Dachzelten mit älteren Kindern

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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Aber gilt das auch für das Dachzelten mit älteren Kids? Oder ist das eher problematisch? Was sollte man alles beachten und was darf auf der Reise auf keinen Fall fehlen?

Und wenn du keine Lust zu lesen hast, dann kannst du dir hier das DZN Live zum Thema anschauen:

In diesem folgenden Artikel, geht es vordergründig um das Reisen mit Kindern ab sechs Jahren. Viele der genannten Tipps & Tricks lassen sich jedoch auch auf die kleineren Jahrgänge adaptieren. Wir möchten euch zeigen, wie es mit älteren Kindern funktionieren kann, euch einen kleinen Einblick in unsere Welt des Dachzeltens mit Kindern geben und euch zeigen, womit ihr euch das Leben erleichtern könnt.

Vor allem geht es jedoch darum euch Mut zu machen, diesen Schritt mit eurer Familie zu gehen. Egal ob als Familie, alleinerziehend, alleinreisend, im Patchwork oder einer gänzlichen anderen Form, wenn euer Gefühl “JA” sagt, dann tut es und ihr werdet es nicht bereuen. Ihr werdet euch und eure Kinder nochmal ganz neu kennenlernen und ich wünsche euch eine grandiose Zeit dabei. Traut euch – es lohnt sich!

Du bist eher mit Kleinkindern & Baby unterwegs? Dann ist das der richtige Artikel für dich:

Mutter und zwei Kinder lassen die Haare aus dem Dachzelt hängen
Ein Dachzelturlaub ist lustig – ein Dachzelturlaub ist schön! | Bild: Georg Kröschel

Meine Erfahrungen als Dachzeltnomaden-Mama

Ich bin Natalie und seit mittlerweile drei Jahren alleinreisende Dachzeltnomaden-Mama. Bevor ich zum Dachzelt gekommen bin, waren wir zunächst mit einem kleinen Igluzelt unterwegs, was bei längerem Regen doch sehr anstrengend war. Danach kam das andere Extrem, ein 12 – Personen Zelt, genannt “der Palast”.

Als die Kinder dann älter wurden, wollte ich mehr Flexibilität in die Reisen bringen und auch ganze Länderrundreisen angehen. Ein Hotel kam für mich nicht in Frage. Ich begab mich also auf die Suche nach Alternativen, was zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht so einfach war, denn die Dachzeltnomaden und das Informationsangebot der Dachzeltnomaden gab es damals noch nicht. Trotzdem blieb die Option Dachzelt nach tagelanger Recherchearbeit als einzige, sinnvolle Alternative für mich und unsere Bedürfnisse.

Unser erstes Dachzelt Setup: damals noch ein Autocamp Family. | Bild: Natalie Ewen

Die Reise zum Caravan Salon in Düsseldorf hatte ich schon geplant und da kam mir der Gedanke, nach Gleichgesinnten in Facebook zu suchen. Wie der Zufall es wollte, hatte Thilo ein paar Tage zuvor die Dachzeltnomaden Facebookgruppe gegründet, seither bin ich Dachzeltnomadin mit Leib und Seele.

Ich war vom ersten Treffen an bei jedem DACHZELT EVENT dabei. Die Gruppe und die damit verbundenen Menschen, jedoch noch viel wichtiger: meine gesamte Art zu Reisen und die Freizeit mit meinen Kindern zu verbringen, sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. 

Das erste Dachzeltnomadentreffen der Welt mit 180 Dachzeltnomaden. | Bild: Thorsten Kuttig

Erfahrungen explizit im Bereich des Dachzeltens konnten wir in den letzten Jahren sehr viele sammeln, alleine letztes Jahr habe ich bei den verschiedenen Wetterverhältnissen fast 200 Nächte im Dachzelt verbracht, den Großteil davon gemeinsam mit meinen Töchtern Lilly-Marie und Leonie, sowie unserem Tamaskan (eine Art Wolfhund) Anam.

Dies müssen nicht immer längere Reisen sein, manchmal schlagen wir unser Zelt auch einfach neben dem Haus auf oder in der direkten Umgebung in der Natur. Seit meiner Kindheit bin ich ein Campingkind und habe mit meiner Familie den größten Teil der Ferien im Wohnwagen verbracht.

Beruflich arbeite ich als Erzieherin, Erlebnispädagogin und -therapeutin in Luxemburg und habe kürzlich meine eigene kleine Firma in Richtung alternativer Heilmethoden, Naturkosmetik und kleineren, weiteren Teilbereichen, gegründet.

Jetzt aber genug von uns, lasst uns eintauchen in die lustige Welt des Dachzeltens mit Kindern!

Das sind wir: Lilly, Leonie, Anam & ich. | Bild: Natalie Ewen

Vor der Reise

Vor der Reise geht es natürlich erstmal um die Planung: darunter fallen die Planung des Setups, welche Unterlagen sind unerlässlich? Worauf muss ich alles achten und was gibt es zu bedenken? 

Reisepass

Keine Frage – die Reisepässe sollten natürlich immer up to date sein.

Muss ein neuer Reisepass ausgestellt werden, benötigt ihr biometrische Bilder der Kinder. Damit müsst ihr dann zu eurer zuständigen Verbandsgemeinde oder Stadtverwaltung gehen. Hier unterscheidet sich das Verfahren dann regional: manche Behörden stellen den Reisepass direkt aus, bei anderen dauert es bis zu 6 Wochen.

Also am Besten immer frühzeitig daran denken. Für manche Länder reicht es auch einen vorläufigen Pass für die Kids mit euch zu führen. 

Wichtige Unterlagen

Insbesondere bei Kindern ist es anzuraten, den Impfpass mitzunehmen und natürlich auch die Krankenversicherungskarte. 

Beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde/ beglaubigte Erlaubnis

In meinem Fall – als alleinreisende, unverheiratete Mama – kommen dann noch ein paar weitere Sachen hinzu, um an Grenzen innerhalb und auch außerhalb Europas keine Schwierigkeiten zu bekommen. Dasselbe gilt übrigens auch bei Flügen. 

In meinem Fall tragen meine Töchter den Namen ihres Vaters. Aus diesem Grund muss ich grundsätzlich eine beglaubigte Geburtsurkunde, die mich als Mutter ausweist, als auch eine beglaubigte Einverständniserklärung des Vaters mitführen, um zu jeder Zeit beweisen zu können, dass ich rechtmäßig mit den Kindern reisen darf und sorgeberechtigt bin.  

Alleinreisende Mama mit Kindern – geht das?

