oder in der Tierhandlung vor Ort nachkaufen.

Welche besonderen Erfahrungen habt ihr im Ausland gemacht? Berichtet uns gerne darüber und wir nehmen das in den Artikel mit auf!

Freie Stellplätze

Das ist das, was für mich das Dachzeltnomadensein ausmacht! An einem abgelegenen Ort ganz alleine Zeit in der Natur mit meinen Liebsten verbringen. Zumindest bei uns stellt sich hier nicht die Frage nach der Leine. Bei dieser Variante des Dachzeltens dürfen die Hunde frei herumlaufen und die Umgebung erkunden. Natürlich achten wir auch hier darauf, dass die Hunde nicht jagen gehen. 

Unsere zwei sind jedoch so fixiert auf uns als Rudelführer, dass sie das Lager nicht verlassen. Und wenn doch, dann muss der absolute Rückruf sitzen! Also der Hund muss auf jeden Fall zurückkommen, wenn ich ihn rufe.

Für junge Hunde oder Hunde mit ausgeprägtem Freiheitsdrang gibt es inzwischen GPS Tracker, die man gegen eine Monats- oder Jahresgebühr nutzen kann, um seinem entwischten Hund live zu folgen und wieder zu finden. Ausreichendes Handynetz ist natürlich Voraussetzung.

Sightseeing 

Halten wir uns in einer Stadt auf, oder gehen wir in Regionen wandern, wo es viele andere Touristen gibt, bleiben die Hunde selbstverständlich an der Leine. Auch muss man in bestimmten Ländern einen Maulkorb mit sich führen und diesen an öffentlichen Plätzen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Bergbahnen nutzen.

Hund und Mann in einer Bergbahn
Lokis erste Fahrt mit einer Bergbahn | Bild: Julia Nothelfer

Wir hatten bisher immer das Glück, wenn wir in so einer Region, beispielsweise in Österreich waren, dass wir die einzigen Fahrgäste in der Bergbahn waren. Das Personal hat uns dann erlaubt die Bergbahn ohne Maulkorb zu nutzen. Hier gilt auch wieder einmal, einfach nett nachfragen!

Wo schläft der Hund?

Kommen wir nun zu einer der zwei wichtigsten Fragen für die meisten Dachzeltnomaden: Wo schläft der Hund? Im Dachzelt oder im Fahrzeug?

Nun, da gehen die Meinungen auseinander aber im Endeffekt ist es reines Gusto. Ich möchte hier keine Vorgaben machen, wo ein Hund zu schlafen hat. Es ist – wie gesagt – von den Hunden und dem jeweiligen Besitzer abhängig und jeder hält das unterschiedlich. 

Bei fast 50% der Gruppenmitglieder auf Facebook schlafen die Hunde im Auto.

Das zeigt auch das Ergebnis der Umfrage in der Facebookgruppe. Es haben über 300 Mitglieder abgestimmt und die Hälfte der Dachzeltnomaden Hunde schläft im Auto, gefolgt vom Dachzelt. Einige Hundebesitzer lassen sie im Vorzelt schlafen und nur noch eine Handvoll im Freien oder im Anhänger.

Dachzelt

Unsere zwei schlafen bei uns im Dachzelt. Ganz einfach, weil sie bei uns daheim auch im Bett schlafen und es nicht anders gewöhnt sind. Das war auch einer der Gründe, warum wir uns vor 2 Jahren ein Dachzelt zugelegt haben. Wir haben davor mit dem ersten Hund im Caddy geschlafen und das wurde uns einfach auf Dauer zu eng.

Es gibt viele Dachzeltnomaden, deren Hunde ebenso im Dachzelt schlafen. Genau aus demselben Grund. Es ist einfach die Erziehung. So wie man dem Hund es beibringt, so gewöhnt er sich auch daran und möchte dann nur ungern getrennt vom Rudel schlafen. 

Es gibt Dachzeltnomaden wie Amelie und ihre Familie, die mehrere Hunde und zwei Kinder hat. Sie haben es so gelöst, dass der kleinste Hund mit im Dachzelt schläft und die großen Hunde in ihrer Box im Fahrzeug. Die großen Hunde haben es so gelernt und schlafen auch daheim außerhalb vom Haus. Mehr von Amelie und Philipp gibt es bald bei den DZN Setup Videos, schau doch mal vorbei.

Familie mit zwei Kindern und drei Hunden vor einem Fahrzeug mit Dachzelt, Markise und ausgefahrenen Schubladen
Dachzeltnomadin Amelie, ihre Familie und die drei Hunde – alle sieben verteilen sich auf Pickup und Dachzelt beim Schlafen | Bild: Dennis Brandt

Außerdem spielt das Gewicht und das Kälteempfinden der Hunde ebenso eine Rolle, wie die Größe des Dachzelts. Ein 40kg Hund ist natürlich schwieriger ins Dachzelt zu bekommen, als ein 5kg Hund. Ein Kurzhaar friert schneller im Fahrzeug aufgrund der kaum oder nicht vorhandenen Unterwolle. Hat man ein kleines Dachzelt kann es mit Kind und zusätzlich noch einem großen Hund schnell zu eng werden. 

Hund liegt im Kofferaum zugedeckt und schläft
Auch ein Rodesian Ridgeback ist eine Kurzhaar Rasse ursprünglich aus Afrika, deswegen lieben auch sie Decken | Bild: Guido Smeets

Nicht zu vergessen, der nasse und dreckige Hund. Wir hatten das Glück, bei den DACHZELT EVENTS meist die rauszupicken, die sehr matschig und nass waren. Nicht jeder empfindet es angenehm einen nassen, unangenehm riechenden Hund im Dachzelt zu haben.

Wir trocknen unsere Hunde vorher ab und im schlimmsten Fall wird mit dem Schlauch der Luftstandheizung trocken geföhnt. Wenn ihr keine eigene Heizung habt, dann fragt doch gerne beim Nachbarn nach! Außerdem haben wir im Eingangsbereich ein Handtuch liegen, mit denen die Pfoten abgeputzt werden bevor es für die Hunde ganz ins Dachzelt geht. 

Und für mich das beste am Schlafen mit Hund im Dachzelt: Ich brauche keine Wärmflasche! Hunde sind durch ihre höhere Körpertemperatur von 38-39° immer wärmer als Menschen und meine zwei liegen meistens auf mir drauf, so dass ich immer meine persönliche Heizdecke habe. Im Sommer ist es natürlich auch mir zu warm, aber was macht man nicht für seine Lieblinge?

Fahrzeug

Schläft der Hund im Fahrzeug, so ist es natürlich etwas unkomplizierter. Man muss sich keine Gedanken machen, wie der Hund ins Dachzelt kommt oder ob genügend Platz darin vorhanden ist. 

Ist der Hund es von zu Hause gewöhnt, alleine zu schlafen, so stellt das auch unterwegs kein Problem dar. Kennt er es jedoch nicht und schläft zu Hause mit dem Menschenrudel, so muss man ihn erst daran gewöhnen. Beispielsweise in dem man daheim übt, dass er alleine in seiner Transportbox schläft.

Bleibt er dann gerne in dieser Box, kann man diese dann unterwegs ohne Probleme ins Fahrzeug oder sogar ins Vorzelt stellen und der Hund hält sich dort auf. Für ihn ist es durch die Eingewöhnung von daheim seine Höhle bzw. sein Rückzugsort geworden.

Viele von euch machen sich Gedanken, ob es dem Hund im Fahrzeug zu warm oder zu kalt werden könnte. Nun, es sollte natürlich immer eine Frischluftzufuhr im Fahrzeug gewährleistet sein. Es reicht die Fenster oder den Kofferraum einen Spalt zu öffnen.

Wer sein Fahrzeug verschließen möchte, auch wenn der Kofferraum etwas geöffnet ist, dem kann ich zu einem Abstandshalter raten. Das ist eine Vorrichtung, die man zwischen Heckklappe und Kofferraum einrastet und dadurch der Kofferraum einen bestimmten Abstand geöffnet bleibt. Man kann dann das Fahrzeug abschließen und der Kofferraum kann trotzdem nicht weiter geöffnet werden. 

Im Sommer bis Ultimo schlafen, so dass das Fahrzeug bei 30 Grad in der prallen Sonne steht, geht natürlich nicht. Aber meistens steht man mit seinem Setup ja sowieso so, dass man nicht direkte Sonne abbekommt, weil es im Dachzelt auch schnell zu heiß werden kann.

Im Winter empfiehlt es sich für kälteempfindliche Hunde eine Standheizung zu haben. So kann der Innenraum des Fahrzeugs komfortabel beheizt werden und der Hund muss nicht frieren.

Wir haben beispielsweise im Winter unsere Transportbox zusätzlich mit einer Picknickdecke mit Thermoboden ausgekleidet, da die Hunde ab Temperaturen unter 10 Grad schnell frieren und im Training einige Zeit im Auto ausharren müssen.

Die Decke bringt schon wahnsinnig viel, da die Körperwärme der Hunde zurückreflektiert wird und so die Box von alleine beheizt wird. Außerdem kann man sich noch mit Hundemänteln behelfen, damit die Vierbeiner es schön warm haben, wenn sie sich nicht bewegen. 

Im Freien oder im Vorzelt

Wenn es den Hunden beigebracht wird, dann können diese auch ohne Probleme im Freien oder im Vorzelt schlafen. Bei dieser Variante ist es aber immer möglich, dass fremde Hunde oder Wildtiere versuchen, ins Vorzelt einzudringen oder den angeleinten Hund im freien angreifen.

Hunde vor einem Fahrzeug mit Dachzelt
Auch vier Hunde im Vorzelt sind eine Schlafvariante beim Dachzelten | Bild: Dieter Prettenthaler

Wie du siehst, hat jeder Schlafplatz für den Hund seine Vor- und Nachteile für Mensch und Tier. Jetzt bleibt es dir überlassen für welche Variante du dich entscheidest.

Schick uns gerne Bilder, wie dein Hund im Fahrzeug untergebracht ist!

Wie kommt der Hund ins Dachzelt

Das ist die zweite Frage, die viele Dachzeltnomaden bewegt: Wie kommt mein Hund ins Dachzelt? Bei den Lösungen, zeigt sich mal wieder die Kreativität der Dachzeltnomaden. Je nach Gewicht des Hundes und Höhe des Fahrzeugs gibt es unterschiedliche Varianten von hoch heben, über spezielle Treppen- oder Rampenkonstruktionen bis hin über die Motorhaube zu steigen ist alles dabei. Seht selbst!

Leiterkonstruktion

Dachzeltnomadin Tanya hat für ihren Schäferhund Ceno aus einer Hunderampe, etwas Riffelblech, Holzresten und Kunstgras eine Treppe fürs Dachzelt gebaut. Diese kann zusammengeklappt auf dem Rücksitz transportiert werden:

So kommt der Hund bequem und sicher ins Dachzelt | Video: Tanya Amrein

Rampenkonstruktion

Dachzeltnomadin Elke hat eine einfache, zusammenklappbare Rampe für Hunde gekauft und ihrer 10 jährigen Hündin Bella beigebracht, diese hoch und runter zu gehen. Als nächstes Optimierungsprojekt steht noch an, die doch etwas zu rutschige schwarze Beschichtung mit Kunstrasen zu bekleben.

Einmal hoch ins Dachzelt…
… und wieder runter! | Videos: Elke de Vries

Motorhaube

Einige Dachzeltnomaden haben die Lösung über die Motorhaube als Einstiegshilfe gewählt. Um das ganze rutschfester für die Hunde und Lack schonender für das Auto zu machen, legt man einfach eine Yogamatte auf die Motorhaube.

Isomatten sind nur bedingt geeignet, da diese weg rutschen, sobald der Hund auf die Motorhaube springt. Für Hunde unter einem Jahr, ältere Hunde oder Hunde mit Gelenkbeschwerden ist diese Lösung allerdings nicht so gut, da das hoch und runter Springen die Gelenke doch sehr belastet.

Über die mit einer Yogamatte geschützte Motorhaube geht es für den Hund nach oben | Video: Fanny Siekmann

Hoch- und Runtertragen

Wir persönlich nehmen die klassische Tragevariante. Unsere Hunde wiegen um die 20kg und sind von Anfang an daran gewöhnt von uns hochgehoben und umher getragen zu werden. Was auch wieder der Ausbildung zum Rettungshund geschuldet ist.

Wir nehmen sie am Boden auf, gehen 3-4 Stufen die Leiter hoch und dann gehen sie von dort aus selbstständig ins Dachzelt, welches sich auf 2m Höhe befindet.

Hinunter funktioniert es ähnlich: Der Mensch geht auf der Leiter ein paar Stufen runter, Hund legt seine Pfoten auf die Schulter, wird in den Arm genommen und ruhig herunter getragen.

Wichtig bei dieser Variante ist, alles ruhig und bedacht zu machen. Wir hatten schon einmal den Fall, wo wir dabei zu unruhig waren und unser Hund uns abgesprungen ist. Gott sei Dank nur ca. 1 Meter vom Boden entfernt!

Dennis und Dachzeltnomadenhund Sam nehmen auch die Tragevariante. Hoch geht es, indem Dennis Sam auf den Arm nimmt und mit einer Hand an der Leiter ins Dachzelt klettert und runter geht es dann auf Dennis Schulter.

Was brauche ich alles für Zubehör auf der Reise?

Jeder Hundebesitzer weiß, was für seinen Liebling das Beste ist. Jedoch möchte ich einen kleinen Einblick darüber geben, was es alles an praktischem Zubehör auf Reisen mit dem Hunde gibt. Angefangen vom Futter bis hin zur Reiseapotheke.

Futter

Unsere Hunde werden normalerweise gebarft, sprich sie bekommen eine Zusammenstellung aus rohem Fleisch mit Gemüseanteil.

Da es auf Reisen eher kompliziert ist das gefrorene Fleisch zu transportieren, steigen wir auf hochwertiges Trockenfutter um, welches dem BARF Konzept recht ähnlich ist. Das kann kompakt transportiert werden und muss nicht gekühlt sein. Wir nehmen immer soviel mit, dass wir auch noch ein paar Tage länger unterwegs sein können. Und im Notfall gibt es das, was wir unterwegs kaufen können.

Wir haben auch schon einfach Nudeln abgekocht und eine Thunfischdose mit vermengt. Den meisten Hunden macht es nichts aus, wenn sie mal etwas anderes zu essen bekommen außer Hundefutter. Vorausgesetzt er hat keine Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien! Wir haben unsere Hunde so gewöhnt, dass sie auch mal etwas anderes essen können, ohne gleich Verdauungsprobleme zu bekommen.

Andere Dachzeltnomaden füttern ebenso Trockenfutter während der Reise oder auch daheim. Das Trockenfutter kann im Sack oder in Plastikbehältern transportiert werden. Die Behälter haben den Vorteil, dass das Futter geruchsfrei transportiert werden kann und keine Feuchtigkeit abbekommt. Abgemessen wird das Futter mit einem Meßbecher, so dass man immer weiß, welche Futtermenge der Hund bekommen hat. 

Es gibt dann auch noch das Nass-Hundefutter, welches meist in Dosen verpackt ist. Ich persönlich finde es eher unpraktisch, da man auf der einen Seite unmengen an Dosen mit auf die Reise nehmen muss, das verbraucht viel Platz und Gewicht. Außerdem produziert man unnötig Müll, der auch wieder entsorgt werden will.

