Mit dem Dachzelt nach Schweden

Warum Schweden?

Die skandinavischen Länder üben auf viele von uns eine besondere Faszination aus. Besonders Schweden weckt in vielen Urlaubern Kindheitserinnerungen an Nils Holgerson oder Pippi Langstrumpf. Aber auch die Natur und die Landschaft sind in Schweden unglaublich schön. Das Land der Schären, Seen und Wälder ist für uns Abenteurer der perfekte Ort, um das Dachzelten in voller Gänze zu genießen.

Wenn du Ruhe und Abgeschiedenheit vom Alltag suchst, dann solltest du Schweden auf jeden Fall auf deine “To-do-List” setzen. Schon im eher dicht besiedelten Süden ist die Bevölkerungsdichte, im Vergleich zu den mitteleuropäischen Ballungsgebieten, sehr gering. Selbst die großen Städte schaffen es, den sonst so abenteuerhungrigen Dachzeltnomaden, auf eine phantastische Weise in ihren Bann zu ziehen. 

Die Schweden nehmen gefühlt das Leben viel lockerer – was sich wahrscheinlich gleich nach deiner Ankunft auch auf dich übertragen wird.

auto mit dachzelt am see in schweden
Einsamkeit pur – Ein Paradies für Dachzeltnomaden | Foto: Tom Siems

So geht´s auch – Schweden ohne Plan

Ich teile mit dir hier meine Erfahrungen und Erlebnisse, die ich auf unserem Roadtrip durch Schweden im Jahr 2020 gemacht habe. Spontan und ohne Ziel ging es für uns im September los, getreu dem Motto: Schweden ohne Plan.

Ganz ungewohnt für mich, denn ich bin eigentlich immer der großer Planer, der absolut nichts dem Zufall überlässt. Aber so verrückt das Jahr 2020 für uns bis dahin war, so verrückt sollte auch unsere Reise sein.

Natur, Natur und noch mal Natur: Schweden ist ein Paradies für Outdoorbegeisterte | Bild: Jaqueline

Mit diesem Artikel gebe ich dir ein paar Tipps auf den Weg, damit du nicht so planlos bist wie wir. Außerdem soll unserer Route auch eine Art “Roter Faden” für dich sein, an dem du dich ein wenig orientieren kannst.

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, kannst du in diesem DZN Live das Land der 1000 Seen gemeinsam mit uns entdecken:

Anreise nach Schweden – so kommst du hin

Viele Wege führen nach Schweden, und so hast du die Qual der Wahl. Oder anders gesagt, kannst du dir das passende Verkehrsmittel aus einer großen Auswahl herauspicken. Im folgenden Abschnitt erkläre ich dir, wie du am besten nach Schweden kommst. Ausgangsland deiner Reise ist in dem Fall immer Deutschland, und die Fährverbindung ist immer eine Direktverbindung, also direkt nach Schweden.

Übers Wasser mit der Fähre

Die Anreise mit der Fähre ist der Klassiker. An der Ostseeküste findest du einige Gelegenheiten, um mit der Fähre nach Schweden übersetzen zu können. Deinen Abfahrtshafen wählst du am besten nach deinem Zielort in Schweden aus. Wenn du hoch in den Norden willst, dann kannst du dir die Kilometer mit deinem Fahrzeug sparen, und möglichst weit hoch mit der Fähre fahren.

Die gängigsten Fährverbindungen im Überblick
Direktverbindungen – Die gängigsten Fährverbindungen im Überblick

Kiel – Göteborg

Zum einen hast du die Möglichkeit, deine Überfahrt in Kiel zu starten. Hier fährt die Stena-Line nach Göteborg. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn du Südschweden ein wenig überspringen möchtest. 

Die Fähre fährt einmal am Tag und die Überfahrt dauert 14 Stunden und 30 Minuten. Wenn du jetzt geschockt von der Fahrzeit bist, dann überlege dir mal, wie viele Kilometer du dadurch mit deinem Fahrzeug einsparen kannst. Außerdem bietet eine so lange Überfahrt auch noch einen weiteren Vorteil: Wenn du eine lange Anreise nach Kiel hattest, zum Beispiel aus dem Süden Deutschlands, dann kannst du die Fähre zum entspannen nutzen. So kommst du ganz ausgeruht in Schweden an und kannst deine eigentliche Reise starten.

Bei diesem Anblick ist kein Weg zu weit: Solche Stellplätze findest du in Schweden oft | Bild: Philipp Kleinfeld

Zum Vergleich: Mit dem Auto von Kiel nach Göteborg, benötigts du über sieben Stunden und legst dabei eine Strecke von über 700 Kilometern zurück. Hinzu kommen noch Kosten für Kraftstoff und Maut für die Brücke über den Öresund.

Für die Überfahrten musst du jeweils eine Kabine buchen. Das macht auch Sinn, denn keiner will 14 Stunden lang über ein Schiff wandern – Im Auto darfst du dich während der Überfahrt nicht aufhalten. Das gilt auch für Vierbeiner (Haustiere) – Bitte informiere dich vor Antritt der Reise über die aktuellen Bestimmungen, wenn du mit Tieren unterwegs bist.

Manche Fähren bieten dir auch die Möglichkeit, einen Ruhesessel zu buchen. Der Sessel ist günstiger als eine Kabine.

Dein PKW darf, inkl. Dachlast, nicht höher sein als zwei Meter. Ansonsten fällt dein Fahrzeug unter die Kategorie “Minivan”. Wenn du weit im Voraus buchst, dann kostet dich deine Überfahrt (hin und zurück) mit zwei Personen und PKW alles in allem ca. 400 €. Wenn du spontan reist, mit drei oder mehr Personen unterwegs bist oder dein Fahrzeug etwas größer ist, dann wird's natürlich teurer. 

an bord einer fähre
Schon die Überfahrt nach Schweden ist entspannend | Bild: Manuela Thom

Rostock – Trelleborg

Für die Eiligen bietet sich eine Überfahrt von Rostock aus an. Auch hier verkehrt die Stena Line in regelmäßigen Abständen zwischen Deutschland und Schweden. Der Vorteil: Die Überfahrt am Tag dauert nur 6,5 Stunden. So geht nicht zu viel Urlaubszeit für die Anreise drauf. Stena Line bietet drei Überfahrten am Tag an, so dass du deine Anreise etwas flexibler gestalten kannst.

Der Zielhafen in Trelleborg liegt ganz im Süden von Schweden. So hast du die Gelegenheit, das Land von ganz unten aus zu erkunden. Natürlich setzt das Ganze voraus, dass du gerne und viel Auto fährst. Die Größe Schwedens kann man nämlich leicht unterschätzen – darauf gehe ich weiter unten nochmals gesondert ein. Zum Vergleich: Von Trelleborg nach Göteborg fährst du mit dem Auto mehr als drei Stunden und legst dabei 309 Kilometer zurück.

Bei Stena-Line gelten für deine Fahrzeugabmessungen die gleichen Voraussetzungen, wie bei der Fähre zwischen Kiel und Göteborg. Wenn du rechtzeitig buchst, dann kostet dich die Überfahrt (hin und zurück) für zwei Personen und PKW ca. 100 €. Wie schon bei der vorherigen Verbindung ist der Preis natürlich abhängig von den eingangs erwähnten Faktoren.

Alternativ zu Stena-Line kannst du von Rostock aus auch mit TT-Line übersetzen. Das ist ein riesiger Vorteil, wenn mal eine Fährverbindung ausgebucht ist. Die Kosten belaufen sich hier, in etwas so wie bei der Stena-Line. Die Fahrzeit bleibt logischerweise auch gleich. Bei der TT-Line kannst du dein Fahrzeug nur als PKW angeben. Zusätzlich können noch Anhänger oder Wohnanhänger dazugebucht werden.

Travemünde – Malmö

Travemünde liegt direkt vor meiner Haustür, was diesen Fährhafen zu meinem persönlichen Favoriten macht. Mit einer Dauer von ca. neun Stunden, bewegt sich diese Fährverbindung im Mittelfeld der Überfahrten.

Auf der Fähre von Travemünde nach Malmö
Auf der Fähre von Travemünde nach Malmö | Bild: Manuela Thom

Hier hast du die Wahl zwischen den Reedereien TT-Line und Finnlines bzw. dem Zielhafen Trelleborg oder Malmö. Finnlines bietet zwei Fährfahrten am Tag an, die dich nach Malmö bringen. Hier kannst du zwischen einer Nacht- und einer Tagfahrt wählen. Bei einer Tagfahrt ist eine Kabine nicht zwingend notwendig, was den Preis für die Überfahrt erheblich verringert. 

Bei Finnlines wird dein Fahrzeug nach Länge und Höhe einkategorisiert. Wenn du unter 2,10m Höhe und 6m Länge bleibst, bekommst du den günstigsten Preis. Die Überfahrten (hin und zurück), so wie in den oberen Beispielen, gibt es hier schon für ca. 90 €. Das ist, wie ich finde, ein super günstiger Preis.

Travemünde – Trelleborg

Mit TT-Line hast du ab Travemünde eine weitere Möglichkeit, um per Fähre mit deinem Fahrzeug nach Schweden zu kommen. Der Zielhafen in Schweden ist hier Trelleborg. Hier bist du ebenfalls in knapp neun Stunden in Schweden – allerdings ganz im Süden. Wenn man die Voraussetzungen der vorherigen Preisbeispiele nimmt, dann kommst du hier auf einen Preis von ca. 120 €. 

Es gibt insgesamt drei bis vier Überfahrten pro Tag (Fahrplanabhängig): Auf der Tagesfahrt brauchst du keine Kabine zu buchen. Wenn du dich für eine Nachtfahrt entscheidest, dann musst du zwischen einer Kabine oder einem Ruhesessel wählen. 

Einmal angekommen warten diese Ausblicke auf dich | Bild: Mike Wachter

Andere Fährverbindungen

Wenn du in der Hauptsaison unterwegs bist, oder maximal flexibel bleiben möchtest, dann kannst du z.B. auch eine Fährverbindung nach Dänemark nehmen und von dort aus deine Reise fortsetzen. Auf diese Weise lernst du ganz nebenbei noch ein zweites skandinavisches Land kennen. Auch für die Rückreise kannst die diese alternative Fährverbindung nehmen.

Dabei lassen sich verschiedene Reisarten perfekt kombinieren. Die Mischung aus Fährfahrten, tollen Landschaften und nicht zuletzt den spektakulären Brücken. So wird schon die Anreise zu einem Abenteuer.

Wenn du gerne mit dem Schiff unterwegs bist, dann hast du folgende Möglichkeiten:

  • Puttgarden – Rödby & Helsingör – Helsingborg
  • Rostock – Gedser & Helsingör – Helsingborg

So bekommst du die volle Portion Fähre mit insgesamt zwei Fährfahrten pro Reisestrecke.

Spartipps Fähre:

Für die Fahrverbindungen nach Schweden gelten die selben Spartipps wie auf den Fähren nach Norwegen:

  • Frühzeitig buchen
  • auf der norwegischen Seite buchen
  • nicht zu Hauptreisezeiten buchen

Mehr Infos dazu findest du auch in dem Artikel zu Dachzelt Reisen nach Norwegen:

Brücken – Über Land mit dem Auto

Wenn du keine Wasserratte bist, und schnell Seekrank wirst, dann kannst du natürlich auch über Land fahren. Dabei führt dich dein Weg über das dänische Festland und die dänischen Inseln Fünen und Seeland, bis du schließlich nach Schweden kommst. 

route nach nach schweden ohne fähre
Kein Bock auf Boot? Ohne Schiff geht´s auch

Ausgehend von Travemünde, bist du insgesamt fünfeinhalb Stunden unterwegs und legst dabei 526 Kilometer zurück. Natürlich solltest du ab und zu mal eine Pause machen – nicht nur wegen den tollen Aussichten, die es unterwegs zu bestaunen gibt.

Die Kosten für die über 500 Kilometer kannst du dir ganz einfach ausrechnen: Zu Treibstoffverbrauch deines Fahrzeugs kommen noch die Mautgebühren für die Brücken.

Die Storebælt Brücke kostet dich für ein PKW bis 6 Meter Länge für die einfache Fahrt 33 €. Diese Brücke verbindet die Insel Fünen mit der Insel Seeland. Für die Überfahrtskosten wirst du mit einer großartigen Aussicht auf die Ostsee entschädigt.

Hier erfährst du die aktuellen Preise für die Brückenmaut in Dänemark

Auf Seeland angekommen, musst du die Insel einmal komplett von West nach Ost queren. Wenn du dich nicht verfährst, kommst du schließlich in Kopenhagen an. Dort wartet die zweite und wohl spektakulärste Brücke auf dich: Die Öresund-Brücke!

Die Fahrt über die Öresundbrücke ist ein tolles Erlebnis | Bild: Michele Mielack

Diese Brücke ist die weltweit größte Schrägseilbrücke für den Kombinierten Straßen- und Schienenverkehr. Die Öresundbrücke verbindet die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit der schwedischen Stadt Malmö. 

Für die einfache Überfahrt mit einem PKW werden 49 € (Online-Buchung) fällig. Aber ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass sich jeder Cent lohnt! Als technikbegeisterter Mensch, hast du vielleicht schon einmal eine Dokumentation über den Bau der Brücke im Fernsehen gesehen. Wenn du dann selber darüber fährst, ist das ein ganz besonderes Gefühl. Jedenfalls ist es mir so ergangen, aber ich bin auch ein wenig verrückt, muss ich zugeben.

Übrigens: Wenn du mit der Fähre von Travemünde nach Malmö fährst, dann fährst du unter der Öresundbrücke hindurch.

blick von der fähre auf die öresundbrücke
Das passt schon: Kurs auf die Öresundbrücke | Bild: Manuela Thom

Hier erfährst du die aktuellen Preise für die Maut auf der Öresund-Brücke

“Hybrid-Trip” – Fähre und Brücke

Eigentlich ist das der stille Klassiker: Die Fähre von Puttgarden nach Rödby und dann weiter über die Öresundbrücke. Hier kannst du deine Anreise zum Kurzurlaub machen und eine Nacht auf der schönen Insel Fehmarn verbringen. Man mag es kaum glauben, aber abseits der Hauptsaison ist das ein wundervoll ruhiges Plätzchen zum entspannen.

Dein Weg führt dich mit Scandlines vom Fährhafen Puttgarden, auf Fehmarn, über den Fehmarnbelt  nach Rödby in Dänemark. Rödby liegt auf der dänischen Insel Lolland, die du von Süd nach Nord queren musst. Eine weiter (mautfreie) Brücke bringt dich dann weiter nach Seeland, wo du dann wieder den Öresund über die gleichnamige Brücke überquerst. 

Was macht diese Reiseroute so beliebt bei deutschen und europäischen Urlaubern? Ganz klare Antwort: Die Schnelligkeit – mit einer Fahrzeit von etwas mehr als vier Stunden, ist diese Verbindung unschlagbar. 

Route mit dem Auto Puttgarden Rödby
Der Klassiker über Puttgarden nach Rödby und weiter über die Öresundbrücke

Wenn du also schnell in Schweden dein Dachzelt aufschlagen möchtest, dann ist das deine Verbindung. Mit einem Kombiticket für Fähre und Brücke kannst du Kosten sparen. Am besten buchst du rechtzeitig vor deinem Reiseantritt online. 

Rechtzeitig gebucht, schlägt so ein Kombiticket (zwei Personen + PKW, hin und zurück) mit ca. 230 € zu buche. Das Kombiticket beinhaltet die Fährüberfahrt von Puttgarden nach Rödby und die Mautgebühr für die Öresundbrücke.

Brücke oder Fähre – Was ist besser?

Jeder Mensch ist anders und reist anders, deswegen kann ich nicht pauschal sagen, was besser oder schlechter ist. Stattdessen habe ich dir mal ein paar Vorteile der verschiedenen Reisearten aufgelistet. So kannst du selber entscheiden.

Die Fahrt über Land und Brücken ist besser für dich wenn…

  • Du mit vielen Personen reist. Auf Brücken wird nämlich pro Fahrzeug bezahlt.
  • Du einen großen PKW hast, der auf der Fähre zu teuer ist.
  • Du mit Haustieren verreist und die Fähre nicht in Frage kommt.
  • Du schnell seekrank wirst.

Die Fahrt mit einer Fähre ist besser für dich wenn…

  • Du eine lange Anreise hast. Dann kannst du dich auf der Fähre erholen (lange Überfahrt).
  • Du schnell sein willst, aber Fahrstrecke mit dem PKW einsparen willst (kurze Überfahrt).
  • Du alleine oder zu zweit unterwegs bist. Fähren bezahlt man pro Person + Fahrzeug.

Egal ob mit Fähre oder über Brücken (oder beides): Deine Tickets solltest du immer rechtzeitig buchen. Entweder online oder auch telefonisch, falls du Rückfragen hast. Am Wochenende sind die Tickets immer teurer. Wenn du also sparen möchtest, dann reise in der Woche oder pick dir einfach den günstigsten Tag raus.

Schweden aus dem Dachzelt

Bis jetzt hast du ja nur erfahren, wie du und dein Dachzelt am besten nach Schweden kommen. Bei all dem, was du wahrscheinlich schon auf der Anreise erlebt hast, könnte man meinen, dass der Weg das Ziel ist. 

Das sagt Dachzeltnomade Mich Ai über Schweden

Am meisten gefällt mir die Ruhe…. Da kann man sich stundenlang an den See/Meer setzen ohne das man gestört wird….

Stimmt, aber in Schweden selbst gibt es natürlich auch so einige Orte und Landstriche, die du auf deiner Reise gesehen haben solltest. Dabei gibt es nicht nur Natur zu bestaunen: Auch Kulturfreunde kommen in Schweden voll auf ihre Kosten. In Sachen Design, Popmusik und Film gibt so einige typische Markenzeichen.

Da ich hier aber keinen Stadtführer schreibe, soll es nur um das Eine gehen: Die Natur und deren Idylle. Die Natur ist Schwedens Sehenswürdigkeit Nummer eins. Ein ständiger Begleiter dabei ist Wasser. Eine geradezu endlose Zahl an kleinen und großen Seen, schroffe Felsküsten bis hin zu feinsandigen Stränden, die zum Baden einladen. 

Knapp 10 Prozent der Fläche von Schweden machen Gewässer aus. Das ist gewaltig viel und nicht nur als Wasserratte kommst du hier auf deine Kosten. Alleine der Anblick von morgendlichen Nebelschwaden über den See, direkt bei deinem Stellplatz, ist unbezahlbar schön.

das foto zeigt die aussicht aus dem Dachzelt auf einen see
Beste Aussichten – ein See im Vorgarten | Bild: Manuela Thom

Was ist Schweden für dich?

Schließe deine Augen und “male” dir dein Bild von Schweden. Es ist eigentlich ganz einfach – meins sieht so aus: Rote und gelbe Holzhäuser inmitten dichter Nadelwälder. Unzählige Seen mit tollem Panoramablick. Kleine Straße, die dich zu tollen Stellplätzen führen. Ruhe, Abgeschiedenheit und Natur pur.

Das sagt Dachzeltnomade Christian Lorenz über Schweden

Die Gegend um Åre ist für mich mit die schönste Ecke Schwedens. An jeder Ecke ein gigantischer Wasserfall und super zum Wandern.

Schweden ist längst nicht so teuer wie immer kolportiert. In großen Supermärkten kosten die meisten Lebensmittel nicht mehr als in einem Nicht-Discounter in D. Zigaretten sind sogar günstiger als in Deutschland. 

Wen sein Roadtrip in den Norden führt, der sollte unbedingt den Vildmarksvägen fahren, für mich die beste Scenic Route in Schweden. Dort kann man auch an Myriaden von wunderschöne Orten frei stehen.

Klingt nach Klischee? Ja, aber ich kann dir verraten: Es ist alles wahr! Vor meinem ersten Trip hatte ich sehr große Erwartungen, die alle übertroffen wurden. Eine Mitschuld daran, ist die Größe Schwedens. Vom Norden bis in den Süden sind es stolze 1.574 Kilometer – Luftlinie wohlgemerkt.

In zwei oder drei Wochen kannst du also, allein schon wegen der Entfernung, unmöglich alles sehen. Mein Tipp: Suche dir vorab ein paar “Ecken” heraus, die du bereisen möchtest. Alles was du nicht schaffst, schaust du dir beim nächsten Mal an. Denn eines ist sicher: Hat dich Schweden einmal in seinen Bann gezogen, dann kommst du immer wieder.

Um deine Reise etwas planbarer und übersichtlicher zu gestalten, habe ich Schweden mal in drei wesentliche Teile aufgeteilt. Gerade als Dachzeltneuling kannst du dich, falls du dich nicht völlig in die “Wildnis” begeben möchtest, vom Süden aus hocharbeiten. 

Überall Seen, Wälder und Wildnis pur – das ist Schweden | Foto: Tom Siems

Je weiter nördlicher du auf deiner Reise kommst, umso wilder wird es. Die Städte bzw. Orte werden kleiner und seltener, die Bevölkerungsdichte nimmt ab, das Klima wird rauer und das Wetter mitunter launischer als ganz im Süden.

Fahr im Kreis – Die Reiseplanung

Über Schweden ans Nordkap? Klar geht das auch! Aber willst du dir das als Neuling antun? Ohnehin wären zwei Wochen für eine Reise dorthin, meiner Meinung nach, viel zu kurz. Außerdem würdest du viel zu viel verpassen, denn Schweden würde im Prinzip nur an deinem Fenster vorbeisausen – Viel zu schade!

ein vw bus mit dachzelt an einem see
Genieße die Ruhe und lass dich nicht von den Kilometern hetzen | Bild: Manuela Thom

Was kannst du also tun, wenn dein Kontingent an Urlaubstagen nur begrenzt ist? Ganz einfach: Du fährst im Kreis. Den Durchmesser von deinem Kreis, und wo du beginnst ihn zu ziehen, passt du einfach an die Anzahl deiner Urlaubstage an.

Ein Beispiel für dich – Unsere Reiseroute

Unsere Reiseplanung für unseren Roadtrip nach Schweden hätte nicht chaotischer sein können. Wie ich schon eingangs erwähnt habe, hat eine Planung eigentlich gar nicht stattgefunden. 

Etwa zwei Wochen vor Antritt der Reise haben wir uns für Schweden entschieden und unsere Fährüberfahrten gebucht. Mit Glück, und dank der unsicheren Reisesituation, konnten wir ein echtes Schnäppchen machen.

Das sagt Dachzeltnomade Oliver Swit über Schweden

Unbedingt sehenswert finde ich Ales Stenar. Quasi das Schwedische Stonehenge. Ist an der südlichen Ostseeküste oben auf einer Klippe zum Meer. Hammer Optik dort. Und unten ein super niedlicher Fischerhafen.

Vänern & Vätern See nicht vergessen. RIESIG! Und am Vätern die kleinen Hobbithaus-Siedlungen an der Ostseite. Von dort hat man auch einen phänomenalen Blick über den See.

Kvilleken, die tausendjährige Eiche… Und natürlich alles andere dort. Die vielen Seen und Wälder.

Je mehr man Richtung Norden fährt, desto einfacher ist es mit Wildcampingplätzen. Dort kann man eigentlich an fast jeden See fahren. Naja und ansonsten selbe regeln wie hier.

Ein Ziel hatten wir nicht, oder nur grob: Es sollte Richtung Norden gehen. Wir wollten Ruhe und Abgeschiedenheit. Für unseren Fluchtplan hatten wir zwei Wochen zur Verfügung, was übrigens auch ein absolutes Minimum ist. Hier gilt: Länger ist besser!

Ein paar Tage vor Reiseantritt habe ich mir dann doch mal Schweden bei Google Maps etwas genauer angesehen. So groß hatte ich das Land gar nicht in Erinnerung! Das kommt davon, wenn man sich bisher immer nur im Süden Schwedens aufgehalten hat.

Aus meiner Google Maps Erfahrung heraus kommt hier Tipp Nummer 1 für dich: Plane mehr als genug Zeit ein! 

Den ersten Schock überwunden, machte ich mich dann daran, eine grobe Route auszuarbeiten. Hier erhältst du einen exklusiven Blick in mein komplexes Roadbook:

  • Start Malmö
  • über die E6 Richtung Göteborg (Strecke machen)
  • Bei Göteborg runter von der E6 – ab hier nur noch Landstraße
  • Links vorbei an diesem großen See (Vänern) Richtung Norden
  • Soweit wie es geht nach oben, dann umdrehen
  • Rechts vorbei an diesem großen See – Richtung Süden
  • Ziel Malmö
routenaufzeichung schweden reise
Auf einen Blick: Unser 14 tägiger Road Trip durch Schweden

Da meine Routenführung unter Umständen etwas einsilbig und undurchschaubar auf dich wirkt, beschreibe ich dir (und mir) die Route mal etwas genauer in ein paar Sätzen.

Angekommen sind wir mittags mit der Fähre in Malmö. Da wir nicht vorhatten, die Metropolregion um Malmö und Co. zu erkunden, bestand der erste Tag nur aus einer knapp 500 km langen Autofahrt. Übrigens kein Problem, wenn man ausgeschlafen von der Fähre rollt.

Mein Tipp: Gönn´ dir was, und buche bei langen Fahrten eine Kabine dazu.

Wir haben unsere eigentliche Rundfahrt oberhalb von Göteborg begonnen. Konkret heißt das: Runter von der Autobahn und ab jetzt nur noch über die Landstraße. So lernst du das Land am besten kennen und bist nicht so gehetzt. 

Auf unserer Route verbrachten wir viel Zeit am Westufer des Vänern (Schwedens größter See). Die gigantischen Ausmaße des Sees lassen ihn schon fast wie ein Meer wirken.

Natürlich kann ich hier nicht alle Stationen aufzählen, das würde viel zu viel werden. Die meisten coolen Ort findest du eigentlich spontan – sozusagen direkt am Wegesrand.

Wir sind in 14 Tagen rund 1.500km durch Schweden gefahren. Das ist nicht viel, liegt aber daran, dass wir zwischen unseren Stopps immer nur sehr wenig Fahrstrecke hatten. 

Zu den besonderen Orten auf unserer Route gehört auf jeden Fall der Autofriedhof in Båstnäs an der Grenze zu Norwegen. Wenn du dort in der Nähe bist, dann solltest du unbedingt dort mal vorbeischauen.

Diese Schweden-Tipps hat Dachzeltnomade Mario Franke für dich:

Unbedingt sehenswert: Elche , Schloss Kalmar, Campingplatz in Kristianopel “umzäumt von der Stadtmauer”, Schloss Borgholm, Byrums Raukar und der Zauberwald Trollskogen auf der Insel Öland, die höchste Passstraße “Flatruet”, die Wasserfälle Ristafallet und Tennforsen und die bunten Fischerhäuser in Smögen. Ja das finden wir schön .

Tierischer Besuch | Foto: Mario Franke

Eine tolle Wanderung kannst du in Brattfallet machen. Hier kannst du zwischen verschieden Wanderrouten wählen. Die Längste ist knapp 8 Kilometer (orange Kennzeichnung) lang und gibt dir einen spannenden Einblick in die Entstehung einer Flusslandschaft aus der Eiszeit.

An den einzelnen Stationen auf dem Weg gibt es viele Infotafeln. Diese sind sogar auf deutsch beschriftet, was die Wanderung auch für Kinder sehr interessant macht.

Hier soll es übrigens auch Wölfe geben – leider haben wir keine gesehen. Für uns war das der nördlichste Punkt der Reise. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und auch die Temperaturen wurden einstellig.

Kein Grund für schlechte Laune: Wenn man sein “Hotelzimmer” auf dem Dach spazieren fährt, kann man ganz einfach dem schlechten Wetter entkommen.

Alter Schwede – Typische Anfängerfehler

Klar haben wir sie auch gemacht: Die typischen Anfängerfehler. Kleiner Tipp: Schweden ist kein Dritte-Welt-Land! Du bekommst dort alles, was du zu Hause auch kaufen kannst. Sogar Klopapier soll dort in Krisenzeiten keine Mangelware gewesen sein, habe ich gehört.

Hier mal eine kleine und ehrliche Liste von unseren Anfängerfehlern:

Entfernung unterschätzen

Schweden ist groß, sehr groß! Das bedeutet, dass du dich beim Blick auf die Landkarte immer an deren Maßstab orientieren solltest. Gerade beim Zoomen bei Google Maps verlierst du schnell das Gefühl für die Entfernung. 

übersichtskarte Schweden
Schweden geteilt durch drei: Süd-, Mittel und Nordschweden

Mein Tipp: Setze dir ein Tageslimit an Kilometern. Danach schaust du auf der Karte, wie weit du mit deinem Limit kommst. Achte auch auch auf die Fahrzeit. Auf Schotterpisten bist du nicht sehr schnell unterwegs. Für deine Planung teilst du dir Schweden in drei Teile ein: Süd, Mitte und Nord.

Wetter unterschätzen

Das Wetter in Schweden kann, vor allem an der Küste, schnell umschlagen. Gerade noch im schönsten Sonnenschein, findest du dich kurz darauf in einem Graupelschauer wieder. Das wird dich nicht umbringen, ist aber lästig. Natürlich ist das abhängig von der Jahreszeit. Im Sommer wird dir das nicht so schnell passieren.

Wenn du wandern möchtest, kannst du dich in Schweden nach Herzenslust austoben | Bild: Mike Wachter

Mein Tipp: Bei Wanderungen immer eine Regenjacke einpacken. Viel wichtiger ist, dass du dein Dachzelt schließen oder abbauen solltest, bevor du deinen Stellplatz verlässt.

Viel zu viel Ausrüstung mitschleppen

Wenn du zu viel an Bord hast, dann läufst du Gefahr im Chaos zu enden. Wie oben schon erwähnt, ist deine Versorgung in Schweden nicht in Gefahr. Lebensmittel kannst du bei Bedarf auch vor Ort kaufen. Es reicht also völlig aus, eine Grundration mitzunehmen. Übrigens besteht Schweden quasi aus Holz, was für dich heißt, dass du kein Feuerholz mitnehmen musst…. 

Mein Tipp: Wenn du nicht unbedingt im Hochsommer reist, dann pack lieber mehr warme Kleidung ein als Nahrung. Die Nächte werden schnell kalt.

Hier findest du eine praktische Dachzelt Packliste, die dich auch sicher durch Schweden bringen wird:

Regeln & Gesetze beim Dachzelten in Schweden

Die Schweden sind tolerant, total entspannt und offenherzig. Damit das auch so bleibt, gibt es ein paar Regeln, an die sich jeder halten sollte.

Jedermannsrecht

Das Thema Jedermannsrecht ist in aller Munde. Ich habe bisher kein Land besucht, bei dem dieses Recht so “gelebt” wird wie in Schweden. Hier gibt es ein paar wenige Regeln:

  • In Nationalparks ist das Übernachten im Allgemeinen verboten! Meist gibt es aber Ausweichflächen auf denen du 24h oder sogar 48h campen darfst. Achte besonders auf die großen Tafeln, die an Wanderparkplätzen stehen. Hier erhältst du alle nötigen Informationen – Entweder mehrsprachig oder mit Piktogrammen. 
  • Privatwege (Privat väg, enskilt väg) – Klingt logisch: Hier ist die Einfahrt verboten.
  • Das Übernachten in der Nähe eines Hauses oder einer Siedlung ist verboten.
  • Das Übernachten auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist ebenfalls nicht erlaubt. 
Der Kern des Jedermannsrechts: Rücksicht und Wertschätzung der Natur gegenüber | Bild: Lars Engel

Das schwedische Jedermannsrecht (Allemansrätt) gibt dir die Erlaubnis zum Wildcampen, verpflichtet dich aber zugleich zur Rücksichtnahme auf die Natur. Bleib auf den Wegen, auch mit deinem Fahrzeug. Du wirst als Neuling begeistert sein, was in Schweden alles als Straße durch geht. Du kannst also ganz legal ein bisschen Offroad-Feeling mit deinem Kombi erleben.

ein VW bus auf einer Schotterstraße
Es muss nicht immer Allradantrieb sein – gute Reifen sind aber zu empfehlen. | Bild: Manuela Thom

In den beliebten Touristenorten gibt es leider schon sehr viele Verbotsschilder. An sehr vielen Stellen ist das Campen verboten. An diese Verbote solltest du dich unbedingt halten. 

Mein Tipp: Wenn du unsicher bist, ob nicht doch ein Übernachtungsverbot an dem Ort besteht, an dem du dein Lager aufschlagen willst, frag die Einheimischen. Nur Mut, die Schweden beißen nicht!

Aber keine Sorge: Je weiter du dich von den Touristenmagneten entfernst, umso leichter wird die Stellplatzsuche. Es gibt unendlich viel Platz und die coolsten Orte entdeckst du völlig alleine oder mit ein bisschen Hilfe von Google Maps.

Das sagt Dachzeltnomadin Laura Lehne über Schweden

Wir waren 2 Monate dort unterwegs. […] man muss auf jeden Fall für einen Loppi einmal anhalten. Das sind kleine Hausflohmärkte, auf denen man alles mögliche findet! Und egal, wo wir nach einem Standort mit Park4Night gesucht haben, wir waren nie alleine. Die Straßen sind eher in Finnland schlecht, im Süden ohne Probleme mit jedem Auto zu befahren. Tankstellen gibt es überall und man kann mit Karte am Automaten bezahlen. Zur Not nehmen sie auch Euro, falls mal alles ausfällt. Der Autofriedhof an der norwegischen Grenze ist unbedingt zu empfehlen!

Angeln

Das Angeln ist eine Art Volkssport in Schweden. Beim Einkaufen wirst du mit Angeboten von Angelequipment fast erschlagen. Irgendwie angelt jeder Schwede – sogar ich habe mein Glück versucht. Leider war ich nicht erfolgreich.

Angeln am see in schweden
Probier's mal aus: Angeln in Schweden | Bild: Manuela Thom

Aber das Geniale ist: Auch du darfst in Schweden angeln. Du brauchst dafür keine behördliche Prüfung, also einen Angelschein, wie man ihn aus Deutschland kennt. Alles was du brauchst ist eine Angelkarte für das jeweilige Gewässer. Diese sogenannte Fiksekort erlaubt dir dann das Angeln für eine gewisse Zeitspanne. 

Deine Fiskekort kannst du an Tankstellen oder in Supermärkten kaufen. Der moderne Dachzeltnomade kann auch die App “iFikse” nutzen. Mit dieser App kannst du deine Angelkarte bequem online kaufen und unter anderem mit Paypal bezahlen. Fangen musst du die Fische aber immer noch selber, dabei hilft dir keine App. Wenn du es richtig wissen willst, dann kauf dir deine Fiskekort “in Echt” und frag gleich mal ein Paar schwedische Angelprofis nach den ultimativen Angelstellen.

Mein Tipp: Wenn du ein Sparfuchs bist, dann kannst du auch ganz easy kostenlos angeln. Das Fischen im Meer und in den fünf großen Seen Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön ist kostenlos.

Feuer

Nach dem Angeln scheint auch das Feuermachen in Schweden sehr beliebt zu sein. Jeden Abend am Lagerfeuer sitzen und schön durchgewärmt (und nach Rauch müffelnd) ins Dachzelt klettern. Schweden ist ein Paradies für alle, die ein bisschen “back to the roots” wollen. 

lagerfeuer mit dutch oven
Ein Lagerfeuer gehört in Schweden einfach dazu | Bild: Manuela Thom

Bevor du ein Feuer machst, informiere dich, ob es auch erlaubt ist. Im Hochsommer ist, wegen der hohen Waldbrandgefahr, oftmals wochenlang das Feuermachen verboten. Auch in Nationalparks gelten besondere Regeln. Hier kannst du dich wieder auf den großen Informationstafeln an den Wanderparkplätzen informieren.

Wie immer gilt: Übertreib es nicht, und halte dein Feuer immer unter Kontrolle. 

Mein Tipp: Am besten nutzt du bereits ausgewiesene Feuerstellen oder benutzt die Feuerstelle von deinem Vorgänger. Ansonsten besteht dein toller Stellplatz im nächsten Jahr nur noch aus ganz vielen Aschekratern und Steinkreisen.

Feuerholz sammeln

Wenn du Treibstoff für dein Feuer suchst, dann wirst du in Schwedens Wildnis nicht lange suchen müssen. Holz findest du überall verstreut in Wäldern und am Wegrand. Bitte verwende ausschließlich Totholz. Du darfst auf keinen Fall “lebendes” Holz verwenden indem du Bäume fällst, oder Äste abbrichst. Du kannst also die Kettensäge zu Hause lassen.

Praktisch: Feuerholz fix und fertig! | Foto: Manuela Thom

Mein Tipp: Häufig findest du auf Wanderparkplätzen nicht nur feste Feuerstellen, sondern auch richtiges Brennholz, das bereits abgelagert und portioniert ist. Halte Ausschau nach übergroßen Kisten und Unterständen – meist wirst du hier fündig.

Autofahren in Schweden

Die gute Nachricht vorab ist, dass die Schweden auf der “richtigen” Seite fahren. Es herrscht also Rechtsverkehr. Das war übrigens nicht immer so: Erst seit dem 3. September 1967 fahren die Schweden auf der rechten Seite. Ein weiterer Funfact: Die Lenkräder der Fahrzeuge in Schweden waren aber schon immer links montiert. Außer die vom Postboten!

Es gibt keine besonderen Unterschiede zu den allgemein gültigen Verkehrsregeln in Deutschland. Das Autofahren sollte dich also vor keine großen Probleme stellen.

Die Straßenverhältnisse

Das schwedische Straßennetz ist bis Lappland hervorragend ausgebaut. Die Verkehrsdichte ist erheblich geringer als in Mitteleuropa. Man unterscheidet zwischen 

  • Autobahnen bzw. Europastraßen (grüne Schilder, mit E gekennzeichnet)
  • Reichsstraßen (blaue Schilder, mit RV gekennzeichnet)

Außerdem gibt es (viele) Straßen ohne Nummernkennzeichnung. Hier kann der Asphalt plötzlich aufhören, und die Straße in eine Schotterpiste übergehen. Zwar ist die Beschaffenheit dieser Pisten durchweg sehr gut, es sind aber Schlaglöcher vorhanden. Vorsicht ist auf den Schotterpisten vor allem bei Regen geboten, dann wird es nämlich sehr rutschig. 

Schotterpiste in Schweden
Bei Regen wird´s rutschig – unbedingt die Geschwindigkeit anpassen. | Bild: Manuela Thom

In Schweden gibt es auch sehr viele einspurige, bzw. schmale Straßen. Hier hat man am Rand in unregelmäßigen Abständen kleine Haltebuchten (mit M gekennzeichnet). In diesen Haltebuchten kannst du anhalten, um den Gegenverkehr passieren zu lassen. Biite dort nur halten, nicht parken – Kein Stellplatz!

Das sagt Dachzeltnomade Marie Doblier über Schweden

Ich bin beruflich öfter mal im nördlichen Teil Schwedens unterwegs und liebe das Land. Bargeld ist absolut überbewertet, Kartenzahlung funktioniert überall, die Wechselgebühr spart man sich lieber und kauft davon kanelbullar beim Bäcker um die Ecke.

Generell sprechen die Schweden sehr gut Englisch, ein paar Brocken Schwedisch öffnen aber Türen.

Natur pur gibt es dort fast überall, da es das Jedermansrecht gibt, man darf sich nur nicht von “Strassen ohne Namen” in Navis abschrecken lassen.

Wenn man im Winter im nördlichen Schweden unterwegs sein will, sind Spikes ein absolutes Muss! In ganz Schweden darf man ab 1.10. mit Spikes fahren! Ohne die, geht sonst leider nicht viel! 

Maut

Aktuell werden nur für das Passieren von zwei Brücken im Land Mautgebühren fällig. Für die Brücke Motala über den Motalaviken sowie beim Überfahren der Sundvall über den Sundsvallsfjärden werden Gebühren fällig.

Kleine Fähren sind in das Straßennetz eingebunden und kostelos nutzbar | Bild: Mike Wachter

Die meisten kleinen Fähren sind kostenlos, wenn sie ins öffentliche Straßennetz eingebunden sind. Die Autofähren nach Gotland, Ven oder Visingö sind allerdings nicht kostenlos.

Um Maut oder Fähren auf deiner Route zu umgehen, musst du bei Google Maps die Routenoptionen ändern.

Routenoptionen bei google maps
Spart Geld – Vermeiden von Fähren, Mautstraßen und Co.

Wildunfälle

Im Land der Elche musst du dir die Straße nicht nur mit anderen Fahrern teilen, sondern auch mit dem landestypischen Wildtieren. Vielbefahrene Straßen sind auf weite Strecken mit einem Wildzaun umzäunt. Doch auch hier gilt es vorsichtig zu sein.

ein elch warn schild
Achte auf Warnschilder! | Bild: Stephan Kaufmann

Auf allen anderen Straßen musst du im Prinzip immer damit rechnen, auf Elch und Co. zu stoßen. Besonders in der Dämmerung solltest du auf dunkle Schatten am Straßenrand achten. Kollisionen mit Elchen enden oft nicht nur für die Tiere tödlich.

Ganz im Norden gesellen sich noch Rentiere dazu, die mit Vorliebe im Straßengraben grasen, oder seelenruhig über die Fahrbahn schleichen.

Mein Tipp: Viel hilft viel, also fahre nachts immer mit Fernlicht, wenn es möglich ist. Wenn du vor deinem Urlaub Lust auf basteln hast, dann bau dir ein paar Zusatzscheinwerfer ans Auto. In Schweden machen diese Dinger wirklich Sinn.

Wichtige Verkehrsregeln auf einen Blick

  • Auf E-Straßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h (wenn nicht anders angegeben)
  • Auf RV-Straßen 90 km/h (wenn nicht anders angegeben)
  • Innerhalb von Ortschaften 40 km/h oder 30 km/h – Achte unbedingt auf die Schilder!
  • Es herrscht Anschnallpflicht
  • Auch tagsüber musst du immer mit Abblendlicht fahren
  • Die Promillegrenze liegt bei 0,2 Promille

Money, Money, Money – Kosten und Bezahlen in Schweden

Ohne Moos, nix los – das gilt auch in Schweden. Die Lebenshaltungskosten in Schweden sind etwas höher als bei uns in Deutschland. Mache Dinge sind eben ein kleines bisschen teurer. Das bedeutet aber nicht, dass du dein ganzes Erspartes aufbrauchen musst.

Dachzeltnomadin Melanie auf Öland mit ihrer Familie | Bild: Melanie Draber

Was du in Schweden über das Thema Kosten wissen solltest, erkläre ich dir jetzt: 

Währung

Da Schweden bei der Währungsreform nicht mitgemacht hat, bezahlt man dort auch weiterhin mit der Krone. Als Abkürzung steht das Kürzel SEK. Oft wirst du in Schweden kein Bargeld zu Gesicht bekommen, denn hier wird fast alles mit der EC- oder Kreditkarte bezahlt.

Als Faustformel kannst du zur Umrechnung den SEK-Betrag durch zehn teilen.

Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist mega praktisch, denn so musst du vorab kein Geld wechseln. Wenn du unbedingt Bargeld, also Kronen, brauchst, kannst du auch in Schweden mit deiner EC-Karte ganz bequem an den Bankautomaten gehen.

Dachzeltnomadin Julia Berger meint zum Thema Bezahlen

Bargeld ist überbewertet!  Man kann alles mit Karte zahlen. Mehr noch, in einem winzigen Laden irgendwo im Nirgendwo habe ich gefragt ob ich mit Karte zahlen kann. Daraufhin grinste der Betreiber nur und fragte „Are you from Germany?“ 

Mein Tipp: Bargeld brauchst du nur selten und wenn, dann auch nur Kleingeld. Das bekommst du ganz easy vom Flaschenpfand. Dein abendliches Bierchen bekommt so eine ganz andere Bedeutung.