Die Vorstellung von Erziehung gehen gerade in unserer Zeit sehr stark auseinander. Von sehr überbehütenden Familien bis hin zu denen, die ihre Kinder ganz selbstbestimmt und in Freiheit aufwachsen lassen, gibt es eine sehr große Spannbreite. Oftmals ist genau dieses Thema ein viel diskutiertes – auch im Familien- oder Freundeskreis. Jeder Einzelne vertritt hier seine eigene subjektive Meinung und jeder Einzelne muss für sich selbst entscheiden, was der richtige Weg für sich und für die eigene Familie ist. 

zwei Kinder halten den Turm von Pisa fest
In einem Dachzelt Urlaub mit älteren Kindern lassen sich spannende Reiseziele ansteuern. | Bild: Natalie Ewen

Der “Kampf” mit den Vorurteilen: darf man das?

Die lieben Vorurteile wurden schon teilweise in dem Artikel “mit Dachzelt alleine reisen als Frau” angesprochen. Bei einer Mutter und ihren Kindern/Töchtern teilt sich das Umfeld regelrecht. Es gibt diejenigen, die es mutig, unterstützenswert oder grandios finden und diejenigen, die es eher als problematisch oder sogar verantwortungslos sehen. 

Wir für uns lieben das Abenteuer, lieben das Reisen. Angst haben wir keine. Klar, manchmal ein mulmiges Gefühl, doch dann haben wir ja grundsätzlich die Möglichkeit weiterzufahren. Auf unser Bauchgefühl können wir uns immer verlassen. Ich selbst mache mir eher mehr Gedanken auf einem Campingplatz, als inmitten der Natur. 

Ich glaube, dass meine Kinder so viel Freiheit genießen, wie es möglich ist und sehr davon profitieren so viel von der Welt zu sehen, als auch die Kulturen kennenzulernen. Sie sind viel in der Natur unterwegs, auch hier an unserem Wohnort, mitten auf dem Land.

Verschiedene Erziehungsstile und ihre Auswirkungen

In meiner Kindheit war es normal, den ganzen Tag draussen zu sein, ohne dass die Eltern zu jedem Zeitpunkt wussten, wo genau die Kinder sich aufhielten. Es hat sich niemand darüber Gedanken gemacht, wenn wir stundenlang verschwunden waren und Baumhäuser im Wald gebaut haben.

Das war ganz normal, so lange man zu der ausgemachten Uhrzeit wieder zu Hause war. Diesen Umgang kennen jedoch nicht mehr allzu viele Kinder. Vielleicht auch weil sich das Leben mittlerweile mehr im Haus abspielt als draussen.

Schon in diesem Beispiel zeigt sich wie verschieden Sichtweisen auf Pädagogik beziehungsweise Erziehung sein können. Was ich damit sagen möchte: Ihr selbst fühlt, was richtig ist, was euer Weg ist. Ihr solltet euch aufgrund der Meinung von Anderen nicht von euren Wünschen abbringen lassen. Man findet zu allem Kritiker, als auch Befürworter. Was für euch funktioniert und/oder richtig ist, fühlt und wisst nur ihr allein. 

zwei Kinder stehen im seichten Flussbett
Wasser ist auch für ältere Kids immer eine gute Wahl! | Bild: Natalie Ewen

Tipps und Tricks zum stressfreien Ablauf

Der wichtigste Tipp für mich ist: klare Absprachen treffen und die Kinder mit einbeziehen.

Dazu zählt beispielsweise, sie ihre eigene Kleidung packen lassen und ordentlich einzuräumen. Klar, auch das bringt Risiken mit sich und sorgt unterwegs für manche Überraschung.

Hier kann man entweder die Absprache treffen, nochmal gemeinsam alles durchzuschauen oder aber man lässt es darauf ankommen (vielleicht erstmal nur für ein geplantes Wochenende) und übergibt ein Stück Verantwortung an das Kind (dies bringt auch witzige oder herausfordernde Resultate mit sich – kann ich aus Erfahrung sagen). 

Für mich sind die essentiellsten Tipps außerdem: nicht unter Stress handeln und immer für alles den richtigen Platz zu haben. Außerdem darauf zu achten, dass es nach der Benutzung auch jedes Mal wieder dorthin zurückkommt. Vor allem eben, wenn die Kinder etwas benutzen. 

Zu Anfang unserer Reisen war für mich die Anreise immer stressig und belastend, da ich mir selbst unheimlichen Druck gemacht habe, endlich am Tagesziel anzukommen. Seit ich für mich verinnerlicht habe, dass der Urlaub schon bei der Abreise anfängt, ist dieser Stressfaktor wie weggeblasen und wir können freudig die gemeinsame Zeit genießen und entspannt starten. Der Weg ist das Ziel, nicht das Ziel. Dies wirkt sich auf uns alle äußerst positiv aus. 

Meine Tipps: 

  • Klare Absprachen mit den Kindern treffen
  • Kinder mit einbeziehen
  • Reisestress vermeiden
  • Alles hat seinen Platz
  • Der Weg ist das Ziel

Verhalte ich mich anders als in Begleitung? 

Ich glaube in Begleitung fühlt man sich als Frau generell sicherer oder unantastbarer und ist deshalb weniger vorsichtig, was beispielsweise eine Stellplatzwahl angeht. Außerdem ist man zu zweit eher bereit, ein mulmiges Bauchgefühl zu unterdrücken, was nicht immer nur positiv sein muss.

In Begleitung achtet man durchaus auch mehr auf das Bedürfnis der Gruppe, als auf das individuelle Bedürfnis des Einzelnen. Es ist weniger ein in den Tag hineinfahren und schauen was passiert, sondern eher damit verbunden, zumindest einige, wenige Absprachen zu treffen.

Ist es deshalb schlechter? Nein, auf keinen Fall. Nur eben anders. Würde ich deshalb auf das Alleinreisen verzichten? Auf keinen Fall! Wir lieben zwar Gesellschaft, das soziale Miteinander und Zeit mit Freunden zu verbringen. Wir lieben es jedoch genauso einfach nur WIR zu sein. 

Unterwegs als Familie

Hier gibt es einiges zu entdecken was das Konfliktpotential minimieren kann, aber Vorsicht: es könnte sein, dass ihr dadurch (das werdet ihr ganz sicher) viel näher zusammenwachst und euch und eure Kinder nochmal ganz anders wahrnehmt. 

Die perfekte Aufgabenverteilung unterwegs

Als Familie fallen auch unterwegs viele verschiedene Aufgaben an, die abgeklärt werden sollten, damit der Urlaub stressfrei verlaufen kann. Dies bezieht sich nicht nur auf den Auf- und Abbau des Setups, sondern auch auf die generellen, hauswirtschaftlichen Tätigkeiten.

