Kochen unterwegs – Teil 3: Die Feuerküche

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Keine Lust zu lesen? Am Sonntag, den 31.05.2020 waren wir um 20:00 Uhr live zum Thema “Kochen mit Feuer”. Wie kocht man am Besten über offenem Feuer? Mit und ohne Hilfsmittel? Welche Utensilien braucht man für die Feuerküche? Und wie macht man überhaupt das beste Feuer zum Grillen?

Im Live haben wir euch eure Fragen beantowrtet! Und einen Überraschungsgast hatten wir auch am Start! Jürgen hat uns Asado live zubereitet! Hier nochmal die Zusammenfassung:

Ohne Mampf kein Kampf

Das Lagerfeuer knistert gemütlich vor sich hin. Kleine Funken tänzeln in den Nachthimmel empor. Wohlige Wärme macht sich rund um das Feuer breit. Leise Gitarrenklänge säuseln durch die Nacht. Wo du auch hinschaust, siehst du zufriedene Menschen, in deren Augen sich das lodernde Lagerfeuer spiegelt. Alle sind glücklich – nur bei dir will der Funke nicht so richtig überspringen, denn du hast Hunger!

Na, erkennst du dich wieder? Oder kennst du vielleicht jemanden, auf die diese Beschreibung exakt zutrifft? Keine Sorge, ich kann dir helfen! Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du auch auf Reisen nicht auf deine heißen Kostbarkeiten aus dem Feuer verzichten musst. 

Diese Bild zeigt Menschen, die um ein Lagerfeuer sitzen

Ich zeige dir, wie du dein Essen über Feuer zubereiten kannst. Die Zeiten, bei denen es bei dir nur kalte Ravioli aus der Dose gab, gehören ab jetzt der Vergangenheit an. 

Was du hier nicht finden wirst, sind Rezepte. Denn kochen können wir doch alle, oder? Na ja, für den Fall dass du es nicht kannst, oder deine Outdoorküche einfach mal mit neuen kulinarischen Highlights aufpeppen möchtest, wirst du im Kochbuch der Dachzeltnomaden pfundig ähm fündig 😉

Du bist Quereinsteiger und kennst die ersten beiden Artikel über das Kochen unterwegs noch nicht? Dann kannst du jetzt dein Grundwissen noch erweitern und im ersten Teil alles über die Brennstoffe (Gas und flüssig) nachlesen. Im zweiten Teil dreht sich alles um die verschiedenen Campingkocher und Ihrer Einsatzgebiete.

Der Stoff aus dem dein Feuer ist  – Holz

Bevor wir uns in die Outdoorküche stürzen, müssen wir erst einmal klären, wie du überhaupt dein Feuer in Gang bekommen kannst. 

Holz gehört zu den sogenannten festen Brennstoffen. Im Hinblick auf die gasförmigen oder flüssigen Brennstoffe, sind diese relativ gefahrlos. Um sie zu entzünden, muss eine relativ hohe Zündenergie aufgebracht werden. Diese Energie (Anzünder – Zunder) muss über einen langen Zeitraum aufrecht erhalten werden. Oftmals braucht es auch etwas Übung, um zum Beispiel das Lagerfeuer richtig anzufeuern.

Diese Bild zeigt einen Aufbau vom Lagerfeuer

Das Zubereiten von Speisen über dem Holzfeuer ist eine der ältesten Kochmethoden. Ob direkt über dem Lagerfeuer, oder im modernen Holzofen. Dieser Brennstoff ist sehr praktisch. Du brauchst ihn nicht unbedingt in deinem Fahrzeug zum Stellplatz zu transportieren, denn Holz zum Feuer machen kannst du praktisch überall finden. 

Darf ich überall im Wald Holz sammeln?

Du hast es schon geahnt: Die Sache mit dem Holz hat einen Haken. In Deutschland ist es grundsätzlich verboten Holz, Stöcke und Äste im Wald zu sammeln und mitzunehmen. Auch sogenanntes Totholz zählt dazu. Der Grund dafür ist einfach, denn der Wald ist kein “Niemandsland” – er ist das Eigentum von jemandem. 

Für dich bedeutet das, dass du entweder dein Feuerholz selber mitbringst, oder dich bei der Forstverwaltung informierst – kurz gesagt, du fragst einfach mal freundlich nach. Das solltest du ohnehin machen, um sicherzustellen, ob du überhaupt ein Lagerfeuer machen darfst.

Welches Holz eignet sich am besten?

Das Holz sollte im Allgemeinen trocken sein, da es sich sonst nur sehr mühsam entzünden lässt und zu allem Überfluss auch noch mehr Qualm als Flammen produziert. Am besten geeignet ist Buchenholz, denn das hat einen sehr guten Heizwert und die Glut hält lange an – kurz gesagt: Es brennt sehr lange.

Aber auch Ahorn, Kirsche und Esche brennen sehr gut. Eiche hingegen solltest du nicht für dein offenes Feuer verwenden, da es beim Abbrennen einen unangenehmen Geruch von sich gibt. Auch auf Nadelhölzer, wie Fichte, Lärche oder Kiefer solltest du verzichten.

Die sehr harzhaltigen Gehölze sorgen oft für Funkenflug und platzen beim Verbrennen gerne auf. Du kennst sicherlich diese kleinen Geschosse, die aus dem Lagerfeuer fliegen und deine neue Outdoor Hose mit deinem Oberschenkel verschmelzen…

Eigentlich kannst du aber alles an Holz verwenden, was du so in der Umgebung findest – es sei denn, es ist mit Lacken, Farbe oder ähnlichem verunreinigt. 

Lagerfeuer anzünden  – Wie wirds richtig heiß?

Klar, kannst du mit Grillanzünder, Benzin und anderem brennbaren Zeugs dein Lagerfeuer anzünden. Aber hey! Glaubst du die Jungs und Mädels im Wilden Westen hatten das damals auch? 

Ich beschreibe dir in ein paar einfachen Schritten, wie du ganz lässig zum Feuermeister ganz im Cowboy-Stil wirst.

Da wir nicht mehr im Wilden Westen oder im Mittelalter leben, darfst du nicht mehr immer und überall ein Feuer machen – vergewissere dich also unbedingt vorher, ob offenes Feuer an deinem Stellplatz erlaubt ist. Andernfalls kann es gefährlich und teuer werden!

Du ziehst also zunächst einmal los, um Feuerholz zu suchen. Das kannst du, ganz in Jäger- und Sammlermanier alleine machen, oder du machst daraus das erste Familienabenteuer der Reise. Die Kids sind doch bestimmt voller Energie nach der langen Autofahrt – also ab in den Wald! Wenn du (und deine Helfer) wieder an der Feuerstelle auftauchen, sollte die Beute aus Zunder, Anfeuermaterial und Brennmaterial bestehen.

Zum Löschen kommen wir aber weiter unten, denn jetzt wollen wir erstmal Spaß haben und Feuer machen!

Der Zunder

Als Zunder eignen sich die Samen von Löwenzahn, auch als Pusteblumen bekannt, bestens. Das flauschige Zeug an Disteln, oder auch Rohrkolben sind ebenfalls super. Trockenes Laub, feine Gräser oder Tannennadeln funktionieren auch. Natürlich muss alles vollkommen trocken sein. 

Wenn du nichts dergleichen findest, kannst du dir auch mit deinem Taschenmesser feine Holzspäne schnitzen. Auch hierbei können dich die Kids unterstützen.

Das Anfeuerholz

Als Anfeuerholz eignen sich alle Arten von dünnen Ästen, Zweigen oder Trieben. Abgestorbenes, trockenes Brennholz ist auch super. Den Turbo in Sachen Anfeuern zündest du mit Fichtenreisig. 

Das Brennholz

Das Brennholz, davon brauchst du am meisten, sollte in unterschiedlichen Größen vorhanden sein. Angefangen beim fingerdicken Ast bis hin zum armdicken Stamm sollte alles dabei sein. Verbrannt wird von klein nach groß – Das heißt erst das dünne Holz und dann, wenn es gut brennt und Glut vorhanden ist, das dickere Holz nachlegen.

Der Aufbau des Feuers – Das Fundament

Der Aufbau ist von entscheidender Wichtigkeit! Als allererstes solltest du einen geeigneten Untergrund für dein Feuer finden. Dieser solle sich auf keinen Fall auf oder in der Nähe von brennbaren Dingen befinden – also bitte halte Abstand zu Sträuchern, Büschen, Bäumen und deinem Dachzelt. Auch feuchtes Gras oder Geäst kann sich leicht entzünden, wenn erstmal die Feuchte verdunstet ist. 

Idealerweise sollte der Untergrund trocken sein, das ist jedoch kein Muss. Feuchte Erde kannst du ein wenig festtreten und so das Fundament für deinen Brennplatz ebnen. 

Dann beginnst du eine Art Boden für dein Feuer zu verlegen. Dazu legst du möglichst gerade, etwa daumendicke Äste parallel nebeneinander. Danach eine zweite Schicht quer zu der ersten Schicht. 

Diese Bild zeigt den ersten Schritt eines Lagerfeueraufbaus

Mit diesem Fundament trennst du nicht nur die feuchte Erde von deinem Feuer, sondern sorgst auch dafür, dass dein Feuer beim Anzünden gut “atmen” kann. Die für die Verbrennung nötige Luft kann so ungehindert einströmen.

Diese Bild zeigt den zweiten Schritt eines Lagerfeueraufbaus

Zunder richtig verteilen

Auf deinen verlegten Boden schichtest du nun dein Zundermaterial auf. Idealerweise legst du deine etwas gröberen Holzspäne in die Mitte und schichtest darum deine flauschigen Pusteblumen-Samen auf. So sorgst du dafür, dass sich in der Mitte ein kleiner Glutkern bilden kann. 

Diese Bild zeigt den dritten Schritt eines Lagerfeueraufbaus

Wenn du möchtest, kannst du deine Feuerstelle ganz stilecht mit Steinen umranden. Aber gib acht: Steine können bei schneller, starker Erwärmung platzen und gefährlich werden. Deswegen solltest du deine Feuerstellen-Dekoration zunächst in einem gewissen Abstand zum Feuer anwärmen und erst später ums Feuer drapieren.

Die Feuer-Pyramide 

Nun gehst du unter die Pyramidenbauer! Errichte aus deinem Anfeuermaterial eine kleine Pyramide rund um deinen Zunder. Anfeuermaterial so wie auch der Zunder sollen ausreichend verdichtet werden. Nur so kann sich nach dem Anzünden ausreichend Glut bilden. 

Diese Bild zeigt den vierten Schritt eines Lagerfeueraufbaus

So wie ein Haus, braucht auch eine Pyramide eine Sache unbedingt: Eine Tür! Sie dient als Öffnung, um das Feuer im Inneren (Zunder) anzufachen.

Anstelle einer Pyramide kannst du auch einen Quader aus vier “Wänden” aufbauen. Auch hier wird dann der Zunder in der Mitte platziert.

Das Anzünden

Jetzt wird es gleich spannend und heiß – Doch bevor du dein Feuer entzündet, solltest du noch einmal die Windrichtung checken. Positioniere dich mit dem Rücken zum Wind vor deinem Feuer. 

Streichhölzer, Feuerstein oder auch das Feuerzeug: Hier ist alles erlaubt. Ich nehme gerne ein Feuerzeug, auch wenn das nicht so ganz nach Cowboy-Art ist. Es ist einfach praktischer, wenn du immer ein Feuerzeug dabei hast.

Zünde den Zunder in der Mitte deiner Pyramide an – am besten gleich an mehreren Stellen. Jetzt, da die ersten Flammen lodern, ist es wichtig, sie am Leben zu halten. Ein Feuer lebt vom Sauerstoff. Puste vorsichtig in die Glut, um dein Feuer anzuheizen, nicht in die Flammen. 

Diese Bild zeigt den fünften Schritt eines Lagerfeueraufbaus

Sobald die ersten Zweige von deinem Anfeuerholz brennen, hast du es fast geschafft. Jetzt ist es wichtig, dass dein heranwachsendes Feuer immer genug Nahrung zur Verfügung hat, um zu wachsen. Stelle sicher, dass sich das gesamte Anfeuerholz entzündet. Dazu musst du ggf. etwas nachhelfen und deine brennende Pyramide etwas korrigieren. 

Schichte nun nach und nach immer mehr Holz rund um die immer größer werdenden Flammen. Du solltest dazu zunächst dein übriges Anfeuerholz verwenden. Achte darauf, dass deine Pyramide nicht zusammenfällt und so die Flammen erstickt werden.

Futter für dein Feuer 

Jetzt geht alles ganz easy! Je größer die Flammen, umso größer kann auch dein Futter werden – das heißt im Klartext, dass dein eigentliches Brennmaterial jetzt in aufsteigender Größe zum Einsatz kommt.

Diese Bild zeigt ein Lagerfeuer

Achte darauf, dass dein Feuer nicht größer als nötig wird. Zum einen frisst ein großes Feuer sehr viel Holz und zum anderen ist es nicht mehr so einfach zu kontrollieren.

Wenn dein Feuer in der gewünschten Größe brennt, solltest du erst dann Brennholz nachlegen, wenn nur noch Glut vorhanden ist.

Wichtig: Ein Feuer darf niemals unbeaufsichtigt bleiben und sollte immer und jederzeit gelöscht werden können – und zwar von dir, und nicht von der Feuerwehr. Wenn du dein Essen zubereitest, den gemütlichen Teil des Abends beendet hast und in dein Dachzelt klettern möchtest, musst du also dein Feuer löschen.

Der Stoff aus dem dein Feuer ist  – Kohle

Vielleicht kennst du sie noch: die Briketts mit denen bei Opa im Haus geheizt wurde. Bei meinen Großeltern war das noch lange so. Ich kann mich an den riesigen Kohlekeller erinnern, in dem ein riesiger Berg sogenannter Eierbriketts lag. 

Mit diesen Briketts wurde das Haus geheizt, das Wasser erwärmt und auch gekocht. Dazu gab es einen Kohleofen in der Küche, auf dem Oma immer die leckersten Speisen zubereitet hat.

Das war Anfang der 80er Jahre (ja ich bin alt) – Irgendwann wurde umgestellt auf Heizöl. Schlagartig wurde die Luft im ganzen Dorf besser. Denn leider haben Steinkohlebriketts einen Nachteil: Sie stinken beim Verbrennen!

Aus diesem Grund eignen sich Steinkohlebriketts nicht für deine offene Kochstelle oder den Grill. Wenn du mit Kohle kochen möchtest, nimmst du am besten entweder Holzkohlebriketts oder Holzkohle. Aber was erzähle ich dir hier? Das kennst du ja schon von deinem Grill zu Hause im Garten. Auch wenn die Holzkohle mit weniger Flammen verbrennt, eignet sie sich perfekt zum Kochen: Denn die Glut ist hier das Entscheidende.

Anstatt die Wurst über der Glut zu grillen, kannst du natürlich auch dein Chilli im Topf kochen. Du musst dabei lediglich das richtige Kochgeschirr einsetzen – Darauf gehe ich weiter unten im Artikel noch genauer ein.

Gib der Umwelt etwas zurück, und achte beim Holzkohlekauf darauf, dass keine Tropenhölzer enthalten sind.

Leider müssen die Hersteller auf den Verpackungen nicht angeben, um welche Holzart es sich handelt und wie das Holz “geerntet” wurde. Schau genauer hin und achte auf Alternativen – So kannst auch du deinen aktiven Teil zum Umweltschutz beitragen und wirst dabei auch noch satt.

Eine sehr gute Alternative zu herkömmlichen Holzkohlebriketts sind Briketts aus Resten der Olivenölherstellung. Sie enthalten, zum Beispiel gepresste Schalen, Kerne und Fruchtfleisch von Oliven.

Es gibt noch weitere Vorteile, die die Olivenkernbriketts mit sich bringen: Sie brennen länger, als ihre umweltschädlichen Kollegen, qualmen weniger und verursachen darüber hinaus weniger Funkenflug.

Diese Bild zeigt einen Grill mit Kokos Briketts

Auch die Schalen von Kokosnüssen eignen sich hervorragend für die Herstellung von Grillbriketts.

Holzkohle richtig anzünden – wie gehts an?

Prinzipiell verhält sich das Anzünden bei Kohle wie beim Feuer mit Holz. Da du die Kohle entweder direkt von zu Hause mitbringst, oder vor Ort kaufst, entfällt allerdings das gemeinschaftlich Sammeln.

Mit Kohle baust du dir zum Anzünden auch eine kleine Pyramide. Diese ist aber nicht so komplex wie beim Holz. Ein paar Anzünder unten am Fuß der Pyramide einbauen, und anzünden. Ganz einfach, und bestimmt nichts Neues für dich.

Wenn du es eilig hast – also bei großem Hunger – kannst du zum Anzünden deiner Kohlen auch einen Anzündkamin nehmen. Diese kleinen Helfer nutzen den Kamineffekt und sorgen für eine schnellere Glutbildung.

Diese Bild zeigt einen Anzündkamin

Sobald die Kohle beginnt eine weiße Ascheschicht zu bilden, ist buchstäblich der Funke übergesprungen. Wieviel Kohlen du gleich zu Beginn ins Rennen schickst, hängt davon ab, was du zubereiten möchtest. Beim Grillen kannst du, falls du zu wenige Kohlen genommen hast, leicht nachlegen. 

Anstatt dass ich dich hier mit grauer Theorie über Kohle langweile, erzähle ich dir lieber etwas über die Anzünder – das ist viel interessanter.

Ich persönlich verzichte auf “Anzünder” wie Spiritus oder Benzin – die Gefahr von Stichflammen ist mir einfach zu groß. Auch du solltest von diesen brennbaren Stoffen Abstand nehmen.

Die klassischen Grillanzünder gibt es in den Erscheinungsformen fest, flüssig und gelartig. Flüssiger Grillanzünder (bitte keinen Spiritus) verursacht zwar keine Stichflammen, brennt jedoch beim Anzünden sofort großflächig ab – was wiederum gefährlich werden kann.

Bei einem festen Grillanzünder ist das etwas anders. Er brennt nur an einer Stelle und breitet sich nicht wie eine Flüssigkeit aus. Auch das Gel ist ungefährlicher. Jedoch ist der Anzündprozess sehr ungleichmäßig im Vergleich zum flüssigen Anzünder. Das macht ihn ungefährlicher und erlaubt es, dass auch mal die Kids (unter Aufsicht) den Grill anfeuern können.

Eines haben die oben genannten Anzünder aber alle gemeinsam. Ja, sie sind heiß wenn sie brennen – aber das meine ich nicht. Worauf ich hinaus will ist, dass sie aus purer Chemie bestehen. Das findet die Umwelt nicht toll, denn die Herstellung dieser kleinen Zündhelfer ist alles andere als umweltschonend. 

Warum also keine umweltfreundliche Alternative einsetzen, wenn du ohnehin schon die Olivenkernbriketts oder andere natürliche Brennmittel verwendest? 

Mit umweltfreundlicher Anzündwolle bist du auf der grünen Seite. Sie passen perfekt zu den Olivenkernbriketts und bestehen nicht aus Chemie. Da sie kontrolliert und langsam abbrennen, kann der Grill auch gerne mal von den Kids (unter Aufsicht) angeheizt werden.

Diese Bild zeigt Anzündwolle

Sicherheitshinweise zu festen Brennstoffen

Waldbrandgefahr: Bevor du ein Feuer entzündest und es dir gemütlich machst, musst du erst einmal sicherstellen, ob das Feuermachen an deinem Stellplatz erlaubt ist. Oftmals ist Feuer an machen Orten saisonal verboten.

Auf der Deutschlandkarte zum Waldbrandindex kannst du dich vorab über die Warnstufen vor Ort informieren. Vor Ort solltest du dann unbedingt auf die örtlichen Warntafeln achten. Gerade in den trockenen Sommermonaten ist teilweise mit der höchsten Warnstufe zu rechnen. 

Oftmals ist sogar das Betreten der Wälder verboten – klar, dass du dann auf dem Campingplatz keinen Grill anschmeißt oder Lagerfeuer machst.

Diese Bild zeigt eine Warntafel für Waldbrandgefahr

Quelle: Wikipedia.de

Mein Tipp: Im Zweifelsfall lieber bei der örtlichen Behörde oder beim Betreiber nachfragen.

Windrichtung: Feuer bedeutet auch gleichzeitig, dass es eine Rauchentwicklung gibt. Deswegen solltest du sicherstellen, dass der Rauch von deinem Feuer ungehindert abziehen kann und nicht durch Wind in (Dach)zelte, geschlossene Autos oder Räume geweht wird. Ansonst besteht die Gefahr einer lebensgefährlichen Rausgasvergiftug. Darauf, dass du offenes Feuer niemals in geschlossenen Räumen machen darfst, muss ich sicherlich nicht gesondert eingehen.

Diese Bild zeigt Feuerreauch wie er in ein Dachzelt zieht.

Funkenflug: Auch dabei spielt der Wind eine große Rolle: Sorge dafür, dass die Funken des brennenden Feuers ungehindert nach oben wegfliegen können. Wichtig ist hierbei auch, dass sich über dem Feuer kein Geäst befindet. Eine Baumkrone kann sich leicht entzünden – vor allem, wenn es sich um Tannen handelt.

Kontrolle behalten: Lasse dein Feuer niemals außer Kontrolle geraten. Lege immer nur so viel Holz nach, wie du benötigst.

Kinder lieben das Feuer und sollten sich deswegen niemals unbeaufsichtigt am Feuer aufhalten. 

Lagerfeuer richtig löschen

Bevor du mit dem Löschen beginnst, solltest du das Feuer etwas auseinander ziehen. Damit entziehst du den Flammen schon ein wenig Nahrung.

Jetzt gehts ans Löschen. Dazu hast du mehrere Möglichkeiten:

  • Mit tollem Dampfeffekt – mit Wasser ablöschen. Ein Highlight für alle, nicht nur für die Kids. Wer wollte nicht schon immer mal ein richtiger Feuerwehrmann sein?

Aber Vorsicht: Durch die schlagartige Abkühlung können Steine, die um dein Feuer liegen, zerplatzen und sich gefährliche Geschosse verwandeln. Also entweder die Steine entfernen (Vorsicht: Heiß!) oder auf die Löschmethode mit Wasser verzichten.

Auch der heiße Dampf kann gefährlich werden und Glut mitreißen, oder für Verbrühungen sorgen, wenn du zu nah dran stehst.

  • Mit Erde oder Sand die Flammen und die Glut ersticken – völlig unspektakulär, aber wirkungsvoll.
  • Komplett ausbrennen lassen. Diese Methode hat aber einen entscheidenden Nachteil: Ohne richtiges Feuer wirds irgendwann kalt.

Bevor du die Feuerstelle aus den Augen lässt, vergewissere dich unbedingt nochmal, ob das Feuer aus und die Glut erloschen ist. Dazu kannst du deine Hand einmal über die Asche halten. Ein wenig Wärme ist okay, große Hitze jedoch lässt darauf schließen, dass noch Glutreste vorhanden sind.

Glutreste müssen unbedingt abgelöscht werden. Auffrischender Wind könnte sie sonst aus der Feuerstelle pusten und an einer anderen Stelle ein Feuer entfachen! Das ist sehr gefährlich, und wird von vielen Feuerteufeln nicht ernst genug genommen. 

Auch auf die Gefahr hin, dass du mich nun als kleinlich bezeichnest – zum Thema Sicherheit muss ich noch ein Paar wichtige Worte loswerden: 

Hinterlasse jeden Ort sauberer, als du ihn vorgefunden hast.

Deswegen solltest du am nächsten Morgen deine Spuren beseitigen und die Feuerstelle wieder einebnen. 

Wenn du gerade dabei bist, alles aufzuräumen, schau dich doch mal um. Vielleicht findest du noch irgendwo Müll oder Unrat, den du entsorgen kannst. Das hat zwar nichts mit dir und deinem Feuer zu tun, sorgt aber dafür, dass der Stellplatz noch lange bestehen bleibt. Gleichzeitig tust du der Umwelt etwas Gutes.

Einfach satt werden – Grillen mit Stock

Wer kennt es nicht: Die einfachste Methode deinen Hunger zu stillen, ist das allseits bekannte Stockbrot. Du kennst es vielleicht noch aus deiner Kindheit von Schulausflügen. Ein Abenteuer nicht nur für die Kleinen.

Deine Materialliste ist ziemlich kurz: Du brachst Teig und einen ausreichend langen Stock, um den du dann den Teig wickelst. Am besten geeignet sind Stöcke aus Haselnuss, Buche oder Weide. Das Ende vom Stock, um das du den Teig wickelst, solltest du vorher von der Rinde befreien.

Für den Stockbrot-Teig brauchst du übrigens kein Bäckermeister zu sein. Es ist ein ganz normaler und einfacher Hefeteig.

Das “Backen” ist keine komplizierte Sache, kostet aber etwas Geduld. Du hältst deinen Stock mit der umwickelten Teigwurst einfach über das Feuer. In meinen Stockbroterinnerungen kommt die Farbe schwarz sehr oft vor – ich war immer zu ungeduldig (hungrig) und habe das Brot ins Feuer gehalten.

Genau so kannst du auch alle anderen Grillgenüsse auf einen Stock aufspießen (Wurst, Fleischstücke, und über das Feuer halten. Das einzige was du brauchst, ist neben etwas mehr Zeit, vielleicht auch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, damit das Grillgut nicht verbrennt. Ständiges wenden und umlagern hilt.

Wenn dir das zu kompliziert ist, gibt es natürlich noch einige feine Kochutensilien, die dir das Kochen auf Feuer um einiges erleichtern und sogar Spaß machen.

Heißes Eisen und feurige Töpfe

So ursprünglich wie das Feuer, so sind auch die Kochutensilien und Feuerstellen mit, oder auf denen du deine Speisen zubereiten kannst. Du kannst auf Feuer kochen, braten, grillen und dünsten – im Prinzip genauso, wie du es aus deiner heimischen Küche kennst.

Der Grill fürs Feuer

Vergiss jetzt mal alle mehrere Hundert Euro teuren Kugelgrills und Smoker. Natürlich kannst du auch auch ganz “oldschool” über deinem Feuer grillen. Feuer hat etwas urzeitliches und für die Zubereitung deiner Speisen braucht es nicht viel.

Im Prinzip reicht dir dafür ein Grillrost, oder irgendwas vergleichbares. Da platzierst du über deinem Feuer oder deiner Glut. Für den nötigen Abstand nimmst du ein paar Steine. Zack, fertig ist dein Grill. So einfach, dass ich es hier gar nicht weiter erklären kann.

Diese Bild zeigt einen Einkaufswagengrill

Quelle: Netzfund bei google

So nicht! Wichtig ist, dass du für dein DIY-Grillrost unbeschichtetes Metall nimmst – ein Einkaufswagen eignet sich schon aus mehreren Gründen nicht: Zu groß, zu sperrig, zu beschichtet und mit ziemlicher Sicherheit geklaut 😉

Ich würde dir lieber so etwas empfehlen: Ein gusseiserner Grillrost, ist massiv und emailliert, speichert die Wärme optimal und sorgt für eine gleichmäßgie Hitzeverteilung. Natürlich hat er auch sein Gewicht und Preis. Aber wenn du es kannst: Die Investition lohnt sich.

Dieses Bild zeigt den ersten Schritt ein Grillrost aus Guss

Wenn du es etwas komfortabler magst, dann kannst du dir auch einen Schwenkgrill über dein Feuer stellen. Da das dreibeinige Gestell aber etwas sperrig ist, eignet es sich nicht unbedingt für den Roadtrip mit dem Dachzelt.

Diese Bild zeigt einen Schwenkgrill

Ganz Praktisch sind auch die Grillroste, die über deinen Reservereifen passen. Das setzt natürlich einen passenden Reifen voraus, ist aber in punkto Offroad-Grill-Style nicht zu übertreffen. Der “Reifen-Grill” – passt auf alle (Ersatz-) Räder von 740mm bis 890mm.

Diese Bild zeigt einen Grill für das Ersatzrad am Fahrzeug

Töpfe und Pfannen aus Gusseisen

Töpfe aus Gusseisen eignen sich hervorragend. um über offenem Feuer oder Glut zu Kochen. Es gibt sie in jeder Größe und in den verschiedensten Ausführungen. Natürlich kann ich und will ich hier nicht auf jeden einzelnen Topf oder Pfanne eingehen – und wie du kochst, möchte ich dir auch nicht beibringen. 

Vielmehr möchte ich dir gerne einen besonderen gusseisernen Topf vorstellen, von dem du sicherlich schon gehört hast: Der Dutch Oven.

Diese Bild zeigt einen  Dutch Oven

Der Dutch Oven ist mega vielseitig einsetzbar. Mit ihm kannst du über oder sogar direkt im Feuer kochen, braten, schmoren und backen. Hört sich für dich wie die eierlegende Wollmilchsau an? Ist auch so! Wenn du auf die ursprüngliche Feuerküche stehst, solltest auf jeden Fall über einen Dutch Oven nachdenken.

Die Töpfe gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert und sorgten damals vor allem in Nordamerika dafür, die hungrigen Cowboys satt zu machen. Der Dutch Oven hat meistens drei kleine Standfüße, die es dir erlauben, ihn direkt in der Glut zu platzieren. Es gibt aber auch einige Ausführungen ohne Standfüße – so “passt” der Topf auch auf einen Holz- oder Kohleherd.

Alle Dutch Oven haben einen Deckel, der den “Kochraum” fast ganz abdichtet – lediglich ein seitliches kleines Loch bleibt offen, damit der Deckel vom Dampf nicht angehoben wird. Außerdem kannst du den Deckel auch als Pfanne benutzen – sehr praktisch!

Wenn du nicht ganz so viel Hitze benötigst, dann kannst den Dutch Oven auch an seinem Henkel über das Feuer bzw. die Glut hängen, oder daneben platzieren (zum warmhalten von Speisen).

Das Funktionsprinzip basiert auf dem Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterhitze: Wenn du zusätzlich Glut auf dem Deckel platzierst kannst du zum Beispiel wunderbare Krustenbraten zubereiten. Gleichzeitig vermeidest du mit Oberhitze ein Anbrennen am Topfboden.

Das Genialste: Kochen und Braten im Dutch Oven ist mega einfach. Am einfachsten geht es mit Grillbriketts. Eifach die durchgeglühten Briketts – je nach Rezept – auf die Unterseite und den Deckel verteilen, abwarten und dann genießen. 

So kannst du im Handumdrehen Freunde und Familie mit deinen Kochkünsten beeindrucken. Glaub mir, das funktioniert wirklich (selbst ich habs geschafft).

Im Prinzip kannst du alles was du an gusseisernem Geschirr findest für deine Feuerküche nutzen. Beim reinigen musst du aber unbedingt darauf achten, dass du ausschließlich Wasser benutzt. Auf keinen Fall solltest du Reinigungsmittel verwenden. Diese zerstören die Patina des Topfes und dringen in die feinen Poren des Eisens ein. Die Folge: Deine nächste Mahlzeit schmeckt nach Spüli. Eine zerstörte Patina hat zur Folge, dass deine Speisen leichter anbrennen, weil die ölige Schutzschicht nicht mehr vorhanden ist.

Diese Bild zeigt eine Gusspfanne
Perfekt für Bratkartoffeln – die Gusspfanne

Eingebrannte Reste kannst du ganz einfach entfernen, indem du den Topf- bzw. Pfannenboden mit Wasser bedeckst und nochmals mit der Glut oder dem Feuer erwärmst. Die hartnäckigen Reste lassen sich dann mit einem Holzschaber entfernen. 

Kochgeschirr aus Guss wird mit der Zeit immer besser – es nimmt den Geschmack der Speisen an. So entwickelt sich mit jedem Braten und jeder Portion Gulasch ein völlig eigener Geschmack. Diese eigene Note ist quasi wie ein eingebautes Gewürzregal und macht Guss zu einem ganz besonderen Werkstoff für deine Küche.

Damit dieser Geschmack lange erhalten bleibt, und vor allem auch noch gut schmeckt, ist es wichtig, dass du möglich wenig säurehaltige Speisen in deinem Topf zubereitest. Glühwein zum Beispiel greift die Patina an und zerstört den Eigengeschmack.

Nach dem Reinigen solltest du deine Kochutensilien sofort ausgiebig abtrocknen. Ansonsten kann Rost entstehen. Oftmals reicht für eine leichte Rostbildung auch schon eine Nacht im Sommerregen.

Was sich jetzt mega aufwändig anhört ist in Wahrheit jedoch ganz einfach. Bei guter Pflege halten diese Töpfe und Pfannen ein Leben lang. Sollte die Patina deines Gusstopfes oder Pfanne mal beschädigt sein, kannst du sie ganz einfach durch Einbrennen wieder herstellen.