Lebensmittel

Du wirst in Schweden nicht verhungern. hier gibt es alles an Lebensmitteln, was du auch von zu Hause kennst. Sogar noch viel mehr, also trau dich ruhig, mal Neues auszuprobieren.

Warum nicht mal etwas Neues probieren: Wenns süß wird haben die Schweden einiges zu bieten | Bild: Mike Wachter

Viele Supermärkte haben auch am Sonntag auf, oder sehr lange Öffnungszeiten. In kleinen Läden auf dem Land kann das Sortiment schon mal etwas “übersichtlicher” ausfallen. Aber selbst frische Lebensmittel bekommst du im kleinsten Laden.

Lebensmittel sind in Schweden etwas teurer, aber nicht überteuert. Bei einem großen Angebot hast du oft die Wahl zwischen teuren und günstigen Marken – Vergleich macht hier nicht reich, kann sich aber lohnen.

Mein Tipp: Probier mal die Lördagsgodis – “Samstagssüßigkeiten”. Ein Traum für Naschkatzen – ein meterlanges, mehrstöckiges Regal mit unzähligen Boxen und Kisten, die gefüllt mit Naschkram sind. Hier ist Selbstbedienung, gezahlt wird nach Gewicht (von der Tüte) – Greif zu!

Benzin & Diesel und Co.

Ohne Mampf kein Kampf, das gilt auch für dein Fahrzeug. Benzin und Diesel sind in Schweden teurer als in Deutschland. Für einen Liter Diesel kann der Preis schon mal jenseits der 1,40 € liegen. In Sachen Kraftstoff solltest du also die meisten Kosten einplanen. 

Das Tankstellennetz ist bis hoch in der Norden hervorragend. Die meisten Tankstellen sind 24h geöffnet und verfügen über Tankautomaten. Bezahlt wird hier mit Karte – “kort”.

Unbezahlbar: Ausblicke diese | Bild: Mo Oortin

Einige Tankstellen bieten das Bezahlen an der Kasse an – “kassa” – hier kannst du mit Karte, oder mit Kronen zahlen.

LPG findest du an den wenigsten Tankstellen. Gerade in abgelegenen Gebieten wirst du mit einem gasbetriebenen Auto lange nach Kraftstoff suchen müssen. Hier empfehle ich dir, dich vorab etwas in das Tankstellennetz deiner Route einzulesen.

Mein Tipp: Fahr deinen Tank nie zu leer! Tanke rechtzeitig, denn wenn du dich verfährst, können die Wege schon mal etwas länger werden.

Sprache

In Schweden spricht man Schwedisch. Klar, das kommt jetzt nicht überraschend. Überraschender ist aber, dass man das geschriebene Schwedisch eigentlich ganz gut herleiten kann. Es wirkt teilweise wie eine Mischung aus deutsch und englisch. Zumindest was Hinweisschilder angeht, kannst du dir so gut helfen.

Das gilt aber nicht für das Gesprochene. Als Nicht-Schwede versteht man davon ungefähr so viel, wie ich vom Backen: NIX! Nur gut, dass die meisten Schweden sehr gutes Englisch sprechen. Mit deinem Schulenglisch wirst du also gut zurecht kommen.

schön heißt skön auf Schwedisch | Bild: Denis Oswald

Kleiner Schwedisch Kurs gefällig?

  • Das ø ist ein norwegisch/dänischer Buchstabe und wird als Ö gesprochen
  • æ ist auch norwegisch/dänisch ist ein Ä gesprochen
  • å ist ein schwedischer Buchstabe und wird als O gesprochen
  • V wird immer als W ausgesprochen
  • Bei den Seen lässt du “See” weg, und machst ein N hinten dran: Vänern, Vättern usw. , das gilt auch für Flüsse
  • Köttbullar -> schöttbüllar
  • Kyrka -> schirka
  • Tack så mycket -> Tak so mücke

Mein Tipp: Zur Not hilft dir Google und die eingebaute Übersetzungsfunktion. Die kann sogar ganze Sätze übersetzen und spricht dann Schwedisch mit dir. Fast wie ein kleiner Babel Fish 😉

Land & Leute in Schweden

Freundlich, offen und Hilfsbereit, so haben wir die Schweden kennengelernt. Sie sind mit Recht stolz auf ihre Heimat und die großartige Natur, die sie umgibt. 

Im Alltag steht der Schwede nicht so auf Smalltalk. Aber in der Freizeit – also beim Angeln oder Feuermachen – hält er gerne mal einen “Schnack”. 

Mein Tipp: Wenn du keine Ahnung vom Angeln hast, versuchs mal mit dem Thema Dachzelt. Gefühlt jeder Schwede hat eine Dachbox auf seinem Auto. Ein Dachzelt kann da also ein toller Gesprächseinstieg sein.

Was ist an Schweden nicht so geil?

Zugegeben, ich musste echt lange überlegen, um ein paar Dinge zu finden, die ich an Schweden nicht so tolle finde. Es gibt nicht viel zu meckern! 

Viel Wasser heißt auch viele Mücken, aber dagegen kann man sich wappnen | Bild: Denis Oswald

Mücken

Im Sommer sind Mücken echte Plagegeister. Besonders an Gewässern tummeln sich die Biester mit Vorliebe und warten dort auf ihre Menschenopfer. Wenn du besonders empfindlich auf Mückenstiche reagierst, ist der Sommer unter Umständen nicht die richtige Reisezeit für dich.

Gängige Mückenmittel, z.B. Nobite können sehr gut helfen.

Mein Tipp: Nimm Fenistil mit! Mücken stechen dich  überall. Wenn du dich ständig juckst, dann schauen dich manche Leute komisch an. 

Zecken

Mit diesen Viechern ist nicht zu Spaßen. Ihr Biss kann nicht nur eine Borreliose auslösen, sondern in Schweden auch FMSE übertragen. Eine Impfung gegen das FMSE-Virus kann hier helfen. Ein gutes Zeckenspray ist aber ein Muss und gehört unbedingt in dein Reisegepäck!

Während Mücken vornehmlich im Sommer ein Problem sind, sind Zecken auch im Herbst noch anzutreffen. 

Brot

Sorry liebe Schweden, aber Brot backen könnt ihr nicht! Das schwedische Brot ist weich, wabbelig und schmeckt irgendwie immer süß. Absolut nicht mein Fall. 

Mal im Erst: Sicherlich ist das Geschmackssache. Den ein oder anderen wird das schwedische Brot vom Hocker hauen. Ich hab´s immer in die Pfanne “gehauen”, so wird es wenigstens knusprig.

Mein Tipp: Nimm lieber Kuchen und Gebäck – Ein Träumchen!

Oder du machst es dir einfach selbst, so wie mit Olivers Kartoffelbrötchen. Wäre das nicht was zum Frühstück?

Die ultimativen Schweden-Geheimtipps

Ich könnte dir natürlich jetzt was vom Pferd erzählen und hier den Experten raushängen lassen. In Wahrheit bin ich ja auch kein Schwedenprofi. Ein paar Dinge habe ich jedoch schnell herausgefunden.

Dachzelt rauf und einfach die Seele baumeln lassen | Bild: Manuela Thom

Respektiere Mensch und Natur

Was so viel heißt wie: Sei freundlich und grüße alle mit einem netten “Hej!” Hinterlasse keine Spuren und beseitige ggf. auch die Spuren, die von deinem “Vorgänger” auf dem Stellplatz hinterlassen wurden. Dazu gehören zum Beispiel Müll, Feuerreste, Steine usw.

Körperpflege beim Wildcampen

Dein Körper braucht Wasser – nicht nur von innen. Also wenn die Leute im Supermarkt einen Bogen um dich machen, dann denk mal über ein Bad oder eine Dusche nach. 

Duschen kannst du in Schwimmhallen oder für ein paar Kronen auf dem Campingplatz. Wenn du zu den ganz mutigen gehörst, dann ist ein See die perfekte Badewanne.

Oder du probierst eine der 36 Möglichkeiten aus, wie du dich sonst noch unterwegs frisch machen kannst.

Was im Sommer eine erfrischende Angelegenheit ist, kann ab September schon zur Mutprobe werden. Das Wasser ist verdammt kalt! Wenn du lieber mit warmen Wasser duschen möchtest, dann koche ca. 1,5 Liter auf deinem Kocher auf und mische es je nach Vorliebe mit kaltem Seewasser. Zum vermischen und duschen kannst du einen Duschsack verwenden.

Da die meisten Stellplätze am A… der Welt liegen wirst du alleine sein – und kannst der Natur auch deinen A… zeigen. Guckt ja keiner zu und es ist ein herrliches Gefühl so in der Natur zu duschen.

Geniale Erfindung: Die Dachzeltleiterdusche
Geniale Erfindung: Die Dachzeltleiterdusche | Bild: Manuela Thom

Ganz wichtig ist, dass du nur Seife verwendest, die biologisch zu 100% abbaubar ist. Im Zweifel kannst du auch ohne Seife Duschen, das funktioniert genauso gut. Auch wenn du Bio-Seife benutzt, solltest du mindestens 100 Meter Abstand zu offenen Gewässern haben.

Mein Tipp: Deine Dachzeltleiter kannst du perfekt als Duschhalter verwenden. So ist das duschen fast wie zu Hause – nur draußen.

Dies bild zeigt einen Duschdsack an einer leiter befestigt
Praktisch: Die Leiter vom Dachzelt ist nicht nur zum Klettern gut! | Bild: Manuela Thom

Wäsche waschen auf der Reise

Gerade bei wechselhaftem Wetter, wächst dein Wäscheberg schnell in die Höhe. Bevor dir unterwegs deine frischen Klamotten ausgehen, kannst du mal auf dem nächsten Campingplatz nachfragen. Meistens kann du hier für eine kleine Gebühr deine Wäsche waschen.

Ansonsten findest du auch in jeder größeren Stadt Waschsalons. Einfach bei Google Maps “Waschsalon” eingeben und dir werden alle Möglichkeiten in der Umgebung angezeigt.

Dachzeltnomadin Kiki Sunshine meint zu Thema Wäsche waschen

Wäsche waschen ist auch kein Problem, die meisten Campingplätze haben Waschmaschinen, ansonsten kann man sich in den Gemeinde Häusern eintragen und für einen kleinen Obolus Wäsche waschen und trocknen.

Der Stellplatz-Tipp

Von den unbefestigten Straßen gehen oft kleine Wege ab, wenn diese nicht durch ein Schild oder eine Schranke versperrt sind, kannst du auch reinfahren. Wenn du dir unsicher bist, ob der Weg befahrbar ist, solltest du aussteigen und ein paar Meter in der Weg hineingehen. Ist der Weg befahrbar? Gibt es eine Wendemöglichkeit? Kommst du auch wieder raus, wenn es über Nacht plötzlich wie aus Kübeln regnet?

schotterpiste in schweden
Manchmal wird´s schmutzig auf Schwedens Straßen | Bild: Manuela Thom

Ein weiteres nützliches Tool zur Stellplatzsuche ist Google Maps, bzw. die Satellitenansicht. Einfach perfekt um einen Weg etwas bequemer auszukundschaften. Eine Drohne kann auch hilfreich sein, und macht nebenbei vielleicht auch noch ein paar coole Luftaufnahmen.

Die Stellplatz App “Park4Night” geht auch, ist aber mittlerweile so bekannt, dass du nicht alleine stehen wirst. Wenn es mal schnell gehen muss, ist die App sicherlich eine tolle Möglichkeit. Auf den zwei Plätzen, die wir über Park4Night gefunden haben, waren wir mit mindestens zwei anderen Campern.

Alternativ kannst du auch noch bei der Dachzeltnomaden Stellplatzkarte schauen, ob du einen hübschen Übernachtungsplatz findest (oder einen hinzufügen kannst)

Der Sommer kann schnell zum Winter werden!

Je weiter du in den Norden fährst, umso schneller sinken in der Nacht die Temperaturen. Nachtfrost ist keine Seltenheit, auch wenn es tagsüber noch recht angenehm war. Teilweise kannst du im September schon den ersten Schnee bewundern. Dafür musst du noch nicht einmal weit in den Norden fahren.

Mein Tipp: Pack dir eine Extra-Decke ins Zelt, wenn du Bedenken hast. Auch Winter- oder Ganzjahresreifen können in der Übergangszeit nicht schaden. Außerdem kann eine Wärmflasche im Gepäck nicht schaden!

Strom

Kommt auch in Schweden aus der Steckdose. Hier passen auch deine Stecker von Zu Hause. Für die Übernachtung auf Campingplätzen solltest du ein CEE-Adapter dabei haben. 

Wasser auffüllen

Du kannst an fast jeder Tankstelle kostenlos deine Kanister mit Wasser füllen. Wir sind mit 20 Litern für zwei Personen ca. 2-3 Tage ausgekommen. Da das Tankstellennetz sehr dicht ist, brauchst du dir keinen Stress deswegen zu machen. Du wirst nicht auf dem Trockenen sitzen.

Manchmal gibt es auch Quellen aus denen du dein Wasser zapfen kannst. Und ja, auch aus den Seen und Bächen kann man das Wasser trinken. Wenn du dir unsicher bist oder einen empfindlichen Magen hat, kannst du es abkochen oder einen Trinkwassserfilter nutzen.

Mein Tipp: Fülle nach dem Tanken auch deinen Wassertank mit Wasser auf.

Müll entsorgen und sammeln

Ganz klar ist, dass du deinen Müll wieder vom Stellplatz mitnimmst. Bei der Gelegenheit kannst du auch gleich mal schauen, ob du deinen Stellplatz etwas säubern kannst. So hinterlässt du den Platz sauberer, als du ihn vorgefunden hast – sowas ist gerne gesehen und fühlt sich jedes Mal gut an.

Entsorgen kannst du deinen Müll ganz praktisch an Müllsammelstationen oder am  Supermarkt. Da die Schweden den Müll trennen, solltest du das auch tun. Papier und Glascontainer stehen in fast jedem Ort.

Öffentliche Toiletten 

Alles was du oben in dich reinfüllst, muss auch irgendwann wieder raus. In Schweden brauchst du dir keine Sorgen darüber zu machen, dass du in der Wildnis keine Toilette findest.

Eine öffentliche Toilette auf einem Wanderparkplatz
Fast schon ein königlicher Thron – Eine öffentliche Toilette auf einem Wanderparkplatz | Foto: Manuela Thom

Auf fast allen Wanderparkplätzen findest du Toiletten. Aber ich will dich warnen: Es sind Komposttoiletten. Dementsprechend duftet es nicht immer nach Rosen oder anderen lieblichen Düften. Meistens sind die Toiletten aber ganz okay und ein toller Service.

Wenn doch mal keine Toilette in der Nähe ist, hilft für das große Geschäft nur der Klappspaten. Loch schaufeln, rein mit dem “Brownie” und wieder zuschaufeln. Dein Klopapier nimmst du wieder mit, und entsorgst es im nächsten Mülleimer. Dafür eignen sich Hundekotbeutel Hervorragend .

Handynetz

Das Handynetz ist kein Vergleich zu dem, was wir in Deutschland kennen. Du hast praktisch überall Handynetz. Nicht nur das, sondern in den allermeisten Fällen sogar 4G. Egal ob mitten im Wald, oder abgelegenes Hinterland: Google Maps, Netflix, Youtube und Co, funktionieren tadellos.

Selbst in der letzten Ecke hast du in Schweden noch guten Netzempfang | Bild: Mike Wachter

Wenn es mal wieder regnet, kannst du dich in dein Zelt verkrümeln und deine Lieblingsserie streamen. Mitten im Nirgendwo – es ist der Wahnsinn!

Nicht nur zum streamen, sondern auch für die Navigation ist eine gute Verbindung wichtig. Google Maps funktioniert am besten mit schnellem 4G Internet, wenn du die Satellitenkarte nutzt.

Im EU-Ausland kannst du dein Handy bedenkenlos verwenden. Du surfst und telefonierst hier zu den gleichen Konditionen wie im Inland. Darauf weist dich auch in den meisten Fällen eine SMS hin. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du dich vor Reiseantritt bei deinem Mobilfunkanbieter informieren.

Mein Tipp: Wenn du mit der Fähre anreist, solltest du während der Überfahrt unbedingt den Flugmodus deines Mobiltelefons aktivieren oder es abschalten. Die Verbindungskosten können sonst extrem hoch werden, denn auf See gelten die EU-Roaming Regeln nicht!

Die beste Reisezeit 

Schweden kannst du eigentlich ganzjährig bereisen. Jede Jahreszeit hat ihre Vorzüge – und auch ihre Nachteile.

In der Hochsaison können die Gebiete um die großen Seen sowie die Umgebung an den Küsten stark überlaufen sein. Das betrifft dann auch die Campingplätze. Einsamkeit wirst du hier nur schwer finden.

Dachzeltnomadin Sabrina Biermann hat noch ein paar Tipps für dich:

Die Schweden selber machen in der Regel von Juli bis Mitte August Urlaub, in der Zeit sind Schulferien und auch viele Betriebsferien, weshalb gerade beliebte Ausflugsziele ziemlich voll sein können. Dafür muss man bei vielen Attraktionen ab Mitte/Ende August erstmal schauen, ob die überhaupt noch geöffnet haben, damit man nicht vor verschlossenen Türen steht.

Die meisten Schweden können super Englisch, bezahlen alles mit Karte, auch die Kaugummis an der Tankstelle und für ein deutsches Bier bekommt man überall Hilfe. Landschaftlich hat Schweden einfach alles zu bieten von Wald über Küste, den Fjäll (die Berge), so viele Seen und unendlich viel Natur, aber auch Kultur.

DEN Ort zu empfehlen ist echt schwer, denn jeder hat andere Vorstellungen von Sehenswürdigkeiten. Manchmal macht es Sinn auch mal abseits der hoch frequentierten Hotspots zu gucken. Selbst wenn man schon ein paar Mal in Schweden war, entdeckt man doch immer noch wieder einen neuen, zauberhaften Ort.

Wenn du es gerne ruhig magst, dann empfehle ich dir das Frühjahr, oder die Zeit ab September. Dann sind die Temperaturen angenehm und auch die Hotspots sind nicht mehr so überlaufen. Bedenken solltest du aber, dass die Nächte langsam einstellig werden, was die Temperatur betrifft. Das trifft auch auf das Frühjahr zu.

Als Schweden-Anfänger solltest du am besten nicht im Winter reisen. Auch wenn nur im Norden polares Klima herrscht, könnte die Umstellung zu heftig sein. Wenn du im Winter nach Schweden reist, solltest du zumindest Erfahrung im Wintercamping haben.

Alles über Winter-Camping im Dachzelt erfährst du übrigens hier:

Fazit

Schweden kann man nicht mit ein paar Worten beschreiben. Du musst es selbst erleben und vor allem erfahren. Dieses Land lässt sich nicht mit einem Urlaub “abhaken” – Wenn dich Schweden einmal in seinen Bann gezogen hat, wirst du zum Wiederholungstäter.

Traumhafte Sonnenuntergänge an jeder Stelle. Das ist Schweden | Foto: Nicole Borgmann

Lange Zeit war Kanada mein Traumland – ich bin nie dort gewesen, war mir aber sicher, dass nichts vergleichbares gibt. Jetzt wurde ich eines Besseren belehrt: Schweden ist jetzt mein “kleines Kanada”. Und das Beste ist, es liegt viel näher und ich kann mit dem Auto rüberfahren.

Also, worauf wartest du noch? Denk nicht lange nach und auf nach Kanada….ähm ich meine natürlich Schweden.

PS: Wir haben keine Elche gesehen. Aber es ist möglich.

Dachzelt heizen: So kommst du durch den Winter

Finde deinen Dachzelt Händler!

Du kaufst die Katze nicht gerne im Sack? Du möchtest dein zukünftiges Dachzelt vor dem Kauf einmal anfassen und probeliegen? Du suchst einen Dachzelt Händler in deiner Nähe?

Dann schau dich doch einmal auf unseren neuen Händler-Seite um! Dort findest du eine stetig wachsende Übersicht von Dachzelt Händlern auch in deiner Nähe!

Die Nächte werden länger und die Tage kürzer. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür, oder besser gesagt vor dem Einstieg zu deinem Dachzelt. 

Du fragst dich vielleicht gerade, ob du nun deine Dachzelt Saison beenden sollst, oder wie du es anstellen kannst, dass du deine Lieblings Stellplätze auch im Herbst und Winter genießen kannst.

Wenn du keine Lust zu lesen hast, dann schau dir hier das DZN Live passend zum Thema an:

Und genau um das Genießen geht es in diesem Artikel, denn hier erfährst du, wie du auch bei eisigen Temperaturen nicht frierst. Von der Wärmflasche über die Heizdecke bis zur Standheizung für dein Dachzelt – für jede Frostbeule ist etwas dabei.

Ich gehe auf die verschiedenen Wärmequellen ein und erkläre dir alles ganz übersichtlich. Außerdem gibt es noch die ultimativen Tipps und Tricks gegen die Kälte und ich räume endlich mal alle Fragen und Bedenken zur “China Standheizung “ aus dem Weg.

Viel Spaß also beim nicht mehr Frieren.

Zubehör um nicht zu frieren

Warum frieren wir überhaupt?

Der Rheinländer würde sagen: “Ich hab kalt!”, was übersetzt soviel heißt wie: “Mir ist kalt!”. Doch warum ist das so? Einfach erklärt, funktioniert unsere Haut wie ein großes Thermometer, das ständig die Umgebungstemperatur misst. Wenn dieses Thermometer eine beginnende Unterkühlung bemerkt, dann sendet es eine Information an unser Gehirn. 

Dachzeltnomaden Hartschalenzelt Airtop von Autohome im Schneesturm
Abenteuer pur – Wintercamping

Das Gehirn leitet dann wiederum Maßnahmen gege diese “Bedrohung” ein, indem es die Gefäße unter der Haut verengt. Dadurch geht nicht zu viel Wärme an der Hautoberfläche verloren. Es steht somit mehr warmes Blut im Kreislauf zur Verfügung. Dieses wird dann im Kern des Körpers für die lebenswichtigen Organe verwendet. 

Dazu muss man noch wissen, dass der Mensch als Warmblüter eine Körpertemperatur von 37 Grad Celsius benötigt, damit der Stoffwechsel bestmöglich funktioniert. Bei einer Körpertemperatur von über 37 Grad spricht man von erhöhter Temperatur (Fieber). Liegt die Temperatur unter 37 Grad, beginnt eine Unterkühlung. Beide Zustände können lebensbedrohlich werden. Das Frieren ist also eine frühe Schutzmaßnahme deines Körpers.

Zittern und Gänsehaut

Das Zittern und die Gänsehaut sind sozusagen Level 2 der Maßnahmen gegen die drohende Unterkühlung. Wenn das Frieren, also das Einsparen von Wärme, nicht mehr hilft, dann fängt dein Körper an Wärme zu produzieren. Dies tut er mit Hilfe der Muskeln. Sie fangen an unwillkürlich von Entspannung auf Anspannung umzuschalten. Diesen schnellen Wechsel empfinden wir als Zittern. Die Gänsehaut, also das Aufstellen der Körperhaare, ist auch nichts anderes als eine Anspannung der Muskeln, die wir an unseren Haarwurzeln haben. 

Was in der heutigen Zeit nicht mehr so wichtig erscheint, war in Urzeiten ein wichtiger Überlebenstrick des Körpers. Denn als die Menschen noch über mehr Körperbehaarung verfügten, sorgte das Aufstellen dieser kleinen Härchen für eine isolierende Luftschicht zwischen der Haut und der Umgebungsluft. Da wir heute über kein dickes Fell mehr verfügen, müssen wir uns mit anderen Tricks behelfen. 

Frieren Frauen schneller als Männer?

Es mag sicherlich Ausnahmen geben, aber grundsätzlich ist es wirklich so, dass Frauen schneller frieren als Männer. Das Ganze hat zwei wesentliche Gründe: 

Durch die Verengung der Gefäße unter der Haut, bei einsetzender Kälte, sinkt auch der Blutdruck. Wenn das passiert, kommt im Endeffekt weniger warmes Blut an den Extremitäten an. Da Frauen im Allgemeinen einen niedrigeren Blutdruck als Männer haben, erwischt sie der kältebedingte Abfall des Blutdrucks schneller, was sie schneller frieren lässt. Im Grunde genommen trifft dieses Phänomen auf alle Menschen mit einem niedrigen Blutdruck zu. Dazu können auch Männer gehören, oder auch ältere Menschen.

Ein weiterer Grund ist, dass der weibliche Körper über weniger Muskelgewebe verfügt. Wie du oben schon erfahren hast, produzieren Muskeln beim Zittern Wärme. Vereinfacht gesagt kann man also sagen: Mit mehr Muckis bleibts länger warm.

Willst du wissen, wie das beim ersten Dachzeltnomaden WINTER CAMP mit der Kälte war? Hier findest du einen Artikel über das EVENT:

https://dachzeltnomaden.com/2019/02/03/kalt-aber-geil-das-dachzelt-winter-camp-2019/

Warum ist Kälteempfinden so unterschiedlich?

Das ist eigentlich ganz schnell erklärt: Stell dir vor, du lebst in den Tropen und machst Urlaub im herbstlichen Deutschland. Bereits Temperaturen um die 10 Grad Celsius würdest du dann schon als kalt empfinden. Umgekehrt ist es natürlich genauso: Als Gehilfe vom Weihnachtsmann, der ja bekanntlich am Nordpol wohnt, würdest du den Herbst hier in Mitteleuropa als warm empfinden und in deiner Weihnachtsmann-Badehose rumlaufen.

Aber auch dein körperliches Befinden kann, wie oben schon beschrieben, zu einem anderen Kälteempfinden führen. Mit ein paar Fettpölsterchen an der richtigen Stelle bleibt es auch länger warm für dich. 

Dieses Bild zeigt die Aussicht aus einem  Dachzelt auf ein verschneites Tal in den Bergen.
Coole Aussicht im heißen Zelt – einfach großartig!

Zusätzlich gibt es noch die gefühlte Temperatur. Diese unterscheidet sich von der tatsächlich gemessene Temperatur. Hier spielt beispielsweise der Wind eine große Rolle – das kennst du bestimmt auch von besonders windigen Tagen.

Auch die relative Luftfeuchtigkeit spielt beim Temperaturempfinden eine wichtige Rolle. Eine hohe Luftfeuchte im Sommer lässt uns die Hitze oftmals als noch unangenehmer empfinden. 

Was macht Kälte mit unserem Gemüt? 

So wie die Wärme belastend für deinen Körper sein kann (Wärmebelastung), so kann auch die Kälte für eine Belastung des Körpers Sorgen. Hierbei spricht man dann von sogenanntem Kältestress oder thermopsychlogischer Beanspruchung. 

Übersetzt heißt das: Je kälter es ist, umso stressiger wird es für deinen Körper – und wer will schon Stress haben? Schließlich soll deine Dachzelttour doch der Entspannung dienen.

Klare Sache: Du willst also deinem Körper Stress ersparen! Wie du das am besten machst verrate ich dir in den folgenden Abschnitten.

Warme Gedanken – Tipps, Tricks und Mythen

Bevor du zu technischen Hilfsmitteln greifst, versuche es doch erst einmal ganz einfach und mit minimalsten Mitteln. Vielleicht reicht es dir ja, ganz ohne “Fremdenergie” (Feuer, Strom, etc.) ein wenig Wärme in deinen Körper zu bekommen. Logisch: Am besten sorgst du dafür, dass es erst gar nicht kalt wird auf deiner Haut.

Ein paar Tipps und Tricks, aber auch den ein oder anderen Mythos erfährst du hier.

Das Zelt erst kurz vorm Schlafen aufbauen

Du kennst bestimmt diese klamme und unangenehme Kälte. Um diese vor dem Schlafen nicht in dein Zelt zu lassen, empfiehlt es sich, das Zelt erst kurz vor dem Schlafengehen aufzukurbeln. Dadurch kannst du es ein wenig vermeiden, dass sich deine Matratze und deine Schlafutensilien mit Kälte “vollsaugen”.

Das späte Aufbauen hat zwei weitere Vorteile: Zum einen wird dir durch die Bewegung und Anstrengung vom Aufbau wieder warm. Und zum anderen kann sich die Luftfeuchtigkeit, die bei einsetzender Dämmerung höher wird, nicht auf dein Zelt und deine Bettwäsche legen.

Profi-Tipp fürs frei stehen: Ganz nebenbei bleibst du mit einem nicht aufgebauten Dachzelt länger unauffällig an deinem Stellplatz.

Bettzeug und Schlafsack im Auto transportieren

Auch wenn es manche Dachzelte aufgrund ihrer Bauart zulassen, solltest du in der kalten Jahreszeit deine Decken, Kissen und Co. im Auto transportieren. Hier bleibt es einfach länger warm. 

Durch die Heizung, die beim Fahren dein Auto heizt, erwärmen sich auch deine Schlafutensilien, und kommen so vor dem Schlafen schon etwas “vorgeheizt” ins Dachzelt. 

Übrigens bleibt deine Bettwäsche so nicht nur warm, sondern auch trocken und dein Zelt lässt sich zudem noch einfacher schließen.

Gut verpackt – die richtige Kleidung

Wie auch schon am Tag, macht das sogenannte Zwiebelprinzip auch beim Schlafen Sinn. Denn gerade am Anfang ist es oftmals etwas kälter im Schlafsack oder unter der Decke. Später, wenn dein Bett durch deine Körperwärme aufgewärmt ist, kannst du dich dann von ein paar deiner “Zwiebelschalen” trennen. So schaffst du dir ein perfektes Schlafklima. 

Für die großen Frostbeulen unter uns eignet sich Funktionskleidung oder Skiunterwäsche aus Merinowolle am besten.

Mein Tipp: Geh einfach mit deinen Klamotten ins Bett! Na ja, die äußere Schicht solltest du schon ablegen. Aber dein vorgewärmtes T-Shirt, deine Hose oder auch das Halstuch sind die perfekten Bettbegleiter.

Wenn wir unterwegs sind, dann ziehe ich zum “Feierabend” immer die gute alte Trainingshose an. Die behalte ich dann auch im Zelt so lange an, bis es mir zu warm wird.

By the Way: Die Jogginghose gehört für mich übrigens auf jeden Fall in die Top-Ten in der “unbedingt-dabeihaben-Liste”.

Kleidung ans Fußende

Kleidung, die du ausziehst packst du am besten ans Fußende unter die Decke oder in deinen Schlafsack. Dann bleiben die Klamotten angenehm warm, und fühlen sich beim Anziehen am Morgen nicht wie Eiswürfel an.

Alternativ kannst du die Kleidung auch in einen wasserdichten Packsack stecken. Dort bleiben sie auf jeden Fall trocken, wenn du sie trocken reinpackst. Wenn du dann morgens warme Klamotten haben magst, dann leg doch einfach einen kleinen Taschenwärmer in den Packsack und warte noch ein paar Minuten bis zum Aufstehen – du wirst es lieben!

Nasse und feuchte Kleidung ausziehen

Regennasse oder durchgeschwitzte Kleidung solltest du sofort ablegen und gegen trockene Kleidung wechseln. Nasse Kleidung kühlt deine Körper zusätzlich noch viel schneller runter, was unbedingt zu vermeiden ist. 

Du kennst das vielleicht von Personen, die im Eis eingebrochen sind. Hier ist auch die erste Handlung (nach der Rettung) das Ausziehen der Klamotten.

Alkohol wärmt?

Das Gerücht, dass Alkohol dich aufwärmen kann, hält sich schon seit Ewigkeiten hartnäckig im Kopf der Menschen. Klingt ja auch im ersten Moment sinnhaft, denn schließlich wärmen sich so viele Menschen Jahr für Jahr auf Weihnachtsmärkten mit Glühwein auf. 

Dieses Bild zeigt Frost auf Bierflaschen
Mythos Alkohol – Kann er uns wirklich wärmen?


Doch es gibt eine “ernüchternde” Wahrheit! Sicherlich hast du es schon vermutet – ich mag keinen Glühwein! Aber, was ich ich eigentlich sagen will: Alkohol ist kein gutes Mittel gegen Kälte. Er sorgt zwar für eine Erweiterung deiner Zellen und somit für eine bessere Durchblutung. Die stärkere Durchblutung bringt das Blut allerdings auch schneller an die Hautoberfläche. Die scheinbar gewonnene Wärme wird also schnell über die Haut wieder abgegeben. 

Es bringt also gar nichts, sich vor dem Schlafen zu betrinken, auch wenn es sich erst einmal wärmer anfühlt. Durch Alkoholkonsum sinkt die reale Körpertemperatur tatsächlich. Auch die Tatsache, dass man mitten in der Nacht mit Blasendruck aufwacht ist im Winter nicht so toll. Auch ich musste diese Erfahrung schon machen und habe mein Trinkverhalten angepasst… meistens!

Ein heißer Tee vor dem Schlafen wirkt da schon viel besser gegen die Kälte, die einem in den Knochen sitzt. Am besten wirkt Ingwertee, der eine durchblutungsfördernde Wirkung besitzt. 

Die beliebtesten Heiz-Lösungen der Dachzeltnomaden

Wir haben euch in der Facebook Gruppe gefragt, was eure liebsten Heiz-Lösungen für die kalte Jahreszeit sind. Neben dem klassischen Schlafsack, Decken und warmen Klamotten, waren auch technische Lösungen, wie die Standheizung oder die Heizdecke ganz beliebt. Natürlich habt ihr aber auch besonders schöne Methoden wie Kuscheln als Heiz-Lösungen im Dachzelt genannt.

Hier findet ihr die Umfrage mit allen tollen Antworten.

So heizen sich die Dachzeltnomaden mal so richtig ein!

Dachzelt isolieren

Wenn dir deine körperlichen Maßnahmen noch nicht ausreichend gegen die Kälte helfen, dann zieh dein Dachzelt doch einfach wärmer an. Mit einfachen Mitteln kannst die Kälte schon zu einem großen Teil draußen halten – und die Wärme im Inneren.

Bodenplatte

Die einfachste und gleichzeitig eine sehr effektive Variante ist es, deine Bodenplatte zu isolieren. Lege dazu einfach deinen Zeltboden mit dünnen Styroporplatten aus dem Baumarkt aus. Darauf kommt dann wie gewohnt dein Mesh (falls vorhanden) und die Matratze. 

Achte bei der Dicke des Styropors darauf, dass sich dein Zelt immer noch zuklappen oder einkurbeln lässt. Eine Stärke von einem Zentimeter sollte reichen. Mehr schadet aber auch nicht. Es macht die Platten stabiler, so dass sie beim Reinigen nicht so schnell brechen. Bei Klappdachzelten musst du am Klappscharnier die Styroporplatte teilen.

So schaffst du dir für wenig Geld eine tolle Isolierung, und sorgst dafür, dass sich viel weniger Kälte über die Bodenplatte ins Dachzelt schleichen kann.

Thermohauben

Manche Dachzelthersteller bieten für ihre Dachzelte fertige Thermohauben an. Diese werden dann meistens wie eine Art Umhang um dein Zelt geschlungen oder wie eine Kapuze übergestülpt. 

Durch die zweite Lage entsteht eine weitere Luftschicht als Isolation zwischen Thermohaube und Dachzelt. Dadurch entsteht eine maximale Isolation und es fühlt sich so an, als wenn du in einem Dachzelt schläfst, das in noch einem Zelt aufgebaut ist. Für manch einen kann das sehr gewöhnungsbedürftig sein. Aufgrund dieser extremen Isolation kann es unter Umständen passieren, dass mehr Kondenswasser entsteht. 

Die Isolationshülle kann bei vielen Dachzelten nicht während des Transport am Dachzelt verbleiben. Die Hülle muss also abgenommen werden und verbraucht dann zusätzlichen Platz. Besonders wenn sie nass oder feucht geworden ist, ist das Verstauen etwas aufwändiger und du musst später dafür sorgen, dass sie wieder trocken wird, um Schimmel und Stockflecken zu vermeiden.

Aber für wen oder was eignen sich diese speziellen Hüllen überhaupt? Ganz einfach: Wenn du größtenteils in Regionen mit Dauerfrost unterwegs bist, ist so eine Thermohaube für dich eine gute Möglichkeit zum Isolieren. Wenn du meistens in der warmen Jahreszeit und/oder im Süden unterwegs bist, brauchst du eine Thermohaube vermutlich eher weniger.

Durch die zweite Lage wird dein Dachzelt auch besser gegen Wind und andere extreme Wetterereignisse geschützt. Sie hält Kälte außen und Wärme innen, was sie auch zu einer guten Ergänzung zur Standheizung macht – dazu erfährst du weiter unten mehr.

Der Dachzelttyp

Wenn du gerade noch auf der Suche nach einem passenden Dachzelt bist, dann solltest du dir auch die “Temperaturfrage” stellen. Wie oft wirst du bei Kälte im Dachzelt schlafen?

Ein Hartschalendachzelt isoliert besser als ein Klappdachzelt. Das liegt ganz einfach daran, dass die obere und untere Schale die Kälte gut abschottet und die vorhandene Stofffläche im Vergleich zum Klappdachzelt kleiner ist. Bei einem Klappdachzelt trennt dich oftmals nur eine oder zwei dünne Stoffschichten von der Außenwelt.

Brauchst du Hilfe dabei, welches Dachzelt für dich das Richtige ist? Dann schau doch einmal bei unserer Dachzelt Beratung vorbei:

Bevor es heiß wird – Sicherheit geht vor!

Bis jetzt habe ich dir nur passive Methoden vorgestellt, das heißt wir haben noch keine Wärme erzeugt. Zum Erzeugen von Wärme müssen wir “aktiv” werden. Wir brauchen eine Wärmequelle. Und hier kommt mein Lieblingsthema ins Spiel: Die Sicherheit.

Offenes Feuer, oder andere sauerstoffverdrängende Wärmequellen gehören nicht ins Dachzelt oder Vorzelt – dazu gehören auch Gasstrahler. Ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr und Abgasableitung haben Öfen auch nichts in Fahrzeugen zu suchen. Für solche lebensgefährlichen Experimente wirst du hier keine Tipps bekommen.

Elektrische Heizlüfter und Heizstrahler sind auch im Zelt Tabu. Werden sie zugedeckt oder kippen um, kann es in sekundenschnelle zu einem Brand kommen. Ein synthetischer Zeltstoff kann wie ein Brandbeschleuniger wirken und lässt dir im Brandfall keine Zeit zum entkommen. Dein Zelt wird zur Todesfalle!

Wenn du einen Heizlüfter benutzen willst, dann höchstens zum Trocknen des Zelts. Das kann zum Beispiel vor dem Einlagern oder nach einer langen Tour durch Regen sein. Auf keinen Fall solltest du dich während des Heizens im Zelt aufhalten. Bitte nur unter strenger Aufsicht und ohne Matratze und andere Schlafutensilien, direkt mittig  auf der Bodenplatte. Achte unbedingt auf ausreichenden Abstand zu brennbaren Materialien.

Zur Sicherheit bei der Verwendung von Standheizungen habe ich dir weiter unten noch wichtige Tipps zusammengefasst.

Ein bisschen Luxus – ein warmes Bett

Wie man sich bettet, so liegt man – bestimmt kennst du auch dieses Sprichwort. Beim Schlafen im Dachzelt trifft das noch viel genauer zu. Für uns Dachzeltnomaden bedeutet es übersetzt folgendes: Je besser du dein “Bett” an die äußeren Umstände anpasst, umso besser wirst du schlafen.

Wenn du mehr zum Thema “Schlafausrüstung” wissen möchtest empfehle ich dir den Artikel über die Dachzelt Schlafausrüstung.

Decke vs. Schlafsack

Nicht jeder mag dieses Gefühl wie eine Mumie im Schlafsack zu nächtigen. Zu diesem Personenkreis gehöre ich auch. Ich bevorzuge die normale Decke, denn so kann ich mich im Schlaf frei bewegen. Da ich aber auch grundsätzlich glühe wie ein Brikett und nachts wie eine Wanderdüne durchs Zelt rolle, brauche ich vergleichsweise wenig Decke. 

Andere lieben hingegen dieses “eingepackte” Gefühl im Schlafsack. Gerade wenn man alleine schläft, hat ein Schlafsack mehr Vorteile als eine Decke.

Den Schlafsack habe ich mittlerweile auch für mich entdecken können, wenn die Nächte ab dem Herbst kälter werden. Ich mache den Sack aber nur im Fußbereich zu, um das Problem der kalten Füße zu umgehen. Den restlichen Schlafsack nutze ich dann wie eine Decke.

Ich empfinde einen Deckenschlafsack als eine gute Alternative. Beachte beim Kauf, dass du im Bezug auf die angegeben Temperaturbereiche das Dachzelt nicht mit dem Bodenzelt vergleichen kannst. Im Dachzelt ist es von Natur aus wärmer, gerade wenn du deinen Boden isoliert hast. Du kannst also getrost zu einem etwas dünneren Schlafsack greifen.

Tipp: Starte erstmal mit dem was du hast bzw. der Variante, die dir am vertrautesten ist. Später kannst du immer noch ergänzen und Anschaffungen machen, wenn du weißt was du brauchst. 

Bett vorheizen

Einen warmen “Empfang” kannst du dir mit ein wenig Vorarbeit ganz einfach und unkompliziert bereiten. Dabei ist es nicht das Ziel, dein Dachzelt in eine Sauna zu verwandeln, sondern deinen Schlafsack, Matratze oder Decke ein paar Grad aufzuwärmen.

Wärmflasche

Mit einer Wärmflasche kannst du dich genial, einfach und effektiv über eine kalte Nacht retten. Du kannst sie in allen möglichen Größen und Formen kaufen, oder auch gleich mehrere gleichzeitig einsetzen. 

Wärmflasche fürs Dachzelt
Wärmflasche fürs Dachzelt


Du wirst überrascht sein, wieviel Wärme eine Wärmflasche abgeben und speichern kann. Kurz vor dem Schlafengehen platzierst du sie ganz einfach unter deiner Decke oder in deinem Schlafsack. Wenn du dann später ins Zelt krabbelst, ist dein Schlafgemach schön vorgewärmt und fühlt sich ein bisschen nach “zu Hause” an. Mit ein wenig Glück ist die Wärmflasche sogar bis zum nächsten Morgen warm!

Heizdecke (Strom)

Mit einer elektrischen Heizdecke kannst du, ähnlich wie mit einer Wärmflasche, dein Bett im Dachzelt vorwärmen. Der Vorteil einer 12V Heizdecke ist, dass sie eine große Fläche erwärmen kann. Das sorgt ganz schnell für ein gemütlich warmes Feeling unter der Decke.

Du solltest aber bedenken, dass deine Batterie auch in der Lage sein muss, deine Decke mit Strom zu versorgen. Kurz gesagt: Deine Versorgerbatterie sollte möglichst voll sein. Deine Starterbatterie ist für solche Verbraucher nicht geeignet. Hier besteht die Gefahr, dass am nächsten Morgen dein Auto nicht mehr startet. 

Alles über Elektrotechnik in deinem Auto findest du hier:


Aus diesem Grund solltest du deine elektrische Heizdecke – und alle anderen elektrischen Geräte rund um dein Dachzelt –  immer über eine zweite Batterie versorgen. Mit diesem Rechner kannst du dir deine Batteriekapazität ganz einfach ausrechnen:

Tipp: Lege die Heizdecke direkt auf die Matratze und packe zur besseren Wärmeverteilung eine dünne Steppdecke darüber – so spürst du auch nicht die Kabel in der Decke. Das Ganze kannst du dann noch zusätzlich in ein Spannbetttuch einwickeln. So schläfst du schon maximal komfortabel und zwar mit den einfachsten Mitteln.

Die Steinheizung – Heißer Stein vom Lagerfeuer oder Gaskocher

Um ganz rudimentär Wärme unter deine Decke zu bekommen, kannst du dir auch einfach einen Stein nehmen und diesen erwärmen. Das geht am einfachsten neben dem Lagerfeuer oder zur Not auch auf deinem Kocher. 

