DZN Live! Wildkräuter Küche

Wildkräuter mit Messer auf Schneidebrett mit Wald im HIntergrund
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Ellens wilde Freunde

Der Frühling ist da und draußen blüht das Essen. Wolltet ihr schon immer mal wissen, welche Kräuter ihr jetzt wo findet und was ihr damit Leckeres zu essen und zu trinken zaubern könnt?

Wir haben da etwas für euch: Dachzeltnomadin Ellen Langstein hat uns eine Stunde in die Welt der Wildkräuter Küche entführt und uns nicht nur erzählt, wo wir welche Kräuter finden, sondern auch wie wir sie verarbeiten können. Das ganze DZN Live haben wir euch einmal zusammen gefasst:

Ellen's Empfehlungen rund um die Wildkräutersuche und Zubereitung

Hier findet ihr den coolen Smoothie Shaker von Ellen

 
Kräuter häckseln ohne Strom, hiermit geht es ganz einfach

Außerdem noch einige interessante Bücher zum Stöbern und Nachschlagen:

                     

Und eine hilfreiche App zur Pflanzen-Bestimmung findet ihr hier

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7 Wildkräuter Tipps für deine Dachzelttour

Es ist Frühling! Und wenn ich so die ersten warmen Sonnenstrahlen bei einem Spaziergang genieße oder einfach beim Relaxen in meinem Garten, dann begegnen mir so einige wilde Freunde. Sie erfreuen meine Augen und mein Herz, bereichern meine Mahlzeiten und unterstützen meine Gesundheit.

Wildkräuter Tipp 1: Der Löwenzahn

Der Löwenzahn zum Beispiel. Gerade jetzt erinnert er mich an 1000 strahlende Sonnen. Einer seiner Namen ist sicherlich deshalb auch „Sonnenwirbler“. Der Löwenzahn, der keine großen Ansprüche an den Boden stellt und den jedes Kind kennt, nicht zuletzt von der gleichnamigen Serie, die uns lehrte, dass er sogar den Asphalt durchbricht. Und tatsächlich, der Löwenzahn sucht die Gesellschaft, die Gesellschaft von Mensch und Tier und von anderen wilden und gezähmten Verbündeten.

Alle Teile des Löwenzahns sind essbar (auch der Stängel! Maria Treben, eine bekannte Kräuterfrau, empfiehlt im Frühjahr für etwa 14 Tage jeden Tag 5-6 Löwenzahnstängel zu essen, um die Leber zu reinigen und zu entgiften).

Aus der getrockneten und gerösteten Wurzel lässt sich ein recht bekömmlicher Kaffeeersatz herstellen. Die Blätter im Salat, in der Kräuterbutter, in gefüllten Teigtaschen oder einfach zwischendurch, die gelben Blüten als Löwenzahngelee oder Löwenzahnhonig. Nur die Pusteblumen würde ich nicht zum Verzehr empfehlen; das kitzelt so im Rachen 😉

Mit seinen Bitterstoffen ist der Löwenzahn eine super gute Pflanze, um den Stoffwechsel und die Verdauung anzukurbeln. Auch als Leber-Galle Pflanze ist er bekannt oder bei Darmträgheit oder Frühjahrsmüdigkeit. Im seelischen unterstützt er unsere Anpassungsfähigkeit und unsere Vitalität.

Wildkräuter Tipp 2: Das Gänseblümchen

In ziemlicher Nachbarschaft begegnet mir das Gänseblümchen, die Pflanze unserer Kindheit. Und tatsächlich gibt uns das Gänseblümchen ein bisschen kindliche Leichtigkeit zurück.

Auch das Gänseblümchen strahlt um diese Jahreszeit über fast alle Wiesen. Seine kleinen, lieblichen Blütenköpfchen lassen sich sehr gut in der Wildkräuterküche einsetzten. Sie sehen nicht nur wunderschön aus im Salat oder auf der Suppe, sie überraschen auch oft mit ihrer leichten Schärfe. Ja, das sieht man dem kleinen Blümchen nicht an.

Das Gänseblümchen unterstützt uns bei Hauterkrankungen, tief gehenden Verletzungen und Husten.

Wildkräuter Tipp 3: Der Giersch

Gehen wir ein Stückchen weiter und treffen einen ganz treuen Kameraden. Wenn er sich einmal zu uns in den Garten hingezogen fühlt, bleibt er für immer bei uns. Genau, der Giersch. Viele von uns kennen den Giersch und haben ihn vielleicht (bis jetzt) immer ausgerissen. Doch Achtung, die Pflanzen wachsen immer da, wo wir sie brauchen. Wirklich.

Und der Giersch ist eine hervorragende Pflanze, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Gerade Menschen mit Rheuma oder Gicht profitieren von ihm.

Also, demnächst nicht mehr vernichten, sondern aufessen! Giersch eignet sich in der gesamten Wildkräuterküche. Vom Salat, über den Flammkuchen bis hin zum Pesto, Giersch eignet sich mit seinem frischen Geschmack in fast allen Gerichten. Und mit Giersch können wir eine unglaubliche leckere Kräuterlimonade herstellen.