Zum Einbrennen gibt es spezielles Einbrennpaste, aber du kannst alternativ dazu z.B. auch handelsübliches Sonnenblumen- oder Rapsöl nehmen. Auch Kokosfett eignet sich hervorragend, gibt aber einen leichten Kokosgeschmack an die Speisen ab.

Diese Bild zeigt Dutchoven Einbrennpaste

Zum Einbrennen reibst du die Innenfläche vom Topf oder Pfanne ein, und stellst sie mit der Öffnung nach unten auf ein Grillrost. Das Ganze kommt dann für ca. zwei Stunden bei 250 Grad in deinen heimischen Backofen. Danach langsam abkühlen lassen und die Patina ist wieder hergestellt.

Natürlich kannst du den Einbrennvorgang auch in einem Feuer machen.

Feuerschalen und Feuertonnen

Wenn der Untergrund nicht geeignet ist, oder du einfach ein Feuer machen möchtest, dass keine Spuren auf dem Boden hinterlässt, dann kannst du dein Lagerfeuer auch in einer Schale oder eine Tonne machen.

Besonders für die Terrasse ist diese Art des Lagerfeuers bestens geeignet. Dabei hast du die Wahl zwischen der einfachen Feuerschale bis hin zum modernen und effektiven Solo Stove

Diese Bild zeigt eine Feuerschale für Die Terrasse
Diese Bild zeigt einen Solo Stove

Die Feuerschale ist günstig und für Puristen eine tolle Alternative zum Lagerfeuer. Wenn du es etwas effektiver möchtest, kannst du in einen Solo Stove investieren. Dieser verbrennt selbst feuchtes Holz nahezu rauchfrei und ist sehr sparsam im Holzverbrauch.

Die Schale und den Solo Stove gibt es in verschiedenen Größen, so dass du auch für deinen Kofferraum das passende Modell findest.

Der Hobo Kocher

Mit dem Hobo Kocher hast du dein Lagerfeuer für die Hosentasche immer dabei. Damit bekommst du zwar keine ganze Kompanie satt, aber eine Mahlzeit für zwei Personen ist kein Problem.

Diese Bild zeigt einen  Hobo Ofen

Mehr über den kleinen Sattmacher findest du im zweiten Teil der Reihe “Kochen unterwegs – Campingkocher”

Flammlachsbretter – Für die Fischesser unter uns

Es muss nicht immer nur Fleisch sein. Neben Gemüse eignet sich natürlich auch Fisch ganz hervorragend für die Zubereitung über dem Feuer. Ein Highlight ist der Flammlachs, der auf Brettern, die am Rand des Feuers stehen, zubereitet wird.

Dieses Bild zeigt Flammlachs auf Flammlachsbrettern am Feuer.

Auf diesen speziellen Flammlachsbrettern wird der Lachs durch das Feuer gleichmäßig gegart und erhält eine knusprige Kruste. Durch die Spannklammern hält das ganze bombenfest.

Asado – Grillen wie ein Gaucho

Grillgut aus der Grillglut. Diese Art des Grillens war schon vor langer Zeit bei den südamerikanischen Gauchos – dem Pendant zum nordamerikanischen Cowboy – sehr beliebt und hat sich dort bis zum heutigen Zeitpunkt zu einem festen Bestandteil der guten Küche entwickelt.

Keine Angst: Du musst dabei nicht zwangsläufig Fleisch zubereiten – dein Asado kannst du auch mit Fisch oder Gemüse genießen. Aber was ist dieses Asado überhaupt? Asado ist Spanisch und bedeutet übersetzt Gegrilltes

Dabei werden verschiedene Fleischsorten, meist vom Rind, durch die Glut eines Holzfeuers zubereitet. Das geniale daran ist, dass du auf alle gängigen Hilfsmittel und Grillwerkzeuge verzichtest. Diese Art des Grillens ist sehr rudimentär und ursprünglich. Sie lebt von der Improvisation und der Einfachheit.

Beim Asado hängt das Fleisch entweder horizontal über der Glut oder wird leicht geneigt am Rand des Feuers platziert. Da es keinerlei Regeln gibt, sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Solange dein Grillgut genug Strahlungswärme abbekommt, machst du alles richtig.

Richtig spannend wird es, wenn du dein Fleisch direkt in der Glut garst. Zugegeben: Es gehört schon etwas Mut dazu, dein teures Filet-Steak direkt auf die glühenden Holzreste zu legen. Aber glaub mir, es lohnt sich! Durch den direkten Kontakt mit der Glut entsteht ein ganz besonderes Grillaroma. Die Asche am Fleisch kannst du später ganz einfach mit dem Messer abstreifen – sie ist nicht giftig, im Gegenteil: Asche ist sogar antibakteriell.

Ein Wichtiger Faktor beim Asado ist die Zeit. Wenn du es eilig hast, oder schon sehr hungrig bist, dann solltest du vorab lieber einen kleinen Zwischensnack zu dir nehmen – hungrig kochen geht oft in die Hose 🙂

Der Garprozess zieht sich über Stunden hin und sorgt in Kombination mit den richtigen Holzsorten für das besondere Aroma und den Geschmack. Da bleibt dir mehr Zeit für das Wesentliche, womit wir wieder bei meiner Einleitung landen: gemeinsame Mahlzeiten, entspanntes Miteinander – Quality Time!

Du musst dir natürlich nicht gleich eine ganze Rinderhälfte über dein Feuer hängen. Am besten fängst du erstmal klein an und tastest dich dann immer weiter in deine eigene Asado Welt hinein. 

Wenn du mehr über diese spannende, südamerikanische Grillkunst erfahren möchtest, empfehle ich dir das Buch “Asado: Ursprünglich Grillen über offenem Feuer” von Jürgen Kernegger – Jürgen hat uns bereits auf dem DACHZELT FESTIVAL 2019 mit seiner Grillkunst beeindruckt und zum Staunen gebracht.

Essen gut – alles gut!

Es ist kein Geheimnis, dass uns das richtige Essen in unserer Stimmung positiv beeinflusst. Die “Frustschokolade” oder der “Belohnungsburger” – beide Nahrungsmittel haben eines gemeinsam: Sie machen uns glücklich!

Für dich kann es auch ein völlig anderes Nahrungsmittel oder eine völlig andere Mahlzeit sein, ich bin mir sicher, du weißt wovon ich rede 🙂

Genauso wichtig sind die gemeinsamen Mahlzeiten und die gemütlichen Zusammenkünfte um die Kochstelle herum, bei dem jeder von seinen Dachzelt Abenteuern erzählen kann. Eine gemeinsame Mahlzeit am Tag, ist auch unterwegs ein wichtiges Ritual, das für uns einfach mit dazugehört.

Egal ob du nur mit deiner mitgereisten Familie speist, beim Dachzeltnomadenmahl an einer meterlangen Tafel viele verschiedene Köstlichkeiten ausprobierst, oder auch ganz alleine unterwegs bist. Mahlzeiten in der freien Natur sind immer ganz besondere Momente.

Wann startet dein nächstes Abenteuer?

Lass dich schon mal inspirieren und sieh dir an, wie andere Dachzeltnomaden über offenem Feuer kochen:

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

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Solarstrom für dein Dachzelt

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Wäre es nicht großartig, wenn du für deinen Strom nichts mehr bezahlen müsstest? Einfach so ganz kostenlos das Licht brennen lassen oder die Kühlbox betreiben? Genial, oder? Die Lösung dafür ist ganz einfach und unendlich verfügbar: die Sonne! 

Vielleicht hast du bis jetzt auch immer nur den Urlaub in der Sonne verbracht und dich bräunen lassen. Ab jetzt lässt du die Sonne einfach für dich arbeiten: Sie kühlt dein Bier und lässt deine Beleuchtung leuchten. Was du brauchst ist eine Solaranlage!

Keine Lust zu lesen? Dann schau dir das DZN Live zum Thema Solarstrom auf Youtube an! Stephan, Rebecca und Thilo erklären dir alles, was du zum Thema Solarstrom und Anlagenkonzepte für deinen Camper mit oder ohne Dachzelt wissen musst!

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren Solarzellen für den Normalbürger (fast) nur in Taschenrechnern und Uhren anzutreffen. Der Grund dafür war, dass die Produktion und die Effizienz dieser kleinen Sonnenkraftwerke einfach zu teuer bzw. zu schlecht war. Mit dem Einzug in die Raumfahrt wurden Solarzellen dann immer effizienter.

Im Laufe der Jahre hielt die Solarzellen immer mehr Einzug in den privaten Bereich. Zunächste wurden die Dächer ganzer Häuserzeilen mit Solarpanels ausgestattet. Heute spielt das Thema Solar gerade im Bereich Camping eine sehr wichtige Rolle. 

Was bringt dir eine Solaranlage?

Diese Frage kann man ganz kurz und knapp beantworten: Eine Solaranlage macht dich unabhängiger – so viel zu der Kurzversion.

Ausführlich gesagt verschafft dir eine Solaranlage eine gewisse Autarkie in Sachen Stromversorgung. Zusammen mit den beiden Lademöglichkeiten Landstrom und Lichtmaschine macht sie dich noch unabhängiger. Sie schließt sozusagen deine (Strom-) Versorgungslücke und ist gerade dann sehr interessant für dich, wenn du oft und lange frei stehst.

Wenn du mehr über die anderen Lademöglichkeiten erfahren möchtest, dann lies dir doch meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik durch.

Diese Bild zeigt Die drei Lademöglichkeiten im Fahrzeug. Solar, Lichtmaschine, Landstrom
Die drei Lademöglichkeiten im Fahrzeug

Wie laden die anderen Dachzeltnomaden ihre Akkus?

Im Vorfeld dieses Artikels haben wir in der Facebook Gruppe der Dachzeltnomaden eine Umfrage gestartet. Darin wollten wir von den Gruppenmitgliedern wissen, wie sie unterwegs ihren Akku laden – und ob sie überhaupt “Strom to go” brauchen.

Wie sich herausgestellt hat, mag es so manch einer ganz rustikal ohne Strom. Eine große Mehrheit hat sich ganz klar auf die Seite des Solarstroms geschlagen (fest oder Solartasche). Das zeigt eindeutig die Beliebtheit einer Solaranlage. Einfach zu installieren und sehr unkompliziert in der Handhabung.

Dicht gefolgt vom Aufladen über die Lichtmaschine, was wiederum zeigt, das vielen der Solarstrom alleine nicht ausreicht. Seltener greifen die Befragten auf den Landstromanschluss zurück. Das deutet darauf hin, dass viele Teilnehmer der Umfrage gerne frei stehen – also fernab von Zivilisation oder Campingplatz.

Vor – und Nachteile einer Solaranlage

Eine goldene Regel sollte dir von vornherein klar sein: Keine Sonne, kein Strom! Deswegen wird ein ausreichend großer Speicher (Akku) umso wichtiger. Wenn du also bis jetzt immer Schattenparker warst, dann solltest du ab heute auf die Sonnenseite wechseln.

Eine Solaranlage produziert 100% “grünen Strom” – das heißt, es werden dafür keine (fossilen) Brennstoffe verbrannt. Klar ist, dass für die Produktion einer Solarzelle eine gewisse Umweltbelastung verursacht wird, das ist jedoch leider bei fast allen elektronischen Geräten so. Daran ändern kannst du nichts, nur durch den Verzicht – aber Strom brauchst du trotzdem. Also ist Strom durch Solar zumindest eine grünere Energiequelle als Strom aus fossilen Brennstoffen. 

Wieviel Strom du (ver-) brauchst ist auch ein weiterer wichtiger Punkt. Eine Solaranlage kostet Geld und die Höhe deiner Investition ist von deinem Verbrauch abhängig. Wenn du nur wenige und eher kleine Verbraucher betreiben möchtest, und nicht planst wochenlang freizustehen, dann bleiben die Kosten überschaubar. Ebenfalls sollte dir klar sein, dass sich auch der Platzbedarf (Fläche für die Module) mit deinem Strombedarf erhöht.

Hast du jedoch stromhungrige Verbraucher an Bord und möchtest diese über lange Zeit ausschließlich mit Solarstrom versorgen, kann dein Projekt schnell teuer werden.

Die nächste Frage, die zu klären wäre, ist die Platzfrage. Ein Solarpanel benötigt Platz – mehrere Panels brauchen noch mehr Platz. Du verstehst, auf was ich hinaus möchte? Genau: Hast du überhaupt so viel Platz?

Einmal installiert, ist eine Solaranlage nahezu wartungsfrei. Du solltest, falls sie fest auf deinem Wagendach montiert ist, ab und an dafür sorgen, daß sie sauber ist. Nur so kann sie ihre volle Leistung bringen. Vorsicht im Winter: Schnee lässt kein Sonnenlicht durch!

Wenn du nun mehr Fragezeichen als vorher im Kopf hast, kann ich dich beruhigen. Ich werde all deine Fragen in den folgenden Abschnitten beantworten. Vom einzelnen Atomaufbau einer Solarzelle bis hin zur Dimensionierung deiner eigenen festen oder mobilen Solaranlage.

Sonnenstrom für alle!

Kaum ein Reisemobil fährt noch ohne Solarpanel auf dem Dach herum. Der Grund für diese Entwicklung ist ganz einfach: Durch steigende Verkaufszahlen ist im Laufe der Jahre der Preis gefallen, während die Solarzellen durch Forschung immer effizienter wurden.

Gut für dich, denn ab jetzt kannst du auch in die Solarwelt aufsteigen! Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du dir deine eigene Solaranlage aufbauen kannst. Dabei gehe ich auf folgende Themenbereiche ein:

  1. Technik
  2. Planung
  3. Montage

Alles Solar, oder was?

Den Begriff “Solar” oder “Solartechnik” nutzen wir umgangssprachlich für alles, was mit der Energieerzeugung durch Sonnenlicht zu tun hat. Streng genommen ist das falsch – denn die Solartechnik ist nur der Oberbegriff für zwei Bereiche:

Solarthermie und Photovoltaik (PV)

Bei der Solarthermie wird Wärmeenergie durch Sonnenlicht erzeugt. Das kennst du vielleicht von der Warmwassererzeugung im Eigenheim. Unser Thema ist die Photovoltaik: Hier geht es um die Erzeugung von elektrischem Strom durch Sonnenlicht.

Da aber der Begriff Solar viel geläufiger ist, und umgangssprachlich gerne verwendet wird, habe ich mich entschieden, ihn in diesem Artikel quasi als Platzhalter für das Wort Photovoltaikanlage, oder PV-Anlage einzusetzen.

Technik – Wie funktioniert eine Solarzelle?

Kleine Chemiestunde gefällig? Das Innenleben einer handelsüblichen Solarzelle besteht aus Silizium. Dieses Silizium wird aus Quarzsand hergestellt und bildet das sogenannte Halbleitermaterial in der Solarzelle. Das Silizium wird nun in zwei Schichten aufgeteilt:

Schematischer Aufbau der Schichten

In der n-Schicht werden dem Silizium Phosphoratome zugegeben. Ein Phosphoratom ist fünfwertig, das heißt: Es hat fünf Elektronen. Das Besondere daran ist, dass es eigentlich nur vier Elektronen braucht. Das fünfte ist zu viel und kann sich mehr oder weniger frei bewegen.

Ganz anders sieht es in der p-Schicht aus. Hier werden dem Silizium Boratome zugegeben. Ein Boratom ist dreiwertig: Es hat nur drei Elektronen, aber es gibt einen freien Platz. Diesen Platz kannst du dir als Loch vorstellen. 

Um nun genau zu verstehen, was im Inneren passiert, müssen wir noch näher ran:

Bringst du die n-Schicht mit der p-Schicht zusammen, dann entsteht am Übergang eine sogenannte Grenzschicht. An dieser Schicht entsteht ein internes elektrisches Feld. Das passiert, weil in diesem Bereich die freien Elektronen der n-Schicht in die Löcher der Boratome der p-Schicht springen. Das passiert so lange, bis in der Grenzschicht alle Löcher “gestopft” sind. In dieser Grenzschicht sind zunächst also nur Boratome mit vier Atomen.

Durch das Zusammenbringen ist noch etwas weiteres wichtiges passiert: Es wurde Ladung, in Form von Elektronen verschoben. Das heißt, es haben sich zwei elektrische Pole gebildet. Ein Pluspol an der Oberseite und ein Minuspol an der Unterseite des Schichtenpakets. 

Was macht die Sonne mit der Solarzelle?

Wenn Sonnenlicht auf die Grenzschicht fällt, dann lösen die im Licht enthaltenen Photonen die Elektronen aus der Boratomen in der Grenzschicht. Elektronen sind negativ geladen und deswegen werden die gelösten, freien Elektronen von der oberen n-Schicht angezogen, diese bildet ja den Pluspol, ist also positiv geladen. 

Solange Sonnenlicht auf die Grenzschicht trifft, werden darin Elektronen aus den Boratomen gelöst und zum Pluspol “gedrückt”. Dort hat die Solarzelle einen Metallkontakt, an dem du deine Leitung anschließen kannst. 

Wenn du jetzt das andere Ende deiner Leitung mit dem Metallkontakt des Minuspols verbindest, dann schließt du den Stromkreis. Dazwischen solltest du natürlich noch einen elektrischen Verbraucher einsetzen – sonst hast du einen Kurzschluss! 

Jetzt können die Elektronen über die Leitung zum Minuspol fließen und so wieder durch die p-Schicht in die Grenzschicht. Dort stopfen sie wieder die Löcher und werden vom Sonnenlicht herausgelöst. Danach geht es wieder weiter durch die n-Schicht und der Kreislauf beginnt erneut.

Welche Arten von Solarzellen gibt es?

Hauptsächlich unterscheidet man in der Praxis zwischen drei verschiedenen Arten von Solarzellen. Sie funktionieren alle nach dem oben beschriebenen Prinzip, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Wirkungsgraden – also ihrer Leistungsfähigkeit. Am häufigsten findest du polykristalline und monokristalline Zellen. Seltener auch noch die sogenannten Dünnschschichtmodule. Soviel schon vorab: Die monokristallinen Zellen haben den besten Wirkungsgrad.

Monokristalline Zellen

Monokristalline Solarzellen werden in einem besonders aufwändigen Produktionsverfahren hergestellt. In einem Schmelztiegel wird Quarzsand bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen. Ein sogenannter Impfkristall aus reinem Silizium wird in das geschmolzene Material herabgelassen und anschließend wieder langsam herausgezogen. Bei diesem Vorgang lagert sich am Impfkristall reines Silizium ab – es “wächst” sozusagen.

Vielleicht hast du schon einmal gesehen, wie man zu Hause Kristalle “züchten” kann. Die Herstellung der Siliziumstange kannst du dir in etwa genauso vorstellen.

Das Endprodukt dieses Schmelzvorgangs ist eine einkristaline Siliziumstange. Die einkristalline Siliziumstange wird in hauchdünne Scheiben geschnitten. Diese dünnen Scheiben nennt man Wafer – sie sind das Ausgangsmaterial für eine Solarzelle.

Quelle: Von Eigenes Werk, CC BY 3.0

Diese Art von Solarzellen haben den größten Wirkungsgrad. Du kannst sie an der dunklen, strukturlosen Farbe erkennen. Sie eignen sich perfekt, wenn du nur eine kleine Fläche zur Verfügung hast. Ihr aufwendiges Produktionsverfahren macht sie jedoch vergleichsweise teuer in der Anschaffung.

Polykristalline Zellen

Diese Zellen durchlaufen einen weitaus einfacheres Produktionsverfahren als ihre monokristallinen Kollegen. Das macht sie günstiger in der Produktion und Anschaffung, aber gleichzeitig verschlechtert sich auch der Wirkungsgrad. 

Polykristalline Zellen bestehen aus gegossenen Siliziumblöcken. Die Blöcke sind nicht so rein wie die oben genannten Wafer. Die Blöcke werden nach dem Erstarren in feine Scheiben geschnitten. Diese Scheiben sind dann das Ausgangsprodukt für die Solarzelle.

Quelle: Von Georg Slickers – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Optisch kannst du polykristalline Solarzellen an der Kristallstruktur der Oberfläche erkennen.

Aufgrund ihres schlechten Wirkungsgrades benötigen polykristalline Zellen mehr Platz, um die gleiche Leistung zu erreichen. Wenn du also viel (Dach-) Fläche zur Verfügung hast und relativ wenig Leistung benötigst, dann kannst du auf diese Art von Zellen zurückgreifen.

Dünnschicht Module

Im Gegensatz zu kristallinen Zellen werden die Dünnschichtzellen nicht aus Wafern hergestellt. Das Halbleitermaterial wird auf ein sehr dünnes Trägermaterial aufgedampft. Das kannst du dir in etwa so wie Sprühlack aus der Dose vorstellen.

Das Trägermaterial kann Kunststoff, Glas oder auch Metall sein. Als Halbleitermaterial wird amorphes Silizium, Cadmium-Tellurid oder Kupferindiumdiselenid eingesetzt. 

Dünnschichtzellen sind, wie ihr Name schon vermuten lässt, sehr dünn und sehr leicht. Sie sind sehr günstig in der Herstellung, haben jedoch auch den schlechtesten Wirkungsgrad im Vergleich. 

Du kannst diese Zellen zum Beispiel in deinem Taschenrechner finden. Für eine Solaranlage mit Dünnschichtmodulen brauchst du vergleichsweise viel Platz, um eine brauchbare Leistung zu erzeugen.

Alle Technologien auf eine Blick

Von der Zelle zum Modul – aus klein wird groß

Das ist im Prinzip ganz schnell und einfach erklärt: Ein Solarmodul besteht aus mehreren Zellen. Diese Zellen sind auf dem Modul miteinander verschaltet. 

Eine Parallelschaltung einzelner Zellen ist besonders wirksam, um auch bei Teilverschattung noch einen hohen Ertrag zu erzielen. Die Ströme (I) der einzelnen Zellen addieren sich.

Bei einer Reihenschaltung addieren sich hingegen die einzelnen Spannungen (U) der Zellen. Um eine effektive Ausbeute zu erlangen, werden in den Modulen die beiden Schaltungsarten gemischt. Das Ganze sieht dann (vereinfacht) so aus:

In der Praxis wirst du meistens auf Solarmodule mit 4×9 – also 36 Zellen – stoßen. Eine weitere gängige Zellenanzahl ist 72 – Diese Module bestehen im Grunde genommen aus zwei 36´er Modulen. Sie sind aber sehr groß und schwer.

Ab in den Schatten – eine kurze Zusammenfassung

Wenn du wenig Fläche zur Verfügung hast – was ja im mobilen Bereich durchaus vorkommt – dann nimmst du am Besten ein monokristallines Modul. Ab 80-100 Watt Modulleistung beginnt Solarenergie an zu “funktionieren” – das bedeutet, dass du brauchbare Leistungen entnehmen kannst. Klar: Wenn du nur dein Handy laden willst, dann reicht auch ein kleineres Modul.

Module, die leistungsmäßig darunter liegen sind als Einzelmodul nicht lohnenswert, da du immer bedenken solltest, dass es auch mal einen Tag mit wenig Sonne geben kann. Im übrigen laden die monokristallinen Module noch immer sehr gut, wenn der Himmel bedeckt ist. Logischerweise ist der Ertrag bei strahlenden Sonnenschein jedoch am höchsten.

Der Laderegler

Um dir in diesem Abschnitt den Einstieg etwas zu erleichtern, empfehle ich dir meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik. Mit den Informationen aus den drei Teilen werden die nachfolgenden Abschnitte verständlicher für dich sein.

Der Laderegler in deiner Solaranlage ist die wichtigste Komponente. Er ist das Bindeglied zwischen Solarmodul und Akku.

Du kannst dir den Laderegler in eine Solaranlage wie eine Art Manager vorstellen. Er bringt den Solarstrom bzw. die Solarspannung mit der Akkuspannung zusammen – er sorgt im Prinzip dafür, dass sich beide immer gut verstehen. 

Beim Laderegler hast du die Wahl zwischen einem günstigen PWM-Regler und einem etwas teureren MPPT-Regler. 

Bevor ich dir alles über die beiden Laderegler erkläre, schauen wir uns erst einmal die technischen Daten von einem Solarmodul an. Dieses wird uns dann als Beispiel durch den folgenden Abschnitt begleiten.

Typenschild eines monokristallinen Solarmoduls | Quelle: Amazon.com

Es handelt sich hierbei um ein 100W monokristallines Solarmodul mit 36 Zellen (9×4 Zellen). Für unsere weiteren Berechnungen sind die Werte Vm und Im wichtig. 

Übrigens: Nicht nur die Ladetechnik (PWM oder MPPT) entscheidet über den Preis. Hier ist es leider wie im richtigen Leben: Wer viel will, der zahlt auch viel. Wenn deine Solaranlage viel Leistung bringen soll, dann müssen auch die eingesetzten Komponenten damit umgehen können. Dazu zählt natürlich auch der Laderegler. Dieser muss bei einer großen Anlage einen hohen Strom “managen” können und kostet deswegen mehr als ein Regler der unteren Leistungsklasse.

Aber keine Angst, du brauchst kein Solarkraftwerk für eine ganze Stadt: Die richtige Leistungsberechnung für deinen Zweck zeige ich dir etwas weiter unten.

Der PWM Laderegler

Grob gesagt: Der PWM-Regler interessiert sich nicht für deine Werte vom Solarmodul. Er ist im Prinzip nur ein Schalter, der dein Modul mit dem Akku verbindet. Deswegen orientiert er sich an der Spannung deines Akkus. 

Wenn wir das Anwendungsgebiet “Camping” betrachten, liegt diese Spannung ja in den meisten Fällen bei 12V. 

Der Kollege PWM mag es unkompliziert, und passt deswegen die Modulspannung an deine Ladespannung des Akkus an – in dem Fall 14,8V (AGM Akku). Das ist technisch gesehen eine sehr simple Lösung, die aber mit erheblichen Verlusten verbunden ist. Dein Modul ist, wenn es richtig “gemanagt” wird, in der Lage viel mehr zu leisten

Wenn du nun nochmal einen Blick auf die Spannung “Vm” des Moduls wirfst, wirst du feststellen, dass diese bei 18,5V liegt. Der Regler “verschenkt” sozusagen 3,7V, weil dein Akku ja lediglich 14,8 benötigt, während der Strom (Im) gleich bleibt.

Um dir nun zu zeigen, wie hoch die Verluste in diesem Fall sind wird es Zeit für ein wenig Mathematik. Wir müssen die Leistung berechnen:

Du verschenkst also im schlechtesten Fall rund 20 Watt Leistung von deinem 100W Modul! Dafür ist der PWM-Regler auch sehr günstig im Vergleich zum MPPT-Laderegler.

Ein PWM-Regler | Quelle: Amazon.com

Einen PWM-Laderegler, wie auf dem Bild bekommst du schon für um die 60 Euro.

Der MPPT Laderegler

Wenn du deine Solaranlage möglichst effektiv nutzen möchtest, ist eine ganze Menge Technik nötig. Aber keine Angst: Die ganze Technik ist in einem kleinen Gehäuse untergebracht. Den komplizierten Teil übernimmt die Elektronik für dich.

Ein MPPT-Regler | Quelle: Amazon.com

Ein MPPT-Laderegler ist wesentlich komplexer aufgebaut. MPPT steht für Maximum Power Point Tracking. Übersetzt heißt das so viel wie „Maximal-Leistungspunkt-Suche“. Er sorgt ständig dafür, dass aus deinem Solarmodul die maximale Leistung entnommen wird. 

Am effektivsten arbeitet der MPPT-Laderegler wenn die Werte Vm und Im erreicht werden – also wenn das Modul unter idealen Bedingungen von der Sonne bestrahlt wird. das kleine “m” in den Angaben stellt jeweils den Maximalwert von Strom und Spannung dar – und danach “sucht” der MPPT-Regler.

Anhand des Beispiels wären das 100 Watt unter idealen Bedingungen. Das ist natürlich nicht immer so: Wolken, Aufstellwinkel und andere Faktoren beeinflussen die maximale Ausbeute deiner Solaranlage negativ – doch dazu komme ich später noch.

Gehen wir zunächst einmal von idealen Bedingen aus, dann werden tatsächlich die ganzen 100W des Moduls genutzt. Es fließen also 5,41A (Im) und 18,5V (Vm) in deinen MPPT-Regler. 

Im Inneren des MPPT-Laderegler passiert folgendes: Am Solar-Eingang kommen – im Idealfall – P=100W Solarpower an, nämlich 18,5V x 5,14A. Die 18,5V sind aber viel zu viel für deinen Akku. Der benötigt zum Laden lediglich 14,8V (wenn es ein AGM Akku ist). Also macht der DC-DC Wandler im Inneren des MPPT-Reglers aus den 18,5 Volt einfach 14,8 Volt, bei gleicher Leistung (P=100W). Dabei ändert sich der Ladestrom – er steigt an! Die Formel dazu liefert den Beweis: I=14,8V / 100W. Das ergibt einen neuen Ladestrom von 6,75A. Ein höherer Ladestrom bedeutet kurz gesagt, dass dein Akku schneller voll ist.

So viel Technik hat jedoch auch seinen Preis. Wenn du deine Solaranlage mit einer intelligenten Technik betreiben möchtest, steigst du bei etwa 100 Euro in den Ring. Der oben gezeigte MPPT-Laderegler startet bei 112 Euro, bringt aber auch noch ein paar nette Features, wie Bluetooth mit, die ich persönlich sehr smart finde.

Übersicht über Solarertrag der letzte 30 Tage
Echtzeitmessung von meinem 100W Modul – nicht optimal ausgerichtet

Mit der kostenlosen App zum Laderegler kannst du deine Verbräuche kontrollieren und  protokollieren. Du kannst sogar deinen Akku überwachen und dein ganzes System automatisch gegen Tiefentladung schützen. Darüber hinaus kannst du alle Einstellungen am Handy tätigen und mehrere Geräte des Herstellers miteinander vernetzen (z.B. Wechselrichter).

Ab in den Schatten – eine kurze Zusammenfassung

Meiner Meinung nach solltest du bei der Wahl des Laderegler auf einen MPPT-Regler zurückgreifen. Gerade dieser ist auch bei kleinen Solaranlagen in der Lage einen ordentlichen Ertrag zu liefern. Auch die Sonder-Features, wie Bluetooth und die Parametrierung lohnen sich durchaus. Beim Wechsel auf einen anderen Akkutyp kann der Regler weiterverwendet werden, denn ein moderner MPPT-Regler kann mit verschiedenen Akkus “umgehen”, ein PWM-Laderegler ist da stärker eingeschränkt.

Der passende Akku

Was macht deine Solaranlage nachts, wenn die Sonne nicht scheint? Richtig – nichts! Nicht nur deswegen brauchst du einen geeigneten Energiespeicher, auch Leistungsspitzen werden vom Akku abgefangen. 

Du brauchst noch mehr Durchblick in Sachen Akkus? Dann schau doch einfach nochmal in den zweiten Teil meiner Artikelserie über die Grundlagen der Elektrotechnik:

Moderne Laderegler können mittlerweile mit vielen verschiedenen Akkutypen umgehen und sie laden. Sie verfügen über spezielle Ladekennlinien und ihre Ladespannung ist an den jeweiligen Akkutyp anpassbar.

So kannst du je nach Bedarf und Budget zwischen dem klassischen Blei- oder Lithium-Akkus wählen. Wichtig dabei ist: Die Ladespannung muss passen. Ein Blick ins Reglerhandbuch kann da Licht ins Dunkle bringen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Der oben genannte MPPT-Regler kann (fast) alles laden und ist konfigurierbar.

Die Energie, die dein Solarmodul bringt, wird also nicht in Echtzeit umgesetzt. Sie wird im Akku gespeichert, bis du sie benötigst. Wie viel Energie du speichern kannst, hängt von der Kapazität deines Akkus ab. Doch wie viel Energie brauchst du eigentlich?

Bedarfsanalyse

Bevor du dich für einen Akkutypen entscheidest, lohnt es sich in jedem Fall eine Bedarfsanalyse zu machen. 

  • Welche “Verbraucher” möchtest du betreiben?
  • Wie oft bzw. wie lange sind diese Verbraucher am Tag (24h) eingeschaltet?
  • Wie hoch ist die Leistungsaufnahme der einzelnen “Verbraucher”?
  • Wie viele Tage möchtest du stromautark sein?
  • In welche Regionen reist du vorwiegend?
  • Zu welcher Jahreszeit bist du üblicherweise unterwegs?

Am Besten ist, wenn du dir die Antworten auf diese Fragen auf einen Spickzettel notierst. Im nun folgenden Abschnitt kannst du deine Zahlen in einen Rechner eingeben, der deinen Verbrauch und die benötigte Akkukapazität berechnet.

Auch an dieser Stelle verweise ich gerne noch einmal auf meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik:

Übrigens: Der Begriff “Verbraucher” ist eigentlich nicht korrekt. Strom wird nicht verbraucht, sondern lediglich umgewandelt – in Licht, Wärme etc.. Damit es aber möglichst einfach bleibt, verwende ich in diesem Artikel weiterhin den Begriff “Verbraucher”.