Gadgets

Man sieht vieles verschiedenes Hundezubehör auf einer Wiese ausgebreitet und zwei Hunde
Nützliches Hundezubehör für die Dachzeltreise, die Hunde dürfen natürlich nicht fehlen! | Bild: Julia Nothelfer

Mein Lieblingsgadget auf der Dachzeltreise mit Hund sind definitiv unsere Hundebademäntel: Hunde nass – Bademantel an – Hund trocken!

Es gibt sie für jeden Geldbeutel, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass die hochpreisigen Bademäntel aus 100% Baumwolle bestehen und super schnell die Feuchtigkeit vom Hund aufnehmen. Die günstigen Varianten bestehen aus einem Baumwoll/Mikrofaser Gemisch oder nur aus Mikrofaser, welche natürlich auch super schnell den Hund trocken bekommen, aber eben aus Plastik sind.

Zwei Hunde, die Bademäntel anhaben liegen in einem Hundebett
Nach einem Regen Spaziergang schön in die Bademäntel kuscheln | Bild: Julia Nothelfer

Was wir grundsätzlich sonst noch auf unseren Touren dabei haben sind:

  • Anti-Schwapp Napf – der Wassernapf kann während der Fahrt in der Hundebox verbleiben und hat einen besonderen Rand, so dass das Wasser in Kurven nicht aus dem Napf schwappen kann.
  • Futternäpfe – wir haben Edelstahlnäpfe, da diese leicht zu reinigen sind und auch mal runterfallen können ohne gleich kaputt zu gehen
  • Hundebürste – ja auch die Kurzhaar Hunde müssen gebürstet werden, nachdem ich gefühlt 100 Bürsten versucht habe, die angeblich perfekt für Kurzhaar Hunde sind, bin ich beim sogenannten Zoom Groom hängen geblieben. Eine Bürste aus Silikon, mit der ich es endlich schaffe, das abgestorbene Fell aus den Hunden raus zu bekommen und die Wuffs genießen die gleichzeitige Massage, die durch die großen Noppen der Bürste zustande kommt
  • Zeckenspray – wir benutzen keine Spot Ons oder Zeckenhalsbänder um unsere Hunde vor Zeckenbissen und deren Folgen zu schützen. Deswegen fährt der natürliche Zeckenschutz aus ätherischen Ölen bei uns immer mit.
  • Ketchup – du denkst jetzt bestimmt, für was denn bitte Ketchup?! Und nein, den essen die Hunde natürlich nicht! Wir benutzen eben diesen, falls sich einer der Hunde mal in ganz leckeren Ausscheidungen von Mensch oder Tier wälzt. Der Ketchup wird ins Fell gerieben und mit Wasser abgespült. Die enthaltenen Tomaten wirken geruchsneutralisierend und im Nu stinkt der Hund nicht mehr! Natürlich geht auch Tomatensoße, da sie aber flüssiger ist, hast du danach mehr auf dem Boden als am Hund.
  • Spielzeug – da unsere Hunde mit 1,5 und 4,5 Jahren noch recht jung sind, wollen sie bespaßt werden. Wir haben meist einen Kong dabei der an einem Klettererseil befestigt ist und sich so super werfen lässt. So dient er gleichzeitig als Apportierspielzeug und als Reißspielzeug für Reißspiele zwischendurch. Meistens haben wir noch einen kleinen Ball und eine Beißwurst im Auto, da es ja unser Alltagsfahrzeug ist und ständig für die Hunde genutzt wird. Ist einmal nichts vorhanden, so wird die Natur genommen um die Hunde zu beschäftigen. Gemeinsam Flüsse, Seen, Blumenwiesen oder Wälder erkunden ist genauso schön, wie einfach mal faul in der Wiese zu liegen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen.
  • Halsbänder + Leinen – die gehören ja zur Grundausstattung. Wir haben zwei kurze Leinen dabei für Spaziergänge durch die Stadt oder wenn wir uns auf DACHZELT EVENTS auf dem Gelände mit den Hunden bewegen. Zwei Schleppleinen (das sind lange Leine die es in 5-15m Länge gibt), um die Hunde notfalls mal am Fahrzeug zu befestigen, wenn freies Liegen gar nicht geht. Die Schleppleinen haben wir auch in Schweden und Norwegen im Wald genutzt, wenn dieser ein hohes Besucheraufkommen hatte. Außerdem haben wir für jeden Hund ein Geschirr dabei. Dieses tragen die Hunde auf Wanderungen im Gebirge, um im Notfall den Hund am Rückengurt zu packen und so vor Absturz oder sonstigen Gefahren zu sichern. Da mein jüngerer Hund momentan in der Flegelphase ist und Leinenführigkeit ein Fremdwort für ihn, nutze ich sein Geschirr auch auf DACHZELT EVENTS, um seinen Hals und Rücken zu schonen, wenn er überall hin ziehen möchte.
  • Handtücher und Decken – unsere Hunde sind absolute Decken Fanatiker, ohne Decke wird sich nicht mal ins Gras gelegt. Deswegen haben wir prinzipiell 1-2 Decken dabei, welche auch für die Hunde signalisieren, das ist dein Platz hier hast du zu bleiben. Handtücher um dreckige Hundepfoten zu putzen oder den dreckigen Hund, der gemeint hat er muss sich im Matsch wälzen kann man ebenso nie genug dabei haben.
  • Outdoor-Kissen – für die kältere und feuchtere Jahreszeit haben wir noch spezielle Outdoor- Hundekissen, die unter die Decken gelegt werden. So werden Feuchtigkeit und Kälte von unten abgehalten.

Lieblingsgadgets von Dachzeltnomaden:

Reiseapotheke

Auch hier liegt es natürlich immer im Empfinden des Hundehalters, was er für wichtig und nicht wichtig erachtet. Die folgenden Dinge sind nur Empfehlungen, die ich auf Dachzeltreisen mit Hund schon öfters benötigt habe und als praktisch bzw. notwendig erachte.

Erste Hilfe Ausstattung für den Hund
Die Reiseapotheke für Hunde, Menschen können sie ebenso nutzen! | Bild: Julia Nothelfer

Ich habe mir eine kleine Tasche zurecht gemacht, die überall mit hin kommt wenn wir auf Dachzeltreisen sind, darin enthalten sind folgende Dinge:

  • Impfpässe – der europäische Heimtierausweis ist das wichtigste Überhaupt bei Reisen ins Ausland. Er ist gleichzeitig Impfpass und Personalausweis deines Hundes. Hier werden auch bestimmte Mittel und Untersuchungen vom Tierarzt eingetragen, welche bestimmte Länder als Einreisebestimmung für den Hund voraussetzen
  • Kollodiales Silber – im Grunde destilliertes Wasser mit Silberionen versetzt. Bei mir das Allheilmittel überhaupt. Es kommt bei Kratzern, Zeckenbissen, Wunden, Abschürfungen, Zahnfleischentzündung, Ohrenentzündung und vielem mehr bei Mensch und Tier zum Einsatz. Ein nicht brennendes Mittel, was antiseptisch wirkt. Es kann innerlich und äußerlich angewendet werden.
  • Euphrasia Augentropfen – manchmal Haben meine Hunde leichte Bindehautentzündung, meist in der Gräserzeit. Dann tropfe ich ihnen Morgens und Abends ein bis zwei Tropfen ins Auge und nach maximal 3 bis 4 Tagen ist es wieder gut. Sollte die Entzündung dann noch nicht abgeklungen sein oder gar noch schlimmer, gehe bitte zum Tierarzt! Mit Augenkrankheiten ist nicht zu spaßen und lege keinesfalls Kamillenteebeutel auf die Augen. Die Schwemmstoffe in der Kamille verletzten die Hornhaut des Hundes und kann im schlimmsten Fall zu Erblindungen führen!
  • Zeckenzange – ich gehöre zu den Menschen, die Zecken nicht mit den Fingern aus ihrem Hund entfernen können. Ich zerstöre die Zecke eher, als das sie aus meinem Hund raus geht. Deswegen ist immer eine Zeckenzange mit an Bord. Am zuverlässigsten ist für mich diese hier. Damit bekomme ich auch die Köpfe der Zecken gut raus. Mit Zeckenhaken oder Zeckenkarten komme ich leider gar nicht zurecht.
  • Globulis – Ich habe mir mal ein Starter Set mit Globulis zusammenstellen lassen. Das gibt es auch schon fertig zu bestellen oder in der Apotheke. Jetzt werden einige sagen, die wirken doch eh nicht. Ich musste feststellen, bei Hunden schon! Die wissen ja nicht was sie da bekommen und machen sich keine Gedanken darüber ob es hilft oder nicht. Bei Übelkeit oder Erbrechen des Hundes gebe ich sie immer, auch wenn sich eine Erkältung anbahnt oder bei leichten Schmerzen. Ich habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Falls du jetzt auch Globulis einsetzten möchtest und aber Angst hast etwas kaputt zu machen, es passiert nichts! Selbst wenn du einmal zuviele Globulis gegeben hast, in der Naturheilkunde gibt es so gut wie keine Probleme mit Überdosierung. Ich halte mich immer an mein Buch und gut ist.
  • Verbandsmaterial – da mein jüngerer Hund manchmal noch etwas übermütig ist, habe ich prinzipiell immer etwas Verbandsmaterial dabei. Sterile Kompressen, Mullbinden, Watte zum Abpolstern und selbstklebender Verband sind immer mit an Bord. Wir hatten schon die ein oder andere abgerissene Kralle oder aufgeschnittene Pfotenballen und ständig den erste Hilfe Kasten im Auto aufzufüllen ist dann doch aufwändiger als es in der Hundetasche dabei zu haben.
  • Krallenschere – apropos abgerissene Krallen –  ich muss gestehen eine Krallenschere habe ich nicht dabei. Da wir sowieso Taschenmesser und meistens einen Nagelknipser eingepackt haben, spare ich mir diese und lasse sie daheim.
  • Durchfallmittel – wenn es dann doch sehr starker Durchfall ist und dieser sich nach 1 Tag nicht bessert, dann gebe ich meinen Hunden dieses Pulver. Es beruhigt die Darmflora und verbessert den Kotabsatz. Auch hier gilt: Wenn du dir nicht sicher bist oder dein Hund unter einem Jahr alt ist, dann geh bitte schnellstmöglich zum Tierarzt! Durchfall kann gerade für Welpen und Junghunde bedrohlich werden, da diese schnell dehydrieren können.

Das Homöopathie Buch welches ich nutze ist recht kompakt und immer mit dabei.

Wichtig ist nochmal zu sagen, wenn du dich nicht richtig auskennst, oder dir unsicher bist ob es deinem Hund gut geht, fahr zum Tierarzt! Du solltest nicht an deinem Hund rumdoktern, wenn du ein schlechtes Gefühl bei der Sache hast.

Ich habe mir meine Reiseapotheke aufgrund meiner gesammelten Erfahrungen zusammengestellt. Als ich meinen ersten Hund bekommen habe, war ich komplett Hunde unerfahren und bin wegen jedem kleinen Kratzer zum Tierarzt. Mein Motto, lieber einmal zuviel als zu wenig!

Ausland

Kommen wir abschließend noch zu einem wichtigen Thema, was das Ausland angeht. Es gibt nicht nur bestimmte Bestimmungen welche Rassen einreisen dürfen, sondern auch unter welchen Umständen. Und dann ist da noch die Sache mit der Gesundheit des Hundes. Was mache ich, wenn sich mein Hund ernsthaft verletzt oder ein sonstiger Notfall eintritt?

Einreisebestimmungen

In ganz Europa gilt, der Hund muss eine Tätowierung oder einen Mikrochip tragen. Die Nummer ist im EU-Heimtierausweis hinterlegt. Welpen dürfen erst ab 15 Wochen in andere Länder einreisen, da die erstmalige Tollwutimpfung frühestens mit 12 Wochen möglich ist und diese mindestens 21 Tage vergangen sein muss, um den vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.

Es gibt eine Ausnahmeregelung, wenn das Muttertier mitreist und nachgewiesen werden kann, dass der Welpe bis dahin ausschließlich am Geburtsort bei der Mutter gelebt hat. Außerdem ist ein tierärztlicher Nachweis von Vorteil. 

In manche Länder darf man mit Hund nur einreisen, wenn 120 bis 24 Stunden vor Einreise eine durch den Tierarzt dokumentierte Entwurmung stattgefunden hat, beispielsweise gilt dies für Norwegen. 

Zu beachten ist, auch bei einer Durchreise durch ein Land müssen die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes eingehalten werden. Sonst ist die Reise schneller vorbei, als sie begonnen hat und man muss wieder umdrehen, weil man nicht weiter fahren darf.

Tierarzt finden

Im Ausland einen Tierarzt finden – wie geht man da am Besten vor? Ich bin ein Planungsmensch und hole mir gerne im Vorfeld meiner Dachzeltreisen die wichtigsten Infos über mein Reiseziel. Wenn man fixe Orte hat, an die man fahren möchte, kann man sich also schon im Vorfeld die Adressen für Tierärzte raussuchen. 

Ist man spontan unterwegs und weiß noch nicht wo man mit dem Dachzelt stehen wird, dem empfehle ich AnyPetz, eine App mit der man auch im Ausland nach Tierärzten in der Nähe suchen kann. Prinzipiell gibt es in jeder größeren Stadt auch einen Tierarzt, auch im Ausland. Ich empfehle dir aber auf jeden Fall immer mit offenen Augen zu reisen, da man im Falle eines Notfalls nicht den Nerv oder mobiles Netz hat um nach einem Tierarzt zu suchen.

Erste-Hilfe-Kurs Hund

Ja auch für Hunde gibt es spezielle Erste-Hilfe-Kurse. Nicht der Hund muss diese absolvieren, sondern der Hundehalter. Hier wird erklärt wie man einen richtigen Pfotenverband anlegt, was man bei Hitzschlag oder Unterkühlung machen kann und auch sogar wie man eine Reanimation bei einem Hund durchführt. Ich finde es gut, so etwas wenigstens mal gehört zu haben. Falls der nächste Tierarzt auf der Reise dann doch weiter entfernt liegt.

Auslandsversicherung

Eine Hundekrankenversicherung beinhaltet meist den Auslandskrankenschutz gleich mit. In welchem Umfang kommt immer auf die Versicherungsbedingungen an. Es gibt auch spezielle Auslandsversicherungen, die direkt vor Beginn der Reise abgeschlossen werden können und 45 Tage gültig sind. 

Grundsätzlich kann man aber sagen, der Hund wird im Ausland immer behandelt. Egal ob Versicherung oder nicht. Es kann natürlich schnell teuer werden, wenn eine OP ansteht.

So einfach kann es sein…

Jetzt hast du einiges darüber erfahren, wie man mit dem Hund und dem Dachzelt verreist. Angefangen, ob man den Hund mit auf die Reise nimmt, über die verschiedenen Transportmöglichkeiten, bis hin zur medizinischen Versorgung auf Reisen. Auch habe ich dir viele Varianten gezeigt wie der Hund ins Dachzelt kommt.

Wie schon gesagt, es bleibt ganz allein dir überlassen, wo dein Hund schläft, sich aufhält oder im Fahrzeug mit fährt. Es soll euch Freude bereiten und meistens finden sich auch neue Freundschaften auf der Reise. Nicht nur Dachzelten verbindet auch die Vierbeiner tragen ihren Anteil dazu bei!