Wissen die Kinder beispielsweise, wo sie täglich ihre schmutzige Wäsche ablegen oder wie sie das Dachzelt verlassen sollen, damit es gut zusammengepackt werden kann, spart man sich eine Menge Zeit. So kommt mehr Urlaubsfeeling für jeden auf. Wenn jeder ein bisschen mit anpackt, übernimmt jeder seinen eigenen kleinen Part und man hat nicht das Gefühl, ständig allen hinterher räumen zu müssen.

In ähnlicher Form kann man dies mit allen Aufgaben arrangieren. Beispielsweise besteht bei uns die Absprache, dass jeden Tag ein anderer für das Spülen zuständig ist. Das heisst natürlich nicht, dass die Kinder (vor allem altersabhängig) alles alleine machen müssen. Sie wissen aber dann, dass sie mithelfen sollten und es dann ab einem gewissen Alter auch alleine übernehmen können.

Eine meiner Töchter liebt es z.B. zu kochen und macht das schon sehr gut: Klar, stehe ich ihr dann auch zur Seite oder helfe, jedoch kann sie schon sehr vieles alleine und beide übernehmen gerne darüber hinaus kleinere Aufgaben, um mich zu unterstützen. Die beiden sagen mir dann sogar “So Mama, du setzt dich jetzt mal hin und wir kochen”. 

Kinder sind am Dachzelt Mobil und beschäftigen sich
Wenn alles seinen Platz hat, dann lässt es sich mit Dachzelt Mobil einfach reisen. | Bild: Natalie Ewen

Was darf alles mit?

Hierbei kommt es ganz darauf an, wie man im Dachzelt Urlaub unterwegs sein möchte. Dabei können allgemeine Überlegungen helfen, aber auch solche, bei denen ihr euch in bestimmte Situation hineinversetzt : Möchtet ihr eher mit weniger auskommen oder möchtet ihr auf einen gewissen Komfort nicht verzichten? Was darf auf keinen Fall unterwegs passieren? Was würde euch wirklich in die Bredouille bringen, wenn es am Ende fehlt?

Ein Beispiel: leidet von euch schnell jemand unter einer Blasenentzündung, dann solltet ihr die Wärmflasche nicht zu Hause lassen. Braucht ihr morgens Kaffee? Dann solltet ihr euch Gedanken machen, welche Alternative zum Zubereiten hier für euch in Frage kommt. So oder ähnlich solltet ihr eure Vorlieben und Bedürfnisse durchgehen und eure individuelle Packliste wird sich füllen.

Zur Orientierung, was so alles mit könnte, findet ihr hier einen ganzen Artikel zur perfekten Packliste:

Wo soll das alles hin? 

Egal wie groß dein Basisfahrzeug ist – es ist gefühlt immer zu wenig Platz da. 

Hier sollte man dann gut abwägen, was man wirklich benötigt und wenn noch das ein oder andere fehlt, schon beim Kauf bedenken, in welcher Form man es sich anschafft.

Denn gerade das Packmaß ist als Familie noch wichtiger als bei einer Einzelperson. Bei einer Person wird beispielsweise nur ein Stuhl benötigt, während eine Familie gerne mal vier oder mehr Stühle braucht. Und so verhält es sich mit den meisten Utensilien.

Deshalb ist mein Tipp an dieser Stelle: achtet schon beim Kauf darauf und verkleinert euch bei Neuanschaffung eher im Packmaß als euch zu vergrößern. 

Zusätzlich sollte man versuchen, nicht zu große Hohlräume durch das Packen im Auto entstehen zu lassen, sondern möglichst geschickt jede kleine Ecke zu nutzen.

Gerollte Kleidung nimmt zum Beispiel viel weniger Platz in Anspruch als gefaltete. In eine Tasse kann man zum Beispiel noch einen Becher und in diesen ein Gewürz stellen, so dass wirklich jeder kleinste Raum sinnvoll ausgenutzt wird. 

Der Teufel liegt hier im Detail – die Masse ist nicht einerlei. Heißt so viel wie: Bitte haltet bei der ganzen Stapelei, eurer zulässiges Gesamtgewicht im Auge. 

Auto und Dachzelt mit Camping Tisch und Stühlen vor bergigem Hintergrund
“Tisch, Stühle und Campinggeschirr holen wir nur dann heraus, wenn wir es wirklich brauchen.” | Bild: Natalie Ewen

Frei stehen vs. Campingplatz

Ich persönlich fühle mich in der Natur mit den Kindern wohler, als auf Campingplätzen. Hier können sie laufen und entdecken. Ich muss mir außerdem keine Gedanken machen, ob sie jemanden stören könnten.

Auch habe ich festgestellt, dass sie auf dem Campingplatz eher zum gemeinsamen Konsum von elektrischen Geräten eingeladen werden, beispielsweise mit Spielekonsolen zu spielen oder Filme in Wohnwagen oder Aufenthaltsräumen anzuschauen, als gemeinsam mit anderen Kindern zu spielen.

Ich lehne den Konsum dieser Medien zwar nicht völlig ab, bevorzuge es jedoch gerade unterwegs für sie, selbst etwas zu entdecken und neue Sozialkontakte zu schließen.

Trotzdem mögen meine Kinder natürlich auch ab und an genau das oder einen tollen Pool. Deswegen suchen wir zwischendurch natürlich auch mal für die eine oder andere Nacht einen Campingplatz auf.

Sei es auch, um unsere Wäsche zu waschen oder einmal ausgiebig zu duschen. Gerne suchen wir uns dann zwar kleinere, naturnahe Plätze aus, die dann allerdings auf jeden Fall einen Pool haben um diesen maximalen Spaß für die Kinder zu garantieren. 

Was wir alle Drei festgestellt haben, ist, dass wir auch ausserhalb von Campingplätzen viel besser schlafen, da auch die Geräuschkulisse viel geringer ist. 

Kind steht vor See und genießt den Ausblick
Die Natur ist wunderschön und auch die Kinder genießen sie in vollen Zügen! | Bild: Natalie Ewen

Wir lieben es frei zu stehen und dort aufzuwachen, wo wir abends angekommen sind. Dafür verzichten wir in den meisten Fällen darauf unser Camping – Equipment rauszuholen, damit wir nicht als störend empfunden werden.