Der Akku-Rechner – wie viel Power brauchst du?

Hier geht es zum Akku-Rechner

Dein Ergebnis aus der Berechnung sagt dir nun, welche Kapazität dein Akku haben sollte. Der Wert dient als Orientierungshilfe und ist natürlich nicht zu 100% genau. Im Normalfall sollte bei deiner Berechnung ein Wert zwischen 75Ah und 120Ah herauskommen (bei Blei-Säure-Akkus). Liegen deine Werte darüber, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du gehst zu einer anderen Akku-Technologie über (LiFePO4), oder du drehst nochmal ein bisschen an der “Verbrauchsschraube” und minimierst deinen Energiebedarf.

Dein errechneter Verbrauch wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Diesen Wert brauchst du bei der späteren Berechnung deines Solarmoduls.

Bei der Bedarfsberechnung solltest du im Hinterkopf haben, dass du deinen Strombedarf nicht nur ausschließlich über deine Solaranlage decken solltest. Ich empfehle dir mindestens eine weitere Lademöglichkeit. Am einfachsten zu realisieren ist das Aufladen deines Akkus über Landstrom (Netzladegerät). So schaffst du dir ein wenig Redundanz und bist nicht mehr zu 100% abhängig vom Sonnenschein. 

Der Blei-Akku

Der Blei-Akku oder auch Blei-Säure-Akku genannt ist der Klassiker unter den Akkus. Er ist vergleichsweise günstig, wartungsfrei und in vielen gängigen Größen zu bekommen. Ein Blei-Akku hat jedoch zwei große Nachteile: Sein hohes Gewicht und die Tatsache, dass er nur zu maximal 50% entladen werden sollte. Daher kommt auch die Fausformel, dass dein errechneter Energiebedarf in Ampèrestunden (Ah) immer 50% deiner Akkukapazität entspricht. Bei Akkus mit Lithium-Technologie (LiFePO4) kannst du im Prinzip den Verbrauch analog auf die Kapazität übertragen, da du diese Art von Akkus sehr tief entladen kannst. In der Praxis kann ein bisschen mehr Kapazität jedoch nie schaden.

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Gerade den Faktor “Gewicht” solltest du im PKW-Bereich nicht außer Acht lassen. Mit deinem Reisegepäck kommst du mit deinem Gefährt sehr schnell an die Grenze des zulässigen Gesamtgewichts.

Ist die Gewichts- und Kapazitätsfrage geklärt, eignet sich ein Blei-Akku hervorragend für die Verwendung als Energiespeicher für deine Solaranlage. Achte beim Kauf deines Blei-Akkus darauf, dass es sich um eine AGM Akku handelt. Diese Technologie ist etwas leistungsfähiger als herkömmliche Blei-Akkus. 

Wenn du deinen Blei-Akku im Innenraum vom Fahrzeug einsetzt, dann achte bitte darauf, dass dein Energiespeicher die VRLA-Technologie besitzt. Andernfalls müssen die beim laden entstehenden Ausgasungen des Akkus nach außen geführt werden.

Mein Tipp für dich: Achte bei Kauf besonders darauf dass die gewünschte Kapazität (Ah) zusammen mit dem Wert C20 angegeben wird. Leider ist in diesem Fall der günstigste Preis nicht immer die erste Wahl! Was es mit dem “C20-Wert” auf sich hat, erkläre ich dir im Akku-Rechner.

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Der Lithium-Akku

Diesen Typ kennst du bestimmt unter dem komplizierten Namen LiFePO4 oder auch LiFeYPO4 (das “Y” steht für die besondere Temperaturfestigkeit bei Minusgraden). LiFePO4 ist übrigens die Abkürzung für Lithium Eisen Phosphat. Entgegen vieler Meinungen ist dieser Akku-Typ keine “tickende Zeitbombe”.

Mal ein kleiner “Disclaimer” am Rande: Bei meiner Recherche zu diesem Artikel, bin ich auf die verrücktesten Geschichten dazu gestoßen. Fakt ist, ein LiFePO4 Akku ist mechanisch so stabil, dass er beim Sturz oder bei Beschädigung des Gehäuses kein Feuer fängt oder sogar explodiert! Er hat mit dem klassischen Lithium-Ionen-Akku aus deinem Smartphone nur wenig gemeinsam.

Der Lithium-Akku ist ein sehr moderner Akkutyp. Er lässt den Blei-Akku in allen Belangen alt aussehen – außer in punkto Preis: Der Energiespeicher mit Lithium kostet fast das zehnfache pro Ah! Bevor du dich über den Preis wunderst, solltest du dir aber die unzähligen Vorteile anschauen!

Bei Lithium-Akkus kannst du die in Ah angegebene Kapazität (fast) vollständig nutzen. Das heißt also, dass du sie (fast) komplett entladen kannst ohne dem Akku zu schaden. Des Weiteren sind sie auch Zyklenfester, was so viel bedeutet, dass du sie viel öfter entladen und aufladen kannst als Blei-Akkus. Typische Werte sind hier 5.000 Ladezyklen und mehr. Der Blei-Akku ist nach 500 Ladezyklen schon deutlich schwächer auf der Brust.

Ein weiter großartiger Vorteil ist das geringe Gewicht: Ein 100Ah LiFePO4 Akku wiegt weniger als die Hälfte eines Blei-Akkus.

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Mein Tipp für dich: Achte beim Kauf darauf, dass dein LiFePO4 Akku über ein BMS (Batteriemanagementsystem) verfügt. Oftmals ist dieses System im Akkugehäuse integriert. Es überwacht die LiFePO4 Zellen im Inneren des Akkus und sorgt für optimale Lade- und Nutzungsbedingen.

Ab in den Schatten – eine kurze Zusammenfassung

Wenn du deinen Stromverbrauch anpasst und deine Verbraucher nicht ausschließlich mit Solarstrom betreiben möchtest, kannst du getrost zum Blei-Akku greifen. Auch ich bin so gestartet und nutze meinen Blei-Akku seit zwei Jahren ohne Probleme. Im Laufe der Zeit wird dein Akku schwächer – er altert sozusagen. Das solltest du bei deiner Akkuwahl berücksichtigen.

Wenn sich dein Energieverbrauch nicht verringern lässt und es dein Budget hergibt, dann kannst du auch gleich den Einstieg in die Lithium-Welt wagen. Auch rate ich dir nicht nur mit Solarstrom laden – ein Lithium-Akku will mehr “leisten” – deine Solaranlage wäre schlichtweg zu groß. Das Laden über ein Landstromanschluss oder die Lichtmaschine vom Fahrzeug macht hier auf jeden Fall Sinn. Mit diesem System bist du auch langfristig sicher aufgestellt. 

Planung

Durchschnittliche Sonnenstunden pro Jahr herausfinden

Hast du schonmal darüber nachgedacht, wie lange im Jahr in Deutschland durchschnittlich die Sonne scheint? Bist du ein Freund der Zahlen und Statistiken? Vielleicht ahnst du es bereits – es gibt eine statistische Auswertung für die durchschnittliche Sonnenscheindauer

Spoileralarm: Die durchschnittliche Sonnenscheindauer der letzten 12 Monate (April 2019 – April 2020) liegt aktuell bei 4,9 Stunden pro Tag.

Dieser Wert ist ein Durchschnittswert für ganz Deutschland. Er ist also nicht unbedingt für jeden Ort zutreffend. Hinzu kommt noch der Sonnenwinkel – also, ob die Sonne ihre Bahn eher flach oder sehr hoch zieht. Für deine erste Berechnung brauchst du aber erstmal nur die 4,9 Stunden. Ein Klick auf den Link zur Statistik kann sich auch lohnen, da der Wert regional stark variiert.

Solarertrag berechnen

In den unten stehenden Rechner trägst du als erstes die Leistung deines gewünschten Solarmoduls ein. Wenn du dir unsicher bist, dann kannst du als Richtwert 100 Watt eintragen. Der Rechner berechnet dir dann für dieses Modul den möglichen Tagesertrag. Die Sonnenstunden sind mit 4,9h vorgegeben, können aber angepasst werden. 

Hier geht es zum Solarrechner

Den Tagesertrag vergleichst du dann mit deinem Verbrauch, den du vorhin gerechnet hast. Im Idealfall ist der Tagesertrag höher oder gleicht deinem Verbrauch. Damit wärst du – zumindest theoretisch – in der Lage deinen gesamten Strombedarf mit Solarstrom zu decken.

Soweit die Theorie. In der Praxis wirst du den errechneten Tagesertrag kaum erreichen. Deswegen soll er dir als Richtwert dienen. Vereinfacht gesagt: Möchtest du ausschließlich mit Solarstrom deinen Bedarf decken, dann sollte der Ertrag deutlich über dem Verbrauch liegen. 

Der Rechner berechnet dir außerdem die “Ladeleistung”  für deinen Akku. Daran kannst du auch erkennen, ob dein Akku mit Solarstrom tagsüber wieder vollständig aufgeladen werden kann. Die Einheit Ah (Amperéstunden) soll es dir erleichtern, den Bezug zum Akku zu sehen. 

Fest montierte Solarmodule 

Fest installierte Solarmodule können immer an Ort und Stelle verbleiben, sie laden also auch während der Fahrt deinen Akku. Hast du ein Hartschalenzelt, ein Hybriddachzelt oder einen Van mit genügend Dachfläche, dann kannst du dir dein Solarmodul fest anbauen. Vielleicht hast du sogar genügend Platz für zwei Module – Viel hilft viel! Immer rauf aufs Dach damit. Vergiss aber nicht das Gewicht der Module, falls du sie auf dein Dachzelt packst. Allzu viel Gewicht halten die meisten Hartschalen auch nicht aus. Im DACHZELT KONFIGURATOR kannst du auswählen, welche Dachzelte eine Zuladung ermöglichen.

Vorteilig bei einer festen Montage ist, dass du deine Solaranlage nicht jedesmal aufbauen musst. Für die feste Montage stehen dir zwei Arten von Modulen zur Verfügung: Da wären zum einen die klassischen, in Aluprofil eingefassten, starren Module. Und zum anderen die flexiblen dünnen Module. 

Die flexiblen Module haben den Vorteil, dass du sie auch auf ungerade oder gebogene Flächen kleben kannst. Der Vorteil von starren Modulen ist, dass diese besser belüftet sind. Die Lüftung bzw. die Kühlung der Module ist ein nicht zu verachtender Faktor.

Bei starker Sonneneinstrahlung können sich die Module enorm erhitzen. Dadurch sinkt ihre Leistung stark ab. Aus diesem Grund solltest du immer darauf achten, dass deine Module hinterlüftet sind. 

Das direkte Verkleben von Modulen lässt oftmals eine ausreichende Belüftung nicht zu. Deswegen musst du damit rechnen, dass der Wirkungsgrad deiner Anlage durch die erhitzten Module sinkt.

Faltbare Solarmodule (Solartaschen)

Faltbare Solarmodule kennst du vielleicht auch unter dem Begriff Solartasche. Diese Taschen beinhalten oftmals sogar einen passenden Laderegler. Hier solltest du darauf achten, dass der integrierte Regler ein MPPT-Regler ist. 

Mit einer Solartasche musst du deine Anlage jedesmal aufbauen. Während des Transports – also während der Fahrt – findet keine Ladung statt. Dafür kannst du die leichten und flexiblen Taschenmodule immer exakt zur Sonne ausrichten – dein Auto musst du dafür noch nicht mal umparken, oder in die Sonne stellen. Deine Solarzelle kann also effektiv laden, während dein Auto schön im Schatten parkt. 

In Sachen Leistung stehen die Solartaschen den festen Modulen in nichts nach. Damit ein 80W Modul faltbar und transportabel wird, unterteilt man es in zwei 40W Module. Die zwei Module sind flexibel miteinander verbunden und ergeben als Packmaß dann nur rund die Hälfte der ausgeklappten Fläche. Genauso geht das auch mit 120W oder 160W Modulen.

Wenn dir der ständige Auf- und Abbau der Solartasche und das Ausrichten nichts ausmacht, kannst du getrost zur Tasche greifen. Du solltest jedoch bedenken, dass Langfinger bei einer Tasche leichtes Spiel haben. Eine fest installierte Anlage ist da schon wesentlich besser gegen Diebstahl geschützt.

Außerdem lässt sich eine Tasche mit zum Beispiel drei einzelnen Modulen nicht so optimal zu Sonne ausrichten, da jedes der einzelnen Module einen geringfügig anderen Winkel hat. Gerade bei großen Taschen ist hier ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig.

Aufbau und Montage

Solartaschen und faltbare Module kannst du mit Saugnäpfen oder Gummibändern am Auto oder Zelt montieren. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt – lediglich die Anschlussleitung schränkt dich in deinem Radius ein.

Feste Module mit Aluminiumprofilen kannst du mit Hilfe von Montagewinkeln direkt auf dein Dach oder Dachzelt kleben. Du kannst dabei auf komplette Sets zurückgreifen. Hier sind die Winkel und auch der Kleber inklusive.

Achte darauf, dass die Oberflächen vor dem Aufkleben sauber und aufgeraut sind. Keine Panik: Wenn du dich an die Montageanleitung des Herstellers hältst kann fast nichts passieren.

Die flexiblen Module klebst du ganz einfach auf die dafür vorgesehenen Flächen. Hierzu kannst du den gleichen Kleber wie für die großen Module verwenden. Die Klebeflächen solltest du auch hier vor dem Verkleben ausgiebig zu säubern und aufzurauen.

Um die Leitung ordnungsgemäß in dein Fahrzeug oder Zelt zu verlegen, gibt es spezielle Leitungsdurchführungen. Diese dichten dein Loch im Dach vollkommen ab und sorgen dafür, dass kein Wasser eintritt. Wenn du jetzt Angst hast, ein Loch in dein Fahrzeug oder Dachzelt zu bohren, kann ich dich beruhigen: Das tut gar nicht weh 🙂

Gerade auf einer Dreiecks-Hartschalendachzelt wie auf dem Foto, kannst du deine Solarmodule besonders effektiv montieren. Durch den Öffnungswinkel sind deine Module immer sehr gut zur Sonne ausgerichtet – vorausgesetzt du parkst richtig.

Such dir die Stelle, an der du ins Innere bohren möchtest sorgfältig aus. Schau besonders genau hin, wo du mit deinem Bohrer auf der anderen Seite landest. Erst klein vorbohren und dann den großen Bohrer ansetzen. Wichtig: Die Bohrlochkante unbedingt mit ein wenig Rostschutz behandeln.

Optimale Ausrichtung deiner Module

Wenn dein Fahrzeug fix steht, also du nicht vor hast dreimal am Tag umzuparken, dann solltest du dein Modul möglichst nach Süden ausrichten. Der Neigungswinkel sollte zwischen 30 und 45 Grad liegen. Je nach Jahreszeit und Breitengrad solltest du mit dem Winkel etwas experimentieren. Wenn du einen Laderegler mit Smartphone-App hast, dann kannst du beim Ausrichten den Leistungsertrag zur Hilfe nehmen.

Deine Module sollten möglichst flach Richtung Sonne zeigen. Jede Biegung ändert den Winkel und somit den maximalen Ertrag. Das solltest du auf jeden Fall bei den flexiblen Modulen berücksichtigen.

Starre Module kannst du natürlich flach auf dem Dach montieren und auch betreiben, aber wenn du sie am Stellplatz ausrichten kannst, dann arbeiten sie viel effektiver.

Verdrahtung von Solarmodulen

Im Grunde genommen ist die Verdrahtung, also die Verlegung der Anschlussleitungen keine schwierige Angelegenheit. Die meisten Module werden schon vom Werk aus mit kurzen Anschlussleitungen inklusive Steckverbindungen ausgeliefert. An diese Stecker – sogenannte MC4 – Stecker kannst du dann deine Solarleitung anschließen.

Auch hier kannst du auf vorkonfektionierte Leitungen zurückgreifen. Diese gibt es anschlussfertig in verschiedenen Längen. Achte bei der Leitungsauswahl auf den richtigen Querschnitt. Eine zu dünne Leitung verursacht Verluste. Bei einer 100W Anlage solltest du bei einer Kabellänge von 5m und mehr mindestens 6mm² verwenden, um möglichst geringe Verluste zu haben. Wenn du deine eigenen Leitungen für den Außenbereich zusammenbaust, achte bitte auf die UV-Beständigkeit.

Für alle weiteren Leitungen im Fahrzeug nimmst du sogenannte Fahrzeugleitung. Diese erfüllt spezielle Anforderungen (u.a. Temperaturbeständigkeit) und wird mit der Abkürzung FLY und dem Querschnitt bezeichnet. Leitungen vom Typ FLRY kannst du auch verwenden – hier ist die Isolierung etwas dünner. Wenn du gleich zwei Leitungen – zum Beispiel Plus und Minus deines Solarmoduls – benötigst, dann kannst du FLYY Leitung verwenden.

Fahrzeugleitung mit der Bezeichnung FLY | Quelle: Amazon.com

Mehr hilft mehr – Parallel- und Reihenschaltung von Modulen

Du hast viel Platz auf dem Dach und weißt nicht, wohin damit? In diesem Glücksfall kannst du auch zwei oder mehr Solarmodule einsetzen. Bei der Verwendung von mehreren Solarmodulen hast du die Wahl zwischen zwei Verschaltungsarten: parallel oder in Reihe.

Aber bevor du dir deine ganze Dach(zelt)fläche mit Solarmodulen zupflasterst, solltest du auch schauen, ob du den ganzen Solarstrom auch verbrauchen kannst. Voller als voll kann dein Akku nicht werden. Ausschlaggebend dafür ist auch dein Reiseverhalten: Stehst du lange an einem Stück ohne Landstrom und Fahrtstrom (Lichtmaschine), dann kann eine größere Solaranlage schon Sinn machen. 

Beim Einsatz von zwei oder mehr Modulen musst du sicherstellen, dass dein Solarladeregler mit den höheren Strömen bzw. Spannungen klar kommt. Am besten ist es, wenn du von vornherein deinen Regler etwas höher dimensionierst, dann bleibt deine Anlage ausbaufähig – falls sich deine Platzverhältnisse oder Strombedürfnisse mal ändern.

Die Parallelschaltung

Bei einer Parallelschaltung von Solarmodulen addieren sich die Ströme (Im) der einzelnen Module – die Spannung hingegen bleibt gleich. Du kannst in einer Parallelschaltung auch Module mit unterschiedlichen Leistungen einsetzten. Dann musst du aber unbedingt darauf achten, dass die Spannungsangaben identisch sind!

Da sich die Ströme addieren, musst du unbedingt auf einen entsprechenden Leitungsquerschnitt achten. Höchstwahrscheinlich wirst du aus Platzgründen sowieso nicht mehr als zwei Module einsetzen können – die Parallelschaltung sollte auf jeden Fall deine erste Wahl sein.

Zur Verdrahtung deiner Parallelschaltung kannst du auch ganz einfach auf vorkonfektionierte Leitungen zurückgreifen. Mit den sogenannten Y-Adaptern ist der Anschluss ganz einfach.

Y-Adapter zur parallelen Verschaltung von Solarmodulen | Quelle: Amazon.com

Die Reihenschaltung

Die Reihenschaltung von Solarmodulen ist eine sehr einfache Verschaltungsart. Hier addieren sich die einzelnen Spannungen. Dabei werden die Module sprichwörtlich an einer Kette aufgereiht. Bei Großanlagen kannst du so viel Leitung sparen. Im Campingbereich macht diese Art von Verschaltung jedoch nicht wirklich Sinn. 

Der große Feind der Reihenschaltung ist der Schatten bzw. die sogenannte Teilverschattung. So bezeichnet man den Moment, wenn ein oder mehrere Module verschattet sind – zum Beispiel durch einen Baum oder ein Gebäude.

In diesem Fall liefert das verschattete Modul viel weniger Leistung, worunter dann die gesamte “Kette” zu leiden hat.

Solarmodule mit gleichen Spannungen aber ansonsten unterschiedlichen Leistungsangaben kannst du nicht zusammen in Reihe schalten – hier musst du dann zur Parallelschaltung wechseln.

Reihen- und Parallelschaltung zusammen

Auch wenn du vermutlich nicht über so viel Platz verfügst, kannst du die Parallel- und die Reihenschaltung miteinander mixen. 

Während sich im Reihenstrang die Spannungen addieren, addieren sich im parallelen Strang die Ströme. 

Sicherheit

Wie bei allen An- und Aufbauten rund um dein Fahrzeug, gibt es auch beim Thema Solar ein paar “Spielregeln”, an die du dich halten solltest.

Sorge immer dafür, dass deine Solartasche gegen Wind gesichert ist. Eine Böe kann dein Modul wegwehen und im schlimmsten Fall landet es deinem Nachbar auf dem Kopf. Stelle sicher, dass deine Solartasche vor Antritt der Fahrt wieder sicher verstaut ist. Ein Solarmodul im Schlepptau sieht nicht nur doof aus, sondern kann auch teuer werden.

Am Besten ist es, wenn du dir einen kleinen Hinweis als Erinnerung auf den Fahrersitz legst. Dann bekommst du nochmal einen kleinen Gedankenanstoß, bevor es losgeht. Das funktioniert übrigens auch sehr gut für die Kurbel von deinem Dachzelt oder anderem Zubehör, das gerne vergessen wird.

Bei fest installierten Anlagen – also solche, die auch während der Fahrt auf deinem Fahrzeug verbleiben – spielt die sichere Montage eine sehr wichtige Rolle. Die Flächen müssen für eine Verklebung geeignet sein. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dazu einen Fachmann befragen. Auch eine Sichtprüfung kann ab und an nicht schaden. 

Deine feste Solaranlage gilt als Ladung, und sollte auch so behandelt und gesichert werden. Es besteht keine Eintragungspflicht beim TÜV. Ich habe jedoch schon einmal miterlebt, dass den ein oder anderen Prüfer die “feste” Verbindung zum Fahrzeug stört. Der Grund des Aufregens war dabei die Leitung, die das Modul auf direktem Wege durch das Dach mit dem Regler verbindet. 

Die Lösung des Problems: Eine Steckverbindung! Diese erlaubt dir das schnelle Entfernen deiner “Ladung”  – Aber keine Sorge, das war nur ein Einzelfall. Im Normalfall dürfte das Solarmodul am Dach kein Problem sein.

Ansonsten gelten wie immer die üblichen Sicherheitsregeln und Vorschriften für das Arbeiten mit Strom und Spannung. Achte auf die richtigen Leitungsquerschnitte und Sicherungen – halte dich unbedingt an Herstellerangaben.

Auch hierzu kannst du dir wichtige Tipps und Hinweise in den Grundlagen der Elektrotechnik holen. Im Zweifelsfall empfehle ich dir einen Fachmann um Rat zu fragen.

Sonnige Aussichten – Solarinspirationen für dich

Vom Schattenparker zum Sonnenanbeter

Solarenergie macht dich autark! Sie ist, wenn man mal vom Anschaffungspreis absieht, kostenlos. Aber bist du die Investitionskosten mit dem kostenlosen Strom wieder eingeholt hast, musst du deine Solarenergie lange und oft nutzen. Du kannst es aber durchaus mit ein wenig Mehraufwand schaffen, deinen kompletten Stromverbrauch unterwegs über deine eigene Solaranlage zu produzieren.

Eine kleine Anlage mit 100 – 200 Watt macht Sinn. Alles, was darüber hinausgeht ist eher für die technikbegeisterten Dachzelter mit großem Geldbeutel und großem Strombedarf empfehlenswert.

Meine Solaranlage hatte für mich einen angenehmen Nebeneffekt: Durch die Aufzeichnung aller Daten und Erträge, habe ich einen regelrechten Sport aus meiner Datensammlung gemacht: Viel Ertrag und wenig Verbrauch. Erst jetzt, mit Solar wird mir richtig klar, was die Solaranlage für mein Licht & Co. leisten musst. 

Ein kleiner Merksatz noch zum Schluss: Ob dein Modul richtig steht, siehst du wenn das Licht angeht! In diesem Sinne wünsche ich dir stets einen sonnigen Platz.

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Solar-Rechner – Solarmodul berechnen

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Du bist kein Schattenparker, sondern liebst die heißen Plätze? Du bist Sonnenanbeter und immer gut gebräunt? Dann gönn deinem Gefährt doch auch mal ein paar Sonnenstunden und bau dir bei der Gelegenheit doch gleich eine Solaranlage aufs Dach. Hier kannst du dein Solarmodul berechnen!

Wenn du alles über die Technik, Module, Laderegler, den passenden Aukku und die Planung einer Solaranlage wissen willst, haben wir hier einen ausführlichen Artikel für dich vorbereitet:

Die Leistung von Solarmodulen wird meistens in Wp (Watt Peak) angegeben. Wp definiert die maximal erreichbare Leistungsausbeute voller Sonneneinstrahlung.

In Deutschland lag die durchschnittliche Sonnenscheindauer 2019 bei 4,9 Stunden pro Tag. Der unterstehende Link führt dich zu den aktuellen Daten. Im Rechner sind die 4,9 Stunden bereits vorgegeben – Du kannst sie aber gerne verändern.

LINK: Durchschnittliche Sonnenstunden in Deutschland

Es spielt übrigens nicht so eine wichtige Rolle, ob dein Energiebedarf durch dein Solarmodul zu 100 % gedeckt wird. In erster Linie soll sich ja deine Standzeit verlängern und so auch die Zeit, in der du dich autark mit Spannung versorgen kannst. Bei Bedarf kann ein weiteres Modul angeschlossen werden, oder ein leistungsfähigeres Modul verwendet werden. Das kostet aber Geld, Platz und Gewicht.

Natürlich kannst du auch deinen kompletten Energiebedarf mit Solar decken. Dazu brauchst du nur genug Module und einen geeigneten Energiespeicher. So eine Anlage geht kostenmäßig ganz schnell in den vierstelligen Bereich – aber du kannst ja gerne mit dem Rechner einmal experimentieren.

Solarmodul Rechner

Hier kannst du dein individuelles Solarmodul berechnen:

Beachte bitte, dass die Werte aus dem Solarmodul Rechner nur „theoretische“ Werte sind, und dir kein exaktes Ergebnis liefern. Sie können dir jedoch helfen, deine zukünftige Solaranlage zu berechnen und zu konfigurieren.

Du willst auch die Größe deines Akkus berechnen? Dann schau doch einmal hier vorbei.

Endlich autark!

Wenn du alles über die autarke Stromversorgung mit zweiter Batterie, Akkus, Batterietypen und die verschiedenen Ladetechniken wissen willst, dann solltest du dir diese Grundlagenartikel mal anschauen:

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Hast du Lust uns digital zu treffen? Rebecca und Thilo gehen jeden Sonntag um 20:00 Uhr auf Youtube, Facebook und Instagram live. Wir bringen dir die neusten News rund um die Dachzeltnomaden, Veranstaltungen, Tipps und Tricks, spannende Gäste und jede Woche ein richtig cooles Thema rund um das Dachzelten, Camping und Outdoor-Leben direkt auf deinen Screen.

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Akku-Rechner – Batterie berechnen

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Du planst eine zweite Batterie in dein Fahrzeug einzubauen, oder möchtest dir gerne eine Akkukiste zusammenbauen? Der Akku-Rechner hilft dir nicht nur dabei, deine Verbräuche zu berechnen, sondern er empfiehlt dir auch gleich den richtigen Akku.

Wenn du alles über die autarke Stromversorgung mit zweiter Batterie, Akkus, Batterietypen und die verschiedenen Ladetechniken wissen willst, dann solltest du dir diese Grundlagenartikel mal anschauen:

Was du zur Berechnung deines Akkus brauchst, sind jeweils die Leistungsdaten deiner Verbraucher in Watt (W) und die Einschaltdauer am Tag in Stunden (h). Also die Zeit, die dein Licht leuchtet oder deine Akkus Laden etc.. Solltest du nur die Stromaufnahme in Ampere (A) oder Milliampere (mA) haben, kannst du sie vorher ganz einfach umrechnen.

Akku-Rechner

Hier kannst du die benötigte Kapazität deines Akkus berechnen:

Gib deine Werte ein und experimentiere etwas mit den Zahlen rum. Der Rechner ermittelt die Kapazität in Amperestunden (Ah) deines Blei-Säure Akkus unter Berücksichtigung der „50% Regel“. Nach dieser Faustformel darfst du eine Blei-Säure Batterie nur zu maximal 50% entladen.

Wenn du einen LiFePO4-Akku verwenden möchtest, dann kannst du zur Berechnung die “50%-Regel” vernachlässigen.

Außerdem kannst du entscheiden, ob du den sogennanten Peukert Effekt berücksichtigen willst. Ich empfehle dir das unbedingt, wenn du vorhast auf Dauer größere Ströme zu entnehmen. Um dich jetzt nicht komplett zu verwirren, erkläre ich den Effekt mal in einem Satz:

Je höher der Strom ist, den du aus deine Batterie entnimmst, desto niedriger ist die tatsächlich zur Verfügung stehende Kapazität deiner Batterie.

Der Rechner ist für maximal fünf Verbraucher vorgesehen. Solltest du mehr als fünf Geräte im Einsatz haben, musst du die ersten Berechnungsschritte mehrmals ausführen. Hast du weniger als fünf? Dann klick einfach auf weiter.

Noch ein wichtiger Tipp zum Kauf eine Blei-Säure Akkus: Achte beim Kauf darauf, dass deine benötigte Kapazität mit C20 angegeben ist.

Angenommen deine Berechnung kommt auf 100Ah, dann sollte auf dem Akku „12V/100Ah (C20)“ stehen. Das bedeutet, dass du den Akuu 20 Stunden lang mit 5A entladen kannst, bis sie leer ist – Berechnung: 100Ah / 20h = 5A.

Die „C100“ Angabe ist höher und deswegen nutzen Hersteller günstigerer Akkus diese Angabe oft als „Trick“, um eine vermeintlich höhere Kapazität zu verkaufen. Sie bezieht sich auf 100 Stunden. Zum besseren Verständnis: „C100“ bedeutet eine Entladung über 100 Stunden mit 1,2A bis die Batterie entladen ist –
Berechnung: 120Ah / 100 = 1,2A.

Wie anfangs schon beschrieben: Je höher der entnommene Strom, desto kleiner die tatsächliche Kapazität. Deswegen wirbt ein „pfiffiger Hersteller“ mit 120Ah – wohlwissend, dass sich diese Angabe auf eine eher unrealistische Stromentnahme bezieht.

Lust auf Sonne tanken?

Planst du dein Dachzelt oder Camper mit einer Solaranlage auszurüsten?

Hier kannst du die Größe deiner Solaranlage berechnen.

Außerdem findest du hier alles über Solartechnik, Module, Laderegler, den passenden Aukku und die Planung einer Solaranlage:

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Kochen unterwegs – Teil 2: Camping-Kocher

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Keine Lust zu lesen? Dann schau dir hier das DZN Live zum Thema Kochen unterwegs an. Stephan, Rebecca und Thilo erklären dir alles, was du zum Thema Brennstoffe und Camping Kocher wissen musst:

Hier kommt die Technik, die satt macht!

Im ersten Teil der Trilogie “Kochen unterwegs” – die Brennstoffe hast du alles über die verschiedenen Brennstoffe erfahren und kannst dich jetzt voll der Technik widmen.

Der Markt ist regelrecht übersät mit Geräten und Technik zum Kochen, Grillen und Backen unterwegs. Dabei kann man schnell den Überblick verlieren. Deswegen möchte ich dir gerne mit diesem Artikel einen Wegweiser an die Hand geben. Wie in allen meinen Artikeln wirst du am Ende in der Lage sein zu entscheiden, was für dich der richtige Kocher ist.

Noch ein Tipp: Viele Kocher haben eine Piezo-Zündung, das ist ein kleiner Funke, der sich per Knopfdruck erzeugen lässt. Da es passieren kann, dass dieser kleine Funke manchmal nicht überspringt, solltest du stets ein Feuerzeug an Bord haben – auch als Nichtraucher.

Grundausstattung – Das Feuerzeug | Quelle: Amazon.com

Wenn du mehr über den Piezoeffekt wissen möchtest, schau dir mal den Artikel über den Piezo-Effekt bei Wikipedia an.

Der Gaskocher

Den Einstieg in den zweiten Teil macht der Gaskocher. Vielleicht war ein Gaskocher auch dein Einstieg in die Outdoor Küche, oder du hast sogar einen Gasgrill an Bord.

Die beiden Geräte (Kocher und Grill) nutzen Gas als Brennstoff. Das Gas kommt aus Gaskartuschen oder Gasflaschen. Das Gas triff über eine Düse am Kocher aus, an der es entzündet wird. Die Gasflamme lässt sich mittels eines Drehreglers regeln – und auch wieder löschen.