Falls dir noch etwas in diesem Artikel fehlt, du noch offene Fragen oder Anregungen hast, dann melde dich gerne bei uns!

Wenn nicht, dann kann es ja losgehen! Auf ins Abenteuer Dachzelten mit Hund!

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Dachzelt selbst bauen

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24 tolle Gewinne beim Dachzeltnomaden ADVENTSKALENDER

Jeden Tag öffnen wir mit euch zusammen auf unseren Social Media Kanälen ein Türchen im Adventskalender! Voll gepackt mit abgefahren Produkten oder wunderbaren Geschenken, die die Community oder Hersteller und Händler in den Lostopf geworfen haben.

Du kannst sogar Dachzelte(!) gewinnen! Schau mal rein!

 

Hast du auch schon mal darüber nachgedacht, dir dein Dachzelt selber zu bauen? Die auf dem Markt verfügbaren Dachzelte sind dir zu teuer, oder passen nicht zu deinen Bedürfnissen? Du hast ein bisschen handwerkliches Geschick und möchtest es einmal selbst probieren? 

Wenn du wissen möchtest wie man ein Dachzelt selbst bauen kann, dann ist dieser Artikel genau das richtige für dich!

Auf dem DACHZELT FESTIVAL 2019 hat uns René von Transmantica in einem Workshop gezeigt, dass der Selbstbau eines Dachzeltes kein Hexenwerk ist. Mit ein bisschen Geduld, dem richigen Material und ein paar Kniffen, kannst du dir auch dein Dachzelt selbst bauen. 

Hier findest du eine Schritt für Schritt Anleitung mit all den Erfahrungen vom Workshop und sogar eine komplette Materialliste mit Bezugsquellen. 

Viel Spaß beim Dachzelt selbst bauen! 

Anleitung zum Dachzelt selbst bauen

Ein selber gebautes Dachzelt auf einem Transporter auf einer Wiese
So sieht dein Dachzelt am Ende aus

Es freut mich zu hören, dass du dir ein Dachzelt selbst bauen möchtest. Hier bekommst du jetzt einen kleinen Einblick, wie es funktioniert.

Vorab musst du dir natürlich überlegen, wie dein Dachzelt aussehen soll. Hier will ich dir den Bau eines Klappdachzeltes beschreiben ohne geteilten Boden. Du benötigst natürlich eine Nähmaschine und ein bisschen Werkzeug: Also einen Akkubohrer oder eine Bohrmaschine, auch ein Pinsel, ein paar alte Gläser und alles was man eben so hat. Du benötigst alles was man zum Basteln und Schrauben braucht plus eine Rohr-Biegezange.

Die Materialliste findest du unten gesondert. Im ersten Schritt werden wir uns überlegen, wie dein Dachzelt öffnet und wie die Mechanik funktionieren soll. Dieses Thema habe ich als Kinematik bezeichnet.

Die Kinematik

Im ersten Schritt musst du dir den Klappmechanismus für dein Dachzelt überlegen. Es ist besser es mit Pappe und ein paar Stecknadeln auszuprobieren, als ein Gestänge und eine Halterung direkt zu fertigen. Denn so sparst du dir Fehlversuche. Nimm also ein paar Streifen Pappe – am besten farbig.

Diese stellen deine Rohre in zweidimensionaler Weise dar. Dann steckst du diese fest auf ein Stück Karton und bewegst sie so, wie dein Dachzelt klappen soll. Wenn das funktioniert, hast du deine Drehpunkte. Um diese malst du dir deine Halterung und fertig sind deine Punkte, die du dann auf den Winkel, der dein Dachzeltgestänge halten soll und die Rohre überträgst.

  • Modell Klappmechanismus selber gebautes Dachzelt
  • Fertiges Modell Klappmechanismus selbser gebautes Dachzelt
Das zweidimensionales Modell des Klappmechanismus 

Das Gestänge

Im zweiten Schritt biegen wir die Rohre für dein Dachzelt. Hierbei bietet es sich an, pro Gestängerohr zwei Rohre zu verwenden. Denn so kannst du den Winkel nachträglich noch beeinflussen und machst nichts falsch.

Am besten eignet sich ein Rohrbieger für Aluminium- und Kupferrohre, um die Rohre im 90 Grad Bogen zu biegen. Du musst hier darauf achten, die Rohre an der richtigen Stelle zu biegen. Dieser Vorgang hängt von deiner Zange ab und ist in der Regel in der Anleitung der Zange beschrieben. Deshalb, nimm lieber etwas längere Rohre und kürze sie auf das exakte Maß nach dem Biegen.

Wenn du alle 6 Rohre gebogen hast, so musst du diese mit den dünneren Rohren verbinden. Dabei wird das dünnere Rohr in der Mitte eingeschoben und vernietet. Nimm diesen Vorgang bitte auf einen geraden Tisch vor, um Winkelfehler zu vermeiden. Jetzt ist es Zeit aus dem Winkelprofil die Halterungen für dein Gestänge zu bauen. Nimm die Winkel so, dass beide L-Profile ein U bilden und der Winkel innen mit dem Fuß zur Dachzeltmitte zeigt. So steht dein Gestänge stabiler. Wenn du die Winkel zugeschnitten hast, kannst du jetzt die Maße von deinem Karton auf die Winkel übertragen und diese Bohren.

Fang mit einem kleinen Bohrer an und bohre vor. Wenn du die Winkel mit einem Durchmesser von 8,5mm gebohrt hast, setzt du das Gestänge an dem Punkt ein, an dem es später genau sitzen soll.

Dann Bohrst du durch deine Halterung auf das Rohr. Du nimmst das Gestänge heraus und bohrst die 8,5 mm Bohrungen auf 10 mm auf. Dann presst du die Lager beidseitig ein.

Nun kannst du das Gestänge mit Schrauben und Muttern befestigen. Nimm bitte Hutmuttern und sichere diese ggf. mit Schraubensicherung. Denn die Mutter sollte auf der Innenseite sein und du möchtest dich nicht an einer Schraube verletzen. Oder schlimmer noch, du hast Besuch und dieser verletzt sich an einem Schraubengewinde. Dann doch lieber eine Hutmutter auch wenn man dann die Schrauben vielleicht kürzen muss.

  • Werkzeug zum Biegen von Rohren auf einem Tisch beim Dachzelt selbst bauen
  • Gebogene Rohre für das selbst gebaute Dachzelt
Der Rohrbieger macht ganz einfach die Biegungen in deine Rohre für das Dachzelt

Die Bodenplatte und erste Näharbeiten

Damit die Kosten im Rahmen bleiben, möchte ich dir hier eine Methode vorschlagen, wie du dein Dachzelt an der Bodenplatte befestigen kannst, ohne Kederschienen zu verwenden. Als Bodenplatte verwenden wir eine 30 mm starke Faserverbundplatte mit einem Wabenkern.

Die Platte wird von MonoPan hergestellt und besteht aus einem thermoplastischen Kunststoff und Glasfaser. Diese umranden wir mit einem U-Profil. Dafür schneiden wir die Profile mit 45 Grad Schräge zurecht. Mit Reststücken unseres Winkels schneiden wir gerade Stücke in Höhe des U-Profils ab und setzten diese dann an die scharfe Kante des Profils am Ende an, so haben wir die U-Profile später auch untereinander verbunden.

Doch bevor wir dies tun schneiden wir Streifen unserer LKW-Plane zurecht und nähen Häkchenband auf. Diese Streifen verbinden wir dann so, dass sie einen Rand für das Dachzelt bilden – ganz so als würden wir auf unserer Bodenplatte einen kleinen Pool bauen.

Wir können Sie einfach vernähen oder mit PVC-Kleber kaltverschweißen. Eine kaltverschweißte Naht ist direkt wasserdicht. Wichtig ist, dass das Häkchenband nach außen zeigt und sich am oberen Rand von unserem kleinen Pool befindet.

Bodenstoff wird in das U-Profil des selbst gebauten Dachzelts eingeklemmt
Die Bodenplatte des Dachzelts wird bezogen | Bild: Georg Lippisch am DZF19

Dieses kleine Schwimmbad klemmen wir dann in unser U-Profil und der Bodenplatte mit ein. Alles wird dann miteinander vernietet. Um ein bisschen Probieren mit den Ecken wirst du nicht herum kommen. Bedenke dabei immer den Platz, den dein Gestänge und deine Gasfedern innen vom Gestänge benötigen werden.

Vor einem Auf- und Abbau mit Schraubzwingen solltest du dich nicht fürchten, denn einmal mehr probiert ist besser als nachher repariert.

Vernieten des Dachzelt Bodenstoffes mit der Bodenplatte
Jetzt wird das “Schwimmbad” mit der Bodenplatte vernietet | Bild: Georg Lippisch am DZF19

Jetzt kannst du das Gestänge auf der Bodenplatte mit dem kleinen Pool montieren. Im Anschluss positionierst du die Rohre des Gestänges so, wie sie im aufgebauten Zustand stehen sollen und verbindest sie mit 50 mm Gurtband durch Nieten. Der Winkel zwischen jedem Rohr sollte jetzt 45 Grad betragen.

Gasdruckfeder Fixierung im U-Profil des selbst gebauten Dachzelts
Gasdruckfeder zum Öffnen deines selbst gebauten Dachzelts

Probier jetzt aus, wie du die Gasfedern am Rohr befestigen musst, damit alles passt und du herausfinden kannst wie die Gasfeder im eingefahrenen Zustand ist, wenn du das Zelt abgebaut hast. Und genau so ausgefahren, wenn du es aufgebaut hast.

Die Befestigung nimmst du mit einer Bohrung und Schraube vor. Deshalb solltest du die Gasfedern so kaufen, dass Du unten einen Fuß hast in Winkelform und oben einen Kopf mit 8 mm Bohrung. Damit der Kopf nicht genau am Gestänge anliegt, kannst du ein paar Unterlegscheiben verwenden.

Das Dach

Das Dach unseres Zeltes soll auch aus LKW-Plane bestehen. Diese ist absolut wasserdicht und hält viel aus. Hierfür kannst du die Bahnen so zusammen kleben (kaltverschweißen) wie du sie brauchst.

Mach es wie bei einem Hausdach, fang unten an und klebe dann drauf. Den Rand musst du dann noch einschneiden, damit er am Radius unseres Rohres keine Falte bildet. Die Einschnitte kannst du überlappen und verkleben. Den Deckel umsäumst du jetzt noch mit dem Band.

Wenn das Dach drauf liegt, müssen wir es mit Klettband am Rahmen befestigen. Hierzu nähst du Häkchenband mit Flauschband auf der Rückseite an ein Stück rund geschnittene LKW-Plane. Nimm ruhig 3 Stück pro Rohr.

Du musst das so machen, dass du die Plane am Gestänge befestigen kannst wie du einen Schuh mit Klettband verschließt, also um das Gestänge wickelnd. Die runden Stellen klebst du dann an deinem Dach fest.

In der Regel musst du beim Kaltverschweißen beide Seiten mit Kleber bestreichen, ihn fest werden lassen, um dann erneut einzustreichen und direkt zu verkleben.

Der Kleber löst die Oberfläche der Plane an und deshalb nennt man es „Kaltverschweißen“. Du musst natürlich das Dach nicht aus schwerer LKW-Plane herstellen auch eine leichte LKW-Plane kann verwendet werden oder ein wasserdichter Stoff. Bei den Seiten des Daches bietet sich es sogar an, diese lieber aus Stoff zu fertigen und mit Klettband am Dach zu befestigen.

3D Entwurf des selbst gebauten Dachzelts
3D- Entwurf des selbst gebauten Dachzelts

Das Nähen des Dachzeltes

Die Dachzeltwände werden mit einer Kappnaht vernäht. Diese sieht so aus:

Wie du siehst benötigst du keine Nähmaschine mit Zick-Zack-Funktion. Du kannst das Dachzelt auch mit einer normalen Naht innen vernähen und diese mit einem Zick-Zack-Stich verstärken, oder die Naht von Seitenwänden und Dach nach außen legen und mit einem Einfassband verstärken. Die Bahnen für das Dach werden mit einer Kappnaht vernäht. Das ist auch der erste Schritt.

Bevor du aber die Seitenwände des Dachzeltes vernähst, bietet es sich an die Fenster bzw. den Eingang in die zugeschnittene Wand einzunähen. Dafür klebst du den Reißverschluss mit doppelseitigem Klebeband auf deine Dachzeltplane auf und vernähst ihn dann. Beim Einnähen des Fensters gehst du ebenfalls so vor, nur nähst du den Reißverschluss an dem mit Band eingesäumten Mückennetz zuerst an. Alternativ kannst du zum Reißverschluss auch Klettband verwenden.

Wenn du Ihn aufgenäht hast, so schneidest du den Stoff so ein, dass du Ihn öffnen kannst. Am Ende besäumst du den Einschnitt mit Einfassband. Das Band wie alle Textilien kannst du bei extremtextil bestellen oder in Berlin bzw. Dresden kaufen. Zuerst fängst du oben an wie beim Dach nur vernähst du hier das Klettband an der Decke und das Dachzelt hängt diesmal unter dem Gestänge und liegt nicht darauf wie beim Dach.

Wenn du die Decke zugeschnitten hast und die Fenster fertig eingenäht sind dann schneidest du die Seitenwände zu und nähst diese ein. Unten wird das Dachzelt eingeschlagen und mit Flauschband an der Innenseite zusammen genäht.

Dachzelt Unterseite Nähen auf einer Pfaff Nähmaschine
Die Unterseite des Dachzelts wird mit Flauschband versehen | Bild: Dennis Brandt am DZF19

Dieses passt dann auf den kleinen Pool und überlappt von außen. Wir kommen jetzt zum letzten Punkt, der eigentlich zwei beinhaltet. Die Befestigung am Fahrzeug und der Überzug stehen nämlich noch aus.

Fertiges selbst gebautes Dachzelt ohne Überzug
Das selbst gebaute Dachzelt ist fast fertig, fehlt nur noch der Überzug!

Schutzhaube und Fahrzeugbefestigung

Den Überzug des Dachzeltes fertigen wir aus LKW-Plane, die wir verschweißen und unten eine Schlaufe durch machen. Durch diese ziehen wir einen kleinen Strick. Das hat den Vorteil, das im Gegensatz zu einem Reißverschluss weniger Arbeit anfällt und wir den Reißverschluss auch nicht vor Schlamm schützen müssen.

Für die Haube brauche ich dir keine großen Tipps geben, denn du bist jetzt schon ein alter Hase in der Fertigung und es ist einfach nur ein auf dem Kopf stehender Pool mit Schlaufen unten, durch die das Seil dann geht.

Außenhaut des selbstgebauten Dachzelts
Fertigung der Außenhaut des Dachzelts im Dunkeln | Bild: Michael Heinrich am DZF19

Im Workshop haben wir das Ganze so gefertigt, dass wir die Ecken nur eingeschlagen und verklebt haben. So können keine Löcher entstehen und du kannst sicher sein, dass alles dicht ist. Vielleicht geht es dir wie uns und du möchtest fertig werden und die Sonne ist schon untergegangen.

Die finalen Arbeiten müssen im Dunkeln stattfinden | Bild: Michael Heinrich am DZF19

Zum Schluss musst du noch eine C-Schiene am Dachzelt fest schrauben. Diese schraubst du bitte durch. Gerne kannst Du hier Linsenkopf-Schrauben verwenden, falls du Angst hast, man könne die Sechskantschrauben durch die Matratze spüren.

