Dachzelt mit Hund

Du möchtest dir ein Dachzelt zulegen und hast aber einen Hund, der mit ins Dachzeltabenteuer soll? Du fragst dich, wie das Dachzelten mit Hund funktioniert und wie du möglichst entspann und gut vorbereitet mit Hund und Dachzelt verreisen kannst? Schläft mein Hund im Dachzelt? Wenn ja, wie kommt er da hinein? Wo schläft er sonst? Wo bringe ich ihn während der Fahrt unter? Was ist bei Reisen ins Ausland zu beachten und welches sinnvolles Zubehör gibt es für einen gelungenen Dachzelturlaub mit Hund? Antworten auf all dieses Fragen bekommst du in diesem Artikel!  Was du von diesem Artikel erwarten kannst Hi, ich bin Julia. Gemeinsam mit meinem Freund Markus bin ich seit 2016 Hundebesitzer eines Magyar Vizsla namens Loki und seit 2019 auch von Nash, unserem zweiten Vizsla. Wir sind beide seit 4 Jahren ehrenamtlich in einer Rettungshundestaffel tätig und nun seit 3 Jahren schon mit Hund und Dachzelt unterwegs. Mein Wissen rund um den Hund habe ich mir zusätzlich bei meiner früheren Aushilfstätigkeit in einer Hundepension und der Teilnahme an Vorlesungen einer Tierakademie angeeignet. Neben einigen Kurztrips und DACHZELT EVENTS, die wir mit unseren beiden Hunden und Dachzelt schon unternommen haben, hat es uns schon mehrfach auf Roadtrips in nordische Länder gezogen. Ehrlich gesagt habe ich mir anfangs gar keine Gedanken gemacht, wie ich das mit Hund im Dachzelt bewerkstellige oder was ich genau für den Hund mitnehmen muss. Wir haben alles aus dem Bauch entschieden.  Umso interessanter war es für mich, diesen Artikel zu schreiben und mich noch einmal richtig intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich habe versucht, mich in die Situation meiner ersten Dachzeltreisen mit Hund zu versetzen und dir so die wichtigsten Tipps und Tricks mit zu geben. Doch genug über mich, kommen wir zum eigentlichen Thema. Bevor ich auf das Dachzelten mit Hund eingehe, gibt es zunächst noch ein paar Fakten über Reisen mit Hund: Wohin darf der Hund nicht mit und wie wird der Hund am besten transportiert? Und nun viel Spaß beim Lesen! Und wenn du keine Lust zu lesen hast, dann kannst du dir hier das DZN Live zum Thema anschauen: Mit meinem Hund in den Urlaub – geht das? Als erstes klären wir einmal, ob der Hund überhaupt mit in den Urlaub kommen soll. Die meisten werden jetzt sagen, na klar der ist Familie und überall dabei. Aber manchmal gibt es eben Urlaubsziele, die man mit Hund nur schwer oder gar nicht bereisen kann. Deshalb ist diese Frage gar nicht mal so unerheblich und sollte ganz am Anfang der Urlaubsplanung gestellt werden.  Verbot der Einreise in bestimmte EU Länder Es geht schon in Europa los, denn in manchen Ländern ist die Einreise für sogenannte Listenhunde verboten. Hat man dann ausgerechnet eine verbotene Rasse zu Hause (meist reicht schon die Mischung mit einer verbotenen Rasse) kann man den lang ersehnten Wunsch dieses eine Ziel zu bereisen schon vergessen.  