Das Dachzeltauto Aus-und Umbauten

Leben aus dem Kofferraum Wir Dachzeltnomaden sind freiheitsliebende Individualisten, die das Abenteuer suchen und dem Alltag entfliehen. Dein ganzes (Urlaubs)-Leben findet mehr um als in deinem Auto statt. Praktisch gesehen lebst du aus deinem Kofferraum heraus – wenn du nicht gerade im Dachzelt schläfst. Platz ist in der kleinsten Hütte! Die wenigsten Dachzeltmobile sind große Vans, Wohnmobile oder Kastenwagen. Viele Dachzeltnomaden nehmen ihre ganz normalen Alltags-PKWs und bauen diese zu Campingmobilen um.  Genau da liegt die Herausforderung: Wie baue ich mein Alltagsauto um? Muss ich Handwerker sein? Was gibt es für einfache Möglichkeiten? Was darf ich und was sollte ich besser lassen? Wie halte ich Ordnung und habe gleichzeitig immer alles Griff parat? Wir zeigen dir wie es geht: Vom ausgeklügelten Baukasten-Kistensystem, bis hin zum aufwändigen Fahrzeugausbau mit Auszügen und Schubfächern, in diesem Artikel erfährst du, alles über die verschiedenen Ausbauvarianten für Kofferraum und Co. Und wenn du keine Lust zu lesen hast, dann schau dir doch das DZN Live zum Thema Dachzeltauto Aus- & Umbauten an. Hier verschaffen dir Rebecca, Thilo und Stefan einen ersten Überblick über die einzelnen Möglichkeiten, wie dein Fahrzeug zum Dachzeltmobil wird: Keep it simple Im Wesentlichen beschränke ich mich in diesem Artikel auf drei verschiedene Ausbaustufen. Hier geht es nicht um Campervans, Kastenwagen und große Fahrzeuge. Das würde den Rahmen sprengen – Ich beschränke mich maximal auf die “Caddy-Klasse” Einfach: Ausbauten ohne Veränderungen am Fahrzeug Mobil: Ausbauten mit leichten Veränderungen am Fahrzeug Fest: Komplettausbauten für den dauerhaften Verbleib im Fahrzeug Am Ende kannst du entscheiden, welche Variante für dich am besten passt. Wenn du noch keinerlei Ideen hast, wie dein Ausbau später Aussehen soll, dann bist du hier ebenfalls genau richtig: Dutzende Dachzeltnomaden aus unserer Facebook-Gruppe gewähren dir einen Einblick in ihr Hinterstübchen…. also ihren Kofferraum. Die ganzen Fotos mit Erklärungen findest du im letzten Abschnitt dieses Artikels. Unsere große Community hat auch maßgeblich zum Inhalt dieses Artikels beigetragen – wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken möchte. Im Rahmen der Themenwoche haben wir eine Umfrage in unserer Facebook-Gruppe gemacht. Hier siehst du das Ergebnis. Insgesamt haben über 600 Gruppenmitglieder bei der Umfrage mitgemacht. Das Ergebnis zeigt ganz klar, dass die meisten von uns eine einfache Lösung bevorzugen. Kein Wunder, denn damit erhälst du die maximale Flexibilität und kannst deine Familienkutsche ohne Aufwand in einen Camper transformieren – Die Ikea-Tüte reicht 😉 und die Technik wird in Akkukiste und Co. verstaut. Die Minimalisten werden in der Umfrage dicht gefolgt von den “Mobilisten” – diese Fraktion hat leichte Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen, um den Ausbau bzw. das Gepäck und die Technik zu verstauen. Rahmenkonstruktionen aus Holz oder Alu tragen Kisten und Boxen. Auszüge befördern die Küchenkiste ins Freie, um dort bequem kochen zu können. Der ganze Ausbau ist aber – wie der Name schon sagt – mobil und ist jeder Zeit rückbaubar. Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, einen festen Ausbau zu haben. Dieser verbleibt dauerhaft im Auto. Die wenigsten haben also einen festen Ausbau. Warum ist das so? Ganz einfach: Die meisten Dachzeltnomaden nutzen Alltagsfahrzeuge. Ein fester Ausbau setzt prinzipiell ein größeres Fahrzeug voraus. Ganz hoch im Kurs stehen hier die sogenannten Hochdachkombis. Achtung: Du bist kein Schwertransport Alles, was du an Gewicht in deine Konstruktion steckst – oder baust – musst du von deinem maximalen Gepäckgewicht abziehen. Also, bevor es am Ende nur noch für Badehose und Flip-Flops reicht, sollte alles was du an Platten, Rahmen und Kisten in dein Fahrzeug einbaust möglichst leicht sein. Dein zulässiges Gesamtgewicht von deinem Fahrzeug solltest du immer im Blick haben.  Wo finde ich Gewichtsangaben zu meinem Fahrzeug? In der Zulassungsbescheinigung Teil eins – Fahrzeugschein – findest du unter G das Leergewicht deines Fahrzeugs. Unter F.1 findest du das zulässige Gesamtgewicht. Die Differenz aus F.1 und G ergibt dann deine maximale Zuladung.  Übrigens das Leergewicht ist in deutschen Fahrzeugscheinen immer mit vollem Tank angegeben. In Österreich wird wird das Leergewicht und auch die maximal zulässige Gesamtmasse ebenfalls mit G und F.1 angegeben. In der Schweiz findest du diese Angaben unter 30, 32 und 33 im Fahrzeugschein.  Alles Schwere kommt von hinten – Die Ladungssicherung Bevor es mit dem Ausbau losgeht, muss ich noch ein paar Worte zur Sicherheit loswerden. Alles, was du in deinem Fahrzeug transportierst, muss entsprechend gesichert werden. Du bist als Fahrer verantwortlich für die Ladung. Behandle also deine Ladung so wie dich selbst – klingt komisch, aber schließlich schnallst du dich ja auch an, bevor es losgeht. Auch kleine und vermeintlich leichte Gegenstände können sich bei einer Vollbremsung in gefährliche Geschosse verwandeln. Verstaue alles sicher in Taschen, Kisten oder Boxen und fixiere diese mit Gurten oder Bändern. Spätestens wenn dein Kistenturm die erste Lage überschreitet, solltest du dafür sorgen, dass dein Ordnungssystem ordentlich gesichert ist. Um möglichst flexibel zu bleiben, kannst du kleine Spanngurte einsetzten, und diese im Kofferraum an den Transportösen befestigen.  Für kleinere oder einzeln stehende Kisten kannst du auch solche Zurrgurte einsetzen. Was halten meine Ösen und Befestigungspunkte aus? Vielleicht hast du schon mal von der Bezeichnung daN gehört. Dieses Kürzel steht für Dekanewton und die Einheit, die auf Spanngurten als sogenannte Bruchlast angegeben wird. Da jeder(Spann-) Gurt auch einen Anschlagpunkt zur Befestigung braucht, wird auch hier die Bruchlast in daN angegeben. Was bedeutet das für deine Ladungssicherung? Einfach gesagt darfst du an eine Öse mit der Bruchlast von 800 daN eine Last von ungefähr 800kg befestigen (nicht mehr!) Die Angabe findest du auf Gurten und anderen Absicherungsmaterialien auf den Typenschildern und bei Fahrzeugen im Handbuch. Gewicht einsparen Auch bei kleinen und minimalistischen Ausbauten empfiehlt es sich, dass du Gewicht einsparst. Jedes weitere Kilo bedeutet unterm Strich einen Mehrverbrauch von Treibstoff und spiegelt sich auch im Fahrkomfort wieder. Im Prinzip kannst du dir deinen Ausbau wie den menschlichen Körper vorstellen: Das Skelett ist die Rahmenkonstruktion und bildet das Gerüst, das die Kraft aufnimmt und das Gewicht trägt. Die Haut ist vergleichbar mit allen Verkleidungsteilen und Platten, auf den kein Gewicht lastet. Hier lässt sich Gewicht sparen: Wer will schon schwere