Achte darauf, dass es deinem Stein nicht zu heiß wird. Vor allem die Schlafsäcke aus Kunstfaser vertragen nicht allzu viel Hitze. Am besten tastet du dich langsam an deine Wohlfühl-Temperatur heran.

Damit es etwas ansehnlich und bequemer wird, kannst du einen heißen Stein mit einem Handtuch umwickeln, dann kann er auch ruhig mal etwas heißer werden.

Ganz hervorragend für deine Steinheizung eignen sich Schamottsteine aus dem Ofenbau. Oftmals findest du diese Steine in alten Nachtspeicheröfen. Diese Steine sind zwar sehr schwer, speichern aber auch gut die Wärme und geben sie gleichmäßig ab. Du musst ja nicht gleich eine ganze Schubkarrenladung mit auf die Reise nehmen.

Oberklasse – Dachzelt heizen

Landstrom

Unter Landstrom versteht man den Strom, den du am Campingplatz oder Stellplatz beziehen kannst. Es handelt sich hierbei um 230V Wechselstrom, wie du es von zu Hause kennst.

Wie bereits erwähnt, sind Heizlüfter ein Tabu im Dachzelt. Du kannst sie zum Trocknen des leeren Dachzeltes einsetzen, oder sie mit einem sicheren Stand und unter Aufsicht in einem offenen Vorzelt einsetzen. Achte dabei auf genügend Abstand zur Zeltwand und anderen brennbaren Stoffen.

Lautlos, aber noch immer nicht ungefährlich sind sogenannte Heizstrahler. Sie haben keinen Lüfter, sondern strahlen die Wärme nur ab. Sie sind von der Leistung vergleichbar mit Heizlüftern. Sie pusten nicht und wirbeln deswegen keinen Staub auf.

Des Weiteren solltest du berücksichtigen, dass ein herkömmlicher Heizlüfter oder Heizstrahler eine Menge Strom benötigt.

Viele Landstromanschlüsse auf Camping- und Stellplätzen sind für solche energiehungrigen Geräte überhaupt nicht ausgelegt. Die Folge: Ständig fliegt die Sicherung des Verteilerkastens heraus. So macht man sich keine Freunde auf dem Campingplatz, weder beim Betreiber noch bei den Nachbarn.

Als nächtliche Heizung eignen sich Heizlüfter und Heizstrahler nicht.

Die oben bereits angesprochene Heizdecke gibt es auch für die normale Haushaltssteckdose, also für 230V. Das ist eine vernünftige Alternative, wenn es darum geht mit Strom zu heizen. Sie benötigt bei Weitem nicht so viel Strom wie ein Heizlüfter, ist sicher und beansprucht deine Batterie nicht. Eine 230V Heizdecke wird im Allgemeinen auch schneller warm als ihre mit 12V “befeuerten” Kollegen.

Dieses Bild zeigt eine 230V Heizdecke
Wärmstens zu empfehlen – die Heizdecke für 230V Quelle: Amazon.de

Gas

Mit Gas kannst du dein Vorzelt heizen. Prinzipiell trifft hier das Gleiche zu, was auch für die Heizlüfter und Strahler gilt: eine Verwendung im Dachzelt kann tödlich enden.

Aufgrund der offenen Flamme kommt noch hinzu, dass du unbedingt für eine ausreichende Belüftung im Vorzelt sorgen musst. Der Sauerstoff, der bei der Verbrennung verbraucht wird, muss ja irgendwie wieder reinkommen. Auf keinen Fall solltest du eine Gasheizung unbeaufsichtigt lassen oder beim Betrieb einschlafen!

Bei der Verbrennung von Gas entsteht Kondenswasser. Je mehr Leistung deine Flamme hat, umso mehr Kondenswasser wird auch entstehen. Auch deswegen ist eine gute Belüftung unerlässlich.

Du kannst mit deinem Gaskartuschenkocher heizen. Dazu gibt es spezielle Aufsätze für die Kochplatte. Darüber hinaus gibt es auch Heizungen, die mit Gaskartuschen betrieben werden. Das ist ganz praktisch, da du diese ja vielleicht sowieso dabei hast. 

Richtig viel Leistung und Wärme kannst du von dieser Art Heizung nicht erwarten, zumal bei längerem Betrieb die Leistung des Brenners nachlässt.

Mehr Wärme bekommst du mit größeren Heizern, die du an entsprechend große Gasflaschen anschließen musst. Das ist dann aber nur noch was für den Platz unter der Markise oder offene Pavillons. Achte bitte unbedingt auf Abstand und ausreichend Lüftung! Auf keinem Fall solltest du so einen Heizstrahler im Zelt benutzen – mal abgesehen davon, das diese Dinger völlig überdimensioniert sind.

Petroleum

Alternativ zum Gas kannst du auch mit einem (kleinen) Petroleumofen heizen. Das Ganze verhält sich ähnlich zum Gasheizer, unterscheidet sich jedoch vom Brennstoff. Petroleumöfen kannst du meistens mit einer Vielzahl von anderen flüssigen Brennstoffen betreiben.

Dieses Bild zeigt einen Petroleumofen
Ein Heizstrahler für Petroleum | Quelle: Amazon.de

Wenn du also schon mit Petroleum kochst, warum dann nicht auch damit heizen. Natürlich nur unter den oben schon genannten Sicherheitsaspekten.

Der Klassiker – Die Diesel Luft-Standheizung

Wenn du viel Wärme benötigst und diese unkompliziert erzeugen möchtest, dann kommst du um eine Standheizung nicht herum. Was früher nur im festen Einbau zu haben war, gibt es mittlerweile auch schon transportabel in der Box. Für mich persönlich ist die Diesel-Luft-Standheizung die beste und effektivste Möglichkeit, das Zelt zu heizen.

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Quelle: Tigerexped.de

Eine Standheizung benötigt nur Diesel, Strom und natürlich Sauerstoff für die Verbrennung. Es gibt auch Standheizungen, die mit Benzin funktionieren. Da diese aber eher Exoten sind, gehe ich auf diesen Typ hier nicht ein.

Dieses Bild zeigt einen Querschnitt durch eine Luft-Standheizung
Querschnitt einer Diesel-Luft-Standheizung | Quelle: Eberspaecher.com

Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach: Diesel wird durch eine Pumpe durch eine Düse in eine Brennkammer gespritzt. Die Brennkammer wird außen von kalter Luft umströmt. Diese Luft erwärmt sich dabei und strömt dann weiter zum Luftauslass in dein Zelt, Fahrzeug oder wo auch immer du warme Luft benötigst. 

Sicherheitshinweis zu Standheizungen

Abgase von Standheizungen müssen von Zelt- und Fahrzeugeingängen sowie Räumen ferngehalten werden. Verwende hierfür am besten Abgasschläuche, um die Abgase so weit entfernt wie möglich auszustoßen. 

Achte auch unbedingt auf die Windrichtung. Die Frischluftansaugung einer Standheizung muss so weit wie möglich vom Abgasschlauch entfernt sein. Wenn du ein Umluftsystem hast, also die warme Luft aus dem Zelt absaugst, um sie wieder zu erwärmen, sorge für eine Zwangsbelüftung im Dachzelt.

Eine Standheizung wird heiß! Ihr Einbauort sollte deswegen an einer Stelle liegen, wo sie ausreichend gekühlt wird. Auch der Abgasschlauch wird sehr heiß uns sollte nicht an hitzeempfindlichen Stellen (Kunststoffe, Kraftstoffleitungen, etc.) verlegt werden.

Festeinbau – Im Auto

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Einbauvarianten. Zunächst erkläre ich dir den Festeinbau im Fahrzeug. 

Den Begriff Standheizung verbindest du bestimmt mit Campingfahrzeugen (Vans) oder Oberklasse PKWs. Hier sind die Standheizungen fest verbaut und befinden sich entweder unter dem Fahrzeug, im Fahrzeug oder auch im Motorraum.

Es gibt beim Festeinbau eine Besonderheit, denn hier unterscheidet man zwischen Luft- und Wasserstandheizungen. Während bei der Luftstandheizung die Luft erwärmt und ins Fahrzeug geblasen wird, wird bei der Wasserstandheizung das Kühlwasser erwärmt.

Dieses erwärmte Kühlwasser ist dann in der Lage über einen Wärmetauscher den Innenraum über die werksseitig verbaute Lüftung zu beheizen. Außerdem wird der Motor durch das zirkulierende und erwärmte Kühlwasser bereits vorgeheizt. Das sorgt dafür, dass der Wagen auch im tiefsten Winter problemlos anspringt. Darüber hinaus wird durch die Vorwärmung der Kaltstart des Motors vermieden, was einen geringeren Verbrauch (auf den ersten Kilometern) sowie einen geringeren Verschleiß zur Folge hat. Kurz gesagt: Mit einer Wasserstandheizung ist dein Motor schneller auf Betriebstemperatur.

Ich möchte mich hier auf die Luftstandheizung konzentrieren, da diese Variante am besten dafür geeignet ist die warme Luft auch in dein Dachzelt zu transportieren. Wenn du also gerade dabei bist, dein Fahrzeug auszubauen, dann bist du hier an der Stelle genau richtig.

Beim Festeinbau einer Diesel-Luft-Standheizung kannst du den Diesel direkt aus dem Kraftstofftank entnehmen. Dazu gibt es spezielle Tankentnehmer, die bei guten Standheizungs-Sets zum Lieferumfang gehören. Natürlich kannst du auch einen zusätzlichen Tank verwenden, wenn du zum Beispiel einen Benziner fährst.

Den Strom für deine Standheizung nimmst du am besten von deiner Zweitbatterie. Zwar laufen die in PKW werkseitig verbauten Standheizungen meistens über die Starterbatterie, jedoch ist dann in den meisten Fällen die Laufzeit der Heizung begrenzt. Ansonsten würde deine Starterbatterie zu tief entladen werden.

Damit es nicht nur im Fahrzeug, sondern auch im Dachzelt warm wird, legst du deinen Warmluftauslass am besten so, dass du noch einen zusätzlichen Schlauch anschließen kannst. Diesen Schlauch führst du dann durch das Fenster nach außen. Bei VW-Bussen eignen sich hierfür die Schiebefenster hervorragend.

Wie du auf den Fotos erkennen kannst, habe ich für meine Heizung den Schlauch durch einen Einsatz für das Schiebefenster geführt. Von dort aus geht er dann direkt ins Zelt. Den Einsatz kann ich ganz einfach montieren und zum Transport im Zelt belassen.

Ich heize mit 2kW Heizleistung den Innenraum vom Bus und das Dachzelt. Dabei wird es im Dachzelt so warm, dass ich bei -5 Grad halb zugedeckt im T-Shirt schlafen kann. Praktisch ist auch, dass ich unser Dachzelt mit der Heizung auch trocknen kann. Auch das Kondenswasser am Boden verschwindet im Nu, wenn man den Luftschlauch mal 10 Minuten unter die Matratze steckt.

Übrigens: Eine Standheizung macht nicht nur im Winter Sinn. Auch im Sommer ist eine Standheizung ganz praktisch, um Kleidung zu trocknen oder einfach mal die Luft zu entfeuchten. Des Weiteren kann ich mit unserer Standheizung auch Lüften, also kalte Luft unter dem Bus ansaugen und ins Auto pusten. Das ist im Hochsommer wie eine kleine Klimaanlage.

Wenn du also über genug Platz und ein ausreichend großes Auto verfügst, ist für dich der Festeinbau eine tolle Möglichkeit. 

Maximal flexibel – Heiße Luft aus der Kiste

Wenn du maximale Flexibilität willst, oder einfach nicht genug Platz für eine Festeinbau hast, dann ist eine Standheizungsbox genau das Richtige für dich.

Die Funktionsweise ändert sich nicht, jedoch benötigst du etwas mehr Material, um die warme Luft an den Zielort zu bekommen.

Bei langen Wegen zwischen Standheizung und Zielort der warmen Luft kann es passieren, dass es zu einem Hitzestau in deiner Standheizung kommt. In diesem Fall geht die Heizung automatisch aus und muss nach einer Abkühlung erneut gestartet werden.

Dem Hitzestau kannst du vorbeugen, indem du möglichst direkte Wege (kein Winkel) für die strömende Luft verbaust oder der Luft im Fall eines auftretenden Hitzestaus die Möglichkeit gibst, an anderer Stelle wieder auszutreten (z.B. mit einem Y-Stück).

Idealerweise ist in der Box, neben einem Dieseltank, auch noch eine Batterie, die deine Heizung versorgt. So bist du völlig autark und kannst dir jeden Stellplatz im Hinterland zu einem heißen Ort machen. Achte aber unbedingt auf Abstand, denn eine Standheizung wird im Betrieb sehr heiß. Am besten schaffst du eine Art räumliche Trennung zwischen Heizung und Tank (und der restlichen Technik). Eine Trennwand aus Metall, wie auf den Fotos von Kevins Box, ist optimal. Zusätzliche Lüftungsschlitze in der Box sorgen außerdem dafür, das kein Hitzestau entsteht.

Hier findest du ein Anleitung von Dachzeltnomade Thorsten zum Selbstbau seiner Diesel-Heizung:

Die Box kannst du neben deinem Fahrzeug aufstellen, oder bei genug Platz auch auf dem Dach oder einem Heckträger montieren. 

das foto zeigt ein y-stück für warmluftschlauch
Wird's dir zu heiß? Dann teile deine Hitze mit einem Y-Stück | Foto: Florian Weih

Die warme Luft gelangt über einen Schlauch ins Zelt. Ein zweiter Schlauch saugt die Luft wieder aus dem Zelt und leitet sie erneut durch die Heizung. Hierbei darfst du das Lüften vom Dachzelt nicht vergessen: Saunagefahr! Mit Y-Verteilern kannst du den warmen Luftstrom aufteilen und ein zweites Zelt heizen. 

Achte darauf, dass die Abgase weit genug vom Ansaugbereich und Zelteingang abgeführt werden. 

Wenn du dir eine Standheizung in der Box bauen möchtest, kann ich dir dieses Video “wärmstens” empfehlen.

Fakten – Leistungsbedarf, Strom- und Kraftstoffverbrauch 

Mit einer 2kW Standheizung kommst du auf jeden Fall schon richtig weit. Bedenke, dass mehr Leistung auch einen erhöhten Dieselverbrauch bedeutet. Ein Beispiel: Meine Autotherm 2D (Planar 2D) verbraucht zwischen 0,1 und 0,3 Liter Diesel pro Stunde. Das hängt natürlich von der eingestellten Leistungsstufe ab. Mit 5kW kannst du schon eine ganze Wohnung heizen, und 8kW reichen für ein Haus! So viel Leistung ist ein wenig übertrieben. Solche Heizungen sind in der Regel aufgrund ihrer Leistung viel lauter im Betrieb als ihre schwächeren Kollegen.

In Sachen Stromverbrauch ist eine Standheizung vergleichsweise ein Sparwunder. Lediglich in der Aufheizphase benötigt sie etwas mehr Strom. Das ist aber nur in den ersten Minuten der Fall. Im Regelbetrieb kommt sie mit ca. 10-30 Watt aus – je nach Leistungsstufe des Lüfters.

Beachte, dass eine Standheizung am “liebsten” unter Volllast läuft. So verhindert man eine Verkokung der Düse. Wenn du nicht immer Lust auf Sauna hast, und deine Heizung meistens auf kleinster Stufe läuft, dann lass sie einmal im Monat eine Stunde mit voller Power laufen. Auf diese Art und Weise kann sich die Düse immer etwas freibrennen.

Mein Tipp für dich: Lieber eine 2kW Heizung unter Volllast betreiben, als eine 5kW Heizung nur vor sich hindümpeln lassen.

Hot or not? – Die “Chinaheizung”

Wenn du noch keine Standheizung dein Eigen nennst, aber vielleicht auf der Suche nach einer brauchbaren Heizung bist, dann bist du bestimmt schon über den Begriff der “China Heizung” gestolpert. 

Dieses Bild zeigt ein Standheizungs-Set
Günstig und gut? Hier erfährst du ob´s stimmt | Quelle: Amazon.de

Der Begriff “China Heizung” wird von vielen Menschen als Synonym für eine Heizung mit minderwertiger Qualität benutzt.

Ich finde das sehr abwertend, denn das Produktionsland ist definitiv kein Indikator für Qualität. Im Gegenteil: Die meiste Technik, die du und ich einsetzen kommt aus China. 

Also mein erster Tipp für dich: Vergiss diesen Begriff!

Im Folgenden werde ich dir eine kleine Entscheidungshilfe mit auf den Weg geben. Am Ende wirst du dann für dich entscheiden können, welche Heizung für dich in Frage kommt.

Die erste Frage, die du dir stellen solltest, ist die Frage nach dem Einbauort. Wenn es ein Festeinbau in dein Fahrzeug werden soll, dann muss deine Heizung unbedingt mindestens über eine Prüfkennzeichnung, eine sogenannte CE-Kennzeichnung, verfügen.

Das Foto zeigt das CE-Kennzeichen
So sieht´s aus: Das CE-Kennzeichen

Nur dann darf laut gültigem Gesetz eine Standheizung fest in ein Fahrzeug eingebaut werden. Hier fallen die ersten günstigen Kandidaten schon durchs Raster. Prüfungen und Zulassungen kosten Geld, deswegen sind Standheizungen mit Zulassung meist etwas teurer.

Das Foto zeigt ein Typenschild von einer Standheizung
Quelle: Standheizungen-online.de

Wenn deine Standheizung in eine mobile Box eingebaut werden soll, dann brauchst du nicht zwingend ein Gerät mit Zulassung. Du könntest also in diesem Fall zur günstigsten Variante greifen.

Was du über günstige Standheizungen wissen musst

In der Praxis ist es ratsam, den Lieferumfang mit den Heizungen der gängigen Markenherstellern zu vergleichen. Oftmals wird hier gespart und auf Zubehörteile verzichtet. Abgesehen von allen Einbaumaterialien (Schläuche, Schellen, Schrauben etc.) sollte mindestens ein Abgasschalldämpfer und eine schallgedämpfte Ansaugung für die Verbrennungsluft dabei sein.

Bei den günstigeren Modellen kannst du dich also darauf einstellen, dass du das ein oder andere Zubehörteil noch nachkaufen musst.

Eine Einbauanleitung ist bei den günstigen Angeboten nur in den seltensten Fällen dabei. Wenn du handwerklich geschickt und einigermaßen technisch versiert bist, sollte dich das aber vor keine allzu großen Probleme stellen.

Auch die Bedienbarkeit spielt eine wichtige Rolle. Achte darauf, dass du kein Exemplar kaufst, bei dem das Display nur auf “Mandarin” dargestellt ist. 

Ansonsten möchte ich noch erwähnen, dass es selbst die namhaften (teuren) Hersteller nicht immer so ernst mit der Bedienbarkeit und Qualität nehmen: Für das Einstellen der Planar 2D am Display braucht man einen Doktortitel in Quantenphysik und Fingergymnastik….!

Auch die Lautstärke der billigen Heizungen hält sich im Vergleich zu den teureren Kollegen in etwa auf dem gleichen Niveau. Jedoch solltest du wissen, dass die Lautstärke in erster Linie von der Leistung der Heizung abhängt und natürlich von den Schalldämpfern.

Ich rate dir, in jedem Fall, zu einem Schalldämpfer in der Ansaugung und einem im Abgasstrang. Damit schaffst du dir schon ein Wenig Ruhe – und deinen Nachbarn auch!

Das Foto zeigt einen Schalldämpfer in der Ausströmung
Sorgt für mehr Ruhe – der Schalldämpfer in der Ausströmung | Foto: Florian Weih

Noch weniger Geräuschemission hast du, wenn du zusätzlich einen Schalldämpfer in die Warmluftleitung einbaust. Das setzt aber wiederum mehr Platz voraus. Auch die Dieselpumpe kannst du gegen ein Flüster-Modell auswechseln. Das Klicken der Pumpe kann je nach Einbaulage schon sehr nervig sein. 

Solltest du dir den Einbau oder den Zusammenbau nicht zutrauen, dann frag doch einfach in unserer Facebook-Gruppe um Hilfe, oder schau dich bei der KFZ-Hilfe der Dachzeltnomaden um:

Was ist besser an den “teuren” Standheizungen?

Grundsätzlich ist hier immer eine Zulassung vorhanden. Darüber hinaus sind schon deutliche Unterschiede in der Verarbeitungs- und Fertigungsqualität zu sehen. Teilweise ist die Haptik der Bedienelemente und auch die Qualität des Zubehörs um einiges höher. Aber deswegen funktioniert eine teure Heizung nicht besser. Im Fehlerfall kannst du mit besserem Support rechnen – zumindest deutschsprachig. Auch die Ersatzteilversorgung ist bei Markenherstellern besser.

Klare Kante – das Fazit

Technisch funktionieren teure und günstige Heizungen alle gleich: Sie machen warme Luft! Sogar die Bauform und das Innenleben ist bei den günstigen Heizungen identisch mit den Markenheizungen.

In eine Standheizungs-Kiste, die ich vielleicht drei- bis viermal im Jahr benötige, würde ich mir ohne Bedenken eine günstige Heizung einbauen. Weil ich gerne bastel, besorge ich mir alle fehlenden Teile separat und habe so für kleines Geld ein heißes Zelt.

Beim Festeinbau hingegen, würde ich immer zu einem Markengerät greifen. Erstens wegen der Zulassung und zweitens wegen der Beanspruchung. Denn ein Heizungsgehäuse, dass unter dem Fahrzeug montiert ist (z.B. beim VW Bus), ist ständig Wind und Wetter ausgesetzt – und meiner Vorliebe für Feldwege 😉

Ein sehr informatives Video über das Thema findest du hier: 

Warme Worte zum Schluss


Taste dich an die kalten Temperaturen heran und teste, wann deine Komfortzone endet. Dann kannst du sie mit viel oder wenig Aufwand erweitern. Nach deiner ersten Frostnacht im warmen Dachzelt wird du dir richtig cool vorkommen – aber nicht im Sinne deiner Körpertemperatur. Wer zeltet schon bei Minusgraden? Du! 

Aber denke immer daran: Irgendwann musst du auch wieder aus dem warmen Dachzelt raus – also zieh dich warm an und hab ne geile Zeit!

Das Dachzeltauto Aus-und Umbauten

Leben aus dem Kofferraum

Wir Dachzeltnomaden sind freiheitsliebende Individualisten, die das Abenteuer suchen und dem Alltag entfliehen. Dein ganzes (Urlaubs)-Leben findet mehr um als in deinem Auto statt. Praktisch gesehen lebst du aus deinem Kofferraum heraus – wenn du nicht gerade im Dachzelt schläfst.

Platz ist in der kleinsten Hütte! Die wenigsten Dachzeltmobile sind große Vans, Wohnmobile oder Kastenwagen. Viele Dachzeltnomaden nehmen ihre ganz normalen Alltags-PKWs und bauen diese zu Campingmobilen um. 

Genau da liegt die Herausforderung: Wie baue ich mein Alltagsauto um? Muss ich Handwerker sein? Was gibt es für einfache Möglichkeiten? Was darf ich und was sollte ich besser lassen? Wie halte ich Ordnung und habe gleichzeitig immer alles Griff parat?

Wir zeigen dir wie es geht: Vom ausgeklügelten Baukasten-Kistensystem, bis hin zum aufwändigen Fahrzeugausbau mit Auszügen und Schubfächern, in diesem Artikel erfährst du, alles über die verschiedenen Ausbauvarianten für Kofferraum und Co.

das Foto zeigt Unordnung im Auto
Wenn das Chaos bei dir herrscht, bist du hier genau richtig! Foto: Verrate ich lieber nicht!

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, dann schau dir doch das DZN Live zum Thema Dachzeltauto Aus- & Umbauten an. Hier verschaffen dir Rebecca, Thilo und Stefan einen ersten Überblick über die einzelnen Möglichkeiten, wie dein Fahrzeug zum Dachzeltmobil wird:

Keep it simple

Im Wesentlichen beschränke ich mich in diesem Artikel auf drei verschiedene Ausbaustufen. Hier geht es nicht um Campervans, Kastenwagen und große Fahrzeuge. Das würde den Rahmen sprengen – Ich beschränke mich maximal auf die “Caddy-Klasse”

  • Einfach: Ausbauten ohne Veränderungen am Fahrzeug
  • Mobil: Ausbauten mit leichten Veränderungen am Fahrzeug
  • Fest: Komplettausbauten für den dauerhaften Verbleib im Fahrzeug

Am Ende kannst du entscheiden, welche Variante für dich am besten passt. Wenn du noch keinerlei Ideen hast, wie dein Ausbau später Aussehen soll, dann bist du hier ebenfalls genau richtig: Dutzende Dachzeltnomaden aus unserer Facebook-Gruppe gewähren dir einen Einblick in ihr Hinterstübchen…. also ihren Kofferraum. Die ganzen Fotos mit Erklärungen findest du im letzten Abschnitt dieses Artikels.

Unsere große Community hat auch maßgeblich zum Inhalt dieses Artikels beigetragen – wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken möchte. Im Rahmen der Themenwoche haben wir eine Umfrage in unserer Facebook-Gruppe gemacht. Hier siehst du das Ergebnis.

So reisen unsere Gruppenmitglieder. Fast die Hälfte bevorzugt einfache Lösungen.

Insgesamt haben über 600 Gruppenmitglieder bei der Umfrage mitgemacht. Das Ergebnis zeigt ganz klar, dass die meisten von uns eine einfache Lösung bevorzugen. Kein Wunder, denn damit erhälst du die maximale Flexibilität und kannst deine Familienkutsche ohne Aufwand in einen Camper transformieren – Die Ikea-Tüte reicht 😉 und die Technik wird in Akkukiste und Co. verstaut.

Die Minimalisten werden in der Umfrage dicht gefolgt von den “Mobilisten” – diese Fraktion hat leichte Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen, um den Ausbau bzw. das Gepäck und die Technik zu verstauen. Rahmenkonstruktionen aus Holz oder Alu tragen Kisten und Boxen. Auszüge befördern die Küchenkiste ins Freie, um dort bequem kochen zu können. Der ganze Ausbau ist aber – wie der Name schon sagt – mobil und ist jeder Zeit rückbaubar.

Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, einen festen Ausbau zu haben. Dieser verbleibt dauerhaft im Auto. Die wenigsten haben also einen festen Ausbau. Warum ist das so? Ganz einfach: Die meisten Dachzeltnomaden nutzen Alltagsfahrzeuge. Ein fester Ausbau setzt prinzipiell ein größeres Fahrzeug voraus. Ganz hoch im Kurs stehen hier die sogenannten Hochdachkombis.

Achtung: Du bist kein Schwertransport

Alles, was du an Gewicht in deine Konstruktion steckst – oder baust – musst du von deinem maximalen Gepäckgewicht abziehen. Also, bevor es am Ende nur noch für Badehose und Flip-Flops reicht, sollte alles was du an Platten, Rahmen und Kisten in dein Fahrzeug einbaust möglichst leicht sein. Dein zulässiges Gesamtgewicht von deinem Fahrzeug solltest du immer im Blick haben. 

Wo finde ich Gewichtsangaben zu meinem Fahrzeug?

In der Zulassungsbescheinigung Teil eins – Fahrzeugschein – findest du unter G das Leergewicht deines Fahrzeugs. Unter F.1 findest du das zulässige Gesamtgewicht. Die Differenz aus F.1 und G ergibt dann deine maximale Zuladung. 

ein foto von einem Fahrzeugschein

Übrigens das Leergewicht ist in deutschen Fahrzeugscheinen immer mit vollem Tank angegeben.

In Österreich wird wird das Leergewicht und auch die maximal zulässige Gesamtmasse ebenfalls mit G und F.1 angegeben. In der Schweiz findest du diese Angaben unter 30, 32 und 33 im Fahrzeugschein. 

ein foto von einem Fahrzeugschein aus der schweiz

Alles Schwere kommt von hinten – Die Ladungssicherung

Bevor es mit dem Ausbau losgeht, muss ich noch ein paar Worte zur Sicherheit loswerden. Alles, was du in deinem Fahrzeug transportierst, muss entsprechend gesichert werden. Du bist als Fahrer verantwortlich für die Ladung. Behandle also deine Ladung so wie dich selbst – klingt komisch, aber schließlich schnallst du dich ja auch an, bevor es losgeht.

Auch kleine und vermeintlich leichte Gegenstände können sich bei einer Vollbremsung in gefährliche Geschosse verwandeln. Verstaue alles sicher in Taschen, Kisten oder Boxen und fixiere diese mit Gurten oder Bändern.

Spätestens wenn dein Kistenturm die erste Lage überschreitet, solltest du dafür sorgen, dass dein Ordnungssystem ordentlich gesichert ist. Um möglichst flexibel zu bleiben, kannst du kleine Spanngurte einsetzten, und diese im Kofferraum an den Transportösen befestigen. 

ein Foto von einem kleinen spanngurt
Ein einfacher Spanngurt hält deine Ladung an Ort und Stelle

Für kleinere oder einzeln stehende Kisten kannst du auch solche Zurrgurte einsetzen.

ein foto von zurrguten
Zurrgurte reichen für kleine und leichte Kisten in den meisten Fällen aus

Was halten meine Ösen und Befestigungspunkte aus?

Vielleicht hast du schon mal von der Bezeichnung daN gehört. Dieses Kürzel steht für Dekanewton und die Einheit, die auf Spanngurten als sogenannte Bruchlast angegeben wird. Da jeder(Spann-) Gurt auch einen Anschlagpunkt zur Befestigung braucht, wird auch hier die Bruchlast in daN angegeben.

Was bedeutet das für deine Ladungssicherung? Einfach gesagt darfst du an eine Öse mit der Bruchlast von 800 daN eine Last von ungefähr 800kg befestigen (nicht mehr!) Die Angabe findest du auf Gurten und anderen Absicherungsmaterialien auf den Typenschildern und bei Fahrzeugen im Handbuch.

Gewicht einsparen

Auch bei kleinen und minimalistischen Ausbauten empfiehlt es sich, dass du Gewicht einsparst. Jedes weitere Kilo bedeutet unterm Strich einen Mehrverbrauch von Treibstoff und spiegelt sich auch im Fahrkomfort wieder.

Im Prinzip kannst du dir deinen Ausbau wie den menschlichen Körper vorstellen: Das Skelett ist die Rahmenkonstruktion und bildet das Gerüst, das die Kraft aufnimmt und das Gewicht trägt. Die Haut ist vergleichbar mit allen Verkleidungsteilen und Platten, auf den kein Gewicht lastet. Hier lässt sich Gewicht sparen: Wer will schon schwere Haut 😉 Nicht tragende Teile sollten also möglichst dünn sein.

An deinen Holzplatten kannst du zum Beispiel durch gezielte Aussparungen Gewicht sparen. Im Einzelnen scheinst das oftmals nicht viel Einsparung zu sein, aber hier zählt unterm Strich die Summe!

Leichtbau im Van
Gezielte Ausschnitte sparen Gewicht und beeinträchtigen die Stabilität nicht.

Wenn du im späteren Verlauf mit Rahmenkonstruktionen deinen Ausbau machst, kannst du durch geschickte Winkelkonstruktionen auch mit dünnen Rahmen viel Stabilität erreichen und gleichzeitig eine Menge Gewicht einsparen.

Du musst jedoch kein Statiker sein, um deinen Ausbau zu planen. Mein Tipp für dich: Schau dir mal Konstruktionen von Brücken oder Flugzeugen an. Mit diesen Inspirationen kannst du die coolsten Ausbauten basteln und am Ende sogar behaupten, dass dein Ausbau aus der Luftfahrttechnik stammt – das macht am Lagerfeuer eine Menge Eindruck.

Einfache Ausbauten – einfach & schnell

Den schnellsten Einstieg in die Welt des Ausbaus bekommst du, wenn du einfach das nutzt, was schon vorhanden ist. Du kannst Sitze umlegen, Sitzflächen nutzen, Stauräume und Fächer nutzen, wie es dir beliebt. Wenn du genau hinschaust, wirst du feststellen, dass du dein Fahrzeug auch ohne umfangreichen Umbau sehr universell einsetzen kannst.

Warum ein reversibler Umbau?

Nicht Jeder hat Lust sein Fahrzeug dauerhaft zu einem Campingmobil umzubauen. Ganz zu schweigen davon, eventuell sogar Löcher oder Aussparungen in die Karosse zu bohren. Für das Nutzen der gegebenen Bedingungen im Fahrzeug ohne daran irreversible Veränderungen vorzunehmen, kann es mehrere Gründe geben: 

  • Es ist nicht dein Fahrzeug (Firmenwagen etc.)
  • Du möchtest flexibel bleiben und alles schnell wieder rückgängig machen können (Alltagsauto, Familienwagen)
  • Du möchtest dein Fahrzeug (später) im Originalzustand wieder verkaufen
  • Du hast keine Lust zu basteln oder kein Werkzeug
ein foto von einem Camping Kofferraum ausbau
Erinnert ein bisschen an Tetris – Kisten rein und los! So genial einfach kann Ordnung sein | Foto: Tim Kramarczyk

Wenn du also nur ab und zu oder spontan zu deinem Dachzeltabenteuer aufbrichst und dein Auto nicht nur ein reines Campingfahrzeug sein soll, dann brauchst du dir über einen dauerhaften Umbau keine Gedanken zu machen. 

Kisten rein, und los! Die meisten Dachzeltnomaden fangen klein an. Das ist auch das, was ich dir empfehlen würde: Arbeite erstmal mit dem was du hast, oder was vorhanden ist. Optimieren kannst du später immer noch.

Beachte aber: Gerade bei der einfachsten Art des Ausbaus darfst du die Ladungssicherung nicht außer acht lassen. Dafür nutzt du am besten vorhandene Ösen und Halterungen, denn die halten eine Menge Gewicht aus. Diese findest du überall dort, wo zum Beispiel deine Sitze oder Gurte mit der Karosserie verbunden sind. Im Kofferraum  findest du Ösen ganz oft unter dem Teppich, ein wenig versteckt in den Ecken.

Ein Leben aus Tüten, Taschen und Kisten

Jeder fängt mal klein an. Das ist auch die Devise: Bevor du nicht genau weißt, was du brauchst, solltest du nicht über einen aufwändigen Ausbau nachdenken. Ein einfaches Provisorium reicht, um festzustellen, was dir wichtig ist und was du an welcher Stelle im Auto brauchst. 

Die einfachste Art sich eine Ordnung zurecht zu legen ist das Ikeatüten-System. Das eignet sich besonders, wenn du einen kleinen Wagen hast oder einen Kofferraum mit vielen Winkeln und Ecken.

Wenn diese gut gefüllt sind, dann passen sie sich den Konturen deines Kofferraums an und nutzen so auch die kleinste Ecke aus. Natürlich kannst du auch verschiedene Größen und Tragetaschen von anderen Möbelhäusern einsetzen 😉

Dieses Packsystem ist das Einfachste und mega flexibel. Du kannst in der Wohnung deine Taschen packen und sie dann im Kofferraum verstauen. Nach der Reise kannst du dein Auto im Handumdrehen wieder in ein Alltagsfahrzeug verwandeln.

Es muss übrigens nicht immer der Kofferraum sein. Die flexiblen Tragetaschen passen auch perfekt in den Fußraum (bitte nicht beim Fahrer). Auch auf der Rücksitzbank finden sie Ihren Platz. Dort kannst du sie mit den Sicherheitsgurten perfekt sichern.

Mehr Ordnung? Mach´s mit Kisten!

Mit Transportboxen kannst du deinen Ausbau auf eine neue Ebene heben. Sogenannte Euroboxen gibt es in vielen verschiedenen Größen und Ausführungen. Sie lassen sich perfekt stapeln und für vielseitige Zwecke einsetzen.

Stapelsystem mit Euroboxen | Foto: Rebecca Roß

Ob Kleiderschrank, Küche, Geschirrschrank, Badezimmer – Euroboxen können alles im Dachzeltmobil sein. Deiner Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. 

Es gibt sie mit oder ohne Deckel. Die Deckel kannst du übrigens auch prima als Tischersatz für den Schoss oder als Tablett für das Frühstück ans Dachzelt-Bett benutzen.

Noch ein Vorteil von Euroboxen: Sie sind aus Kunststoff oder Aluminium – beide Materialien lassen sich leicht bearbeiten. So kannst du sie nicht nur zum reinen Transport von Kleidung, Lebensmittel usw. einsetzen, sondern auch Löcher zur Ladungssicherung einbauen oder sogar eine Küchen-Kiste daraus bauen. Dazu kommen wir später noch. 

Aber es müssen nicht immer Euroboxen sein. Wie wäre es mit einem System aus stapelbaren Werkzeugkisten?

Werkzeugkisten als Sortiersystem | Foto: Frank Brödner
Tetris mit Schubladencontainern | Foto: Natalie Ewen

Ein weiterer großer Vorteil von Boxen und Kisten ist, dass du sie zu Hause vollpacken und sie dann in dein Fahrzeug laden kannst. Wenn deine gepackten Kisten zu Hause immer vollgepackt auf dich warten, bist du mega flexibel und kannst auch mal spontan in dein Abenteuer starten.

Mehr Struktur? Mach´s mit Regalen

Für eine einfache Lösung müssen es nicht immer Euroboxen sein. Auch mit Kisten und Regalen eines sehr bekannten und großen schwedischen Möbelhauses lassen sich praktische Ordnungssystem basteln. Im Handumdrehen verwandelt sich dein Kofferraum in ein buntes Schubladensystem.

ein Foto vom Kofferraumausbau eines Campers
Mit freundlichen Grüßen aus Schweden – Der Ikea-Ausbau. Foto: Anja Armerding

Mega praktisch, denn hierzu musst du noch nicht einmal handwerklich begabt sein. Die Bauanleitung ist hierbei die einzige Hürde, die du zu meistern hast. Einmal zusammengebaut, kannst du deinen schwedischen Ausbau in deinem Kofferraum platzieren. Nur noch sichern – am besten mit Spanngurten – und los geht´s.

Die fertigen Möbel lassen sich meist auch noch individuell lackieren, sodass du dem Ganzen noch einen persönlichen Touch geben kannst. Auch für leichte Anpassungen, Änderungen oder Ergänzungen brauchst du kein Spezialwerkzeug –  oft reicht die Stichsäge, der Akkuschrauber und eine Handvoll Schrauben.

Noch mehr Platzbedarf? Pack´s auf dein Dach

Wenn du voll flexibel sein möchtest, dann kannst du dir sogar wasserdichte Kisten anschaffen. Diese kannst du dann wahlweise im, oder sogar auf deinem Auto transportieren. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du Platz schaffen willst und Dinge transportieren möchtest, die nicht unbedingt ins Auto gehören.

Wasserdichte Kisten gibt es in allen möglichen Größen  aus Kunststoff und aus Aluminium. 

Ein foto, dass dachbeladung bei einem  T4 zeigt
Je Gößer das Dach, desto mehr Platz hast du für deinen Kram | Foto: Bastian Siebert

Gummistiefel, Feuerholz, Werkzeug und andere sperrige Gegenstände kannst du dir aber nur dann auf dein Dach packen, wenn du mit deiner Dachlast noch nicht an der Grenze bist.

Wie dein Dachzelt ist alles, was du auf deinem Dach transportierst, Ladung. Dementsprechend musst du darauf achten, alles was du auf deinem Dach transportierst ordentlich zu sichern.

Mehr Spaß mit Multifunktionskisten

Wie oben schon erwähnt, kannst du deine Kisten und Kästen ganz einfach auf deine Bedürfnisse anpassen und bearbeiten. Wie wäre es mit einer Küchenkiste, Akkukiste oder Standheizungskiste um. Je nach Bedarf gibt es die entweder fertig zu kaufen oder du konstruierst dir einfach deine eigene mobile Kiste nach deinen Vorstellungen.

Diese Multifunktionskisten haben den entscheidenden Vorteil, dass du sie je nach Situation im Auto oder auch an einer beliebigen Stelle im Freien benutzen. Dadurch wird dein Kofferraum-Tetris noch flexibler.

Küchenkisten

Eine zur Küchenbox umgebaute Kiste kannst du zum Beispiel bequem ausladen und in dein Vorzelt oder einfach auf den Boden stellen. Dann brauchst du nicht im Kofferraum kochen, und dampfst dir so nicht dein Auto voll.

eine Heckküche auf einem Auzug
Gibt es fertig oder zum selberbauen – die Küchenbox | Foto: Jörg Strang

In eine Küchenkiste gehört alles, was du zum Kochen brauchst. Je nach Größe kannst du einen Deckel mit Ausschnitt verwenden, in den du dann sogar ein kleines Spülbecken integrieren kannst. Deinen Gaskartuschenkocher kannst du gleich daneben aufbauen. Schon ist deine Dachzelt-Küche fertig.

Natürlich kannst du deine mobile Küche ganz nach deinen Vorlieben zusammenstellen – lass dich dazu einfach von der unten abgebildeten Fotos inspirieren.

Eine Spükiste mit Wasser und Abwasser tank
Eine Küchenbox aus Aluminium | Foto: Michael Schwarz

Akkukiste

Eine weitere Möglichkeit für eine spezielle Kiste ist die Akkukiste. Darin verbirgt sich ein eingebauter Akku, der deine Geräte unterwegs mit Strom versorgt. Ein paar Stecker sorgen für die richtigen Anschlüsse. Aufgeladen wird der Akku entweder über die Lichtmaschine, Landstrom oder Solar. Wie “groß” dein Akku sein muss, kannst du im Akkurechner berechnen.

ein foto von einer transportablen Akkukiste
Power in der Box – Die Akkukiste

Wenn du es schlau anstellt, kannst du sogar eine Akkukiste mobil um dein Auto herum benutzen. Natürlich kannst du sie bei Nichtbenutzung auch wieder zu Hause einlagern und in Ruhe aufladen – so hast du immer genug Saft am Start.

Standheizung in der Box

Gerade in der Übergangszeit oder auch im Winter ist für den ein oder anderen eine Heizung ein unverzichtbares Luxusgut. Verständlich, wenn man bedenkt, dass wir Dachzeltnomaden auch nicht vor Temperaturen von unter -13°Grad zurückschrecken.

In einer Standheizungsbox befindet sich idealerweise eine Standheizung mit allem, was zum Betrieb benötigt wird. Dazu zählt der Kraftstofftank und ein Akku zum Betreiben des Heizgebläses. Praktisch: Die Spannungsversorgung kann auch über eine Akkukiste erfolgen – vorausgesetzt du hast eine an Bord.

Bitte beachte, dass du Standheizungs-Boxen nur im Freien verwenden solltest, zumindest solltest du dafür sorgen, dass die Abgase ungehindert abziehen können. Verwende einen möglichst langen Abgasschlauch und stelle sicher, dass keine Abgase in die Zuluft gelangen können.

https://dachzeltnomaden.com/2017/11/25/dachzelt-heizung-selbstgebaut-planar-2d-im-alukoffer/

Mobile Ausbauten –  herausnehmbar & flexibel

Du merkst, dass das Kistengeschiebe nicht das Richtige für dich ist, oder hast einfach den Bock oder Mut, einige kleine Änderungen an deinem Fahrzeug zu machen?

Wenn du Lust auf ein bisschen mehr Luxus jenseits von Euroboxen hast, dann könntest du über einen herausnehmbaren Ausbau nachdenken. Mehr Ordnung und Struktur, aber alles mit dem Ziel, keine grundlegenen Veränderungen am Fahrzeug vorzunehmen.

Schubladen als heckausbau
Tschüß Kistengeschiebe, hallo Schuladen! | Foto: Alex Thoma

Über einen mobilen Ausbau solltest du nachdenken, wenn folgende Punkte für dich zutreffen:

  • Du möchtest maximalen Platz haben aber dein Auto nicht jederzeit wieder zurückbauen.
  • Du verbringst zu viel Zeit damit, in Tüten zu suchen und Kisten zu stapeln
  • Du verreist regelmäßig und oft mit Dachzelt oder wohnst sogar in deinem Mobil
  • Du schreckst nicht davor zurück, ein paar Schrauben zu lösen

Veränderungen am Fahrzeug – was ist zu beachten?

