E-Mobil: Camping mit Zukunft?

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Campen wir in Zukunft elektrisch? Wie könnte das aussehen? Welche Vorteile hat ein Elektroauto beim Campen & Dachzelten? Und ist es wirklich eine Alternative?

Diese und noch weitere Fragen hat uns Frank Diefenbach alias Professor E in diesem Beitrag beantwortet. Und wenn du lieber guckst, anstatt liest, dann haben wir dir hier nochmal die Zusammenfassung vom DZN Live:

Vorteile des elektrischen Camping Mobils

Emissionsarm

Elektroautos fahren lokal emissionsfrei, produzieren also kein umweltschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2). Stammt der zum Laden genutzte Strom aus erneuerbaren Energien, fährt das Elektroauto sogar vollständig emissionsfrei. Der elektrische Fahren ist zudem deutlich leiser.

Ausgediente Elektroauto-Batterien sollen in Zukunft vermehrt als mobile Speicher für Sonnen- und Windenergie weiterverwendet werden. Bei Spitzen im Stromnetz können sie den überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf wieder zurück ins Netz speisen.

Ein immer wieder viel diskutiertes Thema ist die Verwendung von Lithium in den Batterien der E-Mobilen. Es ist so umfangreich, dass man es in einigen wenigen Sätzen nicht erklären kann ohne ein Hintergrundwissen mitzubringen. Wenn du dich in das Thema tiefer einlesen willst, haben wir unten ein paar Links für dich zusammengestellt.

Sparsam, verbrauchsarm, wartungsarm

Hyundai Kona Electric mit Dachzelt (c) Frank Diefenbach

Mit Elektroautos spart man vor allem bei den Betriebskosten, die im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor geringer ausfallen. Die hohe Wirkungsgrade von Elektromotoren sorgen dafür, dass deutlich weniger Energie als bei Verbrennungsmotoren verbraucht wird. So kostet die Strom-Betankung für 100 Kilometer in der Regel nicht einmal 5 Euro.

Durch Rekuperation wird zudem kostenlos Energie beim Bremsen zurückgewonnen. Darüber hinaus sind Elektroautos maßgeblich verschleißärmer und sparen damit Wartungs- und Servicekosten ein.

Die Fahrdynamik

Bei Elektroautos liegt das volle Drehmoment sofort an, selbst kleinere Fahrzeuge lassen sich daher sehr spritzig und dynamisch fahren. Hinzu kommt, dass Elektroautos sehr leise und vibrationsarm sind. Dank Rekuperation (Bremskraftrückgewinnung) können sie „bremsarm“ fortbewegt werden und minimieren so den Bremsverschleiß.

Unabhängig

Wer Strom statt Benzin oder Diesel tankt, macht sich unabhängig von steigenden Kraftstoffpreisen. Außerdem lässt sich der Treibstoff mittels Wind- oder Solarkraft sogar selbst erzeugen.

Nachteile des elektrischen Camping Mobils

Rivian R1T mit Dachzelt (c) Rivian

Reichweite

Es gibt international den deutschen Begriff der  „Reichweitenangst“  – also die Sorge, mit dem Elektroauto unterwegs, fernab jeglicher Ladestationen, mit einer leergefahrenen Batterie stehenzubleiben. Selbst Autos mit kleinem Akku erreichen Reichweiten  von 120 bis 160 Kilometern.

In Deutschland fährt der Durchschnitt gerade einmal 40 bis 60 Kilometer pro Tag. Mehr als 160 Kilometer täglich fahren dabei nur 4 Prozent der Deutschen. Reichweitenangst besteht also vorrangig im Kopf, nicht im Praxisalltag auf der Straße. 

Aktuelle Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse erreichen inzwischen spielend eine Reichweite von mehr als 400 km.

Frank Diefenbach alias Professor E auf dem DACHZELT FESTIVAL 2019 (c) Dachzeltnomaden

Kosten

Noch sind Elektroautos im Vergleich zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen vergleichsweise teuer in der Anschaffung. Dies liegt im Wesentlichen an den noch recht hohen Preisen für Batterien.

Dank laufender Fortschritte bei der Batterieforschung werden die in Elektroautos eingesetzten Akkus aber bald nicht nur leistungsfähiger, sondern auch deutlich günstiger in der Herstellung werden. 