Übersichtstabelle Einreise in EU Länder Land Einreise und Durchreiseverbot für Einfuhr erlaubt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen Frankreich Pitbull (Stafforshire Terrier, American Staffordshire Terrier), Boerbull (Mastiff), Tosa und Rottweiler Hunde der Rassen (und nicht Typ) Dobermann, deutsche Dogge und Staffordshire Bull Terrier. Empfohlen wird aber das Tragen eines Maulkorbes und dass die Hunde von einer volljährigen Person an der Leine geführt werden. Kroatien Pit Bull Terrier, Staffordshire Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bull Terrier and Miniature Bull Terrier dürfen nur mit FCI-Papieren einreisen. Maulkorb und Leine sind mitzuführen. Niederlande Das Verbot der Einfuhr von Hunden des Typs Pitbull-Terrier in die Niederlande ist seit dem 1. Januar 2009 wieder aufgehoben worden. Es gibt heute somit keinerlei Einschränkungen was die Einfuhr bestimmter Hunderassen betrifft. Schweiz Die Einfuhr von Hunden mit kupierten Ohren und Ruten ist verboten. Ausnahme: Hunde von im Ausland wohnhaften Haltern, die für Ferien oder andere Kurzaufenthalte in die Schweiz kommen oder in die Schweiz umziehen Spanien Pit-Bullterrier, Staffordshire-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Rottweiler, Dogo Argentino, Fila Brasiliero, Tosa-Inú und Akita-Inú. Welchen Beschränkungen diese Rassen unterliegen wird von Region zu Region unterschiedlich geregelt.Das geht von Maulkorbpflicht bis zu einem Einreiseverbot in die Region. Da sich diese Regeln auch kurzfristig ändern können, solltest Du das für alle Regionen, durch die Du reist, die Informationen dazu bei der Spanischen Botschaft oder den regionalen Touristeninformationen einholen. Dänemark Die Haltung, Zucht und Einfuhr von folgenden 13 Hunderassen ist in Dänemark verboten: Pitbull-Terrier, Tosa Inu, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Amerikanische Bulldogge, Boerboel, Kangal, Zentralasiatischer Ovtcharka, Kaukasischer Ovtcharka, Südrussischer Ovtcharka, Tornjak, Sarplaninac. Das Verbot gilt auch für Kreuzungen der betreffenden Hunderassen. Sollte Dein Hund mit einer der Rassen Ähnlichkeit haben, raten wir von der Einreise ab. Bzw. führe unbedingt eine Bestätigung mit Dir, dass Dein Hund nicht einer der Rassen angehört Es gilt folgende Übergangsregelung für Personen, die Hunde der betreffenden Rassen vor dem 17. März 2010 angeschafft haben: Die Hunde können nach Dänemark mitgebracht werden, aber müssen auf Straßen, Wegen, Fußwegen und Plätzen an einer maximal 2 m langen Leine geführt werden. Der Hund muss auch einen sicher verschlossenen Maulkorb tragen. Es müssen Dokumente, die den Zeitpunkt der Anschaffung bestätigen, mitgeführt werden. Diese Übergangsordnung gilt jedoch nicht für Pitbull-Terrier und Tosa Inu, da diese Rassen bereits vor Inkrafttreten der neuen Regeln verboten waren. Großbritannien Pitbull Terrier, Japanese Tosa, Dogo Argentino und Fila Brasileiro. Norwegen Pit Bull Terrier, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Tosa, Dogo Argentino, Tschechoslowakischer Wolfhund sowie Mischlinge dieser Rassen und Mischlinge zwischen Hund und Wolf. Ungarn Aufgrund des Gesetzes Nr. XXVIII. §24/A gibt es in Ungarn keine „gefährlichen Hunderassen”. Bei der Beurteilung der Gefährlichkeit ist das individuelle Verhalten des Tieres Standard und nicht die Rasse (wie es sein sollte!) Grundsätzlich können daher alle Hunderassen nach Ungarn eingeführt werden. Zypern American Pitbull-Terrier oder Pitbull-Terrier, Japanese Tosa oder Tosa Inu, Dogo Argentino oder Argentinian Mastiff und Fila Brasileiro oder Brazilian Mastiff. Quelle: hunde-urlaub.net Möchte man dann eine Reise nach Übersee machen, so kommt üblicherweise nur der Flieger in Frage. Die meisten Urlaube eigenen sich alleine wegen der Reisedauer schon nicht per Schiff, außerdem sind da Hunde häufig nicht erlaubt. Jedoch gibt es inzwischen einige Kurzkreuzfahrten und sogar eine Transatlantik Kreuzfahrt, die extra für Vierbeiner ausgelegt sind!  