Was darf ich eigentlich und was darf ich nicht, wenn ich dauerhafte Veränderungen am Fahrzeug vornehme? Im Folgenden gehe ich auf ein paar wichtige Punkte ein, die du beachten solltest, bevor du mit deinem Umbau loslegst.

Alle Elemente, die du in deinem Fahrzeug verbaust, solltest du auch mit der Karosserie verbinden. Dabei können Spanngurte wieder sehr hilfreich sein. Die ein oder andere Schraube ins Blech schadet deinem Wagen auch nicht. Hier können auch wieder die vorhandenen Ösen und Befestigungspunkte nützlich sein. Aber Vorsicht: Bei vielen Fahrzeugen befindet sich der Kraftstofftank unter der Rücksitzbank. 

Dein Ausbaukonzept darf natürlich auf keinen Fall deine Sicht auf die Straße verdecken. Das ist sozusagen deine zweite Spielregel im Ausbauzirkus. Für dich heißt das im Klartext, dass die Beladung auf der Beifahrerseite keinesfalls höher sein darf, als die Unterkante des Seitenfensters. So kannst du auch weiterhin alles gut einsehen und deine Außenspiegel erfüllen weiterhin ihre Funktion. 

Besondere Vorsicht ist bei folgenden Punkten geboten:

  • Schrauben und Muttern: Viele Schrauben im Fahrzeugbau verfügen nicht über metrische Gewinde. Das heißt sie sind nicht 1:1 austauschbar gegen herkömmliche Schrauben. Oftmals sind Schrauben oder Muttern aus Sicherheitsgründen auch nur einmalig verwendbar. Beim erneuten Verschrauben müssten sie durch Originalteile ersetzt werden. Achte beim Wiedereinbau auch auf die Anzugsdrehmomente der Schrauben, und denke immer daran: Nach fest kommt los! Tipp: Für die spätere Verwendung solltest du dir deine Schrauben beschriften.
  • Stecker und Leitungen: Vor allen Arbeiten an der Elektrik bitte immer deine Batterie abklemmen.
    Manchmal ist es nötig, dass du eine Steckverbindung trennst, um an gewisse Stellen zu kommen, oder deinen Sitz ausbauen zu können. Wenn du Komponenten ausbaust, oder entfernst, dann kann es zu Fehlermeldungen kommen. Je nach Fahrzeughersteller kann schon eine umgebaute Leuchte für eine Meldung im Cockpit sorgen.
    Beschrifte dir deine Stecker und Leitungen, damit du später alles wieder zusammenbauen kannst. Ein Foto vom Originalzustand ist auch sehr hilfreich.
  • Garantie vom Fahrzeug: Kein Hersteller sieht es gerne, wenn man an “seinem” Fahrzeug selber Hand anlegt.
    Konkret heißt das, wenn du im Garantiefall mit deinem komplett umgebauten Kombi zur Vertragswerkstatt fährst, wird man dir im Zweifelsfalls zu verstehen geben, dass deine Garantie erloschen ist. Es kommt natürlich immer auf den Fall an und ist sicherlich auch abhängig vom Hersteller.
    Da die Garantie ohnehin nur Neuwagen betrifft, ist dieses Thema nur in den ersten Jahren interessant. Tipp von mir: Sprich mit der Werkstatt über dein Vorhaben und zwar VOR dem Umbau! Im direkten Dialog sind die Meisten mega freundlich und interessiert. Bei meinem Vorhaben wurden mir sogar Stromlaufpläne zur Verfügung gestellt – einfach nett und ehrlich Fragen!
  • Fahrgestellnummern und andere wichtige Nummern solltest du auf keinen Fall mit deinem Ausbau bedecken. Das gibt spätestens dann Ärger, wenn der Zollbeamte im Kosovo nach deiner Nummer sucht 😉
  • Löcher und Bohrungen im Blech müssen unbedingt gegen Korrosion geschützt werden, sonst fängst an zu rosten!

Kreative Köpfe, Kisten und Boxen

Raum schaffen – wer braucht schon Sitze?

Hand aufs Herz: Wie oft nutzt du deine fünf Sitzplätze im Auto wirklich? Oder hast du vielleicht sogar noch mehr Sitze, die du eigentlich nur leer spazieren fährst? Wenn du einen oder mehrere Sitze nicht benötigst, dann nutze den Platz doch lieber als Stauraum.

Klapp sie um!

Sitze umgeklappt und eine Rahmenkonstuktion aus holz zum Campen
Ein typischer Zweisitzer mit viel Stauraum und Schlaffunktion | Foto: Fabian Kremer

Bis jetzt habe ich dir ja nur etwas über die Ausbauten erzählt, die du ganz unkompliziert und ohne Spuren ein- und ausbauen kannst. Wenn du noch mehr Platz benötigst, aber dein Fahrzeug schon voll bis oben hin ist, dann kannst du nicht benötigte Sitze umklappen.

Das Umklappen der Sitze ist der erste Schritt zu mehr Platz. Einfacher geht's nicht – und das Beste: Die Sitze hast du immer dabei, falls du doch mal ein paar mehr Personen mitnehmen willst. Mit umgeklappten Sitzen entpuppen sich manche Fahrzeuge als wahre Stauraumwunder. 

Du wirst dich wundern, was man alles in einem Renault Twingo transportieren kann – ich spreche da aus Erfahrung. Wenn du gerade auf der Suche nach einem neuen Fahrzeug bist, mach doch einfach mal den “Umklapptest”. Vielleicht stellst du dabei fest, dass dir das Umklappen der Sitze völlig ausreicht. 

Hau sie raus!

Wenn du keine Familie besitzt, dann bist du wie die meisten deutschen Autofahrer eher zu zweit oder alleine unterwegs. Warum nicht gleich auf Sitze verzichten? Der Ausbau der Sitze bringt dir den meisten Platz, ist aber auch mit einem gewissen Aufwand verbunden. 

Hier fehlt was – eine halb ausgebaute Rücksitzbank schafft Platz | Foto: Thilo Vogel

Am einfachsten und effektivsten ist es, wenn du deine Rücksitzbank ausbaust. Dadurch entsteht eine Menge Platz und in den meisten Fällen eine ebene Fläche. Wenn die Fläche nicht eben ist, dann kannst du mit einer entsprechend großen Holzplatte diese Unebenheit ausgleichen und schaffst so gleichzeitig ein gutes Fundament für Kisten und Co.

Auch den Beifahrersitz kannst du ausbauen. Allerdings gibt es hier ein paar Regeln zu beachten, damit dein Ausbau nicht zur Gefahr wird. Der erste, und gleichzeitig wichtigste Punkt sind Airbags. Diese können sich bei entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen auch in den Sitzen befinden. 

Mehr Platz und Beinfreiheit auf dem Rücksitz – hier fehlt der Beifahrersitz | Foto: Dennis Brandt

Ein Ausbau von Sitzen mit Airbag sollte auf jeden Fall nur durch eine  Fachwerkstatt erfolgen! Was für den Ausbau gilt, trifft logischerweise auch auf den Einbau zu. In der Regel müssen Änderungen im Steuergerät des Fahrzeugs vorgenommen werden – ansonsten ist das Airbagsystem fehlerhaft. Das dauerhafte Leuchten der Airbagleuchte im Tacho ist ein Indikator dafür.

Ausgebaute Sitze und Bänke solltest du unbedingt an einem trockenen Ort lagern. Im Keller oder in der feuchten Garage können deine Polster einen muffigen Geruch aufnehmen, oder im schlimmsten Fall sogar schimmeln. Dein Lagerort sollte ebenfalls frei von Mäusen und Co. sein. Die kleinen Nager lieben Schaumstoff und knabbern sich gerne durch Polstermöbel.

Ein etwas trauriger Nebeneffekt von ausgebauten Sitzen: Stehen deine Sitze zu Hause kannst du nie jemanden spontan mitnehmen. Du kannst dann zwar lauthals alle Songs im Radio mitsingen, ohne deine Beifahrer zu nerven, aber auf Dauer werden Selbstgespräche und die Top 10 langweilig.

Rücksitze ausgebaut um mehr platz zu haben
Alles raus, was keine Miete zahlt – wer braucht schon Sitze | Foto: Kevin Kahlert

Holz statt Teppich

Wie bereits erwähnt kannst du mit Holzplatten Unebenheiten ausgleichen und gleichzeitig eine solide Grundlage für dein Ausbaukonzept schaffen.

Egal wieviel Aufwand du betreiben möchtest, ein gutes Fundament empfiehlt sich auf jeden Fall. Achte bei der Auswahl des Holzes darauf, dass die Platte ausreichend dick ist, um Schrauben sicher zu halten. Für den Einstieg reicht eine 18mm starke Multiplexplatte vollkommen aus. Siebdruckplatten sind robuster und besser gegen Feuchtigkeit geschützt, aber teurer als OSB-Platten. Diese sind die günstigsten Platten, haben aber auch den Nachteil, dass sie leicht splittern. Sie sind grober verarbeitet und daher auch nicht so optimal, wenn du sie schneiden möchtest.

Ein "Fundament "für den Ausbau aus OSB Platten
Ein “Fundament “für den Ausbau aus OSB Platten | Foto: Kevin Kahlert

Wenn deine Platte in einem Stück zu groß ist, kannst du sie auch in mehrere Teile aufteilen. Diese Teile kannst du dann ganz geschickt mit Klavierscharnieren verbinden. Dein “Holzorigami” kannst du dann zusammenfalten und so auch enge Türöffnungen überwinden.

Nicht nur im Kofferraum kannst du dir mit Holz ein solides Fundament für deine Konstruktionen schaffen, auch der Fußraum des Beifahrers ist ein toller Platz für jede Menge Stauraum. Der Vorteil hierbei ist, dass du auch während der Fahrt immer an deine Sachen rankommst. Eigentlich ein perfekter Platz für eine Kühlbox 😉

Mach´s ganz genau – Maßgenauer Zuschnitt

Wie kannst du einen perfekten Zuschnitt vom Kofferraum- oder Fußraumboden machen? Ganz einfach: Wenn du Glück hast, dann lässt sich der Bodenbelag entfernen. Die Außenkonturen überträgst du dann auf deine Holzplatte und sägst sie dann aus. Fertig!

Eine weitere Möglichkeit ist die Pappschablone. Dafür kannst du zum Beispiel einen Karton verwenden und bastelst dir aus diesem Material ein perfektes Abbild deiner Rundungen (also die Rundungen von deinem Auto). Taste dich immer etwas näher an die Kontur, indem du immer etwas mehr Pappe abschneidest. 

Eine Konturenlehre kann dir dabei eine große Hilfe sein. Je genauer du hier arbeitest, umso besser fügt sich deine Platte später in dein Fahrzeug ein. Das hilft sogar schon dabei, eine gewisse Ladungssicherung zu erreichen. Durch das passgenaue Einklemmen wirkst du dem Verrutschen der Platte schon sehr gut entgegen.

Vielleicht entdeckst du beim Ausbau des Bodenbelages auch noch den ein oder anderen Befestigungspunkt oder Zurrösen. Hier kannst du deine Platte entsprechend bearbeiten, um sie mit der Karosserie zu verbinden.

Läuft wie geschmiert – Schubladen und Auszüge

Wäre es nicht prima, wenn  dir deine Beladung ein Stück weit entgegenkommt? Das Ganze ist natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint – was ich damit wirklich meine sind Auszüge, wie du sie von deinen Schubladen zu Hause kennst.

Ein Kofferraumauszug mit vielen kisten
Auszug Level: Endboss! | Foto: Christine Zimmermann

Auszüge sind nicht nur mega praktisch, sondern erleichtern dir auch die Entnahme deiner Kisten und Boxen. Selbst für schwere Gepäckstücke gibt es die passenden Auszüge. Mit Schwerlastauszügen kannst du gleich deinen ganzen Kofferraumboden ins Freie befördern. So kommst du ganz leicht bis an die hintersten Kisten heran.

Achte bei den Auszügen auf das maximale Gewicht, mit dem du sie belasten darfst. Stell dir vorher die Frage, was willst du ausziehen? Du brauchst keinen Schwerlastauszug, für deine leichte Besteckschublade. Hier reicht ein etwas kleinerer Auszug – diese nehmen nicht so viel Montageplatz in Anspruch.

Willst du hingegen deinen gesamten Kofferraumboden (mit Inhalt) ausziehbar machen, dann musst du zu etwas stärkerem greifen. Hier hilft nur ein Schwerlastauszug – oder besser gesagt zwei davon.

Auszüge

Gerade die Auszüge, die schwere Lasten ins Freie befördern, müssen sehr gut befestigt sein. Je weiter dein Auszug aus deinem Kofferraum gleitet, umso größer wird auch die Hebelwirkung. Bedenke das auf jeden Fall bei deiner Konstruktion!

Achte auf die Hebelwirkung und verteile die Last großflächig
Achte auf die Hebelwirkung und verteile die Last großflächig | Foto: Kevin Kahlert

Verteile die Last auf eine möglichst große Fläche, indem du zum Beispiel deinen Kofferraumboden mit einer Holzplatte auslegst, die wiederum an möglichst vielen Punkten mit der Karosserie verbunden ist. So hängt deine Last nicht nur an einer Schraube.

Doppelt hält besser – der Auszug im Auszug

Es lassen sich auch verschiedene Auszüge kombinieren. So kannst du deinen Auszug nochmal weiter ausfahren. Das muss nicht immer die gleich Richtung sein. Eine seitlich ausfahrbare Platte ist zum Beispiel mega praktisch für deinen Kocher.

Foto: Tobias Stricker

Kombiniere ganz einfach große, mittlere und kleine Auszüge. So kannst du deinen Ausbau sprichwörtlich entfalten und erhältst praktische Abstellflächen für deine Bierflasche.

Schubladen

Du musst auch kein Handwerksmeister sein, um deinen Ausbau mit Schubladen zu erweitern. Im Grunde genommen sind Schubladen so wie die oben genannten Auszüge. Sie haben lediglich eine Umrandung, damit nichts herausfällt.

Ein Beispiel:

Eine kleine Besteckschublade in deiner (Küchen-) Box schafft dir ein kleines Stück von zu Hause. Für die einfachste Ausführung einer Besteckschublade brauchst du nur ein ausziehbares Brett, auf das du dann einen herkömmlichen Besteckeinsatz schraubst. Zack, fertig – Besteckschublade!

Du magst es eher kleiner und filigraner? Kein Problem: Verkleide den Besteckeinsatz einfach an den Seiten mit passenden Holzplatten. Hier kannst du dünnes Holz verwenden, da die Seiten der Schublade keine Last tragen müssen.

Wie bei allen Ausbauvarianten gibt es hier kein richtig oder falsch. Es gibt nur das, was für dich und deine Bedürfnisse passt. 

Wer hat den Längsten? Die coolsten Auszüge!

Beispiel Kofferraumausbau

Als ich mich an meinen allerersten Ausbau gemacht habe, hatte ich drei wesentliche Ansprüche:

  • Keine baulichen Veränderungen am Fahrzeug
  • Schnell ein und ausgebaut
  • Alles drin

Herausgekommen ein einschiebbares Ordnungssystem, das ich ganz einfach in meinen Kofferraum stellen konnte. Ich musste noch nicht einmal die Sitze umklappen, oder das Gepäcknetz entfernen. 

Einfach einladen und los geht´s – so einfach wurde aus meinem damaligen Kombi ein Camper mit Stauraum, Dachzelt und fünf Sitzen. Für mich der Inbegriff eines praktischen Ausbaus. Die Küche, Stauraum und die zweite Batterie – alles in einer großen Kofferraumkiste, die man ohne Spuren problemlos wieder aus dem Kofferraum entfernen konnte.

Der Werdegang einer Kofferraumkiste

Hier gibt es mehr Infos zum Kofferraumausbau

Für Lesemuffel: Das Video zum Kofferraumausbau

Feste Ausbauten – für immer & ewig

Als Komplettausbauten bezeichne ich in diesem Fall Ausbauten, für die du an deinem Fahrzeug tiefgreifende Umbaumaßnahmen durchführen musst. In den meisten Fällen ist dies mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden.

Für dich und dein Auto heißt es dann: Es gibt kein Weg zurück. Also ist diese Ausbauvariante nur für dich geeignet, wenn du nicht vorhast, dein Fahrzeug wieder im Normalzustand zu verkaufen. 

Eigentlich trifft man im PKW Segment eher seltener auf Komplettausbauten. Bisher war diese Variante vermehrt im Van-Bereich anzutreffen. Klar, denn in einem leeren Kastenwagen hat man jede Menge Platz, um sich auszutoben.

Da der Durchschnitts-Dachzeltnomade aber in den meisten Fällen mit einem PKW unterwegs ist, gehe ich nicht weiter auf Van-Ausbauten ein, sondern bewege mich maximal im “Caddy-Bereich”. In einem sogenannten Hochdachkombi, ist schon jede Menge Platz vorhanden um daraus einen vollwertigen Dachzelt-Camper zu machen.

Was ist ein Komplettausbau

Lass mich dir das Ganze mal an einem Beispiel erklären: Angenommen, du möchtest dein Fahrzeug in Zukunft ausschließlich als Camper benutzen. Dann solltest du dir zunächst mal darüber Gedanken machen, mit wie vielen Personen du reisen möchtest.

Ein fester Ausbau in einem Defende
Ein fester Ausbau in einem Defender | Foto: Geraldine Sterner

Noch eine wichtige Anmerkung am Rande: Ein richtiger Camper muss nicht zwangsläufig ein Van oder etwas noch größeres sein! Auch ein Smart kann zum Camper werden – auch mit einem Komplettausbau. Entscheidend ist, was du draus machst. Aber weiter im Text.

Wenn wir nun davon ausgehen, dass du deine Dachzeltabenteuer mit maximal drei Personen bestreiten möchtest, dann ist ja schon fast klar, was mit den übrigen Sitzplätzen passiert – ganz genau: raus damit! 

Der gewonnene Platz ist nun der Raum für deinen Ausbau. Dieser verbleibt dann später dauerhaft in deinem Fahrzeug. Meistens fungiert diese Art von Ausbau nicht einfach nur als Ordnungs- und Verstaulösung. Sie hält oft noch weitere Kniffe parat, wie zum Beispiel ausgeklügelte Küchenlösungen, Sanitärsysteme (Waschbecken, Spüle, Dusche oder Klo) oder auch eine weitere Schlafmöglichkeit in Form eines Klappbetts.

Wenn du schon dabei bist, kannst du auch überflüssige Verkleidungsteile abbauen. Dort, wo später Möbel stehen, brauchst du keine Verkleidungen – die nehmen ohnehin nur Platz weg. Auch Dämmung lässt sich jetzt, wo dein Auto “nackt” ist prima anbringen. Dämmung, wie zum Beispiel Armaflex oder Alubutyl sind nicht nur zur Wärmeisolierung geeignet. letzteres lässt sich auch prima zur akustischen Dämmung verwenden.

Es ist faszinierend zu sehen, wie viel Möglichkeiten der Raumgestaltung auf einem so begrenzten Raum ihren Platz finden.

Komplettausbauten

Aus alt mach neu – alternative Ausbaukonzepte

Es muss nicht immer alles neu sein. Wenn du ein wenig Nachhaltigkeit in deinem Ausbau haben möchtest, dann greif doch auf Vorhandenes um. Ganz nebenbei erhält deine fahrbare Einzimmer-Wohnung einen ganz besonderen Charme.

Du kannst alte Möbel aus deiner Wohnung nutzen oder dich bei deinen Freunden umsehen, was deiner Meinung nach nicht mehr zu gebrauchen ist 🙂 Manch einer ist dankbar, wenn endlich das alte Gewürzregal aus der Küche verschwindet. Alternativ kannst du dich auch auf Floh- und Trödelmärkten umsehen. Hier gibt es ganz oft wahre Schätze für kleines Geld.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Mit ein bisschen Glück findest du sogar genau passende Möbelteile. Aber in der Regel musst du deine Fundstücke noch ein wenig bearbeiten. Ein Schnitt hier, ein Loch dort – schon passt der kleine Nachtschrank in deinen Kofferraum.

Es muss nicht immer perfekt sein, denn beim Upcycling ist das Ergebnis und die Funktion entscheidend. Wenn ein Möbel partout nicht passen möchte, dann verwende doch einfach nur ein Paar Teile davon. Eine Tür oder eine besonders schöne Frontplatte von einem Schränkchen lassen sich oftmals besonders schön integrieren.

Deine Schubladen und Auszüge kannst du ebenfalls mit alten Griffen tunen. Alte Porzellangriffe aus der Küche, oder aufwändig verzierte Griffe vom alten Wohnzimmerschrank – nimm ruhig verschiedene Griffe, und zaubere dir so einen ganz besonderen Hingucker. 

Weit gereist? Der Perserteppich als Bodenbelag

Hol dir ein Stück Orient ins Auto! Der alte Perserteppich von Oma macht sich prima im Fußraum, oder als stilechter Akzent als Wandverkleidung. Wenn du ihn dafür zerschneiden musst gibt es noch einen Tipp von mir: Erzähle Oma nichts davon!

Zur Individualisierung kannst du deinen Ausbau auch mit Souvenirs von deinen Reisen in ferne Länder schmücken. So begleiten dich tolle Erinnerungen an vergangene Abenteuer auf deinen Reisen. 

Sicherlich hast du bemerkt, dass ich dir im Moment die “Detailarbeit” erkläre und dich für diesen ganzen Vanlife-Kitsch begeistern will! Bevor ich also wieder etwas praktischer werde, noch ein kleiner Tipp: Müll dich nicht mit Deko zu! Egal wie viel Platz du hast, fang nicht an, die allseits bekannten Instagram-Fotos nachzubauen. Irgendwas klappert immer, kippt um oder fällt runter.

Viel praktischer sind die simplen Dinge wie zum Beispiel die Marmeladengläser, die mit ihrem Deckel an die Decke oder das Regalbrett geschraubt sind. Darin lassen sich ganz einfach Kleinteile, Gewürze oder Kaffee aufbewahren.

ein Foto vom innenraum eines campers
Altglas wiederverwertet – Genial! | Foto: Bastian Siebert

Um nun wieder etwas Kitsch ins Spiel zu bringen, kannst du auch eine kleine Lichterkette in so ein Glas legen und einschalten. Damit es besonders romantisch wird, nimmst du am besten ein verziertes Glas – in den Verzierungen bricht sich das Licht schöner.

Nobody is perfect!

Bevor du dich jetzt ans Werkzeug schwingst, noch ein kleiner Motivationsschub: Lass dich nicht entmutigen von Kommentaren oder von Fotos mit perfekten Ausbauten, die du bei Instagram und Co. siehst. Selbst bei denen, die sich Profi nennen, gibt es Ecken und Kanten im Ausbau, in die du besser nicht schaust 😉

Bei deinem Ausbau bist du der Chef! Es muss dir gefallen und für deine Zwecke muss es reichen. Lass dich dich inspirieren, aber nicht bestimmen! Ob Ikea-Tasche, oder High-End Alu Box – Mach deinen Ausbau zum Unikat, fahr los und hab eine geile Zeit!

Kochen unterwegs – Teil 3: Die Feuerküche

Keine Lust zu lesen? Am Sonntag, den 31.05.2020 waren wir um 20:00 Uhr live zum Thema “Kochen mit Feuer”. Wie kocht man am Besten über offenem Feuer? Mit und ohne Hilfsmittel? Welche Utensilien braucht man für die Feuerküche? Und wie macht man überhaupt das beste Feuer zum Grillen?

Im Live haben wir euch eure Fragen beantowrtet! Und einen Überraschungsgast hatten wir auch am Start! Jürgen hat uns Asado live zubereitet! Hier nochmal die Zusammenfassung:

Ohne Mampf kein Kampf

Das Lagerfeuer knistert gemütlich vor sich hin. Kleine Funken tänzeln in den Nachthimmel empor. Wohlige Wärme macht sich rund um das Feuer breit. Leise Gitarrenklänge säuseln durch die Nacht. Wo du auch hinschaust, siehst du zufriedene Menschen, in deren Augen sich das lodernde Lagerfeuer spiegelt. Alle sind glücklich – nur bei dir will der Funke nicht so richtig überspringen, denn du hast Hunger!

Na, erkennst du dich wieder? Oder kennst du vielleicht jemanden, auf die diese Beschreibung exakt zutrifft? Keine Sorge, ich kann dir helfen! Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du auch auf Reisen nicht auf deine heißen Kostbarkeiten aus dem Feuer verzichten musst. 

Diese Bild zeigt Menschen, die um ein Lagerfeuer sitzen

Ich zeige dir, wie du dein Essen über Feuer zubereiten kannst. Die Zeiten, bei denen es bei dir nur kalte Ravioli aus der Dose gab, gehören ab jetzt der Vergangenheit an. 

Was du hier nicht finden wirst, sind Rezepte. Denn kochen können wir doch alle, oder? Na ja, für den Fall dass du es nicht kannst, oder deine Outdoorküche einfach mal mit neuen kulinarischen Highlights aufpeppen möchtest, wirst du im Kochbuch der Dachzeltnomaden pfundig ähm fündig 😉

Du bist Quereinsteiger und kennst die ersten beiden Artikel über das Kochen unterwegs noch nicht? Dann kannst du jetzt dein Grundwissen noch erweitern und im ersten Teil alles über die Brennstoffe (Gas und flüssig) nachlesen. Im zweiten Teil dreht sich alles um die verschiedenen Campingkocher und Ihrer Einsatzgebiete.

Der Stoff aus dem dein Feuer ist  – Holz

Bevor wir uns in die Outdoorküche stürzen, müssen wir erst einmal klären, wie du überhaupt dein Feuer in Gang bekommen kannst. 

Holz gehört zu den sogenannten festen Brennstoffen. Im Hinblick auf die gasförmigen oder flüssigen Brennstoffe, sind diese relativ gefahrlos. Um sie zu entzünden, muss eine relativ hohe Zündenergie aufgebracht werden. Diese Energie (Anzünder – Zunder) muss über einen langen Zeitraum aufrecht erhalten werden. Oftmals braucht es auch etwas Übung, um zum Beispiel das Lagerfeuer richtig anzufeuern.

Diese Bild zeigt einen Aufbau vom Lagerfeuer

Das Zubereiten von Speisen über dem Holzfeuer ist eine der ältesten Kochmethoden. Ob direkt über dem Lagerfeuer, oder im modernen Holzofen. Dieser Brennstoff ist sehr praktisch. Du brauchst ihn nicht unbedingt in deinem Fahrzeug zum Stellplatz zu transportieren, denn Holz zum Feuer machen kannst du praktisch überall finden. 

Darf ich überall im Wald Holz sammeln?

Du hast es schon geahnt: Die Sache mit dem Holz hat einen Haken. In Deutschland ist es grundsätzlich verboten Holz, Stöcke und Äste im Wald zu sammeln und mitzunehmen. Auch sogenanntes Totholz zählt dazu. Der Grund dafür ist einfach, denn der Wald ist kein “Niemandsland” – er ist das Eigentum von jemandem. 

Für dich bedeutet das, dass du entweder dein Feuerholz selber mitbringst, oder dich bei der Forstverwaltung informierst – kurz gesagt, du fragst einfach mal freundlich nach. Das solltest du ohnehin machen, um sicherzustellen, ob du überhaupt ein Lagerfeuer machen darfst.

Welches Holz eignet sich am besten?

Das Holz sollte im Allgemeinen trocken sein, da es sich sonst nur sehr mühsam entzünden lässt und zu allem Überfluss auch noch mehr Qualm als Flammen produziert. Am besten geeignet ist Buchenholz, denn das hat einen sehr guten Heizwert und die Glut hält lange an – kurz gesagt: Es brennt sehr lange.

Aber auch Ahorn, Kirsche und Esche brennen sehr gut. Eiche hingegen solltest du nicht für dein offenes Feuer verwenden, da es beim Abbrennen einen unangenehmen Geruch von sich gibt. Auch auf Nadelhölzer, wie Fichte, Lärche oder Kiefer solltest du verzichten.

Die sehr harzhaltigen Gehölze sorgen oft für Funkenflug und platzen beim Verbrennen gerne auf. Du kennst sicherlich diese kleinen Geschosse, die aus dem Lagerfeuer fliegen und deine neue Outdoor Hose mit deinem Oberschenkel verschmelzen…

Eigentlich kannst du aber alles an Holz verwenden, was du so in der Umgebung findest – es sei denn, es ist mit Lacken, Farbe oder ähnlichem verunreinigt. 

Lagerfeuer anzünden  – Wie wirds richtig heiß?

Klar, kannst du mit Grillanzünder, Benzin und anderem brennbaren Zeugs dein Lagerfeuer anzünden. Aber hey! Glaubst du die Jungs und Mädels im Wilden Westen hatten das damals auch? 

Ich beschreibe dir in ein paar einfachen Schritten, wie du ganz lässig zum Feuermeister ganz im Cowboy-Stil wirst.

Da wir nicht mehr im Wilden Westen oder im Mittelalter leben, darfst du nicht mehr immer und überall ein Feuer machen – vergewissere dich also unbedingt vorher, ob offenes Feuer an deinem Stellplatz erlaubt ist. Andernfalls kann es gefährlich und teuer werden!

Du ziehst also zunächst einmal los, um Feuerholz zu suchen. Das kannst du, ganz in Jäger- und Sammlermanier alleine machen, oder du machst daraus das erste Familienabenteuer der Reise. Die Kids sind doch bestimmt voller Energie nach der langen Autofahrt – also ab in den Wald! Wenn du (und deine Helfer) wieder an der Feuerstelle auftauchen, sollte die Beute aus Zunder, Anfeuermaterial und Brennmaterial bestehen.

Zum Löschen kommen wir aber weiter unten, denn jetzt wollen wir erstmal Spaß haben und Feuer machen!

Der Zunder

Als Zunder eignen sich die Samen von Löwenzahn, auch als Pusteblumen bekannt, bestens. Das flauschige Zeug an Disteln, oder auch Rohrkolben sind ebenfalls super. Trockenes Laub, feine Gräser oder Tannennadeln funktionieren auch. Natürlich muss alles vollkommen trocken sein. 

Wenn du nichts dergleichen findest, kannst du dir auch mit deinem Taschenmesser feine Holzspäne schnitzen. Auch hierbei können dich die Kids unterstützen.

Das Anfeuerholz

Als Anfeuerholz eignen sich alle Arten von dünnen Ästen, Zweigen oder Trieben. Abgestorbenes, trockenes Brennholz ist auch super. Den Turbo in Sachen Anfeuern zündest du mit Fichtenreisig. 

Das Brennholz

Das Brennholz, davon brauchst du am meisten, sollte in unterschiedlichen Größen vorhanden sein. Angefangen beim fingerdicken Ast bis hin zum armdicken Stamm sollte alles dabei sein. Verbrannt wird von klein nach groß – Das heißt erst das dünne Holz und dann, wenn es gut brennt und Glut vorhanden ist, das dickere Holz nachlegen.

Der Aufbau des Feuers – Das Fundament

Der Aufbau ist von entscheidender Wichtigkeit! Als allererstes solltest du einen geeigneten Untergrund für dein Feuer finden. Dieser solle sich auf keinen Fall auf oder in der Nähe von brennbaren Dingen befinden – also bitte halte Abstand zu Sträuchern, Büschen, Bäumen und deinem Dachzelt. Auch feuchtes Gras oder Geäst kann sich leicht entzünden, wenn erstmal die Feuchte verdunstet ist. 

Idealerweise sollte der Untergrund trocken sein, das ist jedoch kein Muss. Feuchte Erde kannst du ein wenig festtreten und so das Fundament für deinen Brennplatz ebnen. 

Dann beginnst du eine Art Boden für dein Feuer zu verlegen. Dazu legst du möglichst gerade, etwa daumendicke Äste parallel nebeneinander. Danach eine zweite Schicht quer zu der ersten Schicht. 

Diese Bild zeigt den ersten Schritt eines Lagerfeueraufbaus

Mit diesem Fundament trennst du nicht nur die feuchte Erde von deinem Feuer, sondern sorgst auch dafür, dass dein Feuer beim Anzünden gut “atmen” kann. Die für die Verbrennung nötige Luft kann so ungehindert einströmen.

Diese Bild zeigt den zweiten Schritt eines Lagerfeueraufbaus

Zunder richtig verteilen

Auf deinen verlegten Boden schichtest du nun dein Zundermaterial auf. Idealerweise legst du deine etwas gröberen Holzspäne in die Mitte und schichtest darum deine flauschigen Pusteblumen-Samen auf. So sorgst du dafür, dass sich in der Mitte ein kleiner Glutkern bilden kann. 

Diese Bild zeigt den dritten Schritt eines Lagerfeueraufbaus

Wenn du möchtest, kannst du deine Feuerstelle ganz stilecht mit Steinen umranden. Aber gib acht: Steine können bei schneller, starker Erwärmung platzen und gefährlich werden. Deswegen solltest du deine Feuerstellen-Dekoration zunächst in einem gewissen Abstand zum Feuer anwärmen und erst später ums Feuer drapieren.

Die Feuer-Pyramide 

Nun gehst du unter die Pyramidenbauer! Errichte aus deinem Anfeuermaterial eine kleine Pyramide rund um deinen Zunder. Anfeuermaterial so wie auch der Zunder sollen ausreichend verdichtet werden. Nur so kann sich nach dem Anzünden ausreichend Glut bilden. 

Diese Bild zeigt den vierten Schritt eines Lagerfeueraufbaus

So wie ein Haus, braucht auch eine Pyramide eine Sache unbedingt: Eine Tür! Sie dient als Öffnung, um das Feuer im Inneren (Zunder) anzufachen.

Anstelle einer Pyramide kannst du auch einen Quader aus vier “Wänden” aufbauen. Auch hier wird dann der Zunder in der Mitte platziert.

Das Anzünden

Jetzt wird es gleich spannend und heiß – Doch bevor du dein Feuer entzündet, solltest du noch einmal die Windrichtung checken. Positioniere dich mit dem Rücken zum Wind vor deinem Feuer. 

Streichhölzer, Feuerstein oder auch das Feuerzeug: Hier ist alles erlaubt. Ich nehme gerne ein Feuerzeug, auch wenn das nicht so ganz nach Cowboy-Art ist. Es ist einfach praktischer, wenn du immer ein Feuerzeug dabei hast.

Zünde den Zunder in der Mitte deiner Pyramide an – am besten gleich an mehreren Stellen. Jetzt, da die ersten Flammen lodern, ist es wichtig, sie am Leben zu halten. Ein Feuer lebt vom Sauerstoff. Puste vorsichtig in die Glut, um dein Feuer anzuheizen, nicht in die Flammen. 

Diese Bild zeigt den fünften Schritt eines Lagerfeueraufbaus

Sobald die ersten Zweige von deinem Anfeuerholz brennen, hast du es fast geschafft. Jetzt ist es wichtig, dass dein heranwachsendes Feuer immer genug Nahrung zur Verfügung hat, um zu wachsen. Stelle sicher, dass sich das gesamte Anfeuerholz entzündet. Dazu musst du ggf. etwas nachhelfen und deine brennende Pyramide etwas korrigieren. 

Schichte nun nach und nach immer mehr Holz rund um die immer größer werdenden Flammen. Du solltest dazu zunächst dein übriges Anfeuerholz verwenden. Achte darauf, dass deine Pyramide nicht zusammenfällt und so die Flammen erstickt werden.

Futter für dein Feuer 

Jetzt geht alles ganz easy! Je größer die Flammen, umso größer kann auch dein Futter werden – das heißt im Klartext, dass dein eigentliches Brennmaterial jetzt in aufsteigender Größe zum Einsatz kommt.

Diese Bild zeigt ein Lagerfeuer

Achte darauf, dass dein Feuer nicht größer als nötig wird. Zum einen frisst ein großes Feuer sehr viel Holz und zum anderen ist es nicht mehr so einfach zu kontrollieren.

Wenn dein Feuer in der gewünschten Größe brennt, solltest du erst dann Brennholz nachlegen, wenn nur noch Glut vorhanden ist.

Wichtig: Ein Feuer darf niemals unbeaufsichtigt bleiben und sollte immer und jederzeit gelöscht werden können – und zwar von dir, und nicht von der Feuerwehr. Wenn du dein Essen zubereitest, den gemütlichen Teil des Abends beendet hast und in dein Dachzelt klettern möchtest, musst du also dein Feuer löschen.

Der Stoff aus dem dein Feuer ist  – Kohle

Vielleicht kennst du sie noch: die Briketts mit denen bei Opa im Haus geheizt wurde. Bei meinen Großeltern war das noch lange so. Ich kann mich an den riesigen Kohlekeller erinnern, in dem ein riesiger Berg sogenannter Eierbriketts lag. 

Mit diesen Briketts wurde das Haus geheizt, das Wasser erwärmt und auch gekocht. Dazu gab es einen Kohleofen in der Küche, auf dem Oma immer die leckersten Speisen zubereitet hat.

Das war Anfang der 80er Jahre (ja ich bin alt) – Irgendwann wurde umgestellt auf Heizöl. Schlagartig wurde die Luft im ganzen Dorf besser. Denn leider haben Steinkohlebriketts einen Nachteil: Sie stinken beim Verbrennen!

Aus diesem Grund eignen sich Steinkohlebriketts nicht für deine offene Kochstelle oder den Grill. Wenn du mit Kohle kochen möchtest, nimmst du am besten entweder Holzkohlebriketts oder Holzkohle. Aber was erzähle ich dir hier? Das kennst du ja schon von deinem Grill zu Hause im Garten. Auch wenn die Holzkohle mit weniger Flammen verbrennt, eignet sie sich perfekt zum Kochen: Denn die Glut ist hier das Entscheidende.

Anstatt die Wurst über der Glut zu grillen, kannst du natürlich auch dein Chilli im Topf kochen. Du musst dabei lediglich das richtige Kochgeschirr einsetzen – Darauf gehe ich weiter unten im Artikel noch genauer ein.

Gib der Umwelt etwas zurück, und achte beim Holzkohlekauf darauf, dass keine Tropenhölzer enthalten sind.

Leider müssen die Hersteller auf den Verpackungen nicht angeben, um welche Holzart es sich handelt und wie das Holz “geerntet” wurde. Schau genauer hin und achte auf Alternativen – So kannst auch du deinen aktiven Teil zum Umweltschutz beitragen und wirst dabei auch noch satt.

Eine sehr gute Alternative zu herkömmlichen Holzkohlebriketts sind Briketts aus Resten der Olivenölherstellung. Sie enthalten, zum Beispiel gepresste Schalen, Kerne und Fruchtfleisch von Oliven.

Es gibt noch weitere Vorteile, die die Olivenkernbriketts mit sich bringen: Sie brennen länger, als ihre umweltschädlichen Kollegen, qualmen weniger und verursachen darüber hinaus weniger Funkenflug.

Diese Bild zeigt einen Grill mit Kokos Briketts

Auch die Schalen von Kokosnüssen eignen sich hervorragend für die Herstellung von Grillbriketts.

Holzkohle richtig anzünden – wie gehts an?

Prinzipiell verhält sich das Anzünden bei Kohle wie beim Feuer mit Holz. Da du die Kohle entweder direkt von zu Hause mitbringst, oder vor Ort kaufst, entfällt allerdings das gemeinschaftlich Sammeln.

Mit Kohle baust du dir zum Anzünden auch eine kleine Pyramide. Diese ist aber nicht so komplex wie beim Holz. Ein paar Anzünder unten am Fuß der Pyramide einbauen, und anzünden. Ganz einfach, und bestimmt nichts Neues für dich.

Wenn du es eilig hast – also bei großem Hunger – kannst du zum Anzünden deiner Kohlen auch einen Anzündkamin nehmen. Diese kleinen Helfer nutzen den Kamineffekt und sorgen für eine schnellere Glutbildung.

Diese Bild zeigt einen Anzündkamin

Sobald die Kohle beginnt eine weiße Ascheschicht zu bilden, ist buchstäblich der Funke übergesprungen. Wieviel Kohlen du gleich zu Beginn ins Rennen schickst, hängt davon ab, was du zubereiten möchtest. Beim Grillen kannst du, falls du zu wenige Kohlen genommen hast, leicht nachlegen. 

Anstatt dass ich dich hier mit grauer Theorie über Kohle langweile, erzähle ich dir lieber etwas über die Anzünder – das ist viel interessanter.

Ich persönlich verzichte auf “Anzünder” wie Spiritus oder Benzin – die Gefahr von Stichflammen ist mir einfach zu groß. Auch du solltest von diesen brennbaren Stoffen Abstand nehmen.

Die klassischen Grillanzünder gibt es in den Erscheinungsformen fest, flüssig und gelartig. Flüssiger Grillanzünder (bitte keinen Spiritus) verursacht zwar keine Stichflammen, brennt jedoch beim Anzünden sofort großflächig ab – was wiederum gefährlich werden kann.

Bei einem festen Grillanzünder ist das etwas anders. Er brennt nur an einer Stelle und breitet sich nicht wie eine Flüssigkeit aus. Auch das Gel ist ungefährlicher. Jedoch ist der Anzündprozess sehr ungleichmäßig im Vergleich zum flüssigen Anzünder. Das macht ihn ungefährlicher und erlaubt es, dass auch mal die Kids (unter Aufsicht) den Grill anfeuern können.

Eines haben die oben genannten Anzünder aber alle gemeinsam. Ja, sie sind heiß wenn sie brennen – aber das meine ich nicht. Worauf ich hinaus will ist, dass sie aus purer Chemie bestehen. Das findet die Umwelt nicht toll, denn die Herstellung dieser kleinen Zündhelfer ist alles andere als umweltschonend. 

Warum also keine umweltfreundliche Alternative einsetzen, wenn du ohnehin schon die Olivenkernbriketts oder andere natürliche Brennmittel verwendest? 

Mit umweltfreundlicher Anzündwolle bist du auf der grünen Seite. Sie passen perfekt zu den Olivenkernbriketts und bestehen nicht aus Chemie. Da sie kontrolliert und langsam abbrennen, kann der Grill auch gerne mal von den Kids (unter Aufsicht) angeheizt werden.

Diese Bild zeigt Anzündwolle

Sicherheitshinweise zu festen Brennstoffen

Waldbrandgefahr: Bevor du ein Feuer entzündest und es dir gemütlich machst, musst du erst einmal sicherstellen, ob das Feuermachen an deinem Stellplatz erlaubt ist. Oftmals ist Feuer an machen Orten saisonal verboten.

Auf der Deutschlandkarte zum Waldbrandindex kannst du dich vorab über die Warnstufen vor Ort informieren. Vor Ort solltest du dann unbedingt auf die örtlichen Warntafeln achten. Gerade in den trockenen Sommermonaten ist teilweise mit der höchsten Warnstufe zu rechnen. 

Oftmals ist sogar das Betreten der Wälder verboten – klar, dass du dann auf dem Campingplatz keinen Grill anschmeißt oder Lagerfeuer machst.

Diese Bild zeigt eine Warntafel für Waldbrandgefahr

Quelle: Wikipedia.de

Mein Tipp: Im Zweifelsfall lieber bei der örtlichen Behörde oder beim Betreiber nachfragen.

Windrichtung: Feuer bedeutet auch gleichzeitig, dass es eine Rauchentwicklung gibt. Deswegen solltest du sicherstellen, dass der Rauch von deinem Feuer ungehindert abziehen kann und nicht durch Wind in (Dach)zelte, geschlossene Autos oder Räume geweht wird. Ansonst besteht die Gefahr einer lebensgefährlichen Rausgasvergiftug. Darauf, dass du offenes Feuer niemals in geschlossenen Räumen machen darfst, muss ich sicherlich nicht gesondert eingehen.