Los geht es mit dem ganz einfachen Gaskocher, der mit Stechkartuschen funktioniert. Er bildet sozusagen die Einstiegsklasse und ist bereits für kleines Geld zu haben. Für die Dose Ravioli auf dem Festival ist dieser Brenner bestens geeignet. Hier wird direkt über der Kartusche gekocht.

Vorteile:

  • Günstig für den Einstieg
  • Leicht und klein
  • Kartuschen gibt es in jedem Baumarkt
  • Unkompliziert in der Handhabung

Nachteile:

  • Wenig Leistung
  • Oftmals sehr instabil mit größeren Töpfen
  • Kartusche kann nur leer entfernt werden
  • Wenig Gasvorrat, daher schnell leer
  • Windempfindlich
  • Kälteempfindlich

Jeder kennt ihn, und vielleicht hast du ja auch selbst einen: Der Gaskartuschenkocher

Bewährt und prakrisch: Der Kartuschenkocher mit MSF1a Kartusche | Quelle: Amazon.com

Er ist sehr beliebt unter den Campern und sehr unkompliziert in der Handhabung. Die benötigten Kartuschen gibt es mittlerweile in fast jedem Baumarkt und online sehr günstig zu erwerben. Die Kartuschen verfügen über ein Ventil. So kannst du Kocher und Gas getrennt voneinander aufbewahren.

Bei sehr günstigen Kartuschen ist oftmals der Butananteil sehr hoch, was bei tiefen Temperaturen sehr schnell zum Ärgernis wird. Achte beim Kauf des Kochers außerdem unbedingt darauf, dass ein Gas-Stopp verbaut ist. Dieser verhindert ein Ausströmen des Gases, wenn die Flamme erlischt. 

Achte bitte besonders darauf, dass du keine zu große Pfanne und Töpfe verwendest. Bei zu großem Kochgeschirr kann die Abwärme nicht mehr ordnungsgemäß abgeführt werden. Eine starke Erwärmung der Gaskartusche kann die Folge sein.

Mehr Power? Nein! Aber mit zwei Flammen geht es trotzdem besser | Quelle: Amazon.com

Vorteile:

  • Sehr stabil beim Kochen – kippt nicht so schnell
  • Bei ausreichender Belüftung im Innenraum einsetzbar
  • Kartuschen sind dank Ventil herausnehmbar
  • Günstiger Einstiegspreis 

Nachteile:

  • Windempfindlich
  • Wenig Leistung
  • Sperrig zu transportieren
  • Kälteempfindlich

Etwas gehobener geht es mit einem Kocher für Schraubventil-Kartuschen zu. Hier hat man oftmals die Kartusche etwas abseits des Kochers stehen. Sie wird mittels einem kleinen Schlauch mit dem Brenner verbunden. Schraubventil-Kartuschen gibt es in verschieden Größen – du kannst also länger kochen.

Vorteile:

  • Mehr Leistung dank größeren Kartuschen
  • Schlauchverbindung zwischen Kartusche und Brenner – Mehr Sicherheit
  • Faltbar, daher sehr platzsparend
  • Zubehör erhältlich – Umbau zum Grill / Toaster

Nachteile:

  • Instabil – keine Große Töpfe möglich
  • Mittelmäßige Leistung
  • Windempfindlich (Windschutz verwenden)
  • Kälteempfindlich ohne Wintergas

Der Gasgrill

Du hast lange genug gewartet: Kommen wir nun endlich zum ersten Grill. Dieser funktioniert mit einer Schraubventil-Kartusche. 

Praktisch: Die Schraubkartusche kann nach dem Grilen entfernt werden

Hier gibt es je nach Gerät entweder die Möglichkeit, die Schraubkartusche direkt unter dem Grill einzuschrauben, oder sie mittels Schlauch mit dem Grill zu verbinden. Die Leistung ist bei der Verwendung von größeren Kartuschen schon ordentlich und ist ausreichend für einen kleinen Grillabend. Allerdings kann man nur grillen, das Kochen ist auf diesen Geräten nicht möglich.

Vorteile:

  • Sehr kompakter Grill
  • Ein System für alles – Kartuschen vom Kocher sind verwendbar
  • Unkomplizierte Handhabung
  • Grillen ohne Kohle

Nachteile:

  • Kein Kochen möglich
  • Gasverbrauch 
  • Ein Gepäckstück zusätzlich
  • Nichts für den Rucksack

Die Königsklasse, aber aufgrund der Größe eher nicht für den mobilen Einsatz geeignet. Der Gasgrill für die Gasflasche.

Eigentlich sehen diese Konstrukte schon teilweise aus wie ganze Großküchen. Oftmals kann, neben dem Grillbetrieb auch noch eine Brenner befeuert werden um Speisen um Töpfen zu erhitzen.

Passt nicht ganz ins Auto, der mehrflammige Gasgrill

Egal ob Grill mit oder ohne Kocher – oder auch nur zwei große Kochfelder. Aufgrund der Verwendung von klassischen Gasflaschen, sind diese Grills bzw. Kochgeräte nicht für den mobilen Einsatz geeignet.

Hast du einen festen Wohnwagen auf dem Campingplatz oder einen großen Garten, dann sind diese Outdoor-Kombüsen aber echt durch fast nichts zu ersetzen. Da kann die Party auch ruhig mal etwas größer ausfallen.

Und falls du dir jetzt die Frage stellst: Ja, klar kannst du den Grill oder Kochen incl. der Gasflasche zu deinem Kumpel mitnehmen, um dort anzugeben. Wenn du dich an die Regeln für den Transport von Gasflaschen hältst, kann da gar nichts schiefgehen. Ein Problem gibt es noch: Die Größe ist nicht gerade passend für jedes Fahrzeug – das macht den Transport schwierig.

Lediglich bei deinen Roadtrip quer durch Deutschland solltest du die Flasche zu Hause lassen und auf Kartuschen umsatteln. Aber vielleicht ist ja auch die folgende Kategorie für dich perfekt:

Benzinkocher

Eine sehr interessante Kochmöglichkeit sind die Benzinkocher. Es gibt sie als einflammige oder als zweiflammige Brenner. Von ultra Kompakt bis hin zum “kofferartigen” Gebilde mit zwei getrennt regelbaren Kochstellen.

Befeuert werden diese Kocher mit Ottokraftstoff (Benzin) oder Reinbenzin, das auch als Waschbenzin bezeichnet wird. Oftmals bieten die Hersteller auch eigene Gemische zur Verwendung an. Die sollen dann besonders sauber, also mit wenig Rußbildung, verbrennen.

Bei der Verwendung von Benzinkochern solltest du wissen, dass diese etwas komplizierter zu bedienen sind. Das Feuermachen ist etwas abenteuerlich und sollte nur im Freien vonstatten gehen.

Die abenteuerliche Bedienung liegt daran, dass der Brennstoff nicht einfach nur verbrannt wird. 

Das Benzin befindet sich in einem externen Behälter, der mittels einer integrierten Pumpe unter Druck gesetzt wird. Würde man nun das Benzin so flüssig, wie es ist, verbrennen wollen, müsst man es sehr fein zerstäuben. Dazu würde man aber einen viel höheren Druck erzeugen müssen als den, den man mit der kleinen Handpumpe erzeugen kann.

Deswegen bedient man sich eines anderen Prinzips: Die Vergasung bzw. die Verdampfung. Die Verdampfung des Benzins erfolgt in einem kleinen Röhrchen, das sich unmittelbar vor der Brenner-Düse befindet.

Diese kleine Röhrchen wird zunächst vorgeheizt. Dazu ist es bei vielen Brenner nötig, kurzzeitig eine kleine Menge Benzin ausströmen zu lassen, die dann entzündet wird.

Im vorgeheizten kleinen Röhrchen (Verdampfer) wird der Brennstoff gasförmigen und dann direkt durch die Düse ausgestoßen. Um eine bessere Gemischbildung mit der Luft zu erreichen, wird dieser gasförmige Strahl entweder durch ein Rohr mit seitlichen Bohrungen oder gegen eine Prallplatte geleitet.

Auch jetzt heizt sich der Brenner noch auf. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist nötig, bis eine blaue Flamme mit lautem Fauchen aus der Düse austritt. Jetzt kannst du deine Topf auf die Brennstelle stellen.

Wie du siehst, ist die Inbetriebnahme nicht so einfach wie beim Gaskocher. Aber was jetzt hier total kompliziert klingt, ist in Wahrheit ganz einfach. Nach etwas Übung und ein wenig abgebrannter Körperbehaarung hast du den Dreh raus.

Hier ein paar Beispiele für ein- und zweiflammige Kocher.

Einfacher Benzinkocher | Quelle: Amazon.com
2- flammiger Benzinkocher |
2- flammiger Benzinkocher | Quelle: Amazon.com

Vorteile:

  • Hohe Leistung
  • Benzin überall verfügbar
  • Brennstofftransport im Reservekanister
  • Brennt auch bei Minusgraden
  • Unempfindlich bei großen Höhen + 1.000m ü.n.N

Nachteile

  • Komplizierte Inbetriebnahme
  • Rußbildung beim Verbrennen
  • Benzin riecht nicht gut – Leichte Geruchsbildung möglich
  • Anschaffungspreis
  • Verschleißteile 

Multifuelkocher

Mein persönlicher Favorit: Der Multifuelkocher. Na ja, eigentlich “nur” ein aufgepimpter Benzinkocher.

Mit Multi ist im Prinzip alles gemeint, was brennen kann. Ein guter Multifuelkocher ist in der Lage Benzin, Diesel, Petroleum und Gas zu verfeuern. Für jeden Brennstoff gibt es dann eine austauschbare Düse, die aber in der Regel im Handumdrehen gewechselt ist. So kannst du auch mal im Vorzelt mit Gas Kochen, falls das Wetter mal nicht mitspielt.

Die meisten Multifuel-Kocher sind sehr kompakt und leicht und daher nur einflammig. Sie passen in jeden Rucksack oder jede Kiste. Oftmals sind es einfache dreibeinige Konstruktionen, die es dir erlauben wirklich überall zu kochen. Deswegen sind sie auch so beliebt bei Expeditionen – und mal ganz ehrlich: So bisschen Expedition ist so eine Reise mit dem Dachzelt doch auch immer.

Ein Multifuelkocher im Einsatz

Vorteile:

  • Kann (fast) alles verbrennen
  • Ultra Kompakt
  • Hohe Leistung – je nach Brennstoff
  • Purismus – Sieht einfach cool aus 

Nachteile:

  • Hoher Preis
  • Nur Einflammig
  • Komplizierte Inbetriebnahme
  • Rußbildung beim Verbrennen
Multifuelkocher mit Grillplatte | Foto:Therese Kahlert

Spirituskocher

Eine sehr einfach Möglichkeit, um deine Speisen zu erwärmen, bietet der Spirituskocher. Er wird – wie sein Name schon verrät – mit Spiritus, also Ethanol betreiben. Er ist sehr einfach konstruiert und daher schnell beschrieben: Es gibt einen Brenner in Form einer kleinen Schale und eine Gestell darüber für deinen Topf.

Spiritus hat einen schlechten Brennwert, weswegen die Verwendung bei niedrigen Temperaturen oder in großen Höhen eher schwierig ist. Um der Kälte vorzubeugen, kann der Brennstoff vorgewärmt werden. 

Gerade in den skandinavischen Ländern ist der Spirituskocher weit verbreitet. Deswegen ist auch die Brennstoffbeschaffung dort kein Problem. Viele Spirituskocher werden direkt mit passendem Kochgeschirr angeboten. Das ist sehr praktisch, da man für den Transport alles in den Kochtopf packen kann.

Manche Sprituskocher haben sogar noch die Möglichkeit, mit Gas befeuert zu werden. Mit zwei Brennstoffen machst du deinen Spirituskocher mega flexibel und bist auf alle Situationen vorbereitet.

Simple Technik beim Zusammenbau

Tipp: Sollte dein Spirituskocher bei der Verbrennung rußen, kannst du zu dem Brennstoff etwas Wasser zugeben (etwa 10%).

Vorteile:

  • Leicht und klein
  • Sehr günstig
  • Brennstoff ist überall verfügbar
  • Mit Gas erweiterbar (herstellerabhängig)

Nachteile:

  • Schlechte Brennleistung
  • Kälteempfindlich
  • Empfindlich bei großen Höhen + 1.000m ü.n.N

Der Holzofen

Jetzt möchte ich dir gerne noch eine ganz besondere Art des Kochens für Puristen und Abenteurer vorstellen: Der Holzofen für den Rucksack – Lagerfeuer to go!

Viele Hersteller haben bereits die sogenannten Holzvergaser in ihr Sortiment aufgenommen. Der große Vorteil: Der Brennstoff ist praktisch überall verfügbar. Der Ofen lässt sich mit kleinem Holz oder Pellets “füttern” – Selbst feuchtes Holz lässt sich verwenden. 

Alle diese mobilen Kocher funktionieren durch den Kamineffekt. Lass mich dir kurz den Kamineffekt erklären:

Wenn du ein Feuer im Feuerraum eines Kamins entfachst, dann steigen zunächst die heißen Rauchgase durch den statischen Auftrieb nach oben. Anfangs findet dieser Auftrieb genau mittig im Kaminrohr statt. An den Wandungen strömt währenddessen kalte Luft nach unten. Im Laufe des Anheizens mischt sich irgendwann der aufströmende Luftstrom mit dem abströmenden Luftstrom – eine homogene Einphasenströmung entsteht.

Der Kamineffekt

Durch diese schnelle Aufwärtsströmung ensteht ein Unterdruck im Brennraum. Diesem wird wiederum durch kalte, zuströmende Luft entgegengewirkt. Der Kamineffekt findet in großen Schornsteinen statt – und genauso in deinem kleinen Holzofen.

Den Kamineffekt kann man durch Kanalisierung oder Bündelung der zuströmenden Luft noch effektiver machen.

Bekannt sind diese kleinen Öfen auch als Hobo Kocher. Sie funktionieren nach dem Kamineffekt. Hobos, das waren die nordamerikanischen Wanderarbeiter, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Auftrag zu Auftrag wanderten.

Übrigens kannst du dir deinen Hobo Kocher ganz einfach aus leeren Konservendosen selber bauen. Was du dafür brauchst und wie du das Ganze zusammenbauen kannst, erfährst du in diesem Video über den DIY-Hobo Ofen.

Noch effektiver wird so ein kleines Taschenfeuer, wenn zur Verbrennung die sogenannte Sekundärluft genutzt wird. Was jetzt hochkompliziert klingt, sind in Wahrheit einfach nur die heißen Rauchgase, die dem Verbrennungsprozess wieder zugeführt werden.

Das Prinzip der Sekundärluft

Den Holzofen gibt es in vielen Designs: Rund oder Eckig, klein oder groß, schmal oder breit – Zerlegbar oder fest zusammengebaut. Oft ist es einfach nur eine Frage des Geschmacks – und wie man an manchen Preisen erkennen kann, eine Frage der Marke.

Die Tatsache, dass du dir aus zwei Konservendosen und ein bisschen Geschick deinen eigenen DIY Ofen bauen kannst, zeigt dir, dass es nicht immer teuer sein muss. Brennen tun sie alle.

Vorteile:

  • Brennstoff ist praktisch überall vorhanden
  • Optisch ein Hingucker
  • Klein, leicht und ultra transportabel
  • Vielseitig – gibt auch Wärme ab

Nachteile:

  • Offenes Feuer nicht überall erlaubt
  • Starke Rauchentwicklung beim Anheizen
  • Relativ kleine Kochfläche
  • Aufwändige Inbetriebnahme

Dieselkochfeld

Das Dieselkochefeld ist ein Highlight und nur für Festeinbauten geeignet. Solltest du einen Van mit genug Platz haben, dann ist ein Dieseskochfeld eine sehr gute Sache. 

Der entscheidende Vorteil: Es entnimmt seinen Brennstoff direkt aus dem Dieseltank, also so wie eine fest eingebaute Standheizung. Klar, ein Fahrzeug mit Dieselmotor ist da schon praktisch. Aber die meisten Vans verfügen ja ohnehin über einen Dieselmotor.

Optisch erinnert es an ein Glaskeramik- oder Induktionskochfeld – und auch die Bedienung ist ähnlich einfach. Die Hitze zum Kochen entsteht in einem kleinen Dieselbrenner unterhalb des Kochers. Entstehende Abgase werden direkt unter dein Fahrzeug geleitet. Alles ist fast wie zu Hause, nur anders. 

Sieht nach zu Hause aus – Das Dieselkochfeld | Quelle: Webasto.de

Wie schon erwähnt, sind diese Geräte nur für den Festeinbau vorgesehen und sollten daher auch nur von einem Fachbetrieb eingebaut werden.

Vorteile:

  • Bedient sich aus dem Dieseltank
  • Kompakte Abmessungen
  • Gibt es auch zweiflammig
  • Bedienung sehr einfach
  • Hohe Leistung

Nachteile:

  • Aufwändiger Einbau
  • Hoher Preis
  • Nur Festeinbau möglich

Kochen ohne Feuer

Technisch gesehen wird in der allseits bekannten Herdplatte ein Heizwendel unter Strom gesetzt, wodurch er sich erhitzt. Über die Herdplatte erfolgt dann der Wärmetransport an deinen Topf. Diesen Heizwendel kannst du dir wie eine Bremse für den Strom vorstellen: Der Strom fließt rein, und die “Bremse” möchte ihn am durchfließen hindern. Dabei wird sie heiß und gibt dieser Hitze an deine Kochtopf ab. 

Elektrische Kochplatte | Quelle: Amazon.com

Glaskeramik – Einfach, sauber und günstig

Die Glaskeramik ist dir vielleicht unter dem Begriff “Ceran” bekannt. Ceran ist im Prinzip nur ein Markenname. Die allgemein gültige und korrekte Bezeichnung ist daher Glaskeramikkochfeld.

Fast wie zu Hause – Die Kochplatte aus Glaskeramik | Quelle: Amazon.com

Diese Art von Kochfeld ersetzt die normale Metall-Herdplatte durch Glas. Dieses Glas lässt die Wärmestrahlung aufgrund seiner Infrarot-Transparenz direkt zum Topfboden durchdringen. Der Wärmetransport erfolgt daher effizienter als bei der herkömmlichen Kochplatte. Außerdem ist die Reinigung viel einfacher.

Induktion – Hightech an Bord

Jetzt wird es mal wieder elektrotechnisch – mein Lieblingsthema! Aber keine Angst, ich hole nicht allzu weit aus, das würde hier den Rahmen sprengen. Was ich dir mit meiner Erklärung vermitteln möchte sind zwei Dinge: 

Erstens: Induktion ist die modernste Art des Kochens mit elektrischem Strom. Und zweitens: Es ist viel Technik im Spiel und daher ist die Induktion wahrscheinlich nicht deine erste Wahl beim rauen, naturverbundenen Dachzelten.

In einem Induktionskochfeld befindet sich eine Spule aus sogenannter HF-Litze. Das HF steht in diesem Fall für Hoch-Frequenz. Die Spule besteht aus sehr vielen einzelnen Litzen, die mit einem Lack isoliert sind. Dank des Lackes sind sie untereinander nicht leitend verbunden.

Die Spule im Inneren eines Induktionskochfeldes | Quelle: Wikipedia.org

Für die nötige Hitze kommt die Hochfrequenz ins Spiel. Dazu muss ich nun etwas weiter ausholen: Normale Netzspannung kommt mit einer Frequenz von 50Hz bis 60Hz aus der Steckdose – man bezeichnet Frequenz als Netzfrequenz. 

Wenn wir von 50Hz ausgehen, bedeutet das vereinfacht gesagt, dass sich 50 mal in der Sekunde die Flussrichtung des Stroms ändert. Bei der Hochfrequenz passiert das mit einer Frequenz von 25 bis 50 kHz, also mit bis zu 50.000 Richtungsänderungen pro Sekunde.

Dadurch entsteht ein magnetisches Wechselfeld, das eine Art Gegenpol braucht – in dem Fall dein Kochtopf bzw. der Boden deines Kochtopfes.

Das Induktionskochfeld | Quelle: Amazon.com

Hochfrequenz ganz einfach erklärt: Du reibst deine Hände ganz langsam aneinander (50 Hz) und nichts passiert. Dann reibst du deine Hände so schnell du kannst aneinander (Hochfrequenz) – jetzt wird es heiß. 

Mir ist schon klar, dass es dies eine sehr stark vereinfachte Beschreibung ist, aber so ähnlich kannst du dir die winzig kleinen Elektronen innerhalb der Spule vorstellen.

Das Kochen von Wasser auf einem Induktionskochfeld geht sehr schnell. Du brauchst jedoch Kochtöpfe, die für Induktion geeignet sind. Keine Angst, die sind nicht aus einem Metall, das sonst nur in der Rakeltechnik verwendet wird. Es muss lediglich ein ferromagnetisches Metall sein – also ein Metall, an dem ein Magnet haften bleibt. 

Stell dir vor, dein Topfboden wäre auch gleichzeitig die Herdplatte. Das ist der Grund, warum das Induktionskochfeld so schnell ist. Du kannst damit in der Rekordzeit von 5 Minuten einen Liter Wasser zum kochen bringen – versuch das mal mit einer Herdplatte.

Der Elektrogrill

Gerade der Elektrogrill stößt bei Grill-Fanatikern auf wenig Gegenliebe. Aber gerade das Grillen auf einem Elektrogrill ist eine günstige und saubere Lösung. 

Wie bei allen elektrischen Küchengeräten gilt hier: Wenn du auf dem Campingplatz einen Elektrogrill oder ein elektrisches Kochfeld verwenden möchtest, achte bitte darauf, dass der bereitgestellte Anschluss auch in der Lage ist so viel Leistung zu liefern. Die wenigsten Campingplatzbetreiber bieten die 3kW zur Entnahme an. 

Der Klassiker für Campingplatz und Balkon | Quelle: Amazon.com

Tendenziell rate ich dir, einen etwas kleineren Elektrogrill zu verwenden. Oder willst du der Grund für den nächtlichen Stromausfall auf dem Campingplatz sein?

Fazit

Wie du dich auch entscheidest, in Zukunft deine Mahlzeiten zu erwärmen. Auch hier ist es wichtig, dass du bei all der Theorie nicht das Wesentliche vergisst – das Abenteuer! Deswegen solltest du einfach losziehen und auf deiner Reise entscheiden, was du für ein Kochtyp bist. 

Was nutzt dir der teuerste Multifuel-Kocher, wenn du doch lieber im Vorzelt mit Gas kochst?

Wenn du mehr über die verschiedenen Brennstoffe erfahren willst, schau dir den ersten Teil der Trilogie “Kochen unterwegs” – die Brennstoffe an.

Eine riesengroße Übersicht zu verschiedenen Outdoor Kochern aller gängigen Herstellern findest du in dieser Tabelle inklusive der Brennstoffeverbräuche. Danke an das Team von Exploreborders für die Sammlung!

Am Ende zählt nur eins, du musst satt werden! In diesem Sinne:

Guten Appetit!

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Kochen unterwegs – Teil 1: Die Brennstoffe

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Keine Lust zu lesen? Dann schau dir hier das DZN Live zum Thema Kochen unterwegs an. Stephan, Rebecca und Thilo erklären dir alles, was du zum Thema Brennstoffe und Camping Kocher wissen musst:

Kaffee – Dein Morgenritual?

Wie beginnst du normalerweise deinen freien Tag? Mit einem frisch aufgebrühten Kaffee oder doch lieber mit einem fruchtigen Tee? Egal, was es ist – ein Heißgetränk ist für die meisten ein Morgenritual, das auch auf der Reise nicht fehlen darf.

Ich zeige dir, wie du unterwegs auf mobilen Kochern deinen Kaffee kochen kannst. Klar, es geht auch mehr als nur Kaffee. Die verschiedenen Brennstoffe können natürlich mehr, als nur Wasser zum kochen bringen.

Wenn ich von Kochern rede, dann meine ich in diesem Fall Kocher, die mit Gas, Flüssigkeit (Benzin, Petroleum, usw.) oder Festbrennstoffen (Esbit, Holz) befeuert werden.

Dachzeltnomaden Emaille Tasse im Van

Die wichtigsten Grundlagen

Dieser Artikel ist der Erste Teil der Reihe “Kochen unterwegs” – hier geht es um die einzelnen Brennstoffe Gas, Flüssigkeiten und feste Brennstoffe. Ganz zum Schluss gebe ich dir noch einen kurzen Einblick in das Kochen mit elektrischem Strom.

An welcher Stelle du einsteigst, kannst du selber entscheiden. Für den absoluten Durchblick empfehle ich dir jedoch, den Artikel komplett zu lesen – eine Kaffeepause darfst du natürlich machen.

Am Ende wird es dir leichter fallen, dich für eine Befeuerungsart zu entscheiden.

Wenn du dich für die verschiedenen mobilen Campingkocher und deren Technik interessierst, empfehle ich dir Teil 2 der Trilogie “Kochen unterwegs” – Camping Kocher.

Gasförmige Brennstoffe

Wenn du deinen Kocher mit Gas betreiben möchtest, dann hast du schon bei deiner Kaufentscheidung die Wahl zwischen dem klassischen Kartuschenkocher oder einem Kocher, der seine Gasversorgung aus einer handelsüblichen, großen Gasflasche bezieht.

Egal, wie groß die Flaschen sind, oder welchen Anschluss sie haben. Der Inhalt ist immer der Gleiche: Brennbares Gas, welches durch den hohen Druck innerhalb des Behälters flüssig ist. Man spricht in diesem Fall von Flüssiggas.

Auf den Anschluss, den Druck und die Größe gehe ich weiter unten ein. Jetzt geben wir unserem Flüssiggas erstmal einen Namen: 

Butan

Butan ist ein brennbares, leicht zu verflüssigendes Gas, das in den meisten Gaskartuschen zu finden ist.

summenformel Butan

Es hat leider einen entscheidenden Nachteil: Der niedrige Siedepunkt. Dieser liegt nämlich bei nur −0,50 °C. Das bedeutet, vereinfacht gesagt, dass ab dieser Temperatur das Gas in der Kartusche oder Flasche seinen Druck verliert. Dieser Prozess wird zusätzlich dadurch beschleunigt, dass sich beim Verbrennen der Behälter abkühlt. Also würdest du mit reinem Butan schon bei Temperaturen um die +5 °C nicht mehr glücklich werden.

Vielleicht hast du das schon einmal selber beobachten können: Deine Flamme wird immer kleiner und erlischt irgendwann von alleine. Beim Herausnehmen der Kartusche hast du dann festgestellt, dass diese gar nicht, so wie vermutet, leer ist. 

Gegen die Kälte hilft im Notfall die Körperwärme, um die Kartuschen bei Laune zu halten. Das ist zwar sehr nervig, hilft aber wirklich. Bitte nicht mit anderen Wärmequellen erwärmen – Explosionsgefahr!

Auch bei großen Höhen ist eine reine Butanfüllung nicht so ratsam, denn auch hier gibt es Probleme mit der Verbrennung. Alles was höher als 1.000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist nicht mehr für Butan geeignet.

Isobutan

Isobutan ist dein Retter im Winter. Im Grunde genommen macht Isobutan das Gleiche wie Butan. Es ist aber u.a. wegen seines tieferen Siedepunktes besser für den Einsatz im Winter geeignet – dieser liegt nämlich bei -11,7 °C.

summenformel Isobutan

Wenn Du mehr über Isobutan wissen möchtest, dann schau dir mal die Beschreibung von Isobutan auf Wikipedia an.

Propan

Propan ist in deiner Kartusche oder Flasche das “gewisse Etwas”. Ähnlich wie Isobutan sorgt es – dank seinem sehr niedrigen Siedepunkt von -42,1 °C dafür, dass du auch im Winter einen frisch gebrühten Kaffee genießen kannst. 

Summenformel Propan

Wenn Du mehr über diesen Stoff wissen möchtest, dann schau dir mal die Beschreibung von Propan auf Wikipedia an.

Die richtige Mischung macht’s

Du hast es sicherlich schon geahnt. In reiner Form kommen die oben genannten Gase nur selten in Kartuschen vor. Bei Flaschen sind zwar auch reine Propan und Butan Füllungen zu haben, aber gerade die reine Butanfüllung ist meiner Meinung nach nicht für den Outdoor-Einsatz geeignet. Zu schnell fallen die Temperaturen gerade morgens unter die magische 5 Grad Marke.

Mobile Kocher sind meistens für den Betrieb mit Gaskartuschen ausgelegt. Deren Inhalt besteht aus einem Gasgemisch aus Butan, Propan und oftmals auch Isobutan. Je höher hier der Anteil von Propan und/oder Isobutan ist, umso besser funktioniert die Gaskartusche bei niedrigen Temperaturen. 

Hersteller bedrucken derart gefüllte Kartuschen gerne mit der Bezeichnung “Wintergas”. Diese sind in der Regel etwas teurer, lohnen sich aber, da du dir den “Kochfrust” an einem kalten Morgen ersparst – glaub mir, ich spreche da aus Erfahrung.

Spezielle Wintergasmischung
Spezielle Wintergasmischung

Kleiner Funfact am Rande: Als wir im Januar 2019 das DACHZELT WINTER CAMP der Dachzeltnomaden besucht haben, hielten wir uns schon für erfahrene Dachzelt-Profis. Schließlich hatten wir im Vorjahr bereits ganz Deutschland “becampt”.

So begab es sich, dass ich es etwas mit Glühwein und und anderen Erfrischungsgetränken übertrieben habe. Die Nacht war kalt, sehr kalt! Das Thermometer fiel auf -14 °C (!) . 

Die Kopfschmerzen am nächsten Tag waren heftig. Was hilft gegen Kater? Richtig, ein richtig starker Kaffee! So dachte ich auch, und kletterte aus dem Dachzelt runter in unseren Partybus. Übrigens noch in voller Montur vom Vorabend, inklusive einer Tüte Chips in der Jackentasche. Mit gefrorenen Fingern und Eis am Bart versuchte ich Kaffee zu kochen. 

Es blieb bei dem Versuch, denn die Wasservorräte im Bus waren gefroren. Das Eis zu schmelzen wäre die Lösung gewesen, doch meine Freude an der wärmenden Gasflamme, die aus dem Kocher züngelte, war nur von kurzer dauer. Nix ging mehr! Die Außentemperaturen machten es mir unmöglich Kaffee zu kochen, oder sonst irgendwie Wärme zu produzieren. 

Seitdem haben wir immer Wintergas mit an Bord! Kaffee habe ich dann doch noch bekommen – mein Allgemeinzustand war so mitleiderregend, dass ich mit meinem leeren Becher nur ein paar Meter über den Platz schleichen musste. Großherzige Kaffeespender machten meiner Not ein Ende – Dachzeltnomaden sind eben sehr hilfsbereite Menschen.

Kartusche oder Flasche – was ist besser?

Diese Frage kann ich dir nicht pauschal beantworten, aber ich kann dir ein paar Fakten zu Kartuschen und Flaschen mit auf den Weg geben. Danach kannst du entscheiden, was für dich in Frage kommt.

Kartuschen

Sie sind sehr gut zu transportieren, da ihr Packmaß klein ist. Sie eignen sich aufgrund ihrer Füllmenge am besten für einflammige Kocher. Allerdings sind Kartuschen nicht nur praktisch, denn ihr Nachteil ist, dass sie nicht wiederverwendbar sind. Wenn sie leer sind, dann wandern sie in den Müll.

Handelsübliche Gaskartuschen
Handelsübliche Gaskartuschen

Es gibt drei gängige Anschlüsse bei Gaskartuschen. Zwei davon haben ein Ventil eingebaut, das es dir erlaubt, die Kartusche vom Kocher (Brenner) zu entfernen, ohne das weiteres Gas ausströmt. Das ist besonders praktisch, wenn du ein besonders kleines Packmaß für deine Kochlösung suchst. So kannst du zum Beispiel Kartusche und Brenner getrennt voneinander aufbewahren.

Solche Kartuschen nennt man Schraubventil-Kartusche oder Bajonettventil-Kartusche. Schraubventile werden unter anderem von der Firma Primus, Campingaz oder Coleman verwendet. 

Beim Bajonett wird nicht geschraubt, sondern gesteckt. Ansonsten erfüllt diese Anschlussart den gleichen Zweck wie der Schraubanschluss. Dieses System hat seinen Ursprung vor allem in den asiatischen Ländern. Noch nie gehört? Kann gut sein, eine andere Bezeichnung für die Art von Anschluss ist MSF 1-A. Unter diesem Begriff lassen sich die Gaskartuschen finden. Sie sind oftmals sehr günstig und am weitesten verbreitet.

Als dritte Kartuschenart bleibt noch die Stechkartusche. Die kennst du vielleicht aus dem Baumarkt, denn sie findet auch oft bei Lötbrennern Verwendung. Der Anschluss an den Brenner erfolgt mittels einem Hohldorn. Dieser Dorn durchbricht die Gaskartusche am oberen Teil und stellt so den Gasfluss her. Entfernen solltest du die Kartusche erst, wenn diese vollkommen entleert ist. Es gibt kein Ventil, das beim Trennen die Öffnung der Kartusche verschließt.