Lieferbarkeit

Noch ist die Auswahl an Elektroauto-Modellen und die Zahl der anbietenden Händler begrenzt. Aber europa- und weltweit steigt die Nachfrage. Bei steigender Nachfrage wird sich vermutlich auch bald das Angebot erhöhen.

Elektrisch Campen – ist das möglich?

Campen mit dem elektrischen Dachzelt-Camper Rivian R1T (c) Rivian

Es gibt jetzt schon viele Modelle, die man sehr einfach mit einem Dachzelt kombinieren kann. Auch im Offroadbereich sind unter den Namen Atlis, Bollinger oder Rivian demnächst Pick-Ups mit Allrad und Reichweiten zwischen 500 bis 600 km erhältlich.

Schlafen im E-Auto ist auch jetzt schon unabhängig von der Jahreszeit sehr bequem, denn die Heizung und Klimaanlage kann – je nach Akkugröße – nächtelang durchlaufen. Ohne Abgas und ohne Motorgeräusch. Und wenn man will, heizt man das Dachzelt gleich mit.

Energieversorgung leicht gemacht: Der Akku des E-Autos ist groß genug um sämtliche Campingverbraucher zu versorgen. Licht, Handy, Laptop, Kühlbox, Heizdecke – ja sogar kochen mit Strom ist ohne weiteres möglich.

Und wo kann man prima laden wenn gerade kein Schnellader in der Nähe ist? Wie wäre es mit Campingplätzen, die man ab sofort auch als Tankstellen nutzt? Schlafen und Tanken ganz einfach kombiniert.

Die integrierte Outdoor-Küche des Rivian R1T mit Dachzelt (c) Rivian

Auch ein sehr spannendes E-Mobil Campingkonzept scheint der neue Sion zu sein. Produziert aus 100% erneuerbaren Energien, serienmäßig mit Anhängerkupplung und 650l Kofferraumvolumen und sogar Solarzellen auf dem Dach. Da wäre noch die Frage nach dem Platz fürs Dachzelt zu klären.

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Was denkst du?

Ist das E-Auto für Camper eine echte Alternative? Überwiegen die Vorteile oder die Nachteile? Hättest du Lust auf einen E-Camper?

Wir sind jeden Sonntag um 20:00 Uhr live! 

Hast du Lust uns digital zu treffen? Rebecca und Thilo gehen jeden Sonntag um 20:00 Uhr auf Youtube, Facebook und Instagram live. Wir bringen dir die neusten News rund um die Dachzeltnomaden, Veranstaltungen, Tipps und Tricks, spannende Gäste und jede Woche ein richtig cooles Thema rund um das Dachzelten, Camping und Outdoor-Leben direkt auf deinen Screen.

Mittendrin statt nur dabei!

Egal ob du Lust hast etwas zu lernen, mit zu diskutieren, dich einzubringen oder dich einfach nur unterhalten lassen möchtest: Beim DZN Live ist für jeden was dabei! Mach mit! 

About Frank Diefenbach

Frank ist Unternehmensberater im technischen Bereich. Er berät Unternehmen bei Revisionen und auch im Segment der Elektromobilität. Er fährt privat und geschäftlich knapp 50.000 km im Jahr. Seit ca. 4 Jahren bereits vollelektrisch, also ein PKW mit 100 % elektrischem Antrieb. Ausschlaggebend für den Einstieg war nicht der Umweltgedanke allein, sondern auch der Fahrkomfort. Ein leiser, sehr geräuschloser Antrieb, verbunden mit einer linearen und schnellen Beschleunigung ohne Zugkraftunterbrechung. Seit November 2018 fährt er einen Hyundai Kona Electric. Da es für dieses Fahrzeug keine Anhängerkupplung gab und Frank auch campen und frei Reisen wollte, wurde er im März 2019 auf die Dachzeltnomaden aufmerksam und kaufte sich als Einstieg ein Dachzelt. Frank besuchte auch das DZF 2019 und ist fasziniert von den Menschen in dieser Community. Er hält Vorträge und Workshops und bringt das Thema Elektromobilität vielen Interessierten näher, engagiert sich in Interessensverbänden und betreibt den YouTube Kanal „Professor E“.
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