Haut 😉 Nicht tragende Teile sollten also möglichst dünn sein. An deinen Holzplatten kannst du zum Beispiel durch gezielte Aussparungen Gewicht sparen. Im Einzelnen scheinst das oftmals nicht viel Einsparung zu sein, aber hier zählt unterm Strich die Summe! Wenn du im späteren Verlauf mit Rahmenkonstruktionen deinen Ausbau machst, kannst du durch geschickte Winkelkonstruktionen auch mit dünnen Rahmen viel Stabilität erreichen und gleichzeitig eine Menge Gewicht einsparen. Du musst jedoch kein Statiker sein, um deinen Ausbau zu planen. Mein Tipp für dich: Schau dir mal Konstruktionen von Brücken oder Flugzeugen an. Mit diesen Inspirationen kannst du die coolsten Ausbauten basteln und am Ende sogar behaupten, dass dein Ausbau aus der Luftfahrttechnik stammt – das macht am Lagerfeuer eine Menge Eindruck. Einfache Ausbauten – einfach & schnell Den schnellsten Einstieg in die Welt des Ausbaus bekommst du, wenn du einfach das nutzt, was schon vorhanden ist. Du kannst Sitze umlegen, Sitzflächen nutzen, Stauräume und Fächer nutzen, wie es dir beliebt. Wenn du genau hinschaust, wirst du feststellen, dass du dein Fahrzeug auch ohne umfangreichen Umbau sehr universell einsetzen kannst. Warum ein reversibler Umbau? Nicht Jeder hat Lust sein Fahrzeug dauerhaft zu einem Campingmobil umzubauen. Ganz zu schweigen davon, eventuell sogar Löcher oder Aussparungen in die Karosse zu bohren. Für das Nutzen der gegebenen Bedingungen im Fahrzeug ohne daran irreversible Veränderungen vorzunehmen, kann es mehrere Gründe geben:  Es ist nicht dein Fahrzeug (Firmenwagen etc.) Du möchtest flexibel bleiben und alles schnell wieder rückgängig machen können (Alltagsauto, Familienwagen) Du möchtest dein Fahrzeug (später) im Originalzustand wieder verkaufen Du hast keine Lust zu basteln oder kein Werkzeug Wenn du also nur ab und zu oder spontan zu deinem Dachzeltabenteuer aufbrichst und dein Auto nicht nur ein reines Campingfahrzeug sein soll, dann brauchst du dir über einen dauerhaften Umbau keine Gedanken zu machen.  Kisten rein, und los! Die meisten Dachzeltnomaden fangen klein an. Das ist auch das, was ich dir empfehlen würde: Arbeite erstmal mit dem was du hast, oder was vorhanden ist. Optimieren kannst du später immer noch. Beachte aber: Gerade bei der einfachsten Art des Ausbaus darfst du die Ladungssicherung nicht außer acht lassen. Dafür nutzt du am besten vorhandene Ösen und Halterungen, denn die halten eine Menge Gewicht aus. Diese findest du überall dort, wo zum Beispiel deine Sitze oder Gurte mit der Karosserie verbunden sind. Im Kofferraum  findest du Ösen ganz oft unter dem Teppich, ein wenig versteckt in den Ecken. Ein Leben aus Tüten, Taschen und Kisten Jeder fängt mal klein an. Das ist auch die Devise: Bevor du nicht genau weißt, was du brauchst, solltest du nicht über einen aufwändigen Ausbau nachdenken. Ein einfaches Provisorium reicht, um festzustellen, was dir wichtig ist und was du an welcher Stelle im Auto brauchst.  