In die C-Schiene wird dann die Sechskantmutter gelegt nachdem du alles durchbohrt hast. Mach lieber eine Bohrung mehr als zu wenig – mindestens aber 4 pro Schiene. In die Schiene kannst du dann Sechskantschrauben einschieben und mit einer Platte an deinem Fahrzeug-Gepäck-Querträger befestigen. Es bietet sich an, das Dachzelt ohne Stoff zu montieren und diesen danach wieder einzusetzen.

Das montierte Dachzelt ohne Stoff
Fast fertig! Das selbst gebaute Dachzelt ist montiert, nur noch der Stoff muss wieder eingesetzt werden

Bitte lege unter die Schrauben mit denen du das C-Profil an der MonoPan-Platte befestigst Karosseriescheiben und ziehe die Schrauben nicht zu fest, dadurch könntest du die Waben der Platte beschädigen.

Jetzt gehts los – das Dachzelten

Nun wünsche ich dir viel Spaß mit deinem neuen Dachzelt. Danke an die Sponsoren des Workshops extremtextil und MonoPan, sowie dem gesamten Team des DACHZELT FESTIVALS, ohne die der Workshop nicht möglich gewesen wäre.

Auch ein Dank an alle die auf dem Workshop mitgeholfen haben. Speziell ist hier Nico zu danken, der viel Zeit als Besucher mitgebracht hat und viel beim Workshop geleistet hat.

Selbst gebautes Dachzelt auf Transporter auf einer Wiese
Das fertige selbst gebaute Dachzelt!!

Das Dachzelt war übrigens Teil der Tombola und konnte im Rahmen unserer Spendenaktion auf dem DACHZELT FESTIVAL 2019 verlost werden. 

Willst du mehr über unsere Spendenaktionen erfahren? Dann schau doch einmal hier vorbei!

Materialliste

Materialliste Überblick        
    ges. Preis inkl. MwSt. 1.130,00€  
Baugruppen        
         
Pos. Bezeichnung Beschreibung Preis  
A Bodenplatte MonoPan 30x2300x1450 mm 224,67€  
B Kleinteile siehe Tabelle ohne Schrauben 145,54€  
C Aluminium siehe Tabelle Aluminium 84,59€  
D Textilien siehe Tabelle extremtextil 675,20€  

 

Materialliste Kleinteile
   
ges. Preis inkl. MwSt.:
  145,54€  
      ohne Schrauben      
             
Pos. Bezeichnung Beschreibung Stückzahl Maße Preis ges. Preis
1 Schraube Schaftschraube mit 30mm Schaft 10 M8 0,00€ 0,00€
2 Schraube Sechskantkopf 18 M8x50 0,00€ 0,00€
3 Schraube Senkkopf 20 M5x40 0,00€ 0,00€
4 Mutter Hutmutter 18 M8 0,00€ 0,00€
5 Mutter Hutmutter 20 M5 0,00€ 0,00€
6 Alu.-Nieten für Bodenplatte 200 20×1,5 0,00€ 0,00€
7 Platten Halterung am Fahrzeug 4 100x40x2 0,00€ 0,00€
8 PVC-Kleber 1 kg Dose 1 1 kg 26,22€ 26,22€
9 Lager iglidur® J, zylindrisches Gleitlager mit Bund 12 D1=8 1,61€ 19,32€
10 Gasfedern 100 N Druckkraft 2 10 daN 50,00€ 100,00€
11 U-Scheiben Unterlegscheiben für M8 10   0,00€ 0,00€
12 U-Scheiben Karosserie-Scheiben für M8 8   0,00€ 0,00€
13 Mutter Sechskantmutter M8 8 M8 0,00€ 0,00€
14 Seil Seil 6 mm stark 1 10 m 0,00€ 0,00€

 

Materialliste Aluminium
  ges. Preis inkl. MwSt.: 84,59€        
               
               
Pos. Bezeichnung Beschreibung Stückzahl Maße laufende mm Preis ges. Preis
1 U-Profile zum Einrahmen 2 35x35x35x2 2400 5,53€ 26,54€
2 U-Profile der Bodenplatte 2 35x35x35x2 1400 5,53€ 15,48€
3 L-Winkel Halterung Gestänge 1 100x30x3 1000 11,30€ 11,30€
4 Rundrohr Gestänge 6 20×1,5 1500 2,43€ 21,87€
5 Rundrohr Gestängeverbinder 3 16×2 1000 3,13€ 9,39€

 

Materialliste Textilien
             
Extremtextil  
ges. Preis inkl. MwSt.:
  675,20€   675,20€  
             
Pos. Bezeichnung Artikelnr. Beschreibung Breite Stückzahl / lfm Preis ges. Preis
1 PVC – Gewebe 71585 LKW-Plane 1350 mm 17 9,90€ 168,30€
2 Airtex Stoff 70289 260 g/m² 1700 mm 14 20,90€ 292,60€
3 Gurtband 70068 Polyester 30 mm 5 2,40€ 12,00€
4 Gurtschnallen 70465 Edelstahl 30 mm 2 9,00€ 18,00€
5 Reißverschluss 70296 YKK-Spiral 8 mm 12 5,30€ 63,60€
6 Schieber 70297 beidseitig YKK 8 mm 8 2,10€ 16,80€
7 Flauschband 50434 Klett 30 mm 10 1,30€ 13,00€
8 Häkchenband 50433 Klett 30 mm 10 1,30€ 13,00€
9 Einfassband 71083 Köper 19 mm 30 0,70€ 21,00€
10 Moskitonetz 70075 Polyester 45 g/m² 1500 mm 5 4,40€ 22,00€
11 Gurtband 70068 Polyester stark 50 mm 8 2,40€ 19,20€
12 Klebeband 70408 doppelseitig 6 mm 6 mm 2 2,90€ 5,80€
13 Garn 70277 corespun 50Nm 1 9,90€ 9,90€

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Dachzelt bei Sonne – das solltest du beachten!

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24 tolle Gewinne beim Dachzeltnomaden ADVENTSKALENDER

Jeden Tag öffnen wir mit euch zusammen auf unseren Social Media Kanälen ein Türchen im Adventskalender! Voll gepackt mit abgefahren Produkten oder wunderbaren Geschenken, die die Community oder Hersteller und Händler in den Lostopf geworfen haben.

Du kannst sogar Dachzelte(!) gewinnen! Schau mal rein!

 

Kann man eigentlich bei jedem Wetter im Dachzelt übernachten? Wie ist das bei starkem Regen? Wird das im Sommer nicht ultra heiß im Dachzelt? Und schützt das Dachzelt auch bei Gewitter?

Spätestens, nachdem du das erste Mal in ein extremes Wetterphänomen gerätst, wirst du dich mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Oft ist es aber praktisch, wenn du nicht erst dann mit der Recherche anfängst, sondern schon vorher weißt, worauf du dich in etwa einstellen kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du dir alle Tipps und Tricks über die verschiedenen Wetterphänomenen in diesem DZN Live anschauen:

Sonne & Dachzelt

Du fragst dich vielleicht, seit wann zählt das Thema Sonne zu extremen Wetterphänomenen? Das ist eine gute Frage! Tatsächlich kann Sonne und große Hitze aber auch auf Dauer nicht nur sehr anstrengend, sondern auch gefährlich werden.

Es schadet sicher nicht, wenn du dich bereits vor deinem Dachzelt Urlaub damit auseinandersetzt, wie du dich beim Dachzelten vor der Sonne schützen kannst.

Wird es im Dachzelt bei Sonne nicht ultra heiß?

Ob du bei Sonne im Dachzelt schlafen kannst, kommt auf verschiedene Faktoren an und ganz besonders auf das persönliche und individuelle Empfinden. Fakt ist, dass sich ein Dachzelt bei starker Sonneneinstrahlung schnell und stark aufheizen kann – ganz unabhängig von der Farbe und Bauform.

Den Unterschied, ob der Aufenthalt im Dachzelt bei Sonne angenehm ist, macht zum größten Teil die Außentemperatur. Wenn du bei 5 Grad Außentemperatur in der Sonne stehst, dann kann das schon ziemlich geil sein, weil es dann langsam aber sicher warm wird im Dachzelt. Wenn es draussen allerdings 20 Grad oder mehr sind, dann kann es schnell so heiß im Dachzelt werden, dass an schlafen nicht mehr zu denken ist.

Glücklicherweise kann man bei den meisten Dachzelten mindestens zwei gegenüberliegende Fenster öffnen und somit hat man die Chance, auch bei 30 Grad im Dachzelt noch ein wenig weiterzudösen.

Wie das funktioniert? Wärme steigt ja bekanntlich nach oben. Wenn du es schaffst in dem unteren Teil des Dachzeltes, in dem du liegst einen Durchzug zu schaffen, dann kann es dort noch lange angenehm sein im Liegen.

Einige Dachzelte haben auch Zwangslüftungen in Giebelnähe oder können mit Dachfenstern auch nach oben geöffnet werden. Damit schaffst du einen Luftaustausch der wärmeren Luft im oberen Teil deines Dachzeltes mit der meist kälteren Luft außen.

Um ein Aufheizen im Zeltinneren zu vermeiden, nutzen einige Dachzeltmarken außerdem Stoffe mit einer das Sonnenlicht reflektierenden Beschichtung, z.B. Aluminium. Diese sorgt außerdem dafür, dass der Dachzeltstoff blickdichter wird und es im Zeltinneren dunkler ist. Das bietet mehr Privatsphäre und für viele auch einen geruhsameren Schlaf.

Im Sommer bei 30 Grad in der Sonne zu parken und im Dachzelt zu schlafen, wird allerdings trotz ausgeklügelter Technik kein Zuckerschlecken. Heiß ist es dann im Dachzelt auf jeden Fall. Ich finde es ist am ehesten mit einer sehr gut durchlüfteten Dachgeschosswohnung zu vergleichen. Es ist heiß, aber du kannst dir oftmals eine kleine angenehme Brise einbauen.

Bild: Sebastian Klein

Ist die Farbe des Dachzeltes entscheidend?

Oft wird behauptet, dass die schwarze Hartschale oder ein dunkler Stoff das Dachzelt megamäßig aufheizt. Das mag sein und würden wir auch so unterschreiben.

Allerdings wage ich zu behaupten, dass auch eine weiße Schale oder ein heller Stoff das Dachzelt aufheizt, wenn es in der Sonne steht. Einen Test haben wir (noch!) nicht gemacht, allerdings vermuten wir, dass wir da von höchstens ein paar Grad Unterschied sprechen. Und jetzt mal ehrlich: macht es einen Unterschied, ob man bei 30 Grad im Dachzelt schwitzt, oder bei 32 Grad? Ich glaube nicht.

Außerdem fallen andere Faktoren, wie die Lüftungsmöglichkeiten in Bezug auf die Temperatur im Innenraum viel stärker ins Gewicht, als die Farbe.

Positiv kann der Effekt einer dunklen Farbe des Dachzeltes allerdings auffallen, wenn das Dachzelt nass ist und vielleicht sogar im zusammengeklappten Zustand trocknen soll. Die dunkle Farbe sorgt für eine schnellere Aufheizung und trocknet das Dachzelt dadurch auch schneller. Auch das ist aber bisher nicht empirisch bewiesen.

Sobald wir den Farbtest gemacht haben, werden wir hier davon berichten.

Geht das Dachzelt von Sonne kaputt?

Von einer normalen Sonneneinstrahlung wird das Dachzelt nicht kaputt gehen. Was aber durchaus möglich ist, ist eine Ermüdung des Materials.

Die Farbe der Hartschale wird mit der Zeit bleichen und auch der Stoff wird seine Farbe ändern. Das ist vor allem bei dunklen Materialien der Fall. Vorsicht ist vor allem geboten bei Polyester-Materialien. Durch hohe Sonneneinstrahlung und ständiges warm-kalt kann das Material derart brüchig werden, dass es schnell einem Schweizer Käse ähnelt.

Das selbe Problem besteht bei Sichtfenstern aus Plastik. Vor allem bei Dachfenstern solltest du das vorher genau überlegen, ob ein zukünftig (vielleicht) brüchiges, tropfendes Dachfenster den Blick in den Nachthimmel wert ist.

Auch Hartschalen können durch starke Sonneneinstrahlung leiden. Sie verlieren nicht nur ihre Farbe, sondern bilden je nach Qualität im Verlaufe der Zeit feine Haarrisse aus. Da diese meistens die Dichtigkeit nicht beeinträchtigen, sind sie nur ein optisches Problem.

Die Dachzeltmaterialien können übrigens auch vor Sonne geschützt werden. Dafür kann man den Stoff und die Box mit UV-Schutz behandeln.

Ist Dachzelten in der Sonne gefährlich?

Grundsätzlich erst einmal nicht. Allerdings kann es wirklich sehr heiß werden in der Sonne. Der Innenraum des Dachzeltes erreicht dabei schnell einmal Temperaturen, die einen Hitzschlag auslösen können. Bei hohen Temperaturen solltest du dich also nicht zu lange in das Dachzelt chillen, ohne für ausreichend Kühlung zu sorgen und an ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu denken.

Wo parkst du am besten bei Sonne?

An heißen Sommertagen ist die Wahl des Stellplatzes auf den ersten Blick nicht so wichtig. Auf den zweiten wirst du aber schnell merken, dass es doch das ein oder andere zu beachten gibt.

Do’s bei der Stellplatzwahl

An heißen Tagen solltest du dir eher einen Schattenplatz suchen. Wenn du im Sommer ein wenig länger schlafen magst, dann suche dir einen Stellplatz, der dir am Morgen noch etwas Schatten wirft.

Falls du mit deinem Auto keinen Schattenplatz erhaschen kannst, dann suche dir wenigstens einen Schattenplatz, an dem du dich außerhalb des Dachzeltes aufhalten kannst.

Wenn du das Glück hast eine Markise dein Eigen zu nennen, hast du deinen Schattenparkplatz immer dabei.

Bild: Rebecca Roß

Kann man Sonne vorhersehen?

Die zu erwartenden Sonnenstunden pro Tag lassen sich mit den gängigsten Wetterapps ganz gut vorhersagen. Wenn also an einem heißen Tag noch 8 Stunden Sonne vorhergesagt sind und das schon ab 6 Uhr morgens, dann würde ich persönlich eher einen Schattenplatz suchen.

Wenn allerdings die nächsten Tage trotz Hitze keine Sonnenstunden vorhergesagt werden, dann ist die Stellplatzwahl im Prinzip egal.

Welches Dachzelt eignet sich bei Sonne?

Im Prinzip gibt es da kein richtig oder falsch und kein bestes Dachzelt bei Sonne.

Einige Dachzeltmarken- und arten, vor allem die aus heißen Gebieten stammenden, sind grundsätzlich eher für die Sonne konzipiert. Das sind vor allem die Klappdachzelte. Sie sorgen durch ihre lockere und luftige Konstruktion für einfachen Luftaustausch und können mit überdachtem Einstieg auch Schatten bieten.

Hartschalenzelte entfalten durch die kompakte und stoffarme Konstruktion ihre vollen Vorteile vor allem an kälteren und regnerischen Tagen.

Insgesamt ist das aber gehupft wie gesprungen. Jedes Dachzelt kann auch bei Sonne eine gute Figur machen. Im Prinzip ist strahlender Sonnenschein ja das einfachste aller Wetterphänomene.

Was ist bei Sonne sonst noch zu beachten?