Diese Bild zeigt Feuerreauch wie er in ein Dachzelt zieht.

Funkenflug: Auch dabei spielt der Wind eine große Rolle: Sorge dafür, dass die Funken des brennenden Feuers ungehindert nach oben wegfliegen können. Wichtig ist hierbei auch, dass sich über dem Feuer kein Geäst befindet. Eine Baumkrone kann sich leicht entzünden – vor allem, wenn es sich um Tannen handelt.

Kontrolle behalten: Lasse dein Feuer niemals außer Kontrolle geraten. Lege immer nur so viel Holz nach, wie du benötigst.

Kinder lieben das Feuer und sollten sich deswegen niemals unbeaufsichtigt am Feuer aufhalten. 

Lagerfeuer richtig löschen

Bevor du mit dem Löschen beginnst, solltest du das Feuer etwas auseinander ziehen. Damit entziehst du den Flammen schon ein wenig Nahrung.

Jetzt gehts ans Löschen. Dazu hast du mehrere Möglichkeiten:

  • Mit tollem Dampfeffekt – mit Wasser ablöschen. Ein Highlight für alle, nicht nur für die Kids. Wer wollte nicht schon immer mal ein richtiger Feuerwehrmann sein?

Aber Vorsicht: Durch die schlagartige Abkühlung können Steine, die um dein Feuer liegen, zerplatzen und sich gefährliche Geschosse verwandeln. Also entweder die Steine entfernen (Vorsicht: Heiß!) oder auf die Löschmethode mit Wasser verzichten.

Auch der heiße Dampf kann gefährlich werden und Glut mitreißen, oder für Verbrühungen sorgen, wenn du zu nah dran stehst.

  • Mit Erde oder Sand die Flammen und die Glut ersticken – völlig unspektakulär, aber wirkungsvoll.
  • Komplett ausbrennen lassen. Diese Methode hat aber einen entscheidenden Nachteil: Ohne richtiges Feuer wirds irgendwann kalt.

Bevor du die Feuerstelle aus den Augen lässt, vergewissere dich unbedingt nochmal, ob das Feuer aus und die Glut erloschen ist. Dazu kannst du deine Hand einmal über die Asche halten. Ein wenig Wärme ist okay, große Hitze jedoch lässt darauf schließen, dass noch Glutreste vorhanden sind.

Glutreste müssen unbedingt abgelöscht werden. Auffrischender Wind könnte sie sonst aus der Feuerstelle pusten und an einer anderen Stelle ein Feuer entfachen! Das ist sehr gefährlich, und wird von vielen Feuerteufeln nicht ernst genug genommen. 

Auch auf die Gefahr hin, dass du mich nun als kleinlich bezeichnest – zum Thema Sicherheit muss ich noch ein Paar wichtige Worte loswerden: 

Hinterlasse jeden Ort sauberer, als du ihn vorgefunden hast.

Deswegen solltest du am nächsten Morgen deine Spuren beseitigen und die Feuerstelle wieder einebnen. 

Wenn du gerade dabei bist, alles aufzuräumen, schau dich doch mal um. Vielleicht findest du noch irgendwo Müll oder Unrat, den du entsorgen kannst. Das hat zwar nichts mit dir und deinem Feuer zu tun, sorgt aber dafür, dass der Stellplatz noch lange bestehen bleibt. Gleichzeitig tust du der Umwelt etwas Gutes.

Einfach satt werden – Grillen mit Stock

Wer kennt es nicht: Die einfachste Methode deinen Hunger zu stillen, ist das allseits bekannte Stockbrot. Du kennst es vielleicht noch aus deiner Kindheit von Schulausflügen. Ein Abenteuer nicht nur für die Kleinen.

Deine Materialliste ist ziemlich kurz: Du brachst Teig und einen ausreichend langen Stock, um den du dann den Teig wickelst. Am besten geeignet sind Stöcke aus Haselnuss, Buche oder Weide. Das Ende vom Stock, um das du den Teig wickelst, solltest du vorher von der Rinde befreien.

Für den Stockbrot-Teig brauchst du übrigens kein Bäckermeister zu sein. Es ist ein ganz normaler und einfacher Hefeteig.

Das “Backen” ist keine komplizierte Sache, kostet aber etwas Geduld. Du hältst deinen Stock mit der umwickelten Teigwurst einfach über das Feuer. In meinen Stockbroterinnerungen kommt die Farbe schwarz sehr oft vor – ich war immer zu ungeduldig (hungrig) und habe das Brot ins Feuer gehalten.

Genau so kannst du auch alle anderen Grillgenüsse auf einen Stock aufspießen (Wurst, Fleischstücke, und über das Feuer halten. Das einzige was du brauchst, ist neben etwas mehr Zeit, vielleicht auch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, damit das Grillgut nicht verbrennt. Ständiges wenden und umlagern hilt.

Wenn dir das zu kompliziert ist, gibt es natürlich noch einige feine Kochutensilien, die dir das Kochen auf Feuer um einiges erleichtern und sogar Spaß machen.

Heißes Eisen und feurige Töpfe

So ursprünglich wie das Feuer, so sind auch die Kochutensilien und Feuerstellen mit, oder auf denen du deine Speisen zubereiten kannst. Du kannst auf Feuer kochen, braten, grillen und dünsten – im Prinzip genauso, wie du es aus deiner heimischen Küche kennst.

Der Grill fürs Feuer

Vergiss jetzt mal alle mehrere Hundert Euro teuren Kugelgrills und Smoker. Natürlich kannst du auch auch ganz “oldschool” über deinem Feuer grillen. Feuer hat etwas urzeitliches und für die Zubereitung deiner Speisen braucht es nicht viel.

Im Prinzip reicht dir dafür ein Grillrost, oder irgendwas vergleichbares. Da platzierst du über deinem Feuer oder deiner Glut. Für den nötigen Abstand nimmst du ein paar Steine. Zack, fertig ist dein Grill. So einfach, dass ich es hier gar nicht weiter erklären kann.

Diese Bild zeigt einen Einkaufswagengrill

Quelle: Netzfund bei google

So nicht! Wichtig ist, dass du für dein DIY-Grillrost unbeschichtetes Metall nimmst – ein Einkaufswagen eignet sich schon aus mehreren Gründen nicht: Zu groß, zu sperrig, zu beschichtet und mit ziemlicher Sicherheit geklaut 😉

Ich würde dir lieber so etwas empfehlen: Ein gusseiserner Grillrost, ist massiv und emailliert, speichert die Wärme optimal und sorgt für eine gleichmäßgie Hitzeverteilung. Natürlich hat er auch sein Gewicht und Preis. Aber wenn du es kannst: Die Investition lohnt sich.

Dieses Bild zeigt den ersten Schritt ein Grillrost aus Guss

Wenn du es etwas komfortabler magst, dann kannst du dir auch einen Schwenkgrill über dein Feuer stellen. Da das dreibeinige Gestell aber etwas sperrig ist, eignet es sich nicht unbedingt für den Roadtrip mit dem Dachzelt.

Diese Bild zeigt einen Schwenkgrill

Ganz Praktisch sind auch die Grillroste, die über deinen Reservereifen passen. Das setzt natürlich einen passenden Reifen voraus, ist aber in punkto Offroad-Grill-Style nicht zu übertreffen. Der “Reifen-Grill” – passt auf alle (Ersatz-) Räder von 740mm bis 890mm.

Diese Bild zeigt einen Grill für das Ersatzrad am Fahrzeug

Töpfe und Pfannen aus Gusseisen

Töpfe aus Gusseisen eignen sich hervorragend. um über offenem Feuer oder Glut zu Kochen. Es gibt sie in jeder Größe und in den verschiedensten Ausführungen. Natürlich kann ich und will ich hier nicht auf jeden einzelnen Topf oder Pfanne eingehen – und wie du kochst, möchte ich dir auch nicht beibringen. 

Vielmehr möchte ich dir gerne einen besonderen gusseisernen Topf vorstellen, von dem du sicherlich schon gehört hast: Der Dutch Oven.

Diese Bild zeigt einen  Dutch Oven

Der Dutch Oven ist mega vielseitig einsetzbar. Mit ihm kannst du über oder sogar direkt im Feuer kochen, braten, schmoren und backen. Hört sich für dich wie die eierlegende Wollmilchsau an? Ist auch so! Wenn du auf die ursprüngliche Feuerküche stehst, solltest auf jeden Fall über einen Dutch Oven nachdenken.

Die Töpfe gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert und sorgten damals vor allem in Nordamerika dafür, die hungrigen Cowboys satt zu machen. Der Dutch Oven hat meistens drei kleine Standfüße, die es dir erlauben, ihn direkt in der Glut zu platzieren. Es gibt aber auch einige Ausführungen ohne Standfüße – so “passt” der Topf auch auf einen Holz- oder Kohleherd.

Alle Dutch Oven haben einen Deckel, der den “Kochraum” fast ganz abdichtet – lediglich ein seitliches kleines Loch bleibt offen, damit der Deckel vom Dampf nicht angehoben wird. Außerdem kannst du den Deckel auch als Pfanne benutzen – sehr praktisch!

Wenn du nicht ganz so viel Hitze benötigst, dann kannst den Dutch Oven auch an seinem Henkel über das Feuer bzw. die Glut hängen, oder daneben platzieren (zum warmhalten von Speisen).

Das Funktionsprinzip basiert auf dem Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterhitze: Wenn du zusätzlich Glut auf dem Deckel platzierst kannst du zum Beispiel wunderbare Krustenbraten zubereiten. Gleichzeitig vermeidest du mit Oberhitze ein Anbrennen am Topfboden.

Das Genialste: Kochen und Braten im Dutch Oven ist mega einfach. Am einfachsten geht es mit Grillbriketts. Eifach die durchgeglühten Briketts – je nach Rezept – auf die Unterseite und den Deckel verteilen, abwarten und dann genießen. 

So kannst du im Handumdrehen Freunde und Familie mit deinen Kochkünsten beeindrucken. Glaub mir, das funktioniert wirklich (selbst ich habs geschafft).

Im Prinzip kannst du alles was du an gusseisernem Geschirr findest für deine Feuerküche nutzen. Beim reinigen musst du aber unbedingt darauf achten, dass du ausschließlich Wasser benutzt. Auf keinen Fall solltest du Reinigungsmittel verwenden. Diese zerstören die Patina des Topfes und dringen in die feinen Poren des Eisens ein. Die Folge: Deine nächste Mahlzeit schmeckt nach Spüli. Eine zerstörte Patina hat zur Folge, dass deine Speisen leichter anbrennen, weil die ölige Schutzschicht nicht mehr vorhanden ist.

Diese Bild zeigt eine Gusspfanne
Perfekt für Bratkartoffeln – die Gusspfanne

Eingebrannte Reste kannst du ganz einfach entfernen, indem du den Topf- bzw. Pfannenboden mit Wasser bedeckst und nochmals mit der Glut oder dem Feuer erwärmst. Die hartnäckigen Reste lassen sich dann mit einem Holzschaber entfernen. 

Kochgeschirr aus Guss wird mit der Zeit immer besser – es nimmt den Geschmack der Speisen an. So entwickelt sich mit jedem Braten und jeder Portion Gulasch ein völlig eigener Geschmack. Diese eigene Note ist quasi wie ein eingebautes Gewürzregal und macht Guss zu einem ganz besonderen Werkstoff für deine Küche.

Damit dieser Geschmack lange erhalten bleibt, und vor allem auch noch gut schmeckt, ist es wichtig, dass du möglich wenig säurehaltige Speisen in deinem Topf zubereitest. Glühwein zum Beispiel greift die Patina an und zerstört den Eigengeschmack.

Nach dem Reinigen solltest du deine Kochutensilien sofort ausgiebig abtrocknen. Ansonsten kann Rost entstehen. Oftmals reicht für eine leichte Rostbildung auch schon eine Nacht im Sommerregen.

Was sich jetzt mega aufwändig anhört ist in Wahrheit jedoch ganz einfach. Bei guter Pflege halten diese Töpfe und Pfannen ein Leben lang. Sollte die Patina deines Gusstopfes oder Pfanne mal beschädigt sein, kannst du sie ganz einfach durch Einbrennen wieder herstellen.

Zum Einbrennen gibt es spezielles Einbrennpaste, aber du kannst alternativ dazu z.B. auch handelsübliches Sonnenblumen- oder Rapsöl nehmen. Auch Kokosfett eignet sich hervorragend, gibt aber einen leichten Kokosgeschmack an die Speisen ab.

Diese Bild zeigt Dutchoven Einbrennpaste

Zum Einbrennen reibst du die Innenfläche vom Topf oder Pfanne ein, und stellst sie mit der Öffnung nach unten auf ein Grillrost. Das Ganze kommt dann für ca. zwei Stunden bei 250 Grad in deinen heimischen Backofen. Danach langsam abkühlen lassen und die Patina ist wieder hergestellt.

Natürlich kannst du den Einbrennvorgang auch in einem Feuer machen.

Feuerschalen und Feuertonnen

Wenn der Untergrund nicht geeignet ist, oder du einfach ein Feuer machen möchtest, dass keine Spuren auf dem Boden hinterlässt, dann kannst du dein Lagerfeuer auch in einer Schale oder eine Tonne machen.

Besonders für die Terrasse ist diese Art des Lagerfeuers bestens geeignet. Dabei hast du die Wahl zwischen der einfachen Feuerschale bis hin zum modernen und effektiven Solo Stove

Diese Bild zeigt eine Feuerschale für Die Terrasse
Diese Bild zeigt einen Solo Stove

Die Feuerschale ist günstig und für Puristen eine tolle Alternative zum Lagerfeuer. Wenn du es etwas effektiver möchtest, kannst du in einen Solo Stove investieren. Dieser verbrennt selbst feuchtes Holz nahezu rauchfrei und ist sehr sparsam im Holzverbrauch.

Die Schale und den Solo Stove gibt es in verschiedenen Größen, so dass du auch für deinen Kofferraum das passende Modell findest.

Der Hobo Kocher

Mit dem Hobo Kocher hast du dein Lagerfeuer für die Hosentasche immer dabei. Damit bekommst du zwar keine ganze Kompanie satt, aber eine Mahlzeit für zwei Personen ist kein Problem.

Diese Bild zeigt einen  Hobo Ofen

Mehr über den kleinen Sattmacher findest du im zweiten Teil der Reihe “Kochen unterwegs – Campingkocher”

Flammlachsbretter – Für die Fischesser unter uns

Es muss nicht immer nur Fleisch sein. Neben Gemüse eignet sich natürlich auch Fisch ganz hervorragend für die Zubereitung über dem Feuer. Ein Highlight ist der Flammlachs, der auf Brettern, die am Rand des Feuers stehen, zubereitet wird.

Dieses Bild zeigt Flammlachs auf Flammlachsbrettern am Feuer.

Auf diesen speziellen Flammlachsbrettern wird der Lachs durch das Feuer gleichmäßig gegart und erhält eine knusprige Kruste. Durch die Spannklammern hält das ganze bombenfest.

Asado – Grillen wie ein Gaucho

Grillgut aus der Grillglut. Diese Art des Grillens war schon vor langer Zeit bei den südamerikanischen Gauchos – dem Pendant zum nordamerikanischen Cowboy – sehr beliebt und hat sich dort bis zum heutigen Zeitpunkt zu einem festen Bestandteil der guten Küche entwickelt.

Keine Angst: Du musst dabei nicht zwangsläufig Fleisch zubereiten – dein Asado kannst du auch mit Fisch oder Gemüse genießen. Aber was ist dieses Asado überhaupt? Asado ist Spanisch und bedeutet übersetzt Gegrilltes

Dabei werden verschiedene Fleischsorten, meist vom Rind, durch die Glut eines Holzfeuers zubereitet. Das geniale daran ist, dass du auf alle gängigen Hilfsmittel und Grillwerkzeuge verzichtest. Diese Art des Grillens ist sehr rudimentär und ursprünglich. Sie lebt von der Improvisation und der Einfachheit.

Beim Asado hängt das Fleisch entweder horizontal über der Glut oder wird leicht geneigt am Rand des Feuers platziert. Da es keinerlei Regeln gibt, sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Solange dein Grillgut genug Strahlungswärme abbekommt, machst du alles richtig.

Richtig spannend wird es, wenn du dein Fleisch direkt in der Glut garst. Zugegeben: Es gehört schon etwas Mut dazu, dein teures Filet-Steak direkt auf die glühenden Holzreste zu legen. Aber glaub mir, es lohnt sich! Durch den direkten Kontakt mit der Glut entsteht ein ganz besonderes Grillaroma. Die Asche am Fleisch kannst du später ganz einfach mit dem Messer abstreifen – sie ist nicht giftig, im Gegenteil: Asche ist sogar antibakteriell.

Ein Wichtiger Faktor beim Asado ist die Zeit. Wenn du es eilig hast, oder schon sehr hungrig bist, dann solltest du vorab lieber einen kleinen Zwischensnack zu dir nehmen – hungrig kochen geht oft in die Hose 🙂

Der Garprozess zieht sich über Stunden hin und sorgt in Kombination mit den richtigen Holzsorten für das besondere Aroma und den Geschmack. Da bleibt dir mehr Zeit für das Wesentliche, womit wir wieder bei meiner Einleitung landen: gemeinsame Mahlzeiten, entspanntes Miteinander – Quality Time!

Du musst dir natürlich nicht gleich eine ganze Rinderhälfte über dein Feuer hängen. Am besten fängst du erstmal klein an und tastest dich dann immer weiter in deine eigene Asado Welt hinein. 

Wenn du mehr über diese spannende, südamerikanische Grillkunst erfahren möchtest, empfehle ich dir das Buch “Asado: Ursprünglich Grillen über offenem Feuer” von Jürgen Kernegger – Jürgen hat uns bereits auf dem DACHZELT FESTIVAL 2019 mit seiner Grillkunst beeindruckt und zum Staunen gebracht.

Essen gut – alles gut!

Es ist kein Geheimnis, dass uns das richtige Essen in unserer Stimmung positiv beeinflusst. Die “Frustschokolade” oder der “Belohnungsburger” – beide Nahrungsmittel haben eines gemeinsam: Sie machen uns glücklich!

Für dich kann es auch ein völlig anderes Nahrungsmittel oder eine völlig andere Mahlzeit sein, ich bin mir sicher, du weißt wovon ich rede 🙂

Genauso wichtig sind die gemeinsamen Mahlzeiten und die gemütlichen Zusammenkünfte um die Kochstelle herum, bei dem jeder von seinen Dachzelt Abenteuern erzählen kann. Eine gemeinsame Mahlzeit am Tag, ist auch unterwegs ein wichtiges Ritual, das für uns einfach mit dazugehört.

Egal ob du nur mit deiner mitgereisten Familie speist, beim Dachzeltnomadenmahl an einer meterlangen Tafel viele verschiedene Köstlichkeiten ausprobierst, oder auch ganz alleine unterwegs bist. Mahlzeiten in der freien Natur sind immer ganz besondere Momente.

Wann startet dein nächstes Abenteuer?

Lass dich schon mal inspirieren und sieh dir an, wie andere Dachzeltnomaden über offenem Feuer kochen:

Komm mit zum nächsten DACHZELT EVENT!

Dachzelten im Sommer, gemeinsam offroaden oder wie wäre es mit einer DACHZELT RALLYE? Willst du dabei sein bei einem dieser ganz besonderen Treffen?

Jedes Jahr veranstalten wir viele kleine und große Treffen mit Dachzeltnomaden. Ob ganz klein auf unseren DACHZELT MEETUPS oder riesengroß auf dem DACHZELT FESTIVAL – da ist für jeden was dabei!

Bei uns ist jeder willkommen:
Ob oben ohne oder mit!
 

Hier findest du eine Übersichtskarte aller DACHZELT EVENTS:

Solarstrom für dein Dachzelt

Wäre es nicht großartig, wenn du für deinen Strom nichts mehr bezahlen müsstest? Einfach so ganz kostenlos das Licht brennen lassen oder die Kühlbox betreiben? Genial, oder? Die Lösung dafür ist ganz einfach und unendlich verfügbar: die Sonne! 

Vielleicht hast du bis jetzt auch immer nur den Urlaub in der Sonne verbracht und dich bräunen lassen. Ab jetzt lässt du die Sonne einfach für dich arbeiten: Sie kühlt dein Bier und lässt deine Beleuchtung leuchten. Was du brauchst ist eine Solaranlage!

Keine Lust zu lesen? Dann schau dir das DZN Live zum Thema Solarstrom auf Youtube an! Stephan, Rebecca und Thilo erklären dir alles, was du zum Thema Solarstrom und Anlagenkonzepte für deinen Camper mit oder ohne Dachzelt wissen musst!

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren Solarzellen für den Normalbürger (fast) nur in Taschenrechnern und Uhren anzutreffen. Der Grund dafür war, dass die Produktion und die Effizienz dieser kleinen Sonnenkraftwerke einfach zu teuer bzw. zu schlecht war. Mit dem Einzug in die Raumfahrt wurden Solarzellen dann immer effizienter.

Im Laufe der Jahre hielt die Solarzellen immer mehr Einzug in den privaten Bereich. Zunächste wurden die Dächer ganzer Häuserzeilen mit Solarpanels ausgestattet. Heute spielt das Thema Solar gerade im Bereich Camping eine sehr wichtige Rolle. 

Was bringt dir eine Solaranlage?

Diese Frage kann man ganz kurz und knapp beantworten: Eine Solaranlage macht dich unabhängiger – so viel zu der Kurzversion.

Ausführlich gesagt verschafft dir eine Solaranlage eine gewisse Autarkie in Sachen Stromversorgung. Zusammen mit den beiden Lademöglichkeiten Landstrom und Lichtmaschine macht sie dich noch unabhängiger. Sie schließt sozusagen deine (Strom-) Versorgungslücke und ist gerade dann sehr interessant für dich, wenn du oft und lange frei stehst.

Wenn du mehr über die anderen Lademöglichkeiten erfahren möchtest, dann lies dir doch meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik durch.

Diese Bild zeigt Die drei Lademöglichkeiten im Fahrzeug. Solar, Lichtmaschine, Landstrom
Die drei Lademöglichkeiten im Fahrzeug

Wie laden die anderen Dachzeltnomaden ihre Akkus?

Im Vorfeld dieses Artikels haben wir in der Facebook Gruppe der Dachzeltnomaden eine Umfrage gestartet. Darin wollten wir von den Gruppenmitgliedern wissen, wie sie unterwegs ihren Akku laden – und ob sie überhaupt “Strom to go” brauchen.

Wie sich herausgestellt hat, mag es so manch einer ganz rustikal ohne Strom. Eine große Mehrheit hat sich ganz klar auf die Seite des Solarstroms geschlagen (fest oder Solartasche). Das zeigt eindeutig die Beliebtheit einer Solaranlage. Einfach zu installieren und sehr unkompliziert in der Handhabung.

Dicht gefolgt vom Aufladen über die Lichtmaschine, was wiederum zeigt, das vielen der Solarstrom alleine nicht ausreicht. Seltener greifen die Befragten auf den Landstromanschluss zurück. Das deutet darauf hin, dass viele Teilnehmer der Umfrage gerne frei stehen – also fernab von Zivilisation oder Campingplatz.

Vor – und Nachteile einer Solaranlage

Eine goldene Regel sollte dir von vornherein klar sein: Keine Sonne, kein Strom! Deswegen wird ein ausreichend großer Speicher (Akku) umso wichtiger. Wenn du also bis jetzt immer Schattenparker warst, dann solltest du ab heute auf die Sonnenseite wechseln.

Eine Solaranlage produziert 100% “grünen Strom” – das heißt, es werden dafür keine (fossilen) Brennstoffe verbrannt. Klar ist, dass für die Produktion einer Solarzelle eine gewisse Umweltbelastung verursacht wird, das ist jedoch leider bei fast allen elektronischen Geräten so. Daran ändern kannst du nichts, nur durch den Verzicht – aber Strom brauchst du trotzdem. Also ist Strom durch Solar zumindest eine grünere Energiequelle als Strom aus fossilen Brennstoffen. 

Wieviel Strom du (ver-) brauchst ist auch ein weiterer wichtiger Punkt. Eine Solaranlage kostet Geld und die Höhe deiner Investition ist von deinem Verbrauch abhängig. Wenn du nur wenige und eher kleine Verbraucher betreiben möchtest, und nicht planst wochenlang freizustehen, dann bleiben die Kosten überschaubar. Ebenfalls sollte dir klar sein, dass sich auch der Platzbedarf (Fläche für die Module) mit deinem Strombedarf erhöht.

Hast du jedoch stromhungrige Verbraucher an Bord und möchtest diese über lange Zeit ausschließlich mit Solarstrom versorgen, kann dein Projekt schnell teuer werden.

Die nächste Frage, die zu klären wäre, ist die Platzfrage. Ein Solarpanel benötigt Platz – mehrere Panels brauchen noch mehr Platz. Du verstehst, auf was ich hinaus möchte? Genau: Hast du überhaupt so viel Platz?

Einmal installiert, ist eine Solaranlage nahezu wartungsfrei. Du solltest, falls sie fest auf deinem Wagendach montiert ist, ab und an dafür sorgen, daß sie sauber ist. Nur so kann sie ihre volle Leistung bringen. Vorsicht im Winter: Schnee lässt kein Sonnenlicht durch!

Wenn du nun mehr Fragezeichen als vorher im Kopf hast, kann ich dich beruhigen. Ich werde all deine Fragen in den folgenden Abschnitten beantworten. Vom einzelnen Atomaufbau einer Solarzelle bis hin zur Dimensionierung deiner eigenen festen oder mobilen Solaranlage.

Sonnenstrom für alle!

Kaum ein Reisemobil fährt noch ohne Solarpanel auf dem Dach herum. Der Grund für diese Entwicklung ist ganz einfach: Durch steigende Verkaufszahlen ist im Laufe der Jahre der Preis gefallen, während die Solarzellen durch Forschung immer effizienter wurden.

Gut für dich, denn ab jetzt kannst du auch in die Solarwelt aufsteigen! Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du dir deine eigene Solaranlage aufbauen kannst. Dabei gehe ich auf folgende Themenbereiche ein:

  1. Technik
  2. Planung
  3. Montage

Alles Solar, oder was?

Den Begriff “Solar” oder “Solartechnik” nutzen wir umgangssprachlich für alles, was mit der Energieerzeugung durch Sonnenlicht zu tun hat. Streng genommen ist das falsch – denn die Solartechnik ist nur der Oberbegriff für zwei Bereiche:

Solarthermie und Photovoltaik (PV)

Bei der Solarthermie wird Wärmeenergie durch Sonnenlicht erzeugt. Das kennst du vielleicht von der Warmwassererzeugung im Eigenheim. Unser Thema ist die Photovoltaik: Hier geht es um die Erzeugung von elektrischem Strom durch Sonnenlicht.

Da aber der Begriff Solar viel geläufiger ist, und umgangssprachlich gerne verwendet wird, habe ich mich entschieden, ihn in diesem Artikel quasi als Platzhalter für das Wort Photovoltaikanlage, oder PV-Anlage einzusetzen.

Technik – Wie funktioniert eine Solarzelle?

Kleine Chemiestunde gefällig? Das Innenleben einer handelsüblichen Solarzelle besteht aus Silizium. Dieses Silizium wird aus Quarzsand hergestellt und bildet das sogenannte Halbleitermaterial in der Solarzelle. Das Silizium wird nun in zwei Schichten aufgeteilt:

Schematischer Aufbau der Schichten

In der n-Schicht werden dem Silizium Phosphoratome zugegeben. Ein Phosphoratom ist fünfwertig, das heißt: Es hat fünf Elektronen. Das Besondere daran ist, dass es eigentlich nur vier Elektronen braucht. Das fünfte ist zu viel und kann sich mehr oder weniger frei bewegen.

Ganz anders sieht es in der p-Schicht aus. Hier werden dem Silizium Boratome zugegeben. Ein Boratom ist dreiwertig: Es hat nur drei Elektronen, aber es gibt einen freien Platz. Diesen Platz kannst du dir als Loch vorstellen. 

Um nun genau zu verstehen, was im Inneren passiert, müssen wir noch näher ran:

Bringst du die n-Schicht mit der p-Schicht zusammen, dann entsteht am Übergang eine sogenannte Grenzschicht. An dieser Schicht entsteht ein internes elektrisches Feld. Das passiert, weil in diesem Bereich die freien Elektronen der n-Schicht in die Löcher der Boratome der p-Schicht springen. Das passiert so lange, bis in der Grenzschicht alle Löcher “gestopft” sind. In dieser Grenzschicht sind zunächst also nur Boratome mit vier Atomen.

Durch das Zusammenbringen ist noch etwas weiteres wichtiges passiert: Es wurde Ladung, in Form von Elektronen verschoben. Das heißt, es haben sich zwei elektrische Pole gebildet. Ein Pluspol an der Oberseite und ein Minuspol an der Unterseite des Schichtenpakets. 

Was macht die Sonne mit der Solarzelle?

Wenn Sonnenlicht auf die Grenzschicht fällt, dann lösen die im Licht enthaltenen Photonen die Elektronen aus der Boratomen in der Grenzschicht. Elektronen sind negativ geladen und deswegen werden die gelösten, freien Elektronen von der oberen n-Schicht angezogen, diese bildet ja den Pluspol, ist also positiv geladen. 

Solange Sonnenlicht auf die Grenzschicht trifft, werden darin Elektronen aus den Boratomen gelöst und zum Pluspol “gedrückt”. Dort hat die Solarzelle einen Metallkontakt, an dem du deine Leitung anschließen kannst. 

Wenn du jetzt das andere Ende deiner Leitung mit dem Metallkontakt des Minuspols verbindest, dann schließt du den Stromkreis. Dazwischen solltest du natürlich noch einen elektrischen Verbraucher einsetzen – sonst hast du einen Kurzschluss! 

Jetzt können die Elektronen über die Leitung zum Minuspol fließen und so wieder durch die p-Schicht in die Grenzschicht. Dort stopfen sie wieder die Löcher und werden vom Sonnenlicht herausgelöst. Danach geht es wieder weiter durch die n-Schicht und der Kreislauf beginnt erneut.

Welche Arten von Solarzellen gibt es?

Hauptsächlich unterscheidet man in der Praxis zwischen drei verschiedenen Arten von Solarzellen. Sie funktionieren alle nach dem oben beschriebenen Prinzip, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Wirkungsgraden – also ihrer Leistungsfähigkeit. Am häufigsten findest du polykristalline und monokristalline Zellen. Seltener auch noch die sogenannten Dünnschschichtmodule. Soviel schon vorab: Die monokristallinen Zellen haben den besten Wirkungsgrad.

Monokristalline Zellen

Monokristalline Solarzellen werden in einem besonders aufwändigen Produktionsverfahren hergestellt. In einem Schmelztiegel wird Quarzsand bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen. Ein sogenannter Impfkristall aus reinem Silizium wird in das geschmolzene Material herabgelassen und anschließend wieder langsam herausgezogen. Bei diesem Vorgang lagert sich am Impfkristall reines Silizium ab – es “wächst” sozusagen.

Vielleicht hast du schon einmal gesehen, wie man zu Hause Kristalle “züchten” kann. Die Herstellung der Siliziumstange kannst du dir in etwa genauso vorstellen.

Das Endprodukt dieses Schmelzvorgangs ist eine einkristaline Siliziumstange. Die einkristalline Siliziumstange wird in hauchdünne Scheiben geschnitten. Diese dünnen Scheiben nennt man Wafer – sie sind das Ausgangsmaterial für eine Solarzelle.

Quelle: Von Eigenes Werk, CC BY 3.0

Diese Art von Solarzellen haben den größten Wirkungsgrad. Du kannst sie an der dunklen, strukturlosen Farbe erkennen. Sie eignen sich perfekt, wenn du nur eine kleine Fläche zur Verfügung hast. Ihr aufwendiges Produktionsverfahren macht sie jedoch vergleichsweise teuer in der Anschaffung.

Polykristalline Zellen

Diese Zellen durchlaufen einen weitaus einfacheres Produktionsverfahren als ihre monokristallinen Kollegen. Das macht sie günstiger in der Produktion und Anschaffung, aber gleichzeitig verschlechtert sich auch der Wirkungsgrad. 

Polykristalline Zellen bestehen aus gegossenen Siliziumblöcken. Die Blöcke sind nicht so rein wie die oben genannten Wafer. Die Blöcke werden nach dem Erstarren in feine Scheiben geschnitten. Diese Scheiben sind dann das Ausgangsprodukt für die Solarzelle.

Quelle: Von Georg Slickers – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Optisch kannst du polykristalline Solarzellen an der Kristallstruktur der Oberfläche erkennen.

Aufgrund ihres schlechten Wirkungsgrades benötigen polykristalline Zellen mehr Platz, um die gleiche Leistung zu erreichen. Wenn du also viel (Dach-) Fläche zur Verfügung hast und relativ wenig Leistung benötigst, dann kannst du auf diese Art von Zellen zurückgreifen.

Dünnschicht Module

Im Gegensatz zu kristallinen Zellen werden die Dünnschichtzellen nicht aus Wafern hergestellt. Das Halbleitermaterial wird auf ein sehr dünnes Trägermaterial aufgedampft. Das kannst du dir in etwa so wie Sprühlack aus der Dose vorstellen.

Das Trägermaterial kann Kunststoff, Glas oder auch Metall sein. Als Halbleitermaterial wird amorphes Silizium, Cadmium-Tellurid oder Kupferindiumdiselenid eingesetzt. 

Dünnschichtzellen sind, wie ihr Name schon vermuten lässt, sehr dünn und sehr leicht. Sie sind sehr günstig in der Herstellung, haben jedoch auch den schlechtesten Wirkungsgrad im Vergleich. 

Du kannst diese Zellen zum Beispiel in deinem Taschenrechner finden. Für eine Solaranlage mit Dünnschichtmodulen brauchst du vergleichsweise viel Platz, um eine brauchbare Leistung zu erzeugen.

Alle Technologien auf eine Blick

Von der Zelle zum Modul – aus klein wird groß

Das ist im Prinzip ganz schnell und einfach erklärt: Ein Solarmodul besteht aus mehreren Zellen. Diese Zellen sind auf dem Modul miteinander verschaltet. 

Eine Parallelschaltung einzelner Zellen ist besonders wirksam, um auch bei Teilverschattung noch einen hohen Ertrag zu erzielen. Die Ströme (I) der einzelnen Zellen addieren sich.

Bei einer Reihenschaltung addieren sich hingegen die einzelnen Spannungen (U) der Zellen. Um eine effektive Ausbeute zu erlangen, werden in den Modulen die beiden Schaltungsarten gemischt. Das Ganze sieht dann (vereinfacht) so aus:

In der Praxis wirst du meistens auf Solarmodule mit 4×9 – also 36 Zellen – stoßen. Eine weitere gängige Zellenanzahl ist 72 – Diese Module bestehen im Grunde genommen aus zwei 36´er Modulen. Sie sind aber sehr groß und schwer.

Ab in den Schatten – eine kurze Zusammenfassung

Wenn du wenig Fläche zur Verfügung hast – was ja im mobilen Bereich durchaus vorkommt – dann nimmst du am Besten ein monokristallines Modul. Ab 80-100 Watt Modulleistung beginnt Solarenergie an zu “funktionieren” – das bedeutet, dass du brauchbare Leistungen entnehmen kannst. Klar: Wenn du nur dein Handy laden willst, dann reicht auch ein kleineres Modul.

Module, die leistungsmäßig darunter liegen sind als Einzelmodul nicht lohnenswert, da du immer bedenken solltest, dass es auch mal einen Tag mit wenig Sonne geben kann. Im übrigen laden die monokristallinen Module noch immer sehr gut, wenn der Himmel bedeckt ist. Logischerweise ist der Ertrag bei strahlenden Sonnenschein jedoch am höchsten.

Der Laderegler

Um dir in diesem Abschnitt den Einstieg etwas zu erleichtern, empfehle ich dir meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik. Mit den Informationen aus den drei Teilen werden die nachfolgenden Abschnitte verständlicher für dich sein.

Der Laderegler in deiner Solaranlage ist die wichtigste Komponente. Er ist das Bindeglied zwischen Solarmodul und Akku.

Du kannst dir den Laderegler in eine Solaranlage wie eine Art Manager vorstellen. Er bringt den Solarstrom bzw. die Solarspannung mit der Akkuspannung zusammen – er sorgt im Prinzip dafür, dass sich beide immer gut verstehen. 

Beim Laderegler hast du die Wahl zwischen einem günstigen PWM-Regler und einem etwas teureren MPPT-Regler. 

Bevor ich dir alles über die beiden Laderegler erkläre, schauen wir uns erst einmal die technischen Daten von einem Solarmodul an. Dieses wird uns dann als Beispiel durch den folgenden Abschnitt begleiten.

Typenschild eines monokristallinen Solarmoduls | Quelle: Amazon.com

Es handelt sich hierbei um ein 100W monokristallines Solarmodul mit 36 Zellen (9×4 Zellen). Für unsere weiteren Berechnungen sind die Werte Vm und Im wichtig. 

Übrigens: Nicht nur die Ladetechnik (PWM oder MPPT) entscheidet über den Preis. Hier ist es leider wie im richtigen Leben: Wer viel will, der zahlt auch viel. Wenn deine Solaranlage viel Leistung bringen soll, dann müssen auch die eingesetzten Komponenten damit umgehen können. Dazu zählt natürlich auch der Laderegler. Dieser muss bei einer großen Anlage einen hohen Strom “managen” können und kostet deswegen mehr als ein Regler der unteren Leistungsklasse.

Aber keine Angst, du brauchst kein Solarkraftwerk für eine ganze Stadt: Die richtige Leistungsberechnung für deinen Zweck zeige ich dir etwas weiter unten.

Der PWM Laderegler

Grob gesagt: Der PWM-Regler interessiert sich nicht für deine Werte vom Solarmodul. Er ist im Prinzip nur ein Schalter, der dein Modul mit dem Akku verbindet. Deswegen orientiert er sich an der Spannung deines Akkus. 

Wenn wir das Anwendungsgebiet “Camping” betrachten, liegt diese Spannung ja in den meisten Fällen bei 12V. 

Der Kollege PWM mag es unkompliziert, und passt deswegen die Modulspannung an deine Ladespannung des Akkus an – in dem Fall 14,8V (AGM Akku). Das ist technisch gesehen eine sehr simple Lösung, die aber mit erheblichen Verlusten verbunden ist. Dein Modul ist, wenn es richtig “gemanagt” wird, in der Lage viel mehr zu leisten

Wenn du nun nochmal einen Blick auf die Spannung “Vm” des Moduls wirfst, wirst du feststellen, dass diese bei 18,5V liegt. Der Regler “verschenkt” sozusagen 3,7V, weil dein Akku ja lediglich 14,8 benötigt, während der Strom (Im) gleich bleibt.

Um dir nun zu zeigen, wie hoch die Verluste in diesem Fall sind wird es Zeit für ein wenig Mathematik. Wir müssen die Leistung berechnen:

Du verschenkst also im schlechtesten Fall rund 20 Watt Leistung von deinem 100W Modul! Dafür ist der PWM-Regler auch sehr günstig im Vergleich zum MPPT-Laderegler.

Ein PWM-Regler | Quelle: Amazon.com

Einen PWM-Laderegler, wie auf dem Bild bekommst du schon für um die 60 Euro.

Der MPPT Laderegler

Wenn du deine Solaranlage möglichst effektiv nutzen möchtest, ist eine ganze Menge Technik nötig. Aber keine Angst: Die ganze Technik ist in einem kleinen Gehäuse untergebracht. Den komplizierten Teil übernimmt die Elektronik für dich.

Ein MPPT-Regler | Quelle: Amazon.com

Ein MPPT-Laderegler ist wesentlich komplexer aufgebaut. MPPT steht für Maximum Power Point Tracking. Übersetzt heißt das so viel wie „Maximal-Leistungspunkt-Suche“. Er sorgt ständig dafür, dass aus deinem Solarmodul die maximale Leistung entnommen wird. 

Am effektivsten arbeitet der MPPT-Laderegler wenn die Werte Vm und Im erreicht werden – also wenn das Modul unter idealen Bedingungen von der Sonne bestrahlt wird. das kleine “m” in den Angaben stellt jeweils den Maximalwert von Strom und Spannung dar – und danach “sucht” der MPPT-Regler.

Anhand des Beispiels wären das 100 Watt unter idealen Bedingungen. Das ist natürlich nicht immer so: Wolken, Aufstellwinkel und andere Faktoren beeinflussen die maximale Ausbeute deiner Solaranlage negativ – doch dazu komme ich später noch.

Gehen wir zunächst einmal von idealen Bedingen aus, dann werden tatsächlich die ganzen 100W des Moduls genutzt. Es fließen also 5,41A (Im) und 18,5V (Vm) in deinen MPPT-Regler. 

Im Inneren des MPPT-Laderegler passiert folgendes: Am Solar-Eingang kommen – im Idealfall – P=100W Solarpower an, nämlich 18,5V x 5,14A. Die 18,5V sind aber viel zu viel für deinen Akku. Der benötigt zum Laden lediglich 14,8V (wenn es ein AGM Akku ist). Also macht der DC-DC Wandler im Inneren des MPPT-Reglers aus den 18,5 Volt einfach 14,8 Volt, bei gleicher Leistung (P=100W). Dabei ändert sich der Ladestrom – er steigt an! Die Formel dazu liefert den Beweis: I=14,8V / 100W. Das ergibt einen neuen Ladestrom von 6,75A. Ein höherer Ladestrom bedeutet kurz gesagt, dass dein Akku schneller voll ist.

So viel Technik hat jedoch auch seinen Preis. Wenn du deine Solaranlage mit einer intelligenten Technik betreiben möchtest, steigst du bei etwa 100 Euro in den Ring. Der oben gezeigte MPPT-Laderegler startet bei 112 Euro, bringt aber auch noch ein paar nette Features, wie Bluetooth mit, die ich persönlich sehr smart finde.

Übersicht über Solarertrag der letzte 30 Tage
Echtzeitmessung von meinem 100W Modul – nicht optimal ausgerichtet

Mit der kostenlosen App zum Laderegler kannst du deine Verbräuche kontrollieren und  protokollieren. Du kannst sogar deinen Akku überwachen und dein ganzes System automatisch gegen Tiefentladung schützen. Darüber hinaus kannst du alle Einstellungen am Handy tätigen und mehrere Geräte des Herstellers miteinander vernetzen (z.B. Wechselrichter).

Ab in den Schatten – eine kurze Zusammenfassung

Meiner Meinung nach solltest du bei der Wahl des Laderegler auf einen MPPT-Regler zurückgreifen. Gerade dieser ist auch bei kleinen Solaranlagen in der Lage einen ordentlichen Ertrag zu liefern. Auch die Sonder-Features, wie Bluetooth und die Parametrierung lohnen sich durchaus. Beim Wechsel auf einen anderen Akkutyp kann der Regler weiterverwendet werden, denn ein moderner MPPT-Regler kann mit verschiedenen Akkus “umgehen”, ein PWM-Laderegler ist da stärker eingeschränkt.

Der passende Akku

Was macht deine Solaranlage nachts, wenn die Sonne nicht scheint? Richtig – nichts! Nicht nur deswegen brauchst du einen geeigneten Energiespeicher, auch Leistungsspitzen werden vom Akku abgefangen. 

Du brauchst noch mehr Durchblick in Sachen Akkus? Dann schau doch einfach nochmal in den zweiten Teil meiner Artikelserie über die Grundlagen der Elektrotechnik:

https://dachzeltnomaden.com/2019/03/10/autarke-stromversorgung-teil-2-akkus-und-batterien/

Moderne Laderegler können mittlerweile mit vielen verschiedenen Akkutypen umgehen und sie laden. Sie verfügen über spezielle Ladekennlinien und ihre Ladespannung ist an den jeweiligen Akkutyp anpassbar.