Wenn wir es zu den Mahlzeiten rausnehmen, dann räumen wir es bevor wir schlafen gehen wieder ein. Diese Fälle sind jedoch eher selten, da wir eher später als früher unsere Nachtplätze anfahren. Meist haben wir dann zuvor schon an einer anderen Stelle gekocht und gemütlich gegessen. 

Was für mich noch als ein großer Pluspunkt für das Freistehen spricht, ist unser Hund. Anam ist ein Tamaskan, eine Art Wolfhund, der viele Menschen fasziniert. Er kommt auf Campingplätzen einfach nicht zu Ruhe, da dort immer Leute vorbeikommen und ihn kennenlernen möchten.

Er liebt Menschen und mag dies auch. Irgendwann ist er jedoch überdreht, wie ein kleines Kind, dass keinen Schlaf findet. Auch finde ich es sehr verwunderlich, wie viele Menschen trotzdem ihre Hunde frei laufen lassen und ich diese dann von meinem Hund entfernen muss, der brav an der Leine liegt.

Auch mag ich es nicht über einen Platz zu gehen und ständig mit meinem Hund angebellt oder angeknurrt zu werden. Für ein oder zwei Nächte ist das ok, länger würde dies jedoch zu Lasten unseres Wohlbefindens gehen. 

So ist jeder verschieden. Auch hier gilt es herauszufinden, was für euch als individuelle Familie funktioniert und womit ihr euch am wohlsten fühlt. 

Unterwegs mit Kindern und Hund/Hunden

Das hört sich erstmal kompliziert an, ist es jedoch gar nicht. Für mich ist es die perfekte Ergänzung und sehr einfach zu lösen, wenn man sich an den verschiedenen Charakteren der Familienmitglieder (und da zähle ich den Hund dazu) orientiert. Meine Töchter lieben ihren Weggefährten von Anfang an und würden ihn am Liebsten überall und immer mitnehmen. 

Dachzelt mit Auto und Hund
Unterwegs mit Kind und Hund, ist das nicht kompliziert? | Bild: Natalie Ewen

Einteilung Platz

Wichtig hierbei ist, wo passt der Hund am Besten hin, wo ist es praktikabel? Wie gerne fährt der Hund Auto? Wie verstehen sich Kinder – und Hund, zieht er sich gerne zurück oder möchte er einfach immer in der Nähe und in Kontakt sein? Dies sind von Hund zu Hund ganz unterschiedliche Kriterien. In unserem Volvo nahm unser Hund Anam zwei Sitzplätze auf der Rückbank in Anspruch und nun nachdem wir unseren RAM haben hat er sein eigenes Reich hinten im Pick-up Ausbau erhalten.

Weitere Inspirationen zum Dachzelten mit Hund findest du hier:

Zeitmanagement

Unser Hund war von Anfang an dabei. Beim ersten Dachzeltnomadentreffen der Welt war er knapp 6 Monate alt. Es kommt sicherlich auf die Gewöhnung des Hundes und auch dem Zusammenspiel mit den Kindern an: alles ist natürlich einfacher, wenn sie zusammen aufwachsen und es von Anfang an normal ist. 

Allerdings sollte man auch die Eigenheiten des Hundes nicht außer Acht lassen, denn auch dieser bringt seine eigenen Bedürfnisse und Charakterzüge mit und nicht für jeden Hund ist es schön ständig unterwegs zu sein.

zwei Mädchen stehen vor Statue und Hund liegt an der Leine davor
Hund Anam ist immer und überall dabei. | Bild: Natalie Ewen

Wir haben das Glück, dass unser Hund es einfach liebt, nur bei uns zu sein und für jedes Abenteuer zu haben ist. So können wir ihn auch überall mit hinnehmen, sei es in der Natur, als auch genauso zu Sightseeing – Touren in Städte, was aufgrund seines Aussehens dann auch gerne mal für Gespräche, die Bitte nach Selfies oder einfach nur für erstaunte Blicke sorgt. 

Da er einfach überall dabei ist, benötigt er keine großen Auslaufrunden über Tag. Wir gehen morgens nach dem Frühstück und abends nach dem Abendessen eine kleinere Runde mit ihm, damit er sein Geschäft erledigen kann, dadurch dass wir meist den ganzen Tag auf den Beinen sind, schläft er dann die restliche Zeit gemütlich am Auto und ist vollkommen ausgelastet. 

Hund liegt brav vor dem Dachzelt Mobil
Anam freut sich immer, wenn er bei seinem Rudel sein kann. | Bild: Natalie Ewen

Das perfekte Setup zum Dachzelten mit Kindern

In Bezug auf das Setup ist guter Rat manchmal teuer. Wie ihr für euch das richtige Setup findet, auf was ihr achten solltet und warum das Ausprobieren so wichtig ist, lernt ihr im nächsten Abschnitt. 

Die Wahl des richtigen Setups 

Dachzelt Setup mit Mama und zwei Kindern, die aus dem Dachzelt rausschauen
Die drei Mädels aus dem Dachzelt. | Bild: Natalie Ewen

Für uns ist mittlerweile wichtig, abends unser Lager schnell aufbauen zu können und morgens auch wieder schnell abfahrbereit zu sein. Deshalb reisen wir inzwischen mit einer Kombination aus großem Hartschalenzelt und einer 270° Markise. Somit haben wir sogar einen trockenen Platz, an dem wir uns im Stand aufhalten können, sind aber trotzdem schnell im Abbau.

Wir lieben dieses größte Maß an Flexibilität und können uns nichts anderes mehr vorstellen.

Eine Klappdachzeltvariante inklusive Vorzelt ist natürlich für Familien von Vorteil, insbesondere wenn sich das Leben/das Reisen für eine längere Zeit an einem Ort abspielen soll.

Generell würde ich mit Kindern eher mehr als weniger Platz empfehlen. 1,40 kann mit Kleinkind schon sehr kuschelig werden. Für zwei Kinder würde ich in jedem Fall eine Variante in 1,80m nehmen. 

Welche Variante individuell für euch genau die Richtige ist, kommt auf eure persönlichen, ganz individuellen Bedürfnisse und die Einsatzgebiete an. Möchtet ihr auf Campingplätzen stehen, nur gelegentlich Weiterreisen oder Ausflüge machen, dann habt ihr in einem Klappzelt mit Vorzelt natürlich wahnsinnig viel Platz und seid für jedes Wetter bestens gewappnet.

Solltet ihr hier Hilfe benötigen, den Wald im Dachzelt – Dschungel nicht mehr sehen, dann ist vielleicht unsere Dachzelt-Beratung genau das Richtige, um euer eigenes Traumzelt zu finden. 