Die ganz normalen Vorkehrungen bei starker Sonneneinstrahlung wirst du ja ohnehin beachten. Dazu zählen Sonnenschutz für den Kopf & die Haut, sowie ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Das hat aber ja primär erst einmal nichts mit dem Dachzelt zu tun.

Wenn du mit deinem Dachzelt in der Sonne stehst, solltest du allerdings noch beachten, dass alle Teile aus Metall, Plastik und GFK ziemlich heiß werden können. Teste also am besten erst einmal vorsichtig an, bevor du barfuß die Leiter herunter steigen magst.

Zu beachten ist auch noch, dass sich auch dein Auto erheblich aufheizen kann, wenn du in der Sonne stehst. Nicht nur das Auto selbst wird dann heiß, sondern auch noch alles in deinem Auto. Dadurch braucht auch deine Kühlbox schnell einmal mehr Strom, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Das solltest du bei der Berechnung deines Energiebedarfes im Auto unbedingt beachten!

Was mache ich persönlich bei Sonne?

Ich genieße die Sonnentage beim Dachzelten natürlich am liebsten draußen. Trotzdem finde ich es als passionierter Langschläfer und Kälteliebhaber im Sommer nervig, wenn ich schon um 7 Uhr von der Hitze im Dachzelt geweckt werde.

Deshalb versuche ich möglichst so zu parken, dass ich morgens lange Schatten habe und genieße dann die Sonne eher in den Abendstunden.

Gerade an heißen Tagen stehe ich aber am liebsten im Schatten. In die Sonne kann ich auch ohne Auto und Dachzelt ganz gut gehen. Da habe ich es in meinem kleinen Domizil lieber etwas kühler.

Insgesamt ist es bei Sonne im Dachzelt Urlaub aber wirklich angenehm. Wenn du wissen willst, was du bei den Wetterphänomenen Gewitter, Regen und Wind alles beachten solltest, schau dir diese Artikel dazu an.

Titelbild: Sebastian Stöger

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

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Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Dachzelt im Regen – was tun?

Dachzelt-camping-dzf18-dennis-kroeschell-overtheland.de-Regenbogen-regen
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24 tolle Gewinne beim Dachzeltnomaden ADVENTSKALENDER

Jeden Tag öffnen wir mit euch zusammen auf unseren Social Media Kanälen ein Türchen im Adventskalender! Voll gepackt mit abgefahren Produkten oder wunderbaren Geschenken, die die Community oder Hersteller und Händler in den Lostopf geworfen haben.

Du kannst sogar Dachzelte(!) gewinnen! Schau mal rein!

 

Kann man eigentlich bei Wind im Dachzelt übernachten? Wie ist das bei starkem Regen? Wird das im Sommer nicht ultra heiß im Dachzelt? Und schützt das Dachzelt auch bei Gewitter?

Spätestens nachdem du das erste Mal in ein extremes Wetterphänomen gerätst, wirst du dich mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Oft ist es aber praktisch, wenn du nicht erst dann mit der Recherche anfängst, sondern schon vorher weißt, worauf du dich in etwa einstellen kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du dir alle Tipps und Tricks über die verschiedenen Wetterphänomenen in diesem DZN Live anschauen:

Regen & Dachzelt

Vermutlich wünscht sich das keiner für den Urlaub: es regnet wie aus Eimern und scheint gar nicht mehr aufzuhören. Im Bestfall passiert dir das zwar nicht, du kannst aber durchaus damit rechnen, dass du den ein oder anderen Regentag auf deiner Reise erwischst.

Wie ist das denn nun im Regen überhaupt? Ist das dann im Dachzelt trotzdem trocken? Und worauf musst du achten bei Regen? Gibt es sogar Gefahren? Das alles erfährst du in diesem Artikel!

Kann man bei Regen im Dachzelt schlafen?

Die Antwort ist ganz easy: Ja klar!

Bei Regen passiert dir im Dachzelt erst einmal gar nichts. Ganz anders wie bei den etwas gefährlicheren Vettern Gewitter und Sturm kannst du bei Regen ganz normal in deinem Dachzelt chillen. Das Prasseln des Regens auf dem Dachzelt ist sogar für viele Dachzeltnomaden sehr romantisch und idyllisch.

Im Idealfall genießt du also die Regenstunden einfach im Dachzelt und ärgerst dich nicht über den trüben Tag.

Auch wenn Regen im Dachzelturlaub gar nicht so schlimm ist, ist es durchaus praktisch, wenn du dich schon vorher einmal mit dem Thema Regen beim Dachzelten und dem Thema Feuchtigkeit auseinandergesetzt hast.

Werde ich im Dachzelt nass?

Grundsätzlich lautet die Antwort hier: Nein. Zumindest sollte das nicht passieren. Eigentlich ist jedes Dachzelt wasserdicht und sollte es auch bleiben.

Der Stoff selbst ist grundsätzlich dicht – egal um welches Material es sich handelt. Die Schwachstellen bilden eher alle Nähte, Fliegengitter, Fenster, Reißverschlüsse und Stoffüberlappungen.

Häufig berichten Dachzeltnomaden davon, dass sie in ihrem ersten Urlaub im Dachzelt bei Regen direkt nass geworden sind und wollen das Dachzelt reklamieren. Hier ist es wichtig zu wissen, wo die Feuchtigkeit tatsächlich her kommt.

Nicht selten sammelt sich nämlich auch Kondenswasser im Dachzelt, welches wir selber durch unsere Ausdünstungen oder durch Verdunstung von nassen Klamotten mit ins Dachzelt bringen. Besonders an feuchten Tagen schlägt sich Kondenswasser gerne an metallischen Teilen des Dachzeltes nieder oder sammelt sich an der Decke und tropft im Zweifel auch von dort herunter. Wie viel das ist hängt von deiner Aktivität im Dachzelt und der Anzahl der Personen im Dachzelt ab. Dagegen hilft meist nur lüften, was sich besonders bei Regen etwas schwierig gestaltet. Darauf gehen wir später noch genauer ein.

Wenn du sicher bist, dass es kein Kondenswasser sein kann, könnte es noch an den frischen Nähten liegen: manchmal kann es notwendig sein, das Dachzelt vor dem Gebrauch erst einmal kräftig mit Wasser zu benetzen. Dadurch quellen die (Baumwoll-)Nähte erst richtig auf und werden dann für weitere Regenschauer dicht. Wenn du also Zuhause die Möglichkeit hast, dann nutze ruhig einmal den Wasserschlauch, bevor du auf deine erste Tour gehst.

Ein besonderes Augenmerk solltest du auch auf Fenster und Fliegengitter legen. Diese sind häufig aus einem Material, das nicht so robust ist, wie der restliche Stoff deines Dachzeltes. Gerade bei Dachfenstern kann es vorkommen, dass das Plastik brüchig wird und Wasser eintreten kann.

Eine weitere Schwachstelle, durch die Regenwasser in das Dachzelt dringen kann, sind die Reißverschlüsse. Durch diese kann bei heftigem Regen ebenfalls Wasser ins Dachzelt gelangen. Einige Dachzelte werden deshalb bereits mit wasserdichten Reißverschlüssen geliefert, bei anderen sorgt eine Stoff- oder Plastiklippe für eine entsprechende Abdichtung. Grundsätzlich sollte aber bei einem neuen Dachzelt auch am Reißverschluss kein Regenwasser eindringen. Bei älteren Dachzelten solltest du das im Auge behalten.

Selbst wenn du im Dachzelt nicht nass wirst, solltest du noch bedenken, wie du trocken in das Dachzelt kommst. Vor allem Hartschalenzelte haben selten einen separates Überdach für einen trockenen Einstieg. In ein dreieckiges Hartschalenzelt über den Heckeinstieg zu klettern, ohne eine kleine Sintflut in das Dachzelt zu lassen, grenzt dabei bereits ein wenig an Akrobatik. Klappdachzelte mit integriertem Vorzelt sind da schon angenehmer bei Regen und bieten dir den Komfort eines trockenen Einstieges quasi von Haus aus.

Die Wassersäule: wie viel Regen hält das Dachzelt aus?

Einige Dachzeltmarken geben in ihren Spezifikationen auch die Wassersäule an. Je höher die Wassersäule, desto länger dauert es, bis der Regen durch den Stoff hindurch kommt, wenn er sich in einer Pfütze darauf sammelt. So könnte man es vereinfacht beschreiben. Wichtig ist dabei zu unterscheiden, ob der Stoff nur als wasserabweisend oder wasserfest bezeichnet wird.

Egal wie hoch die Wassersäule dabei ausgezeichnet wird – wir haben bisher noch keinen Dachzeltstoff gesehen, der wirklich undicht war. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle anderen Schwachstellen aufgeben, bevor es ein Stoff schlußendlich schafft, seine Dichtigkeit zu verlieren, ist in unseren Augen sehr viel größer. Außerdem ist es vielleicht gar nicht so ratsam, sich für einen Stoff zu entscheiden, der super dicht ist. Aber dazu kommen wir später noch.

Regen oder Feuchtigkeit – wer ist der Feind?

Du bist dir sicher, dass dein gesamtes Dachzelt dicht ist? Du hast es Zuhause sogar mit dem Wasserschlauch getestet? Dein Dachzelt ist am Morgen aber trotzdem pitschnass und es tropft sogar von der Decke?

Dann hast du vermutlich kein Problem mit der Feuchtigkeit von außerhalb deines Dachzeltes, sondern viel mehr mit der Feuchtigkeit, die in deinem Dachzelt über Nacht entsteht.

Eine Person verliert über Nacht 1-2 Liter an Flüssigkeit über den Atem und über die Haut. Wo soll die ganze Feuchtigkeit denn hin, wenn das Dachzelt von außen und nach außen dicht ist? Gerade bei Regen sind in der Regel alle Fenster und Türen hermetisch abgeriegelt. Dadurch kann die Feuchtigkeit, die im Dachzelt entsteht, nicht entweichen.

Außerdem kommt noch hinzu, dass die Luft um das Dachzelt herum selbst genug Feuchtigkeit enthält. Dadurch kann sie weniger deiner Feuchtigkeit aus dem Dachzelt aufnehmen, als wenn die Luft draußen trocken wäre.

Frau steht vor Auto und hat Tarp über sich gespannt, um im Trockenen zu kochen
Selbst ein kleines Tarp kann bei Regen schon Gold wert sein! | Bild: Julia Nothelfer

Was tun gegen Feuchtigkeit im Dachzelt?

Was kannst du also tun gegen Feuchtigkeit im Dachzelt, wenn es sich nicht um Regen handelt?

Du kannst dafür sorgen, dass in deinem Dachzelt die Luft möglichst gut zirkulieren kann. Auch bei Regen, Wind oder kalten Temperaturen ist es demnach wichtig, dass mindestens ein Fenster, im Idealfall sogar zwei gegenüberliegende Fenster soweit geöffnet sind, dass die entstehende Feuchtigkeit entweichen kann.

Zusätzlich kannst du noch ein Tuch oder einen Socken gefüllt mir Katzenstreu aufhängen, das Feuchtigkeit gut aufnimmt. Morgens das Dachzelt gut durchzulüften hilft übrigens ohnehin. Auch das Aufstellen der Matratze und das Auslüften der Decken und Schlafsäcke trägt seinen Teil dazu bei, dass in der nächsten Nacht wieder Feuchtigkeit aufgenommen werden kann. Denn je trockener alle Elemente deines Dachzeltes sind, desto mehr Feuchtigkeit kann entstehen, ohne dass du aktiv (z.B. durch Tropfen von der Decke) darauf aufmerksam wirst.

Wenn du allerdings deine Decke, dein Kissen und deine Matratze nie lüftest, dann kann in allem recht viel Feuchtigkeit stecken. Wenn deine Matratze bereits feucht ist, kann sie nicht mehr so viel Feuchtigkeit aufnehmen und das Wasser sucht sich andere Stellen, an denen es sich sammeln kann. Oft sind diese Stellen das Gestänge oder ein Dachfenster. Von da aus tropft es dann spätestens am nächsten Morgen unangenehm.

Eine Mesh-Unterlage unter deiner Matratze kann dir übrigens helfen, dass sich auch dort keine Feuchtigkeit bildet, bzw. dass entstandene Feuchtigkeit besser trocknen kann. Diese Mesh-Unterlage sorgt für einen Abstand zwischen Dachzeltboden und Matratze. In diesem Abstand kann Luft zirkulieren und Feuchtigkeit abtransportiert werden.

Hilft eine Thermohaube gegen Feuchtigkeit?

Als Thermohaube wird eine zusätzliche Außenhaut – meist aus Polyester – bezeichnet, die du dem Dachzelt von außen überstülpst. Diese kann dich zusätzlich vor Regen von außen schützen. Doch hilft sie auch gegen Feuchtigkeit im Innenraum?

Durch die Thermohaube entsteht eine Luftschicht zwischen Dachzelt und Thermohaube, die den Innenraum des Dachzeltes zusätzlich isoliert. Dadurch kann produzierte Wärme zwar besser im Dachzelt bleiben, die Feuchtigkeit bleibt aber auch besser drinnen. Gegen Feuchtigkeit hilft eine Thermohaube also eher nicht.

Der beste Zeltstoff bei Regen

Gibt es den besten Dachzeltstoff bei Regen wirklich? Wie so ziemlich alles im Leben ist das auch mit den Dachzeltstoffen so: alle Stoffe haben Vor- und Nachteile.

Reine Baumwollstoffe haben den Vorteil, dass sie immer eine gute Atmungsaktivität haben. Auch im nassen Zustand kommt also noch gut Frischluft rein und gebrauchte Luft kann das Dachzelt verlassen. Dafür hat Baumwolle den klaren Nachteil, dass der Stoff bei Nässe ziemlich schwer wird (er kann viel Feuchtigkeit aufnehmen), nur langsam wieder trocknet und schimmelanfällig ist, wenn er nicht hinreichend getrocknet werden kann.

Die wenigsten Dachzelte haben allerdings reine Baumwollstoffe. Wesentlich gängiger ist die Variante mit einer Baumwoll-Polyester Mischung. Dieser Stoff – meist zusätzlich imprägniert – ist wasserabweisender als Baumwolle und nimmt nicht so viel Feuchtigkeit auf. Gleichzeitig kann er schneller trocknen. Die Gefahr der Schimmelbildung bleibt allerdings bestehen. Die Imprägnierung kann man übrigens bei nachlassender Wirkung erneuern.

Die dritte Variante ist ein reiner Polyesterbezug um dein Dachzelt. Hier hast du kaum mehr Probleme mit Schimmelbildung. Du kannst dein Dachzelt ohne Bedenken nass zuklappen und tagelang ignorieren. Wenn du Glück hast und es warm ist, trocknet es innendrin ohne dass du das Dachzelt wieder aufklappen musst. In der Regel solltest du aber auch beim Polyester-Stoff das Dachzelt spätestens nach ein paar Tagen zum Trocknen und Lüften wieder öffnen. Dieser Vorteil ist gerade in kälteren und feuchteren Regionen Gold wert. Allerdings leidet dafür die Atmungsaktivität erheblich. Der Stoff lässt kaum Luft durch, weder von außen noch von innen. Dadurch bildet sich ebenfalls schnell Kondenswasser im Innenraum – im schlimmsten Fall also Regen von innen.

Wo parkst du am besten bei Regen?