So kannst du je nach Bedarf und Budget zwischen dem klassischen Blei- oder Lithium-Akkus wählen. Wichtig dabei ist: Die Ladespannung muss passen. Ein Blick ins Reglerhandbuch kann da Licht ins Dunkle bringen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Der oben genannte MPPT-Regler kann (fast) alles laden und ist konfigurierbar.

Die Energie, die dein Solarmodul bringt, wird also nicht in Echtzeit umgesetzt. Sie wird im Akku gespeichert, bis du sie benötigst. Wie viel Energie du speichern kannst, hängt von der Kapazität deines Akkus ab. Doch wie viel Energie brauchst du eigentlich?

Bedarfsanalyse

Bevor du dich für einen Akkutypen entscheidest, lohnt es sich in jedem Fall eine Bedarfsanalyse zu machen. 

  • Welche “Verbraucher” möchtest du betreiben?
  • Wie oft bzw. wie lange sind diese Verbraucher am Tag (24h) eingeschaltet?
  • Wie hoch ist die Leistungsaufnahme der einzelnen “Verbraucher”?
  • Wie viele Tage möchtest du stromautark sein?
  • In welche Regionen reist du vorwiegend?
  • Zu welcher Jahreszeit bist du üblicherweise unterwegs?

Am Besten ist, wenn du dir die Antworten auf diese Fragen auf einen Spickzettel notierst. Im nun folgenden Abschnitt kannst du deine Zahlen in einen Rechner eingeben, der deinen Verbrauch und die benötigte Akkukapazität berechnet.

Auch an dieser Stelle verweise ich gerne noch einmal auf meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik:

Übrigens: Der Begriff “Verbraucher” ist eigentlich nicht korrekt. Strom wird nicht verbraucht, sondern lediglich umgewandelt – in Licht, Wärme etc.. Damit es aber möglichst einfach bleibt, verwende ich in diesem Artikel weiterhin den Begriff “Verbraucher”.

Der Akku-Rechner – wie viel Power brauchst du?

Hier geht es zum Akku-Rechner

Dein Ergebnis aus der Berechnung sagt dir nun, welche Kapazität dein Akku haben sollte. Der Wert dient als Orientierungshilfe und ist natürlich nicht zu 100% genau. Im Normalfall sollte bei deiner Berechnung ein Wert zwischen 75Ah und 120Ah herauskommen (bei Blei-Säure-Akkus). Liegen deine Werte darüber, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du gehst zu einer anderen Akku-Technologie über (LiFePO4), oder du drehst nochmal ein bisschen an der “Verbrauchsschraube” und minimierst deinen Energiebedarf.

Dein errechneter Verbrauch wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Diesen Wert brauchst du bei der späteren Berechnung deines Solarmoduls.

Bei der Bedarfsberechnung solltest du im Hinterkopf haben, dass du deinen Strombedarf nicht nur ausschließlich über deine Solaranlage decken solltest. Ich empfehle dir mindestens eine weitere Lademöglichkeit. Am einfachsten zu realisieren ist das Aufladen deines Akkus über Landstrom (Netzladegerät). So schaffst du dir ein wenig Redundanz und bist nicht mehr zu 100% abhängig vom Sonnenschein. 

Der Blei-Akku

Der Blei-Akku oder auch Blei-Säure-Akku genannt ist der Klassiker unter den Akkus. Er ist vergleichsweise günstig, wartungsfrei und in vielen gängigen Größen zu bekommen. Ein Blei-Akku hat jedoch zwei große Nachteile: Sein hohes Gewicht und die Tatsache, dass er nur zu maximal 50% entladen werden sollte. Daher kommt auch die Fausformel, dass dein errechneter Energiebedarf in Ampèrestunden (Ah) immer 50% deiner Akkukapazität entspricht. Bei Akkus mit Lithium-Technologie (LiFePO4) kannst du im Prinzip den Verbrauch analog auf die Kapazität übertragen, da du diese Art von Akkus sehr tief entladen kannst. In der Praxis kann ein bisschen mehr Kapazität jedoch nie schaden.

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Gerade den Faktor “Gewicht” solltest du im PKW-Bereich nicht außer Acht lassen. Mit deinem Reisegepäck kommst du mit deinem Gefährt sehr schnell an die Grenze des zulässigen Gesamtgewichts.

Ist die Gewichts- und Kapazitätsfrage geklärt, eignet sich ein Blei-Akku hervorragend für die Verwendung als Energiespeicher für deine Solaranlage. Achte beim Kauf deines Blei-Akkus darauf, dass es sich um eine AGM Akku handelt. Diese Technologie ist etwas leistungsfähiger als herkömmliche Blei-Akkus. 

Wenn du deinen Blei-Akku im Innenraum vom Fahrzeug einsetzt, dann achte bitte darauf, dass dein Energiespeicher die VRLA-Technologie besitzt. Andernfalls müssen die beim laden entstehenden Ausgasungen des Akkus nach außen geführt werden.

Mein Tipp für dich: Achte bei Kauf besonders darauf dass die gewünschte Kapazität (Ah) zusammen mit dem Wert C20 angegeben wird. Leider ist in diesem Fall der günstigste Preis nicht immer die erste Wahl! Was es mit dem “C20-Wert” auf sich hat, erkläre ich dir im Akku-Rechner.

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Der Lithium-Akku

Diesen Typ kennst du bestimmt unter dem komplizierten Namen LiFePO4 oder auch LiFeYPO4 (das “Y” steht für die besondere Temperaturfestigkeit bei Minusgraden). LiFePO4 ist übrigens die Abkürzung für Lithium Eisen Phosphat. Entgegen vieler Meinungen ist dieser Akku-Typ keine “tickende Zeitbombe”.

Mal ein kleiner “Disclaimer” am Rande: Bei meiner Recherche zu diesem Artikel, bin ich auf die verrücktesten Geschichten dazu gestoßen. Fakt ist, ein LiFePO4 Akku ist mechanisch so stabil, dass er beim Sturz oder bei Beschädigung des Gehäuses kein Feuer fängt oder sogar explodiert! Er hat mit dem klassischen Lithium-Ionen-Akku aus deinem Smartphone nur wenig gemeinsam.

Der Lithium-Akku ist ein sehr moderner Akkutyp. Er lässt den Blei-Akku in allen Belangen alt aussehen – außer in punkto Preis: Der Energiespeicher mit Lithium kostet fast das zehnfache pro Ah! Bevor du dich über den Preis wunderst, solltest du dir aber die unzähligen Vorteile anschauen!

Bei Lithium-Akkus kannst du die in Ah angegebene Kapazität (fast) vollständig nutzen. Das heißt also, dass du sie (fast) komplett entladen kannst ohne dem Akku zu schaden. Des Weiteren sind sie auch Zyklenfester, was so viel bedeutet, dass du sie viel öfter entladen und aufladen kannst als Blei-Akkus. Typische Werte sind hier 5.000 Ladezyklen und mehr. Der Blei-Akku ist nach 500 Ladezyklen schon deutlich schwächer auf der Brust.

Ein weiter großartiger Vorteil ist das geringe Gewicht: Ein 100Ah LiFePO4 Akku wiegt weniger als die Hälfte eines Blei-Akkus.

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Mein Tipp für dich: Achte beim Kauf darauf, dass dein LiFePO4 Akku über ein BMS (Batteriemanagementsystem) verfügt. Oftmals ist dieses System im Akkugehäuse integriert. Es überwacht die LiFePO4 Zellen im Inneren des Akkus und sorgt für optimale Lade- und Nutzungsbedingen.

Ab in den Schatten – eine kurze Zusammenfassung

Wenn du deinen Stromverbrauch anpasst und deine Verbraucher nicht ausschließlich mit Solarstrom betreiben möchtest, kannst du getrost zum Blei-Akku greifen. Auch ich bin so gestartet und nutze meinen Blei-Akku seit zwei Jahren ohne Probleme. Im Laufe der Zeit wird dein Akku schwächer – er altert sozusagen. Das solltest du bei deiner Akkuwahl berücksichtigen.

Wenn sich dein Energieverbrauch nicht verringern lässt und es dein Budget hergibt, dann kannst du auch gleich den Einstieg in die Lithium-Welt wagen. Auch rate ich dir nicht nur mit Solarstrom laden – ein Lithium-Akku will mehr “leisten” – deine Solaranlage wäre schlichtweg zu groß. Das Laden über ein Landstromanschluss oder die Lichtmaschine vom Fahrzeug macht hier auf jeden Fall Sinn. Mit diesem System bist du auch langfristig sicher aufgestellt. 

Planung

Durchschnittliche Sonnenstunden pro Jahr herausfinden

Hast du schonmal darüber nachgedacht, wie lange im Jahr in Deutschland durchschnittlich die Sonne scheint? Bist du ein Freund der Zahlen und Statistiken? Vielleicht ahnst du es bereits – es gibt eine statistische Auswertung für die durchschnittliche Sonnenscheindauer

Spoileralarm: Die durchschnittliche Sonnenscheindauer der letzten 12 Monate (April 2019 – April 2020) liegt aktuell bei 4,9 Stunden pro Tag.

Dieser Wert ist ein Durchschnittswert für ganz Deutschland. Er ist also nicht unbedingt für jeden Ort zutreffend. Hinzu kommt noch der Sonnenwinkel – also, ob die Sonne ihre Bahn eher flach oder sehr hoch zieht. Für deine erste Berechnung brauchst du aber erstmal nur die 4,9 Stunden. Ein Klick auf den Link zur Statistik kann sich auch lohnen, da der Wert regional stark variiert.

Solarertrag berechnen

In den unten stehenden Rechner trägst du als erstes die Leistung deines gewünschten Solarmoduls ein. Wenn du dir unsicher bist, dann kannst du als Richtwert 100 Watt eintragen. Der Rechner berechnet dir dann für dieses Modul den möglichen Tagesertrag. Die Sonnenstunden sind mit 4,9h vorgegeben, können aber angepasst werden. 

Hier geht es zum Solarrechner

Den Tagesertrag vergleichst du dann mit deinem Verbrauch, den du vorhin gerechnet hast. Im Idealfall ist der Tagesertrag höher oder gleicht deinem Verbrauch. Damit wärst du – zumindest theoretisch – in der Lage deinen gesamten Strombedarf mit Solarstrom zu decken.

Soweit die Theorie. In der Praxis wirst du den errechneten Tagesertrag kaum erreichen. Deswegen soll er dir als Richtwert dienen. Vereinfacht gesagt: Möchtest du ausschließlich mit Solarstrom deinen Bedarf decken, dann sollte der Ertrag deutlich über dem Verbrauch liegen. 

Der Rechner berechnet dir außerdem die “Ladeleistung”  für deinen Akku. Daran kannst du auch erkennen, ob dein Akku mit Solarstrom tagsüber wieder vollständig aufgeladen werden kann. Die Einheit Ah (Amperéstunden) soll es dir erleichtern, den Bezug zum Akku zu sehen. 

Fest montierte Solarmodule 

Fest installierte Solarmodule können immer an Ort und Stelle verbleiben, sie laden also auch während der Fahrt deinen Akku. Hast du ein Hartschalenzelt, ein Hybriddachzelt oder einen Van mit genügend Dachfläche, dann kannst du dir dein Solarmodul fest anbauen. Vielleicht hast du sogar genügend Platz für zwei Module – Viel hilft viel! Immer rauf aufs Dach damit. Vergiss aber nicht das Gewicht der Module, falls du sie auf dein Dachzelt packst. Allzu viel Gewicht halten die meisten Hartschalen auch nicht aus. Im DACHZELT KONFIGURATOR kannst du auswählen, welche Dachzelte eine Zuladung ermöglichen.

Vorteilig bei einer festen Montage ist, dass du deine Solaranlage nicht jedesmal aufbauen musst. Für die feste Montage stehen dir zwei Arten von Modulen zur Verfügung: Da wären zum einen die klassischen, in Aluprofil eingefassten, starren Module. Und zum anderen die flexiblen dünnen Module. 

Die flexiblen Module haben den Vorteil, dass du sie auch auf ungerade oder gebogene Flächen kleben kannst. Der Vorteil von starren Modulen ist, dass diese besser belüftet sind. Die Lüftung bzw. die Kühlung der Module ist ein nicht zu verachtender Faktor.

Bei starker Sonneneinstrahlung können sich die Module enorm erhitzen. Dadurch sinkt ihre Leistung stark ab. Aus diesem Grund solltest du immer darauf achten, dass deine Module hinterlüftet sind. 

Das direkte Verkleben von Modulen lässt oftmals eine ausreichende Belüftung nicht zu. Deswegen musst du damit rechnen, dass der Wirkungsgrad deiner Anlage durch die erhitzten Module sinkt.

Faltbare Solarmodule (Solartaschen)

Faltbare Solarmodule kennst du vielleicht auch unter dem Begriff Solartasche. Diese Taschen beinhalten oftmals sogar einen passenden Laderegler. Hier solltest du darauf achten, dass der integrierte Regler ein MPPT-Regler ist. 

Mit einer Solartasche musst du deine Anlage jedesmal aufbauen. Während des Transports – also während der Fahrt – findet keine Ladung statt. Dafür kannst du die leichten und flexiblen Taschenmodule immer exakt zur Sonne ausrichten – dein Auto musst du dafür noch nicht mal umparken, oder in die Sonne stellen. Deine Solarzelle kann also effektiv laden, während dein Auto schön im Schatten parkt. 

In Sachen Leistung stehen die Solartaschen den festen Modulen in nichts nach. Damit ein 80W Modul faltbar und transportabel wird, unterteilt man es in zwei 40W Module. Die zwei Module sind flexibel miteinander verbunden und ergeben als Packmaß dann nur rund die Hälfte der ausgeklappten Fläche. Genauso geht das auch mit 120W oder 160W Modulen.

Wenn dir der ständige Auf- und Abbau der Solartasche und das Ausrichten nichts ausmacht, kannst du getrost zur Tasche greifen. Du solltest jedoch bedenken, dass Langfinger bei einer Tasche leichtes Spiel haben. Eine fest installierte Anlage ist da schon wesentlich besser gegen Diebstahl geschützt.

Außerdem lässt sich eine Tasche mit zum Beispiel drei einzelnen Modulen nicht so optimal zu Sonne ausrichten, da jedes der einzelnen Module einen geringfügig anderen Winkel hat. Gerade bei großen Taschen ist hier ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig.

Aufbau und Montage

Solartaschen und faltbare Module kannst du mit Saugnäpfen oder Gummibändern am Auto oder Zelt montieren. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt – lediglich die Anschlussleitung schränkt dich in deinem Radius ein.

Feste Module mit Aluminiumprofilen kannst du mit Hilfe von Montagewinkeln direkt auf dein Dach oder Dachzelt kleben. Du kannst dabei auf komplette Sets zurückgreifen. Hier sind die Winkel und auch der Kleber inklusive.

Achte darauf, dass die Oberflächen vor dem Aufkleben sauber und aufgeraut sind. Keine Panik: Wenn du dich an die Montageanleitung des Herstellers hältst kann fast nichts passieren.

Die flexiblen Module klebst du ganz einfach auf die dafür vorgesehenen Flächen. Hierzu kannst du den gleichen Kleber wie für die großen Module verwenden. Die Klebeflächen solltest du auch hier vor dem Verkleben ausgiebig zu säubern und aufzurauen.

Um die Leitung ordnungsgemäß in dein Fahrzeug oder Zelt zu verlegen, gibt es spezielle Leitungsdurchführungen. Diese dichten dein Loch im Dach vollkommen ab und sorgen dafür, dass kein Wasser eintritt. Wenn du jetzt Angst hast, ein Loch in dein Fahrzeug oder Dachzelt zu bohren, kann ich dich beruhigen: Das tut gar nicht weh 🙂

Gerade auf einer Dreiecks-Hartschalendachzelt wie auf dem Foto, kannst du deine Solarmodule besonders effektiv montieren. Durch den Öffnungswinkel sind deine Module immer sehr gut zur Sonne ausgerichtet – vorausgesetzt du parkst richtig.

Such dir die Stelle, an der du ins Innere bohren möchtest sorgfältig aus. Schau besonders genau hin, wo du mit deinem Bohrer auf der anderen Seite landest. Erst klein vorbohren und dann den großen Bohrer ansetzen. Wichtig: Die Bohrlochkante unbedingt mit ein wenig Rostschutz behandeln.

Optimale Ausrichtung deiner Module

Wenn dein Fahrzeug fix steht, also du nicht vor hast dreimal am Tag umzuparken, dann solltest du dein Modul möglichst nach Süden ausrichten. Der Neigungswinkel sollte zwischen 30 und 45 Grad liegen. Je nach Jahreszeit und Breitengrad solltest du mit dem Winkel etwas experimentieren. Wenn du einen Laderegler mit Smartphone-App hast, dann kannst du beim Ausrichten den Leistungsertrag zur Hilfe nehmen.

Deine Module sollten möglichst flach Richtung Sonne zeigen. Jede Biegung ändert den Winkel und somit den maximalen Ertrag. Das solltest du auf jeden Fall bei den flexiblen Modulen berücksichtigen.

Starre Module kannst du natürlich flach auf dem Dach montieren und auch betreiben, aber wenn du sie am Stellplatz ausrichten kannst, dann arbeiten sie viel effektiver.

Verdrahtung von Solarmodulen

Im Grunde genommen ist die Verdrahtung, also die Verlegung der Anschlussleitungen keine schwierige Angelegenheit. Die meisten Module werden schon vom Werk aus mit kurzen Anschlussleitungen inklusive Steckverbindungen ausgeliefert. An diese Stecker – sogenannte MC4 – Stecker kannst du dann deine Solarleitung anschließen.

Auch hier kannst du auf vorkonfektionierte Leitungen zurückgreifen. Diese gibt es anschlussfertig in verschiedenen Längen. Achte bei der Leitungsauswahl auf den richtigen Querschnitt. Eine zu dünne Leitung verursacht Verluste. Bei einer 100W Anlage solltest du bei einer Kabellänge von 5m und mehr mindestens 6mm² verwenden, um möglichst geringe Verluste zu haben. Wenn du deine eigenen Leitungen für den Außenbereich zusammenbaust, achte bitte auf die UV-Beständigkeit.

Für alle weiteren Leitungen im Fahrzeug nimmst du sogenannte Fahrzeugleitung. Diese erfüllt spezielle Anforderungen (u.a. Temperaturbeständigkeit) und wird mit der Abkürzung FLY und dem Querschnitt bezeichnet. Leitungen vom Typ FLRY kannst du auch verwenden – hier ist die Isolierung etwas dünner. Wenn du gleich zwei Leitungen – zum Beispiel Plus und Minus deines Solarmoduls – benötigst, dann kannst du FLYY Leitung verwenden.

Fahrzeugleitung mit der Bezeichnung FLY | Quelle: Amazon.com

Mehr hilft mehr – Parallel- und Reihenschaltung von Modulen

Du hast viel Platz auf dem Dach und weißt nicht, wohin damit? In diesem Glücksfall kannst du auch zwei oder mehr Solarmodule einsetzen. Bei der Verwendung von mehreren Solarmodulen hast du die Wahl zwischen zwei Verschaltungsarten: parallel oder in Reihe.

Aber bevor du dir deine ganze Dach(zelt)fläche mit Solarmodulen zupflasterst, solltest du auch schauen, ob du den ganzen Solarstrom auch verbrauchen kannst. Voller als voll kann dein Akku nicht werden. Ausschlaggebend dafür ist auch dein Reiseverhalten: Stehst du lange an einem Stück ohne Landstrom und Fahrtstrom (Lichtmaschine), dann kann eine größere Solaranlage schon Sinn machen. 

Beim Einsatz von zwei oder mehr Modulen musst du sicherstellen, dass dein Solarladeregler mit den höheren Strömen bzw. Spannungen klar kommt. Am besten ist es, wenn du von vornherein deinen Regler etwas höher dimensionierst, dann bleibt deine Anlage ausbaufähig – falls sich deine Platzverhältnisse oder Strombedürfnisse mal ändern.

Die Parallelschaltung

Bei einer Parallelschaltung von Solarmodulen addieren sich die Ströme (Im) der einzelnen Module – die Spannung hingegen bleibt gleich. Du kannst in einer Parallelschaltung auch Module mit unterschiedlichen Leistungen einsetzten. Dann musst du aber unbedingt darauf achten, dass die Spannungsangaben identisch sind!

Da sich die Ströme addieren, musst du unbedingt auf einen entsprechenden Leitungsquerschnitt achten. Höchstwahrscheinlich wirst du aus Platzgründen sowieso nicht mehr als zwei Module einsetzen können – die Parallelschaltung sollte auf jeden Fall deine erste Wahl sein.

Zur Verdrahtung deiner Parallelschaltung kannst du auch ganz einfach auf vorkonfektionierte Leitungen zurückgreifen. Mit den sogenannten Y-Adaptern ist der Anschluss ganz einfach.

Y-Adapter zur parallelen Verschaltung von Solarmodulen | Quelle: Amazon.com

Die Reihenschaltung

Die Reihenschaltung von Solarmodulen ist eine sehr einfache Verschaltungsart. Hier addieren sich die einzelnen Spannungen. Dabei werden die Module sprichwörtlich an einer Kette aufgereiht. Bei Großanlagen kannst du so viel Leitung sparen. Im Campingbereich macht diese Art von Verschaltung jedoch nicht wirklich Sinn. 

Der große Feind der Reihenschaltung ist der Schatten bzw. die sogenannte Teilverschattung. So bezeichnet man den Moment, wenn ein oder mehrere Module verschattet sind – zum Beispiel durch einen Baum oder ein Gebäude.

In diesem Fall liefert das verschattete Modul viel weniger Leistung, worunter dann die gesamte “Kette” zu leiden hat.

Solarmodule mit gleichen Spannungen aber ansonsten unterschiedlichen Leistungsangaben kannst du nicht zusammen in Reihe schalten – hier musst du dann zur Parallelschaltung wechseln.

Reihen- und Parallelschaltung zusammen

Auch wenn du vermutlich nicht über so viel Platz verfügst, kannst du die Parallel- und die Reihenschaltung miteinander mixen. 

Während sich im Reihenstrang die Spannungen addieren, addieren sich im parallelen Strang die Ströme. 

Sicherheit

Wie bei allen An- und Aufbauten rund um dein Fahrzeug, gibt es auch beim Thema Solar ein paar “Spielregeln”, an die du dich halten solltest.

Sorge immer dafür, dass deine Solartasche gegen Wind gesichert ist. Eine Böe kann dein Modul wegwehen und im schlimmsten Fall landet es deinem Nachbar auf dem Kopf. Stelle sicher, dass deine Solartasche vor Antritt der Fahrt wieder sicher verstaut ist. Ein Solarmodul im Schlepptau sieht nicht nur doof aus, sondern kann auch teuer werden.

Am Besten ist es, wenn du dir einen kleinen Hinweis als Erinnerung auf den Fahrersitz legst. Dann bekommst du nochmal einen kleinen Gedankenanstoß, bevor es losgeht. Das funktioniert übrigens auch sehr gut für die Kurbel von deinem Dachzelt oder anderem Zubehör, das gerne vergessen wird.

Bei fest installierten Anlagen – also solche, die auch während der Fahrt auf deinem Fahrzeug verbleiben – spielt die sichere Montage eine sehr wichtige Rolle. Die Flächen müssen für eine Verklebung geeignet sein. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dazu einen Fachmann befragen. Auch eine Sichtprüfung kann ab und an nicht schaden. 

Deine feste Solaranlage gilt als Ladung, und sollte auch so behandelt und gesichert werden. Es besteht keine Eintragungspflicht beim TÜV. Ich habe jedoch schon einmal miterlebt, dass den ein oder anderen Prüfer die “feste” Verbindung zum Fahrzeug stört. Der Grund des Aufregens war dabei die Leitung, die das Modul auf direktem Wege durch das Dach mit dem Regler verbindet. 

Die Lösung des Problems: Eine Steckverbindung! Diese erlaubt dir das schnelle Entfernen deiner “Ladung”  – Aber keine Sorge, das war nur ein Einzelfall. Im Normalfall dürfte das Solarmodul am Dach kein Problem sein.

Ansonsten gelten wie immer die üblichen Sicherheitsregeln und Vorschriften für das Arbeiten mit Strom und Spannung. Achte auf die richtigen Leitungsquerschnitte und Sicherungen – halte dich unbedingt an Herstellerangaben.

Auch hierzu kannst du dir wichtige Tipps und Hinweise in den Grundlagen der Elektrotechnik holen. Im Zweifelsfall empfehle ich dir einen Fachmann um Rat zu fragen.

Sonnige Aussichten – Solarinspirationen für dich

Vom Schattenparker zum Sonnenanbeter

Solarenergie macht dich autark! Sie ist, wenn man mal vom Anschaffungspreis absieht, kostenlos. Aber bist du die Investitionskosten mit dem kostenlosen Strom wieder eingeholt hast, musst du deine Solarenergie lange und oft nutzen. Du kannst es aber durchaus mit ein wenig Mehraufwand schaffen, deinen kompletten Stromverbrauch unterwegs über deine eigene Solaranlage zu produzieren.

Eine kleine Anlage mit 100 – 200 Watt macht Sinn. Alles, was darüber hinausgeht ist eher für die technikbegeisterten Dachzelter mit großem Geldbeutel und großem Strombedarf empfehlenswert.

Meine Solaranlage hatte für mich einen angenehmen Nebeneffekt: Durch die Aufzeichnung aller Daten und Erträge, habe ich einen regelrechten Sport aus meiner Datensammlung gemacht: Viel Ertrag und wenig Verbrauch. Erst jetzt, mit Solar wird mir richtig klar, was die Solaranlage für mein Licht & Co. leisten musst. 

Ein kleiner Merksatz noch zum Schluss: Ob dein Modul richtig steht, siehst du wenn das Licht angeht! In diesem Sinne wünsche ich dir stets einen sonnigen Platz.

Solar-Rechner – Solarmodul berechnen

Du bist kein Schattenparker, sondern liebst die heißen Plätze? Du bist Sonnenanbeter und immer gut gebräunt? Dann gönn deinem Gefährt doch auch mal ein paar Sonnenstunden und bau dir bei der Gelegenheit doch gleich eine Solaranlage aufs Dach. Hier kannst du dein Solarmodul berechnen!

Wenn du alles über die Technik, Module, Laderegler, den passenden Aukku und die Planung einer Solaranlage wissen willst, haben wir hier einen ausführlichen Artikel für dich vorbereitet:

Die Leistung von Solarmodulen wird meistens in Wp (Watt Peak) angegeben. Wp definiert die maximal erreichbare Leistungsausbeute voller Sonneneinstrahlung.

In Deutschland lag die durchschnittliche Sonnenscheindauer 2019 bei 4,9 Stunden pro Tag. Der unterstehende Link führt dich zu den aktuellen Daten. Im Rechner sind die 4,9 Stunden bereits vorgegeben – Du kannst sie aber gerne verändern.

LINK: Durchschnittliche Sonnenstunden in Deutschland

Es spielt übrigens nicht so eine wichtige Rolle, ob dein Energiebedarf durch dein Solarmodul zu 100 % gedeckt wird. In erster Linie soll sich ja deine Standzeit verlängern und so auch die Zeit, in der du dich autark mit Spannung versorgen kannst. Bei Bedarf kann ein weiteres Modul angeschlossen werden, oder ein leistungsfähigeres Modul verwendet werden. Das kostet aber Geld, Platz und Gewicht.

Natürlich kannst du auch deinen kompletten Energiebedarf mit Solar decken. Dazu brauchst du nur genug Module und einen geeigneten Energiespeicher. So eine Anlage geht kostenmäßig ganz schnell in den vierstelligen Bereich – aber du kannst ja gerne mit dem Rechner einmal experimentieren.

Solarmodul Rechner

Hier kannst du dein individuelles Solarmodul berechnen:

Beachte bitte, dass die Werte aus dem Solarmodul Rechner nur „theoretische“ Werte sind, und dir kein exaktes Ergebnis liefern. Sie können dir jedoch helfen, deine zukünftige Solaranlage zu berechnen und zu konfigurieren.

Du willst auch die Größe deines Akkus berechnen? Dann schau doch einmal hier vorbei.

Endlich autark!

Wenn du alles über die autarke Stromversorgung mit zweiter Batterie, Akkus, Batterietypen und die verschiedenen Ladetechniken wissen willst, dann solltest du dir diese Grundlagenartikel mal anschauen:

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Hast du Lust uns digital zu treffen? Rebecca und Thilo gehen jeden Sonntag um 20:00 Uhr auf Youtube, Facebook und Instagram live. Wir bringen dir die neusten News rund um die Dachzeltnomaden, Veranstaltungen, Tipps und Tricks, spannende Gäste und jede Woche ein richtig cooles Thema rund um das Dachzelten, Camping und Outdoor-Leben direkt auf deinen Screen.

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Akku-Rechner – Batterie berechnen

Du planst eine zweite Batterie in dein Fahrzeug einzubauen, oder möchtest dir gerne eine Akkukiste zusammenbauen? Der Akku-Rechner hilft dir nicht nur dabei, deine Verbräuche zu berechnen, sondern er empfiehlt dir auch gleich den richtigen Akku.

Wenn du alles über die autarke Stromversorgung mit zweiter Batterie, Akkus, Batterietypen und die verschiedenen Ladetechniken wissen willst, dann solltest du dir diese Grundlagenartikel mal anschauen:

Was du zur Berechnung deines Akkus brauchst, sind jeweils die Leistungsdaten deiner Verbraucher in Watt (W) und die Einschaltdauer am Tag in Stunden (h). Also die Zeit, die dein Licht leuchtet oder deine Akkus Laden etc.. Solltest du nur die Stromaufnahme in Ampere (A) oder Milliampere (mA) haben, kannst du sie vorher ganz einfach umrechnen.

Akku-Rechner

Hier kannst du die benötigte Kapazität deines Akkus berechnen:

Gib deine Werte ein und experimentiere etwas mit den Zahlen rum. Der Rechner ermittelt die Kapazität in Amperestunden (Ah) deines Blei-Säure Akkus unter Berücksichtigung der „50% Regel“. Nach dieser Faustformel darfst du eine Blei-Säure Batterie nur zu maximal 50% entladen.

Wenn du einen LiFePO4-Akku verwenden möchtest, dann kannst du zur Berechnung die “50%-Regel” vernachlässigen.

Außerdem kannst du entscheiden, ob du den sogennanten Peukert Effekt berücksichtigen willst. Ich empfehle dir das unbedingt, wenn du vorhast auf Dauer größere Ströme zu entnehmen. Um dich jetzt nicht komplett zu verwirren, erkläre ich den Effekt mal in einem Satz:

Je höher der Strom ist, den du aus deine Batterie entnimmst, desto niedriger ist die tatsächlich zur Verfügung stehende Kapazität deiner Batterie.

Der Rechner ist für maximal fünf Verbraucher vorgesehen. Solltest du mehr als fünf Geräte im Einsatz haben, musst du die ersten Berechnungsschritte mehrmals ausführen. Hast du weniger als fünf? Dann klick einfach auf weiter.

Noch ein wichtiger Tipp zum Kauf eine Blei-Säure Akkus: Achte beim Kauf darauf, dass deine benötigte Kapazität mit C20 angegeben ist.

Angenommen deine Berechnung kommt auf 100Ah, dann sollte auf dem Akku „12V/100Ah (C20)“ stehen. Das bedeutet, dass du den Akuu 20 Stunden lang mit 5A entladen kannst, bis sie leer ist – Berechnung: 100Ah / 20h = 5A.

Die „C100“ Angabe ist höher und deswegen nutzen Hersteller günstigerer Akkus diese Angabe oft als „Trick“, um eine vermeintlich höhere Kapazität zu verkaufen. Sie bezieht sich auf 100 Stunden. Zum besseren Verständnis: „C100“ bedeutet eine Entladung über 100 Stunden mit 1,2A bis die Batterie entladen ist –
Berechnung: 120Ah / 100 = 1,2A.

Wie anfangs schon beschrieben: Je höher der entnommene Strom, desto kleiner die tatsächliche Kapazität. Deswegen wirbt ein „pfiffiger Hersteller“ mit 120Ah – wohlwissend, dass sich diese Angabe auf eine eher unrealistische Stromentnahme bezieht.

Lust auf Sonne tanken?

Planst du dein Dachzelt oder Camper mit einer Solaranlage auszurüsten?

Hier kannst du die Größe deiner Solaranlage berechnen.

Außerdem findest du hier alles über Solartechnik, Module, Laderegler, den passenden Aukku und die Planung einer Solaranlage:

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Kochen unterwegs – Teil 2: Camping-Kocher

Keine Lust zu lesen? Dann schau dir hier das DZN Live zum Thema Kochen unterwegs an. Stephan, Rebecca und Thilo erklären dir alles, was du zum Thema Brennstoffe und Camping Kocher wissen musst:

Hier kommt die Technik, die satt macht!

Im ersten Teil der Trilogie “Kochen unterwegs” – die Brennstoffe hast du alles über die verschiedenen Brennstoffe erfahren und kannst dich jetzt voll der Technik widmen.

Der Markt ist regelrecht übersät mit Geräten und Technik zum Kochen, Grillen und Backen unterwegs. Dabei kann man schnell den Überblick verlieren. Deswegen möchte ich dir gerne mit diesem Artikel einen Wegweiser an die Hand geben. Wie in allen meinen Artikeln wirst du am Ende in der Lage sein zu entscheiden, was für dich der richtige Kocher ist.

Noch ein Tipp: Viele Kocher haben eine Piezo-Zündung, das ist ein kleiner Funke, der sich per Knopfdruck erzeugen lässt. Da es passieren kann, dass dieser kleine Funke manchmal nicht überspringt, solltest du stets ein Feuerzeug an Bord haben – auch als Nichtraucher.

Grundausstattung – Das Feuerzeug | Quelle: Amazon.com

Wenn du mehr über den Piezoeffekt wissen möchtest, schau dir mal den Artikel über den Piezo-Effekt bei Wikipedia an.

Der Gaskocher

Den Einstieg in den zweiten Teil macht der Gaskocher. Vielleicht war ein Gaskocher auch dein Einstieg in die Outdoor Küche, oder du hast sogar einen Gasgrill an Bord.

Die beiden Geräte (Kocher und Grill) nutzen Gas als Brennstoff. Das Gas kommt aus Gaskartuschen oder Gasflaschen. Das Gas triff über eine Düse am Kocher aus, an der es entzündet wird. Die Gasflamme lässt sich mittels eines Drehreglers regeln – und auch wieder löschen.

Los geht es mit dem ganz einfachen Gaskocher, der mit Stechkartuschen funktioniert. Er bildet sozusagen die Einstiegsklasse und ist bereits für kleines Geld zu haben. Für die Dose Ravioli auf dem Festival ist dieser Brenner bestens geeignet. Hier wird direkt über der Kartusche gekocht.

Vorteile:

  • Günstig für den Einstieg
  • Leicht und klein
  • Kartuschen gibt es in jedem Baumarkt
  • Unkompliziert in der Handhabung

Nachteile:

  • Wenig Leistung
  • Oftmals sehr instabil mit größeren Töpfen
  • Kartusche kann nur leer entfernt werden
  • Wenig Gasvorrat, daher schnell leer
  • Windempfindlich
  • Kälteempfindlich

Jeder kennt ihn, und vielleicht hast du ja auch selbst einen: Der Gaskartuschenkocher

Bewährt und prakrisch: Der Kartuschenkocher mit MSF1a Kartusche | Quelle: Amazon.com

Er ist sehr beliebt unter den Campern und sehr unkompliziert in der Handhabung. Die benötigten Kartuschen gibt es mittlerweile in fast jedem Baumarkt und online sehr günstig zu erwerben. Die Kartuschen verfügen über ein Ventil. So kannst du Kocher und Gas getrennt voneinander aufbewahren.

Bei sehr günstigen Kartuschen ist oftmals der Butananteil sehr hoch, was bei tiefen Temperaturen sehr schnell zum Ärgernis wird. Achte beim Kauf des Kochers außerdem unbedingt darauf, dass ein Gas-Stopp verbaut ist. Dieser verhindert ein Ausströmen des Gases, wenn die Flamme erlischt. 

Achte bitte besonders darauf, dass du keine zu große Pfanne und Töpfe verwendest. Bei zu großem Kochgeschirr kann die Abwärme nicht mehr ordnungsgemäß abgeführt werden. Eine starke Erwärmung der Gaskartusche kann die Folge sein.

Mehr Power? Nein! Aber mit zwei Flammen geht es trotzdem besser | Quelle: Amazon.com

Vorteile:

  • Sehr stabil beim Kochen – kippt nicht so schnell
  • Bei ausreichender Belüftung im Innenraum einsetzbar
  • Kartuschen sind dank Ventil herausnehmbar
  • Günstiger Einstiegspreis 

Nachteile:

  • Windempfindlich
  • Wenig Leistung
  • Sperrig zu transportieren
  • Kälteempfindlich

Etwas gehobener geht es mit einem Kocher für Schraubventil-Kartuschen zu. Hier hat man oftmals die Kartusche etwas abseits des Kochers stehen. Sie wird mittels einem kleinen Schlauch mit dem Brenner verbunden. Schraubventil-Kartuschen gibt es in verschieden Größen – du kannst also länger kochen.

Vorteile:

  • Mehr Leistung dank größeren Kartuschen
  • Schlauchverbindung zwischen Kartusche und Brenner – Mehr Sicherheit
  • Faltbar, daher sehr platzsparend
  • Zubehör erhältlich – Umbau zum Grill / Toaster

Nachteile:

  • Instabil – keine Große Töpfe möglich
  • Mittelmäßige Leistung
  • Windempfindlich (Windschutz verwenden)
  • Kälteempfindlich ohne Wintergas

Der Gasgrill

Du hast lange genug gewartet: Kommen wir nun endlich zum ersten Grill. Dieser funktioniert mit einer Schraubventil-Kartusche. 

Praktisch: Die Schraubkartusche kann nach dem Grilen entfernt werden

Hier gibt es je nach Gerät entweder die Möglichkeit, die Schraubkartusche direkt unter dem Grill einzuschrauben, oder sie mittels Schlauch mit dem Grill zu verbinden. Die Leistung ist bei der Verwendung von größeren Kartuschen schon ordentlich und ist ausreichend für einen kleinen Grillabend. Allerdings kann man nur grillen, das Kochen ist auf diesen Geräten nicht möglich.

Vorteile:

  • Sehr kompakter Grill
  • Ein System für alles – Kartuschen vom Kocher sind verwendbar
  • Unkomplizierte Handhabung
  • Grillen ohne Kohle

Nachteile:

  • Kein Kochen möglich
  • Gasverbrauch 
  • Ein Gepäckstück zusätzlich
  • Nichts für den Rucksack

Die Königsklasse, aber aufgrund der Größe eher nicht für den mobilen Einsatz geeignet. Der Gasgrill für die Gasflasche.

Eigentlich sehen diese Konstrukte schon teilweise aus wie ganze Großküchen. Oftmals kann, neben dem Grillbetrieb auch noch eine Brenner befeuert werden um Speisen um Töpfen zu erhitzen.

Passt nicht ganz ins Auto, der mehrflammige Gasgrill

Egal ob Grill mit oder ohne Kocher – oder auch nur zwei große Kochfelder. Aufgrund der Verwendung von klassischen Gasflaschen, sind diese Grills bzw. Kochgeräte nicht für den mobilen Einsatz geeignet.

Hast du einen festen Wohnwagen auf dem Campingplatz oder einen großen Garten, dann sind diese Outdoor-Kombüsen aber echt durch fast nichts zu ersetzen. Da kann die Party auch ruhig mal etwas größer ausfallen.

Und falls du dir jetzt die Frage stellst: Ja, klar kannst du den Grill oder Kochen incl. der Gasflasche zu deinem Kumpel mitnehmen, um dort anzugeben. Wenn du dich an die Regeln für den Transport von Gasflaschen hältst, kann da gar nichts schiefgehen. Ein Problem gibt es noch: Die Größe ist nicht gerade passend für jedes Fahrzeug – das macht den Transport schwierig.

Lediglich bei deinen Roadtrip quer durch Deutschland solltest du die Flasche zu Hause lassen und auf Kartuschen umsatteln. Aber vielleicht ist ja auch die folgende Kategorie für dich perfekt:

Benzinkocher

Eine sehr interessante Kochmöglichkeit sind die Benzinkocher. Es gibt sie als einflammige oder als zweiflammige Brenner. Von ultra Kompakt bis hin zum “kofferartigen” Gebilde mit zwei getrennt regelbaren Kochstellen.

Befeuert werden diese Kocher mit Ottokraftstoff (Benzin) oder Reinbenzin, das auch als Waschbenzin bezeichnet wird. Oftmals bieten die Hersteller auch eigene Gemische zur Verwendung an. Die sollen dann besonders sauber, also mit wenig Rußbildung, verbrennen.

Bei der Verwendung von Benzinkochern solltest du wissen, dass diese etwas komplizierter zu bedienen sind. Das Feuermachen ist etwas abenteuerlich und sollte nur im Freien vonstatten gehen.

Die abenteuerliche Bedienung liegt daran, dass der Brennstoff nicht einfach nur verbrannt wird. 

Das Benzin befindet sich in einem externen Behälter, der mittels einer integrierten Pumpe unter Druck gesetzt wird. Würde man nun das Benzin so flüssig, wie es ist, verbrennen wollen, müsst man es sehr fein zerstäuben. Dazu würde man aber einen viel höheren Druck erzeugen müssen als den, den man mit der kleinen Handpumpe erzeugen kann.

Deswegen bedient man sich eines anderen Prinzips: Die Vergasung bzw. die Verdampfung. Die Verdampfung des Benzins erfolgt in einem kleinen Röhrchen, das sich unmittelbar vor der Brenner-Düse befindet.

Diese kleine Röhrchen wird zunächst vorgeheizt. Dazu ist es bei vielen Brenner nötig, kurzzeitig eine kleine Menge Benzin ausströmen zu lassen, die dann entzündet wird.

Im vorgeheizten kleinen Röhrchen (Verdampfer) wird der Brennstoff gasförmigen und dann direkt durch die Düse ausgestoßen. Um eine bessere Gemischbildung mit der Luft zu erreichen, wird dieser gasförmige Strahl entweder durch ein Rohr mit seitlichen Bohrungen oder gegen eine Prallplatte geleitet.

Auch jetzt heizt sich der Brenner noch auf. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist nötig, bis eine blaue Flamme mit lautem Fauchen aus der Düse austritt. Jetzt kannst du deine Topf auf die Brennstelle stellen.

Wie du siehst, ist die Inbetriebnahme nicht so einfach wie beim Gaskocher. Aber was jetzt hier total kompliziert klingt, ist in Wahrheit ganz einfach. Nach etwas Übung und ein wenig abgebrannter Körperbehaarung hast du den Dreh raus.

Hier ein paar Beispiele für ein- und zweiflammige Kocher.

Einfacher Benzinkocher | Quelle: Amazon.com
2- flammiger Benzinkocher |
2- flammiger Benzinkocher | Quelle: Amazon.com

Vorteile:

  • Hohe Leistung
  • Benzin überall verfügbar
  • Brennstofftransport im Reservekanister
  • Brennt auch bei Minusgraden
  • Unempfindlich bei großen Höhen + 1.000m ü.n.N

Nachteile

  • Komplizierte Inbetriebnahme
  • Rußbildung beim Verbrennen
  • Benzin riecht nicht gut – Leichte Geruchsbildung möglich
  • Anschaffungspreis
  • Verschleißteile 

Multifuelkocher

Mein persönlicher Favorit: Der Multifuelkocher. Na ja, eigentlich “nur” ein aufgepimpter Benzinkocher.