Gaskartuschen im Überblick

Sicherheitshinweise zu Kartuschen

Beim Einsatz von Gaskartuschen solltest du unbedingt darauf achten, dass du sie niemals Temperaturen von mehr als 50 °C aussetzt. Oberhalb dieser Temperatur besteht die Gefahr, dass die Kartuschen platzen können. Kartuschen sind viel dünnwandiger als Gasflaschen, daher ist die Gefahr der mechanischen Beschädigung höher. 

Bitte achte auf einen sicheren Transport und stopfe nicht die kleinste Ecke mit deinen Gaskartuschen aus. Im Sommer wird es im Auto sehr schnell sehr heiß – die 50 Grad Marke wird schnell erreicht. Gaskartuschen sollten also niemals im heißen Auto gelagert werden!

Leere Gaskartuschen kannst du ganz einfach in den Gelben Sack schmeißen. Die Kartuschen bestehen aus Blech, welches recycelt werden können. 

Die Gasflasche

Wenn du viel kochen oder grillen möchtest, dann empfiehlt sich eher eine Gasflasche. Auch Kocher mit mehr als einer Brennstelle sind mit großen Gasflaschen besser bestückt.

12 kg Gasflasche
11 kg Gasflasche mit Propangas

Die Handelsüblichen Gasflaschn sind mit Propan oder Butan gefüllt. Es gibt sie in drei gängigen Größen: 

  • 5 kg mit 11,8 Liter Inhalt
  • 8 kg mit 19,6 Liter Inhalt
  • 11 kg mit 27,2 Liter Inhalt

Wie du an den Gewichten erkennen kannst, sind Flaschen die etwas größeren Vertreter von den kleineren Kartuschen. Sie benötigen für den Transport mehr Platz und sind auch weitaus schwerer als die Kartuschen. 

Vor allem wegen ihrer Größe könntest du nun auf die Idee kommen, eine Gasflasche mit 11 kg fest in seinem Fahrzeug zu installieren, um dort zu kochen. Weil du nun so viel Gas an Bord hast, kannst du damit sogar deinen Van heizen und dein Absorber Kühlschrank betreiben – wie praktisch! 

Alles richtig und erlaubt, aber das Ganze wäre per Definition eine fest installierte Gasanlage, die laut Gesetz alle 2 Jahre geprüft werden muss. Auch die Installation einer solchen Anlage setzt einiges an Fachwissen voraus. Deswegen empfehle ich in diesem Fall die Fachwerkstatt. 

Aber auch bei einer mobilen Kochlösung kannst du auf eine Gasflasche zurückgreifen. Beim Transport müssen Flasche und Brenner getrennt sein. Die Flasche gehört in den Kofferraum und muss mit Gurten gesichert werden.

Wichtig: Die Schutzkappe muss vorhanden sein und ordnungsgemäß auf der Flasche sitzen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei Missachtung drohen erhebliche Bußgelder!

Abgesehen von der Transportierbarkeit der Flaschen gibt es noch einen ganz entscheidenden Punkt bei der Größenwahl deiner Gasflasche: Je mehr Leistung dein Brenner (z.B. Grill oder Kocher) hat, umso größer sollte auch die Flasche sein. Logisch, denkst du dir bestimmt jetzt, …”bei viel Leistung brauche ich ja auch mehr Gas”. Stimmt, aber das ist nicht das worauf ich hinaus will.

Erinnerst du dich noch an das Problem mit der Kälte und der Eigenkühlung beim Benutzen von Gaskartuschen? Dieses “Problem” gibt es bei den Flaschen auch. 

Wenn du deinen Grill mit drei Flammen über eine längere Zeit mit voller Leistung betreibst, dann wirst du feststellen, dass die Flasche vereist. Bald darauf gibt es einen Leistungsverlust, der mit der Zeit immer deutlicher wird.

Woher kommt das Eis an der Flasche?

Dass deine Gasflasche im Betrieb vereist liegt daran, dass bei der Entnahme das flüssige Gas verdampft (es wird gasförmig). Bei dieser Verdampfung entzieht das flüssige Gas der Umgebung Wärme: Die Flasche wird Kalt. Wenn du zu viel Gas entnimmst, kann es passieren, dass diese Kälte nicht mehr an die Umgebung abgegeben werden kann. Es bildet sich Eis an der Außenhülle der Flasche. Die Kälte bleibt nun zum größten Teil im Inneren der Flasche, wodurch nicht mehr so viel flüssiges Gas verdunsten kann – die Brennerleistung sinkt und deine Flamme wird kleiner.

Wie kommt das Eis an die Flasche

Diesem Effekt kannst du mit einer größeren Flasche entgegenwirken. Größere Flaschen haben nämlich einen größeren Durchmesser. Das bedeutet, dass die Verdunstungsfläche im Inneren größer ist – es kann also im Bedarfsfall mehr Gas verdunsten.

Kauf- oder Leihflasche

Bei Gasflaschen hast du die Wahl zwischen Kauf- oder Leihflaschen. Erstes Erkennungsmerkmal: Kaufflaschen sind grau lackiert und Leihflaschen sind rot lackiert. Beide sind in Sachen Nachhaltigkeit kaum zu toppen, denn sie sind wiederbefüllbar. 

Die roten Leihflaschen sind etwas günstiger und immer das Eigentum des jeweiligen Befüllers. Sie können daher nur bei den Händlern des Abfüllers wiederbefüllt werden. Wenn deine Leihflasche leer ist, gehst du mit ihr zum Händler und kannst gleich eine neue, befüllte Flasche mitnehmen. Zum Gaspreis kommt immer noch eine Pfandgebühr für die Flasche.

Bei den grauen Eigentumsflaschen verhält es sich ähnlich. Sie können jedoch unabhängig vom Händler bzw. Befüller wiederbefüllt werden. Und es wird keine Pfandgebühr fällig. 

Als Besitzer einer Eigentumsflasche, bist du verpflichtet, diese in festen Abständen prüfen zu lassen. Aus Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass die Flaschen getauscht werden, anstatt dass sie direkt neu gefüllt werden. So erhälst du immer eine andere Flasche mit einem anderen Prüfdatum.

Wenn du also deine Gasflasche regelmäßig im Einsatz hast und sie oft befüllen lässt, dann lohnt sich für dich eine eigene Flasche – so ersparst du dir den Pfand. Wenn du sie nur selten in Gebrauch hast, dann reicht auch eine Leihflasche in entsprechender Größe.

Alle Gasflaschen haben eine weitere Besonderheit gegenüber Kartuschen: Der Druck von bis zu 10 Bar im Inneren. Aus diesem Grund müssen Gasflaschen immer mit einem Druckminderer betrieben werden. Dieser senkt den Flaschendruck nach dem Austritt auf den Systemdruck – also den Druck, den dein Brenner benötigt. Der übliche Systemdruck für Gasgeräte liegt in Deutschland bei 30 oder 50 mbar.

Während seit den neunziger Jahren im Innenausbau von Wohnmobilen ein Systemdruck von 30 mbar benutzt wird, verwendet man im Freien (bei Grills und Kochern) einen Systemdruck von 50 mbar.

Außerdem empfiehlt sich für den Anschluss noch zusätzlich eine Schlauchbruchsicherung. Diese erkennt eine schlagartige Gasabnahme – beispielsweise das Abreissen des Gasschlauches – und trennt die Gaszufuhr direkt nach dem Druckminderer ab.

Darf es etwas mehr sein? Flaschen Adapter für Kartuschenkocher

Viele kompakte Gasgrills im Campingbereich können standardmäßig nur mit Gaskartuschen befeuert werden. Wie du schon weißt kommen hier oft Kartuschen mit Schraubventil zum Einsatz. 

TGO Anschluss-Set
TGO Anschluss-Set

Wenn du etwas mehr Power für deinen kleinen Camping Gasgrill haben möchtest, dann kannst du dir ein Adapterset zulegen. Das ermöglicht dir den Anschluss von herkömmlichen Gasflaschen. Achte unbedingt darauf, dass auch ein entsprechender Druckminderer zum Set gehört!

Sicherheitshinweise zu  Gasflaschen

Gasflaschen sind dickwandiger, aber auch schwerer als die kleinen Kartuschen. Hier solltest du besonders auf die Ladungssicherung achten. Gasflaschen darfst du in Deutschland nicht ständig in deinem Auto spazieren fahren. Lediglich die Fahrt vom Abfüller bis zu dir nach Hause ist – mit entsprechender Ladungssicherung – gestattet. 

Das Mitführen von Gasflaschen auf der Urlaubsfahrt ist nur dann gestattet, wenn dein Fahrzeug über eine entsprechende Lagerungsmöglichkeit für eine (!) Gasflasche verfügt. Ein Beispiel dafür, ist das klassische Wohnmobil mit fester Gasanlage. Hier gibt es ein von außen zugängliches Fach, in dem die Gasflasche ihren sicheren Platz findet. Diese Fächer sind u.a. mit Lüftungsschlitzen zur Luftzirkulation ausgestattet.

Sicherheitshinweise zu gasförmigen Brennstoffen

Die oben genannten gasförmigen Brennstoffe sind nicht ungefährlich in ihrer Handhabung. Deswegen möchte ich dir hier noch ein paar generelle Sicherheitstipps mit auf den Weg geben.

  • Generell gilt: Immer ausreichend Lüften! Zündquellen fernhalten!
  • Durch austretendes Gas entstehen in geschlossenen Räumen schnell explosionsfähige Gemische.
  • Ein unbeabsichtigter Gasaustritt geht oft auch mit einem Flüssigkeitsaustritt einher. Das kann bei Berührung zu Kälteverbrennungen führen.
  • Beim Auswechseln einer Kartusche kann sich das austretende Restgas oder das Gas der neuen Kartusche beim Einstechen entzünden. Deswegen solltest du immer warten, bis sich der Brenner abgekühlt hat.
  • Die oben beschriebenen Gase haben eine höhere Dichte als die Umgebungsluft – das bedeutet, sie sammeln sich am Boden. Hier besonders auf Schächte, Vertiefungen oder Löcher achten.
  • Gaskartuschen oder Flaschen niemals gewaltsam öffnen oder ins Feuer werfen.
  • In Kochern eingesetzte Kartuschen oder Flaschen müssen nach dem Betrieb entnommen bzw. abgesperrt werden.
  • Sorge für einen sicheren Stand deines Brenners.

Flüssige Brennstoffe

Die flüssigen Brennstoffe haben ein Merkmal, dass sie auf den bereits ersten Blick von ihren gasförmigen Kollegen unterscheidet: Sie bleiben auch unter atmosphärischen Druck flüssig. Gas hingegen, würde einfach verdampfen, bzw. verdunsten.

Allerdings muss man sagen, dass Benzin und Co. auch verdampfen, und das sogar schon bei Zimmertemperatur. Allerdings findet der Prozess weitaus langsamer statt. Die Verdampfung macht man sich beim Verbrennungsprozess zu nutze. Denn überall dort, wo der flüssige Brennstoff mit Sauerstoff in Verbindung kommt, bildet sich ein brennbares Gas-Luft-Gemisch. 

Daher lassen sich die flüssigen Brennstoffe, wie etwas Benzin, Diesel, Spiritus oder Petroleum leichter abfüllen und auch transportieren. Der gute, alte Reservekanister ist nun nicht nur in der Lage, den Durst deines Fahrzeugs zu stillen, sondern er kann nun auch deinen (Kaffee)Durst stillen – im übertragenen Sinne, versteht sich!

Benzin – Ottokraftsoff

Mit dem Begriff Benzin bezeichne ich im folgenden Abschnitt den ganz normalen Ottokraftstoff von der Tankstelle. Dabei spielt es auch kein Rolle, ob du Normalbenzin, Super oder Superplus verwendest.

Waschbenzin, sogenanntes Reinbenzin verbrennt sauberer als das leicht entzündliche Zeug von der Tanke, ist aber auch teurer. Grob gesagt hat es aber die gleichen Eigenschaften wie das klassische Benzin, weswegen ich daher auch nicht näher darauf eingehe.

Benzin brennt – wie alle anderen flüssigen Brennstoffe auch – nur an der Oberfläche. Dort wo das Benzin mit Sauerstoff in Verbindung kommt.

Was Benzin zu so einem guten Brennstoff und gleichzeitig so gefährlich macht, ist sein Flammpunkt. Dieser liegt, je nach Reinheit, bei etwa -20 °C. Er bezeichnet die niedrigste Temperatur, an dem das Benzin in der Lage ist, ein brennbares Gas-Luft-Gemisch zu bilden. Zur Erinnerung: Deine Gaskartusche wäre bei diesen Temperaturen längst aus dem Rennen.

Mit Benzin gefüllte Behälter solltest du niemals offen herumstehen lassen. Da es langsam verdunstet, bildet sich an seiner Oberfläche immer brennbares Gas-Luft-Gemisch. Diese kann sich leicht entzünden.

Ethanol  – Spiritus

Spiritus ist eigentlich nur eine andere Bezeichnung für Ethanol und wird umgangssprachlich auch als Alkohol bezeichnet. Nein, du kannst Spiritus nicht trinken – durch ein beigemischtes Additiv ist diese Art von Alkohol ungenießbar. 

Im Vergleich zu Benzin, besitzt der Spiritus einen geringeren Heizwert. Das bedeutet, einfach gesagt, dass er nicht so viel Energie besitzt, um dein Wasser zu kochen. Bei tiefen Temperaturen kommt der Spiritus wegen seinem Flammpunkt von +11 °C schnell an seine Grenzen. Solltest du also eine Himalaya Expedition planen, dann ist Spiritus nicht der richtige Brennstoff für dich.

Wenn dir der klassische Brennspiritus zu Flüssig ist, dann kannst du auf Brennpaste zurückgreifen. Diese zähflüssige Art von Ethanol kommt vor allem in der Gastronomie zum Einsatz – vielleicht hast du beim Buffet schonmal die kleinen, brennenden Töpfchen unter dem Kartoffelgratin bemerkt.

Wenn dir die Paste noch immer zu flüssig ist, dann kannst du sogenannten Trockenspritus verwenden. Dieser ist allgemein auch bekannt als Esbit. Esbit ist übrigens ein Markenname und steht für „Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“

Trockenbrennstoff ESBIT | Quelle: Roly Williams – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,

Diesel

Ja, es gibt sie: Die Dieselkocher. Deswegen gehe ich in diesem Artikel auch darauf ein. Eines muss ich dir jedoch vorab schon sagen – das Verbrennen von Diesel kann eine ziemliche Sauerei sein. 

Warum? Das erkläre ich dir im folgenden Abschnitt.

Diesel hat einen viel höheren Flammpunkt als Benzin. Dieser liegt nämlich bei +65 °C, was bedeutet, dass du Dieselkraftstoff nicht einfach so anzünden kannst. Du musst also erst eine Temperatur von  mindestens 65 °C erreichen, damit Diesel an der Oberfläche verdampft und sich ein brennbares Gas-Luft-Gemisch bilden kann.

Im Klartext heißt das, dass du nicht einfach mit deinem Streichholz ankommen kannst, um ein Feuer zu entfachen. Du brauchst mehr Energie, um Diesel zu entzünden. Gerade bei den Mehrstoffkochern, auf die ich unten noch eingehe, ist das problematisch. 

Diesel ist von der Konsistenz her sehr ölig, und so entsteht gerade am Anfang der Verbrennung sehr viel Qualm – bis alles auf Betriebstemperatur ist.

Wenn du wirklich nichts anderes hast, und auch nicht vor verrußten Töpfen zurückschreckst, dann ist Diesel eine Option für dich. Wenn du mich fragst, dann ist Diesel bei mobilen Kochern eher eine Notlösung. 

Anders verhält es sich beim sogenannten Dieselkochfeld – dazu erfährst du weiter unten mehr.

Petroleum

Mit dem Petroleum verhält es sich ähnlich, wie mit dem Dieselkraftstoff. Der Flammpunkt liegt hier zwischen 55 und 74 °C. 

Die korrekte Bezeichnung für Petroleum im amerikanischen ist übrigens Kerosene und hat nichts mit dem bekannten Kerosin (Flugbenzin) zu tun. Falls dein Kocher etwas “internationaler” ist, könnte dir diese Bezeichnung mal begegnen. Ich bin auch anfänglich darauf reingefallen und habe mich ernsthaft gefragt, wo zum Teufel soll ich Kerosin herbekommen?!

Petroleum ist nicht so gefährlich in der Verwendung wie Benzin, weswegen es vornehmlich in Lampen zum Einsatz kommt.

Eine einfache Petroleumlampe | Quelle: Amazon.com

Sicherheitshinweise zu flüssigen Brennstoffen

Wie bei den gasförmigen Brennstoffen, gibt es bei den flüssigen Brennstoffen einige Gefahren, auf die ich dich hinweisen möchte.

  • Generell gilt: Immer ausreichend Lüften! Zündquellen fernhalten!
  • Flüssigkeitsbrände niemals mit Wasser löschen! Stattdessen Schaum oder Pulver nutzen.
  • Die Ausgasungen der oben beschriebenen flüssigen Brennstoffe haben eine höhere Dichte als die Umgebungsluft – das bedeutet, sie sammeln sich am Boden. Hier besonders auf Schächte, Vertiefungen oder Löcher achten.
  • Flüssige Brennstoffe nur in geeigneten Behältern transportieren.
  • Keine riesigen Mengen mitführen – 5 Liter Kanister reicht vollkommen aus.
  • Setze deinen Kanister nicht großer Hitze aus – stelle deinen Kanister weit genug weg, bevor du deinen Brenner zündest.
  • Achte beim Anzünden auf eventuell verschüttetes Benzin – vor dem Anzünden entfernen. 
  • Sorge für einen sicheren Stand deines Brenners.

Feste Brennstoffe

Feste Brennstoffe sind, im Hinblick auf die gasförmigen oder flüssigen Brennstoffe, relativ gefahrlos. Um sie zu entzünden, muss eine relativ hohe Zündenergie aufgebracht werden. Diese muss auch über einen langen Zeitraum aufrecht erhalten werden. Oftmals braucht es auch etwas Übung, um das Lagerfeuer richtig anzufeuern.

Brennholz

Das Zubereiten von Speisen über dem Holzfeuer ist eine der ältesten Kochmethoden. Ob direkt über dem Lagerfeuer, oder im modernen Holzofen. Dieser Brennstoff ist sehr praktisch. Du brauchst ihn nicht unbedingt in deinem Fahrzeug zum Stellplatz zum transportieren, denn Holz zum Feuer machen kannst du praktisch überall finden.

Foto: Dennis Brandt – Dachzeltnomaden

Das Holz sollte im Allgemeinen trocken sein, da es sich sonst nur sehr mühsam entzünden lässt und zu allem Überfluss auch noch mehr Qualm als Flammen produziert. Am besten geeignet ist Buchenholz, da es einen sehr guten Heizwert hat und die Glut lange anhält – kurz gesagt: Es brennt sehr lange.

Aber auch Ahorn, Kirsche und Esche brennen sehr gut. Eiche hingegen solltest du nicht für dein offenes Feuer verwenden, da es beim Abbrennen einen unangenehmen Geruch von sich gibt. Auch auf Nadelhölzer, wie Fichte, Lärche oder Kiefer solltest du verzichten. Die sehr harzhaltigen Gehölze sorgen oft für Funkenflug und platzen beim Verbrennen gerne auf – du kennst sicherlich diese kleinen Geschosse, die aus Lagerfeuer fliegen und deine neue Outdoor Hose mit deinem Oberschenkel verschmelzen…

Eigentlich kannst du aber alles an Holz verwenden, was du so in der Umgebung findest – es sei denn, es ist mit Lacken, Farbe oder ähnlichem verunreinigt. In diesem Fall solltest du auch auf Rücksicht zu deinen Nachbarn auf das Feuer verzichten.

Natürlich muss es nicht immer das klassische Lagerfeuer sein. Zeitgleich mit der immer größer werdenden Outdoor-Bewegung, haben viele Hersteller sich an die Entwicklung von kleinen Holzöfen gemacht. Genau um diese geht es unter anderem im Zweiten Teil der Reihe “Kochen unterwegs” – Camping Kocher

Klar, kannst du mit Grillanzünder, Benzin und anderem brennbaren Zeugs dein Lagerfeuer anzünden. Aber hey! – Glaubst du die Jungs und Mädels im Wilden Westen hatten das damals auch? 

Im dritten Teil der Reihe “Kochen unterwegs” beschreibe dir in ein paar einfachen Schritten, wie du ganz lässig zum Feuermeister wirst.

Kochen mit elektrischem Strom

Kochen wie zu Hause – mit elektrischem Strom! Klingt doch super einfach und genial, oder?

Und das ist es auch – zumindest wenn du deinen Dachzelturlaub beispielsweise auf dem Campingplatz oder in der Nähe eine Steckdose mit Netzstrom verbringst.

Kochen bedeutet Hitze und Hitze benötigt Energie. Wenn diese nun aus Strom besteht, und nicht aus einem Brennstoff, dann brauchst du viel Strom. Elektrische Kochfelder haben eine Leistungsaufnahme von bis zu 3.000 Watt

Viel Strom bedeutet aber im Campingleben oftmals, dass du entweder einen erheblichen technischen Aufwand betreiben musst, oder wie oben schon erwähnt, auf dem Campingplatz an das Netz gebunden bist.

Der technische Aufwand

Elektrische Kochfelder funktionieren im Campingbereich fast ausnahmslos mit 230V Wechselstrom – also dem Strom, der aus der Steckdose kommt.

Auf dem Campingplatz

Die Technik, die du zum Kochen auf dem Campingplatz brauchst ist überschaubar:

  • Kochfeld (Variante 1, 2 oder 3)
  • Verlängerungsleitung
  • 230V Stromanschluss
  • Kostenpunkt ab ca. 100 €

Zu der Verlängerungsleitung muß ich noch erwähnen, dass sie am Ende – da wo dein Kocher eingesteckt wird – einen Fehlerstromschutzschalter haben sollte. Allgemein ist dieser auch als FI-Schalter bekannt. Wenn du nur dein Kochfeld einsteckst, dann kannst du einen FI-Schalter verwenden, der direkt in der Leitung verbaut ist. Bei mehr als einem Verbraucher benötigst du einen FI-LS-Schalter, wie auf dem zweiten Foto.

Klar funktioniert das alles auch ohne diese Sicherheitsvorrichtungen, aber mal ehrlich: Fährst du auch Auto ohne dich anzuschnallen?

In der Wildnis

Die Technik, die du zum Kochen mit elektrischem Strom brauchst, wenn du autark stehst ist etwas aufwändiger und erheblich teurer:

  • Ausreichende Batteriekapazität
  • Wechselrichter – macht aus 12V Gleichstrom 230V Wechselstrom
  • FI-LS-System
  • Kochfeld
  • Verdrahtung mit ausreichenden Querschnitten
  • ggf. Solaranlage zum Laden der Batterie
  • Kostenpunkt: ca. 1.000 € pro KW – bei einem 3.000 Watt Kochfeld also 3.000 € (Faustformel)

Trotz all dem Aufwand muss ich dir fairerweise sagen, dass das Kochen mit Strom eine sehr einfache und saubere Sache ist – eben wie zu Hause, da es jeder kennt. 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um mit elektrischem Strom Hitze zum kochen zu erzeugen. Drei der gängigsten und bekanntesten zeige ich dir im folgenden Abschnitt.

Wenn du tiefer in das Thema Elektrotechnik einsteigen möchtest, dann empfehle ich dir meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik.

Sicherheitshinweise Strom

Auch beim Kochen mit elektrischem Strom gibt es in punkto Sicherheit ein paar Tipps von mir:

  • Nur geeignete Leitungen mit FI-Schalter benutzen!
  • Keine Arbeiten an Elektrischen Anlagen! Überlasse die Fehlersuche bitte dem Fachmann.
  • Beschädigte Leitungen austauschen.
  • Vor Nässe schützen – Strom und Feuchtigkeit verträgt sich nicht.
  • Beim Einsatz von Wechselrichtern unbedingt auf den richtigen Querschnitt und Anschluss der Leitungen achten – hier fließt sehr viel Strom. Ich empfehle daher, die Installation unbedingt vom Fachmann durchführen zu lassen (wie bei der Gasinstallation).
  • Kein Sichtbares Feuer – trotzdem heiß! Keine Gegenstände auf die Herdplatten ablegen (auch bei Induktion besteht durch Sekundärwärme Verbrennungsgefahr.

Fazit

Jetzt weißt du wirklich alles über die verschiedenen Brennstoffe, deren Vor- und Nachteile und die am besten geeigneten Einsatzbereiche. Alles über die Technik beim Kochen erfährst du im Teil 2 der Trilogie Kochen unterwegs – Camping-Kocher.

Wie du dich auch entscheidest: Auch hier ist es wichtig, dass du bei all der Theorie nicht das Wesentliche vergisst – das Abenteuer! Deswegen solltest du einfach losziehen und auf deiner Reise herausfinden, was du für ein Feuermacher bist. 

Am Ende zählt nur eins, du musst satt werden! In diesem Sinne:

Guten Appetit!

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Camping Kühlschrank – eiskalt für dich serviert

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Gucken statt lesen? Schau DZN Live!

Für alle, die lieber gucken statt lesen, für die gab es am Sonntag, den 25.04.2020 um 20:00 Uhr das DZN Live passend zum Thema “Kühlen unterwegs”.

Zusammen mit Stephan sind Rebecca & Thilo alle Kühlmöglichkeiten im Detail durch gegangen, haben eure Fragen beantwortet und die coolsten Kühllösungen von euch präsentiert! Den Zusammenschnitt findet ihr hier. Schaut doch gleich mal rein:

Ein bisschen Luxus braucht jeder

Egal wohin und und wie weit dich deine Abenteuer treiben, ein bisschen “zu Hause Feeling” kann sicherlich nie schaden. Deine Bettdecke aus deinem Bett, oder deine Lieblingsserie auf Netflix: Unterwegs zu sein, bedeutet nicht gleichzeitig, dass du auf einen gewissen Luxus verzichten musst.

Unser Luxus ist das “Aufbaubier”: Egal wann und wo wir landen, es wird nach dem erfolgreichen Dachzelt aufkurbeln immer ein Bierchen geöffnet – und natürlich auch getrunken. Jetzt könntest du uns natürlich vorwerfen, dass wir ein Problem mit Alkohol haben, oder du glaubst uns einfach, dass wir ersatzweise auch gerne mal auf alkoholfreies Bier zurückgreifen.

Bleiben wir mal bei den Getränken

Egal ob du dein Bier mit oder ohne Alkohol genießt, oder einfach nur gerne Milch trinkst – Eines haben diese Getränke gemeinsam: Sie schmecken kalt am besten. Cola, Limo und Wasser: Alles warm genießbar. Aber Bier und Milch müssen kalt sein. Bitte frag mich jetzt nicht nach der Milch, denn um die geht’s jetzt gar nicht. Falls du auf warme Milch stehst, darfst du natürlich trotzdem weiterlesen.

bild von Eiswürfel im Raster
Auch eine Möglichkeit zum kühlen – Eiswürfel

Um im Dachzelt Urlaub ohne Frust ein kühles Blondes zu genießen, brauchst du natürlich einen passenden Kühlschrank oder eine Kühlbox. Aber auch viele Lebensmittel, auf die du während deiner Reise sicherlich nicht verzichten möchtest, benötigen eine Kühlung. Manch einer ist auch auf Medikamente angewiesen, die eine möglichst kühle Lagertemperatur benötigen – Hier ist das sichere Kühlen ein Muss.

Strom- und gasloses Kühlen ‌(Passives Kühlen)

Du hast unterwegs, oder da wo du Urlaub machst keinen Strom und kein Gas? Kein Problem, du musst natürlich nicht auf ein kühles Bierchen verzichten. Ich merke gerade beim Schreiben selber, dass Bier für mich scheinbar ein großes Thema ist. Vielleicht sollte ich darüber auch mal einen Artikel schreiben?! Für dich nochmals zum Verständnis: Das alles funktioniert auch mit Milch!

bild einer einfachen passiv kühlbox
Passiv-Kühlbox
Bild einer Kühltasche
Kühltasche

Aber zurück zum Thema: Die Passiv-Kühlbox – der kultige Klassiker, den du bestimmt noch aus deiner Kindheit kennst. Mega Praktisch und die günstigste Möglichkeit dein Bierchen kalt zu halten.

Diese Art von Kühlbox wird entweder mit Kühlakkus betrieben, oder auch mit Eis. Für letzteres ist es jedoch wichtig, dass deine Box dicht ist und idealerweise auch formstabil. Denn anstelle einer Box, gibt es auch Kühltaschen.

Eine Box besteht in den meisten Fällen aus Styropor (oder einem anderen Isolationsmaterial) und einem Kunststoffgehäuse. Sie hat äußerlich eine starke Ähnlichkeit zur Thermoelektrischen Kühlbox. In Wahrheit sind thermoelektrische Kühlboxen übrigens lediglich frisierte Passiv-Kühlboxen mit Kabel dran. 🙂

Eine Kühltragetasche ist im Inneren mit einer reflektierenden Oberfläche beschichtet. Diese meist silberne Beschichtung sorgt dafür, dass die Kälte reflektiert wird und im Inneren bleibt.

Die wirklich einfachste Möglichkeit zu kühlen sind die Tragetaschen von Aldi, Lidl und Co, die du in den Läden an den Tiefkühltruhen findest. Auch diese einfachen Taschen halten deine Speisen und Getränke (Bier) über einen längeren Zeitraum kühl. Sie können auch wiederverwendet werden und sind daher gar nicht so verteufelt schlecht wie die klassische Plastiktüte.

Ein bild einer mehrweg kühltüte vom discounter
Die Kühltüte – bitte mehrfach verwenden!

Eines haben die Boxen und Taschen gemeinsam: Sie sind keine Kühlweltmeister – Weil sie ausschließlich passiv arbeiten. Das heißt sie sind nicht in der Lage Kälte zu produzieren. Zwar nehmen die Kühlakkus deine Wärme vom Bierchen auf, aber das war auch schon alles.

Deswegen ist es ratsam, dass du dein Kühlgut bereits kalt oder sogar gefroren in die Box packst. Der Trick funktioniert natürlich auch bei den “aktiven” Kühlmethoden.

Was sind eigentlich Kühlakkus‌?

Auch auf die Gefahr hin, dass du schon weißt was Kühlakkus sind, erkläre ich sie dir noch einmal kurz. Im Prinzip sind Kühlakkus mit einer Flüssigkeit gefüllte Behälter, die vor ihrem Einsatz in der Gefriertruhe gekühlt werden. In deiner Kühlbox erledigen sie dann den Job. Sie kühlen die Umgebung ab, in dem sie die Wärme der Umgebung aufnehmen. Diesen Vorgang nennt man Wärmeübertragung durch einen so genannter Phasenwechsel (das Eis wird zu Wasser).

ein bild von kühlakkus
Praktische Kältespeicher – Kühlakkus

Wenn du Kühlakkus verwenden möchtest, dann tue dir und der Umwelt den Gefallen und verwende keine Einweg-Kühlakkus. Diese gibt es auch, und bezeichnen sich frecherweise als umweltfreundlich. Jedoch machen sie nur eins: Sie produzieren unnötigen Plastikmüll.

Kann man Kühlakkus selber basteln?

Da in normalen Kühlakkus nur eine Salzwasserlösung enthalten ist, kannst du dir diese ganz einfach zu Hause nachbasteln. Dazu nimmst du am besten Kunststoffflaschen und füllst diese mit Salzwasser. Auf ein Konservierungsmittel, wie in handelsüblichen Kühlakkus vorhanden, kannst du verzichten.

ein künstlerisches foto von einwegflaschen aus kunststoff
Cooles Recycling – DIY Kühlakkus aus Kunststoffflaschen — (Foto: Ermanno Ferrarini auf Pixabay)

So gehts: Flasche auf, Salzwasser rein und ab in den Gefrierschrank – oder doch die Gefriertruhe? Den Unterschied kennst du ja jetzt.

Deine DIY-Kühlakkus stehen den “professionellen” in nichts nach, sie sind lediglich etwas sperriger.

Warum Salzwasser?

Im Prinzip liegt die Antwort auf diese Frage im Meer: Salzwasser gefriert langsamer! Aber warum ist das so? Hierzu ein kleines Experiment:

Stell dir vor, du hast zusammen in einer Schüssel Wasser und Eis. Es herrschen 0 Grad Celsius. Diese Temperatur ist genau der Schmelzpunkt von Eis und der Gefrierpunkt von Wasser. So lange die Temperatur bestehen bleibt, lösen sich Wassermoleküle aus dem Eis und wiederum andere Wassermoleküle binden sich an das Eis – es ist sozusagen ein Gleichgewicht vorhanden.