Zwei Mädchen stehen auf einem Stein und springen hoch
So sieht doch wahre Freude aus! | Bild: Natalie Ewen

Tägliches Weiterreisen

Auf das Dachzelt sind wir gekommen, da meine Tochter Lilly unbedingt den Vesuv sehen wollte. Für mich war klar, dass wir dann eine Italien – Rundreise starten werden. Also haben wir nach Alternativen zu unserem riesigen Bodenzelt gesucht. Es sollte genug Platz bieten und trotzdem schnell auf- und abzubauen sein. Es sollte zu jedem Wetter passen und unseren derzeitigen Bedürfnissen entsprechen.

Dieses Dachzelt haben wir in einem Hybriddachzelt gefunden. Für die erste große Reise nach Italien und die zwei folgenden Jahre, war es ein treuer und perfekter Begleiter.

Nun benötigen wir nicht mehr unbedingt ein Vorzelt und Bedürfnisse ändern sich über die Zeit, deshalb haben wir uns nun für eine große Hartschale entschieden, damit wir abends noch schneller aufbauen können. So haben wir tagsüber genug Zeit unsere Urlaubsziele zu erkunden. Wir lieben es einfach den ganzen Tag unterwegs zu sein. Wenn man oft den Standort wechselt und nur vereinzelt mal an einem Ort bleibt, ist eine Hartschalenvariante eine gute Lösung. 

Urlaub auf dem Campingplatz

Wir lieben es an tollen Orten zu stehen und diese zu erkunden, abends einfach irgendwo anzukommen und müde ins Dachzelt zu krabbeln. Das kann auch mal ein Campingplatz sein. Duschen, feste Toiletten, Wäsche waschen, im Pool spielen – all das sollte zwischendurch nicht zu kurz kommen.

Wir persönlich steuern in diesem Fall eher kleine Plätze oder Agrarbetriebe an, die oftmals auf ihrem eigenen Land Stellplätze und kleine Erholungsoasen anbieten (vor allem in den südlichen Ländern). Für andere sind große Campingplätze mit Entertainment der Renner. Wohin man sich hingezogen fühlt, ist eine ganz individuelle Sache, es gibt kein richtig oder falsch, schaut einfach was euch gefällt und probiert es aus. 

Ich würde auch hier einen gemeinsamen Weg suchen, vielleicht haben die Kinder grossartige Ideen, wie sie den Urlaub verbringen möchten oder Anregungen über die man gemeinsam nachdenken kann.

Es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. | Bild: Natalie Ewen

Was tun bei schlechtem Wetter?

Bei Dauerregen ist es natürlich schön, wenn man schnell zusammenpacken und einfach weiterfahren kann – immer der Sonne entgegen.

Sollte man dies einmal nicht machen können oder wollen, ist es von Vorteil, wenn man die Möglichkeit hat trocken zu sitzen, zu kochen oder etwas zu spielen. Hier ist natürlich eine Markise, ein Vorzelt oder ein Tarp ideal.

Ist dies alles nicht vorhanden, kann es auch furchtbar gemütlich sein, sich zusammen ins Dachzelt zu kuscheln, dem Regen zu lauschen, gemeinsam ein Spiel zu spielen, einen Film zu schauen. Oder wie wäre es mit einem spontanen Schwimmbadbesuch? Das letzte Mal ist doch eigentlich schon viel zu lange her, oder? 

Wir finden, dass es nichts gibt, was man im Regen nicht auch machen kann. Wie wäre es gerade dann rauszugehen oder durch den Wasserfall zu laufen, wenn man doch eh schon nass wird? Im Regen die Landschaft erkunden oder gerade die Orte an denen sonst sehr viel los ist, hier wird man jetzt sicherlich ganz wenige Leute antreffen. 

Alternativ könnt ihr natürlich auch in eine Kletter – oder Boulderhalle ausweichen, in ein Museum oder einen Indoorspielplatz, einen Einkaufsbummel starten oder vielleicht mal eine Kirche anschauen. Vielleicht gönnt ihr Euch auch mal ein Essen in einem schönen Restaurant. 

Erwachsene und Kinder sitzen an einem Tisch im Winter zum Frühstück
Die beiden sind bei jedem DACHZELT EVENT mittendrin statt nur dabei. | Bild: Dennis Brandt

Was tun in kalten Nächten? 

Hier gibt es einige Möglichkeiten von der Standheizung bis zur Wärmflasche findet hier alles seinen Platz. Und ja, auch die kalten Nächte sind gemeinsam mit Kindern eine Erfahrung, die ich absolut nicht missen möchte und zumindest meine Kinder scheuen das Dachzelten im Winter nicht und es gäbe für sie keinen erdenklichen Grund damit beispielsweise im Oktober aufzuhören.

Schlafsäcke/Decken

In wirklich kalten Nächten schlafen wir in einem Schlafsack und darauf legen wir unsere normale Bettwäsche mit der wir auch zu Hause in unseren Betten schlafen. Außerdem hat generell jeder von uns seine eigene Wolldecke im Zelt, die immer drin bleibt und uns das ganze Jahr begleitet. 

Kind sitzt in Kuscheldecke eingeholt im Auto
Dick eingepackt kann man bei jedem Wetter unterwegs sein. | Bild: Natalie Ewen

Kleidung 

Wichtig ist für uns persönlich, dass wir auch wärmende Kleidung am Körper haben, andere schlafen ja lieber in weniger Kleidung. Wir schlafen in einem dickeren Schlafanzug, am liebsten Overall, damit in der Nierengegend durch das Hochrutschen des Oberteiles keine Stelle entsteht, die Kälte eindringen lassen könnte. 

Wärmflaschen

Wärmflaschen funktionieren bei uns auch in Nächten deutlich unter -10 °C. Wir handhaben es so, dass wir eine Wärmflasche jeweils in Körpermitte legen und eine Wärmflasche jeweils direkt unten in den Fussraum des Schlafsackes.

Das sind dann bei uns sechs Wärmflaschen, die vorbereitet werden müssen, also sollte man früh anfangen, damit auch die Wärme die Möglichkeit hat, sich schon im Schlafsack zu entfalten und man so bereits in einen kuschelig warmen Schlafsack einsteigt. 

Wichtig ist, dass man immer gut kontrolliert, dass die Verschlüsse wirklich dicht sind, denn hier besteht nicht nur die Gefahr das ganze Equipment unter Wasser zu setzen, sondern auch, sich an auslaufendem Wasser zu verbrühen.

Der “worst case” ist natürlich bei Minustemperaturen Nässe im Schlafbereich zu haben, da man diesen so nicht einfach wieder trocknen kann und sich hier auch gesundheitliche Risiken einschleichen.