Mit Multi ist im Prinzip alles gemeint, was brennen kann. Ein guter Multifuelkocher ist in der Lage Benzin, Diesel, Petroleum und Gas zu verfeuern. Für jeden Brennstoff gibt es dann eine austauschbare Düse, die aber in der Regel im Handumdrehen gewechselt ist. So kannst du auch mal im Vorzelt mit Gas Kochen, falls das Wetter mal nicht mitspielt.

Die meisten Multifuel-Kocher sind sehr kompakt und leicht und daher nur einflammig. Sie passen in jeden Rucksack oder jede Kiste. Oftmals sind es einfache dreibeinige Konstruktionen, die es dir erlauben wirklich überall zu kochen. Deswegen sind sie auch so beliebt bei Expeditionen – und mal ganz ehrlich: So bisschen Expedition ist so eine Reise mit dem Dachzelt doch auch immer.

Ein Multifuelkocher im Einsatz

Vorteile:

  • Kann (fast) alles verbrennen
  • Ultra Kompakt
  • Hohe Leistung – je nach Brennstoff
  • Purismus – Sieht einfach cool aus 

Nachteile:

  • Hoher Preis
  • Nur Einflammig
  • Komplizierte Inbetriebnahme
  • Rußbildung beim Verbrennen
Multifuelkocher mit Grillplatte | Foto:Therese Kahlert

Spirituskocher

Eine sehr einfach Möglichkeit, um deine Speisen zu erwärmen, bietet der Spirituskocher. Er wird – wie sein Name schon verrät – mit Spiritus, also Ethanol betreiben. Er ist sehr einfach konstruiert und daher schnell beschrieben: Es gibt einen Brenner in Form einer kleinen Schale und eine Gestell darüber für deinen Topf.

Spiritus hat einen schlechten Brennwert, weswegen die Verwendung bei niedrigen Temperaturen oder in großen Höhen eher schwierig ist. Um der Kälte vorzubeugen, kann der Brennstoff vorgewärmt werden. 

Gerade in den skandinavischen Ländern ist der Spirituskocher weit verbreitet. Deswegen ist auch die Brennstoffbeschaffung dort kein Problem. Viele Spirituskocher werden direkt mit passendem Kochgeschirr angeboten. Das ist sehr praktisch, da man für den Transport alles in den Kochtopf packen kann.

Manche Sprituskocher haben sogar noch die Möglichkeit, mit Gas befeuert zu werden. Mit zwei Brennstoffen machst du deinen Spirituskocher mega flexibel und bist auf alle Situationen vorbereitet.

Simple Technik beim Zusammenbau

Tipp: Sollte dein Spirituskocher bei der Verbrennung rußen, kannst du zu dem Brennstoff etwas Wasser zugeben (etwa 10%).

Vorteile:

  • Leicht und klein
  • Sehr günstig
  • Brennstoff ist überall verfügbar
  • Mit Gas erweiterbar (herstellerabhängig)

Nachteile:

  • Schlechte Brennleistung
  • Kälteempfindlich
  • Empfindlich bei großen Höhen + 1.000m ü.n.N

Der Holzofen

Jetzt möchte ich dir gerne noch eine ganz besondere Art des Kochens für Puristen und Abenteurer vorstellen: Der Holzofen für den Rucksack – Lagerfeuer to go!

Viele Hersteller haben bereits die sogenannten Holzvergaser in ihr Sortiment aufgenommen. Der große Vorteil: Der Brennstoff ist praktisch überall verfügbar. Der Ofen lässt sich mit kleinem Holz oder Pellets “füttern” – Selbst feuchtes Holz lässt sich verwenden. 

Alle diese mobilen Kocher funktionieren durch den Kamineffekt. Lass mich dir kurz den Kamineffekt erklären:

Wenn du ein Feuer im Feuerraum eines Kamins entfachst, dann steigen zunächst die heißen Rauchgase durch den statischen Auftrieb nach oben. Anfangs findet dieser Auftrieb genau mittig im Kaminrohr statt. An den Wandungen strömt währenddessen kalte Luft nach unten. Im Laufe des Anheizens mischt sich irgendwann der aufströmende Luftstrom mit dem abströmenden Luftstrom – eine homogene Einphasenströmung entsteht.

Der Kamineffekt

Durch diese schnelle Aufwärtsströmung ensteht ein Unterdruck im Brennraum. Diesem wird wiederum durch kalte, zuströmende Luft entgegengewirkt. Der Kamineffekt findet in großen Schornsteinen statt – und genauso in deinem kleinen Holzofen.

Den Kamineffekt kann man durch Kanalisierung oder Bündelung der zuströmenden Luft noch effektiver machen.

Bekannt sind diese kleinen Öfen auch als Hobo Kocher. Sie funktionieren nach dem Kamineffekt. Hobos, das waren die nordamerikanischen Wanderarbeiter, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Auftrag zu Auftrag wanderten.

Übrigens kannst du dir deinen Hobo Kocher ganz einfach aus leeren Konservendosen selber bauen. Was du dafür brauchst und wie du das Ganze zusammenbauen kannst, erfährst du in diesem Video über den DIY-Hobo Ofen.

Noch effektiver wird so ein kleines Taschenfeuer, wenn zur Verbrennung die sogenannte Sekundärluft genutzt wird. Was jetzt hochkompliziert klingt, sind in Wahrheit einfach nur die heißen Rauchgase, die dem Verbrennungsprozess wieder zugeführt werden.

Das Prinzip der Sekundärluft

Den Holzofen gibt es in vielen Designs: Rund oder Eckig, klein oder groß, schmal oder breit – Zerlegbar oder fest zusammengebaut. Oft ist es einfach nur eine Frage des Geschmacks – und wie man an manchen Preisen erkennen kann, eine Frage der Marke.

Die Tatsache, dass du dir aus zwei Konservendosen und ein bisschen Geschick deinen eigenen DIY Ofen bauen kannst, zeigt dir, dass es nicht immer teuer sein muss. Brennen tun sie alle.

Vorteile:

  • Brennstoff ist praktisch überall vorhanden
  • Optisch ein Hingucker
  • Klein, leicht und ultra transportabel
  • Vielseitig – gibt auch Wärme ab

Nachteile:

  • Offenes Feuer nicht überall erlaubt
  • Starke Rauchentwicklung beim Anheizen
  • Relativ kleine Kochfläche
  • Aufwändige Inbetriebnahme

Dieselkochfeld

Das Dieselkochefeld ist ein Highlight und nur für Festeinbauten geeignet. Solltest du einen Van mit genug Platz haben, dann ist ein Dieseskochfeld eine sehr gute Sache. 

Der entscheidende Vorteil: Es entnimmt seinen Brennstoff direkt aus dem Dieseltank, also so wie eine fest eingebaute Standheizung. Klar, ein Fahrzeug mit Dieselmotor ist da schon praktisch. Aber die meisten Vans verfügen ja ohnehin über einen Dieselmotor.

Optisch erinnert es an ein Glaskeramik- oder Induktionskochfeld – und auch die Bedienung ist ähnlich einfach. Die Hitze zum Kochen entsteht in einem kleinen Dieselbrenner unterhalb des Kochers. Entstehende Abgase werden direkt unter dein Fahrzeug geleitet. Alles ist fast wie zu Hause, nur anders. 

Sieht nach zu Hause aus – Das Dieselkochfeld | Quelle: Webasto.de

Wie schon erwähnt, sind diese Geräte nur für den Festeinbau vorgesehen und sollten daher auch nur von einem Fachbetrieb eingebaut werden.

Vorteile:

  • Bedient sich aus dem Dieseltank
  • Kompakte Abmessungen
  • Gibt es auch zweiflammig
  • Bedienung sehr einfach
  • Hohe Leistung

Nachteile:

  • Aufwändiger Einbau
  • Hoher Preis
  • Nur Festeinbau möglich

Kochen ohne Feuer

Technisch gesehen wird in der allseits bekannten Herdplatte ein Heizwendel unter Strom gesetzt, wodurch er sich erhitzt. Über die Herdplatte erfolgt dann der Wärmetransport an deinen Topf. Diesen Heizwendel kannst du dir wie eine Bremse für den Strom vorstellen: Der Strom fließt rein, und die “Bremse” möchte ihn am durchfließen hindern. Dabei wird sie heiß und gibt dieser Hitze an deine Kochtopf ab. 

Elektrische Kochplatte | Quelle: Amazon.com

Glaskeramik – Einfach, sauber und günstig

Die Glaskeramik ist dir vielleicht unter dem Begriff “Ceran” bekannt. Ceran ist im Prinzip nur ein Markenname. Die allgemein gültige und korrekte Bezeichnung ist daher Glaskeramikkochfeld.

Fast wie zu Hause – Die Kochplatte aus Glaskeramik | Quelle: Amazon.com

Diese Art von Kochfeld ersetzt die normale Metall-Herdplatte durch Glas. Dieses Glas lässt die Wärmestrahlung aufgrund seiner Infrarot-Transparenz direkt zum Topfboden durchdringen. Der Wärmetransport erfolgt daher effizienter als bei der herkömmlichen Kochplatte. Außerdem ist die Reinigung viel einfacher.

Induktion – Hightech an Bord

Jetzt wird es mal wieder elektrotechnisch – mein Lieblingsthema! Aber keine Angst, ich hole nicht allzu weit aus, das würde hier den Rahmen sprengen. Was ich dir mit meiner Erklärung vermitteln möchte sind zwei Dinge: 

Erstens: Induktion ist die modernste Art des Kochens mit elektrischem Strom. Und zweitens: Es ist viel Technik im Spiel und daher ist die Induktion wahrscheinlich nicht deine erste Wahl beim rauen, naturverbundenen Dachzelten.

In einem Induktionskochfeld befindet sich eine Spule aus sogenannter HF-Litze. Das HF steht in diesem Fall für Hoch-Frequenz. Die Spule besteht aus sehr vielen einzelnen Litzen, die mit einem Lack isoliert sind. Dank des Lackes sind sie untereinander nicht leitend verbunden.

Die Spule im Inneren eines Induktionskochfeldes | Quelle: Wikipedia.org

Für die nötige Hitze kommt die Hochfrequenz ins Spiel. Dazu muss ich nun etwas weiter ausholen: Normale Netzspannung kommt mit einer Frequenz von 50Hz bis 60Hz aus der Steckdose – man bezeichnet Frequenz als Netzfrequenz. 

Wenn wir von 50Hz ausgehen, bedeutet das vereinfacht gesagt, dass sich 50 mal in der Sekunde die Flussrichtung des Stroms ändert. Bei der Hochfrequenz passiert das mit einer Frequenz von 25 bis 50 kHz, also mit bis zu 50.000 Richtungsänderungen pro Sekunde.

Dadurch entsteht ein magnetisches Wechselfeld, das eine Art Gegenpol braucht – in dem Fall dein Kochtopf bzw. der Boden deines Kochtopfes.

Das Induktionskochfeld | Quelle: Amazon.com

Hochfrequenz ganz einfach erklärt: Du reibst deine Hände ganz langsam aneinander (50 Hz) und nichts passiert. Dann reibst du deine Hände so schnell du kannst aneinander (Hochfrequenz) – jetzt wird es heiß. 

Mir ist schon klar, dass es dies eine sehr stark vereinfachte Beschreibung ist, aber so ähnlich kannst du dir die winzig kleinen Elektronen innerhalb der Spule vorstellen.

Das Kochen von Wasser auf einem Induktionskochfeld geht sehr schnell. Du brauchst jedoch Kochtöpfe, die für Induktion geeignet sind. Keine Angst, die sind nicht aus einem Metall, das sonst nur in der Rakeltechnik verwendet wird. Es muss lediglich ein ferromagnetisches Metall sein – also ein Metall, an dem ein Magnet haften bleibt. 

Stell dir vor, dein Topfboden wäre auch gleichzeitig die Herdplatte. Das ist der Grund, warum das Induktionskochfeld so schnell ist. Du kannst damit in der Rekordzeit von 5 Minuten einen Liter Wasser zum kochen bringen – versuch das mal mit einer Herdplatte.

Der Elektrogrill

Gerade der Elektrogrill stößt bei Grill-Fanatikern auf wenig Gegenliebe. Aber gerade das Grillen auf einem Elektrogrill ist eine günstige und saubere Lösung. 

Wie bei allen elektrischen Küchengeräten gilt hier: Wenn du auf dem Campingplatz einen Elektrogrill oder ein elektrisches Kochfeld verwenden möchtest, achte bitte darauf, dass der bereitgestellte Anschluss auch in der Lage ist so viel Leistung zu liefern. Die wenigsten Campingplatzbetreiber bieten die 3kW zur Entnahme an. 

Der Klassiker für Campingplatz und Balkon | Quelle: Amazon.com

Tendenziell rate ich dir, einen etwas kleineren Elektrogrill zu verwenden. Oder willst du der Grund für den nächtlichen Stromausfall auf dem Campingplatz sein?

Fazit

Wie du dich auch entscheidest, in Zukunft deine Mahlzeiten zu erwärmen. Auch hier ist es wichtig, dass du bei all der Theorie nicht das Wesentliche vergisst – das Abenteuer! Deswegen solltest du einfach losziehen und auf deiner Reise entscheiden, was du für ein Kochtyp bist. 

Was nutzt dir der teuerste Multifuel-Kocher, wenn du doch lieber im Vorzelt mit Gas kochst?

Wenn du mehr über die verschiedenen Brennstoffe erfahren willst, schau dir den ersten Teil der Trilogie “Kochen unterwegs” – die Brennstoffe an.

Eine riesengroße Übersicht zu verschiedenen Outdoor Kochern aller gängigen Herstellern findest du in dieser Tabelle inklusive der Brennstoffeverbräuche. Danke an das Team von Exploreborders für die Sammlung!

Am Ende zählt nur eins, du musst satt werden! In diesem Sinne:

Guten Appetit!

Kochen unterwegs – Teil 1: Die Brennstoffe

Keine Lust zu lesen? Dann schau dir hier das DZN Live zum Thema Kochen unterwegs an. Stephan, Rebecca und Thilo erklären dir alles, was du zum Thema Brennstoffe und Camping Kocher wissen musst:

https://www.youtube.com/watch?v=r-bKqquFiJs

Kaffee – Dein Morgenritual?

Wie beginnst du normalerweise deinen freien Tag? Mit einem frisch aufgebrühten Kaffee oder doch lieber mit einem fruchtigen Tee? Egal, was es ist – ein Heißgetränk ist für die meisten ein Morgenritual, das auch auf der Reise nicht fehlen darf.

Ich zeige dir, wie du unterwegs auf mobilen Kochern deinen Kaffee kochen kannst. Klar, es geht auch mehr als nur Kaffee. Die verschiedenen Brennstoffe können natürlich mehr, als nur Wasser zum kochen bringen.

Wenn ich von Kochern rede, dann meine ich in diesem Fall Kocher, die mit Gas, Flüssigkeit (Benzin, Petroleum, usw.) oder Festbrennstoffen (Esbit, Holz) befeuert werden.

Dachzeltnomaden Emaille Tasse im Van

Die wichtigsten Grundlagen

Dieser Artikel ist der Erste Teil der Reihe “Kochen unterwegs” – hier geht es um die einzelnen Brennstoffe Gas, Flüssigkeiten und feste Brennstoffe. Ganz zum Schluss gebe ich dir noch einen kurzen Einblick in das Kochen mit elektrischem Strom.

An welcher Stelle du einsteigst, kannst du selber entscheiden. Für den absoluten Durchblick empfehle ich dir jedoch, den Artikel komplett zu lesen – eine Kaffeepause darfst du natürlich machen.

Am Ende wird es dir leichter fallen, dich für eine Befeuerungsart zu entscheiden.

Wenn du dich für die verschiedenen mobilen Campingkocher und deren Technik interessierst, empfehle ich dir Teil 2 der Trilogie “Kochen unterwegs” – Camping Kocher.

Gasförmige Brennstoffe

Wenn du deinen Kocher mit Gas betreiben möchtest, dann hast du schon bei deiner Kaufentscheidung die Wahl zwischen dem klassischen Kartuschenkocher oder einem Kocher, der seine Gasversorgung aus einer handelsüblichen, großen Gasflasche bezieht.

Egal, wie groß die Flaschen sind, oder welchen Anschluss sie haben. Der Inhalt ist immer der Gleiche: Brennbares Gas, welches durch den hohen Druck innerhalb des Behälters flüssig ist. Man spricht in diesem Fall von Flüssiggas.

Auf den Anschluss, den Druck und die Größe gehe ich weiter unten ein. Jetzt geben wir unserem Flüssiggas erstmal einen Namen: 

Butan

Butan ist ein brennbares, leicht zu verflüssigendes Gas, das in den meisten Gaskartuschen zu finden ist.

summenformel Butan

Es hat leider einen entscheidenden Nachteil: Der niedrige Siedepunkt. Dieser liegt nämlich bei nur −0,50 °C. Das bedeutet, vereinfacht gesagt, dass ab dieser Temperatur das Gas in der Kartusche oder Flasche seinen Druck verliert. Dieser Prozess wird zusätzlich dadurch beschleunigt, dass sich beim Verbrennen der Behälter abkühlt. Also würdest du mit reinem Butan schon bei Temperaturen um die +5 °C nicht mehr glücklich werden.

Vielleicht hast du das schon einmal selber beobachten können: Deine Flamme wird immer kleiner und erlischt irgendwann von alleine. Beim Herausnehmen der Kartusche hast du dann festgestellt, dass diese gar nicht, so wie vermutet, leer ist. 

Gegen die Kälte hilft im Notfall die Körperwärme, um die Kartuschen bei Laune zu halten. Das ist zwar sehr nervig, hilft aber wirklich. Bitte nicht mit anderen Wärmequellen erwärmen – Explosionsgefahr!

Auch bei großen Höhen ist eine reine Butanfüllung nicht so ratsam, denn auch hier gibt es Probleme mit der Verbrennung. Alles was höher als 1.000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist nicht mehr für Butan geeignet.

Isobutan

Isobutan ist dein Retter im Winter. Im Grunde genommen macht Isobutan das Gleiche wie Butan. Es ist aber u.a. wegen seines tieferen Siedepunktes besser für den Einsatz im Winter geeignet – dieser liegt nämlich bei -11,7 °C.

summenformel Isobutan

Wenn Du mehr über Isobutan wissen möchtest, dann schau dir mal die Beschreibung von Isobutan auf Wikipedia an.

Propan

Propan ist in deiner Kartusche oder Flasche das “gewisse Etwas”. Ähnlich wie Isobutan sorgt es – dank seinem sehr niedrigen Siedepunkt von -42,1 °C dafür, dass du auch im Winter einen frisch gebrühten Kaffee genießen kannst. 

Summenformel Propan

Wenn Du mehr über diesen Stoff wissen möchtest, dann schau dir mal die Beschreibung von Propan auf Wikipedia an.

Die richtige Mischung macht's

Du hast es sicherlich schon geahnt. In reiner Form kommen die oben genannten Gase nur selten in Kartuschen vor. Bei Flaschen sind zwar auch reine Propan und Butan Füllungen zu haben, aber gerade die reine Butanfüllung ist meiner Meinung nach nicht für den Outdoor-Einsatz geeignet. Zu schnell fallen die Temperaturen gerade morgens unter die magische 5 Grad Marke.

Mobile Kocher sind meistens für den Betrieb mit Gaskartuschen ausgelegt. Deren Inhalt besteht aus einem Gasgemisch aus Butan, Propan und oftmals auch Isobutan. Je höher hier der Anteil von Propan und/oder Isobutan ist, umso besser funktioniert die Gaskartusche bei niedrigen Temperaturen. 

Hersteller bedrucken derart gefüllte Kartuschen gerne mit der Bezeichnung “Wintergas”. Diese sind in der Regel etwas teurer, lohnen sich aber, da du dir den “Kochfrust” an einem kalten Morgen ersparst – glaub mir, ich spreche da aus Erfahrung.

Spezielle Wintergasmischung
Spezielle Wintergasmischung

Kleiner Funfact am Rande: Als wir im Januar 2019 das DACHZELT WINTER CAMP der Dachzeltnomaden besucht haben, hielten wir uns schon für erfahrene Dachzelt-Profis. Schließlich hatten wir im Vorjahr bereits ganz Deutschland “becampt”.

So begab es sich, dass ich es etwas mit Glühwein und und anderen Erfrischungsgetränken übertrieben habe. Die Nacht war kalt, sehr kalt! Das Thermometer fiel auf -14 °C (!) . 

Die Kopfschmerzen am nächsten Tag waren heftig. Was hilft gegen Kater? Richtig, ein richtig starker Kaffee! So dachte ich auch, und kletterte aus dem Dachzelt runter in unseren Partybus. Übrigens noch in voller Montur vom Vorabend, inklusive einer Tüte Chips in der Jackentasche. Mit gefrorenen Fingern und Eis am Bart versuchte ich Kaffee zu kochen. 

Es blieb bei dem Versuch, denn die Wasservorräte im Bus waren gefroren. Das Eis zu schmelzen wäre die Lösung gewesen, doch meine Freude an der wärmenden Gasflamme, die aus dem Kocher züngelte, war nur von kurzer dauer. Nix ging mehr! Die Außentemperaturen machten es mir unmöglich Kaffee zu kochen, oder sonst irgendwie Wärme zu produzieren. 

Seitdem haben wir immer Wintergas mit an Bord! Kaffee habe ich dann doch noch bekommen – mein Allgemeinzustand war so mitleiderregend, dass ich mit meinem leeren Becher nur ein paar Meter über den Platz schleichen musste. Großherzige Kaffeespender machten meiner Not ein Ende – Dachzeltnomaden sind eben sehr hilfsbereite Menschen.

Kartusche oder Flasche – was ist besser?

Diese Frage kann ich dir nicht pauschal beantworten, aber ich kann dir ein paar Fakten zu Kartuschen und Flaschen mit auf den Weg geben. Danach kannst du entscheiden, was für dich in Frage kommt.

Kartuschen

Sie sind sehr gut zu transportieren, da ihr Packmaß klein ist. Sie eignen sich aufgrund ihrer Füllmenge am besten für einflammige Kocher. Allerdings sind Kartuschen nicht nur praktisch, denn ihr Nachteil ist, dass sie nicht wiederverwendbar sind. Wenn sie leer sind, dann wandern sie in den Müll.

Handelsübliche Gaskartuschen
Handelsübliche Gaskartuschen

Es gibt drei gängige Anschlüsse bei Gaskartuschen. Zwei davon haben ein Ventil eingebaut, das es dir erlaubt, die Kartusche vom Kocher (Brenner) zu entfernen, ohne das weiteres Gas ausströmt. Das ist besonders praktisch, wenn du ein besonders kleines Packmaß für deine Kochlösung suchst. So kannst du zum Beispiel Kartusche und Brenner getrennt voneinander aufbewahren.

Solche Kartuschen nennt man Schraubventil-Kartusche oder Bajonettventil-Kartusche. Schraubventile werden unter anderem von der Firma Primus, Campingaz oder Coleman verwendet. 

Beim Bajonett wird nicht geschraubt, sondern gesteckt. Ansonsten erfüllt diese Anschlussart den gleichen Zweck wie der Schraubanschluss. Dieses System hat seinen Ursprung vor allem in den asiatischen Ländern. Noch nie gehört? Kann gut sein, eine andere Bezeichnung für die Art von Anschluss ist MSF 1-A. Unter diesem Begriff lassen sich die Gaskartuschen finden. Sie sind oftmals sehr günstig und am weitesten verbreitet.

Als dritte Kartuschenart bleibt noch die Stechkartusche. Die kennst du vielleicht aus dem Baumarkt, denn sie findet auch oft bei Lötbrennern Verwendung. Der Anschluss an den Brenner erfolgt mittels einem Hohldorn. Dieser Dorn durchbricht die Gaskartusche am oberen Teil und stellt so den Gasfluss her. Entfernen solltest du die Kartusche erst, wenn diese vollkommen entleert ist. Es gibt kein Ventil, das beim Trennen die Öffnung der Kartusche verschließt.

Gaskartuschen im Überblick

Sicherheitshinweise zu Kartuschen

Beim Einsatz von Gaskartuschen solltest du unbedingt darauf achten, dass du sie niemals Temperaturen von mehr als 50 °C aussetzt. Oberhalb dieser Temperatur besteht die Gefahr, dass die Kartuschen platzen können. Kartuschen sind viel dünnwandiger als Gasflaschen, daher ist die Gefahr der mechanischen Beschädigung höher. 

Bitte achte auf einen sicheren Transport und stopfe nicht die kleinste Ecke mit deinen Gaskartuschen aus. Im Sommer wird es im Auto sehr schnell sehr heiß – die 50 Grad Marke wird schnell erreicht. Gaskartuschen sollten also niemals im heißen Auto gelagert werden!

Leere Gaskartuschen kannst du ganz einfach in den Gelben Sack schmeißen. Die Kartuschen bestehen aus Blech, welches recycelt werden können. 

Die Gasflasche

Wenn du viel kochen oder grillen möchtest, dann empfiehlt sich eher eine Gasflasche. Auch Kocher mit mehr als einer Brennstelle sind mit großen Gasflaschen besser bestückt.

12 kg Gasflasche
11 kg Gasflasche mit Propangas

Die Handelsüblichen Gasflaschn sind mit Propan oder Butan gefüllt. Es gibt sie in drei gängigen Größen: 

  • 5 kg mit 11,8 Liter Inhalt
  • 8 kg mit 19,6 Liter Inhalt
  • 11 kg mit 27,2 Liter Inhalt

Wie du an den Gewichten erkennen kannst, sind Flaschen die etwas größeren Vertreter von den kleineren Kartuschen. Sie benötigen für den Transport mehr Platz und sind auch weitaus schwerer als die Kartuschen. 

Vor allem wegen ihrer Größe könntest du nun auf die Idee kommen, eine Gasflasche mit 11 kg fest in seinem Fahrzeug zu installieren, um dort zu kochen. Weil du nun so viel Gas an Bord hast, kannst du damit sogar deinen Van heizen und dein Absorber Kühlschrank betreiben – wie praktisch! 

Alles richtig und erlaubt, aber das Ganze wäre per Definition eine fest installierte Gasanlage, die laut Gesetz alle 2 Jahre geprüft werden muss. Auch die Installation einer solchen Anlage setzt einiges an Fachwissen voraus. Deswegen empfehle ich in diesem Fall die Fachwerkstatt. 

Aber auch bei einer mobilen Kochlösung kannst du auf eine Gasflasche zurückgreifen. Beim Transport müssen Flasche und Brenner getrennt sein. Die Flasche gehört in den Kofferraum und muss mit Gurten gesichert werden.

Wichtig: Die Schutzkappe muss vorhanden sein und ordnungsgemäß auf der Flasche sitzen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei Missachtung drohen erhebliche Bußgelder!

Abgesehen von der Transportierbarkeit der Flaschen gibt es noch einen ganz entscheidenden Punkt bei der Größenwahl deiner Gasflasche: Je mehr Leistung dein Brenner (z.B. Grill oder Kocher) hat, umso größer sollte auch die Flasche sein. Logisch, denkst du dir bestimmt jetzt, …”bei viel Leistung brauche ich ja auch mehr Gas”. Stimmt, aber das ist nicht das worauf ich hinaus will.

Erinnerst du dich noch an das Problem mit der Kälte und der Eigenkühlung beim Benutzen von Gaskartuschen? Dieses “Problem” gibt es bei den Flaschen auch. 

Wenn du deinen Grill mit drei Flammen über eine längere Zeit mit voller Leistung betreibst, dann wirst du feststellen, dass die Flasche vereist. Bald darauf gibt es einen Leistungsverlust, der mit der Zeit immer deutlicher wird.

Woher kommt das Eis an der Flasche?

Dass deine Gasflasche im Betrieb vereist liegt daran, dass bei der Entnahme das flüssige Gas verdampft (es wird gasförmig). Bei dieser Verdampfung entzieht das flüssige Gas der Umgebung Wärme: Die Flasche wird Kalt. Wenn du zu viel Gas entnimmst, kann es passieren, dass diese Kälte nicht mehr an die Umgebung abgegeben werden kann. Es bildet sich Eis an der Außenhülle der Flasche. Die Kälte bleibt nun zum größten Teil im Inneren der Flasche, wodurch nicht mehr so viel flüssiges Gas verdunsten kann – die Brennerleistung sinkt und deine Flamme wird kleiner.

Wie kommt das Eis an die Flasche

Diesem Effekt kannst du mit einer größeren Flasche entgegenwirken. Größere Flaschen haben nämlich einen größeren Durchmesser. Das bedeutet, dass die Verdunstungsfläche im Inneren größer ist – es kann also im Bedarfsfall mehr Gas verdunsten.

Kauf- oder Leihflasche

Bei Gasflaschen hast du die Wahl zwischen Kauf- oder Leihflaschen. Erstes Erkennungsmerkmal: Kaufflaschen sind grau lackiert und Leihflaschen sind rot lackiert. Beide sind in Sachen Nachhaltigkeit kaum zu toppen, denn sie sind wiederbefüllbar. 

Die roten Leihflaschen sind etwas günstiger und immer das Eigentum des jeweiligen Befüllers. Sie können daher nur bei den Händlern des Abfüllers wiederbefüllt werden. Wenn deine Leihflasche leer ist, gehst du mit ihr zum Händler und kannst gleich eine neue, befüllte Flasche mitnehmen. Zum Gaspreis kommt immer noch eine Pfandgebühr für die Flasche.

Bei den grauen Eigentumsflaschen verhält es sich ähnlich. Sie können jedoch unabhängig vom Händler bzw. Befüller wiederbefüllt werden. Und es wird keine Pfandgebühr fällig. 

Als Besitzer einer Eigentumsflasche, bist du verpflichtet, diese in festen Abständen prüfen zu lassen. Aus Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass die Flaschen getauscht werden, anstatt dass sie direkt neu gefüllt werden. So erhälst du immer eine andere Flasche mit einem anderen Prüfdatum.

Wenn du also deine Gasflasche regelmäßig im Einsatz hast und sie oft befüllen lässt, dann lohnt sich für dich eine eigene Flasche – so ersparst du dir den Pfand. Wenn du sie nur selten in Gebrauch hast, dann reicht auch eine Leihflasche in entsprechender Größe.

Alle Gasflaschen haben eine weitere Besonderheit gegenüber Kartuschen: Der Druck von bis zu 10 Bar im Inneren. Aus diesem Grund müssen Gasflaschen immer mit einem Druckminderer betrieben werden. Dieser senkt den Flaschendruck nach dem Austritt auf den Systemdruck – also den Druck, den dein Brenner benötigt. Der übliche Systemdruck für Gasgeräte liegt in Deutschland bei 30 oder 50 mbar.

Während seit den neunziger Jahren im Innenausbau von Wohnmobilen ein Systemdruck von 30 mbar benutzt wird, verwendet man im Freien (bei Grills und Kochern) einen Systemdruck von 50 mbar.

Außerdem empfiehlt sich für den Anschluss noch zusätzlich eine Schlauchbruchsicherung. Diese erkennt eine schlagartige Gasabnahme – beispielsweise das Abreissen des Gasschlauches – und trennt die Gaszufuhr direkt nach dem Druckminderer ab.

Darf es etwas mehr sein? Flaschen Adapter für Kartuschenkocher

Viele kompakte Gasgrills im Campingbereich können standardmäßig nur mit Gaskartuschen befeuert werden. Wie du schon weißt kommen hier oft Kartuschen mit Schraubventil zum Einsatz. 

TGO Anschluss-Set
TGO Anschluss-Set

Wenn du etwas mehr Power für deinen kleinen Camping Gasgrill haben möchtest, dann kannst du dir ein Adapterset zulegen. Das ermöglicht dir den Anschluss von herkömmlichen Gasflaschen. Achte unbedingt darauf, dass auch ein entsprechender Druckminderer zum Set gehört!

Sicherheitshinweise zu  Gasflaschen

Gasflaschen sind dickwandiger, aber auch schwerer als die kleinen Kartuschen. Hier solltest du besonders auf die Ladungssicherung achten. Gasflaschen darfst du in Deutschland nicht ständig in deinem Auto spazieren fahren. Lediglich die Fahrt vom Abfüller bis zu dir nach Hause ist – mit entsprechender Ladungssicherung – gestattet. 

Das Mitführen von Gasflaschen auf der Urlaubsfahrt ist nur dann gestattet, wenn dein Fahrzeug über eine entsprechende Lagerungsmöglichkeit für eine (!) Gasflasche verfügt. Ein Beispiel dafür, ist das klassische Wohnmobil mit fester Gasanlage. Hier gibt es ein von außen zugängliches Fach, in dem die Gasflasche ihren sicheren Platz findet. Diese Fächer sind u.a. mit Lüftungsschlitzen zur Luftzirkulation ausgestattet.

Sicherheitshinweise zu gasförmigen Brennstoffen

Die oben genannten gasförmigen Brennstoffe sind nicht ungefährlich in ihrer Handhabung. Deswegen möchte ich dir hier noch ein paar generelle Sicherheitstipps mit auf den Weg geben.

  • Generell gilt: Immer ausreichend Lüften! Zündquellen fernhalten!
  • Durch austretendes Gas entstehen in geschlossenen Räumen schnell explosionsfähige Gemische.
  • Ein unbeabsichtigter Gasaustritt geht oft auch mit einem Flüssigkeitsaustritt einher. Das kann bei Berührung zu Kälteverbrennungen führen.
  • Beim Auswechseln einer Kartusche kann sich das austretende Restgas oder das Gas der neuen Kartusche beim Einstechen entzünden. Deswegen solltest du immer warten, bis sich der Brenner abgekühlt hat.
  • Die oben beschriebenen Gase haben eine höhere Dichte als die Umgebungsluft – das bedeutet, sie sammeln sich am Boden. Hier besonders auf Schächte, Vertiefungen oder Löcher achten.
  • Gaskartuschen oder Flaschen niemals gewaltsam öffnen oder ins Feuer werfen.
  • In Kochern eingesetzte Kartuschen oder Flaschen müssen nach dem Betrieb entnommen bzw. abgesperrt werden.
  • Sorge für einen sicheren Stand deines Brenners.

Flüssige Brennstoffe

Die flüssigen Brennstoffe haben ein Merkmal, dass sie auf den bereits ersten Blick von ihren gasförmigen Kollegen unterscheidet: Sie bleiben auch unter atmosphärischen Druck flüssig. Gas hingegen, würde einfach verdampfen, bzw. verdunsten.

Allerdings muss man sagen, dass Benzin und Co. auch verdampfen, und das sogar schon bei Zimmertemperatur. Allerdings findet der Prozess weitaus langsamer statt. Die Verdampfung macht man sich beim Verbrennungsprozess zu nutze. Denn überall dort, wo der flüssige Brennstoff mit Sauerstoff in Verbindung kommt, bildet sich ein brennbares Gas-Luft-Gemisch. 

Daher lassen sich die flüssigen Brennstoffe, wie etwas Benzin, Diesel, Spiritus oder Petroleum leichter abfüllen und auch transportieren. Der gute, alte Reservekanister ist nun nicht nur in der Lage, den Durst deines Fahrzeugs zu stillen, sondern er kann nun auch deinen (Kaffee)Durst stillen – im übertragenen Sinne, versteht sich!

Benzin – Ottokraftsoff

Mit dem Begriff Benzin bezeichne ich im folgenden Abschnitt den ganz normalen Ottokraftstoff von der Tankstelle. Dabei spielt es auch kein Rolle, ob du Normalbenzin, Super oder Superplus verwendest.

Waschbenzin, sogenanntes Reinbenzin verbrennt sauberer als das leicht entzündliche Zeug von der Tanke, ist aber auch teurer. Grob gesagt hat es aber die gleichen Eigenschaften wie das klassische Benzin, weswegen ich daher auch nicht näher darauf eingehe.

Benzin brennt – wie alle anderen flüssigen Brennstoffe auch – nur an der Oberfläche. Dort wo das Benzin mit Sauerstoff in Verbindung kommt.

Was Benzin zu so einem guten Brennstoff und gleichzeitig so gefährlich macht, ist sein Flammpunkt. Dieser liegt, je nach Reinheit, bei etwa -20 °C. Er bezeichnet die niedrigste Temperatur, an dem das Benzin in der Lage ist, ein brennbares Gas-Luft-Gemisch zu bilden. Zur Erinnerung: Deine Gaskartusche wäre bei diesen Temperaturen längst aus dem Rennen.

Mit Benzin gefüllte Behälter solltest du niemals offen herumstehen lassen. Da es langsam verdunstet, bildet sich an seiner Oberfläche immer brennbares Gas-Luft-Gemisch. Diese kann sich leicht entzünden.

Ethanol  – Spiritus

Spiritus ist eigentlich nur eine andere Bezeichnung für Ethanol und wird umgangssprachlich auch als Alkohol bezeichnet. Nein, du kannst Spiritus nicht trinken – durch ein beigemischtes Additiv ist diese Art von Alkohol ungenießbar. 

Im Vergleich zu Benzin, besitzt der Spiritus einen geringeren Heizwert. Das bedeutet, einfach gesagt, dass er nicht so viel Energie besitzt, um dein Wasser zu kochen. Bei tiefen Temperaturen kommt der Spiritus wegen seinem Flammpunkt von +11 °C schnell an seine Grenzen. Solltest du also eine Himalaya Expedition planen, dann ist Spiritus nicht der richtige Brennstoff für dich.

Wenn dir der klassische Brennspiritus zu Flüssig ist, dann kannst du auf Brennpaste zurückgreifen. Diese zähflüssige Art von Ethanol kommt vor allem in der Gastronomie zum Einsatz – vielleicht hast du beim Buffet schonmal die kleinen, brennenden Töpfchen unter dem Kartoffelgratin bemerkt.

Wenn dir die Paste noch immer zu flüssig ist, dann kannst du sogenannten Trockenspritus verwenden. Dieser ist allgemein auch bekannt als Esbit. Esbit ist übrigens ein Markenname und steht für „Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“

Trockenbrennstoff ESBIT | Quelle: Roly Williams – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,

Diesel

Ja, es gibt sie: Die Dieselkocher. Deswegen gehe ich in diesem Artikel auch darauf ein. Eines muss ich dir jedoch vorab schon sagen – das Verbrennen von Diesel kann eine ziemliche Sauerei sein. 

Warum? Das erkläre ich dir im folgenden Abschnitt.

Diesel hat einen viel höheren Flammpunkt als Benzin. Dieser liegt nämlich bei +65 °C, was bedeutet, dass du Dieselkraftstoff nicht einfach so anzünden kannst. Du musst also erst eine Temperatur von  mindestens 65 °C erreichen, damit Diesel an der Oberfläche verdampft und sich ein brennbares Gas-Luft-Gemisch bilden kann.

Im Klartext heißt das, dass du nicht einfach mit deinem Streichholz ankommen kannst, um ein Feuer zu entfachen. Du brauchst mehr Energie, um Diesel zu entzünden. Gerade bei den Mehrstoffkochern, auf die ich unten noch eingehe, ist das problematisch. 

Diesel ist von der Konsistenz her sehr ölig, und so entsteht gerade am Anfang der Verbrennung sehr viel Qualm – bis alles auf Betriebstemperatur ist.

Wenn du wirklich nichts anderes hast, und auch nicht vor verrußten Töpfen zurückschreckst, dann ist Diesel eine Option für dich. Wenn du mich fragst, dann ist Diesel bei mobilen Kochern eher eine Notlösung. 

Anders verhält es sich beim sogenannten Dieselkochfeld – dazu erfährst du weiter unten mehr.

Petroleum

Mit dem Petroleum verhält es sich ähnlich, wie mit dem Dieselkraftstoff. Der Flammpunkt liegt hier zwischen 55 und 74 °C. 

Die korrekte Bezeichnung für Petroleum im amerikanischen ist übrigens Kerosene und hat nichts mit dem bekannten Kerosin (Flugbenzin) zu tun. Falls dein Kocher etwas “internationaler” ist, könnte dir diese Bezeichnung mal begegnen. Ich bin auch anfänglich darauf reingefallen und habe mich ernsthaft gefragt, wo zum Teufel soll ich Kerosin herbekommen?!

Petroleum ist nicht so gefährlich in der Verwendung wie Benzin, weswegen es vornehmlich in Lampen zum Einsatz kommt.

Eine einfache Petroleumlampe | Quelle: Amazon.com

Sicherheitshinweise zu flüssigen Brennstoffen

Wie bei den gasförmigen Brennstoffen, gibt es bei den flüssigen Brennstoffen einige Gefahren, auf die ich dich hinweisen möchte.

  • Generell gilt: Immer ausreichend Lüften! Zündquellen fernhalten!
  • Flüssigkeitsbrände niemals mit Wasser löschen! Stattdessen Schaum oder Pulver nutzen.
  • Die Ausgasungen der oben beschriebenen flüssigen Brennstoffe haben eine höhere Dichte als die Umgebungsluft – das bedeutet, sie sammeln sich am Boden. Hier besonders auf Schächte, Vertiefungen oder Löcher achten.
  • Flüssige Brennstoffe nur in geeigneten Behältern transportieren.
  • Keine riesigen Mengen mitführen – 5 Liter Kanister reicht vollkommen aus.
  • Setze deinen Kanister nicht großer Hitze aus – stelle deinen Kanister weit genug weg, bevor du deinen Brenner zündest.
  • Achte beim Anzünden auf eventuell verschüttetes Benzin – vor dem Anzünden entfernen. 
  • Sorge für einen sicheren Stand deines Brenners.

Feste Brennstoffe

Feste Brennstoffe sind, im Hinblick auf die gasförmigen oder flüssigen Brennstoffe, relativ gefahrlos. Um sie zu entzünden, muss eine relativ hohe Zündenergie aufgebracht werden. Diese muss auch über einen langen Zeitraum aufrecht erhalten werden. Oftmals braucht es auch etwas Übung, um das Lagerfeuer richtig anzufeuern.

Brennholz

Das Zubereiten von Speisen über dem Holzfeuer ist eine der ältesten Kochmethoden. Ob direkt über dem Lagerfeuer, oder im modernen Holzofen. Dieser Brennstoff ist sehr praktisch. Du brauchst ihn nicht unbedingt in deinem Fahrzeug zum Stellplatz zum transportieren, denn Holz zum Feuer machen kannst du praktisch überall finden.

Foto: Dennis Brandt – Dachzeltnomaden

Das Holz sollte im Allgemeinen trocken sein, da es sich sonst nur sehr mühsam entzünden lässt und zu allem Überfluss auch noch mehr Qualm als Flammen produziert. Am besten geeignet ist Buchenholz, da es einen sehr guten Heizwert hat und die Glut lange anhält – kurz gesagt: Es brennt sehr lange.

Aber auch Ahorn, Kirsche und Esche brennen sehr gut. Eiche hingegen solltest du nicht für dein offenes Feuer verwenden, da es beim Abbrennen einen unangenehmen Geruch von sich gibt. Auch auf Nadelhölzer, wie Fichte, Lärche oder Kiefer solltest du verzichten. Die sehr harzhaltigen Gehölze sorgen oft für Funkenflug und platzen beim Verbrennen gerne auf – du kennst sicherlich diese kleinen Geschosse, die aus Lagerfeuer fliegen und deine neue Outdoor Hose mit deinem Oberschenkel verschmelzen…

Eigentlich kannst du aber alles an Holz verwenden, was du so in der Umgebung findest – es sei denn, es ist mit Lacken, Farbe oder ähnlichem verunreinigt. In diesem Fall solltest du auch auf Rücksicht zu deinen Nachbarn auf das Feuer verzichten.

Natürlich muss es nicht immer das klassische Lagerfeuer sein. Zeitgleich mit der immer größer werdenden Outdoor-Bewegung, haben viele Hersteller sich an die Entwicklung von kleinen Holzöfen gemacht. Genau um diese geht es unter anderem im Zweiten Teil der Reihe “Kochen unterwegs” – Camping Kocher

Klar, kannst du mit Grillanzünder, Benzin und anderem brennbaren Zeugs dein Lagerfeuer anzünden. Aber hey! – Glaubst du die Jungs und Mädels im Wilden Westen hatten das damals auch? 