Wenn du nun etwas Salz dazu gibst, und das Ganze ein wenig umrührst, dann wirst du feststellen, dass die Temperatur weiter fällt. Das Gleichgewicht ist nun nicht mehr vorhanden. Die Natrium-Ionen aus dem Eis verbinden sich mit den Wassermolekülen und bieten dem Eis dadurch keine “Nahrung” zum wachsen an.

Die durch das Rühren sämige Masse bleibt länger flüssig. Mit Hilfe dieser sogenannten Gefrierpunkterniedrigung, funktionieren deine DIY-Kühlakkus wunderbar. Dieses Spiel kannst du nicht endlos treiben, denn irgendwann kann das Wasser kein weiteres Salz aufnehmen – der Chemiker spricht dann von einer gesättigten Lösung. Das Wasser friert also doch… nur viel später.

Coole Zauberei – Alternative Kühlmethoden

Kennst du das auch? Du bist zum Grillen bei deinen Freunden eingeladen. Schön und gut. Wäre da nicht die Tatsache, dass man dich mit der Fleischbeschaffung beauftragt hat. Wie soll jetzt das gute Rib-Eye Steak die dreistündige Fahrtzeit überstehen? Und dann noch das Rinderhack für deine berühmt berüchtigten Burger – du weißt schon, die die dreimal brennen: Beim Essen, auf der Toilette und dem Kläranlagenarbeiter in den Augen. Eine Grill-Party ohne dein Fleisch? Undenkbar!

Aber ich merke schon wieder, dass ich (scheinbar aus persönlichen Gründen) vom Thema abkomme.

Vorschlag 1: Sag deinen Freunden, dass du Vegetarier geworden bist, und es ab jetzt nur noch fleischlose Grill-Partys gibt. Das schafft dein Problem aus der Welt, aber könnte auch dafür sorgen, dass sich deine Freunde in Zukunft ihre Burger woanders braten lassen.

Also lieber Vorschlag 2: (Vorsicht! Wortwitz:) Such dir coole Verstecke in deinem Auto um die Dinge zu transportieren, die kühl bleiben müssen. Wenn die Fahrt etwas länger dauert, dann kühle sie am besten noch ordentlich vor. So sind die Steaks quasi ihr eigener Kühlakku.

Die Reserveradmulde

Die Reserveradmulde eignet sich erstaunlich gut, um Lebensmittel je nach Umgebungstemperatur 1-4 Tage kühl zu lagern.

Als cooles Versteck eignet sich zum Beispiel die Reserveradmulde in deinem Auto. Die liegt 1. weit unten, 2. weit weg von allen Wärmequellen und 3. vom Innenraum durch eine Klappe getrennt. Außerdem wird sie durch den Fahrtwind beim Fahren gekühlt. Klar ist das kein Super-Kühlschrank, aber es reicht auf jeden Fall aus. Probiere es mal aus, es funktioniert besser als du denkst!

Im Allgemeinen ist alles, was sich in Bodennähe und idealerweise im Schatten befindet ein kühlerer Ort, als anderswo in deinem Auto.

Hier nochmal ein kleiner Tipp: Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es ganz schlecht ist, wenn du nach drei Stunden Fahrt vergisst, das Fleischversteck zu leeren!

Genial: Der Blumentopf-Kühlschrank

ein foto vom blumentopf kühlschrank im einsatz.
Unauffällig, aber cool: Der Blumentopf-Kühlschrank

Eine weitere tolle alternative Kühlmethode ist der Blumentopf-Kühlschrank. Den kannst du dir ganz leicht selber bauen.

Du brauchst:

  • Zwei unterschiedlich große Tontöpfe (Blumentöpfe)
  • Sand
  • Etwas kaltes Wasser in der Gießkanne
  • Einen Topfuntersetzer für den kleineren Topf oder ein anderer Deckel
  • Klebeband
  • Ein kaltes “Testbier” (oder Milch)

Klebe zunächst die beiden Löcher am Boden der Töpfe mit dem Klebeband zu. Danach befüllst du den großen Topf am Boden mit etwas Sand. Jetzt stellst du den kleinen Topf in den großen Topf und füllst den Zwischenraum zwischen den beiden Töpfen mit dem Sand auf.

Jetzt kommt das Wasser ins Spiel. Gieße es vorsichtig und gleichmäßig in den mit Sand gefüllten Zwischenraum. Nur leicht befeuchten, keine Matsche machen. In den kleinen Topf kommt nun dein Testbier. Nur noch den Deckel drauf und ab in die Sonne zum Härtetest.

Nach einer Stunde ist das Bier fertig bzw. immer noch kühl. Prost! Du trinkst kein Bier? Kein Problem, ersatzweise geht auch ein Apfel, oder halt alles was in deinen kleinen Topf passt.

In diesem Video über den Blumentopfkühlschrank wird dir der komplizierte Zusammenbau noch einmal ganz ausführlich erklärt.

Was ist Intervall-Kühlen‌ ‌

Bevor ich dir alles zu Kühlboxen und Co erkläre, möchte ich dir noch eine andere Kühlmethode vorstellen. Intervall-Kühlen hast du bestimmt schon öfter ganz unbewusst gemacht.

Was sich jetzt hochtechnisch anhört, ist im Prinzip nur die Tatsache, dass du nur dann kühlst, wenn du Energie zum Kühlen zur Verfügung hast. Das bedeutet zum Beispiel, dass du deine thermoelektrische Kühlbox nur dann mit Strom versorgst, wenn dein Motor läuft – also während der Fahrt.

Im Stillstand, also am Stellplatz, steckst du die Box dann aus und verlässt dich auf die Isolation – du nutzt deine Kühlbox dann als eine passive Kühlbox.

Wir haben anfangs auf unseren Reisen ausschließlich so gekühlt. Das hat immer für unsere Zwecke gereicht. Wenn du die Kühlbox immer schön in den Schatten stellst, dann wirst du überrascht sein, wie gut das funktioniert. Ich kann mich erinnern, dass wir sie einmal sogar in einen Gebirgsbach gestellt haben, an jenem Abend gab es dann viel kaltes Bier.

Anderes Beispiel: Du bist Angler und fängst dein Fisch hoch oben in Norwegen. Du fährst mit deinem Fang zurück nach Deutschland und kühlst ihn dabei in einer Styropor-Box mit ganz viel Eis. Du legst immer wieder Eis nach, wenn es verfügbar ist. Dafür nutzt du deine Tankstopps. Du kühlst also immer mit “Anlauf” und rollst dann aus – also mit einem immer wiederkehrenden Intervall.

Einen kühlen Kopf bewahren – gängige Kühlmethoden (aktives Kühlen)

Der Markt bietet eine Vielzahl von transportablen Kühlboxen und Kühlschränken. Damit dir vor lauter Technik und Auswahl nicht der Kopf kocht, erkläre ich dir in diesem Artikel alles über die verschiedenen Kühlmethoden mit Gas und Strom und zeige dir auch Alternativen. Natürlich gebe ich dir auch einen Einblick in die verschiedenen Techniken und deren Vor- und Nachteile. Ein paar Infos zum Thema “Nachhaltigkeit” habe ich für dich auch im Gepäck.

Am Ende dieses Artikels wirst du in der Lage sein zu entscheiden, welche Kühlmethode für dich die Richtige ist. Und vielleicht ist dir dann auch schon ein neues Ritual für dich eingefallen.

Thermoelektrische Kühlboxen

Thermoelektrische Kühlboxen sind fast ausschließlich in mobilen Anwendungen zu finden. Sie arbeiten meist mit 12 oder 24 Volt Gleichspannung. Sie funktionieren nach dem sogenannten Peltier-Effekt.

Was sich kompliziert anhört, ist in Wahrheit eine Technik, die sich in vielen elektronischen Geräten wiederfindet. Das Kühlen mit Peltier-Elementen sorgt zum Beispiel in hochempfindlichen Messgeräten dafür, das der Messfühler immer sehr genau messen kann. Dadurch dass die Umgebungstemperatur um den Sensor immer exakt gleich ist, erhält man sehr genaue Ergebnisse.

Auch elektronische Komponenten in Computern und Kameras werden durch Peltier-Elemente gekühlt. Durch fallende Produktionspreise wurden die praktischen Kühler auch für Kühlboxen und Kühlschränke attraktiv.

ein foto einer thermoelektrischen kühlbox
Thermoelektrische Kühlbox
ein foto einer thermoelektrischen kühlbox mit heizfunktion von dometic
Thermoelektrische Kühlbox mit Heizfunktion
ein foto eines thermoelektrischen kühlschranks
Thermoelektrischer Kühlschrank

So funktionieren Thermoelektrische Kühlboxen

Achtung, jetzt kommt ein wenig Elektronik ins Spiel:

Der Peltier-Effekt basiert auf den Kontakt zweier Halbleiter mit unterschiedlichem Energieniveau: P-leitend und N-leitend. Wenn man nun an zwei Stellen einen elektrischen Strom durch diese beiden Materialien fließen lässt, dann entsteht an den Übergängen Wärme bzw. Kälte. Während am Übergang von N zu P Kälte entsteht, entwickelt sich am anderen Übergang (P zu N) Wärme. Auf der Zeichnung kannst du das nochmal etwas besser sehen.

eine darstellung des Perltier effekts
Macht´s dir eiskalt oder richtig heiß – Das Peltier-Element

Warum wird es kalt?

Damit der elektrische Strom durch die hintereinander liegenden Kontaktstellen fließen kann, muss an einer Stelle Umgebungswärme aufgenommen werden. Diese Wärme ist der Antrieb für die Elektronen, die dadurch in das andere Halbleitermaterial gelangen können. Die Aufnahme der Umgebungswärme ist gleichzeitig die Kühlung.

Zu kompliziert? Ich erkläre das mal etwas pragmatischer: Wenn ich dir deine Wärme klaue, wird dir kalt!

Auf das verwendete Halbleitermaterial, Bismuttellurid und Siliciumgermanium, gehe ich jetzt lieber nicht weiter ein, denn das würde dich vielleicht nur langweilen und ist nicht so “cool”.

das Foto zeigt einen schintt durch ein peltier element
Ein Peltier-Element in der Detailansicht – gut zu erkennen: die P- und N-Leiter sowie die Metallbrücken. Quelle: Wikipedia.org

Wie du eventuell schon bemerkt hast, kannst du mit einem Peltier-Element – so nennt man übrigens das Bauteil – nicht nur kühlen, sondern auch wärmen. Das bedeutet, dass viele thermoelektrische Kühlboxen in der Lage sind, neben dem Kühlen ihren Inhalt auch zu erwärmen. 

Die Wärme wird genau dort produziert, wo die Elektronen landen: Auf der anderen Seite des Halbleitermaterials. Deswegen gibt es beim Peltier-Element immer eine kalte und eine warme Seite.

Es gibt kein Kältemittel – es sei denn, du möchtest den elektrischen Strom als Kältemittel bezeichnen. Außerdem ist eine thermoelektrische Kühlbox (theoretisch) vollkommen geräuschlos. Da viele Hersteller jedoch einen Lüfter zur Unterstützung einbauen, gibt es trotzdem Betriebsgeräusche.

Wie hoch ist die Kühlleistung bei Thermoelektrischen Kühlboxen?

Die Kühlleistung von thermoelektrischen Kühlboxen ist eher schlecht und sehr stark abhängig von der Umgebungstemperatur. Bei 20 Grad Außentemperatur kann deine Box im Inneren maximal 0 Grad erreichen. Das klingt erstmal gut, aber im Sommer wir diese Außentemperatur schnell überschritten und somit die Kühlung schlechter.

Wie hoch ist der Energieverbrauch von Thermoelektrischen Kühlboxen?

Auch in Sachen Stromverbrauch kann die thermoelektrische Kühlbox nicht viele Punkte holen. Das Peltier-Element ist permanent damit beschäftigt, Kälte (oder Wärme) zu produzieren. Das kostet Strom – viel Strom.

Es gibt keinen Temperaturregler oder eine Einstellmöglichkeit für die Solltemperatur. Der permanente Stromverbrauch lässt deine Stromreserven schnell schwinden, daher bietet sich es an, die Kühlbox nur während der Fahrt zu nutzen und im Stand auszuschalten. Durch dieses Intervall-Kühlen schonst du deine Batterie. Auf diesen Trick werde ich weiter unten noch einmal gesondert eingehen. 

Einsatzbereiche: Vor- und Nachteile

Vor allen Dingen für “Gelegenheits-Dachzeltnomaden” sind diese Kühlboxen zu empfehlen. Sie sind günstig und leicht. Dadurch kannst du so eine Kühlbox auch mal mit zum Strand schleppen, ohne gleich lange Arme zu bekommen. Durch ihre Isolierung halten sie auch im ausgeschalteten Zustand lange ihre Kälte.

Vorteile von Thermoelektrischen Kühlboxen

  • Günstig im Vergleich zu Absorber oder Kompressor
  • Leicht & transportabel
  • Kann meist auch zum Erwärmen genutzt werden
  • Auch als Hybridbox erhältlich – 12V thermoelektrisch & 230V Kompressor

Nachteile von Thermoelektrischen Kühlboxen

  • Schlechte Kühlleistung
  • Hoher Stromverbrauch
  • Träges Kühlsystem 

Absorber Kühlboxen / Kühlschränke

Ein Absorberkühlschrank arbeitet mit einem Gemisch aus Wasser und dem Kältemittel Ammoniak. Die Absorption bezeichnet das Prinzip der Lösung eines Dampfes (Ammoniak) in einer Flüssigkeit (Wasser).

Es ist ein sehr altes Kühlverfahren und im Prinzip eine der verlässlichsten Kühlmethoden für unterwegs – solange du Gas dabei hast.

das foto zeigt eine absorber kühlbox
Absorber-Kühlbox
das foto zeigt einen absorber kühlschrank
Absorber-Kühlschrank

So funktionieren Absorber

Durch Wärmezufuhr wird im sogenannten Kocher das Gemisch aus Wasser und Ammoniak getrennt, indem das Ammoniak gasförmig wird und aus dem Wasser austritt.

Hier kommt dann auch das Medium Gas ins Spiel. Denn die Gasflamme dient in diesem Fall als Wärmequelle für den Kocher. Meist wird sich hierbei aus der Bordversorgung des Wohnmobils, oder auch aus einfachen Gaskartuschen bedient.

Butan ist hier ein gängiger Brennstoff. Alternativ kann die Beheizung auch mit einer elektrischen Heizung erfolgen. Das macht aber nur dann Sinn, wenn eine ausreichend starke und leistungsfähige Stromquelle vorhanden ist – was im Camper oder Dachzelt oftmals nicht so oft vorkommt.

Das durch Wärmezufuhr herausgetrennte, gasförmig Ammoniak wird durch ein separates Rohr zum Kondensator geführt.

Der Kondensator ist an deinem Absorber-Kühlschrank außen am Gehäuse befestigt. Er sieht so ähnlich aus wie ein Kühler, den du vielleicht von deinem Auto kennst. Kühlen ist auch seine Aufgabe, aber nicht so wie du jetzt vermutest.

Im Kondensator, oder auch Verflüssiger genannt, strahlt das zunächst noch gasförmige Ammoniak seine Wärme ab – es kühlt ab und wird dadurch verflüssigt. Durch ein weiteres Rohr gelangt es zum Verdampfer.

Im Verdampfer wird, wie der Name schon vermuten lässt, erneut der Aggregatzustand des Ammoniaks verändert: Er wird mit Hilfe von Wasserstoff verdampft. Der Dampf ist in der Lage, Wärme aufzunehmen. Hier findet der eigentliche Kühlvorgang statt, deswegen befindet sich der Verdampfer im Kühlschrank Inneren, oder zumindest hinter der Kühlwanne. 

Kurz erklärt: Dein Bier wird kalt, weil ihm die Wärme entzogen wird. Der ganze Kühlprozess findet in einem geschlossenen Kreislauf statt. 

Das Gemisch aus Wasserstoff und gasförmigem Ammoniak strömt nun weiter in den Absorber. Hier werden die beiden Medien wieder getrennt. Diese Aufgabe übernimmt das zurücklaufende, abgekühlte Wasser aus dem Kocher. Das Ammoniakgas wird schließlich wieder mit dem Wasser vermischt und strömt in seinem Kreislauf weiter Richtung des Kochers.

die zeichung zeiht das absorber prinzip  - der kreislauf
Das Absroberprinzip

Wie hoch ist die Kühlleistung von Absorbern?

Die Kühlleistung einer Absorberkühlbox bzw. einem Absorberkühlschrank ist durchschnittlich gut. Durch Absorption wird eine maximale Temperaturdifferenz von 25 Grad Celsius zur Außentemperatur erreicht. Das bedeutet eine Kühltemperatur von 5 Grad bei 30 Grad Außentemperatur.

Du kannst dir also leicht vorstellen, dass jenseits der 30-Grad-Marke dieses Prinzip an seine Grenzen kommt. Kritische Lebensmittel, die eine sehr niedrige Temperatur benötigen, können also nicht ausreichend gekühlt werden.

Für die angehenden Chemiker: Das eingesetzte Kältemittel ist Ammoniak, das auch gerne mit NH3 bezeichnet wird. Es ist bei Raumtemperatur gasförmig, farblos und nur an seinem beißenden Geruch zu erkennen. Als kleiner Vergleich: Hast du eine Katze? Dann nimm mal einen tiefen Atemzug aus dem Katzenklo, kein Witz, jetzt weißt du wie Ammoniak riecht – wie Katzenpipi 🙂

Außerdem kommen beim Absorber noch zwei weitere Substanzen vor, nämlich Wasser (als Lösungsmittel) und Wasserstoff (als Hilfsgas). Alternativ zum Wasserstoff kann auch Helium verwendet werden.

Wie hoch ist der Energieverbrauch von Absorbern?

Die benötigte Energie ist in diesem Fall Wärmeenergie, die aus der Verbrennung des Gases entsteht. Wie viel davon letztendlich benötigt wird, hängt von der eingestellten Temperatur ab und auch von der Außentemperatur. Das bedeutet also, wenn du auf deine maximale Temperaturdifferenz von 25 Grad erreichen willst, dann steigt dein Gasverbrauch mit steigender Außentemperatur an.

Es gibt übrigens auch Hybrid-Boxen, die mehrere Kühltechniken vereinen. Diese kannst du dann mit Gas und elektrischem Strom betreiben. Mit Strom kühlen diese Boxen dann thermoelektrisch, meistens sogar mit zwei Optionen: 12V vom Bordnetz oder 230V zu Hause oder auf dem Campingplatz mit Landstrom.

Einsatzbereiche – Vor- und Nachteile

Vor allem in großen Wohnmobilen kannst du diese Art von Kühlschränken finden. Gerade in älteren Campingfahrzeugen ist der Absorber-Kühlschrank zu Hause. Das liegt daran, dass in den meisten Fällen eine Gasflasche an Bord ist, die groß genug ist, neben dem Gasherd auch noch den Kühlschrank zu “befeuern”. Oftmals wird dort auch noch mit Gas geheizt. 

Es gibt auch Kühlboxen, die nach dem Absorberprinzip arbeiten. Diese sind, weil sie keinen elektrischen Strom benötigen und relativ kompakt sind, sehr transportabel. Ein klassisches Einsatzgebiet von Absorberkühlschränken oder -boxen wäre zum Beispiel deine Angelhütte am Waldsee. Dort, wo kein Strom vorhanden ist, und die Temperaturen nur selten an der 30 Grad Marke kratzen.

Die Unterschiede zwischen Kühlbox und Kühlschrank erkläre ich dir weiter unten im Artikel.

Vorteile von Absorbern

  • Verschleißarme Technik
  • Keinerlei Geräusche im laufendem Betrieb
  • Gas ist (fast) überall zu beziehen
  • Keine Strom notwendig
  • Auch als Hybridbox erhältlich

Nachteile von Absorbern

  • Die Kühlleistung ist abhängig von der Umgebungstemperatur
  • Eine Absorber Kühlung muss unbedingt waagerecht betrieben werden, da sonst Luftblasen entstehen können, die den Kühlkreislauf negativ beeinflussen
  • Absorber Kühlungen sind empfindlich gegen Vibrationen und Erschütterungen, daher nicht Off-Road geeignet.
  • Problem beim Betrieb in großen Höhen (wegen dem Gas)

Kompressor Kühlboxen / Kühlschränke

Die wohl bekannteste, und in den meisten Haushalten verbreitete Kühlmethode ist die eines Kompressorkühlschrankes. Im Laufe der Jahre hat diese Technologie auch in der Campingwelt immer mehr Verwendung gefunden. Aufgrund von immer leistungsfähigeren Batterien konnte sich der Kompressorkühlschrank schließlich auch etablieren. 

ein foto einer kompressor kühlbox
Kompressorkühlbox
ein foto eines kompressor kühlschranks
Kompressorkühlschrank

Eine Eigenschaft habe ich dir schon verraten: Der Kompressor benötigt elektrischen Strom. Diesen benötigt er, um die Kühlung in Gang zu bringen.

So funktioniert das Kühlen mit Kompressor

In einem Kompressorkühlschrank befindet sich ein gasförmiges Kältemittel. Dieses wird durch den Kompressor verdichtet, wodurch es sich erwärmt.

Das unter hohem Druck stehende Kältemittel gelangt gleich danach in den Kondensator. Der Kondensator befindet sich auf der Rückseite deines Kühlschranks. Du erkennst den Kondensator an dem plattenartigen Gebilde, das mit seinen Kühlrippen meist die komplette Fläche der Rückseite bedeckt.

Im laufenden Betrieb erwärmt sich der Kondensator stark. Das liegt daran, dass das ihn durchströmende Gas seine Wärme an die Umgebung abgibt. Wenn das passiert, dann ändert das Kältemittel seinen Aggregatzustand von gasförmig zu flüssig – es kondensiert.

Als Beispiel kannst du dieses Effekt ganz einfach ausprobieren, wenn du mit deinem warmen Atem gegen eine kalte Fensterscheibe pustest. Auch hier entsteht Kondensat.

Wie du sicherlich bemerkt hast, erfüllt der Kondensator in einem Kompressorkühlschrank den gleichen Job, wie in einem Absorberkühlschrank. Bis jetzt liegt der wesentliche Unterschied nur darin, das ein elektrisch betriebener Kompressor verwendet wird.

Das kondensierte Kältemittel steht kurz nach dem Kondensator noch immer unter hohem Druck. das ändert sich aber im nächsten Schritt. Hierbei durchströmt das Kältemittel eine Drossel. Dadurch senkt sich der Druck schlagartig ab. Man nennt diese Drossel Expansionsventil.

Technisch gesehen funktioniert dieses Ventil so, dass das Medium mit hohem Druck durch eine sehr kleine Engstelle gedrückt wird, wodurch es beim Austritt seinen Druck verringert. Gleichzeitig steigt dadurch das Volumen an – das Kältemittel expandiert.

eine skizze von einem expansionventil
Hier muss alles durch – Das Expansionsventil (ungeregelt)

Ein weiterer, sehr nützlicher Nebeneffekt ist, dass sich das Kältemittel ab dieser Stelle abkühlt. Jetzt kann es seinen eigentlichen Job erledigen, weswegen es direkt in den Verdampfer geleitet wird.

Auch dieser unterscheidet sich nicht wirklich von dem Verdampfer eines Absorberkühlschranks. Deinem Bierchen wird, wie schon im Absorber, die Wärme entzogen. Danach strömt das vom Kühlgut erwärmte Gas wieder in den Kompressor zurück. 

Auf der folgenden Zeichnung bekommst du nochmal einen Überblick, wie das Prinzip der Kühlung funktioniert. Es basiert vereinfacht gesagt auf der Kondensation und dem Verdampfen – dies wird mit Hilfe von unterschiedlichen Drücken erreicht. Klingt doch ganz einfach, oder?

eine skizze das Kompressor kühlers
Genial einfach und sehr effektiv – Der Kompressorkühlschrank

Wie hoch ist die Kühlleistung von Kompressorkühlschränken?

Ein Kompressorkühlschrank hat eine sehr gute Kühlleistung und ist sogar in der Lage, Temperaturen bis zu -18 Grad Celsius zu erreichen. Das funktioniert unabhängig von der Umgebungstemperatur, weswegen sich diese Kühlart auch für sehr warme Urlaubsländer eignet.

Auch hier eine kleine Chemiestunde: Als Kältemittel wird meistens R-134a verwendet, das dem Chemiker auch als 1,1,1,2 Tetrafluorethan bekannt ist. Das Kältemittel ist nicht gerade ein Freund der Umwelt, weswegen defekte Kompressorkühlschränke gesondert entsorgt werden müssen – Sie dürfen keinesfalls dem Hausmüll zugeführt werden.

Es gibt kleine Kühlboxen ab ca. 20 Liter Nutzinhalt bis hin zu den ganz großen Kühlschränken, wie du sie auch aus dem Haushalt kennst.

Wie hoch ist der Stromverbrauch von Kompressorkühlschränken? 

Kompressorkühlschränke arbeiten, im Vergleich zum Absorber, noch effizienter. Um den Kompressor anzutreiben wird zwar elektrischer Strom benötigt, jedoch läuft der Kompressor nur dann, wenn es nötig ist.

Wie oft der Kühlschrank, also “anspringt” ist abhängig von der eingestellten Solltemperatur. Logisch: Je kälter du dein Bier trinken möchtest, umso öfter und länger läuft der Kompressor. Die Umgebungstemperatur spielt dabei zwar auch noch eine Rolle, jedoch ist diese nicht so maßgeblich wie beim Absorber.

Ein Beispiel: Im Betrieb liegt die Leistungsaufnahme der Kompressorkühlbox in meinem Auto bei 35W. Das ist nicht viel, wenn man es nicht mit der Kühltemperatur übertreibt und “Dauerfrost” möchte.

Der Stromverbrauch hält sich im Allgemeinen in Grenzen. Die Kompressoren der namhaften Hersteller arbeiten mittlerweile sehr sparsam und stressen deine Aufbaubatterie nur sehr wenig. 

Übrigens, wenn du mehr über Elektrik wissen möchtest, empfehle ich dir meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik.

Einsatzbereiche – Vor- und Nachteile

Kompressorkühlschränke findest du heutzutage in fast allen modernen Campingfahrzeugen. Gerade die Tatsache, dass sie kein Gas benötigen, macht sie attraktiv für kleine Vans und Dachzelt Mobile ohne Gasanlage.

Aufgrund moderner und leistungsfähiger Batterien, spielt auch der Stromverbrauch keine große Rolle mehr. Auch die überragende Kühlleistung und die unempfindliche Kühltechnik machen die Kompressortechnik zu einem zuverlässigen Begleiter bei Offroad-Fahrten oder in der afrikanischen Wüste.

Vorteile von Kompressorkühlschränken

  • Sehr energieeffizient
  • Sehr gute Kühlleistung
  • Unabhängig von der Außentemperatur und Lage
  • Offroadtauglich

Nachteile von Kompressorkühlschränken

  • Benötigt Strom
  • Geräuschentwicklung vom Kompressor
  • Höherer Anschaffungspreis
  • Relativ hohes Gewicht
  • Hoher Platzbedarf

Halt die Klappe (fest) – oder doch lieber die Tür!?

Die Entscheidung, ob du dich für eine Kühlbox oder einen Kühlschrank, entscheiden solltest, kann ich dir leider nicht abnehmen. Ich möchte dir aber eine kleine Entscheidungshilfe mit an die Hand geben, damit du die Unterschiede von Klappe oder Tür für dich einordnen kannst.

Zunächst einmal eine kleine Erklärung:

Die Kühlbox hat eine Klappe. Sie ist von oben zugänglich und oftmals als mobile bzw. transportable Ausführung zu erwerben. Versionen zum Festeinbau gibt es eher selten.

Der mobile Kühlschrank ist im Prinzip so aufgebaut wie der in deiner Küche. Nein, ich war noch nicht in deiner Küche, deswegen unterstelle ich dir jetzt einfach, dass du voll “Mainstream” bist und einen klassischen Einbaukühlschrank besitzt. 

Ein Schrank hat eine Tür – Ein Kühlschrank auch. Das ist auch schon der größte Unterschied. Der Kühlschrank ist, im Gegensatz zur Box, seitlich zugänglich.

Was sind denn jetzt genau die Vor- oder Nachteile von Klappe und Tür?

Der Platz in deinem Fahrzeug oder der Einbauort. Eine Box passt, dank ihrer Maße auf einen Auszug im Kofferraum. Sie kann seitlich zustellt werden (außer die Lüftungsschlitze) und bleibt trotzdem zugänglich.

Ein weiterer Vorteil ist, dass dank der oben liegenden Klappe beim Öffnen die Kälte nicht so leicht entweichen kann. Die größte Kälte ist nämlich immer am Boden zu finden. Das bedeutet im Klartext: Du kannst dir im Minutentakt Bier aus deiner Box nehmen und verlierst beim Öffnen nicht so viel Kälte.

Beim Schrank sieht das Ganze schon anders aus, denn jedes Mal wenn du die Tür öffnest, fällt dir die Kälte am Boden des Schrankes sprichwörtlich entgegen. 

Warum also überhaupt ein Kühlschrank? Ganz einfach: Wenn du den Platz dafür hast, zum Beispiel im einem Bus oder Kastenwagen, dann sieht so ein perfekt in die Möbelzeile integrierter Küschlank schon geil aus.

Mobile Kühlschränke gibt es auch fast so groß (Nutzinhalt in Litern) wie bei dir zu Hause (nein, ich war wirklich nicht bei dir!) – so nimmst du ein Stück Komfort von zu Hause mit auf Reisen. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ordnung – ein Kühlschrank lässt sich viel ordentlicher einräumen und organisieren als eine Kühlbox. 

Weder Klappe noch Tür – Die Kühlschublade

Du kannst dich nicht entscheiden, oder hast noch immer nicht das Richtige für deine Platzverhältnisse gefunden? Dann werfe ich mal die Kühlschublade ins Rennen.

Sie hat weder eine Tür noch eine Klappe – eigentlich ist sie wie der Name schon verrät – ein Schubfach, das kühlt. Ich vergleiche die Kühlschublade immer gerne mit einem Kühlschrank, der auf einem Auszug steht. Au diesem Weg werden die Vorteile von Box und Schrank miteinander kombiniert. Gekühlt wird hier mit einem Kompressor, der dank seiner flexiblen Kältemittelleitung separat platziert werden kann. So sparst du eine Menge Platz.

dieses Bild zeigt eine Kühlschublade der Firma Dometic
Kombination aus Box und Schrank – Die Kühlschublade

Also, was wird es nun bei dir? Box oder Schrank – Klappe oder Tür? Entscheide selbst!

Der beste Platz für deinen Camping Kühler

Um lange Freude an deiner mobilen Kühlung zu haben gibt es ein paar grundlegende Einbau- und Sicherheitstipps, die ich dir mit auf den Weg geben möchte.

Wenn du dir eine Kühlschrank, oder eine Kühlbox angeschafft hast, dann solltest du auch darauf achten, dass der Schrank oder die Box ordentlich in deinem Fahrzeug transportiert wird. Weitere wichtige Tipps und Informationen bekommst du im folgendem Abschnitt.

Einbautipps und Sicherheit

  • Eine Box sollte niemals ungesichert im Fahrzeug transportiert werden. Gerade voll bestückt wird eine unbefestigte Box bei einem Unfall zum gefährlichen Geschoss. Deine Kühlbox ist Ladung, und so solltest du sie auch behandeln. Das Gleiche gilt im übrigen auch für Kühlschränke, die nicht zum Einbau in die Möbelzeile vorgesehen sind.
  • Kühlboxen fühlen sich am wohlsten auf Auszügen im Kofferraum oder Türen. So kannst du sie bei Bedarf herausziehen und von allen Seiten beladen.
  • Einbaukühlschränke werden in der Regel fest in die Möbelzeile integriert. Hier solltest du auch prüfen, ob du den Kühlschrank sicher verschrauben kannst. Vielleicht musst du hier und da noch ein wenig an deinem Möbel Hand anlegen. Sicher ist sicher – Denn auch der vollgeladene Kühlschrank ist schwer.
  • Achte immer darauf, das die Lüftungsschlitze an deinem Gerät nicht verdeckt werden. Kompressor, Absorber und Co. produzieren Abwärme, die sich nicht im Gerät stauen darf.
  • Gerade bei Absorbern ist aufgrund des Gasbetriebs eine ordnungsgemäße Lüftung zwingend notwendig. Fest installierte Gasanlagen in Wohnmobilen bedürfen immer einer Gasprüfung, nach G-607, die von einem Fachbetrieb durchgeführt werden muss. Diese muss alle zwei Jahre wiederholt werden.
  • Auch in der Kühlbox oder im Kühlschrank sollte Ordnung sein, denn es gibt nichts störenderes, als klimpernde Flasche und Dosen während der Fahrt.
  • Such dir für den Einbau bzw. den Betrieb eine möglichst kühlen Ort im Fahrzeug. So muss deine Kühlung weniger arbeiten, was auch einen geringeren Strom- bzw. Gasverbrauch mit sich zieht. Kleiner Tipp: Am Boden ist es immer am kältesten.
  • Alles was sehr kühl gelagert werden muss, bzw. sehr empfindlich gegenüber Wärme ist, gehört nach ganz unten in Box und Co.
  • Achte darauf, dass die elektrische Zuleitung zum Kühlschrank den richtigen Querschnitt hat und ordnungsgemäß abgesichert ist. Informationen dazu findest du im Handbuch deines Kühlgerätes. Wenn du noch mehr Informationen zur Elektrotechnik haben möchtest empfehle ich dir an dieser Stelle gerne nochmal meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik.
  • Auch der Gasanschluss beim Absorber muss passen – hier versteht sich von selbst, dass nicht gebastelt werden darf.