Beim Flugzeug muss man sich die Frage stellen, ob man den Hund einen 9-24 Stunden Flug im Gepäckraum wirklich zumuten will. Klar er sitzt in der Box und es hat es dort entgegen der allgemeinen Meinung warm und ist normalem Druck ausgesetzt. Aber möchtest du deinen Hund für die Dauer des Fluges wirklich in seinen eigenen Exkrementen liegen lassen? Oder sogar in Kauf nehmen, dass der Hund so lange anhält, bis er wieder aus der Box darf (da die meisten Hunde ihr Lager sauber halten, außer im äußersten Notfall)? Beruhigungsmittel sind nicht oder nur in bestimmten Ausmaß erlaubt, da der Hund während des Fluges nicht zugänglich ist und im schlimmsten Fall einen Kreislaufkollaps erleiden kann. Außerdem hat man eine längere Vorbereitungszeit auf eine Flugreise, um den Hund an die Box zu gewöhnen. Die Anschaffungskosten für die Box kommen dazu und je nach Fluggesellschaft nochmal bis zu 300 Euro zusätzlich für das Hundeflugticket. Die kleineren Rassen von bis zu 8kg haben es da schon leichter. Sie dürfen in der Passagierkabine bei ihren Besitzern in einer kleinen Tasche oder Transportbox verweilen. Aber mal ganz ehrlich, will ich es meinen Mitmenschen und mir antun, dass mein Hund sein Geschäft womöglich in der Kabine verrichtet und es dann stundenlang danach riecht? Oder die ganzen Tierhaarallergiker, die sich dann im kleinsten Raum mit Tierhaaren rum ärgern müssen? Im Allgemeinen sind natürlich immer die Vorgaben der jeweiligen Fluggesellschaft und die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes zu beachten. Es werden aber meist keine Kampfhunde oder stumpfnasige Rassen (also die mit kurzen Schnauzen) wie z.B. der Mops mitgenommen, da es in Stresssituationen bei diesen Rassen zu erhöhter Kurzatmigkeit kommen kann und das in einer Atemnot enden könnte. Blinden- und Assistenzhunde sind von den Bestimmungen natürlich ausgenommen und werden von den meisten Fluggesellschaften sogar kostenlos im Passagierraum mitgenommen. Wohin mit dem Wuff, wenn er nicht mit kann oder darf? Familie & Freunde Die kostengünstigste und vermutlich entspannteste Variante ist natürlich die Familie oder Freunde. Hier hat man keine Zusatzkosten, da die wenigsten Familienmitglieder oder Freunde Geld für das Hundesitting verlangen. (Davon gehe ich jetzt einfach mal aus). In dieser Variante wäre die einzige Problematik die ich sehe: Wollen bzw. können die Familienmitglieder oder die Freunde auf den Hund aufpassen und die Verantwortung übernehmen? Sind vielleicht Allergien oder andere Krankheiten vorhanden? Das alles muss im Vorfeld abgeklärt werden, dann steht einem entspannten Urlaubsaufenthalt für Mensch und Tier nichts im Wege. Und falls doch etwas passiert, hat jeder Hundebesitzer die Möglichkeit eine Tierhaftpflicht abzuschließen die im Notfall eintritt. Existiert keine Tierhaftpflicht, so ist der Schaden über die Privathaftpflicht der betreuenden Person zu regulieren. Hundepension Findest du keinen geeigneten Hundesitter in deinem privaten Umfeld, dann hast du die Option eine Hundepension zu buchen. Hier ist es aber wichtig zu wissen, dass diese in der Ferienzeit meist