Im dritten Teil der Reihe “Kochen unterwegs” beschreibe dir in ein paar einfachen Schritten, wie du ganz lässig zum Feuermeister wirst.

Kochen mit elektrischem Strom

Kochen wie zu Hause – mit elektrischem Strom! Klingt doch super einfach und genial, oder?

Und das ist es auch – zumindest wenn du deinen Dachzelturlaub beispielsweise auf dem Campingplatz oder in der Nähe eine Steckdose mit Netzstrom verbringst.

Kochen bedeutet Hitze und Hitze benötigt Energie. Wenn diese nun aus Strom besteht, und nicht aus einem Brennstoff, dann brauchst du viel Strom. Elektrische Kochfelder haben eine Leistungsaufnahme von bis zu 3.000 Watt

Viel Strom bedeutet aber im Campingleben oftmals, dass du entweder einen erheblichen technischen Aufwand betreiben musst, oder wie oben schon erwähnt, auf dem Campingplatz an das Netz gebunden bist.

Der technische Aufwand

Elektrische Kochfelder funktionieren im Campingbereich fast ausnahmslos mit 230V Wechselstrom – also dem Strom, der aus der Steckdose kommt.

Auf dem Campingplatz

Die Technik, die du zum Kochen auf dem Campingplatz brauchst ist überschaubar:

  • Kochfeld (Variante 1, 2 oder 3)
  • Verlängerungsleitung
  • 230V Stromanschluss
  • Kostenpunkt ab ca. 100 €

Zu der Verlängerungsleitung muß ich noch erwähnen, dass sie am Ende – da wo dein Kocher eingesteckt wird – einen Fehlerstromschutzschalter haben sollte. Allgemein ist dieser auch als FI-Schalter bekannt. Wenn du nur dein Kochfeld einsteckst, dann kannst du einen FI-Schalter verwenden, der direkt in der Leitung verbaut ist. Bei mehr als einem Verbraucher benötigst du einen FI-LS-Schalter, wie auf dem zweiten Foto.

Klar funktioniert das alles auch ohne diese Sicherheitsvorrichtungen, aber mal ehrlich: Fährst du auch Auto ohne dich anzuschnallen?

In der Wildnis

Die Technik, die du zum Kochen mit elektrischem Strom brauchst, wenn du autark stehst ist etwas aufwändiger und erheblich teurer:

  • Ausreichende Batteriekapazität
  • Wechselrichter – macht aus 12V Gleichstrom 230V Wechselstrom
  • FI-LS-System
  • Kochfeld
  • Verdrahtung mit ausreichenden Querschnitten
  • ggf. Solaranlage zum Laden der Batterie
  • Kostenpunkt: ca. 1.000 € pro KW – bei einem 3.000 Watt Kochfeld also 3.000 € (Faustformel)

Trotz all dem Aufwand muss ich dir fairerweise sagen, dass das Kochen mit Strom eine sehr einfache und saubere Sache ist – eben wie zu Hause, da es jeder kennt. 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um mit elektrischem Strom Hitze zum kochen zu erzeugen. Drei der gängigsten und bekanntesten zeige ich dir im folgenden Abschnitt.

Wenn du tiefer in das Thema Elektrotechnik einsteigen möchtest, dann empfehle ich dir meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik.

Sicherheitshinweise Strom

Auch beim Kochen mit elektrischem Strom gibt es in punkto Sicherheit ein paar Tipps von mir:

  • Nur geeignete Leitungen mit FI-Schalter benutzen!
  • Keine Arbeiten an Elektrischen Anlagen! Überlasse die Fehlersuche bitte dem Fachmann.
  • Beschädigte Leitungen austauschen.
  • Vor Nässe schützen – Strom und Feuchtigkeit verträgt sich nicht.
  • Beim Einsatz von Wechselrichtern unbedingt auf den richtigen Querschnitt und Anschluss der Leitungen achten – hier fließt sehr viel Strom. Ich empfehle daher, die Installation unbedingt vom Fachmann durchführen zu lassen (wie bei der Gasinstallation).
  • Kein Sichtbares Feuer – trotzdem heiß! Keine Gegenstände auf die Herdplatten ablegen (auch bei Induktion besteht durch Sekundärwärme Verbrennungsgefahr.

Fazit

Jetzt weißt du wirklich alles über die verschiedenen Brennstoffe, deren Vor- und Nachteile und die am besten geeigneten Einsatzbereiche. Alles über die Technik beim Kochen erfährst du im Teil 2 der Trilogie Kochen unterwegs – Camping-Kocher.

Wie du dich auch entscheidest: Auch hier ist es wichtig, dass du bei all der Theorie nicht das Wesentliche vergisst – das Abenteuer! Deswegen solltest du einfach losziehen und auf deiner Reise herausfinden, was du für ein Feuermacher bist. 

Am Ende zählt nur eins, du musst satt werden! In diesem Sinne:

Guten Appetit!

Camping Kühlschrank – eiskalt für dich serviert

Gucken statt lesen? Schau DZN Live!

Für alle, die lieber gucken statt lesen, für die gab es am Sonntag, den 25.04.2020 um 20:00 Uhr das DZN Live passend zum Thema “Kühlen unterwegs”.

Zusammen mit Stephan sind Rebecca & Thilo alle Kühlmöglichkeiten im Detail durch gegangen, haben eure Fragen beantwortet und die coolsten Kühllösungen von euch präsentiert! Den Zusammenschnitt findet ihr hier. Schaut doch gleich mal rein:

Ein bisschen Luxus braucht jeder

Egal wohin und und wie weit dich deine Abenteuer treiben, ein bisschen “zu Hause Feeling” kann sicherlich nie schaden. Deine Bettdecke aus deinem Bett, oder deine Lieblingsserie auf Netflix: Unterwegs zu sein, bedeutet nicht gleichzeitig, dass du auf einen gewissen Luxus verzichten musst.

Unser Luxus ist das “Aufbaubier”: Egal wann und wo wir landen, es wird nach dem erfolgreichen Dachzelt aufkurbeln immer ein Bierchen geöffnet – und natürlich auch getrunken. Jetzt könntest du uns natürlich vorwerfen, dass wir ein Problem mit Alkohol haben, oder du glaubst uns einfach, dass wir ersatzweise auch gerne mal auf alkoholfreies Bier zurückgreifen.

Bleiben wir mal bei den Getränken

Egal ob du dein Bier mit oder ohne Alkohol genießt, oder einfach nur gerne Milch trinkst – Eines haben diese Getränke gemeinsam: Sie schmecken kalt am besten. Cola, Limo und Wasser: Alles warm genießbar. Aber Bier und Milch müssen kalt sein. Bitte frag mich jetzt nicht nach der Milch, denn um die geht’s jetzt gar nicht. Falls du auf warme Milch stehst, darfst du natürlich trotzdem weiterlesen.

bild von Eiswürfel im Raster
Auch eine Möglichkeit zum kühlen – Eiswürfel

Um im Dachzelt Urlaub ohne Frust ein kühles Blondes zu genießen, brauchst du natürlich einen passenden Kühlschrank oder eine Kühlbox. Aber auch viele Lebensmittel, auf die du während deiner Reise sicherlich nicht verzichten möchtest, benötigen eine Kühlung. Manch einer ist auch auf Medikamente angewiesen, die eine möglichst kühle Lagertemperatur benötigen – Hier ist das sichere Kühlen ein Muss.

Strom- und gasloses Kühlen ‌(Passives Kühlen)

Du hast unterwegs, oder da wo du Urlaub machst keinen Strom und kein Gas? Kein Problem, du musst natürlich nicht auf ein kühles Bierchen verzichten. Ich merke gerade beim Schreiben selber, dass Bier für mich scheinbar ein großes Thema ist. Vielleicht sollte ich darüber auch mal einen Artikel schreiben?! Für dich nochmals zum Verständnis: Das alles funktioniert auch mit Milch!

bild einer einfachen passiv kühlbox
Passiv-Kühlbox
Bild einer Kühltasche
Kühltasche

Aber zurück zum Thema: Die Passiv-Kühlbox – der kultige Klassiker, den du bestimmt noch aus deiner Kindheit kennst. Mega Praktisch und die günstigste Möglichkeit dein Bierchen kalt zu halten.

Diese Art von Kühlbox wird entweder mit Kühlakkus betrieben, oder auch mit Eis. Für letzteres ist es jedoch wichtig, dass deine Box dicht ist und idealerweise auch formstabil. Denn anstelle einer Box, gibt es auch Kühltaschen.

Eine Box besteht in den meisten Fällen aus Styropor (oder einem anderen Isolationsmaterial) und einem Kunststoffgehäuse. Sie hat äußerlich eine starke Ähnlichkeit zur Thermoelektrischen Kühlbox. In Wahrheit sind thermoelektrische Kühlboxen übrigens lediglich frisierte Passiv-Kühlboxen mit Kabel dran. 🙂

Eine Kühltragetasche ist im Inneren mit einer reflektierenden Oberfläche beschichtet. Diese meist silberne Beschichtung sorgt dafür, dass die Kälte reflektiert wird und im Inneren bleibt.

Die wirklich einfachste Möglichkeit zu kühlen sind die Tragetaschen von Aldi, Lidl und Co, die du in den Läden an den Tiefkühltruhen findest. Auch diese einfachen Taschen halten deine Speisen und Getränke (Bier) über einen längeren Zeitraum kühl. Sie können auch wiederverwendet werden und sind daher gar nicht so verteufelt schlecht wie die klassische Plastiktüte.

Ein bild einer mehrweg kühltüte vom discounter
Die Kühltüte – bitte mehrfach verwenden!

Eines haben die Boxen und Taschen gemeinsam: Sie sind keine Kühlweltmeister – Weil sie ausschließlich passiv arbeiten. Das heißt sie sind nicht in der Lage Kälte zu produzieren. Zwar nehmen die Kühlakkus deine Wärme vom Bierchen auf, aber das war auch schon alles.

Deswegen ist es ratsam, dass du dein Kühlgut bereits kalt oder sogar gefroren in die Box packst. Der Trick funktioniert natürlich auch bei den “aktiven” Kühlmethoden.

Was sind eigentlich Kühlakkus‌?

Auch auf die Gefahr hin, dass du schon weißt was Kühlakkus sind, erkläre ich sie dir noch einmal kurz. Im Prinzip sind Kühlakkus mit einer Flüssigkeit gefüllte Behälter, die vor ihrem Einsatz in der Gefriertruhe gekühlt werden. In deiner Kühlbox erledigen sie dann den Job. Sie kühlen die Umgebung ab, in dem sie die Wärme der Umgebung aufnehmen. Diesen Vorgang nennt man Wärmeübertragung durch einen so genannter Phasenwechsel (das Eis wird zu Wasser).

ein bild von kühlakkus
Praktische Kältespeicher – Kühlakkus

Wenn du Kühlakkus verwenden möchtest, dann tue dir und der Umwelt den Gefallen und verwende keine Einweg-Kühlakkus. Diese gibt es auch, und bezeichnen sich frecherweise als umweltfreundlich. Jedoch machen sie nur eins: Sie produzieren unnötigen Plastikmüll.

Kann man Kühlakkus selber basteln?

Da in normalen Kühlakkus nur eine Salzwasserlösung enthalten ist, kannst du dir diese ganz einfach zu Hause nachbasteln. Dazu nimmst du am besten Kunststoffflaschen und füllst diese mit Salzwasser. Auf ein Konservierungsmittel, wie in handelsüblichen Kühlakkus vorhanden, kannst du verzichten.

ein künstlerisches foto von einwegflaschen aus kunststoff
Cooles Recycling – DIY Kühlakkus aus Kunststoffflaschen — (Foto: Ermanno Ferrarini auf Pixabay)

So gehts: Flasche auf, Salzwasser rein und ab in den Gefrierschrank – oder doch die Gefriertruhe? Den Unterschied kennst du ja jetzt.

Deine DIY-Kühlakkus stehen den “professionellen” in nichts nach, sie sind lediglich etwas sperriger.

Warum Salzwasser?

Im Prinzip liegt die Antwort auf diese Frage im Meer: Salzwasser gefriert langsamer! Aber warum ist das so? Hierzu ein kleines Experiment:

Stell dir vor, du hast zusammen in einer Schüssel Wasser und Eis. Es herrschen 0 Grad Celsius. Diese Temperatur ist genau der Schmelzpunkt von Eis und der Gefrierpunkt von Wasser. So lange die Temperatur bestehen bleibt, lösen sich Wassermoleküle aus dem Eis und wiederum andere Wassermoleküle binden sich an das Eis – es ist sozusagen ein Gleichgewicht vorhanden.

Wenn du nun etwas Salz dazu gibst, und das Ganze ein wenig umrührst, dann wirst du feststellen, dass die Temperatur weiter fällt. Das Gleichgewicht ist nun nicht mehr vorhanden. Die Natrium-Ionen aus dem Eis verbinden sich mit den Wassermolekülen und bieten dem Eis dadurch keine “Nahrung” zum wachsen an.

Die durch das Rühren sämige Masse bleibt länger flüssig. Mit Hilfe dieser sogenannten Gefrierpunkterniedrigung, funktionieren deine DIY-Kühlakkus wunderbar. Dieses Spiel kannst du nicht endlos treiben, denn irgendwann kann das Wasser kein weiteres Salz aufnehmen – der Chemiker spricht dann von einer gesättigten Lösung. Das Wasser friert also doch… nur viel später.

Coole Zauberei – Alternative Kühlmethoden

Kennst du das auch? Du bist zum Grillen bei deinen Freunden eingeladen. Schön und gut. Wäre da nicht die Tatsache, dass man dich mit der Fleischbeschaffung beauftragt hat. Wie soll jetzt das gute Rib-Eye Steak die dreistündige Fahrtzeit überstehen? Und dann noch das Rinderhack für deine berühmt berüchtigten Burger – du weißt schon, die die dreimal brennen: Beim Essen, auf der Toilette und dem Kläranlagenarbeiter in den Augen. Eine Grill-Party ohne dein Fleisch? Undenkbar!

Aber ich merke schon wieder, dass ich (scheinbar aus persönlichen Gründen) vom Thema abkomme.

Vorschlag 1: Sag deinen Freunden, dass du Vegetarier geworden bist, und es ab jetzt nur noch fleischlose Grill-Partys gibt. Das schafft dein Problem aus der Welt, aber könnte auch dafür sorgen, dass sich deine Freunde in Zukunft ihre Burger woanders braten lassen.

Also lieber Vorschlag 2: (Vorsicht! Wortwitz:) Such dir coole Verstecke in deinem Auto um die Dinge zu transportieren, die kühl bleiben müssen. Wenn die Fahrt etwas länger dauert, dann kühle sie am besten noch ordentlich vor. So sind die Steaks quasi ihr eigener Kühlakku.

Die Reserveradmulde

Die Reserveradmulde eignet sich erstaunlich gut, um Lebensmittel je nach Umgebungstemperatur 1-4 Tage kühl zu lagern.

Als cooles Versteck eignet sich zum Beispiel die Reserveradmulde in deinem Auto. Die liegt 1. weit unten, 2. weit weg von allen Wärmequellen und 3. vom Innenraum durch eine Klappe getrennt. Außerdem wird sie durch den Fahrtwind beim Fahren gekühlt. Klar ist das kein Super-Kühlschrank, aber es reicht auf jeden Fall aus. Probiere es mal aus, es funktioniert besser als du denkst!

Im Allgemeinen ist alles, was sich in Bodennähe und idealerweise im Schatten befindet ein kühlerer Ort, als anderswo in deinem Auto.

Hier nochmal ein kleiner Tipp: Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es ganz schlecht ist, wenn du nach drei Stunden Fahrt vergisst, das Fleischversteck zu leeren!

Genial: Der Blumentopf-Kühlschrank

ein foto vom blumentopf kühlschrank im einsatz.
Unauffällig, aber cool: Der Blumentopf-Kühlschrank

Eine weitere tolle alternative Kühlmethode ist der Blumentopf-Kühlschrank. Den kannst du dir ganz leicht selber bauen.

Du brauchst:

  • Zwei unterschiedlich große Tontöpfe (Blumentöpfe)
  • Sand
  • Etwas kaltes Wasser in der Gießkanne
  • Einen Topfuntersetzer für den kleineren Topf oder ein anderer Deckel
  • Klebeband
  • Ein kaltes “Testbier” (oder Milch)

Klebe zunächst die beiden Löcher am Boden der Töpfe mit dem Klebeband zu. Danach befüllst du den großen Topf am Boden mit etwas Sand. Jetzt stellst du den kleinen Topf in den großen Topf und füllst den Zwischenraum zwischen den beiden Töpfen mit dem Sand auf.

Jetzt kommt das Wasser ins Spiel. Gieße es vorsichtig und gleichmäßig in den mit Sand gefüllten Zwischenraum. Nur leicht befeuchten, keine Matsche machen. In den kleinen Topf kommt nun dein Testbier. Nur noch den Deckel drauf und ab in die Sonne zum Härtetest.

Nach einer Stunde ist das Bier fertig bzw. immer noch kühl. Prost! Du trinkst kein Bier? Kein Problem, ersatzweise geht auch ein Apfel, oder halt alles was in deinen kleinen Topf passt.

In diesem Video über den Blumentopfkühlschrank wird dir der komplizierte Zusammenbau noch einmal ganz ausführlich erklärt.

Was ist Intervall-Kühlen‌ ‌

Bevor ich dir alles zu Kühlboxen und Co erkläre, möchte ich dir noch eine andere Kühlmethode vorstellen. Intervall-Kühlen hast du bestimmt schon öfter ganz unbewusst gemacht.

Was sich jetzt hochtechnisch anhört, ist im Prinzip nur die Tatsache, dass du nur dann kühlst, wenn du Energie zum Kühlen zur Verfügung hast. Das bedeutet zum Beispiel, dass du deine thermoelektrische Kühlbox nur dann mit Strom versorgst, wenn dein Motor läuft – also während der Fahrt.

Im Stillstand, also am Stellplatz, steckst du die Box dann aus und verlässt dich auf die Isolation – du nutzt deine Kühlbox dann als eine passive Kühlbox.

Wir haben anfangs auf unseren Reisen ausschließlich so gekühlt. Das hat immer für unsere Zwecke gereicht. Wenn du die Kühlbox immer schön in den Schatten stellst, dann wirst du überrascht sein, wie gut das funktioniert. Ich kann mich erinnern, dass wir sie einmal sogar in einen Gebirgsbach gestellt haben, an jenem Abend gab es dann viel kaltes Bier.

Anderes Beispiel: Du bist Angler und fängst dein Fisch hoch oben in Norwegen. Du fährst mit deinem Fang zurück nach Deutschland und kühlst ihn dabei in einer Styropor-Box mit ganz viel Eis. Du legst immer wieder Eis nach, wenn es verfügbar ist. Dafür nutzt du deine Tankstopps. Du kühlst also immer mit “Anlauf” und rollst dann aus – also mit einem immer wiederkehrenden Intervall.

Einen kühlen Kopf bewahren – gängige Kühlmethoden (aktives Kühlen)

Der Markt bietet eine Vielzahl von transportablen Kühlboxen und Kühlschränken. Damit dir vor lauter Technik und Auswahl nicht der Kopf kocht, erkläre ich dir in diesem Artikel alles über die verschiedenen Kühlmethoden mit Gas und Strom und zeige dir auch Alternativen. Natürlich gebe ich dir auch einen Einblick in die verschiedenen Techniken und deren Vor- und Nachteile. Ein paar Infos zum Thema “Nachhaltigkeit” habe ich für dich auch im Gepäck.

Am Ende dieses Artikels wirst du in der Lage sein zu entscheiden, welche Kühlmethode für dich die Richtige ist. Und vielleicht ist dir dann auch schon ein neues Ritual für dich eingefallen.

Thermoelektrische Kühlboxen

Thermoelektrische Kühlboxen sind fast ausschließlich in mobilen Anwendungen zu finden. Sie arbeiten meist mit 12 oder 24 Volt Gleichspannung. Sie funktionieren nach dem sogenannten Peltier-Effekt.

Was sich kompliziert anhört, ist in Wahrheit eine Technik, die sich in vielen elektronischen Geräten wiederfindet. Das Kühlen mit Peltier-Elementen sorgt zum Beispiel in hochempfindlichen Messgeräten dafür, das der Messfühler immer sehr genau messen kann. Dadurch dass die Umgebungstemperatur um den Sensor immer exakt gleich ist, erhält man sehr genaue Ergebnisse.

Auch elektronische Komponenten in Computern und Kameras werden durch Peltier-Elemente gekühlt. Durch fallende Produktionspreise wurden die praktischen Kühler auch für Kühlboxen und Kühlschränke attraktiv.

ein foto einer thermoelektrischen kühlbox
Thermoelektrische Kühlbox
ein foto einer thermoelektrischen kühlbox mit heizfunktion von dometic
Thermoelektrische Kühlbox mit Heizfunktion
ein foto eines thermoelektrischen kühlschranks
Thermoelektrischer Kühlschrank

So funktionieren Thermoelektrische Kühlboxen

Achtung, jetzt kommt ein wenig Elektronik ins Spiel:

Der Peltier-Effekt basiert auf den Kontakt zweier Halbleiter mit unterschiedlichem Energieniveau: P-leitend und N-leitend. Wenn man nun an zwei Stellen einen elektrischen Strom durch diese beiden Materialien fließen lässt, dann entsteht an den Übergängen Wärme bzw. Kälte. Während am Übergang von N zu P Kälte entsteht, entwickelt sich am anderen Übergang (P zu N) Wärme. Auf der Zeichnung kannst du das nochmal etwas besser sehen.

eine darstellung des Perltier effekts
Macht´s dir eiskalt oder richtig heiß – Das Peltier-Element

Warum wird es kalt?

Damit der elektrische Strom durch die hintereinander liegenden Kontaktstellen fließen kann, muss an einer Stelle Umgebungswärme aufgenommen werden. Diese Wärme ist der Antrieb für die Elektronen, die dadurch in das andere Halbleitermaterial gelangen können. Die Aufnahme der Umgebungswärme ist gleichzeitig die Kühlung.

Zu kompliziert? Ich erkläre das mal etwas pragmatischer: Wenn ich dir deine Wärme klaue, wird dir kalt!

Auf das verwendete Halbleitermaterial, Bismuttellurid und Siliciumgermanium, gehe ich jetzt lieber nicht weiter ein, denn das würde dich vielleicht nur langweilen und ist nicht so “cool”.

das Foto zeigt einen schintt durch ein peltier element
Ein Peltier-Element in der Detailansicht – gut zu erkennen: die P- und N-Leiter sowie die Metallbrücken. Quelle: Wikipedia.org

Wie du eventuell schon bemerkt hast, kannst du mit einem Peltier-Element – so nennt man übrigens das Bauteil – nicht nur kühlen, sondern auch wärmen. Das bedeutet, dass viele thermoelektrische Kühlboxen in der Lage sind, neben dem Kühlen ihren Inhalt auch zu erwärmen. 

Die Wärme wird genau dort produziert, wo die Elektronen landen: Auf der anderen Seite des Halbleitermaterials. Deswegen gibt es beim Peltier-Element immer eine kalte und eine warme Seite.

Es gibt kein Kältemittel – es sei denn, du möchtest den elektrischen Strom als Kältemittel bezeichnen. Außerdem ist eine thermoelektrische Kühlbox (theoretisch) vollkommen geräuschlos. Da viele Hersteller jedoch einen Lüfter zur Unterstützung einbauen, gibt es trotzdem Betriebsgeräusche.

Wie hoch ist die Kühlleistung bei Thermoelektrischen Kühlboxen?

Die Kühlleistung von thermoelektrischen Kühlboxen ist eher schlecht und sehr stark abhängig von der Umgebungstemperatur. Bei 20 Grad Außentemperatur kann deine Box im Inneren maximal 0 Grad erreichen. Das klingt erstmal gut, aber im Sommer wir diese Außentemperatur schnell überschritten und somit die Kühlung schlechter.

Wie hoch ist der Energieverbrauch von Thermoelektrischen Kühlboxen?

Auch in Sachen Stromverbrauch kann die thermoelektrische Kühlbox nicht viele Punkte holen. Das Peltier-Element ist permanent damit beschäftigt, Kälte (oder Wärme) zu produzieren. Das kostet Strom – viel Strom.

Es gibt keinen Temperaturregler oder eine Einstellmöglichkeit für die Solltemperatur. Der permanente Stromverbrauch lässt deine Stromreserven schnell schwinden, daher bietet sich es an, die Kühlbox nur während der Fahrt zu nutzen und im Stand auszuschalten. Durch dieses Intervall-Kühlen schonst du deine Batterie. Auf diesen Trick werde ich weiter unten noch einmal gesondert eingehen. 

Einsatzbereiche: Vor- und Nachteile

Vor allen Dingen für “Gelegenheits-Dachzeltnomaden” sind diese Kühlboxen zu empfehlen. Sie sind günstig und leicht. Dadurch kannst du so eine Kühlbox auch mal mit zum Strand schleppen, ohne gleich lange Arme zu bekommen. Durch ihre Isolierung halten sie auch im ausgeschalteten Zustand lange ihre Kälte.

Vorteile von Thermoelektrischen Kühlboxen

  • Günstig im Vergleich zu Absorber oder Kompressor
  • Leicht & transportabel
  • Kann meist auch zum Erwärmen genutzt werden
  • Auch als Hybridbox erhältlich – 12V thermoelektrisch & 230V Kompressor

Nachteile von Thermoelektrischen Kühlboxen

  • Schlechte Kühlleistung
  • Hoher Stromverbrauch
  • Träges Kühlsystem 

Absorber Kühlboxen / Kühlschränke

Ein Absorberkühlschrank arbeitet mit einem Gemisch aus Wasser und dem Kältemittel Ammoniak. Die Absorption bezeichnet das Prinzip der Lösung eines Dampfes (Ammoniak) in einer Flüssigkeit (Wasser).

Es ist ein sehr altes Kühlverfahren und im Prinzip eine der verlässlichsten Kühlmethoden für unterwegs – solange du Gas dabei hast.

das foto zeigt eine absorber kühlbox
Absorber-Kühlbox
das foto zeigt einen absorber kühlschrank
Absorber-Kühlschrank

So funktionieren Absorber

Durch Wärmezufuhr wird im sogenannten Kocher das Gemisch aus Wasser und Ammoniak getrennt, indem das Ammoniak gasförmig wird und aus dem Wasser austritt.

Hier kommt dann auch das Medium Gas ins Spiel. Denn die Gasflamme dient in diesem Fall als Wärmequelle für den Kocher. Meist wird sich hierbei aus der Bordversorgung des Wohnmobils, oder auch aus einfachen Gaskartuschen bedient.

Butan ist hier ein gängiger Brennstoff. Alternativ kann die Beheizung auch mit einer elektrischen Heizung erfolgen. Das macht aber nur dann Sinn, wenn eine ausreichend starke und leistungsfähige Stromquelle vorhanden ist – was im Camper oder Dachzelt oftmals nicht so oft vorkommt.

Das durch Wärmezufuhr herausgetrennte, gasförmig Ammoniak wird durch ein separates Rohr zum Kondensator geführt.

Der Kondensator ist an deinem Absorber-Kühlschrank außen am Gehäuse befestigt. Er sieht so ähnlich aus wie ein Kühler, den du vielleicht von deinem Auto kennst. Kühlen ist auch seine Aufgabe, aber nicht so wie du jetzt vermutest.

Im Kondensator, oder auch Verflüssiger genannt, strahlt das zunächst noch gasförmige Ammoniak seine Wärme ab – es kühlt ab und wird dadurch verflüssigt. Durch ein weiteres Rohr gelangt es zum Verdampfer.

Im Verdampfer wird, wie der Name schon vermuten lässt, erneut der Aggregatzustand des Ammoniaks verändert: Er wird mit Hilfe von Wasserstoff verdampft. Der Dampf ist in der Lage, Wärme aufzunehmen. Hier findet der eigentliche Kühlvorgang statt, deswegen befindet sich der Verdampfer im Kühlschrank Inneren, oder zumindest hinter der Kühlwanne. 

Kurz erklärt: Dein Bier wird kalt, weil ihm die Wärme entzogen wird. Der ganze Kühlprozess findet in einem geschlossenen Kreislauf statt. 

Das Gemisch aus Wasserstoff und gasförmigem Ammoniak strömt nun weiter in den Absorber. Hier werden die beiden Medien wieder getrennt. Diese Aufgabe übernimmt das zurücklaufende, abgekühlte Wasser aus dem Kocher. Das Ammoniakgas wird schließlich wieder mit dem Wasser vermischt und strömt in seinem Kreislauf weiter Richtung des Kochers.

die zeichung zeiht das absorber prinzip  - der kreislauf
Das Absroberprinzip

Wie hoch ist die Kühlleistung von Absorbern?

Die Kühlleistung einer Absorberkühlbox bzw. einem Absorberkühlschrank ist durchschnittlich gut. Durch Absorption wird eine maximale Temperaturdifferenz von 25 Grad Celsius zur Außentemperatur erreicht. Das bedeutet eine Kühltemperatur von 5 Grad bei 30 Grad Außentemperatur.

Du kannst dir also leicht vorstellen, dass jenseits der 30-Grad-Marke dieses Prinzip an seine Grenzen kommt. Kritische Lebensmittel, die eine sehr niedrige Temperatur benötigen, können also nicht ausreichend gekühlt werden.

Für die angehenden Chemiker: Das eingesetzte Kältemittel ist Ammoniak, das auch gerne mit NH3 bezeichnet wird. Es ist bei Raumtemperatur gasförmig, farblos und nur an seinem beißenden Geruch zu erkennen. Als kleiner Vergleich: Hast du eine Katze? Dann nimm mal einen tiefen Atemzug aus dem Katzenklo, kein Witz, jetzt weißt du wie Ammoniak riecht – wie Katzenpipi 🙂

Außerdem kommen beim Absorber noch zwei weitere Substanzen vor, nämlich Wasser (als Lösungsmittel) und Wasserstoff (als Hilfsgas). Alternativ zum Wasserstoff kann auch Helium verwendet werden.

Wie hoch ist der Energieverbrauch von Absorbern?

Die benötigte Energie ist in diesem Fall Wärmeenergie, die aus der Verbrennung des Gases entsteht. Wie viel davon letztendlich benötigt wird, hängt von der eingestellten Temperatur ab und auch von der Außentemperatur. Das bedeutet also, wenn du auf deine maximale Temperaturdifferenz von 25 Grad erreichen willst, dann steigt dein Gasverbrauch mit steigender Außentemperatur an.

Es gibt übrigens auch Hybrid-Boxen, die mehrere Kühltechniken vereinen. Diese kannst du dann mit Gas und elektrischem Strom betreiben. Mit Strom kühlen diese Boxen dann thermoelektrisch, meistens sogar mit zwei Optionen: 12V vom Bordnetz oder 230V zu Hause oder auf dem Campingplatz mit Landstrom.

Einsatzbereiche – Vor- und Nachteile

Vor allem in großen Wohnmobilen kannst du diese Art von Kühlschränken finden. Gerade in älteren Campingfahrzeugen ist der Absorber-Kühlschrank zu Hause. Das liegt daran, dass in den meisten Fällen eine Gasflasche an Bord ist, die groß genug ist, neben dem Gasherd auch noch den Kühlschrank zu “befeuern”. Oftmals wird dort auch noch mit Gas geheizt. 

Es gibt auch Kühlboxen, die nach dem Absorberprinzip arbeiten. Diese sind, weil sie keinen elektrischen Strom benötigen und relativ kompakt sind, sehr transportabel. Ein klassisches Einsatzgebiet von Absorberkühlschränken oder -boxen wäre zum Beispiel deine Angelhütte am Waldsee. Dort, wo kein Strom vorhanden ist, und die Temperaturen nur selten an der 30 Grad Marke kratzen.

Die Unterschiede zwischen Kühlbox und Kühlschrank erkläre ich dir weiter unten im Artikel.

Vorteile von Absorbern

  • Verschleißarme Technik
  • Keinerlei Geräusche im laufendem Betrieb
  • Gas ist (fast) überall zu beziehen
  • Keine Strom notwendig
  • Auch als Hybridbox erhältlich

Nachteile von Absorbern

  • Die Kühlleistung ist abhängig von der Umgebungstemperatur
  • Eine Absorber Kühlung muss unbedingt waagerecht betrieben werden, da sonst Luftblasen entstehen können, die den Kühlkreislauf negativ beeinflussen
  • Absorber Kühlungen sind empfindlich gegen Vibrationen und Erschütterungen, daher nicht Off-Road geeignet.
  • Problem beim Betrieb in großen Höhen (wegen dem Gas)

Kompressor Kühlboxen / Kühlschränke

Die wohl bekannteste, und in den meisten Haushalten verbreitete Kühlmethode ist die eines Kompressorkühlschrankes. Im Laufe der Jahre hat diese Technologie auch in der Campingwelt immer mehr Verwendung gefunden. Aufgrund von immer leistungsfähigeren Batterien konnte sich der Kompressorkühlschrank schließlich auch etablieren. 

ein foto einer kompressor kühlbox
Kompressorkühlbox
ein foto eines kompressor kühlschranks
Kompressorkühlschrank

Eine Eigenschaft habe ich dir schon verraten: Der Kompressor benötigt elektrischen Strom. Diesen benötigt er, um die Kühlung in Gang zu bringen.

So funktioniert das Kühlen mit Kompressor

In einem Kompressorkühlschrank befindet sich ein gasförmiges Kältemittel. Dieses wird durch den Kompressor verdichtet, wodurch es sich erwärmt.

Das unter hohem Druck stehende Kältemittel gelangt gleich danach in den Kondensator. Der Kondensator befindet sich auf der Rückseite deines Kühlschranks. Du erkennst den Kondensator an dem plattenartigen Gebilde, das mit seinen Kühlrippen meist die komplette Fläche der Rückseite bedeckt.

Im laufenden Betrieb erwärmt sich der Kondensator stark. Das liegt daran, dass das ihn durchströmende Gas seine Wärme an die Umgebung abgibt. Wenn das passiert, dann ändert das Kältemittel seinen Aggregatzustand von gasförmig zu flüssig – es kondensiert.

Als Beispiel kannst du dieses Effekt ganz einfach ausprobieren, wenn du mit deinem warmen Atem gegen eine kalte Fensterscheibe pustest. Auch hier entsteht Kondensat.

Wie du sicherlich bemerkt hast, erfüllt der Kondensator in einem Kompressorkühlschrank den gleichen Job, wie in einem Absorberkühlschrank. Bis jetzt liegt der wesentliche Unterschied nur darin, das ein elektrisch betriebener Kompressor verwendet wird.

Das kondensierte Kältemittel steht kurz nach dem Kondensator noch immer unter hohem Druck. das ändert sich aber im nächsten Schritt. Hierbei durchströmt das Kältemittel eine Drossel. Dadurch senkt sich der Druck schlagartig ab. Man nennt diese Drossel Expansionsventil.

Technisch gesehen funktioniert dieses Ventil so, dass das Medium mit hohem Druck durch eine sehr kleine Engstelle gedrückt wird, wodurch es beim Austritt seinen Druck verringert. Gleichzeitig steigt dadurch das Volumen an – das Kältemittel expandiert.

eine skizze von einem expansionventil
Hier muss alles durch – Das Expansionsventil (ungeregelt)

Ein weiterer, sehr nützlicher Nebeneffekt ist, dass sich das Kältemittel ab dieser Stelle abkühlt. Jetzt kann es seinen eigentlichen Job erledigen, weswegen es direkt in den Verdampfer geleitet wird.

Auch dieser unterscheidet sich nicht wirklich von dem Verdampfer eines Absorberkühlschranks. Deinem Bierchen wird, wie schon im Absorber, die Wärme entzogen. Danach strömt das vom Kühlgut erwärmte Gas wieder in den Kompressor zurück. 

Auf der folgenden Zeichnung bekommst du nochmal einen Überblick, wie das Prinzip der Kühlung funktioniert. Es basiert vereinfacht gesagt auf der Kondensation und dem Verdampfen – dies wird mit Hilfe von unterschiedlichen Drücken erreicht. Klingt doch ganz einfach, oder?

eine skizze das Kompressor kühlers
Genial einfach und sehr effektiv – Der Kompressorkühlschrank

Wie hoch ist die Kühlleistung von Kompressorkühlschränken?

Ein Kompressorkühlschrank hat eine sehr gute Kühlleistung und ist sogar in der Lage, Temperaturen bis zu -18 Grad Celsius zu erreichen. Das funktioniert unabhängig von der Umgebungstemperatur, weswegen sich diese Kühlart auch für sehr warme Urlaubsländer eignet.

Auch hier eine kleine Chemiestunde: Als Kältemittel wird meistens R-134a verwendet, das dem Chemiker auch als 1,1,1,2 Tetrafluorethan bekannt ist. Das Kältemittel ist nicht gerade ein Freund der Umwelt, weswegen defekte Kompressorkühlschränke gesondert entsorgt werden müssen – Sie dürfen keinesfalls dem Hausmüll zugeführt werden.

Es gibt kleine Kühlboxen ab ca. 20 Liter Nutzinhalt bis hin zu den ganz großen Kühlschränken, wie du sie auch aus dem Haushalt kennst.

Wie hoch ist der Stromverbrauch von Kompressorkühlschränken? 

Kompressorkühlschränke arbeiten, im Vergleich zum Absorber, noch effizienter. Um den Kompressor anzutreiben wird zwar elektrischer Strom benötigt, jedoch läuft der Kompressor nur dann, wenn es nötig ist.

Wie oft der Kühlschrank, also “anspringt” ist abhängig von der eingestellten Solltemperatur. Logisch: Je kälter du dein Bier trinken möchtest, umso öfter und länger läuft der Kompressor. Die Umgebungstemperatur spielt dabei zwar auch noch eine Rolle, jedoch ist diese nicht so maßgeblich wie beim Absorber.

Ein Beispiel: Im Betrieb liegt die Leistungsaufnahme der Kompressorkühlbox in meinem Auto bei 35W. Das ist nicht viel, wenn man es nicht mit der Kühltemperatur übertreibt und “Dauerfrost” möchte.

Der Stromverbrauch hält sich im Allgemeinen in Grenzen. Die Kompressoren der namhaften Hersteller arbeiten mittlerweile sehr sparsam und stressen deine Aufbaubatterie nur sehr wenig. 

Übrigens, wenn du mehr über Elektrik wissen möchtest, empfehle ich dir meinen dreiteiligen Artikel über die Grundlagen der Elektrotechnik.

Einsatzbereiche – Vor- und Nachteile

Kompressorkühlschränke findest du heutzutage in fast allen modernen Campingfahrzeugen. Gerade die Tatsache, dass sie kein Gas benötigen, macht sie attraktiv für kleine Vans und Dachzelt Mobile ohne Gasanlage.

Aufgrund moderner und leistungsfähiger Batterien, spielt auch der Stromverbrauch keine große Rolle mehr. Auch die überragende Kühlleistung und die unempfindliche Kühltechnik machen die Kompressortechnik zu einem zuverlässigen Begleiter bei Offroad-Fahrten oder in der afrikanischen Wüste.

Vorteile von Kompressorkühlschränken

  • Sehr energieeffizient
  • Sehr gute Kühlleistung
  • Unabhängig von der Außentemperatur und Lage
  • Offroadtauglich

Nachteile von Kompressorkühlschränken

  • Benötigt Strom
  • Geräuschentwicklung vom Kompressor
  • Höherer Anschaffungspreis
  • Relativ hohes Gewicht
  • Hoher Platzbedarf

Halt die Klappe (fest) – oder doch lieber die Tür!?

Die Entscheidung, ob du dich für eine Kühlbox oder einen Kühlschrank, entscheiden solltest, kann ich dir leider nicht abnehmen. Ich möchte dir aber eine kleine Entscheidungshilfe mit an die Hand geben, damit du die Unterschiede von Klappe oder Tür für dich einordnen kannst.

Zunächst einmal eine kleine Erklärung:

Die Kühlbox hat eine Klappe. Sie ist von oben zugänglich und oftmals als mobile bzw. transportable Ausführung zu erwerben. Versionen zum Festeinbau gibt es eher selten.

Der mobile Kühlschrank ist im Prinzip so aufgebaut wie der in deiner Küche. Nein, ich war noch nicht in deiner Küche, deswegen unterstelle ich dir jetzt einfach, dass du voll “Mainstream” bist und einen klassischen Einbaukühlschrank besitzt. 

Ein Schrank hat eine Tür – Ein Kühlschrank auch. Das ist auch schon der größte Unterschied. Der Kühlschrank ist, im Gegensatz zur Box, seitlich zugänglich.

Was sind denn jetzt genau die Vor- oder Nachteile von Klappe und Tür?

Der Platz in deinem Fahrzeug oder der Einbauort. Eine Box passt, dank ihrer Maße auf einen Auszug im Kofferraum. Sie kann seitlich zustellt werden (außer die Lüftungsschlitze) und bleibt trotzdem zugänglich.

Ein weiterer Vorteil ist, dass dank der oben liegenden Klappe beim Öffnen die Kälte nicht so leicht entweichen kann. Die größte Kälte ist nämlich immer am Boden zu finden. Das bedeutet im Klartext: Du kannst dir im Minutentakt Bier aus deiner Box nehmen und verlierst beim Öffnen nicht so viel Kälte.

Beim Schrank sieht das Ganze schon anders aus, denn jedes Mal wenn du die Tür öffnest, fällt dir die Kälte am Boden des Schrankes sprichwörtlich entgegen. 

Warum also überhaupt ein Kühlschrank? Ganz einfach: Wenn du den Platz dafür hast, zum Beispiel im einem Bus oder Kastenwagen, dann sieht so ein perfekt in die Möbelzeile integrierter Küschlank schon geil aus.

Mobile Kühlschränke gibt es auch fast so groß (Nutzinhalt in Litern) wie bei dir zu Hause (nein, ich war wirklich nicht bei dir!) – so nimmst du ein Stück Komfort von zu Hause mit auf Reisen. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ordnung – ein Kühlschrank lässt sich viel ordentlicher einräumen und organisieren als eine Kühlbox. 

Weder Klappe noch Tür – Die Kühlschublade

Du kannst dich nicht entscheiden, oder hast noch immer nicht das Richtige für deine Platzverhältnisse gefunden? Dann werfe ich mal die Kühlschublade ins Rennen.

Sie hat weder eine Tür noch eine Klappe – eigentlich ist sie wie der Name schon verrät – ein Schubfach, das kühlt. Ich vergleiche die Kühlschublade immer gerne mit einem Kühlschrank, der auf einem Auszug steht. Au diesem Weg werden die Vorteile von Box und Schrank miteinander kombiniert. Gekühlt wird hier mit einem Kompressor, der dank seiner flexiblen Kältemittelleitung separat platziert werden kann. So sparst du eine Menge Platz.

dieses Bild zeigt eine Kühlschublade der Firma Dometic
Kombination aus Box und Schrank – Die Kühlschublade

Also, was wird es nun bei dir? Box oder Schrank – Klappe oder Tür? Entscheide selbst!

Der beste Platz für deinen Camping Kühler

Um lange Freude an deiner mobilen Kühlung zu haben gibt es ein paar grundlegende Einbau- und Sicherheitstipps, die ich dir mit auf den Weg geben möchte.

Wenn du dir eine Kühlschrank, oder eine Kühlbox angeschafft hast, dann solltest du auch darauf achten, dass der Schrank oder die Box ordentlich in deinem Fahrzeug transportiert wird. Weitere wichtige Tipps und Informationen bekommst du im folgendem Abschnitt.

Einbautipps und Sicherheit

  • Eine Box sollte niemal