Eine bestimmte Empfehlung gegen das klare Nass von oben bei der Parkplatzwahl haben wir gar nicht. Allerdings gibt es ein paar klare Dont’s, die du bei der Parkplatzwahl beachten kannst.

Dont’s bei der Stellplatzwahl

Diese Tipps solltest du bei deiner Stellplatzwahl beachten.

Vermeide feuchte Untergründe mit schlechtem Wasserabfluss

An den Stellen, an denen bereits Pfützen zu sehen sind, werden es vermutlich noch mehr im Laufe des Regenschauers. Nicht nur der Schlamm an deinen Schuhen und Klamotten wird dich ärgern, sondern auch derselbe an deinem Vorzelt, Leiter usw.

Außerdem solltest du immer bedenken, dass du von jedem Stellplatz auch nach einem langen Dauerregen wieder ohne fremde Hilfe rauskommen solltest. Matschiger Boden ist oft kein Freund einer guten Traktion.

Vermeide Nähe zu Flüssen

Parke nicht zu dicht an Flüssen. Schon leichter Regen kann super schnell zu steigendem Wasserpegel, Sturzfluten und Überschwemmungen führen. Da möchtest du nicht mitten drin stehen.

Vermeide Plätze mit Zufahrten über Brücken

Das selbe gilt für Brücken. Quasi über Nacht kann es passieren, dass eine Brücke eben nicht mehr passierbar ist, weil der Wasserspiegel durch den gefallenen Regen derart angestiegen ist. Wenn du Glück hast kannst du über einen anderen Weg rausfahren oder dann ein paar Tage warten, bis der Pegel sich wieder normalisiert hat. Wenn du Pech hast musst du dich da irgendwie rausholen lassen. Das könnte gefährlich und teuer werden!

So schnell kann es gehen – eine Nacht Regen und schon ist die Brücke nicht mehr befahrbar! Christian hat ganze zweit Tage warten müssen, bis er die Brücke wieder queren konnte.

überschwemmte Brücke im Dachzelt Urlaub
Bild: Christian Cabanski

Kann man Regen vorhersehen?

Klar kann man das! Sogar ziemlich gut heutzutage. Auf allen gängigen Wetterapps findest du ziemlich genaue Regenvorhersagen. Dort wird sogar die voraussichtliche Menge des zu erwartenden Regens in Millimetern angegeben. Ein Millimeter bedeutet dabei, dass 1 Liter Wasser pro Quadratmeter in der Stunde fällt.

Daran kannst du dich orientieren: Von Starkregen spricht man bei 15 bis 25 mm Niederschlag innerhalb einer Stunde oder 20 bis 35 mm innerhalb von sechs Stunden. Über 25 mm in einer Stunde oder 35 mm in sechs Stunden gelten als Unwetterwarnung. Quelle

Wie häufig ist man Regen ausgesetzt?

Dass du deinen gesamten Urlaub im Regen stehst ist ziemlich unwahrscheinlich. Ein paar Regentage sind dir aber statistisch ziemlich sicher!

In Deutschland kannst du mit durchschnittlich 10 Regentagen pro Monat rechnen. In Island sind es 12 Tage, in Norwegen ebenfalls 12 und in Frankreich auch eher 10 Regentage pro Monat, um nur einmal ein paar Beispiele zu nennen. Übersichtliche Klimatabellen findest du dazu bei wetter.de:

Statistik der Regentage in Deutschland
Quelle: Wetter.de

Welches Dachzelt eignet sich bei Regen?

Wie immer hängt solch eine Frage von vielen Faktoren ab und ist deshalb nicht so pauschal beantwortbar.

Insgesamt würden wir aber sagen, dass ein Hartschalenzelt auch bei Regen praktischer ist, denn du kannst es mit relativ wenig Aufwand auf- und zuklappen und hast im Verhältnis zum Klappdachzelt weniger Stofffläche, die grundsätzlich nass werden kann.

Allerdings hat auch ein Klappdachzelt beim Regen klare Vorteile: Du hast meistens mehr Platz im Klappdachzelt, kannst also auch einen Regentag mit der Familie im Dachzelt verbringen. Beim Hartschalenzelt könnte das alleine wegen der fehlenden Sitzhöhe im Dachzelt schwierig werden. Außerdem haben viele Klappdachzelte ein integriertes Vorzelt – das ist Gold wert bei Regen.

Bei längeren Aufenthalten an einem Ort kann ein Klappdachzelt schnell Sinn machen. Bei häufigem Stellplatzwechsel macht ein Hartschalenzelt vermutlich mehr Sinn.

Alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Dachzelttypen findest du hier.

Hält das Vorzelt dicht bei Regen?

Die meisten integrierten Vorzelte sind aus dem selben Stoff, wie das Dachzelt selbst. Bei Regen kannst du also auch von den selben Fähigkeiten ausgehen. Viele separate Vorzelte haben einen hohen Polyesteranteil. Dem Polyester macht Feuchtigkeit wenig aus.

Im Vorzelt ist es auch bei Regen trocknen - zumindest von oben!
Im Vorzelt ist es auch bei Regen trocken – zumindest von Oben | Bild: Julia Nothelfer

Dicht sollten alle Vorzelte sein. Genauso wie beim Dachzelt sind hier eher die Nähte, Reißverschlüsse und Fenster/Türen das Problem. Da kann es durchaus einmal vorkommen, dass du eine Schüssel unterstellen darfst.

Eine größere Herausforderung bei Vorzelten ist der Untergrund. Bei viel Niederschlag kann es passieren, dass das Wasser über den Boden ins Vorzelt läuft und zwar die Klamotten verschont, aber eine Schlammparty auf dem Boden erzeugt. Einziehbare Böden können da helfen, verhindern aber wiederum eine notwendige Luftzirkulation im Vorzelt gegen Feuchtigkeit.

Wird das geschlossene Dachzelt beim Fahren nass?

Klappdachzelte sind mit einer dicken LKW-Plane verschlossen. Währende der Fahrt sollte da kein Regen- oder Spritzwasser eindringen. Viel mehr besteht die Gefahr, dass das Dachzelt beim Öffnen durch die nasse Plane auch nass wird. Bei der Fahrt – oder auch in der SB-Waschanlage – sollte das Dachzelt aber trocken bleiben, wenn keine Nähte oder Reisverschlüsse dem Wasserdruck ausgesetzt sind.

Einige Hartschalendachzelte sind so abgedichtet, dass bei Regen keine Feuchtigkeit eindringen kann. Andere Hartschalendachzelt-Modelle hingegen verzichten auf diese Dichtung zwischen Oberschale und Unterschale. Das hat den Nachteil, dass vor allem Spritzwasser von unten eindringen kann und das Dachzelt an den Seiten nicht vor eindringender Feuchtigkeit schützt. Vorteil von dieser fehlenden Dichtigkeit ist allerdings, dass die Luft besser zirkulieren kann und einmal entstandene Feuchtigkeit – auch sogar bei geschlossenem Dachzelt – besser austreten kann.

Was tun bei Hagel?

Eine ganz spezielle Form des Regens ist der Hagel. Dieser kommt meistens in wärmeren Jahreszeiten vor und geht eigentlich immer mit einem Gewitter daher. Bei Gewitter solltest du dich ohnehin nicht im Dachzelt aufhalten. Wenn dann noch Hagel dazukommt, gehst du vermutlich ohnehin freiwillig ins Auto – es wäre auf jeden Fall ratsam!

Wenn es mal richtig hagelt, dann macht das im Dachzelt auch keinen Spaß mehr! | Bild: Bruno Reinhard

Hagelkörner können unter Umständen zu handtellergroßen, gefährlichen Geschossen werden. Genauso wie Autodächer und Frontscheiben oft darunter leiden, wird es auch dein Dachzelt tun. Um dich auch nicht unnötig in Gefahr zu bringen, solltest du also bei Hagel dein Dachzelt lieber geschlossen lassen.

Was bei Gewitter im Dachzelt alles zu beachten ist, das erfährst du hier.

Was tun bei Dauerregen?

Die wohl pragmatischste Antwort auf diese Frage wäre: weiterfahren.

Da das aber nicht immer das beste Mittel der Wahl und natürlich auch nicht immer möglich ist, brauchen wir einen Plan B bei länger anhaltendem Dauerregen.

Neben all den Freizeitaktivitäten, die man in Räumlichkeiten machen kann (z.B. Museum, Schwimmbad, Sauna, Indoor-Spielplatz usw.) kannst du ebenso gut auch bei Regen eine schöne Zeit im Dachzelt verbringen. Wie wäre es als Single oder Pärchen einfach mal ausgiebig zu chillen? Mal wieder ein Buch lesen, im Internet die Zeit verlieren oder einfach nur den Tag verschlafen? Mit Kids kannst du ebenso viel Zeit im Dachzelt verbringen. Spiele spielen, Lieder singen oder Geschichten vorlesen. Dir wird schon was einfallen!

Hunde und Mann liegen im Dachzelt bei Regen
Auch mit Hunden kann man bei Regen im Dachzelt chillen | Bild: Julia Nothelfer

Außerdem sind wir ja auch alle nicht aus Zucker. Auch bei Regen kann man draussen eine tolle Zeit verbringen. Wann bist du das letzte Mal mit Gummistiefeln in Pfützen rumgesprungen? Die richtige Kleidung macht bei Regen einen Großteil des Spaßes aus! Und dass in jedes Dachzeltmobil wasserdichte Schuhe gehören, wissen wir ja spätestens seit dem DACHZELT CAMP SPECIAAL.

Übrigens ist meist nicht der Regen an sich das Problem, sondern eher die Tatsache, dass nach einer gewissen Zeit im Regen die Luft derart feucht wird, dass auch alles andere Feuchtigkeit zieht: Klamotten, das Auto, Lebensmittel usw..

Es ist in meinen Augen das Unangenehmste an Dauerregen. Dieser Feuchtigkeit kann meiner Erfahrung nach nur eine Heizung im Auto und/oder Dachzelt den Garaus machen. Das empfindet aber ebenfalls jeder anders – ich mag Feuchtigkeit in Klamotten, Auto und Knochen eben nicht gerne.

Was mache ich persönlich bei Regen?

Was mache ich also bei Regen? Wenn ich dem Regen einmal nicht davonfahren will, lege ich meistens dringend nötige Arbeitstage ein. Es wird dann wirklich viel getüftelt, geschrieben und gecallt. Übrigens regnet es bei mir gerade und ich freue mich darüber, endlich diesen schon lang geplanten Beitrag über Regen zu schreiben.

Ein Spaziergang oder eine Wanderung in leichtem bis mittlerem Regen ist bei mir trotzdem immer drin! Ich habe ja den großen Vorteil, dass ich mich und meine Klamotten durch die verbaute Standheizung im Fahrzeug immer wieder trocknen und aufwärmen kann.

Wenn ich den Regentag nicht gerade zum Arbeiten nutze, dann mache ich eben andere Erledigungen. Auto waschen, Klamotten waschen oder mich waschen. Oder alles drei zusammen. Außerdem sind Regentage prädestiniert für ausgiebige Saunagänge. Darauf freue ich mich immer besonders an verregneten Tagen!

Das Wetterphänomen Regen macht mir in der Regel nicht so viel aus. Da empfinde ich Wind als wesentlich anstrengender. Grundsätzlich genieße ich das Dachzelten allerdings bei (fast) jedem Wind und Wetter.

Wenn du wissen willst, wie du bei den Wetterphänomenen Gewitter, Sonne und Wind am besten dachzeltes, schau dir diese Arikel zu den weiteren Wetterpänomenen an.

Titelbild: overtheland.de

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Dachzelt im Sturm – geht das?

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Kann man eigentlich bei Sturm im Dachzelt übernachten? Wie ist das bei starkem Regen? Wird das im Sommer nicht ultra heiß im Dachzelt? Und schützt das Dachzelt auch bei Gewitter?

Spätestens nachdem du das erste Mal in ein extremes Wetterphänomen gerätst, wirst du dich mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Oft ist es aber praktisch, wenn du nicht erst dann mit der Recherche anfängst, sondern schon vorher weißt, worauf du dich in etwa einstellen kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du dir alle Tipps und Tricks über die verschiedenen Wetterphänomenen in diesem DZN Live anschauen:

Sturm & Dachzelt

Einige Dachzeltnomaden denken, dass das anstrengendste Wetterphänomen im Urlaub Regen ist. Allerdings bedenken dabei viele nicht, dass man sich gegen Regen gut schützen kann. Beispielsweise hilft schon gute Kleidung um sich trocken zu halten oder du bleibst einfach den ganzen Tag im Dachzelt und genießt das angenehme Prasseln auf dem Dach. Was hilft aber wirklich gegen Wind? Ist man diesem nicht hilflos ausgeliefert?

Klar gibt es auch Windjacken & Co, außerdem schützt dich natürlich auch das Dachzelt selbst vor Wind. Anhaltende, heftige Windböen können deinen Dachzelturlaub dennoch im Handumdrehen in ein Desaster verwandeln. Schnell ist mal eine Stange gebrochen oder ein Fliegengitter gerissen. Außerdem macht auch das Aufstellen und Einpacken von Dachzelten bei Sturm keinen Spaß.

Kurzum, kräftiger Wind ist in meinen Augen der wahre Feind des Dachzeltnomaden. Da wir uns das Wetter aber nicht immer aussuchen können, müssen wir auch mit diesem Wetterphänomen leben. Wie das am besten geht, welche Gefahren durch Wind beim Dachzelten entstehen und wie du dem Sturm vielleicht doch noch entkommst, das erfährst du in diesem Artikel.

Was ist der Unterschied zwischen Wind, Sturm und Orkan?

Als Wind wird in der Meteorologie eine gerichtete, stärkere Luftbewegung in der Erdatmosphäre bezeichnet – das kann bereits eine laue Brise sein. Ein Sturm dagegen ist ganz genau definiert: ab 74,9 km/h wird ein Wind als Sturm bezeichnet. Ab 117,7 km/h ist der Sturm dann ein Orkan (Quelle: Wikipedia).

Im Prinzip definiert jeder Dachzeltnomade seine Wohlfühlwindstärke selbst. Für den einen sind 50 km/h noch ok, für den anderen wird es schon ab 30 km/h unangenehm. Spätestens bei Sturm können wir euch aber versprechen, dass es unangenehm wird im Dachzelt.

Kann man bei Sturm im Dachzelt schlafen?

Grundsätzlich kann man bei Wind – auch bei starkem Wind oder Sturm im Dachzelt schlafen. Der Wind selbst ist erst einmal nicht gefährlich.

Allerdings wird es bei Wind sehr schnell ungemütlich im Dachzelt. Der Stoff schwingt bereits bei leichtem Wind mehr als melodisch mit und wird bei stärkerem Wind schnell furchtbar laut. Diese lauten, peitschenden Geräusche können dir schnell den Schlaf rauben. Je nach Stoff und Verarbeitung des Dachzeltes kann das auch von Dachzelt zu Dachzelt stark variieren.

Doch auch alle anderen beweglichen Teile am Dachzelt klappern und bewegen sich im Wind: die Reißverschlüsse klimpern, das Gestell des Dachzeltes knarzt, die Verbinder und Schrauben ächzen, ja oder sogar dein Auto spielt bei dem Konzert mit.

Pro-Tipp gegen leichte Klappergeräusche:

Du kannst die Reißverschluss-Zipper mit Wäscheklammern zusammenklammern oder mit Klebeband umwickeln. Dann hörst du das aneinander klimpernde Metall nicht mehr. Alternativ kannst du die Schieber auch mit Schrumpfschläuchen fixieren.