Standheizung

Im Fall von Nässe im Zelt hilft auf die Schnelle nur noch die Standheizung. Hierzu müssen die Temperaturen noch nicht einmal unter Null fallen, sondern das kann ebenso auch in milderen Jahreszeiten unerlässlich sein, wenn der Urlaub oder die Reise nicht auf der Kippe stehen soll.

Denn auch eine Woche mit Dauerregen lässt irgendwann die Luftfeuchtigkeit so hoch werden, dass auch in einem absolut dichten Zelt die Schlafsachen oder Kleidung klamm wird.

Dies wirkt sich entscheidend auf das Wohlbefinden aus, denn so wird man nicht mehr richtig warm und trocken. Aus diesem Grund haben wir nun auch eine Standheizungskiste im Gepäck. Wie man so eine Dachzelt-Heizung selbst bauen kann, erfahrt ihr hier.

Mehr zum Thema Wintercamping gibt es hier:

Meine Tipps und Tricks

In den folgenden Abschnitten geht es um ganz spezifische Tricks zum Ordnung halten, nützliche Utensilien und allem weiteren, was einem das Leben unterwegs, ganz einfach mit sehr wenig Aufwand, ein ganzes Stück erleichtert.

Ordnung für die persönlichen Schätze: die Schatzkiste

Meine Kinder hatten bis vor kurzem Holzschatzkisten im Fussraum, die wir selbst schön gestaltet haben. Ob es Holz ist spielt dabei nicht so eine große Rolle, wichtiger ist, dass sie wirklich stabil sind, so dass auch problemlos die Füße darauf abgestellt werden können, ohne dass die Kiste dadurch Schaden nimmt.

Außerdem ist es wichtig dass die ganzen Spielsachen und Schätze selbdst immer wohlbehütet und richtig untergebracht werden können, auch wenn ein Kind mal einschläft oder die Position wechselt und so ausversehen, die Beine auf die Kiste stellt. Deshalb würde ich eine stabile Kiste empfehlen. So herrscht im Fahrzeugraum Ordnung und jedes Kind hat seine eigenen Sachen immer greifbar.

Lilly auf dem ersten Dachzeltnomadentreffen der Welt. | Bild: Lars Wendt

Netze im Personenraum

Auch im Personenraum lässt sich durch den Einsatz von verschiedenen Netzen ein enormer Stauraum, jedoch auch ein großes Maß an Ordnung hinzugewinnen. So gibt es größere Netze, die beispielsweise an den Türen oder Fenstern oder aber auch die, die zwischen den Sitzen angebracht werden können.

Sogar auch am Dachhimmel kann man praktische Netze befestigen. Hier ist deiner Kreativität keine Grenze gesetzt und ihr könnt genau das zusammenstellen, was zu euch und euren Bedürfnissen passt. 

Netze im Zelt

Diese haben sich besonders bewährt, besonders um beispielsweise Handy , einen Schlüssel, ein Tablet oder ähnliches unterzubringen. Jedoch auch die grösseren Netze, die sich beispielsweise in vielen Hartschalenzelten als Standard befinden, eignen sich prima, um dort bereits die Kleidung für den nächsten Tag unterzubringen. Vorsicht aber: auch diese Netze sollten nicht zu schwer belastet werden, da sie ausreißen können.

Netze sind immer praktisch: schnell & einfach ist alles was rumfliegt aus dem Weg. | Bild: Natalie Ewen

Die extra Portion Kleidung

Es ist wichtig, verschiedene Kleidungsstücke für die verschiedenen Wetterlagen einzupacken. Auch nehmen wir grundsätzlich für zwei Tage Unterwäsche und Strümpfe mehr mit, als wir an Anzahl der Tage unterwegs sind, heißt: wir verreisen 10 Tage, packen jedoch für 12 Tage.

Was die Oberbekleidung angeht, nehmen wir grundsätzlich eine zusätzliche Garnitur mit. Unerlässlich sind Regenjacken und Gummistiefel, genau so wie auch eine wärmere Jacke, da es in unseren Gefilden auch im Sommer mal schnell kalt werden kann und ein herunter gekühlter Körper benötigt einfach auch im Zelt mehr Zeit um sich wieder aufzuwärmen, vor allen Dingen ohne Heizung. 

Verschiedene Farben

Schon als Kinder gab es für jeden beim Campen eine eigene Farbe bei den Handtüchern. So hatte jeder sein Kontingent, es kam zu keinen Verwechslungen und keinen Streit. Dies habe ich nach kurzer Zeit auch beim Dachzelten eingeführt. Jeder hat seine eigene Farbe bei den Hand -, Bade – oder Strandtüchern, als auch bei den Wolldecken, die z.B. immer im Dachzelt bleiben. Bei den Zahnbürsten, den Stirnlampen und so weiter und so fort.

Zuvor gab es immer wieder Zickereien zwischen den Kindern. Jetzt gibt es keine Möglichkeit mehr unbeabsichtigt etwas zu verwechseln und dieses Streitthema ist schon im Vorfeld aus der Welt geschafft. 

Ordnung ist die halbe Miete

Wichtig ist sein eigenes, schlüssiges System zu finden, das gut erklärbar und nachvollziehbar auch für die Kinder ist und ab einem bestimmten Alter, auch von ihnen selbst genutzt werden kann.

Bild von Kisten Ausbau im Kofferraum
Ordnung ist die halbe Miete beim Dachzelten mit Kids. | Bild: Natalie Ewen

Weiss ein Kind beispielsweise, wo seine Schmutzwäsche hinkommt, muss es diese nicht irgendwo liegen lassen. Wenn es weiß, wo das Spiel hingehört, kann es dieses eigenständig ein- und ausräumen.

Hat alles den eigenen, festen Platz, muss man nicht lange suchen. Achtet man darauf, dass jeder die Sachen nach Benutzung wieder auf den richtigen Platz zurücklegt, bleibt mehr Zeit für andere Dinge und man ist weniger mit aufräumen oder hinterherräumen beschäftigt.

Wenn du Ideen suchst, wie du dein Fahrzeug für eure Bedürfnisse am Besten ausbauen kannst, dann schau doch hier einmal vorbei:

Während der Fahrt

Als meine Kinder kleiner waren, haben wir die ganzen Fahrten hindurch gesungen (das machen wir übrigens heute noch gerne). Außerdem konnten sie malen und Bücher anschauen. Wir haben verschiedene Spiele gespielt, z.B. “Ich sehe was, was Du nicht siehst” oder uns Geschichten angehört. Irgendwann bekamen wir einen kleinen portablen DVD Player geschenkt, auf diesem durften sie dann während der Fahrt mal einen Film schauen.