Nachhaltigkeit

Wir als Dachzeltnomaden legen sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit. Auch beim Thema Kühlung kannst du deinen Teil dazu beitragen. Egal ob elektrische Energie oder Wärmenergie aus deiner Gasflasche: Energie ist nicht unendlich vorhanden und muss erzeugt werden. Deswegen solltest du nur so viel verbrauchen wie du auch benötigst. Ideal wäre es, wenn du deinen Energieverbrauch auch auf Reisen bewusst reduzierst.

Ist eine Kühlbox / Kühlschrank wirklich nötig? Ganz ehrlich: Nein! Es gibt Lebensmittel, die keine Kühlung benötigen oder sich mit einem kühlen Versteck in deinem Auto begnügen. Wenn du also ausschließlich auf diese Lebensmittel zurückgreifen möchtest, dann brauchst du sehr wahrscheinlich keinen Kühlschrank.

Lebensmittel, die keine Kühlung benötigen

Nur mal so – diese Lebensmittel brauchst du nicht kühlen: Marmelade, geräucherte Wurst, Eier, Honig, Avocados, Essiggurken, Tomaten, Bananen, Äpfel, Schokolade, Paprika, Gewürze, Karotten, Kartoffeln, Brot, Salat, Butter, Oliven, H-Milch, Nutella, Müsli, Getränke, Nudeln, Reis, Pesto, und viele mehr!

Hier reicht oftmals eine kühle Lagerung – also keine direkte Sonneneinstrahlung (z. B. die Reserveradmulde).

Wenn du einen Kühlschrank oder Box hast, dann vermeide eine zu tiefe Temperatur. Wer braucht schon 4 Grad kalten Käse? Je höher die Solltemperatur in deinem Kühlschrank ist, umso weniger Energie wird benötigt, um diese zu erreichen. Deswegen solltest du immer nur kurz die Tür oder die Klappe öffnen – hier kann die Kühlbox wieder punkten!

Übrigens: Die Meinung, dass deine elektrische Energie kostenlos ist, weil du sie selber erzeugst, ist nicht richtig. Wenn deine Batterie leer ist muss sie geladen werden. Diese Ladezyklen verschleißen deine Batterie, die deswegen irgendwann ihren Dienst quittiert – eine defekte Batterie verursacht nicht nur Kosten, sondern belastet auch die Umwelt.

Auch dein Kraftstoffverbrauch steigt: Wenn die Lichtmaschine plötzlich eine leere Aufbaubatterie laden muss, dann muss sie mehr Strom liefern. Das wiederum belastet den Motor zusätzlich, was dazu führt, dass sich dein Verbrauch erhöhen kann.

Noch einmal für dich auf einen Blick: Alle wesentlichen Vor- und Nachteile

Eiskalt abserviert? – Das Fazit

Im Idealfall habe ich dich jetzt so gut mit Fakten und Informationen versorgt, dass du jetzt genau weißt, wie du in Zukunft unterwegs kühlen willst. Vielleicht bist du auch zu dem Entschluss gekommen, dass du gar keine aktive Kühlung benötigst.

Falls du dir noch immer nicht sicher bist, dann empfehle ich dir folgendes: Fahr einfach los, genieße dein Abenteuer und schau dabei genau hin, was du wirklich brauchst. So geht es mir mit vielen Dingen – Einfach mal nicht lange planen, sondern einfach machen.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine coole Zeit!

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Autarke Akkukiste: Stückliste und alle Infos zum Zusammenbau

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Eine Akkukiste, die deine komplette Stromversorgung im Fahrzeug regelt? Stephan Kaufmann ist gelernter Elektroniker und zeigt dir wie das geht – Hol dir hier die volle Ladung ab!

In diesem Artikel findest du eine Stückliste der Komponenten, die wir in unserer Akku-Kiste einsetzen. Wenn du weitere Informationen zum Bau der Akkukiste suchst, schau dir doch mal die dreiteilige Artikelserie zu diesem Theman von Stephan an. Hier findest du eine komplette Anleitung mit viel Hintergrundwissen.

Wenn du Lust hast, kannst du dich durch die Stückliste klicken und dir deine eigene Kiste zusammenstellen. Mit diesen Komponenten kannst du dir deine Akkukiste zu Hause selber zusammenbauen.

Stückliste

Dies ist eine Stückliste für eine autarke Akku-Kiste. Du hast damit die Möglichkeit, den darin enthaltenen Akku über deine Lichtmaschine, Landstrom oder Solar zu laden. Du kannst diese Kiste auch in neue Fahrzeuge (mit Euro 6 Norm und Smart-Generator) einbauen. Mit der 5 Meter langen Anschlussleitung bist du völlig flexibel.

Als Anschlüsse stehen dir 2x USB und 2x Zigarettenanzünder zur Verfügung. Natürlich ist das Ganze auch erweiterbar.

Auf der Kiste, die wir für das DACHZELT FESTIVAL 2019 zusammengebaut haben, ist ein kleines Solarpanel verbaut. Dieses ist mit Hilfe von Magneten abnehmbar und frei positionierbar.

Die Solarfunktion ist natürlich erweiterbar, so dass du auf jeden Fall immer genug Sonnenstrom parat hast. Aus diesem Grund findest du in der Stückliste ein größeres Panel mit 100Wp, dass das kleine “Festival-Panel” ersetzt.

Achte bitte darauf, dass du an die Akku-Kiste kein Panel mit mehr als 23V Leerlaufspannung anschließt. Ich empfehle auf jeden Fall ein monkristalines Panel, da diese eine geringere Leerlaufspannung haben als polykristaline Panels

Nachdem du alle Komponenten zusammengebaut hast, musst du in deinem Fahrzeug lediglich noch die Anschlussleitungen und ggf. eine Steuerleitung verlegen. Wie du das machst, und noch viel mehr, erfährst du in diesem Video über den Einbau einer Zweiten Batterie in einen VW Bus.

Gehäuse

Elektronik

Steckverbindung Last

Solar

Verdrahtung

Werkzeug

Lastsicherung

Verbrauchersicherungen

Output / Ausgänge

Batterie Anschluss

Was du noch wissen solltest

Die Montage des Akkus sollte auf einer ca, 12mm starken Multiplexplatte (oder ähnlich) erfolgen. Diese Platte liegt später vollflächig auf dem Boden der Alubox. Eine zweite Holzplatte wird im hochkant in der Box montiert. Sie dienst als Trennung zwischen Akkus und Elektronik. Alle elektronischen Bauteile sind auf ihr montiert.

Des weiteren benötigst du div. Holzschrauben und eine Befestigung für den Akku an der Holzplatte. Hier kannst du z.B. einen kleinen Spanngurt einsetzen.

Die Löcher in der Alukiste (Für alle Stecker, etc.) machst du am besten mit einem Stufenbohrer.

Wichtig: Die Zuleitung von der Starterbatterie zur Box darf nicht länger sein als 5 Meter!

Zusätzlich benötigst du noch ein wenig Werkzeug:

  • Schraubendreher (Verschiedene Typen)
  • Inbusschlüssel (Satz)
  • div. Maulschlüssel
  • Multimeter

Viel Spaß beim basteln!

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Autarke Stromversorgung | Teil 3 – Der Ladevorgang

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Hast du Lust in zahlreichen Workshops mal wieder selbst zu Basteln, neues zu lernen oder Dinge zu kreieren, an die du dich alleine nicht traust? Hol dir Inspirationen und Tipps für dein nächstes Projekt von anderen Dachzeltnomaden!

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Bevor es losgeht – ein kurzer Rückblick

Aus den ersten beiden Teilen des Dreiteilers zur autarken Stromversorgung hast du nun das nötige Wissen erlernt, um mit Begriffen wie Strom und Spannung umzugehen. Du weißt auch über die verschiedenen Arten von Akkus genug, um jetzt im dritten Teil dein Wissen über das Laden von Akkus zu erweitern.

Autarke Stromversorgung | Teil 1 – Elektrotechnik für Dachzeltnomaden

Autarke Stromversorgung | Teil 2 – Akkus und Batterien

Einmal volltanken, bitte – Ladeverfahren für Akkus

Zuerst erkläre ich dir das gängigste Ladeverfahren für Akkumulatoren im Kfz-Bereich.

Querschnitt durch (d)ein Auto – Das Lade- und Verbrauchsprinzip

Die Lichtmaschine lädt die Starterbatterie

Wie im ersten Teil bereits beschrieben, lädt die Lichtmaschine deine Starterbatterie im Fahrbetrieb (bei laufendem Motor) wieder auf. Doch wann ist die Starterbatterie vollgeladen – und was passiert dann?
Dein Motor läuft ständig in einem anderen Drehzahlbereich. Mal im Standgas, mal mit Vollgas und dazwischen auch. Diese unterschiedlichen Drehzahlen haben zur Folge, dass sich die Lichtmaschine ebenfalls mit immer unterschiedlichen Drehzahlen dreht.

Die Lichtmaschine – Generator (Quelle: Hella.com)

Demnach würde man erwarten, dass mit den Drehzahlschwankungen auch die erzeugte Ausgangsspannung schwankt. Du kennst diesen Effekt wahrscheinlich von deinem Fahrraddynamo. Dort ist es so, dass die Helligkeit von deiner Fahrbeleuchtung stark von der gefahrenen Geschwindigkeit abhängt. Dieser Effekt ist schon beim Radfahren sehr gefährlich (neuere Fahrräder haben einen Akku, der diese Schwankungen kompensiert); beim Autofahren wäre das Ganze jedoch fatal. Zwar gibt es hier auch eine Batterie, die diese Schwankungen auffängt, jedoch nur so lange wie diese auch geladen ist.

Die Lösung dieses Problems ist ein Laderegler. Dieser bildet meist eine feste Einheit mit der Lichtmaschine und hat die Aufgabe die Ladespannung bei jeder Drehzahl konstant zu halten. Diese Ladespannung liegt in der Regel bei 13,8V – 14,8V. Dieses Ladeverfahren bezeichnet man als Konstantspannungs-Ladeverfahren. Bei diesem Verfahren ist der Ladestrom am Anfang (entladene Batterie) hoch, und senkt sich aufgrund der kleiner werdenden Spannungsdifferenz zwischen Lichtmaschine und Batterie auf (annähernd) 0A ab. Die Batterie ist dann vollgeladen – du erinnerst dich bestimmt jetzt an den Potentialausgleich. Durch einen funktionierenden Laderegler kann auch ein Überladen des Akkumulators verhindert werden.

Wenn die Batterie geladen ist, dann fließt kein Strom mehr – na ja, kaum noch… denn selbst wenn kein Verbraucher angeschlossen ist, entlädt sich die Batterie mit der Zeit von alleine. Das geschieht zwar sehr langsam, sorgt aber dafür, dass ein minimaler Strom fließt. 

So weit die Theorie – im Fahrbetrieb schwankt der Ladestrom, da während des Ladevorgangs verschiedene Verbraucher die Batterie belasten bzw. entladen. Es ist also ein ständiges auf und ab.

Übrigens: Du kannst natürlich (zumindest theoretisch) deine Batterie völlig entladen, während sie geladen wird. Dazu musst du einfach mehr verbrauchen, als du durch das Laden reinsteckst.  In der Praxis bedeutet das, du müsstest einen Strom von weit über 200A verbrauchen. Denn gängige Lichtmaschinen sind in der Lage Leistungen von 3kW (3.000W) anzugeben. Wenn du Lust hast kannst du ja jetzt ausrechnen, wie vielen Heizdecken das entspricht. Natürlich kannst du keine 200A aus deinem Zigarettenanzünder ziehen, dafür müsstest du schon direkt an der Batterie abgreifen.

Das Konstantspannungs-Ladeverfahren

Stationäres Laden – Das (Netz)-Ladegerät

Natürlich kann deine Starterbatterie (wie auch die zweite Batterie) auch im Stand geladen werden. Wie im Abschnitt “Landstrom” (Teil 2) beschrieben, kommt hier ein Netzladegerät zum Einsatz. Hier gibt es auch viele verschiedene Varianten – angefangen beim guten alten Batterieladegerät bis hin zum vollelektronischem Ladegerät mit besonders akkuschonendem, speziellen Ladverfahren und Akku-Diagnose.

Entscheidend ist hier, wie so oft, dein Geldbeutel.

Ein modernes Batterieladegerät mit vielen Funktionen – Quelle: ctek.de

Laden der zweiten Batterie – Die Technik

Wenn du dir eine zweite Batterie in dein Fahrzeug einbaust, dann muss diese auch geladen werden. Die einfachste Variante ist die zweite Batterie, genau wie die Starterbatterie, während der Fahrt zu laden. Diesen Nebenjob steckt deine Lichtmaschine locker weg. Alles was du dafür brauchst ist eine zweite Batterie (z.B. eine AGM Batterie), passende Anschlussleitungen, Kleinkram und ein Trennrelais.

Trennung auf Zeit – Das Trennrelais

Das Trennrelais sorgt dafür, dass deine zweite Batterie nur dann mit der Lichtmaschine und der Starterbatterie verbunden ist, wenn der Motor läuft. Wenn die Verbindung immer bestehen würde, dann würdest du auf Dauer auch deine Starterbatterie entladen. Das willst du ja  auf jeden Fall vermeiden.

Trennrelais gibt es in vielen verschiedenen Varianten und in jeder Preisklasse. Angefangen beim “dummen” Trennrelais für 5 Euro bis hin zum “intelligenten” Trennrelais für 300 Euro. Beide erfüllen ihren Job, jedoch ist es ähnlich wie beim Autokauf: Extras und Komfort kosten immer Geld. Du musst dir also vorher im Klaren sein, was du von deinem Batteriesystem erwartest. So kannst du vermeiden, dass du am Ende doppelt zahlst.
Aber keine Angst, ich erkläre dir hier, worauf du achten musst. Außerdem erkläre ich dir ausführlich die Unterschiede zwischen den verschiedenen Trennrelais.

Das “dumme” Trennrelais

Das ist das günstigste Trennrelais – es sorgt dafür, dass immer dann eine leitende Verbindung zwischen Lichtmaschine und Verbraucherbatterie besteht, wenn der Motor läuft. Der Einbauaufwand ist hier etwas höher, denn es muss (zusätzlich zur Batterieleitung) eine Steuerleitung (z.B. von der Zündung) verlegt werden. Diese Steuerleitung schließt den Kontakt im Relais und stellt eine leitende Verbindung her. Nicht mehr und nicht weniger.

Anschlussbeispiel – Trennrelais

Es gibt auch automatische Trennrelais, die ohne Steuerleitung auskommen. Hier registriert das Relais anhand der höheren Spannung, dass die Lichtmaschine läuft. Zur Erinnerung: Die Ladespannung der Lichtmaschine liegt zwischen 13,8 V und 14,8 V

Diese Varianten eignet sich am besten für “ältere” Fahrzeuge. In neueren Fahrzeugen geschieht das Aufladen der Starterbatterie nach etwas anderen Regeln, die ich dir etwas weiter unten erkläre.

Der Turbo für den Akku – Ladebooster

Vereinfacht gesagt sorgt ein Ladebooster bei neueren Fahrzeugen dafür, dass deine zweite Batterie möglichst schnell und vor allem vollständig wieder aufgeladen wird. Denn bei modernen Fahrzeugen kommt es vor, dass die Ladespannung so herunter geregelt wird, dass ein Laden der zweiten Batterie nicht mehr stattfindet. Vor allem AGM Akkus, die eine etwas höhere Ladespannung benötigen sind am stärksten von diesem negativen Effekt betroffen.

Der Ladebooster – (Quelle: buettner-elektronik.de

Dieser Effekt tritt vornehmlich dann auf, wenn deine zweite Batterie schon zu 80-90% geladen ist oder bei kurzen Ladephase (z.B. Kurzstrecken zwischen den Stellplätzen). Gute Ladebooster arbeiten mit eine sogenannten IUoU-Kennlinie. Im nächsten Abschnitt stelle ich dir ein Trennrelais vor, dass eine Art Ladebosster direkt integriert hat.

IUoU-Kennlinie eines Ladeboosters – Quelle: buettner-electronik.de

Der Ladebooster ist auch in der Lage Verluste auszugleichen, die aufgrund der Leitungslänge entstehen. Dies ist z.B. bei großen Vans und Wohnmobilen interessant. Du musst dann keine armdicken Leitungen verlegen, damit genug Spannung am Laderegler ankommt. Ich rate dir jedoch, die Leitungslänge so kurz wie möglich zu halten, damit die Verluste so klein wie möglich gehalten werden. Verlust bedeutet, dass sich deine Leitung erwärmt – wen du dich an den ersten Teil erinnerst, dann weißt du ja sicherlich noch, dass Wärme ein unerwünschter Nebeneffekt ist.

Das intelligente Trennrelais – kann mehr als du denkst

Sogenannte intelligente Trennrelais mit eingebauter Ladeelektronik gibt es in Hülle und Fülle – deswegen kann ich hier natürlich nicht alle erklären.

Das D250SA von CTEK – (Quelle: CTEK)

Sozusagen stellvertretend für alle “intelligenten” Trennrelais und Laderegler, erkläre ich dir am D250SA von CTEK die besondere Funktionsweise. Es ist nämlich nicht nur ein elektronisches Trennrelais, sondern übernimmt gleichzeitig auch noch viele andere nützliche Aufgaben. Diese Art von Ladereglern eignen sich hervorragend für den gleichzeitigen Einsatz von Solarzellen. Außerdem sorgt es dank intelligenter Laderegelung dafür, dass deine zweite Batterie immer möglichst effizient geladen wird. Im Folgendem nenne ich dir ein paar Gründe, die für einen solchen Laderegler sprechen.

Grund Nr. 1 – Neufahrzeug mit Smart-Generator

Einer der Gründe, warum ich einen intelligenten Laderegler einsetze ist, dass mein Fahrzeug nicht mehr mit einer konventionellen Lichtmaschine ausgerüstet ist. Dies ist ein enorm komplexes Thema, mit dem ich mich vor dem Einbau meines Zweitbatterie-Systems sehr lange beschäftigt habe. Ich fasse die Ergebnisse meiner Recherche mal für dich zusammen:

Bei neueren Fahrzeugen oder Neufahrzeugen übernimmt das Laden der Starterbatterie ein sogenannter Smart-Generator und ersetzt somit die konventionelle Lichtmaschine. In Kombination mit dem Batteriemanagementsystem (BMS) des Fahrzeugs wird der Ladevorgang abhängig vom Verbrauch überwacht und geregelt.

Ladeprinzip bei neueren Fahrzeugen (vereinfacht)

Es kann vorkommen, dass das BMS die Ladespannung des Smart-Generator runter regelt. Dies passiert immer dann, wenn das BMS eine volle Starterbatterie und gleichzeitig einen geringen Strombedarf im Auto registriert. Andere (herstellerspezifische) Faktoren spielen in diesen Prozess auch noch mit ein. Du kannst dir das so vorstellen, als ob ständig jemand hinter dir herläuft, der deinen Energieverbrauch überwacht und dafür sorgt, dass du immer schön das Licht ausmachst, wenn du einen Raum verlässt.  

Ein typisches Beispiel für das Herunterregeln des Smart-Generators durch das BMS ist eine lange Autobahnfahrt. Hier wird auf den ersten Kilometern die Starterbatterie ausgiebig geladen, bis sie voll ist – dann greift das System ein.

Ein ungewünschter Nebeneffekt dieses Systems ist, dass die zweite Batterie während der Fahrt  unter Umständen nicht zu 100% vollgeladen wird geladen wird. Oftmals ist das bei den letzten 10-20% der Ladung der Fall, denn dann fließt ein zu geringer Ladestrom. Dieser wird dann nicht mehr als “großer Verbraucher” vom BMS erkannt – der Smart-Generator wird runter geregelt.

Der hier genannte Laderegler von CTEK ist in der Lage diesen Effekt zu umgehen – er übernimmt die Funktion des oben beschriebenen Lade-Boosters. Das Funktionsprinzip: Wenn die Ladespannung des Smart-Generators herunter geregelt wird, dann wird im CTEK intern die Spannung wieder erhöht (geboostet). Das hat zur Folge, dass der Regler einen höheren Strom aufnimmt, was wiederum vom BMS registriert wird. Das BMS sorgt dann dafür, dass der Smart-Generator seine Ladespannung wieder erhöht.

Der Einbau ist denkbar simpel: Dazu muss lediglich beim Anschluss eine Steuerleitung (zusätzlich zum Plus-Kabel) verlegt werden – so wie beim “dummen Trennrelais”. Diese Steuerleitung wird dann dort angeschlossen wo, immer wenn das Fahrzeug in Betrieb ist, 12V anliegen – der “Zündungs-Plus” bzw. Klemme 15

Der Einbau

Du hast folgende Möglichkeiten für den Anschluss.

ACHTUNG: Vor jeder Arbeit an der Elektrik bitte unbedingt die Starterbatterie und die zweite Batterie (wenn schon vorhanden) abklemmen!

  1. Die eleganteste aber aufwändigste Lösung:
    Wenn dein Fahrzeug werkseitig dafür vorgesehen ist, eine zweite Batterie einzubauen, ist das schon mal die halbe Miete. Beim VW Bus ist das zum Beispiel der Fall: Hier gibt es vorkonfektionierte Kabelbäume, die nach Herstellervorgabe verlegt und verdrahtet werden müssen, ggf. sind auch noch andere Änderungen am Fahrzeug nötig, z.B. eine geeignete Halterung für den zusätzlichen Akku. Die Freischaltung der zweiten Batterie erfolgt im Anschluss der Verdrahtungs- und Installationsarbeiten per Software in der Werkstatt. Die Kosten für diese Programmieraktion belaufen sich bei Volkswagen auf ca. 70€. In dem Fall kannst du sogar ein ganz normales Trennrelais und optimaler Weise einen Ladebooster einsetzen. Das Trennrelais wird dann vom Steuergerät direkt angesprochen, wenn der Motor läuft. Wenn du diese Arbeiten alleine durchführst, brauchst du allerdings einen Verdrahtungsplan deines Fahrzeugs. Diesen gibt es, wenn man ganz freundlich nachfragt, bei der Vertragswerkstatt. Zumindest habe ich bei Volkswagen diese Erfahrung gemacht. Eine gewisse Erfahrung im Bereich der KFZ-Elektrik solltest du allerdings auch mitbringen.
  2. Sollte dein Fahrzeug nicht werkseitig dafür vorgesehen sein, eine zweite Batterie zu verbauen oder wenn du die Programmierarbeiten umgehen willst, gibt es folgende Möglichkeit:
    Du suchst dir eine geeignete Stelle, um den Zündungs-Plus abzugreifen. Im VW Bus ist das z.B. an einem Sicherungsverteiler im Fußraum des Beifahrers möglich. Hier gibt es viele freie Plätze, die nur bei laufendem Motor bzw. eingeschalteter Zündung bestromt werden. Am besten ist es, wenn du dir dafür einen Stromlaufplan von deinem Fahrzeug besorgst.

Es gibt im Handel sogenannte D+ Generatoren (oder auch D+ Simulatoren). Diese erzeugen einen künstlichen Zündungs-Plus. Hierzu sei gesagt, dass diese nicht in Fahrzeugen mit Smart-Generator und Start-Stopp Funktion funktionieren! In der Artikelbeschreibung bezieht man sich meistens auf die Euro 6 Abgasnorm. Das ganze Prinzip hat aber nur bedingt etwas mit der Euro-Abgasnorm 6 zu tun – auch viele Euro 5 Fahrzeuge haben die Smart-Generator-Technik schon an Bord.

Was passiert wenn das Start-Stopp-System aktiv wird?

Bei Start-Stopp wird der Motor bei Stillstand (an der Ampel) unter bestimmten Bedingungen abgeschaltet; die Zündung bleibt aber aktiviert. Wenn das der Fall ist, wird die zweite Batterie über die Starterbatterie weitergeladen. Aber keine Angst, das BMS des Fahrzeugs überwacht vor einer Abschaltung des Motors die Starterbatterie und die Stromaufnahme. Deswegen kann es sein, dass die Start-Stopp Funktion gar nicht erst aktiviert wird, oder erst später als gewohnt zu Verfügung steht. Ähnlich wie beim Losfahren, denn es dauert ja immer eine Weile, bis die Start-Stopp Automatik den Motor abschaltet. Das Ganze ist u.a. abhängig von der Motortemperatur und dem Ladezustand der Batterie. Deshalb geht die Start-Stopp Funktion auch nicht immer an, wenn du an der Ampel stehenbleibst. Manchmal läuft der Motor auch weiter, z.B. wenn die Klimaanlage, die Lüftung oder ein anderer großer Verbraucher läuft.

Wenn der Motor abgeschaltet wird, dann liegt an Klemme 15 (Zündungs-Plus) keine Spannung mehr an. Die Ladung wird beendet, das Trennrelais trennt die Verbindung. Nach erneutem Start des Motors, wird auch die Ladung weiter fortgesetzt, das Trennrelais schaltet wieder durch.

Smart! Viel Aufwand – (K)eine Wirkung?

Stellt sich noch die Frage nach dem WARUM? Ganz einfach: Durch das Abschalten bzw. Runterregeln des Smart-Generators wird der Motor mechanisch weniger belastet. Dies hat einen geringeren Kraftstoffverbrauch zur Folge. Soweit die Theorie… in der Praxis ist dieser Minderverbrauch jedoch sehr gering. Ob das sinnvoll ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Es sind eben technische Gegebenheiten, mit denen wir klar kommen müssen. Ich denke, dass wir uns in Zukunft noch weitaus höheren Herausforderungen stellen müssen. Aber keine Angst: Es gibt für alles eine (technische) Lösung.

Grund Nr. 2 – Ein Gerät für alles

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte: Anschlussplan – (Quelle: CTEK)

Wie du im vorherigen Abschnitt gelesen hast, übernimmt der hier genannte Laderegler eine Vielzahl von Aufgaben, die sonst nur von Einzelgeräten übernommen werden könnten. Das hätte einen erheblich höheren Verdrahtungs- und Kostenaufwand zur Folge. Außerdem benötigen Einzelkomponenten auch viel mehr Platz beim Einbau.

Mit einem intelligentem Laderegler bist du in der Lage deine zweite Batterie auch über Solarzellen aufzuladen. Im D250SA ist ein sog. MPPT Solar-Laderegler integriert. Darüber hinaus wird kein separates Trennrelais zu Entkopplung mit der Starterbatterie benötigt. Der Ladestrom beträgt bis zu 20A.

Des Weiteren gibt es ein spezielles Ladeverfahren für AGM-Batterien – hier wird ja bekanntlich eine etwas höhere Ladespannung benötigt. Außerdem kann (wenn angeschlossen)  mit der Solarzelle die Starterbatterie geladen werden – sobald die zweite Batterie vollständig geladen ist, schaltet der Regler auf die Starterbatterie um, und lädt diese auf.

Einmal anklemmen und läuft – du musst keine weiteren Einstellungen vornehmen!

Vor- und Nachteile im Überblick

  • Vorteil: Ein Gerät für alles
    Ersetzt Trennrelais, Ladebooster und MPPT-Solarladeregler
  • Vorteil: Geeignet für Fahrzeuge mit “Smart-Generator”
  • Vorteil: Speziell für AGM-Batterien
  • Nachteil: Teurer als herkömmliche Trennrelais
  • Nachteil: Muss im Inneren des Fahrzeugs verbaut werden

Was ist eigentlich Rekuperation?

Die Rekuperation hat zwar nichts mit dem eigentlichen Thema “Laden der zweiten Batterie” zu tun, jedoch ist diese Technologie in vielen Fahrzeugen vorhanden (z.B. BMW – efficient dynamics) und verrichtet dort meist unbemerkt ihren Dienst.  

Rekuperation gibt es nicht nur bei Elektro- oder Hybridfahrzeugen. Auch Fahrzeuge, die ausschließlich mit Verbrennungsmotoren unterwegs sind nutzen diese Technik. Sie wird immer dann eingesetzt wenn das Auto bremst oder in der Schubabschaltung ist (Fuß vom Gas und rollen mit eingekuppeltem Gang). Das BMS sorgt dann dafür, dass der Smart Generator die Bewegungsenergie des Autos in Form von elektrischem Strom in die Starterbatterie einspeist.

Die Spielregeln – Kabelquerschnitte und Vorschriften

Wenn dich nun die Bastellaune gepackt hat und du direkt mit der Arbeit loslegen willst, dann lass mich dir noch ein paar wichtige Spielregeln und Vorschriften mit auf den Weg geben.

  • Alle Arbeiten an deinem Fahrzeug machst du auf eigene Gefahr. Ich übernehme keine Haftung für Schäden am Fahrzeug oder an den verbauten Komponenten.
  • Lass dir, wenn du nicht sicher bist, von den Profis helfen. Stelle deine Fragen in der Facebook-Gruppe der Dachzeltnomaden oder gleich hier im Kommentarfeld. 
  • Vor der Arbeit an elektrischen Komponenten des Fahrzeugs bitte immer die Batterie abklemmen. Das gilt für die Starterbatterie und die zweite Batterie!

Achte bei der Auswahl der Leitungen auf den richtigen Querschnitt. Eine Leitung ist im Prinzip wie ein Verbraucher bzw. ein Widerstand: Ist sie zu dünn für den durchfließenden Strom, treten Verluste auf. Außerdem kann sie sich erwärmen und sogar die Isolation kann wegschmelzen. Dann kann es zu einem Kurzschluss kommen. Hersteller geben in ihren Handbüchern oft auch Informationen zu den zur Installation benötigten Querschnitten der Leitungen an. Hier gilt im Allgemeinen: je länger der Weg, umso größer der Querschnitt.

Beispiel Kabelquerschnitte aus dem CTEK-Handbuch

Das Gleiche gilt für Sicherungen – beachte hier bitte immer die Angaben der Hersteller. 

Vermeide im Auto unbedingt das Löten! Verwende stattdessen geeignete Quetschverbinder und Kabelschuhe. Achte bitte auch auf scharfkantige Metallteile, diese können Kabel beschädigen. Du kannst besonders gefährdete Stellen mit Isolierband abpolstern oder deine Leitungen in Leerrohre verlegen.

Bitte stecke keine Stecker einfach so aus – hierbei kann es beim späteren Starten des Autos zu Fehlermeldungen kommen. Am besten ist es, wenn du alles im Fahrzeug so unberührt wie möglich lässt. Dein “Eingriff” sollte sozusagen minimal invasiv verlaufen. 

Die DZN-Formelsammlung für deine Werkstatt

Fazit und Schlusswort

Wie du letztendlich deinen Akku auflädst ist vollkommen egal – wichtig ist nur, dass alles deinen Anforderungen gerecht wird.

Wenn du einmal im Jahr auf Dachzelt-Tour gehst, dann brauchst du mit Sicherheit kein 700€ teures Zweit-Batterie-System oder einen LiFePOAkku. Überlegenswert wäre in dem Fall eine Plug & Play Variante mit einem klassischen Trennrelais und ggf. einem Ladebooster.
Planst du den Ausbau deines Fahrzeugs zum Reismobil oder Micro-Camper? Dann lohnt es sich auf jeden Fall etwas mehr in Bord- und Ladeelektronik zu investieren. So bist du auch für die Zukunft gewappnet und kannst bei einem Fahrzeugwechel die Teile wieder ausbauen und in dein neues Fahrzeug übernehmen.

Auch zum Thema “Einbau in Neufahrzeuge” gibt es ein Video. Hier erfährst du am Beispiel eines VW T6 wie du ein Zweitbatterie-System inkl. des in diesem Artikel beschriebenen CTEK Ladereglers einbauen kannst.