Gegen den trommelartigen Wind, der auf deine Stoffwände peitscht, ist wohl noch kein Gras gewachsen. Dort hilft nur ignorieren oder Watte ins Ohr.

Selbst wenn du aber den Wind und seine Auswirkungen nicht mehr hören solltest, bleibt dir immer noch die rhythmische Bewegung, die durch den Wind entsteht. Dein Dachzelt verwandelt sich nämlich im Handumdrehen zu einem riesigen Segel. Manch einer mag beim Schlafen im Dachzelt bei Wind schon seekrank geworden sein.

Letztendlich reagiert jeder anders auf die Auswirkungen des Windes auf das Dachzelt. Den einen stört das schwankende Dachzelt bei Wind empfindlich und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Der andere lässt sich von dem Wind langsam aber sicher in den Schlaf wiegen. Vermutlich musst du das selbst ausprobieren, um zu wissen, zu welcher Sorte du dich zählen darfst.

Ab wann ist Wind gefährlich im Dachzelt?

Auch wenn du dich gerne in den Schlaf schaukeln lässt, solltest du trotzdem darauf achten, dass dir der Wind nicht gefährlich wird. Wie gesagt, bietet starker Wind zunächst einmal keinen Anlass zur erhöhten Sorge.

Bei Sturm, orkanartigen Böen oder Orkan solltest du dein Glück allerdings nicht überstrapazieren und die Nacht lieber im Auto oder in einem Haus verbringen. Abgesehen davon, dass bei diesen Windstärken die wenigsten von uns beruhigt schlafen können, ist es dort dann einfach sicherer.

So kann das bei starkem Wind (ca. 90 km/h) im Dachzelt abgehen:

Video: Bastian Dingler

Je nachdem mit welcher Windstärke der Sturm bläst, können Gegenstände herumfliegen, Äste abbrechen oder gar ganze Bäume entwurzelt werden. Ganz davon abgesehen, dass dein Dachzelt den starken Winddruck vielleicht sogar gar nicht aushält. Aber dazu kommen wir später noch.

Je höher dein Setup insgesamt ist, desto größer wird vermutlich dein Wellengang sein. Natürlich hängt das auch noch vom Gewicht des Fahrzeuges, dem Gewicht des Dachzeltes und deinem Gewicht im Dachzelt ab – der Unterschied zwischen einem Hochdachkombi zu einem Kombi (Beispiel) bei gleichem Dachzelt ist aber schon deutlich spürbar.

Übrigens gibt es bei Wind noch einen weiteren Faktor, der nicht zu vernachlässigen ist: häufig kannst du bei Sturm auch mit Gewitter rechnen. Und spätestens da hört der Spaß dann vermutlich auf. Mehr über das Dachzelten bei Gewitter und anderen Wetterphänomenen findest du hier.

Wo parkst du am sichersten bei Sturm?

Wenn du eine windreiche Nacht oder gar einen Sturm erwartest, dann solltest du das bereits bei der Stellplatzwahl beachten.

Dont’s bei der Stellplatzwahl

Alles in allem solltest du bei starkem Sturm am besten gar keinen Stellplatz zum Schlafen suchen, sondern besser eine Möglichkeit, dich irgendwo drinnen aufzuhalten. Im Notfall eben im Auto.

Stelle dich nicht in Wälder oder in die Nähe von Bäumen!

Der Wind selbst macht dir und deinem Dachzelt vermutlich wenig aus. Einen herabfallenden Ast wird dein Dachzelt hingegen nicht aufhalten. Deshalb solltest du bei starkem Wind oder Sturm nicht in der Nähe von Bäumen stehen.

Stelle dich nicht in die Nähe von Felswänden!

Auch Felswände können gefährliche Geschosse beherbergen. Ein Stein auf dem Dachzelt wird dich genauso wenig erfreuen, wie ein Ast.

Stelle dich nicht in die Nähe von maroden Häusern oder Stromleitungen.

Bei Sturm, orkanartigen Böen oder Orkanen passiert es gar nicht mal so selten, dass sich Häuser abdecken oder gerissene Stromleitungen zu gefährlichen Geschossen werden. Vermeide alte Häuser und Ruinen als Schutz zu nutzen.

Do’s bei der Stellplatzwahl

Suche dir bei zu erwartendem Sturm einen Stellplatz, der dich irgendwie schützt. Wenn Felswände, Bäume und einige Häuser tabu sind, bleibt erst einmal wenig übrig. Du musst dich trotzdem nicht alleine auf weite Flur stellen.

Suche Zuflucht in Büschen und Senken!

Suche dir vielleicht eine Stelle, an der viele Büsche stehen. Da kann nicht so viel passieren. Oder du schaust dich nach Senken und kleinen Tälern um, über die der Sturm hinweg fegen kann.

Allerdings kann auch eine Senke tückisch sein, denn Dachzelte sind im Windkanal meist nur durch horizontalen Wind getestet. In einer Senke kann der Wind ebenso von schräg oben kommen, auch wenn du nicht am Rand der Senke stehst. Dein Dachzelt kann dadurch seitlich nach unten gedrückt werden und entweder mit dem Gestänge auf dir landen und/oder sich nachhaltig verbiegen.

Suche Zuflucht auf Camping-Plätzen!

Auf einem Campingplatz kannst du den Betreiber oder andere (Dauer-)Camper fragen, von wo in der Regel der Wind weht. Es gibt sicher überall Fleckchen, an denen der Wind seinen Weg einfacher findet und heftiger weht, als an dem Fleckchen um die Ecke.

Suche Zuflucht unter Brücken

Brücken gehören zu den stabilsten Bauwerken. Sie sind (meist) für die Ewigkeit gebaut. Hier kannst du relativ sicher sein, dass sie auch bei starkem Orkan stehen bleiben.

Suche Zuflucht in der Stadt!

Am Wenigsten passiert dir vermutlich in Städten mit solider Bebauung oder in Industriegebieten. Aber halte auch da Ausschau nach Gegenständen die im Zweifel bei Sturm durch die Gegend fliegen können.

Geb dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche!

Sobald dir klar ist, von wo der Wind weht, kannst du dein Fahrzeug entsprechend ausrichten. Das bedeutet, ähnlich wie in der Schifffahrt, “mit dem Wind” parken. Parke nach Möglichkeit in der Länge gegen den Wind, also Schnauze voran!

Kann man Wind vorhersehen?

Ja – glücklicherweise kann man das! In vielen gängigen Wetter-Apps kannst du schon im voraus erkennen, wie viel Wind du ungefähr zu erwarten hast. Ob es am Ende dann 30 oder 40 km/h sind, machen den Bock vermutlich nicht fett. Ein Unterschied zwischen 30 und 90 km/h wirst du aber deutlich spüren.

Auch beim Deutschen Wetterdienst kannst du dich über Wetterwarnungen informieren.

Neben den Temperaturen, der Gewitterbeobachtung und der Regenwarnung solltest du beim Dachzelten also in Zukunft zumindest ein Auge auf die Windvorhersage haben.

Was tun bei Sturm?

Wenn du schon weißt, dass es in der Region deiner Wahl windig werden soll, kannst du noch die ein oder andere Vorkehrung treffen.

Spanne dein Dachzelt ab!

Du kannst dein Dachzelt zusätzlich abspannen. Die meisten Klappzelte haben im Lieferumfang ein Set von Abspannschnüren und Heringen. Sollte das nicht der Fall sein, kannst du dich damit in jedem Campingbedarf eindecken.

Parke in Windrichtung!

Du kannst auch in die entsprechende Windrichtung parken, wenn du bereits weißt von wo der Wind kommen soll (und wohin er sich eventuell im Laufe der Nacht drehen soll!).

Richte dein Dachzelt aus!

Wenn du eine Dreiecks-Hartschale dein Eigen nennst, kannst du die spitze Seite in den Wind drehen. Bei einem Klappzelt empfiehlt es sich, den Einstieg aus dem Wind zu drehen.

Sichere deine losen Gegenstände!

Außerdem kannst du dafür sorgen, dass um dein Dachzelt herum nicht mehr so viel wegfliegen kann. Campinggeschirr, Stühle usw. werden schnell zu Geschossen oder aber auch zu Gegenständen, die du nicht mehr so schnell einfangen kannst.

Ansonsten heißt es bei Wind meistens – wie auch bei dem ein oder anderen Wetterphänomen auch – aussitzen oder weiterreisen.

Wie viel Wind hält das Dachzelt aus?

Das ist eine gute Frage! Bisher haben wir noch nicht viele Dachzelte gesehen, die durch Wind einen kompletten Totalschaden erlitten haben. Aber auch das ist tatsächlich möglich. Am DACHZELT FESTIVAL 2018 hat ein kleines Stürmchen von der Dauer einer halben Stunde beispielsweise ein komplettes Klappdachzelt zerlegt. Alle anderen Dachzelte blieben heile bzw. hatten wenn dann nur leichte Kratzer.

Manche Hersteller werben damit, dass das Dachzelt selbst Windstärke 8 und mehr standhält. Wie das bei bei 72 km/h dann aussieht, das siehst du hier:

Na? Hast du Lust bei diesem Wind im Dachzelt zu liegen? Wahrscheinlich nicht.

Sobald also eine Sturmwarnung vorliegt, ist ein Übernachten im Dachzelt – oder auch nur das Aufstellen eines Dachzeltes – nicht mehr zu empfehlen. Windstärken, die darunter liegen, können durchaus getestet werden.

Je nach deinem Setup und deinem persönlichen Empfinden, können du und dein Dachzelt einem Sturm durchaus standhalten. Vermutlich gibst du sogar auf, bevor das Dachzelt klein bei gibt. Aber bei starkem Wind und Sturm ist und bleibt es einfach unangenehm im Dachzelt.

Wenn du das Dachzelt im offenen Zustand, starkem Wind oder sogar Sturm/Orkan aussetzt, dann kannst du durchaus mit der ein oder anderen Blessur am Dachzelt rechnen. Eine verbogene Stange hier, ein gerissener Stoff da, eine geplatzte Naht oder ein defekter Reißverschluss. Insgesamt solltest du es nicht darauf ankommen lassen, wenn du die Wahl hast.

Wie häufig ist man starkem Wind ausgesetzt?

Glücklicherweise ist das ähnlich, wie bei Gewitter: es stürmt nicht jeden Tag. Genauer gesagt stürmt es sogar relativ selten.

Eine Statistik des Deutschen Wetterdienstes zeigt das recht deutlich. Vereinfacht gesagt dürfen wir also im Schnitt mit 30 oder weniger Sturmtagen im Jahr rechnen. An diesen 30 Tagen müssen wir ja nicht unbedingt dachzelten.

Statistik Sturmtage in Deutschland zwischen 1969-1998
Mittlere Anzahl der Tage mit Spitzenböen von mindestens Bft 8 für Jahr, Sommer und Winter im Zeitraum 1969 bis 1998. Quelle: DWD.de

Außerdem sind “Sturmtage” auch keine Tage, an denen es den ganzen Tag stürmt. Es können durchaus auch nur Spitzenböen der Stärke 8 oder stärker auftreten. Das heißt noch nicht, dass es die ganze Nacht aus allen Löchern pfeift. Auch das kann dir eine Wettervorhersage ziemlich genau prophezeien.

Welches Dachzelt eignet sich am besten für Sturm?

Grundsätzlich sind Hartschalendachzelte bei Wind weniger anfällig als Klappdachzelte.

Hartschalenzelte haben eine relativ kleine Angrifssfläche, einen meist stark gespannten Stoff und weniger Teile, die außen am Zelt angebracht sind. Dadurch hat der Wind nicht so viele Möglichkeiten Schaden anzurichten. Ein dreieckiges Hartschalenzelt kannst du zudem noch ideal mit der Spitze in den Wind stellen und damit die Angriffsfläche ideal verkleinern.

Ein Klappdachzelt hingegen hat von Natur aus eine recht große Angriffsfläche und flattert im Wind wesentlich mehr als ein Hartschalenzelt. Außerdem hat ein Klappdachzelt außen am Dachzelt häufig Stangen, die im Wind einfach verbiegen können oder sich sogar zu gefährlichen Peitschen entwickeln könnten.

Ein Hybriddachzelt kann je nach Bauart die Vor- und Nachteile von Klappdachzelt und Hartschalenzelten vereinen. Insgesamt kommt das aber stark auf die exakte Bauart an. Alle Vor- und Nachteile der drei genannten Dachzelt-Arten findest du hier.

Zusätzlich zu der Bauart macht auch noch der Stoff einen entscheidenden Unterschied. Je schwerer der Stoff, desto robuster wird er sein. Ein leichter Stoff aus reinem Polyester flattert im Wind wesentlich schneller als ein schwerer Stoff aus reiner Baumwolle. Dafür macht die Baumwolle bei starkem Wind erheblich lautere Schläge als die Polyester-Variante.

Ideal ist für mein Empfinden bei Sturm ein Stoff aus einer Polyester-Baumwolle Mischung.

Hält das Vorzelt einem Sturm stand?

Grundsätzlich gibt es Vorzelte, die auch stärkeren Wind aushalten.

Ob du dein Vorzelt im Wind allerdings aufbauen solltest, würde ich von Situation zu Situation entscheiden. Wenn du die Möglichkeit hast, das Vorzelt sicher im Auto verstaut zu lassen, wäre das zumindest bei starkem Wind vermutlich meist die beste Alternative.

Es gibt allerdings auch Dachzelte, die ein integriertes Vorzelt haben. Dieses solltest du bei Wind entsprechend gut abspannen.

Was solltest du noch beachten?

Ein Sturm kommt selten alleine. Wenn du Pech hast, dann bringt der Sturm noch Regen, Schnee, Hagel, Sand oder Staub mit. Außerdem kann ein Sturm auch von Blitz und Donner begleitet werden. Spätestens dann macht das Ganze ohnehin keinen Spaß mehr – bzw. wird schnell noch gefährlicher, als es ohnehin schon ist.

Hier findest du eine Übersicht über alle Wetterphänomene mit Tipps und Tricks wie du dich dabei am besten verhältst.

Meine Erfahrungen mit Dachzelten im Sturm

Ich persönlich habe schon die ein oder andere Nacht bei mäßigem und auch starkem Wind im Dachzelt verbracht. Schön ist das in der Regel nicht, vor allem weil mich die lauten Geräusche der peitschenden Windböen an meinem Dachzelt schnell nerven.

Außerdem klappert alles. An ruhigen Schlaf ist meist nicht zu denken, weil ich bei dem ganzen Gewackel dauernd das Gefühl habe, dass eine Person an meinem Dachzelt rüttelt.

Mein schlimmstes Erlebnis war eine Nacht bei Windstärke 8-9 an der Ostsee. Das war also schon ein deutlicher Sturm. Ich habe erst versucht, im Dachzelt zu bleiben. Als es sich aber im Verlaufe des Sturms immer wieder von selbst halb zugeklappt hat, habe ich entschieden, die Nacht im Auto zu verbringen, bis der Sturm vorbei ist.

Der Versuch das Dachzelt in dieser Situation noch einigermaßen ordentlich zu verschließen hat übrigens auch keinen Spaß gemacht. Glücklicherweise hat es dabei nicht auch noch geregnet.