ausgebucht sind. Außerdem benötigen die Hundepensionen meistens 1-2 Probetage im Vorfeld mit den Hunden, um zu sehen ob der Hund auch verträglich ist bzw. in die Gruppe passt. Denn Einzelbetreuung gibt es bei den meisten Pensionen nicht. Also will auch der Pensionsaufenthalt geplant sein. Bei den meisten Hundepensionen läuft es so ab, dass man sein eigenes Futter für die Dauer des Aufenthalts mitbringt. Bei anderen Pensionen oder Hundehotels kann man das Futter dazubuchen. Das würde ich aber nur machen, wenn der Hund keinerlei Futterunverträglichkeiten hat und ihm schnelle Futterwechsel keine Probleme bereiten. Sonst hat man schnell Mehrkosten für die Reinigung des Zimmers und des Hundebetts – ihr versteht was ich meine. Es gibt sogar Pensionen in denen man für die Hunde ein Wellness oder Sportprogramm dazu buchen kann. Es ist natürlich wie bei so vielen Situationen im Leben eine Frage des Geldes, je luxuriöser ihr es für den Hund haben wollt, desto mehr Kosten musst du einplanen. Erfahrungsgemäß liegt aber ein ganz normaler Pensionsaufenthalt ohne Extras bei 30 Euro pro Tag für einen mittelgroßen Hund.  Tierheim Keine Angst! Ich empfehle euch jetzt nicht euren Vierbeiner im Tierheim abzugeben, wenn ihr in den Urlaub wollt! Viele Tierheime bieten aber eine Urlaubsbetreuung für Hunde, Katzen, Reptilien und sonstige Kleinttiere an. Schau einfach mal auf der Homepage deines örtlichen Tierheims nach, die Betreuung ist dort günstiger und wird von ausgebildeten Tierpflegern übernommen. Jetzt haben wir einen Überblick darüber, wie ich den Hund zuhause gut unterbringen kann, wenn ich ihn nicht mit in den Urlaub nehmen will oder kann. Kommen wir nun zu der mir persönlich viel lieberen Option (ja ich bin ein absoluter Hundenarr): Hundi kommt mit ins Dachzeltabenteuer! Hund während der Fahrt Jede Reise beginnt mit der Anfahrt und bei den meisten Dachzeltnomaden stellt sich dann die Frage, wohin mit dem Hund oder den Hunden? Denn das Dachzeltauto ist proppenvoll mit dem Ausbau wie Küchenkiste, Akkukiste und Schränken, den zusätzlichen Dingen wie Lebensmittel, Gepäck, Personen und alles was man für das Dachzelt braucht. Stopfe ich den Hund irgendwo dazwischen? Soll er einfach im Fußraum mit fahren? Ist im Kofferraum noch Platz? In diesem Abschnitt erkläre ich dir, welche Möglichkeiten du hast, deine Vierbeiner vernünftig zu transportieren und auch welche rechtlichen Grundlagen es dazu gibt. In der Gesetzgebung ist der Hund zwar keine Sache, wird jedoch als solche gehandelt.  “Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.” §90a BGB Tiere (Quelle: dejure.org) Während des Transports ist der Hund Ladung und muss nach §22 StVO als solche so gesichert werden, dass im Falle eines Unfalls der Hund nicht durch das Fahrzeug fliegen kann und nach §23 StVO während der Fahrt den Fahrer nicht ablenken kann. Ein ungesicherter Hund im Fahrerraum kann schnell zu einem gefährlichen Geschoss werden und nicht nur selbst bei einem Unfall verunglücken, sondern im schlimmsten Fall auch noch die Menschen im Fahrzeug tödlich verletzten. Hundebox Eine Hundebox ist sicherlich die kosten- und platz intensivste Variante des Hundetransports. Hat man mehrere Hunde, so benötigt man eine ausreichend große Box für alle oder mehrere Boxen, die im Fahrzeug untergebracht werden wollen. Für die … Dachzelt mit Hund weiterlesen