Die einfachste Art sich eine Ordnung zurecht zu legen ist das Ikeatüten-System. Das eignet sich besonders, wenn du einen kleinen Wagen hast oder einen Kofferraum mit vielen Winkeln und Ecken. Wenn diese gut gefüllt sind, dann passen sie sich den Konturen deines Kofferraums an und nutzen so auch die kleinste Ecke aus. Natürlich kannst du auch verschiedene Größen und Tragetaschen von anderen Möbelhäusern einsetzen 😉 Dieses Packsystem ist das Einfachste und mega flexibel. Du kannst in der Wohnung deine Taschen packen und sie dann im Kofferraum verstauen. Nach der Reise kannst du dein Auto im Handumdrehen wieder in ein Alltagsfahrzeug verwandeln. Es muss übrigens nicht immer der Kofferraum sein. Die flexiblen Tragetaschen passen auch perfekt in den Fußraum (bitte nicht beim Fahrer). Auch auf der Rücksitzbank finden sie Ihren Platz. Dort kannst du sie mit den Sicherheitsgurten perfekt sichern. Mehr Ordnung? Mach´s mit Kisten! Mit Transportboxen kannst du deinen Ausbau auf eine neue Ebene heben. Sogenannte Euroboxen gibt es in vielen verschiedenen Größen und Ausführungen. Sie lassen sich perfekt stapeln und für vielseitige Zwecke einsetzen. Ob Kleiderschrank, Küche, Geschirrschrank, Badezimmer – Euroboxen können alles im Dachzeltmobil sein. Deiner Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt.  Es gibt sie mit oder ohne Deckel. Die Deckel kannst du übrigens auch prima als Tischersatz für den Schoss oder als Tablett für das Frühstück ans Dachzelt-Bett benutzen. Noch ein Vorteil von Euroboxen: Sie sind aus Kunststoff oder Aluminium – beide Materialien lassen sich leicht bearbeiten. So kannst du sie nicht nur zum reinen Transport von Kleidung, Lebensmittel usw. einsetzen, sondern auch Löcher zur Ladungssicherung einbauen oder sogar eine Küchen-Kiste daraus bauen. Dazu kommen wir später noch.  Aber es müssen nicht immer Euroboxen sein. Wie wäre es mit einem System aus stapelbaren Werkzeugkisten? Ein weiterer großer Vorteil von Boxen und Kisten ist, dass du sie zu Hause vollpacken und sie dann in dein Fahrzeug laden kannst. Wenn deine gepackten Kisten zu Hause immer vollgepackt auf dich warten, bist du mega flexibel und kannst auch mal spontan in dein Abenteuer starten. Mehr Struktur? Mach´s mit Regalen Für eine einfache Lösung müssen es nicht immer Euroboxen sein. Auch mit Kisten und Regalen eines sehr bekannten und großen schwedischen Möbelhauses lassen sich praktische Ordnungssystem basteln. Im Handumdrehen verwandelt sich dein Kofferraum in ein buntes Schubladensystem. Mega praktisch, denn hierzu musst du noch nicht einmal handwerklich begabt sein. Die Bauanleitung ist hierbei die einzige Hürde, die du zu meistern hast. Einmal zusammengebaut, kannst du deinen schwedischen Ausbau in deinem Kofferraum platzieren. Nur noch sichern – am besten mit Spanngurten – und los geht´s. Die fertigen Möbel lassen sich meist auch noch individuell lackieren, sodass du dem Ganzen noch einen persönlichen Touch geben kannst. Auch für leichte Anpassungen, Änderungen oder Ergänzungen brauchst du kein Spezialwerkzeug –  oft reicht die Stichsäge, der Akkuschrauber und eine Handvoll Schrauben. Noch mehr Platzbedarf? Pack´s auf dein Dach Wenn du voll flexibel sein möchtest, dann kannst du dir sogar wasserdichte Kisten anschaffen. Diese kannst du dann wahlweise im, oder sogar auf deinem Auto transportieren. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du Platz schaffen willst und Dinge transportieren möchtest, die nicht unbedingt ins Auto gehören. Wasserdichte Kisten gibt es in allen möglichen Größen  aus Kunststoff und aus Aluminium.  Gummistiefel, Feuerholz, Werkzeug und andere sperrige Gegenstände kannst du dir aber nur dann auf dein Dach packen, wenn du mit deiner Dachlast noch nicht an der Grenze … Das Dachzeltauto Aus-und Umbauten weiterlesen