Ein anderes Mal war es bereits tagsüber so windig, dass ich beim Sitzen im Auto mit geschlossenem Dachzelt nahezu seekrank geworden bin. Da habe ich mir dann für die Nacht einen weitaus geschützteren und nicht so exponierten Platz gesucht. Die Flexibilität haben wir ja mit Dachzelt glücklicherweise meistens.

Ich persönlich empfinde Wind als das anstrengenste Wetterphänomen beim Dachzelten und versuche dem Ganzen – wenn irgendwie möglich – immer aus dem Weg zu gehen.

Wenn es einmal nicht möglich sein sollte, setze ich mein bestes Lächeln auf und versuche das Beste daraus zu machen – selbst wenn das mal bedeutet auf dem Beifahrersitz zu “schlafen”. Denn wenn ich mich ärgere, geht der Wind auch nicht weg.

An dieser Stelle vielleicht noch der Hinweis: Ein Notschlafplatz im Auto ist nicht nur extremen Wetterbedingungen Gold wert.

Grundsätzlich geht Dachzelten allerdings bei (fast) jedem Wind und Wetter. Weitere Tipps und Tricks, wie du bei den Wetterphänomenen Gewitter, Sonne und Regen am besten dachzeltes, findest du hier.

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Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Gewitter im Dachzelt – ist das gefährlich?

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Kann man eigentlich bei jedem Wetter im Dachzelt übernachten? Wie ist das bei starkem Wind? Wird das im Sommer nicht ultra heiß im Dachzelt? Und schützt das Dachzelt auch bei Gewitter?

Spätestens nachdem du das erste Mal in ein extremes Wetterphänomen gerätst, wirst du dich mit diesen oder ähnlichen Fragen beschäftigen. Oft ist es aber praktisch, wenn du nicht erst dann mit der Recherche anfängst, sondern schon vorher weißt, worauf du dich in etwa einstellen kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du dir alle Tipps und Tricks über die verschiedenen Wetterphänomenen in diesem DZN Live anschauen:

Gewitter & Dachzelt

Stell dir vor du wachst nachts in deinem kuscheligen Dachzelt auf einmal von einem lauten Geräusch auf, dass du erst einmal nicht richtig einsortieren kannst. Erst als du den strahlenden Blitz siehst, der den Nachthimmel teilt, erkennst du: es nähert sich ein Gewitter deinem Dachzelt-Stellplatz. Ob das so gut ist?

Das wohl dramatischste und vermutlich auch gefährlichste aller Wetterphänomene bei deinem Dachzelturlaub ist das Gewitter. Gerade im Hochsommer ist die Gewitterhäufigkeit und die Stärke der auftretenden Gewitter besonders hoch. Deshalb solltest du das auch nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Heutzutage lassen sich Gewitter glücklicherweise ziemlich genau vorhersagen. Ein plötzliches und spontanes Gewitter, dass dich aus dem Schlaf reißt, muss also in der Regel auch bei deinem Dachzelturlaub nicht auf der Tagesordnung stehen.

Kannst du das Gewitter nicht einfach im Dachzelt aussitzen? Oder solltest du dich aus der Gewitterregion ganz fernhalten? Woran erkennst du dein Gewitter? Und wie weit ist es eigentlich weg? Diese und noch weitere Fragen schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

Ist man bei Gewitter im Dachzelt sicher?

Grundsätzlich lautet die Antwort erst einmal: NEIN.

Das Dachzelt bildet keinen oder keinen ausreichenden faradayschen Käfig, um dir bei einem Blitzeinschlag Schutz zu bieten. Der Faradaykäfig, wie wir ihn beim Auto kennen, ist eine geschlossene Hülle aus einem elektrischen Leiter. Diese Kriterien wird ein handelsübliches Dachzelt nicht erfüllen können.

Im geschlossenen Auto bist du auch während des Gewitters sicher, im Dachzelt also nicht.

Woran erkennst du ein herannahendes Gewitter?

Ein herannahendes Gewitter erkennt man nicht nur an den dunklen Wolken und dem dröhnenden Donner. Es gibt viele weitere Kleinigkeiten, die dir ein Gewitter vorhersagen:

  • die Temperatur fällt stark ab
  • der Luftdruck sinkt
  • die Vögel hören auf zu zwitschern
  • die Mücken werden aggressiver
  • große (meist dunkle) Wolken türmen sich auf
  • oder einfach durch einen Blick auf den guten alten Wetterbericht

Am Meer oder im flachen Land kann man ein Gewitter schon von weitem herannahen sehen. In den Bergen ist das meist schwieriger und kann schnell einmal eine böse Überraschung innerhalb kürzester Zeit bringen.

Wie weit ist das Gewitter weg?

Wenn du einen Blitz siehst, dann gibt es auch gleichzeitig den Donner. Da aber das Licht schneller bei dir ankommt als der Ton, dauert es je nach Entfernung entsprechend lange, bis der Donner zu hören ist.

Wenn der Abstand zwischen Blitz und Donner eine Sekunde beträgt, dann ist das Gewitter (bzw. dieser Blitz!) 343 Meter von dir entfernt. Wenn 10 Sekunden zwischen Blitz und Donner liegen, dann sind es bereits 3,4 km zwischen dir und dem Blitz.

Mit dieser Formel kannst du ungefähr bestimmen, wie weit das Gewitter weg ist. Allerdings solltest du dabei auch bedenken, dass eine Gewitterwolke zwei Kilometer oder breiter sein kann und sich nicht gerade langsam bewegt. Wenn also der Blitz zwei Kilometer von dir und deinem Dachzelt weg ist, dann kann der nächste schon innerhalb von Sekunden bei dir sein.

Mit dieser Sekundenzählmethode kannst du aber recht gut einschätzen, ob das Gewitter zu dir hin oder von dir weg zieht. Dafür ist die Formel wirklich Gold wert!

Wo zieht das Gewitter hin?

Du kannst nicht nur mit dem Sekunden zählen super bestimmen, wo das Gewitter hinzieht. Auch in aktuellen Satellitenbildern lässt sich das super beobachten. Ich nutze dafür gerne die App von WetterOnline – es gibt aber auch zahlreiche andere Online-Tools.

In dieser App werden Gewitter als farbige Punkte dargestellt. Je größer die Punkte sind, desto größer sind die Gewitterzellen. Du siehst außerdem in der Timeline unten ziemlich genau, wo das Gewitter herkommt, wann es bei dir ist und wo es hinzieht.

Bild von einer Gewitter App zum frühzeitigen Erkennen von herannahenden Gewittern beim Dachzelt Urlaub

Ich bin immer wieder ganz begeistert wie präzise diese Vorhersagen doch sind. Erst letzte Woche hat mir die App das Gewitter auf die Minute vorhergesagt und auch ganz genau, wann ich wieder schlafen gehen kann.

Alleine auf die Technik vertrauen solltest du aber dennoch nicht. Eine Kombination aus der Sekunden-zähl-Taktik und der Satellitenanzeige sollte dich aber schon ganz gut vor unerwarteten Gewittern schützen.

Häufigkeit Gewitter

Im Sommer kannst du schon öfters mal mit einem kleinen Gewitterchen rechnen. In den Monaten Mai bis August sind die Tage am längsten und damit auch die Sonneneinstrahlung am intensivsten. In diesen Monaten ist auch mit den meisten Gewittern zu rechnen.

Ein Gewitter entsteht nämlich vereinfacht gesagt durch aufsteigende, feuchtwarme Luftmassen, die eine Gewitterwolke bilden. Diese Luftmassen treffen in großer Höhe auf kältere Luftmassen – und schon knallt´s!

In Deutschland gibt es je nach Region an 20-35 Tagen im Jahr Gewitter. Hier findest du beim deutschen Wetterdienst genaue Informationen über die Häufigkeit von Gewitttern. Die meisten Gewitter finden im Sommer zwischen Mai und August statt.

grafik der mittleren Anzahl von Gewittertagen pro Monat am Frankfurter Flughafen
Quelle: dwd.de

Übrigens: ein Wärmegewitter dauert in der Regel 0,5 – 1,5 Stunden. Also selbst wenn ein Gewitter ausgerechnet auf dein Wochenende fällt, in dem du mit dem Dachzelt unterwegs sein wolltest, ist noch nicht Hopfen und Malz verloren. Es kommt nämlich sehr selten vor, dass es die ganze Nacht gewittert und das Gewitter dabei gleichzeitig direkt über deinem Dachzelt wütet.

Du kannst demnach auch bei einer Gewitterwarnung mit dem Dachzelt losziehen. Allerdings solltest du super vorsichtig sein: sobald eine Gewitterwolke an deinem Standort sichtbar und/oder das Gewitter hörbar ist, wechsele sicherheitshalber ins Auto und sitze das Gewitter aus. Das grandiose daran: Du kannst das Gewitter live aus der ersten Reihe beobachten!

Mir persönlich ist das in drei Jahren Vollzeit im Dachzelt bisher zwei Mal passiert. In allen anderen Fällen ist das Gewitter dann doch an mir vorbeigezogen und ich konnte relativ ruhig weiterschlafen.

Über Unwetterwarnungen kannst du dich beispielsweise beim deutschen Wetterdienst informieren.

Wo parkst du am sichersten?

Es besteht für deine Region eine Gewitterwarnung? Dann solltest du bei der Parkplatzwahl für dein Dachzelt-Mobil wenn möglich einige Grundregeln beachten.

Dont’s bei der Stellplatzwahl

Regel Nummer 1: Sei nicht der höchste Punkt.

Egal was du machst und wo du dich so aufhältst. Solange du außerhalb deines Autos bist, solltest du auf keinen Fall der höchste Punkt in der Umgebung sein. Der Blitz sucht sich den Weg des geringsten Wiederstandes, um sich zu entladen. Und das möchtest du bzw. dein Dachzelt ganz sicher nicht sein.

Parke also nicht auf offenen Feldern und auf weiter Flur!

Auch ein Parkplatz neben einem einzelnen Baum oder einer kleinen Baumgruppe ist nicht sinnvoll. Gefährlich ist nämlich nicht nur der Blitzeinschlag selbst, sondern auch der sogenannte Potenzialtrichter.

Bei einem Blitzeinschlag entstehen an der Stelle des Einschlages nicht nur sehr hohe punktuelle Spannungen, sondern eine trichterförmige Potentialdifferenz, die nach außen abnimmt. Das bedeutet, dass der Blitzeinschlag selbst sehr gefährlich ist, aber auch der kreisförmige Bereich um den Einschlag kann tödlich sein.

Auch solltest du nicht unbedingt mit deinem Dachzelt im Wald stehen. Denn mit einem Gewitter kommt auch häufig kräftiger Wind einher. Wenn der Blitz dich also verschont, möchtest du sicher nicht Opfer von herabfallenden Ästen oder abknickenden Bäumen werden.

Do’s bei der Stellplatzwahl

Sinnvoll ist es dagegen in der Nähe von einem bebauten Gebiet zu stehen. Wenn dein Stellplatz 100-200 Meter weg vom nächsten Haus ist, dann bist du höchstwahrscheinlich nicht der höchste Punkt und der Blitz schlägt eher in einen Blitzableiter ein als in dein Dachzelt.

Eine Unterführung oder ein kleiner Tunnel können auch prima Plätze zum Gewitter ausharren sein. Dort sollte dir nichts passieren – zumindest nicht durch einen Blitzeinschlag.

Auto mit Dachzelt steht unter einer Unterführung
Noch kein idealer Stellplatz, aber vier Meter weiter links ein guter Anfang für den Notfall!

Unabhängig von der Stellplatzwahl hast du im Auto immer einen sicheren Platz (solange Fenster und Türen geschlossen sind).

Was solltest du noch beachten?

Wenn es gewittert oder ein Gewitter naht, sollest du zusätzlich auf folgende Dinge achten:

Kein Kontakt zu metallischen Gegenständen 

Metall zieht Blitze förmlich an. Du solltest also keine metallischen Gegenstände am Körper tragen, wenn du dich bei Gewitter draußen aufhalten solltest.

Außerdem sollten auch keine metallischen Gegenstände um dein Auto herumstehen oder liegen. Besser ist es diese bereits lange vor dem Gewitter im Auto zu verstauen.

Denke dabei auch unbedingt an deine Leiter vom Dachzelt, wenn diese aus Metall ist!

Gewitter bringt oft Sturm & Hagel mit sich

Ein Gewitter bedeutet häufig auch Sturm und manchmal sogar Hagel. Du solltest also bei einer Gewitterwarnung auch schon darauf achten, dass keine Gegenstände wegfliegen können und im Idealfall dein Fahrzeug irgendwo sicher unterstellen. Dadurch sparst du dir vielleicht den ein oder anderen Hagelschaden.

greller Blitz am Nachthimmel
Red Dunes Camp in Namibia 2016 | Bild: Sasowewi Photography

Was mache ich persönlich bei Gewitter?

Du hast in deinem Dachzelturlaub einen Gewittertag erwischt? Glückwunsch! Ich persönlich feiere es tatsächlich jedes mal extrem, wenn ich ein Gewitter aus nächster Nähe beobachten kann.

Ich will euch jetzt nicht ermutigen absichtlich in ein Gewitter zu fahren. Ein Restrisiko besteht auch, wenn ihr in eurem Auto das Gewitter ausharrt.

Wenn es aber doch passiert und ihr bei eurem Dachzelt-Abenteuer in ein Gewitter geratet: dann genießt die Show! Ich setze mich dann immer in mein Auto, mache mir vorher noch einen Tee oder öffne ein Kaltgetränk und freue mich auf das Schauspiel. Wenn das Gewitter in meiner Nähe ist, verlasse ich das Auto selbstverständlich nicht mehr und warte, bis es dann weit genug weg ist, bevor ich wieder schlafen gehe.

Tipp aus der Praxis

Ich bin bereits seit 2017 Vollzeit unterwegs und kann an einer Hand locker abzählen, wie oft ich nachts schon ins Auto wechseln musste. Die Wahrscheinlichkeit von einem nahen Gewitter überrascht zu werden, ist eher nicht allzu hoch einzuschätzen.

Jetzt weißt du alles über Gewitter in deinem Dachzelturlaub. Aber wie ist das eigentlich mit Schnee, Wind und Sonne? Hier findest du alle Tipps und Tricks für das Dachzelten bei extemen Wetterphänomene noch einmal in der Übersicht!

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Wild Camping

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In letzter Zeit häufen sich die Posts über Wildcamper und deren Verhalten in öffentlichen Räumen bzw. die Auswirkungen des Wildcampens auf Natur und Umwelt.

Das Thema bewegt anscheinend viele, sorgt für Berichterstattungen in Zeitungen und geht in den letzten 2 Wochen durch sämtliche Gruppen auf Facebook.

Da sich die geposteten Artikel immer wiederholen, haben wir uns gedacht, wir machen daraus ein Wochenthema, in dem wir das Thema ausgiebig diskutieren können. Hier können wir gerne auch alle Artikel und Links zu diesem Thema sammeln.

Habt ihr spannende Artikel zu dem Thema? Dann schickt sie uns gerne per Mail. Wir fügen sie dann in diesen Beitrag ein.

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Lasst uns mal diskutieren: Was ist eure Meinung zum wilden campen? Alles schlecht wie in den Medien berichtet oder wird da übertrieben? Liegt in dem ganzen auch eine Chance? Können Wildcamper eventuell sogar auch einen Beitrag zur Erhaltung von Natur und Stellplätzen leisten? Gibt es Lösungsansätze, kreative Ideen, wo seht ihr Möglichkeiten? 

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