Ihre Sachen hatten sie alle in Organizern und Kuscheltiere etc. in einer Art Schatztruhe vor sich im Fussraum. Dazu haben beide (auch heute noch) ein kleines Kissen und eine Kuscheldecke. 

Seit etwa 2,5 Jahren hat nun jedes Kind sein eigenes Lerntablet mit dem es lesen, Aufgaben erledigen, Spiele spielen oder Filme anschauen kann. Beide haben einen Kopfhörer, so dass sie eigenständig entscheiden können, was sie machen möchten, ohne sich gegenseitig oder mich während der Fahrt zu stören. Die Inhalte und Benutzungsdauer kann ich individuell festlegen. Befestigen können sie diese beide entweder an einer Halterung an der Kopfstütze oder seit ein Kind vorne sitzen kann, an der Sonnenblende. 

Seit 2018 schreiben beide meiner Töchter während der Fahrt ein Reisetagebuch, in das sie ihre Erlebnisse des Vortages verewigen. So haben sie nach der Reise noch eine schöne Erinnerung, auch noch Jahre später, als auch eine weitere Beschäftigung während der Fahrt (und als kleines Plus am Rande schulen sie auch noch ihre Rechtschreibung, Phantasie und sich schriftlich ausdrücken zu können).

Kind und Hund schlafen auf der Rückbank.
Gute Nacht Leonie & Anam. | Bild Natalie Ewen

Beaufsichtigung der Kinder beim Auf- und Abbau

Die ersten Male waren hier gar nicht so einfach. Auf- bzw. Abbauen des Dachzeltes, was ja schließlich schon immer ein wenig mit Stress verbunden ist. Gleichzeitig die Herausforderung, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, die natürlich sehr schnell die Gegend erkunden möchten – vor allem nach einer vielleicht längeren Autofahrt.

Aus diesem Grund habe ich schon recht früh angefangen, meine Töchter in den Auf – und Abbau ganz entsprechend ihrer Möglichkeiten einzubeziehen. Ich verteile Aufgaben, von “bitte halte hier mal diese Aufstellstange fest”, über “baue du doch schon mal den Klapptisch auf” ist hier alles dabei.

Natürlich wachsen die Aufgaben, auch mit dem Alter des Kindes. Wichtig hierbei ist allein, dass sich das Kind mit einbezogen fühlt und die eigene Verantwortung für eine Aufgabe erhält. Dabei solltet ihr die Kids nicht überfordern. Wenn ihr Aufgaben an die Kids verteilt, gibt euch das gleichzeitig die Luft, um den restlichen Dachzelt Auf- bzw. Abbau in Ruhe fertig zu bekommen.

Einige werden jetzt sagen, ja, deine Kinder sind ja älter und können auch schon helfen. Das stimmt, das waren sie jedoch nicht immer. Außerdem sollte man niemals unterschätzen, wie gerne auch kleine Kinder, ihre Eltern unterstützen möchten.

Die verteilte Aufgabe muss in diesem Fall auch nicht grundsätzlich bzw. augenscheinlich Sinn machen – hier wäre z.B. eine Taschenlampe (auch bei Tageslicht) vorstellbar. Das Kind wird gebeten, einen bestimmten Bereich in der Nähe des Erwachsenen auszuleuchten, ist damit schon einbezogen bzw. beschäftigt und wird in seinen Möglichkeiten versuchen, diese wichtige Aufgabe richtig zu erfüllen.

Zusammen spielen macht am meisten Spaß! | Bild: Amelie Sand

Reiseapotheke

Für mich nicht mehr wegzudenken ist die DHU Taschenapotheke, die in kleinem kompaktem Maß, die homöopathische Notfallversorgung für uns und auch für unseren Hund bietet. Damit können wir die gängigsten zu behandelnden Bereiche unterwegs abdecken. 

Als Desinfektion, zur Wundgeneration, aber auch für einfache Dinge, wie beispielsweise Sonnenbrand, nutzen wir ausschließlich eine Intensivsalbe aus Zunderschwamm, der schon seit dem Mittelalter dafür bekannt ist, blutungsstillend und entzündungshemmend zu wirken. Hier ist das Packmaß und auch das große Einsatzgebiet für uns einfach unschlagbar. 

Wichtig finde ich auch etwas gegen Zecken und auch gegen Stechmücken dabei zu haben. Wir greifen hier gerne auf ein selbst hergestelltes Produkt aus ätherischen Ölen zurück (was bei mir auf Wunsch bestellt werden kann) und den Körper, deshalb nicht belastet, da es rein natürlich ist. Es gibt dazu jedoch auch zahlreiche Alternativen auf dem Markt.

Ansonsten findet man in unserem Gepäck noch Pflaster, eine Zeckenzange für den Notfall und eine selbstklebende Bandage, falls einer von uns beispielsweise mal umknickt und die betroffene Stelle gestützt werden muss.

Packliste

Hinzukommend zu der normalen Dachzelt-Packliste müssen für mich ein paar Sachen auf jeden Fall mit an Bord sein.

Ganz vorne die feuchten Waschlappen, individuell einsetzbar für jedes kleine Malheur oder halt eben als Toilettenpapier bzw. Waschlappen für die kleine Wäsche zwischendurch.

Wichtig ist für meine Kinder weiterhin ein kleines Kissen und eine dünne Decke während der Fahrt, die warm hält und kuschelig ist.

Außerdem dürfen ihr Kindertablet mitnehmen, auf das wir vorher Lerninhalte, als auch unterhaltende Inhalte speichern, sodass hier nichts zu kurz kommt.

Wichtig sind für uns außerdem ein paar kleinere Gesellschaftsspiele/Kartenspiele, so dass abends nicht jeder auf sein elektronisches Gerät schaut, sondern wir auch hier gemeinsame und lustige Momente verbringen. 

Badesachen dürfen übrigens in keinem Dachzelt Urlaub mit Kindern fehlen. | Bild: Natalie Ewen

Die Feuerschale

Was wir gerne dabei haben, obwohl wir es nicht unbedingt brauchen, ist eine Feuerschale.

Gemeinsames Sitzen am Feuer finden wir alle toll. Einerseits wärmt es natürlich auch in lauen Sommernächten schön, außerdem können wir daran auch unsere geliebten Marshmallows grillen oder einfach nur in die Flammen schauen. Auch die Kids lieben das und kommen dabei gut zur Ruhe.