Wildkräuter Tipp 4: Die Gundelrebe

Diese Kräuterlimonade profitiert davon, eine weitere „treue“ Pflanze hinzuzufügen – die Gundelrebe (viele kennen sie auch unter dem Namen Gundermann). Die Gundelrebe mit ihren schönen gewellten Blättchen und den blauen Blüten und dem leicht minzigen Geschmack eignet sich nicht nur für Limonade, sondern auch für Süßspeisen. Doch auch im Salat oder der Kräuterbutter machen sich ein paar Blättchen gut.

Die Gundelrebe ist ebenfalls, wie die meisten Frühjahrspflanzen, stoffwechselanregend. Sie soll sogar Schwermetall ausleitend sein.

Wildkräuter Tipp 5: Die Schafgarbe

Und hier haben wir die Schafgarbe, eine meiner Pflanzenfreundinnen. Die Schafgarbe wird auch „Augenbraue der Venus“ oder „Soldatenkraut“ genannt. Natürlich hat sie noch viele andere Namen, doch diese beiden finde ich am eindrücklichsten. Augenbraue, weil die Blätter wie kleine Augenbrauen aussehen mit ihrem gefierten Aussehen und Soldatenkraut, weil die Schafgarbe stark blutstillend und wundheilend ist.

Schaut man sich die vielen Heilwirkungen der Schafgarbe an, so könnte man meinen sie sei für alles gut. Vielleicht nennt man sie deshalb auch „Heil aller Schäden“. Sie ist verdauungsfördernd, menstruationsregulierend, Leberstärkend und wie bereits erwähnt wundheilend. Auch bei Erkältung wird sie eingesetzt. In der Wildkräuterküche machen sich natürlich ein paar Blättchen dieser vielfältigen Heilpflanze in jedem Gericht sehr gut.

Wildkräuter Tipp 6: Der Spitzwegerich

Schauen wir uns noch den Spitzwegerich an, den Wegbeherrscher. Er findet sich auf „allen“ Wegen und bereitet uns den Weg.

Seine Blätter sind gut bei Husten und Bronchitis und bei Insektenstichen. Da er unter anderem auch wundheilend, antibakteriell, antientzündlich, pilzhemmend und leicht antibiotisch ist, kann er natürlich noch um einiges vielfältiger eingesetzt werden.

In der Wildkräuterküche lässt er sich ebenfalls großzügig verwenden. Und ganz spannenden ist die Tatsache, dass Spitzwegerich leicht nach Champignon schmeckt. Also aus ihm können wir eine Champignon-Creme-Suppe herstellen ohne auch nur einen einzigen Champignon zu verwenden.

Wildkräuter Tipp 7: Die Brennessel

Zum Schluss möchte ich euch noch eine letzte Pflanze in diesem siebener Reigen vorstellen. Die Brennessel darf in meiner Runde natürlich nicht fehlen, hat sie doch so wertvolle Eigenschaften und Inhaltsstoffe. Die Brennessel zählt zu unseren heimischen Superfoods. Eine Kraftquelle mit irre viel Eisen und wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie passt ebenfalls in jede Art Wildkräutergericht und ist vor allem leicht und reichlich zu finden. Keine Angst vor den Brennhaaren! Diese gehen kaputt sobald sie mit etwas fettigem (also Sahne, Milch, Butter oder Öl) oder heißem Wasser in Berührung kommen.

Gegen Frühjahrsmüdigkeit, zur Stoffwechselanregung, bei rheumatischen Erkrankungen oder Blasenbeschwerden, die Brennessel kann nicht nur uns große Dienste leisten. Auch zur Unterstützung unsere Gartenpflanzen ist die sogenannte Brennesseljauche ein Begriff.
Im seelischen unterstützt uns die Brennessel darin, wehrhafter zu sein und unseren Willen zu stärken.

Noch viele andere meiner wilden Freunde hätten euch gerne kennen gelernt. Aber dieses Treffen verschieben wir dann auf ein anderes Mal.

Hier noch einige Rezeptvorschläge für euch:

Wilder Brennessel Smoothie

  • 1 Handvoll frische Brennesseln
  • 1 Kiwi (oder 1 Apfel)
  • 1 Stück Ingwer
  • 250 ml Apfelsaft
  • 50 ml Wasser

Alles im Mixer zu einem Smoothie verarbeiten!

Wildkräuterpesto

  • 100 g geröstete Pinienkerne
  • 100 g Parmesan
  • 1/2 Liter Olivenöl
  • 2 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer
  • 3 Knoblauchzehen
  • ca. 200 g gemischte Wildkräuter

Kräuter fein hacken, mit den restlichen Zutaten vermengen, Pürieren und in Gläser abfüllen.

Kräuterbutter

  • 1 Stück Butter
  • Salz, Pfeffer, Kurkuma
  • 1 TL Senf
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Handvoll gemischte Wildkräuter oder Wildblumen

Die Kräuter fein hacken

Die Butter mit der Gabel zerdrücken und mit den Gewürzen , dem Senf und Knoblauch vermischen, dann die Kräuter bzw. Blumen Unterarbeiten und genießen!

Kräuterlimonade

  • Je 10 Giersch- und Gundelrebenblätter
  • eventuell 1 Stängel Minze
  • Saft von 1 Zitrone
  • 1 l naturtrüber Apfelsaft
  • 1/2 l Mineralwasser

Blätter in Zitronensaft pürieren, in Apfelsaft gießen und 4 Stunden kalt stellen zum ausziehen. Nach den 4 Stunden durch ein Sieb abgießen, mit Mineralwasser auffüllen und genießen.

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