Du hast noch nicht alle Teile des Artikels gelesen? Hier findest du die ersten zwei Teile:

Autarke Spannungsversorgung | Teil 1 –Elektrotechnik für Dachzeltnomaden

Autarke Stromversorgung | Teil 2 – Akkus und Batterien

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesen groß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

Events

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Autarke Stromversorgung | Teil 2 – Akkus und Batterien

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Bevor es losgeht – ein kurzer Rückblick

Aus dem ersten Teil weißt du jetzt in Sachen Strom und Spannung genau Bescheid. Du bist also bestens vorbereitet für das, was dich im zweiten Teil erwartet: Hier erfährst du alles über Batterien und Akkus.

Batterie, Akku? Was ist das?

Was ist überhaupt eine Batterie?

Umgangssprachlich bezeichnen wir eigentlich alles als Batterie, was in der Lage ist unterwegs elektrische Energie zu liefern. Kannst du dich noch an die Eimer aus Teil 1 erinnern? Im Prinzip ist eine Batterie ein großer Eimer voller Strom.

Technisch korrekt beschrieben, ist eine Batterie eine Zusammenschaltung von mehreren gleichartigen Zellen, den sogenannten Primärzellen oder Sekundärzellen bei Akkumulatoren.

Unterschieden wird zwischen nicht wiederaufladbaren Batterien und wiederaufladbaren Batterien – den sogenannten Akkus (Akkumulatoren).

Im folgenden Abschnitt geht es also um die Sekundärzellen einer Batterie – Kurz gesagt: es geht um Akkus und die verschiedenen Arten.

Ready to Start – die Starterbatterie

Die Starterbatterie in deinem Fahrzeug ist meistens ein sogenannter Bleiakkumulator. Er dient ausschließlich zum Starten deines Motors. Das heißt, er kann (und muss) kurzzeitig hohe Ströme liefern. Ein Bleiakkumulator besteht aus einem säurefestem Gehäuse, in dem sich zwei Plattengruppen befinden. Die eine Gruppe dient als positive, und die Andere als negative Elektrode (Pol).

Der positive Pol ist eine Bleielektrode mit einer Bleioxidschicht und die negative Elektrode ist eine reine Bleielektrode. Die beiden Plattengruppen sind ineinander verschachtelt und werden von einem Separator getrennt, um die direkt Berührung (Zellenschluss = Kurzschluss) zu verhindern. Umgeben sind die Platten von Schwefelsäure, die als Elektrolyt dient. Der Elektrolyt sorgt für die chemische Reaktion im Inneren und somit für die Entstehung der elektrischen Energie.

Schematische Darstellung eines Bleiakkumulators

Übrigens: Die chemischen Prozesse in einem Bleiakkumulator laufen im Winter, also bei niedrigen Temperaturen, viel langsamer ab. Das ist unter anderem auch der Grund, warum dein Motor im Winter oftmals etwas schwer fälliger startet.

Für die hier genannten Arten von Bleiakkumulatoren gilt eine gemeinsame Regel: Sie dürfen nur bis zu einem bestimmten Punkt entladen werden. Niemals dürfen sie ganz entladen werden (tiefentladen). Dadurch können die Akkumulatoren bleibende Schäden erleiden, die zu einem Totalausfall führen können.

Bei Bleiakkumulatoren unterscheidet man im Kfz-Bereich zwischen drei unterschiedlichen Arten:

  1. Der klassische Bleiakkumulator – Die Autobatterie
  2. EFB-Akkumulatoren
  3. AGM-Akkumulatoren

1. Der klassische Bleiakkumulator – Die Autobatterie

Da wäre zum einen der klassische Bleiakkumulator, der vor allem noch in vielen älteren Fahrzeugen in Verwendung ist. Jeder kennt ihn unter dem Begriff “Autobatterie”.

Die klassische Autobatterie (Quelle: Wikipedia)

Seit Anfang der 2000er Jahre werden fast ausschließlich wartungsfreie Akkumulatoren in Fahrzeugen verwendet. Hier kann man zwar den Flüssigkeitsstand ablesen, jedoch kein destilliertes bzw. demineralisiertes Wasser nachfüllen. Die “Autobatterie” ist nicht zur Versorgung der elektrischen Verbraucher vorgesehen – diesen Job übernimmt die Lichtmaschine! Eine klassische Starterbatterie sollte niemals unter 70% (12,6V) entladen werden um eine möglichst lange Lebensdauer zu gewährleisten.

2. EFB-Akkumulatoren

Der Bleiakkumulator wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt, um so auch den steigenden Anforderungen moderner Fahrzeuge gerecht zu werden. Als die Start-Stopp-Technologie eingeführt wurde, mussten auch die Eigenschaften des Bleiakkumulators verändert werden. Für einen solchen Anwendungsbereich wurden sogenannte EFB-Akkumulatoren (Enhanced Flooded Battery) entwickelt. Dieser spezielle Akkutyp ist auf die vermehrten Anlassvorgänge ausgelegt. Er ist in der Lage einen höheren Startstrom zu liefern und ist zusätzlich zyklenfester.

EFB Starterbatterie für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Technologie | Quelle: Exide.com

3. AGM-Akkumulatoren

Viele moderne Fahrzeuge sind, zusätzlich zur Start-Stopp Technologie, auch noch mit der Rekuperationstechnik (siehe Teil 3) ausgestattet. Dies betrifft auch viele Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Auch hierfür mussten die Eigenschaften des herkömmlichen Bleiakkumulators grundlegend verändert werden. Für diese aufwendige Technik wurden AGM-Batterien (Absorbent-Glass-Mat) entwickelt.

AGM-Akkumulatoren haben eine viel höhere Anzahl von Ladezyklen und können sehr schnell hohe Energiemengen bewegen. Aufgrund ihrer verschlossenen Bauform ist es möglich AGM Akkus in nahezu jeder Lage einbauen zu können. Sie sind sehr robust gegen Stöße und Vibrationen. Anders als beim herkömmlichen Bleiakkumulator werden die beim Laden auftretenden Gase intern gebunden. Somit ist auch ein Einbau im Fahrzeuginneren (ohne Zwangsbelüftung) möglich. Man bezeichnet diesen speziellen Typ eines AGM-Akkumulators als VRLA-Akkumulator – Valve Regulated Lead Acid Battery – auf deutsch: Ventil regulierte Blei-Säure Batterie.

AGM-Akkus können tiefer entladen werden, als klassische Blei-Säure-Akkumulatoren  – ein Richtwert, der eine lange Lebensdauer garantiert, ist ca. 50%. Dieser Richtwert ist gleichzeitig auch die Grundlage für unsere spätere Kapazitätsberechnung.

Aus diesen Gründen ist ein AGM-Akku auch die erste Wahl für den Einbau einer Zweitbatterie im Fahrzeug.

AGM Batterie (Quelle: Optima-Batteries.com)

Bereit für die Zukunft! – Der Lithium-Ionen Akkumulator

Lithium-Ionen-Akkus sind keine neue Erfindung, aber noch recht selten als serienmäßige Starterbatterien in Fahrzeugen vorzufinden. Das wird sich aber ganz sicher in absehbarer Zukunft ändern. Die Vorteile dieser Technologie liegen auf der Hand: Lithium-Ionen-Akkumulatoren lassen sich mit hohen Ladeströmen aufladen ohne, dass die Zellen dabei Schaden nehmen. Des weiteren können sie sehr tief entladen werden – ebenfalls ohne Zellschaden.

Schematische Darstellung einen Lithium-Ionen-Akkus (Quelle: Wikipedia – Vector: Cepheiden – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0 de,)

Lithium-Ionen-Akkus werden hauptsächlich in tragbaren Geräten mit hohem Energiebedarf eingesetzt. Auch in Hybridfahrzeugen, Pedelecs und Elektrorollstühlen sind sie anzutreffen.

Eine weitere Art von einem Lithium-Ionen-Akku ist der Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator. Dieser Akkutyp hat einen entscheidenden Vorteil, gegenüber der oben genannten Variante: Sie neigen bei mechanischen Beschädigungen (z.B. bei einem Verkehrsunfall) nicht zum thermischen Durchgehen – sie sind also sicherer. Ihr innerer Aufbau unterscheidet sich von herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus in zwei grundlegenden Dingen: Die Elektrode besteht aus Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) anstatt aus Lithium-Cobalt(III)-oxid (LiCoO2) und das enthaltene Elektrolyt ist fest – wodurch die hohe Sicherheit gewährleistet wird.

Weiterhin bietet der LiFePO4 Akkumulator alle bekannten Vorteile eines Lithium-Ionen-Akkumulators. Aus diesem Grund eignet sich dieser Akkutyp hervorragend für den Eisatz in mobilen und autarken Spannungsversorgungen. Eine weitere Art des LiFePO4-Akkus ist der LiFeYPO4 , welcher sich besonders für den Einsatz bei sehr tiefen Temperaturen eignet.

Die Versorgungsfrage – Was ist für dich das Richtige?

Wie kannst Du sicherstellen, dass deine Verbraucher immer gut versorgt sind und dein Auto auch noch am nächsten Morgen anspringt?  Ganz einfach! Du brauchst immer genug Power. Es gibt verschiedene Möglichkeiten – für jeden Bedarf und vor allem für jeden Geldbeutel. Vier dieser Möglichkeiten stelle ich dir nun ausführlich vor. Danach kannst du entscheiden, welche Lösung für dich die richtige ist.

Möglichkeit 1: Der Klassiker – Die zweite Batterie

Bei dieser Lösung wird eine zweite Batterie (Versorgerbatterie) in das Fahrzeug eingebaut.  Meist geschieht das im Innenraum. Unter den Sitzen oder im Kofferraum ist oft ein geeigneter Platz vorhanden. Für Unentschlossene gibt es auch die Möglichkeit, den Akku und die gesamte Elektronik in eine tragbare Box zu bauen. Durch diese Plug & Play Variante erhältst du die Alltagstauglichkeit deines Fahrzeugs – interessant für Kombis und Kleinwagen.

Die zweite Batterie (Akku) ist einzig und alleine für die Versorgung deiner “Camping-Verbraucher” zuständig. Der Ladezustand deiner Starterbatterie wird dadurch nicht beeinflusst. 

Die Aufladung der zweiten Batterie findet in der Regel ebenfalls über die Lichtmaschine statt. Keine Sorge, die originale Lichtmaschine kann natürlich in deinem Auto bleiben, ihre Leistung reicht dafür völlig aus. Wie das mit dem Aufladen funktioniert und was es außerdem für Möglichkeiten gibt, erkläre ich dir ausführlich im dritten Teil des Artikels.

Wie viel Kapazität dein Zusatzakku haben sollte ist abhängig davon, welche Verbraucher daran angeschlossen sind und wie lange du sie ohne Aufladung (autark) betreiben willst.

Jetzt wird wieder gerechnet – Der Energiebedarf

Zunächst brauchst du Angaben zur Leistungsaufnahme deiner Geräte. Diese findest du meistens auf den Typenschildern oder im Handbuch. Dann solltest du dir überlegen, wie lange du die Geräte am Tag (24h) eingeschaltet haben möchtest. Anschließend geht es ans Ausrechnen:

Formel: Energiebedarf in Wattstunden (Wh) = Leistung (W) x Einschalt-Zeit (t)

Beleuchtung: 10 W x 3 h = 30 Wh

Kühlbox:* 40 W x 8 h = 320 Wh

Ladegeräte: 20 W x 2 h = 40 Wh

Summe: 390 Wh

390 Wh Energiebedarf am Tag + 10 % Toleranz (Verlust/Puffer/Reserve) entsprechen

429 Wh Gesamt-Energiebedarf pro Tag

*Tipp: Wenn du viel kühlen musst, und Strom sparen willst, dann kaufst du dir am besten eine Kompressor-Kühlbox. Die ist wesentlich effizienter als die Stromfresser mit Peltier-Elementen!

Weiter geht’s mit den Zahlen – Die Akkukapazität

Wenn du deinen Energiebedarf berechnet hast, kannst du mit dem Ergebnis deine benötigte Akkukapazität berechnen.

Formel: Batteriekapazität (Ah) = Energiebedarf (Wh) / Batteriespannung (V)

429 Wh / 12 V = ca. 36 Ah

Da du Blei-Säure-Batterien nur zur bis ca. zur Hälfte entladen darft, musst du nun das Ergebnis verdoppeln:

36Ah x 2 = 72Ah

Das Ergebnis entspricht jetzt der benötigten Gesamtkapazität deines Akkus.

Tipp: Mehr ist immer besser, aber dabei das Gewicht, die Maße und den Anschaffungspreis nicht aus den Augen verlieren. Ein durchschnittlicher 75-Ah-AGM-Akku wiegt um die 30 kg.

Vorteile

  • Kostengünstig
  • Eigenes System – losgelöst von Kfz-Elektrik
  • “Plug and Play” möglich z.B. in Batterie-Box

Nachteile

  • höheres Fahrzeuggewicht (Batterie)
  • erhöhter Verdrahtungsaufwand
  • Platzbedarf

Möglichkeit 2: Mehr Power – eine neue Starterbatterie

Durch die Verwendung eines speziellen Akkutyps ist es möglich, die Starterbatterie auszutauschen. Du kannst dir sicherlich vorstellen, welchen Akkutyp ich dir jetzt hier vorschlage! Genau, es ist der oben beschriebene Lithium-Eisen-Phosphat-Akku.

Ein moderner Lithium Ionen Akkumulator | Quelle: Super-b.com

Ein LiFePO-Akkumulator ist in der Lage in deinem Auto gleich zwei Jobs zu übernehmen – nämlich den der Starterbatterie und den der Versorgungsbatterie. Er hat nur einen entscheidenden Nachteil: Er ist der teuerste Akkutyp im Rennen um die “autarke Spannungsversorgung”. Ein 100Ah LiFePO4 kostet zur Zeit (Stand Januar 2019) etwa 800€. Die Preise werden vermutlich in Zukunft weiter sinken. Alles in allem ist der Einsatz eines LiFePO4-Akkus eine teure, aber geniale Alternative. Es gibt zum Teil große Preisunterschiede am Markt. Oftmals sind in den Akkus direkt Batterie Management Systeme integriert, was die Akkus teuer aber gleichzeitig sicherer macht. Ist kein Batterie Management System im Akku integriert, empfehle ich dir auf jeden Fall ein solches als Extrakomponente zu verbauen. Gerade beim Laden ist es wichtig, dass alle Zellen im Akku gleichmäßig mit dem entsprechendem Ladestrom versorgt werden (Balancer). So vermeidest du Schäden am Akku.

Du kannst damit getrost all deine Verbraucher versorgen – Voraussetzung ist natürlich auch eine vorherige Bedarfsberechnung. Allerdings brauchst du dabei nicht die 50% Reserve einrechnen. Wenn dein LiFePO-Akku 75Ah hat, kannst du diese im Prinzip auch zu 100% in deine  Berechnung einbeziehen und nutzen. Du brauchst daher das Ergebnis deiner Bedarfsberechnung nicht zu verdoppeln.

Aufgrund seiner enormen Leistungsfähigkeit ist dieser Akku-Typ in der Lage, fast ganz entladen zu werden und trotzdem noch deinen Motor zu starten. Dabei nimmt der Akku keinen Schaden (Tiefentladung). Empfehlenswert ist beim Laden jedoch noch der Einsatz eines Balancers. Dieser sorgt für eine sichere und gleichbleibende Aufladung.

Der Einbau eines LiFePO4-Akkus in Neufahrzeugen könnte etwas schwieriger werden, denn neue Starterbatterien müssen in vielen neuen Fahrzeugen angelernt werden. Bei diesem Prozess werden dem Steuergerät die neuen Akkueigenschaften (Typ, Ah, usw.) mitgeteilt. Ob dieses Anlernen bzw. Freischalten auch den Einsatz von LiFePO4-Akkus vorsieht, kann man pauschal schwer beantworten. Solltest du dich für diese Möglichkeit interessieren, dann frag doch vorher mal in deiner Vertragswerkstatt nach. In Zukunft wird sich diese Technologie mit Sicherheit weiter verbreiten, sodass auch hierfür bestimmt eine Möglichkeit gefunden wird. Spätestens dann, wenn (alle) Neufahrzeuge serienmäßig mit LiFePO4-Akkus ausgestattet werden, hat sich dieses Problem erledigt. Bis dahin tendiere ich (auch aus Kostengründen) zur “Zweit-Batterie-Lösung”.

Vorteile

  • sehr hohe Zyklenfestigkeit (Lebensdauer)
  • Kein Memoryeffekt
  • kann sehr tief entladen werden
  • kann sehr schnell aufgeladen werden
  • (Lade)-Elektronik nichtzwingend notwendig (ggf. Balancer einsetzen)

Nachteile

  • sehr hoher Preis
  • ggf. problematisch bei Neufahrzeugen
  • Platzbedarf

Möglichkeit 3: Landstrom – Versorgen im Stand

Die einfachste Lösung, die dich aber gleichzeitig am meisten einschränkt:

Du lädst deine Versorger-Batterie nur dort auf, wo es auch Strom gibt – z.B. auf dem Campingplatz. Du verzichtest auf das Laden während der Fahrt und bist somit auch nur eingeschränkt autark. Wenn du nur “kleine Verbraucher” betreibst, also keinen Kühlschrank hast, dann ist diese Lösung okay. Du wirst aber früher oder später an die Grenzen stoßen, spätestens dann, wenn du mal keine Steckdose zum laden findest.
Mit einer Solarzelle kannst du dir ein Stück Unabhängigkeit schaffen. Das setzt aber auch wieder einen gewissen Installationsaufwand und vor allem Sonne voraus – dann kannst du auch gleich Möglichkeit Nr.1 in Betracht ziehen.

Ein modernes Batterieladegerät mit vielen Funktionen – Quelle: ctek.de

Du kannst dich natürlich auch gänzlich auf deine Starterbatterie verlassen und die “großen Verbraucher” nur auf dem Campingplatz mit Strom versorgen. Aber auch das schränkt dich beim Wildcampen extrem ein.

Möglichkeit 4: Tragbare (Riesen-)Akkus und Powerbanks

Vielleicht kennst du ja diese großen, tragbaren und portablen Akkupacks mit allen möglichen Arten von Anschlussmöglichkeiten. In den Top-Modellen sind sogar Wechselrichter vorhanden, die dir 230V Wechselspannung generieren – fast wie zu Hause.

Portable Power-Station von Suaoki – Quelle: Amazon.de

Ich möchte diese Geräte nicht schlechtreden, denn sie erfüllen alle ihren Zweck. Allerdings solltest du dir vor dem Kauf über die Eigenschaften und über die Funktionsweise dieser Akku-Packs im Klaren sein. In diesen mobilen Kraftwerken sind meist Akkus mit der Lithium-Ionen-Technologie verbaut. Wie du schon weißt, spricht die Lithium-Ionen-Technologie für eine tiefe Entladbarkeit sowie eine schnelle Aufladbarkeit. Die anderen Vorteile dieser Technologie kennst du ja schon vom vorherigen Kapitel. Jedoch gibt es von Hersteller zu Hersteller oft eklatante Qualitätsunterschiede bei der Verarbeitung und der Elektronik, die ja im Verborgenen liegt. Die oben abgebildete “Power-Station” gehört zu den höherpreisigen Geräten, schneidet aber dafür in einschlägigen Tests durchaus gut ab.

Ist eine Power-Station das Richtige für dich?

Wenn du ausschließlich auf Wochenendtour bist oder von Steckdose zu Steckdose fährst, dann wirst du mit dieser Art der Spannungsversorgung voll auf deine Kosten kommen. Es sei jedoch erwähnt, dass du damit nur bedingt autark campen kannst und auch nur kleine bis mittlere Verbraucher betreiben kannst. Ein eingebauter Wechselrichter saugt deinen Akkupack in Windeseile leer. Viele Geräte bieten auch das Aufladen über den Zigarettenanzünder-Stecker an. Allerdings liefert dieser nur einen begrenzten Strom, was bedeutet, dass ein leerer Akku-Pack mehrere Stunden zum aufladen braucht. Zusätzlich gibt es bei machen Geräten noch die Möglichkeit den Akku über Solar zu laden.

Eine Power-Station ist ein gelungener Kompromiss aus allen drei vorherigen Möglichkeiten. Der “Do-it-yourself-Gedanke” bleibt jedoch hier völlig auf der Strecke. Für Bastelmuffel und den nicht-professionellen Einsatz ist diese Lösung perfekt. Das oben abgebildete Akkupack hat allerdings mit 400€ einen stolzen Preis.

Powerbank – Die Technik-Falle?!

Die angegebenen Leistungsdaten Powerbanks, also den kleineren Kollegen der Akkupacks, sind oft mit Vorsicht zu genießen. Hier beziehen sich die Hersteller auf die Kapazitäten (Ah oder mAh)  der einzelnen Zellen im Inneren. Gerne gibt man die Kapazität auch in Milliampere an, da so die Zahl größer ist – reines Marketing, denn dadurch hält der Akku auch nicht länger.

Im folgenden Abschnitt erkläre ich dir das Ganze mal konkret am Beispiel einer Powerbank.

Kraftwerk im Taschenformat – Eine Powerbank (Quelle: Amazon)

Die Hersteller von Powerbanks werben teilweise mit aberwitzigen Kapazitätsangaben für ihre Taschenkraftwerke. Eine Powerbank mit 30.000mAh, also 30Ah – so groß wie eine Schachtel Zigaretten, geht das überhaupt? Die Antwort ist in den meisten fällen leider: Nein!
Um der Antwort nach der Frage der Funktionsweise auf den Grund zu gehen, schauen wir mal ins Innere einer ganz normalen Powerbank.

Ein Blick ins Innere einer Powerbank. Quelle: Youtube – computer:club2

Auf dem Foto kannst du erkennen, dass in dieser Powerbank drei Zellen verbaut sind. Je Zelle gibt es 3,7V und 2.200mAh. Durch die Parallelschaltung der drei Zellen ergibt sich eine Kapazität von 6.600mAh. An der Spannung von 3,7V ändert sich in einer Parallelschaltung nichts – die drei Zellen zusammen liefern also 3,7V und 6.600mAh.

Die Angabe von 6.600mAh bezieht sich also NUR auf die 3,7 Volt der Zellen und nicht auf die angegebene Ausgangsspannung von 5V – Das ist schon die erste Werbeschummelei, denn am Ende steht dir deutlich weniger Akkukapazität zur Verfügung.

Das liegt daran: Dein Smartphone benötigt, wie alle USB Geräte eine Ladespannung von 5V.  Es fehlen 1,3V Ausgangsspannung, die durch die verbaute Elektronik erzeugt werden müssen. Die Spannung wird von 3,7V auf 5V angehoben. Das passiert aber nicht umsonst! Bei diesen Prozess gehen ungefähr 30% Kapazität verloren, es stehen dann in Wahrheit nur ca. 4.600mAh zur Verfügung.

Bitte verstehe mich nicht falsch, ich möchte die Powerbanks nicht schlecht reden. Ich warne dich nur vor den falschen (Werbe-)Versprechen der Hersteller. Der Markt ist nicht ausschließlich voller schwarzer Schafe. Es gibt Ausnahmen: Hersteller, die ehrlich sind und verlässliche Angaben machen. Kleiner Tipp: Angaben in Wh, also Wattstunden, sind verlässlicher. Sie stehen nicht im Zusammenhang mit der Zellenspannung.

“Die geht noch” – richtiges Prüfen von Akkus

Vielleicht hast du es selber mal erlebt: Du steigst morgens in dein Auto, drehst den Zündschlüssel um und… nichts passiert. Auch bei modernen Autos ist die Ursache dafür oftmals eine entladene Starterbatterie.

Übrigens: Auch beim Thema “Austausch der Starterbatterie” hat die Modernisierung viel verändert. War es früher noch möglich, eine defekte Starterbatterie einfach auszutauschen, so ist das heute nicht mehr so ohne Weiteres möglich. Fahrzeuge neueren Baujahres verlangen nach einem Batteriewechsel das Anlernen selbiger an die Fahrzeugelektronik. Der Wagen läuft meist auch ohne die Anlernprozedur, aber um lange Freude am neuen Akku zu haben, ist ein Besuch in der Werkstatt unumgänglich. Hier werden dann dem Steuergerät die neuen Batteriedaten übermittelt.

Doch zurück zum Thema: Wie kannst du herausfinden, wie es um deine Starterbatterie bestellt ist und ob deine Lichtmaschine noch funktioniert? Ganz einfach: Durch das Messen von der Batteriespannung und der Ladespannung!

Diese Erste-Hilfe-Maßnahme geht folgendermaßen: Als erstes prüfst du die Klemmenspannung deiner Starterbatterie. Im Idealfall entfernst du für diese Messung die beiden Polklemmen der Batterie.

ACHTUNG! Abhängig vom Batterie-Typ können beim Laden entzündliche Gase entstehen. Bei einem Funken besteht die Gefahr, dass diese sich explosionsartig entzünden. Deshalb solltest du vor dem Messen einmal kurz den Motorraum durchlüften: Motorhaube auf und ein bisschen warten und ggf. einmal kräftig über die Pole des Akkus pusten (kein Witz!)

Die Spannung deiner Starterbatterie (Ruhespannung) sollte im Idealfall nicht unter 12,6 V liegen. Dies entspricht bei herkömmlichen Blei-Säure-Akkumulatoren einem Ladezustand von 70%. Bei etwa 12,4 V ist der Akku halb entladen und bei ca. 11,8 V ist er tiefentladen. Diese Messung ergibt nur ein halbwegs verlässliches Ergebnis, reicht aber aus um eine erste Prognose abzugeben.

Stellst du bei dieser Messung eine entladene Batterie fest, dann hast du vier Möglichkeiten:

  1. Ein Netzladegerät anschließen – und abwarten
  2. Starthilfe durch anschieben: Eine Person ins Auto, Zündung an (nicht starten), zweiten (!) Gang einlegen und Kupplung treten. Zweite Person anschieben lassen und bei ausreichender Geschwindigkeit die Kupplung kommen lassen. Achtung: Geht nur bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe, bei Automatikgetrieben kann es problematisch werden.
  3. Überbrücken mit einem Starterkabel
  4. Einfach eine neue Batterie einbauen – geht natürlich auch

Erste Hilfe – Starthilfe durch Überbrücken

Als kleine Auffrischung erkläre ich die hier ganz ausführlich nochmal, wie du Starthilfe richtig geben kannst. Im Prinzip ist die ganze Prozedur nicht schwer, wenn du dich an ein paar wichtige Regeln hältst. Vorab lohnt sich immer ein Blick in die Betriebsanleitung deines Fahrzeugs. Hier kannst du dir genauere Informationen holen, für den Fall, dass dein Fahrzeug eine Sonderbehandlung in Sachen Starthilfe benötigt. Bitte achte auf den richtigen Querschnitt deines Kabels. Dieselmotoren benötigen zum Starten mehr Strom als Benzinmotoren. Aus diesem Grund müssen Starterkabel für Dieselmotoren einen größeren Querschnitt haben – also “dicker” sein. Meistens ist ein entsprechender Hinweis auf der Verpackung zu finden.

Das Starthilfekabel – oder Überbrückungskabel | Quelle: ADAC.shop

In der Regel sind für die richtige Starthilfe folgende Schritte einzuhalten:

  1. Keine Hektik und auf die Umgebung achten!
    Eigenschutz geht vor. Im ungünstigsten Fall steht das “havarierte” Fahrzeug mitten im Verkehr. Achte also stets auf die Umgebung und lass dich auch nicht vom genervten Hupen der anderen Verkehrsteilnehmer aus der Ruhe bringen.
  2. Zündung in beiden Fahrzeugen ausschalten
    Moderne Fahrzeuge mögen es gar nicht, wenn plötzlich eine (fremde) Spannung angelegt wird. Steuergeräte und CAN-Bus reagieren oftmals allergisch auf solche Aktionen.
  3. Nur ein geeignetes Starthilfekabel verwenden
    Achte schon beim Kauf des Starthilfekabels darauf, dass es auch für dein Fahrzeug geeignet ist. Anlasser in Dieselfahrzeugen benötigen beim Starten mehr Strom als Fahrzeuge mit Benzinmotoren. Deswegen ist der Querschnitt der Kabel enorm wichtig. Meistens sind Starthilfekabel für Dieselmotoren besonders dick  (Kabelquerschnitt) und entsprechend gekennzeichnet.
  4. Zuerst das rote Kabel (Plus-Kabel) am Spenderfahrzeug anschließen und dann am entladenen Fahrzeug.
    Dazu muss die Klemme des Kabels an den Pluspol der Starterbatterie geklemmt werden. Hier musst du unbedingt auf eine möglichst sichere Verbindung achten, denn sonst kann es passieren, dass sich die Klemme durch die Vibrationen beim Starten des Motors löst. Fahrzeuge, die ihre Starterbatterie im Kofferraum haben, haben meist eine separate Plusklemme im Motorraum. Auch hier lohnt sich im Zweifel ein Blick in die Betriebsanleitung.
  5. Danach das schwarze Kabel (Minus-Kabel) am Spenderfahrzeug anschließen und dann am entladenen Fahrzeug.
    Am besten suchst du dir dafür einen Massepunkt im Motorraum des jeweiligen Fahrzeugs. Oft gibt es extra für diesen Anlass gekennzeichnete Massepunkte. Auf jeden Fall solltest du es vermeiden, das Minus-Kabel direkt am Minuspol der entladenen Starterbatterie anzuschließen. Denn wie schon erwähnt, können Bereich der Batterie durch Ausgasen entzündliche Gase entstehen. Wenn dann ein Funke durch das Anklemmen der der Minus-Leitung am Minuspol der Batterie entsteht, dann gibt es einen großen Knall. Solltest du keinen geeigneten Massepunkt finden, musst du zwangsläufig an den Minuspol der Starterbatterie anklemmen. Um eventuelle Ausgasungen zu entfernen kannst du auch hier (wie bei der Messung) einmal kräftig über die Starterbatterie pusten.
  6. Jetzt den Motor im Spenderfahrzeug starten – und Motor laufen lassen!
  7. Danach entladenes Fahrzeug starten – und Motor laufen lassen!
    sollte das betroffene Fahrzeug nach etwa zehn Startversuchen nicht starten, dann wird höchstwahrscheinlich nicht nur eine entladen Batterie der Grund für die Panne sein. In dem Fall sollten keine weiteren Startversuche unternommen werden.
  8. Rückbau des Starthilfekabels in umgekehrter Reihenfolge
    Zuerst das schwarze Kabel (Minus-Kabel) am Spenderfahrzeug und dann am anderen Fahrzeug abklemmen. Danach das rote Kabel (Plus-Kabel) am Spenderfahrzeug abklemmen und dann am anderen Fahrzeug.

Prüfen der Lichtmaschine – Messen der Ladespannung

Nach der erfolgreichen Starthilfe empfiehlt es sich, dass du deine Lichtmaschine überprüfst. Dazu misst du einfach, während der Motor läuft, die Spannung an den Polen deiner Starterbatterie. Die Ladespannung der Lichtmaschine liegt bei etwa 13,4 bis 14,8V. Solltest du deutlich weniger als 13V messen, ist deine Lichtmaschine höchstwahrscheinlich defekt – oder die Verbindungsleitung zwischen Lichtmaschine und Starterbatterie. Eine defekte Sicherung kann auch der Grund sein.

Boxenstopp – Kurzer Zwischenüberblick

  • In diesem Teil hast du den Unterschied zwischen Batterien und Akkumulatoren kennengelernt.
  • Du kennst jetzt die gängigsten Akkutypen – und all ihre Vor- und Nachteile.
  • Dank der Kapazitätsberechnung weißt du jetzt genau, wie viel Power deine Batterie mitbringen sollte.
  • Du kennst nun vier Möglichkeiten zur mobilen Stromversorgung: 1. Die zweite Batterie, 2. Eine neue Batterie (LiFePO4), 3. Landstrom und 4. Power Stations
  • Du kannst deine Lichtmaschine und deine Akkus richtig prüfen
  • Deine Kenntnisse in Sachen Starthilfe wurden aufgefrischt

Falls du dich für den Einbau eines Zweit-Batterie-Systems interessierst, dann empfehle ich dir diesen Artikel. Darin erkläre ich ausführlich den Einbau einer zweiten Batterie in einen ganz normalen Kombi. Außerdem gibt es im Artikel noch spannende Details zum Kofferraumausbau. Kein Bock auf Lesen? – Kein Problem! Ein Video zum Thema gibt es natürlich auch.

Im dritten Teil erwartet dich alles um das Thema “Laden von Akkus”. Ich erkläre dir im Detail verschiedene Lademöglichkeiten und sage dir, worauf du im Einzelnen achten musst. Am Ende wirst du in der Lage sein, genau einzuschätzen, was für eine Akku-Lösung für dich in Frage kommt.

Falls du nochmal etwas nachlesen möchtest, gehts hier zurück:
Autarke Spannungsversorgung | Teil 1 –Elektrotechnik für Dachzeltnomaden

Und hier geht’s weiter mit dem dritten Teil:
Autarke Stromversorgung | Teil 3 – Der Ladevorgang

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