Mittlerweile gibt es tolle zusammenfaltbare Schalen, die auch bei wenig Platz noch transportiert werden können und man so unabhängig überall dieses wohlige Gefühl von Feuer genießen kann. 

Reisen in den Ferien und wohin?

Kinder sitzen auf Mauer mit Blick auf eine Burg und ein See
Im Dachzelt Urlaub gibt es immer etwas zu entdecken. | Bild: Natalie Ewen

Wir versuchen zum größten Teil azyklisch zu den typischen Reisezielen zu reisen. Heißt z.B. im Herbst nach Schottland oder Italien, wo man weniger Menschen begegnet. Klar verbringen wir auch unseren Sommerurlaub unterwegs, versuchen hier jedoch eher gegen einen Trend zu gehen.

In die Wahl des Reisezieles beziehe ich auch immer die Kinder mit ein und frage, was sie denn gerne machen würden. Meistens kommen wir immer recht schnell auf einen Nenner. 

Wir reisen natürlich auch in Urlaubshochburgen während der Ferienzeit, wie zum Beisßiel Italien. Auch hier besuchen wir touristische Spots mitten im August, beispielsweise Florenz. Wir entscheiden spontan, ob wir auf die vielen Menschen Lust haben und damit kommen wir gut zurecht. Meist gehen wir erst nachmittags in die Städte, da sind irgendwie weniger Menschen dort, zumindest hatten wir mit dieser Taktik bisher immer recht viel Glück. 

Sprachlich besteht für uns in den meisten Ländern kein Problem, weil ich vier Sprachen fließend spreche. Auch die Kinder sind sprachlich sehr interessiert und haben bereits seit der 1. Klasse Französisch, als auch Englisch.

Natürlich können sie sich noch nicht ohne Hilfe verständigen, wir handhaben es so, dass ich ihnen die Sätze vorsage, wenn sie dies benötigen und sie dann damit beispielsweise selbst bestellen (in Restaurants, Geschäften, etc.). Mittlerweile muss man sagen, dass sie sich relativ gut in Englisch selbst verständigen können und zumindest fast alles verstehen (Sie üben auch ganz fleissig mit meiner irischen Mutter).

Was jedoch auf der ganzen Welt gleich ist, ist die Art und Weise wie Kinder miteinander spielen und so war es bisher nie ein Problem in der Kommunikation, notfalls wird mit Händen und Füßen gesprochen, dabei viel gelacht und viel gelernt. Das ist doch die schönste Art in Kulturen einzutauchen und näher zusammen zu rücken. 

Was sagen die Kinder dazu? 

Porträt von Lilly als Kind
Lilly-Marie ganz in ihrem Element auf einem DACHZELT EVENT. | Bild: Dennis Brandt

Lilly- Marie:

Wir verbringen sehr viel Zeit in der Familie zusammen, viel mehr als zu Hause. Das Wasser, das bei Regen auf das Zelt plätschert wiegt mich in den Schlaf. Ich liebe es draußen zu grillen und kreativ zu sein. 

Bei Gewitter schlafen wir einfach im Auto und können es so ganz nahe beobachten. 

Wenn man etwas zum Ablenken bei schlechtem Wetter dabei hat, verfliegt meistens die Zeit wie im Flug. Bei gutem Wetter verbringen wir die ganze Zeit draussen und spielen z.B. gerne im Wald oder im Wasser.

Wir sehen tolle Sachen. Ich liebe das Dachzelten und möchte nicht damit aufhören. 

Die Dachzeltnomaden sind wie eine große Familie für mich und man hat nie Angst davor allein zu sein. Alle sind füreinander da.

Ich freue mich in jeden Ferien und an jedem freien Wochenende darauf wieder mit dem Dachzelt unterwegs sein zu können. 

Portrait von Leonie als Kind
Leonie in Urlaubsstimmung. | Bild: Frank Hinz

Leonie

Ich finde es toll! Einfach das Dachzelt hochgekurbelt und schon können wir an schönen Orten schlafen. 

Es ist sehr gut, dass wir einfach jederzeit zusammen losfahren können und an schönen Orten abschalten.

Im Dachzeltnomaden-Shop gibt es viele verschiedene coole Sachen, die ich alle toll finde und gerne benutze.

Ich denke mir sehr gerne neue Sachen für das Kinderprogramm bei Camps und Meet-ups aus und liebe es diese Ideen dann auch anzubieten. Ich bin sehr gerne Teil des Teams. 

Mein Fazit zum Dachzelten mit Kindern

Ich habe festgestellt, dass uns das gemeinsame Reisen und der relativ begrenzte Raum auf dem wir uns befinden, die gemeinsamen Erlebnisse, das gemeinsame Schlafen in einem Bett, das gemeinsame kochen und essen, viel mehr zusammenrücken lässt. Unsere Beziehung ist viel vertrauensvoller geworden, auch sprechen wir mehr und intensiver miteinander. Wir haben uns nochmal auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt. 

Meine Töchter übernehmen während der Reise kleine Verantwortlichkeiten, wodurch sie sich wiederum in vielen ihrer Facetten weiterentwickeln können, was ich so in einer anderen Form des Reisens nicht erlebt habe. 

Außerdem finde ich es toll, wie meine Kinder sich gerne in die soziale Gemeinschaft der Dachzeltnomaden einfügen. Sie lieben es zu helfen und Teil des Teams zu sein, was sie in ihrer Persönlichkeit wachsen lässt und ihnen den größtmöglichen Raum bietet sich zu entfalten.

Beide Kinder können durch das Reisen und die Verbundenheit mit der Natur ganz andere Erlebnisse und Entdeckungen machen, als das in diesem Umfang bei einer anderen Reiseform möglich wäre. 

Du bist eher mit Kleinkindern & Baby unterwegs? Dann ist das der richtige Artikel für dich:

Natalie Ewen

About Natalie Ewen

Natalie arbeitet als Erlebnispädagogin in der Jugendhilfe und ist eine Dachzeltnomadin der ersten Stunde. Seit September 2017 verbringt sie jede freie Minute gemeinsam mit ihren beiden Töchtern und ihrem Tamaskan im Dachzelt. Hierbei stehen das Bereisen verschiedener Länder über mehrere Wochen, sowie Wochenendtrips innerhalb Deutschlands als auch der angrenzenden Länder auf dem Plan. Regelmäßig macht sie mit dem Dachzelt das Disneyland Paris unsicher. Ihr großes Ziel ist es möglichst viele Abenteuer als alleinreisende Mama mit ihren Kindern zu erleben.
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